Prolog III: Der schnellste Mann der Welt


Zusätzliche Pairings: Joe/Cecile, die DeVoes, Cisco/Gypsy

Zusätzliche Warnings: Timey-wimey-wibbely-wobbely


2018

„Das ist sie. Ihr Name ist Jenna." Stolz präsentierten Joe West und Cecile Horton ihr neues Baby ihrer Familie. In Joes Armen wirkte das Baby so natürlich und glücklich. Als Barry es sah, überkamen ihn unweigerlich omegaliche Gefühle – ein Baby halten, sein Baby halten, so sollte die Zukunft aussehen.

„Harry hatte Recht. Das hier ist das Einzige, worauf es ankommt: Familie", meinte er zu Iris West-Allen, seiner liebenden Ehefrau und seinem Alpha.

Sie alle waren hier versammelt, die ganze Familie: Omega Joe West und seine Alpha-Kinder Iris und Wally, sowie sein Omega-Zieh- und Schwiegersohn Barry Allen, seine neue Beta-Gefährtin Cecile Horton natürlich, sowie die erweiterte Familie aus dem Team Flash, das diese Familie gemeinsam mit ihren Freunden bildete – der Omega Cisco Ramon, der Alpha-Beta Caitlin Snow, und der Alpha Ralph Dibney – letzterer frisch zurück von den doch-nicht-so-ganz-Toten.

Barry war ein Meta-Mensch, ein Speedster, der als Flash Central City und die Welt vor allen möglichen Gefahren beschützte. Diese Leute hier, seine Familie, sein Rudel, halfen ihm dabei, mit oder ohne besondere Kräfte, je nachdem.

Das letzte Jahr war für Barry und sein Rudel nicht unbedingt leicht gewesen – Clifford DeVoe und seine Frau Marlize hatten die Stadt bedroht, genauer gesagt Bewohner von dieser, die sie im letzten Herbst mit voller Absicht zu Meta-Menschen gemacht hatten und mit deren Kräfte sie planten die Welt zu verändern, allerdings nicht unbedingt zum Guten. Der Alpha-Ehemann des Paares, auch bekannt als der Denker, war durch dieselbe Teilchenbeschleunigerexplosion wie Barry zu einem Meta-Menschen geworden und zum klügsten Menschen der Welt, leider war er dadurch auch wahnsinnig geworden, was seine treue Omega-Ehefrau, die ihm bei seinen Plänen half, erst zu spät erkannt hatte. Gemeinsam hatten sie die neugemachten Metas, zu denen auch Ralph zählte, gejagt und getötet – und Barry und sein Team hatte so viele von ihnen nicht retten können, zwischenzeitlich hatten sie sogar gedacht Ralph verloren zu haben, und dagegen wog sogar die Tatsache, dass ihre Feinde Barry wegen Mordes an Clifford DeVoe ins Gefängnis gebracht hatten, nur wenig.

Letztlich hatten sie es geschafft die DeVoes zu besiegen, und nun nach einer Reihe von harten Jahren, in denen Barry seinen und Iris' Beta, seinen Vater, mehr Freunde als ihm lieb war, und beinahe auch Iris selbst verloren hatte, konnte er vielleicht endlich voller Zuversicht in die Zukunft blicken.

Team Flash war nicht vollkommen vereint – ihr Rudel war auf verschiedene Länder und Dimensionen verteilt – aber sie waren sich eng verbunden, und viele von ihnen waren hier zusammen und nun mit ihrer neuen Baby-Schwester schien endlich eine positive Zukunft auf sie zu warten.

Iris schien wie immer Barrys Gedanken gelesen zu haben. „Wir sind die nächsten, weißt du?", meinte sie und deutete auf das Baby, das gerade von ihrem Bruder Wally gehalten wurde.

„Meinst du etwa jetzt gleich?", wunderte sich Barry, „Weil, nicht, dass ich etwas dagegen hätte, aber zwei Babys auf einmal sind etwas viel und …"

„Entspann dich, Barry", lachte Iris, „Wir haben alle Zeit der Welt dafür…."

In diesem Moment läutete es an der Haustüre des Hauses der Wests, in dem sie sich alle versammelt hatten.

„Ich geh schon."

Barry kannte den junge Omega, der unaufgefordert hereinkam, auch wenn er sich einen Moment lang nicht darüber im Klaren war woher. „Dieses Haus ist geil", stellte der Omega fest, was aus irgendeinem Grund dazu führte, dass fast alle Anwesenden ihre Aufmerksamkeit auf den Neuankömmling richteten.

Es war ein weiblicher Omega mit dunklem Hautton und einen einladenden Geruch, der Barry irgendwie an seinen Vater erinnerte, was ihn verwirrte. „Hast du mich und Harry nicht mit Kaffee bekleckert?", wunderte sich Caitlin.

„Und du hast für uns im Jitters bezahlt!", fiel Ralph ein.

„Und du warst Caterer auf unserer Hochzeit!" wurde Barry klar, „Wer bist du? Und … wo hast du diese Jacke her?!"

Das fremde Mädchen trug Iris violette Speedster Jacke, die sie getragen hatte, als sie kurzzeitig Barrys Kräfte übernommen hatte, wie diesem gerade klar geworden war, was ihn ziemlich beunruhigte. „Es ist ihre", meinte die Fremde und deutete auf Iris.

Iris schüttelte den Kopf. „Oh, nein, meine Jacke ist ein Unikat", erwiderte der Alpha, und das „Ich würde sie niemals einer Fremden borgen" blieb dabei ungesagt.

„Woran du mich erinnert hast, als ich sie mir ausgeborgt habe", meinte der fremde Omega, „Ich bin Nora. Eure Tochter Nora aus der Zukunft."

Wie bitte? „Und ich fürchte, ich habe einen riesigen Fehler gemacht", schloss die angebliche Nora.

Und ich fürchte, Gott hat einen seltsamen Sinn für Humor, dachte Barry nur.

„Warum sollten wir dir nur ein Wort glauben?", wollte Wally wissen, „Du könntest irgendjemand sein, der das nur behauptet um sich unser Vertrauen zu erschleichen!"

„Dieser Kaffee, den du auf uns gekippt hast… Du hast ihn genau in dem Moment ausgeschüttet, als ich Harry etwas sagen wollte, etwas Wichtiges", fiel Caitlin misstrauisch ein und ihre Augen glühten, „Als würdest du nicht wollen, dass ich es ihm sage." Man konnte bereits sehen, wie sich ihre Kräfte manifestierten und sie zu Killer Frost, ihrem Meta-Menschen Alter Ego, wurde.

„Wow, wow, ich sage die Wahrheit, wirklich!", verteidigte sich Nora, „Ich bin Barrys und Iris' Tochter, Joes Enkelin, Wallys Nichte, und auch die Nichte dieser Kleinen hier, die einmal meine Tante Jenna sein wird! Ich kenne euch alle, ihr seid meine Familie! Onkel Cisco, Onkel Ralph, Großmutter Cecile."

„Großmutter … ich habe gerade erst ein Kind geboren!", murmelte Cecile beleidigt.

„Ich weiß nicht, wie ich es euch beweisen soll! … Onkel Julian ist nicht hier, und Daddy auch nicht, aber…", sie verstummte.

„Daddy? Welcher Daddy?", wollte Barry wissen.

„Ich habe schon zu viel gesagt", meinte Nora, „Ich darf die Zukunft nicht gefährden. Genau das ist doch mein Problem: Ich habe die Zeitlinie möglicherweise bereits verändert! Aber ich bin die, die ich vorgebe zu sein! Ihr könnt einen DNS-Test machen, wenn ihr wollt! Hier!"

Sie reichte Barry ihren Führerschein. Darauf stand der Name Nora West-Allen und das Ausstelldatum lautete 2040.


2019

„Es ist meine Schuld, Iris." Barry wusste, dass er sich verbittert anhörte, aber er konnte nicht anders. Er machte sich Vorwürfe, da das alles wirklich seine Schuld war. „Ich hätte ihn retten müssen, aber ich bin nicht einmal auf die Idee gekommen, dass …"

Er verstummte. „Baby, nein, du hättest es nicht ahnen können", protestierte Iris sofort, „Keiner von uns hätte das. Als Alpha wäre es meine Aufgabe gewesen das alles zu lösen, nicht deine!"

Barry schüttelte den Kopf. „Was damals passiert ist, das war allein meine Schuld. Ich habe versagt, ich konnte Thawne nicht besiegen, und dann wäre die Stadt beinahe zerstört worden, und Ronnie ist gestorben, und alles wurde in den Vortex gesogen, und ich habe nicht einmal in Betracht gezogen…. Ich meine, wir hatten nicht einmal eine Leiche, die wir beerdigen konnten. Aber trotzdem bin ich niemals auf die Idee gekommen, dass…"

Iris legte ihm die Hände auf die Schultern und unterbrach ihn. „Barry", sagte sie, „Er hatte sich erschossen. Er war tot. Ich weiß es, ich bin direkt neben ihn gekniet. Er war tot. Es gab keine Möglichkeit für uns zu ahnen, dass Eddie noch am Leben sein könnte…"


2020

„Bist du sicher, dass es das ist, was du möchtest?"

Wally nickte ernst. „Ich liebe euch alle, aber ich habe immer das Gefühl gehabt in deinen Schatten zu stehen, Barry. Deswegen bin ich weg und wollte mich sogar dem Time Bureau oder den Legends anschließen um mir selber zu beweisen, dass ich auch ohne dich etwas zum Helden tauge, doch dann wurde mir klar, dass ein Rudel – eine Familie – zusammen halten und für einander da sein muss - das haben mir die Legends gezeigt. Also bin ich zurückgekommen um euch gegen DeVoe zu helfen, aber seit dem hat sich mein Leben nicht wirklich weiterentwickelt. Ich war immer noch hier. Immer noch Kid Flash, obwohl ich niemals ein Kid war, nicht mal als ich diese Kräfte bekommen habe…" Er schüttelte den Kopf. „Sogar Ralph ist inzwischen erwachsen geworden. Ich denke, es ist an der Zeit für mich das ebenfalls zu versuchen. Und diese Kids, Barry, die brauchen einen Anführer. Und ich glaube, dass ich dieser Anführer sein kann, das glaube ich wirklich."

Barry nickte. „Daran zweifle ich nicht, Wally. Du bist ein West, das Anführen liegt euch im Blut. Aber ein eigenes Team zu haben und zu führen ist eine große Verantwortung. Wenn man es richtig macht, dann ist es nicht nur ein Team, sondern auch ein Rudel, eine Familie. Vergiss das nicht. Und ein Rudel kann man nicht einfach verlassen, wenn es unangenehm wird Und manche von diesen Kids sind auf der Flucht vor dem Gesetz…"

Wally nickte. „Ja, ich weiß, aber ich bin bereit das in Kauf zu nehmen und zu richten und allen zu beweisen, dass es gute Kids sind. Ich meine, Mick Rory wurde doch auch begnadigt, oder nicht? Wie schwer kann es also schon sein ein paar Kids, die Dummheiten gemacht haben, zu rehabilitieren?"


2021

„Aber immerhin war es die beste Junggesellenabschiedsparty aller Zeiten."

„Halt die Klappe, Dibney! Wir sprechen von dem Ende meiner Ehe, und du kommst mir mit der Junggesellenparty daher!"

Ralph wechselte einen Blick mit Barry, der die Schultern zuckte. Genau wie Julian Albert, der andere Alpha im Raum.

„Sorry, Cisco", meinte Ralph dann, „Es ist nur, die Party ist noch nicht so lange her, und sie war wirklich gut. Ich wollte die guten Seite dieser ganzen Misere herauskehren."

Cisco vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Bitte versuch nicht mehr mir zu helfen, Ralph. Dank dir wurde ich jetzt wieder daran erinnert, dass meine Ehe mit Cynthia nur zwei Monate gehalten hat!", jammerte er.

„Zweieinhalb. Und wenn man die Wochen mitzählt bis die Scheidung gültig ist, dann sind es eher dreieinhalb Monate", berichtigte ihn Julian.

„Ich hasse euch beide."


2022

„Das ist sie. Ist sie nicht wunderschön, Barry?"

Barry betrachtete seine Tochter mit liebevollem Blick. „Ja, das ist sie. Sie das wunderschönste, was ich jemals in meinen Leben gesehen habe", gab er zu und dann beugte er sich vor und küsste seine Tochter auf die Stirn, „Willkommen in der Familie, Nora."

Das Baby gluckste daraufhin voller Freude und Barry fühlte sich so glücklich wie niemals zuvor.


2023

„Ich verstehe."

„Nein, Ramon, du verstehst nicht! Das hier ist eine Krise! Eine Krise unbekannter Größenordnung! Das hier bedroht das gesamte Multiversum!"

„Ich habe gesagt, dass ich es verstehe, Harry!" Cisco funkelte den Harrison Wells von Erde-2, seines Zeichens Alpha und Nervensäge, wütend an. „Und ich habe auch verstanden, dass laut deiner Theorie Breacher wie ich die Schuld daran tragen!"

„Das habe ich nicht gesagt", ruderte Harry zurück, „Ich habe nur gesagt, dass das Multiversum niemals dafür gedacht war als interdimensionaler Flughafen zu dienen. Dimensionsreise waren nicht vorgesehen, zumindest nicht außerhalb der Speedforce, und nun bekommen wir die Rechnung dafür präsentiert. Es ist eben wie … die Klimaerwärmung, von der sie auf eurer Erde immer sprechen."

Cisco seufzte. „Na toll, und das macht mich zum Äquivalent eines altmodischen Haarsprays, oder wie?! Nur einmal möchte ich erleben, dass du gute Nachrichten mit hierher bringst!"

„Nun, die gute Nachricht ist, dass wir den Kollaps des Multiversums noch verhindern können, wenn wir jetzt gleich etwas dagegen unternehmen, anders als im Fall der Klimaerwärmung", gab Harry schulterzuckend zurück.

Ciscos Antwort bestand nur aus einem Seufzen.


2024, Gegenwart

„Supergirl und Freunde. Wie nett. Es ist schön zu sehen, dass meine Warnungen betreffend des Dimensionsreisens von allen so sehr beachtet werden", ätzte Harrison Wells, als er sah, wen Green Arrow anschleppte.

„Wir brauchen sie", gab Green Arrow nur defensiv zurück, „Und das hier geht auch sie etwas an. Unsere Feinde sind Dimensionsreisende."

„Ja, klar, weil die es machen, müssen wir es auch machen", murmelte Harry sarkastisch.

„Harry!", wies Cisco ihn zurecht, „Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt!"

Harrison Wells seufzte. „Ja, es tut mir leid. Ich bin nur… Die ganze Sache mit Allen macht mich fertig. Tut mir leid." Er schüttelte entschuldigend den Kopf.

„Wir alle vermissen, Barry", erinnere ihn Green Arrow.

„Manche mehr als andere", meldete sich eine weibliche Stimme zu Wort, „Aber vergessen wir das für den Moment und konzentrieren uns lieber darauf die Erde zu retten."

Alle nickten. „Denn das ist es, was mein Vater gewollt hätte", fuhr Nora West-Allen fort, „Er kann vielleicht nicht hier sein, aber ich bin es. Und genau wie ihr anderen auch, werde ich mein Bestes tun, um unser aller Zukunft zu sichern."


A/N: Das war also der dritte Prolog, der zum „Flash".

Ich bin eigentlich mit der 5. Staffel von „The Flash" noch nicht fertig (habe zuletzt 5x16 „Run Iris Run" gesehen), bin aber verspoilert genug um so tun zu können als hätte ich die gesamte Staffel gesehen.

Die Hauptunterschiede zum Canon betreffen Caitlin und Wally, es gibt aber anders als bei „Legends" und „Supergirl" keine wirklich großen Unterschiede, was den Inhalt der letzten Staffel angeht, in meinem Verse. Und ja, auch hier sollt ihr nach wie vor hauptsächlich verwirrt sein.

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