Nächstes =)
Review:
Mannequin: Guguck =)
Okay, das war jetzt echt merkwürdig. Ich hab das Kapitel eigentlich schon länger fertig, wollte es eigentlich mit der Reviewantwort posten, aber ich hab ohne Witz dein Review erst heute Mittag einsehen können. Davor ist es mir nicht angezeigt worden und ich bin fast mit dem nächsten Kapitel schon fertig Öö
Uh, weißt du was? Ich hab gestern so aus Spaß mal auf Youtube nach Harry Potter Bloopers gesucht, weil ich so was immer gerne bei Serien oder anderen Filmen sehe. Lach immer mit oder finde das total süß, wenn die Schauspieler lachen und Spaß haben. Das hat mir bei Harry Potter auch richtig gefallen =) Ach ja, zu schade, dass das vorbei ist.
Hm... Ich sag nicht, dass du falsch liegst mit deiner Vermutung. Ich sagte nur, dass wenn du Anna in dem anderen Blickwinkel betrachtest, vieles vielleicht eher Sinn für die anderen macht. + dich ganz geheimnisvoll und vielsagend angugg+ Verstehst du, was ich damit sagen will? XD
Hehe, ich werde es auf jeden Fall noch schreiben, wie Anna darauf reagiert hat, als sie von Brian erfuhr. Weiß nur nicht in welche von beiden FF's ich das tue und bei Brian und seinem Verhalten liegt es einfach daran, dass er zwar Sirius und Anna's Sohn ist, aber die Intelligenz von Dumbledore hat und daher auch nie ausflippt oder überreagiert, sondern stets alles durchdenkt und in Ruhe angeht.
Ich weiß nur nicht, ob die Erklärung dann so nachvollziehbar ist, die ich für Anna, Brian und Jimá's Auftauchen bringe. Letztere wird in diesem Kapitel mit der Erklärung aufkommen, also seh ich dann, wie du und die anderen damit umgeht XD.
Bei Sirius weiß man ja, dass er nie bei Harry aufgetaucht ist, weil er in Askaban saß. Also Erklärung logisch.
Lupin hat glaub ich nie erklärt, warum er Harry nicht schon vorher aufgesucht hat, selbst nachdem er in die Zaubererwelt kam, aber ich denk auch ohne, dass es wo steht, kann man es nachvollziehen, denn er war ja auch ein Werwolf und sonst ja mehr „nur" ein Freund von Harry's Vater zu Schulzeiten. Beim lesen von Buch 3 ist mir das nämlich aufgefallen, dass er sich da explizit auf Hogwarts bezieht und nicht auf die Zeit danach. Ich frag mich, ob Rowling es damals entweder falsch geschrieben hat und seit Hogwarts statt in Hogwarts schreiben wollte oder sie damals nicht daran dachte, dass Remus und James auch nach ihrer gemeinsamen Schulzeit noch befreundet waren.
Ah, gut, dann kommt Malfoy rüber wie beabsichtigt ^^
Yap, Brian und Jimá reden über Anna. Wird hier auch noch mal etwas erläutert.
Ha! Das passiert also doch nicht nur mir! ^^ Ich komm mir schon extrem komisch vor, wenn mich Leute ein paar Sekunden anstarren, die ich gar nicht kenne. Sei es Kommilitonen oder Fremde in der Straßenbahn oder Haltestellen. Ich mein, ich tu das doch auch nicht, gerade weil sich das echt komisch anfühlt, wenn man so angestarrt wird ÖÖ Frag mich dann immer, ob ich irgendwo ein Pickel habe, der Aufmerksamkeit erregt.
Hehe, ja, entweder das oder jemand anderes hat da seine Finger im Spiel und sorgt dafür, dass Hermine gewisse Informationen findet.
Ich hatte überlegt auch Kreacher mit einzubinden, aber irgendwie schreibe ich ihn nicht gerne ^^ Also hab ich ihn einfach in der Küche in Hogwarts gelassen.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
Ps. Eh ich es vergesse! Mein Prof hat sich bei mir wegen der Benotung meiner Masterarbeit endlich gemeldet und mir eine 1 gegeben. Seitdem laufe ich herum wie ne Grinseback! =) So wie mir am Ende die Puste ausging, mein Programm mir zusammengekracht ist und ich Black outs hatte, habe ich alles schließlich nur noch zusammengefitzelt, in der Hoffnung, dass er mir noch ne 2,7 gibt. Weil ich dachte, da fehlt echt ne Menge und ich habs auch nicht noch mal Korrekturlesen lassen auf Rechtschreibfehler von Freunden, weil ich wirklich keine Zeit mehr hatte und sogar am Abend vor der Abgabe noch Kapitel zu Ende geschrieben habe. Aber jetzt ist mir so ein riesiger Stein vom Herzen gefallen und für mich grenzt das an ein Wunder. (Binde ich leider auch allen Freunden auf die Nase ^^ Sorry, aber ich bin wirklich so was von erleichtert, dass die ganze (wirklich grauenvolle) Arbeit nicht umsonst war, sondern sich tatsächlich gelohnt hat. Du hattest also recht mit dem was du über Professoren und die Betreuung und das Bestehen gesagt hast =) +freu + ) +weiter grinse und party mach+
Chapter 7 – Family Ties
Das erste Quidditchspiel der Saison fand Ende Oktober zwischen Slytherin und Gryffindor statt und an diesem Freitag fand sich das gesamte Schloss auf den Tribünen ein, um sich das Spiel zu verfolgen. Beide Mannschaften schritten auf das Feld hinaus und Harry und Patinkin, Kapitän der Slytherin Mannschaft, gaben sich auf Anweisung von Madam Hooch die Hände. Beide Mannschaften bestiegen ihre Besen und nach dem Anpfiff stiegen sie alle in die Höhe.
Auf der Tribüne der Professoren sah Harry Jimá und Brian, die neben Remus und Hagrid saßen und ihn aufmerksam beobachteten. Er sah auch alle anderen Professoren dort sitzen – außer White. Unter anderen Umständen hätte es ihm etwas ausgemacht, aber nun war Dobby da, um ein Auge auf sie zu werfen und das ließ Harry das Spiel mit absolut gutem Gefühl angehen.
Irgendwie fühlte er sich anders als in der letzten Zeit. Adrenalin schoss in ihm empor. Er sah den rivalisierenden Ausdruck auf Malfoy's Gesicht und ein unbändiger Wille ihn jetzt im Quidditch zu schlagen feuerte Harry's Herz an. Er sah sich nach dem Schnatz um ohne auf das andere Geschehen im Spiel zu achten.
Stadionsprecher für dieses Spiel war – und Harry wusste wirklich nicht, ob er nun lachen oder weinen sollte – Colin Creevey. Es stellte sich heraus, dass er besser als so manch anderer Stadionsprecher war, denn er beschrieb tatsächlich nur wie das Spiel ablief, ohne Seitenhiebe und ohne Partei zu ergreifen. Er erhaschte ein Blick auf McGonagall, die sichtlich zufrieden und stolz auf sich selbst war mit der Wahl von Creevey zum Stadionsprecher. Gut, hier und da rutschte ihm ein das war echt gemein, aber nun ja, kann man nichts machen heraus, aber damit schien die Professorin leben zu können. Ansonsten hörte Harry, wie es 10 zu 0 für Gryffindor durch Ginny stand. Etwas später 10 zu 10 durch den Slytherin Jäger Bust. Während er immer noch nach dem Schnatz Ausschau hielt, stand es irgendwann 50 zu 20 und Slytherin hatte bereits 2 Strafen wegen Foulspiels bekommen.
Als Malfoy zu ihm rüberkeifte „Na, hast du schon die Hosen voll, Potter?" stand es laut Creevey 70 zu 20 und 4 Strafen wegen Foulspiels. Ron hatte so manchen Ball gehalten und dem folgte stets ein großer Jubel der Gryffindor Tribüne. Harry sah aus dem Augenwinkel wie Jilli und Brian ihm zujubelten und Brian beide Daumen nach oben hielt, während er breit wie eh und je grinste. Harry konnte sich nicht helfen, aber irgendwie mochte er es, dass die beiden sich in Hogwarts aufhalten konnten.
Als der Treiber Pobel einen Klatscher in Ginny's Richtung schoss und diese unerwartet davon getroffen wurde, hätte es sie fast vom Besen geworfen, wäre Harry nicht zu ihrer Rettung gekommen und hätte sie ganz galant mit seinen Armen reflexartig aufgefangen. Dadurch stand es dann leider 70 zu 30 für Slytherin.
„Na wartet!" fauchte Ginny giftig. „Das kriegen die zurück!" Sie hüpfte zurück auf ihren Besen, der zu ihr herabgeflogen kam als sie „Accio Besen!" rief und war eigentlich schon losgeflitzt als sie auf halbem Weg kehrt machte und wieder zu Harry zurückflog, der ihr bis dahin eigentlich nur nachgesehen hatte.
„Vergessen. Danke, mein Held," sagte sie und blinzelte mit süßlichem Blick. Harry lachte und so zog Ginny wieder von dannen und machte den Punkt zum 80 zu 30 und mittlerweile 7 Foulspiele. Jedes Mal, wenn Slytherin wieder ein Foul brachte, kam es von sämtlichen Tribünen außer den Slytherins selber ein unzufriedenen Uhhhhhhhh.
Da! Der Schnatz! Sein Herz schlug mit einem Mal höher und schneller. Harry jagte ohne auf Malfoy zu achten nach dem goldenen Schimmern, den er als Erstes entdeckt hatte. Aufgrund des Summens seines Besens hörte Harry, dass auch Malfoy nun dicht auf seinen Fersen war und es lag durchaus die Versuchung in der Luft einfach abrupt zu stoppen, damit Malfoy schön in ihn reinkrachte, aber Harry ließ das bleiben. Quidditch war kein Ort um persönliche Rachegefühle auszuleben. Er würde sich nie auf ihr Niveau herab begeben.
„Harry jagt hinter dem Schnatz!" hörte er Creevey jubeln. „Oh, vergessen – Robbins hat getroffen. Es steht nun 90 zu 30 für Gryffindor. Du schaffst es, Harry! Los, los, los!"
Harry grinste. Er wusste, dass er den Schnatz jeden Moment hatte, wusste, dass Malfoy ihm diesen Sieg niemals nehmen könnte und dieses Gefühl hob sich um so viel ab von all den schrecklichen anderen Gefühlen der letzten Zeit. Und als er seine Hand um den Ball schloss und den Abpfiff hörte war es klar. Er hatte gewonnen.
„Gryffindor gewinnt Haushoch über Slytherin mit 240 zu 30!"
Creevey lachte und jubelte wie ein Kleinkind als er im Kreis vor Freude hüpfte. Dafür, dass er ein Fünftklässler war, benahm er sich mit einem Mal wieder wie der kleine Erstklässler, der Harry überall hin mit seiner Kamera folgte. Harry's Mannschaft jubelte, die Gryffindor Tribüne jubelte, er sah Remus klatschen, Brian und Jilli zeigten ihm beide Daumen nach oben und waren mit Hagrid die Einzigen, die wie alle anderen Gryffindor's aufgesprungen waren.
Harry hielt für einen Moment inne. All das, was er die letzten Wochen gespürt hatte, all die Last, die Angst und Furcht, Sorgen und Anspannungen, für diesen kleinen Moment war das alles verflogen. Er fühlte sich frei, gut, glücklich. Ginny lachte ihm zu und Harry lachte zurück. Okay, irgendwie war es vielleicht doch in Ordnung dass er hier und nicht da draußen war. Wenn sie am Ende dennoch gewannen und Voldemort besiegten, dann war es für ihn okay, dass er hier her zurückgekehrt war.
Nach dem gewonnenen Spiel hatte Harry ein gutes Gefühl mit Hermine und Ron in Begleitung von Jima und Brian zurück nach London zu reisen. Dort angekommen hatten sie sich erst mal alle im Wohnzimmer niedergelassen.
„Gutes Spiel," lobte Brian und alle drei Jungs grinsten von einem Ohr zum anderen. „Hab schon fast vergessen, wie mitreißend so was sein kann. Das letzte Quidditch Spiel, das ich mir ansah war mit Charlie als Kapitän. Aber mal ehrlich 7 Foulspiele von Slytherin? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es das früher gab."
„Das war noch gar nichts," warf Ron enthusiastisch ein. „Wären das nicht alles Neulinge gewesen, das Spiel hätte unter dem Blödian von Flint sogar 15 Fouspiele gehabt!"
Brian lachte, wandte sich dann aber direkt Harry zu.
„Also? Nun sind wir unter vier Augen," witzelte er und zuckte amüsiert mit dem Mundwinkel. „Jeder von uns hat vierfünftel eines Auge. Du kannst frei sprechen."
Harry gluckste. Irgendwie hallte immer noch das Glücksgefühl des Quidditch Spiels in ihm nach und es war schwer sich wieder auf das bedrückende zu konzentrieren, das eigentlich auch das wichtigere war.
„Mit Draco Malfoy's Rückkehr bleibt mir nichts anderes übrig. Es gibt da etwas, das ich euch sagen muss."
Und Harry erzählte ihnen mit Hermine und Ron's Hilfe was Dumbledore ihm von den Horkruxen mitgeteilt hatte und ihren Vermutungen was diese sein könnten. Brian und Jimá hatten kein einziges mal dazwischengeredet, nur ab und zu ihre Mienen verfinstert und ab und zu Blicke miteinander ausgetauscht. Als er fertig war nickte der eine, die andere aber sah fast ein wenig verängstigt aus.
„Und Dumbledore wollte, dass du das ganz alleine tust?" fragte Brian skeptisch.
„Er hat niemandem sonst etwas davon erzählt und wird seine Gründe gehabt haben," sagte Harry. „McGonagall weiß nichts davon. Remus ebenfalls nicht und euren Gesichtern nach zu urteilen weiß der Orden auch nichts davon?"
„Puh," machte Brian und zog eine Grimasse. „Wer weiß schon, was Elphias Doge weiß und was nicht. Wir erledigen nur Aufträge, was hintenrum so vor sich geht, keine Ahnung. Denke aber du hast recht. Die anderen Mitglieder wären wesentlich aufgebrachter, wenn sie wüssten, mit was sie es zu tun haben.
Horkruxe zu erstellen ist nicht gerade etwas, dass man jeden Tag tut. Ich würde sogar sagen, dass drei viertel der Mitglieder nicht mal weiß, was das überhaupt ist. Dumbledore hat das Thema schließlich aus Hogwarts verbannt."
„Wusstet ihr was das ist?" fragte Harry. Brian zuckte mit dem Mundwinkel. Natürlich wusste er es, was hätte er auch sonst von jemanden erwartet, der als Wunderkind galt.
„Was möchtest du nun von uns?" fragte Jimá vorsichtig, zeigte aber deutlich, dass er ihre Unterstützung auf jeden Fall bekam, egal was es sein würde. Das machte es für Harry auch leichter, offen weiter zu reden.
„Zum einen wärs gut, wenn ihr öfter in Hogwarts seid. Ich glaube, dass Malfoy irgendetwas plant. White hat ihn bestimmt nicht einfach so wieder zurückgeholt."
„Moment," sagte Jimá plötzlich und sah ihn mit einem Schmunzeln auf den Lippen an. „Byen. Dass du sie sprechen möchtest, hat etwas damit zu tun, dass du glaubst, sie weiß, wo ein Horkrux ist. Richtig?"
„Ja, richtig," sagte er ehrlich und Jimá nickte verstehend. „Okay... Ich hab noch nichts von ihr gehört. Aber es ist nur eine Frage der Zeit. Ich bin mir sicher, sie meldet sich sobald sie kann."
Harry nickte.
„Und ihr glaubt, so ein Black Heart könnte ein Horkrux sein?" fuhr Brian nachdenklich fort. Harry nickte erneut. Brian war nun viel ruhiger und zeigte auch absolut keine Anzeichen davon wieder irgendwelche Witze zu reißen. So sah Harry ihn zum ersten Mal, andererseits war es irgendwo auch verständlich, dass er diese Seite besaß, denn wie sollte er auch sonst ein Fluchbrecher sein und ein Studium schaffen, wenn er ständig nur Spaß machte.
„Wisst ihr, wer sich mit Black Heart auskennt?"
Hermine und Ron waren nun gleichfalls aufgeschreckt und hatten sich wie Harry dem Freund neugierig zugewandt.
„Professor White."
„Was?" schoss es von allen drei gleichzeitig heraus. Jimá begann an ihrem Butterbier zu nippen während sie alle vier mit Seitenblicken beobachtete. Ein eindeutiger Versuch sich raus zuhalten und möglichst klein zu machen.
„Wissen nicht viele, weil das Thema selber schließlich auch kein Stoff eines Unterrichts oder so was ist und bis vor 20 Jahren oder so auch kaum bis gar nicht wirklich bekannt war. Erst durch den Krieg vor 20 Jahren haben es einige begonnen niederzuschreiben. Das ist eher Learning by doing, wenn ihr versteht was ich meine."
„Nein," sagten Ron und Harry gleichzeitig. Hermine aber schien es als einzige verstanden zu haben, denn sie hatte entsetzt die Augen aufgerissen.
„Soll das heißen?!" Sie stockte entsetzt und beide Jungs blickten sie überrascht an. „Professor White ist?" Wieder stockte sie. „Das ist ja...unglaublich!"
„Was ist unglaublich?" sagten Ron und Harry gleichzeitig und auch gleich genervt, denn aus ihren abgebrochenen Kommentaren ließ sich nichts ableiten, was so unglaublich sein sollte. Brian schmunzelte.
„Mach aus dem ist ein war, Hermine. Aber sonst stimmt es."
„Was stimmt?" fragte Ron verdutzt.
„War?" sagte Hermine stattdessen irritiert. „Aber sie lebt doch noch? Wie kann man – Um Himmels Willen, könnt ihr beide nicht zwischen den Zeilen lesen?!" fauchte sie gekränkt, da Harry und Ron schiefe Grimasse gezogen hatten, die ihr nun gehörig auf die Nerven gingen. „Professor White ist ein Black Heart!"
„WAS?!" sagten beide erneut.
„War," warf Brian wieder ein. Jimá nippte immer noch mit unschuldigem Blick an ihrem Butterbier.
„Woher weißt du das?" fragte Harry, der sich von allen als erstes von diesem Schlag wieder gefasst hatte.
„Na, ich bin doch Allwissend! Oder wie Dumbledore zu sagen pflegte Ich bin mit außergewöhnlicher Intelligenz gesegnet," antwortete Brian und grinste schief. Da Harry aussah als ob er ihm wirklich jeden Moment eine runterhauen würde, lachte er bellend, schnappte sich Jimá's Butterbierflasche von ihren Händen weg und nahm ein kräftigen Schluck draus.
„Hey!"
„Du bist dran, Sayé," sagte er mit überlegendem Blick, hatte sich hinter gelehnt, die Beine auf dem Wohnzimmertisch überschlagen und nun den Beobachter gemimt.
„Wenn du nicht willst, dass Harry hier mir das Gesicht poliert, übernimmst du jetzt."
Sie verzog eine Grimasse und dachte etwas angestrengt nach, um die richtigen Worte zu finden.
„Also... Vor 15 oder 16 Jahren ist wohl etwas passiert... und... Professor White... hat ihr Black Heart verloren."
„Verloren?" wiederholte Harry verwirrt.
„So wie in... aus Versehen verlegt verloren oder zu viel gelaufen und auf dem Weg ist ihr das Black Heart einfach aus dem Körper gerutscht verloren?" warf Ron genauso verwirrt ein. Hermine rollte die Augen.
„Das kann man nicht verlegen und auch genauso wenig einfach verlieren," sagte sie gereizt. „Black Heart ist eine Magie und sie war in Professor White drin. Wie soll man das da bitte verlieren?"
„Vom Hörensagen ist etwas passiert, dass dazu führte," sagte Jimá umsichtig. „Ist nicht so, dass wir daneben standen und alles beobachtet haben. Wir wissen es nur, weil Dumbledore uns davon erzählt hat."
„Wie gut kanntet ihr ihn eigentlich? Dumbledore," warf Harry in die Runde, denn wenn Hermine recht hatte, dann mussten die beiden Pofessor White eigentlich besser kennen als er bisher ahnte.
„Gut genug, um zu wissen, dass wir deine nächste Frage wahrscheinlich nicht beantworten wollen werden," sagte Brian mit dem Anflug eines Lächelns. Harry verzog kritisch die Augenbrauen, stellte die Frage aber dennoch.
„Ist White mit Dumbledore verwandt?"
Brian und Jimá tauschten erwartungsgemäß tiefe Blicke aus und selbst wenn sie nicht geantwortet hätten, wäre die Antwort für alle anderen klar gewesen.
„Professor White ist Dumbledore's Urenkelin," antwortete Brian und wandte sich wieder mit ernstem Ausdruck Harry zu.
„Und ihre Eltern sind Todesser gewesen, richtig?"
Wieder dieser merkwürdige Blick zwischen Jimá und Brian und Harry missfiel der Gedanke, dass sie ihm absichtlich etwas verheimlichten. Er hatte ihnen gerade sein Vertrauen entgegen gebracht und hatte eigentlich gedacht, dies auch von ihnen zu bekommen.
„Ja," sagte Jimá bedrückt. „Waren sie."
„Waren?" fragte Harry.
„Sie sind tot," erklärte Jimá und ihre Stimme hätte nicht deprimierter sein können. Harry jedoch tat es nicht leid und verstand auch ihre Mienen nicht, denn war es nicht etwas gutes, wenn es 2 Todesser weniger gab?
„Sie ist ein Todesser," sagte er und achtete nun erst recht auf ihre Reaktionen. Beide jedoch sahen mit einem Mal ungläubig und mit Unverständnis auf.
„Das ist doch Unsinn," sagte Jimá als Erstes und auch Brian schüttelte den Kopf.
„Harry, sie ist kein -" Doch der Freund brach ab und Jimá sah ihn dafür verärgert an.
„Brian," sagte sie nachdrücklich. „Sie ist kein Todesser."
Er schüttelte deprimiert den Kopf.
„Du weißt, was einige im Orden sagen?"
„Was?" fragte Jimá mit kritischem Blick.
„Ähm, nichts."
„Brian," sagte sie laut. Die beiden schienen vergessen zu haben, dass hier noch drei weitere mit ihnen saßen, die von vielem, was im Orden vor sich ging, keine Ahnung hatten. Keiner von ihnen hatte Jimá je so wütend gesehen und hatten es auch noch nie miterlebt, dass sie tatsächlich mal lauter wurde.
„Harry's Vermutung kommt schließlich nicht aus dem Nichts," sagte Brian vorsichtig.
„Sie ist ein Todesser. Wieso setzt das Zaubereiministerium sie dann als Direktorin von Hogwarts ein? Ich dachte, Rufus Scrimgeour war mal Leiter der Aurorenzentrale. Sollte White dann nicht eher in Askaban sitzen, statt in Dumbledore's Büro?"
„Es ist nicht bewiesen, Harry," sagte Brian leise. „Abgesehen davon sage ich dir dennoch, wenn du wissen willst, was es mit Black Heart auf sich hat, solltest du mit Professor White reden. Wie gesagt, es ist nicht bewiesen, dass sie ein Todesser ist. Sicher ist aber, dass sie ein Black Heart war und daher viel Wissen davon besitzt."
„Sie hat es mir gesagt. Sie ist ein Todesser," sagte Harry finster. Jimá und Brian sahen ihn mit einem merkwürdigem Blick an, der für ihn mehr Unverständnis hervorrief, denn wieso sollten sie ihn bemitleiden?
„Sprich sie darauf an, Harry," wiederholte Brian, diesmal bestimmender, dann jedoch fiel ihm die Zweideutigkeit auf und er fügte amüsiert hinzu: „Also Black Heart, nicht ob sie ein Todesser ist oder nicht. Ist sie es nämlich nicht, könnte sie etwas bissig darauf reagieren. Hab ich jedenfalls gehört."
Jimá und Brian hatten beschlossen durch die Gegend zu patrouillieren, um sicherzugehen, dass keine Gefahr für die drei bestand. Harry glaubte eher, dass die beiden keine weiteren Fragen über Professor White von ihm hören wollten und deswegen das Weite suchten in der Hoffnung, wenn sie zurückkehrten würde er die Sache fallen lassen.
Während Hermine und Ron weiter Bücher durchgingen, hatte Harry nicht die geringste Lust darauf und sprach daher lieber etwas an, wovor Jimá und Brian offenbar geflüchtet waren.
„Ich soll White nach Black Heart fragen. Wie haben die sich das eigentlich vorgestellt? Hallo Professor White! Ich wollte mich dafür bedanken, dass sie Malfoy, das feige Arschloch zurückgebracht haben. Ich hab gehört sie waren mal ein Black Heart. Erzählen sie doch mal?!"
„Andererseits, was hast du schon zu verlieren, Mann?" warf Ron ein und legte sein Buch beiseite. Er hatte genauso wenig Lust noch mal dasselbe wie in allen anderen Büchern nur in verschiedener Ausführung zu lesen.
„Wenn White ein Black Heart war, wer war dann das andere?" warf Hermine nun äußerst nachdenklich ein und hatte ihr Buch gleichfalls beiseite gelegt. „Oder die anderen beiden? Dumbledore hatte von drei gesprochen. Dumbledore hatte von drei gesprochen... Warte!"
Ron und Harry sahen sie erwartungsvoll an.
„Das ist es! Das ist womöglich die Information, die uns zu der nächsten Erinnerung fehlte! Dass Professor White ein Black Heart war!"
Harry saß augenblicklich kerzengerade auf der Couch und im Bruchteil einer Sekunde hastete er zum Denkarium im Schlafzimmer, Hermine und Ron direkt auf seinen Fersen. Und in der Tat, sie konnten sich die nächste Erinnerung ansehen.
Dumbledore stand in einem nur sehr leicht beleuchteten Raum direkt am Fenster und blickte mit sehr finsterem Blick in die Ferne. Seine Hände waren heil, also musste es auch schon länger her gewesen sein. Die Tür ging auf und wurde wieder geschlossen ohne dass er sich umgedreht hatte. Eine Hexe betrat den Raum. Sie hatte blonde, lange Haare und ein hübsches, wenn auch sehr strenges, kaltes Gesicht. Harry fand, dass sie kaltherzig aussah und nicht wirkte, als ob sie ihm gut gesinnt war. Sie war jung, vielleicht 40.
„Inga," sagte Dumbledore höflich und hatte sich nun zu ihr umgedreht, die Hexe aber gab ihm kein freundlichen Blick. Stattdessen zeigte alles an ihr, die Gestik und Mimik, dass sie von dem Mann vor sich absolut gar nichts hielt.
„Ist das Inga White?" fragte Ron in die Runde. Hermine wippte mit dem Kopf hin und her, was bedeutete, dass es sein könnte oder auch nicht. Harry beobachtete beide aufmerksam.
„Ich freue mich, dass du gekommen bist," fuhr Dumbledore freundlich fort und deutete ihr an sich zu setzen. Sie blieb stehen.
„Was willst du, Albus," blaffte sie ihn mit äußerst angewidertem Blick an.
„Es ist lange her, dass wir uns sprachen. Das letzte mal, wie ich mich erinnere, ist etwa 2 Jahre her."
„Mir ist nicht klar, warum du nicht sofort zum Punkt kommst," zischte sie und ihr Ausdruck war noch mal um einiges herablassender geworden. „Wozu Zeit mit Nichtigkeiten verschwenden? Ich habe jedenfalls nicht den ganzen Tag Zeit. Schon gar nicht für dich."
„Ich glaube nicht, dass du den ernst der Lage verstehst, wenn ich gleich zum Punkt käme, liebste Inga."
Sie lachte höhnisch.
„Und du wirst dich niemals ändern, nicht wahr? Schon als ich mit Allan zusammen war, hast du immer deine Reden geschwungen als seist du der Einzige, der mit Weisheit gesegnet wäre und alle um dich herum, wären nichts als dumm und unfähig."
„Ich war nie gegen eure Verbindung, noch hielt ich einen von euch für dumm oder unfähig," sagte er sanft. Obwohl White ihn angriff, blieb Dumbledore ruhig, als wären ihre Worte an ihm einfach abgeprallt.
„Ich habe lediglich versucht, euch beiden zu helfen. Du warst jung, beeindruckend talentiert. Natürlich wolltest du nur aus deiner Familie entfliehen, dich von ihren Erwartungen und der Bevormundung losreißen. Ich bin mir aber sicher, du erkennst nicht, was du den Rücken gekehrt hast."
Sie verengte giftig ihre Augen und verschränkte ihre Arme.
„Ich bin nicht hier, um mir Predigten von dir anzuhören, oder meine Entscheidungen von dir in Frage stellen zu lassen. Sprich, was du zu sagen hast, oder ich gehe auf der Stelle wieder."
Dumbledore sah sie einen Moment lang intensiv an, dann atmete er traurig aus.
„Deine Tochter, eines der Black Hearts. Ich habe einen Verdacht und -"
„Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich meinen Herrn verrate?" fiel sie ihm jedoch mit unfassbarer Stimme ins Wort. Dumbledore fuhr fort als ob sie ihn nicht unterbrochen hätte.
„Und den möchte ich mit dir teilen, Inga."
„Yap," sagte Ron. „Es ist Inga White."
Hermine nickte aber Harry hatte seine beiden Freunde nicht beachtet. Er war viel zu sehr damit beschäftigt dem Gespräch zu folgen.
„Ich weiß, dass Lord Voldemort die Magie Gryffindor's will und das erhält er nur, wenn er alle drei Black Hearts dazu benutzt. Ich bin seine Schritte noch mal durchgegangen, aber eine Schlussfolgerung daraus zu ziehen, das erschien mir bis vor kurzem unmöglich. Sein Handeln war war stets gegensätzlich, ergab kein Sinn, legte er sich damit doch selber Steine in seinen Weg. Beim näheren Hinsehen aber bemerkte ich ein Unterschied. Diese gegensätzliche Handlung, die erfolgte stets nur, wenn sich eines der drei Black Hearts in Gefahr befand. Ein bestimmtes.
Und dann dämmerte es mir.
Er war es gar nicht, der handelte. Da ich mir sicher bin, dass dieses Zutun auch von niemanden kommt, der für mich arbeitet, blieb nach dem Ausschlussverfahren nur eine Person übrig."
Sie verengte ihre Augen.
„Das ist eine absurde Unterstellung," sagte sie erzürnt. „Ich würde meinen Herrn niemals betrügen."
„Ich gebe zu, ich hätte mir lieber gewünscht, dass es auf Allan hinaus lief," fuhr er fort, wieder, als hätte sie ihn nicht unterbrochen. „Aber ich habe es akzeptiert, dass ich mich in ihn getäuscht habe. Irren ist menschlich, erst recht im Alter."
„Weswegen sind wir hier, Albus?" fragte sie eindringlich und ihre Stimme ließ kein Zweifel daran, dass sie sofort den Raum verließ, wenn er nicht endlich zum Punkt kam.
„Wir sind hier, um zu beschützen, was uns beiden sehr wichtig ist," sagte er geduldig. „Deine Tochter."
„Was lässt dich glauben, dass ich das will?" keifte sie zornig. „Ich habe sie schon einmal beinahe getötet und ich hatte kein Problem damit sie tatsächlich zu töten. Dass es nicht passiert ist, das war nicht mein Verdienst."
„Du hast sie beinahe getötet, um jemanden zu retten, den du noch mehr liebst, als deine Tochter. Dein Ehemann. Und natürlich hast du recht. Dass sie überlebt hat, war nicht dein Verdienst. Dass sie jetzt überlebt, ist es sehr wohl."
Sie starrte ihn an, erbost, kalt, arrogant. Dumbledore hingegen war noch immer ruhig und seine Worte nach wie vor freundlich gesprochen.
„Wie vorhin erwähnt," fuhr er fort. „Du bist eine beeindruckend talentierte Hexe. Selbst Lord Voldemort sieht nicht, was in dir im Bezug auf deine Tochter vorgeht. Dessen bin ich mir sicher, denn dies blieb selbst mir lange verborgen. Ihre außergewöhnliche Gabe in der Okklumentik hat sie eindeutig von ihrer Mutter."
Inga White schnaubte verächtlich.
„Es war ein Fehler zu kommen."
Sie war gerade dabei sich umzudrehen und zu gehen, aber seine Worte hatten sie aufgehalten, noch bevor sie die Tür erreichen konnte.
„Deine Tochter ist wieder in Gefahr, Inga."
Harry bemerkte den verschlossenen Ausdruck auf dem Gesicht der Hexe, als sie sich wieder zurückwandte. Er war sich sicher, dass Dumbledore im Bezug auf White immer mit Tochter sprach, um bei Inga White die Muttergefühle anzusprechen. Es stimmte, dass man ihr Gefühle wie Sorge nicht im Gesicht ansah.
„Sag mir, was er vor hat, damit ich sie beschützen kann. Ich verlange nicht von dir, deinen Herrn oder deinen Ehemann zu hintergehen, denn mir ist bewusst, dass du dies nie tun würdest. Zu loyal seid ihr beide Lord Voldemort gegenüber und zu sehr liebst du deinen Ehemann. Genug, um ihn absolut jedem, selbst deiner Tochter, vorzuziehen. Wenn es darauf ankäme, so weiß ich, würdest du dich selbst opfern, nur um ihn zu schützen. Eure Liebe füreinander habe ich nie in Frage gestellt. Aber, und ich sehe, dass deine Tochter dies ebenfalls von dir hat, legt ihr vieles in der Definition - " Er machte eine Pause und schmunzelte. „anders aus. Ich bin nicht hier, um über dich zu urteilen, Inga. Ich will das, was du auch willst."
Harry wusste nicht wieso, aber er fand absolut nichts herzliches in dem Gesicht der Frau. Nicht mal, wenn Dumbledore von ihrer Tochter sprach. Wenn in dieser Frau wirklich Muttergefühle herrschten, so hatte Dumbledore recht. Sie musste ausgezeichnet in der Okklumentik sein, denn man sah ihr von Mutterliebe absolut nichts an. Im Gegenteil, ihr Blick verfinsterte sich und er fühlte eine hässliche Gänsehaut auf seinen Armen. Für einen Moment spielte er mit dem Gedanken Dumbledore zuzurufen, dass er aufpassen solle, weil es dieser Hexe durchaus zuzutrauen war, sofort den Zauberstab zu ziehen und den Cruciatus Fluch zu benutzen. So verärgert und beleidigt wirkte sie über seine Äußerungen.
„Ihr hattet eure Chance," sagte sie schließlich erbost. „8 Jahre zuvor habe ich sie euch geschickt und ihr habt sie einfach zu uns zurückkommen lassen! Was passiert ist, hattet ihr zu verantworten."
Obwohl ihr Wutausbruch lautstark heraus kam, war Dumbledore weder zusammengezuckt, noch hatte er seine Ruhe verloren. Allein eine Regung in seinem Ausdruck zeigte, dass er sich in der Tat schuldig fühlte.
„Du kannst sie nicht beschützen, Albus," zischte sie wutentbrannt. Wieder drehte sie sich um und ging zur Tür. Sie hatte sie bereits aufgerissen und war auch schon halb draußen, da blieb sie erneut stehen, sogar ohne dass der alte Zauberer ein weiteres Wort von sich gegeben hatte.
„Wenn du sie wirklich am Leben halten willst," begann sie mit einer nun sehr fremd klingenden Stimme. „Dann sorg dafür, dass sie ihr Black Heart verliert... Bevor er es sich holen kommt."
Sie ging hinaus und die Erinnerung war damit ebenfalls beendet.
Die drei tauchten wieder auf, sahen sich jedoch gleich verblüfft und irritiert an.
„Soll das heißen, Dumbledore hat dafür gesorgt, dass White ihr Black Heart verliert?" fragte Harry in die Runde, aber weder Ron, noch Hermine hatten darauf geantwortet. Es hörte sich jedenfalls laut Erinnerung so an, aber das brachte sie nicht wirklich weiter. Es gab kein Buch, indem mehr zu Black Heart stand, als das, was ohnehin bekannt war und in jedem anderen Buch vorhanden war. Andererseits stand auch in keinem davon, dass es drei Black Hearts geben konnte und somit wäre es nicht verwunderlich, wenn auch nirgends stand, wie man diese Magie wieder los wurde.
„Vielleicht teilt uns die nächste Erinnerung mehr mit?" schlug Hermine vor. Harry nickte, doch bevor Ron und Hermine sich wieder rein beugen konnten, hatte er sie aufgehalten.
„Wenn uns wieder was fehlt ist es besser, wenn sich nur einer von uns blaue Flecken holt."
Ron nickte würdigend, Hermine trat mit einem sanften Lächeln zurück und Harry wagte den Versuch. Wenn er ehrlich war, so wunderte es ihn nicht, dass ihn das Denkarium wieder raus warf. Es fehlte wie erwartet also wieder Wissen. Jimá und Brian kamen wenig später zurück in die Wohnung mit der Nachricht, das alles sicher draußen war. Da auch Jimá und Brian keine Ahnung hatten, wie man eine Magie wie Black Heart verlor und da alle ohnehin ziemlich erledigt waren, gingen sie schließlich zu Bett.
Es war irgendwann tief in der Nacht und die Jungs schliefen wieder im Wohnzimmer während die beiden Mädels das Schlafzimmer für sich hatten. Harry war aufgewacht und hatte zu viele Gedanken, die ihn quälten, als dass er sofort wieder einschlafen hätte können. Er würde ein Gespräch mit Professor White wohl nicht vermeiden können und legte sich Phrasen zurecht, mit denen er sie konfrontieren und dazu bewegen könnte, ihm zu erzählen was er wissen wollte.
Er wollte eigentlich nur in die Küche, um etwas zu trinken zu holen und sich wieder hinzulegen und hatte es irgendwie unterschätzt, wie leise er sich wohl tatsächlich bewegte, denn bevor er verstand, was los war, hatte er auch schon zu viel gehört von dem, was in der Küche von zwei Personen im Dunkeln gesprochen wurde.
„War das heute nicht Beweis genug? Wenn du mich fragst, solltest du es endlich wagen und mit ihm sprechen," flüsterte Brian's Stimme. Er klang sehr gefühlvoll und mitfühlend.
„Aber was ist, wenn ich es damit schlimmer mache? Wenn er mich nicht akzeptiert, sondern... Ich mein, wir haben nun eine Freundschaft aufgebaut. Ich weiß nicht, ob ich es ertrage, wenn ich das wieder verliere," flüsterte Jimá's Stimme zurück, traurig und schüchtern.
„Es reicht schon, dass sie nicht mit mir redet."
„Sie redet auch nicht mir, also ist es nicht so, dass es dich weniger wert macht. Und wieso sollte er dich nicht akzeptieren? Jimá du bist klasse. Egal was da sonst noch ist, du bist Jimá - Harry?" sagte Brian plötzlich. Jimá drehte sich um als Harry aus dem Schatten trat und beide unangenehm ansah.
„Sorry. War keine Absicht zu lauschen. Wollte nur kurz was trinken."
Jimá lief rot an und wenn es überhaupt noch möglich war, wurde ihr Ausdruck noch mal um ein vielfaches trauriger. Harry konnte es irgendwie nicht ertragen, sie so zu sehen.
„Ist deine Wohnung," witzelte Brian und deutete mit beiden Händen an, dass Harry sich doch breit machen solle. Er hatte sich gerade etwas Wasser eingegossen, da stellte er fest, wie betrübt die Freundin nun tatsächlich aussah und auch wenn er sich gar nicht einmischen wollte, so blieb es doch in ihm hängen, dass Ginny und Hermine beide meinten, Jimá würde seine Nähe suchen, weil sie mit ihm reden könne.
„Weißt du," sagte Harry schließlich, nachdem er ein Schluck Wasser trank und den Becher wieder zurücklegte. „Brian hat recht."
Selbst im schwachen Mondlicht sah er, wie sie sofort überrascht und hoffnungsvoll aufsah. Er mochte sie so wirklich lieber.
„Na, du bist wirklich toll. Red mit dem Kerl. Wenn er dich nicht auch mag, dann hat er dich nicht verdient. Denn dann ist er ein Vollidiot."
Brian grinste als sich die Blicke der beiden Jungs trafen. Mit einem letzten zuversichtlichen Blick an Jimá, ging Harry schließlich zurück ins Wohnzimmer und legte sich wieder auf die Couch. Er war sich aber sicher, dass Brian Jimá ein vielsagenden Blick zugeworfen hatte und sie schon noch dazu bringen würde, sich endlich zu überwinden. Harry's Worte waren nichts als das, was er auch wirklich dachte. Jimá war ein toller Mensch. Jeder Kerl wäre verrückt, wenn er sie nicht mögen würde.
Wieder ein Traum, wie er es schon zwei mal zuvor erlebt hatte. Er wusste es. Harry fühlte, dass sich diese Träume anders anfühlten als normale Träume oder Alpträume, die er hin und wieder hatte. Wieder befand er sich im Haus seiner Eltern in Godric's Hollow. Das kleine Mädchen, dass er auf einen der Fotos erkannt hatte, hüpfte die Treppen herunter und geradewegs auf drei Erwachsene zu, die im Flur standen. Harry sah nun, dass sie dunkelrote Haare und braune Augen hatte. Seine Eltern und ein weiterer, sehr großer Zauberer mit wirklich sehr breiten Schultern hatten auf sie gewartet. Wenn Harry es nicht besser wüsste würde er sagen, hier steht ein weiterer Bruder von Hagrid, so groß war der Mann, der bei seinen Eltern stand.
Seine Mutter hielt ihn, Harry, als Baby in ihren Armen und lächelte das kleine Mädchen liebevoll an, das zu ihnen her gerannt kam, so schnell es ihre kurzen Beine jedenfalls zuließen.
Sein Vater lachte und hob das Mädchen in seine Arme. Sie kicherte gleichfalls glücklich.
„Onkel Yuno! Was machst du denn hier?" rief das Mädchen heiter. Der große Zauberer, der bis dahin sehr ernst und finster aussah, lächelte plötzlich und sah dadurch aus wie ein übergroßes Baby.
„Dich mitnehmen," antwortete Yuno.
„Mich? Wieso das?"
„Du wirst ein paar Tage bei Yuno bleiben," sagte James. „Es ist Helloween und Yuno wird mit dir um die Häuser ziehen. Ein paar Tage mit dir Spaß haben."
„Aber, warum kommt ihr nicht mit?" Dabei hatte sie James und Lilli abwechselnd mit großen Augen angesehen.
„Ähm, wir können nicht," sagte James nach dem er einen Blick mit Lilli ausgetauscht hatte. Es war Helloween und Harry war sich sicher, dass es am Fidelius Zauber lag, dass seine Eltern das Haus nicht verlassen konnten.
„Warum nicht?" fragte das Mädchen weiter.
„Keine Sorge," sagte Lilli jedoch sanft, da James offenbar die Worte fehlten und er auch hilfesuchend seine Frau angesehen hatte. „Wir sind hier, wenn du wieder zurück kommst. Große Mädchen müssen lernen, auch mal alleine zu stehen. Und wer sagt dauernd, dass er schon groß ist?"
Das Mädchen wippte mit dem Kopf unschuldig hin und her. James und Lilli lachten auf den Versuch des kleinen Mädchens hin so zu tun als ob es jeder nur nicht sie gewesen war.
„Hab viel Spaß, mein Liebling," sagte Lilli, war mit dem Baby in ihren Händen näher an James und dem Mädchen herangetreten und hatte sie liebevoll auf die Wange geküsst.
„Okay, Mammi," sagte das Mädchen.
„Bye, Kleine," sagte James und hatte ihr ebenfalls ein väterlichen Kuss auf die Wange gedrückt. Das Mädchen hatte auch ihren Vater umarmt, der sie schließlich Yuno weiter in die Arme reichte.
„Bye, Daddy. Bye, kleiner Bruder."
Das Mädchen legte ihre geschlossene Hand an den Mund und warf dem Baby ein Kuss zu. Der wiederum hatte es dem Mädchen nachgemacht, ebenfalls die Hand an den Mund gelegt und mehr ein Pfurzähnliches Geräusch von sich gegeben. Das Mädchen kicherte heiter.
„Pass auf Mammi und Daddy auf, okay?" sagte das Mädchen und das Baby hatte seinen Kopf einfach nur an die Schulter von Lilli gelehnt und gegurgelt. James und Lilli sahen sich liebevoll an und ihrem Blick war eindeutig zu entnehmen, wie stolz sie waren.
„Nun dann," sagte Yuno. „Wir sehen uns in 3 Tagen wieder. James, Lilli."
Das Mädchen wurde davon getragen, aber ihr Blick klebte an ihren Eltern, die ihr hinterher gesehen hatten und zurückwinkten, als sie ihnen winkte, bis sie schließlich aus ihrer Sichtweite verschwanden. Wenn dieser Traum die Wahrheit darstellte, dann hatte er, Harry, also tatsächlich eine Schwester. Jetzt, wo er sie so klar und deutlich vor sich sah, erkannte er ihre verblüffende Ähnlichkeit mit seiner Mutter. Außer ihre Augen, diese hatten denselben Braunton, wie die seines Vaters.
Es war Helloween Abend, das konnte man an der Umgebung erkennen. Überall waren Kürbisse mit geschnitzten Gesichtern. Das kleine 3jährige Mädchen legte sich kichernd ins Bett und sah zu den Sternen am Himmel hinauf. Sie fühlte sich glücklich, das spürte er und weil sie glücklich war, war er es auch. Irgendwie fühlte es sich gut an. Und dann, von einem auf den anderen Moment, wurde es eisig kalt. Er spürte ein grauenvolles Stechen in seinem Herzen und wollte schreien vor Schmerzen. Stattdessen richtete sich das Mädchen kerzengerade in ihrem Bett auf, hielt sich mit ihren kleinen Händen an der Brust und atmete ruckartig. In ihren Augen sammelten sich Tränen, dicke Krokodilstränen und sie bahnten sich ihren Weg ihrer Wange entlang hinab. Das Stechen wurde stärker und unausstehbar und Harry wollte einfach nur laut schreien. Er tat es nicht, sie tat es. Das Mädchen schrie als ob sie grauenvolle Qualen erlitt.
Der Boden bebte unter ihnen und es gab Geräusche als ob ständig etwas schweres auf den Boden geschmissen wurde. Die Tür wurde mit einem Mal aufgerissen und der sehr große Zauberer, Yuno, stand zwischen Tür und Angel.
„Was ist los?" fragte er erschüttert. Das Mädchen krümelte sich zusammen als ob sie sich nur dadurch schützen könnte, wenn sie sich ganz klein machte.
„Onkel Yuno," piepste sie verweint.
„Was ist los, Kleines?" wiederholte der Zauberer tief besorgt und hatte sich zu ihr hinab gebeugt. So gewaltig und finster er auch aussah, er kümmerte sich sehr liebevoll und fürsorglich um das kleine Mädchen.
Wieder das Stechen. Es war hart, unbarmherzig, qualvoll. Wieder schrie das Mädchen auf und schlang ihre Hände und Arme um ihren eigenen Körper als ob sie es dadurch verhindern könnte. „Jilli, sag mir was los ist?"
Jilli?
„Dad... Mum..." sagte sie leise. Das weinen hatte nicht aufgehört, wurde noch heftiger. Sein Herz krampfte so schlimm auf, dass er glaubte jeden Moment zu sterben. „Dad... Er ist... Onkel Yuno, sind meine Eltern tot? Ich spüre sie nicht mehr?"
„James? Tot?"
Yuno wirkte als ob ihn jemand mit dem Hammer eins über die Rübe gezogen und dann mit einem Fluch an Ort und Stelle festgeklebt hätte. Die Schmerzen klangen ab, aber die Kälte, die Leere, die blieb.
„Onkel Yuno... Mir ist so... kalt... Ich spüre meine Eltern nicht mehr."
Yuno nahm einige Decken und wickelte das Mädchen darin ein.
„Ich komme gleich wieder. Versprochen."
Er lief hinaus und das Mädchen blieb liegen. Sie schluckte, aber das weinen hörte nicht auf. Zitternd und völlig verstört wartete sie darauf, dass der große Zauberer wieder zurück kam. Innerlich flehte sie jedoch, dass es nicht wahr war, nicht passiert war, sie sich bitte irrte und diese Angst normal sein würde. Die wenigen Minuten, die es dauerte, kamen ihr vor wie Stunden, in denen sie nicht atmen konnte. Vielleicht waren es auch Stunden, die vergangen waren. Sie fühlte sich kaum noch. Etwas hatte jegliches Gefühl in ihr gelähmt. Yuno kam schließlich wieder zurück ins Zimmer.
„Du musst schlafen, Jilli," sagte er fürsorglich und hatte seinen Zauberstab auf sie gerichtet.
„Ein wenig, ja? Wenn du aufwachst... wirst du dich wärmer fühlen. Dormir."
Es war schwarz, für etwa eine Sekunde. Dann verschwand die Dunkelheit und man erkannte helllichten Tag. Das Mädchen öffnete die Augen und drückte sich vom Bett auf.
Albus Dumbledore saß bei ihr am Bett, Yuno war direkt vor ihr. Die Gesichter beider Männer waren traurig, waren bedrückt. Wieder tat es weh. Nicht, weil es stach, sondern weil ihr der Verlust bewusst wurde.
„Nein," flehte das Mädchen und wieder begannen große Tränen an ihrer Wange herabzurollen. „Nein... Nein... bitte."
„Es tut mir leid, Jilli," sagte Albus sanft. Er hatte dem Mädchen aufgeholfen und sie an beiden Armen festgehalten. „Deine Mutter und dein Vater... sind gestern Abend ermordet worden."
„Nein... Nein... bitte," flehte sie weiter. Ihre Stimme war so fest, so verzweifelt, Harry spürte plötzlich einen großen Kloß in seiner Kehle. Sie tat ihm so leid. „Was ist... was ist mit meinem kleinen Bruder?"
„Harry ist am Leben."
Jilli weinte dennoch nicht weniger, auch wenn er spürte, dass sie auch nicht noch mehr weinte und diese Nachricht sie zumindest davon abhielt vollkommen zu zerbrechen. Ihre Tränen waren bitter, waren viel und Harry wusste nicht, wie lange er das noch ertragen konnte.
„Was wird nun aus uns?" flüsterte sie so leise, dass man es kaum hörte. Ihr Körper zitterte noch immer, ihre Lippen bebten, ihre Augen waren vollkommen verquollen mittlerweile.
„Jilli, Kleines. Du musst mir nun gut zuhören. Es ist wichtig, dass du das tust. Kannst du das?"
Sie nickte, wenn auch sehr zaghaft.
„Ich habe Harry zu seiner Tante und Onkel gebracht. Er wird ab nun an bei ihnen leben."
Das Mädchen sah den alten Zauberer mit großen, verwirrten Augen an. Harry spürte, dass Angst in ihr hoch kroch, weil Dumbledore sie nicht erwähnt hatte.
„Du wirst hier bei Yuno bleiben. Er wird sich um dich kümmern. Und das jetzt, musst du mir schwören. Du wirst deinen Bruder nicht aufsuchen. Du wirst ihn nicht besuchen und du wirst nicht mit ihm sprechen. Zumindest, bis ich es dir erlaube."
Er wartete, aber das Mädchen nickte nicht und sah auch nicht so aus, als ob sie irgendetwas von seinen Worten überhaupt verstehen würde.
„Warum... warum können wir nicht bei Onkel Sirius bleiben? Er wird sich doch bestimmt um uns beide kümmern... Dann müssen wir getrennt werden."
„Jilli," sagte Yuno, da Dumbledore nicht gesprochen hatte. Seine Stimme war streng, sein Ausdruck wütend. „Sirius ist ein Verräter."
„W-Was?"
„Er hat deine Eltern an den Feind verraten. Seinetwegen sind sie von Du-weißt-schon-wem getötet worden. Sirius hat ihm gesagt, wo deine Eltern sind. Der Bastard ist Schuld am Tod von James! Er hat sogar ein Haufen Muggel getötet! Und dafür sitzt er jetzt in Askaban!"
„Nein!" schrie Jilli laut auf und selbst Yuno wich vor ihr zurück.
„Nein, das ist eine Lüge!"
„Jilli, bitte," sagte Dumbledore sanft und hatte sie für eine Sekunde los gelassen, da sie sich aus seinem Griff gerissen hatte. Er deutete ihr an, sich zu beruhigen. „Hör uns an -"
„Nein! Das ist eine Lüge!"
Und mit einem Mal hatte sich das kleine Mädchen in ein helles, warmes Lichtbündel verwandelt und flog durch das offene Fenster hinaus.
„Jilli!" rief Yuno laut, aber das Licht kam nicht zurück und das Mädchen war weg.
Jilli ist... ein Ponester?
Harry's Herz machte ein schmerzhaften Hüpfer. Sie waren jetzt in Askaban und in der Zelle, hinter den Gittern, saß Sirius. Er sah krank und zerfressen aus. Die Dementoren mussten ihm bereits zugesetzt haben.
„Onkel Sirius!" Das Licht hatte sich wieder in das kleine Mädchen verwandelt und Sirius hatte sie fassungslos angestarrt. „Onkel Sirius! Sag dass das nicht wahr ist! Bitte." Sirius sah das Mädchen eine lange Zeit lang an, aber ein Wort war ihm nicht entfahren. „Sag, dass du nicht Schuld am Tod meiner Eltern bist. Sirius, bitte! Ich flehe dich an! Sag, dass sie lügen!"
Sie hatte sich an die Gitterstäbe geklemmt, als ob sie sich zwischen ihnen durchzwängen könnte. Ihr Gesicht war nach wie vor verweint. Erschöpft sank sie auf die Knie, weil er einfach nichts sagte und nichts tat. Er blieb wie angewurzelt stehen und starrte sie an.
„Sirius, bitte. Bitte! Sag, dass sie lügen."
Sie weinte so stark und bitter, Sirius hatte sich schließlich einfach weggedreht. Harry wusste, dass er es nicht ertrug sie so zu sehen und nichts tun zu können. Jilli weinte lauter, verzweifelter.
„Sag, dass du nicht Schuld am Tod von Mum und Dad bist," rief sie immer wieder. „... Sag dass sie lügen."
Dicke Tränen kullerten zu Boden und plötzlich legte sich die Hand eines alten Mannes auf die Schulter des kleinen Mädchens. Jilli sah zur Seite und erkannte Dumbledore, der sie mit beiden Händen nun umfasste.
„Schaff sie schon weg von hier, Dumbledore," brummte Sirius nach einem Seitenblick zu ihnen zurück. „Das ist kein Ort für kleine Mädchen."
Jilli rührte sich nicht. Ihr weinen war noch immer stark, schlimm. Sie schniefte, um Luft zu bekommen. Dumbledore hob sie bestimmend auf seine Arme und trug sie mit sich weg. Jilli hatte sich an den alten Zauberer geklammert, fast schon krampfhaft zog sie an seinen Umhang und vergrub ihr Gesicht halb in seinen Schultern. Mit ihren Augen aber sah sie Sirius nach. Er hatte sie keines Blickes gewürdigt. Nicht mal als sie aus seinem Blickfeld verschwand.
Das Mädchen befand sich wieder im Zimmer wie schon zu Beginn des Traums. Sie saß da, regungslos und starrte mit aufgelöstem Blick den Boden an, statt den Zauberer vor sich. Harry kannte Dumbledore nun lang genug, um zu erkennen, dass er das Mädchen mochte und mit ihr fühlte.
„Jilli, du wirst ab nun an bei Yuno leben. Zu deinem und Harry's Schutz, werden wir deinen Namen ändern. Für jeden in der Zaubererwelt wirst du ab jetzt an Jimá Sayé heißen, eine Hexe, adoptiert von Yuno. So bleiben deine Eltern und deine Großmutter Maria dennoch bei dir, in deinem Namen. Ich bitte dich auf ihn zu hören. Du darfst dich überall hinbewegen, außer zu deine Bruder.
Durch den Tod deiner Eltern ist deine Magie nun vollständig abhängig von deinem Bruder und eure Verbindung ist stark. Selbst aus dieser Entfernung. Ich weiß, du spürst ihn, aber das macht das alles nur schlimmer.
Du hast deinen Magiebedarf nicht unter Kontrolle und in deiner jetzigen Verfassung, mit all der Trauer, die du empfindest, läufst du Gefahr ihm sein Leben zu nehmen. Eines Tages, da bin ich mir sicher, bist du soweit dein Bedarf zu kontrollieren. Im Moment aber seid ihr beide zu jung und die Gefahr ohne eure Eltern ist zu groß, für ihn und für dich.
Jimà?"
Nichts.
„Jilli?"
Sie sah vorsichtig auf, ihr trauriger und verweinter Blick war noch immer voll von Schmerzen, als ob sie jeden Moment daran zerbrechen würde.
„Verstehst du mich? Versprichst du mir, dich daran zu halten? Du bringst dich und deinen Bruder nur unnötig in Gefahr."
Ihr Blick sagte immer noch nicht, dass sie ihn verstanden hatte, also versuchte es Dumbledore geduldig ein weiteres mal.
„Ich weiß, du vermisst deine Eltern und du trauerst sehr. Das ist normal. Das, was du jetzt fühst ist normal und es ist okay, das zuzulassen. Wenn du älter bist, wirst du verstehen, warum wir so handeln mussten. Da bin ich mir sicher."
Jilli schniefte und wieder sammelten sich Tränen in ihren Augen.
„Bin ich... Bin ich Schuld an ihrem Tod?" sagte sie traurig. „Ich war nicht da."
„Nein," entgegnete Dumbledore fürsorglich. „Du hättest nichts tun können."
„Ich hätte sie... wegbringen können..." sagte sie deprimiert. Die Tränen liefen an beiden Wangen herab und Dumbledore nahm ein Taschentuch heraus, um sie damit abzutupfen.
„Jimá, wann immer du das denkst, wann immer dir dieser Gedanke kommt, wann immer du dir diesen Abend zurückrufst, um ihn noch mal durchzugehen, musst du immer daran denken, dass du nichts hättest tun können. Du bist noch ein Kind und ich weiß, dass deine Eltern nichts auf der Welt lieber wollten, als dass du und dein Bruder weiterlebt.
Ich verspreche, eines Tages wirst du ihn wieder sehen und Harry wird die Wahrheit erfahren. Ich werde alles mir mögliche tun, um euch beide zu schützen. Aber du musst tun, worum ich dich bitte. Tust du das für mich?"
Sie schluckte hart und so seufzte Dumbledore traurig, wissend, dass sie viel zu jung war, um das alles zu verstehen und bereits verarbeitet zu haben. Seine Worte waren nur wenig Trost für ein Mädchen, dass so viel Verluste nun ertragen musste. Er nickte umsichtig und drückte ihr liebevoll den Arm.
„Wann immer du mich brauchst, wann immer du das Bedürfnis hast zu reden. Ich werde stets ein offenes Ohr für dich haben."
Und ehe er sich versah, hatte sich das Mädchen auf ihn geworfen und ihn fest umklammert. Sie weinte nun an seiner Schulter und Dumbledore, Harry sah, wie sehr ihn das alles selber mitnahm, drückte das kleine Mädchen zurück, wissend, dass ihr diese simple Geste Trost spendete. Nach einer Weile hatte sie ihn wieder losgelassen und Dumbledore lächelte sie fürsorglich an. Das Mädchen hatte aufgehört zu weinen und schien sich zusammenreißen zu können.
„Es war Voldemort, nicht wahr? Voldemort hat Mum und Dad ermordet."
Sie klang nicht mehr zerbrechlich, sondern seltsam gefasst. Sofort sah er sie scharf an. Im Bruchteil einer Sekunde hatte er ihre Arme ergriffen und sie mit eindringlichem Blick fixiert.
„Jilli Maria Potter," sagte er mit strenger Stimme, das kein Nein zuließ. „Jimá Saye. Voldemort ist – verschwunden."
„Verschwunden?"
„Seit dem Abend, an dem er deine Eltern getötet hat, fehlt von ihm jede Spur. Viele sagen, er wurde besiegt von deinem Bruder."
„Harry? Mein kleiner Bruder hat ihn besiegt?"
„Das werden viele sagen. Aber ich glaube nicht, dass Voldemort wirklich ganz weg ist. Was immer auch ist, du wirst diesen Zauberer nicht suchen. Verstehst du mich? Deine Eltern haben mir vertraut und ich weiß, dass sie niemals gewollt hätten, dass ihre kleine Tochter ihren Mörder sucht. Niemals. Versprich mir, dass du dich von ihm fern hältst, sollte er wieder auftauchen und hier bei Yuno bleibst."
Das kleine Mädchen atmete mit verschniefter Nase tief durch, dann nickte sie. Die Worte von Dumbledore hatten gewirkt.
Es war das Hupen eines Autos, dass Harry weckte. Er lag auf der Couch und blickte auf die weiße Zimmerdecke. Als er sich aufrichtete, bemerkte er, dass Ron und Brian nicht mehr auf der Couch schliefen und sich auch nicht mehr in der Wohnung befanden. Die Einzige, die hier war und auf der Fensterbank saß, war Jimá. Als er sich aufrichtete, hatte sie sich ihm zugewandt und während sein Blick noch immer verwirrt war, sah er wie verzweifelt und gar ängstlich ihrer war. Eine Minute vollkommener Stille verging und Harry verstand, dass diese Träume von seinen Eltern nicht von White kamen. Sie waren keine Art der Legilimentik. Sie kamen von Jimá. Denn was er über seine Eltern in den Träumen sah, wie es sich anfühlte, das ähnelte dem Traum von heute Abend.
Mit dem Anflug eines Lächelns sagte er schließlich: „Du bist meine Schwester?"
Sie nickte sehr vorsichtig, aber gerührt hatte sie sich nicht.
„Und ein Ponester," fuhr sie für zögerlich seinen Satz fort und es war alles, was sie sagen musste, damit er verstand, warum sie ängstlich war, warum sie darüber sprach, dass sie nicht akzeptiert werden würde. Sie hatte Angst, dass er sie nicht als seine Schwester akzeptierte, weil sie ein Ponester war. Harry aber lachte warm.
„Du bist meine Schwester," wiederholte er und zeigte damit, dass es ihn nicht kümmerte, was sie war. Für ihn war sie seine Schwester. Unter anderen Umständen wäre er womöglich misstrauischer gewesen, hätte das nicht geglaubt, mehr hinterfragt, aber diese Träume waren anders. Er fühlte, was Jimá fühlte und dieses familiäre, vertraute Gefühl hatte er vorher nur, wenn er an seine Eltern dachte. Sei es beim Anblick in den Spiegel Nerhegeb oder ihr Auftauchen durch den Priori Incantatem. Dasselbe fühlte er jedes mal und hatte er auch schon vorher gefühlt, bevor er durch den Traum davon erfuhr, wenn er Jimá begegnet war. Das war also das Gefühl, was nicht mit dem vergleichbar war, was er bei Hermine oder Ginny fühlte. Und als Jimá seine Reaktion sah, lachte sie ebenfalls. Diesmal vor Erleichterung.
Bevor einer von beiden noch etwas sagen konnte, ging die Tür auf und ihre Freunde traten wieder herein.
„Hey," sagte Brian zögerlich und sah abwechselnd zwischen Harry und Jimá neugierig hin und her.
„Hey," lächelte Jimá sanft.
„Was habt ihr gerade gemacht?" fragte Brian vorsichtig.
„Uhm," machte Harry und sah Jimá an. „Gutes Gespräch unter Bruder und Schwester geführt."
„Bruder und Schwester?!" sagten Ron und Hermine gleichzeitig und an ihren verdutzten Gesichtern erkannte man eindeutig, dass sie dies nicht im geringsten erwartet hatten.
Harry sagte mal, dass er keine Geheimnisse vor Ron und Hermine haben würde und ihnen stets alles erzählte. Er hatte nicht vor, dies zu ändern und so erfuhren sie von ihnen beiden auch, dass Jimá ein Ponester war. Hermine und Ron waren so verblüfft, sie bekamen kaum ein Wort heraus. Da Brian kein Witz riss aber auch sonst keine Fragen stellte verstand Harry, dass er es ebenfalls bereits wusste.
„Das erklärt mir nun so einiges," sagte Harry. „Deswegen ist Remus dein Patentonkel."
Jimá nickte zärtlich.
„Sirius war unschuldig," fügte er leise hinzu. Seine Schwester sah traurig zu ihm zurück.
„Ich weiß," sagte sie betrübt. „Ich hatte ihm unrecht getan. Wir haben uns später ausgesprochen. Als er vor einem Jahr starb, hab ich ihm ein Grab neben unseren Eltern geschaffen. Ich weiß, es ist nicht dasselbe, aber... Ich brauchte etwas, wo ich mit ihm reden konnte und ich glaube, sie alle hätten das gerne so gehabt."
„Du pflegst also ihre Gräber!" Nun ergab wirklich vieles ein Sinn, was er vorher nur nebensächlich bemerkt hatte. „Ja, Sirius hätte das bestimmt gewollt. Remus weiß von dir, nicht wahr? Deswegen hat er mir nichts gesagt, weil er wollte, dass du es mir sagst."
Jimá nickte scheu.
„Ich habe erst seit einiger Zeit diese Kontrolle über meine Kräfte. Ich hatte Dumbledore einige Male gebeten, dich sehen zu dürfen, aber er sagte stets, dass es zu gefährlich wäre und ich müsste einfach noch mal Geduld haben. Vor 4 Jahren, als Sirius aus Askaban floh und wir alle dachten, er wäre hinter dir her, habe ich Dumbledore angefleht, mich zu dir gehen zu lassen. Er hat es nicht getan und im Nachhinein verstand ich, dass das ganz gut so war."
„Hm?"
Sie wurde ein wenig rot und biss sich auch mit leicht unangenehmen Blick auf die Lippen.
„Uhm... kam dir Remus nicht... ein wenig... zu... energielos... vor?"
Brian gluckste, aber da Harry den Wink immer noch nicht verstanden hatte, nahm er das Zepter in die Hand.
„Jimá hat dem Guten die Magie entnommen und das nicht zu wenig."
„Ah, verstehe," sagte Harry, lächelte aber dennoch amüsiert, so dass auch Jimá wieder leicht lächeln konnte und das unangenehme Gefühl direkt verschwand.
„Und nun kannst du es richtig kontrollieren?" fragte Hermine vorsichtig. Jimá nickte bestätigend.
„Nachdem was mit Remus geschah hätte ich mich niemals in Harry's Nähe getraut, wenn ich nicht sicher wäre, dass ich meine Magie kontrollieren kann."
„Wie ist das eigentlich so?" fragte Hermine weiter und rutschte neugierig näher. „Ich mein, du bist zur Hälfte Hexe und zur Hälfe ein Ponester, oder?"
„Err – Ich würde nicht sagen zur Hälfte. Eher... eine Hexe, die auch ein Ponester ist."
„Also so wie Hagrid," warf Ron ein und nickte verstehend. „Er ist ein Riese und ein Zauberer."
„Err – Uhm -" Jimá sah Brian mit einem gemischten Blick aus Verzweiflung und der Suche nach Hilfe an. Er gluckste amüsiert.
„Ja, korrekt. Jimá ist wie Hagrid," sagte Brian lachend und schwang sich auf die Beine.
„Hat noch jemand Hunger? Wenn ich nicht gleich was zu essen bekomme, fress ich euch noch die Haare vom Kopf."
„Brian!" rief Jimá bestimmend als er bereits fast in der Küche angekommen war. Sie sah ihn eindringlich an als er sich wieder umgedreht hatte und belustigt schmunzelte. Er rollte schließlich die Augen und schritt zu ihnen zurück.
„Hermine?" sagte er schließlich und Angesprochene sah sofort zu ihm rüber.
„Sagt dir der Begriff höhere Wesen etwas?"
„Höhere Wesen?" wiederholte diese nachdenklich. „Ich hab davon gelesen. Als Remus uns über die Phowlyris gelehrt hat, hab ich ein zusätzliches Buch gefunden, dass diese näher erläutert hatte. Phowlyris sind höhere Wesen, stimmts?"
„Yap, sowie Ponester auch. Sie haben eine besondere Fähigkeit, die andere magische Wesen nicht haben. Sie können, wenn ihr Wille und ihre Magie stark genug ist, menschliche Formen annehmen und als Hexen oder Zauberer existieren. Sie sind dann auch Hexen oder Zauberer. Haben dasselbe Fleisch und Blut, empfinden dieselben Gefühle, wenn sie heiter oder traurig sind, bluten und empfinden dieselben Schmerzen, wenn sie verletzt werden, zaubern wie Hexen oder Zauberer und sterben, wie normale Hexen und Zauberer. Der einzige Unterschied ist, dass sie bestimmte Fähigkeiten aus ihrer Koexistenz als höhere Wesen behalten. Ist das verständlicher für euch?"
Brian warf einen Seitenblick zu Ron, der nicht aussah, als ob es für ihm nun klarer war. Hermine dagegen strahlte begeistert Richtung Jimá, welche wiederum peinlich berührt zwischen ihr, Harry und Ron herum blickte.
„Verständlicher," sagte Harry und nickte seiner Schwester aufgeschlossen zu. Wie er vorher auch schon vermutet hatte. Sie war ein Ponester und seine Schwester.
Nachdem Frühstück hatte Brian wieder seine Runden durch die Gegend gezogen, wenn auch alleine. Hermine bestand darauf mit Ron etwas für die Schule zu tun, damit er in Verwandlung nicht zurückfiel.
Jimá und Harry ahnten aber beide, dass ihre Freunde ihnen nur Gelegenheit geben wollten, um die Zeit miteinander zu nutzen, die ihnen 16 Jahre lang verwehrt geblieben war. Es passierte schließlich nicht jeden Tag, dass man erfuhr, dass man noch eine Schwester hatte.
„Und?" fragte sie sanft als sie ihm ein Glas Wasser reichte. Er saß auf dem Fensterbrett, auf dem sie heute früh gesessen hatte und beobachtete die ruhigen Straßen vor der Wohnung. „Wirst du mit Professor White sprechen?"
Er war unentschlossen und zeigte dies auch in seiner Haltung. Jimá lächelte verständnisvoll.
„Brian hat recht, weißt du. Sie wird bestimmt mit dir reden und dir womöglich sogar das erzählen, was du wissen willst. Mit uns redet sie nämlich nicht."
Harry sah sie verwirrt an und verstand auch den merkwürdig, enttäuschten Unterton in ihrer Stimme nicht.
„Sie redet nicht mit euch?"
Jimá schüttelte den Kopf.
„Ich hab's versucht, aber ohne Erfolg. Es ist nicht leicht mit ihr umzugehen und durchschauen kann man sie schon gar nicht."
Er wusste nicht wieso, aber wenn seine Schwester über Professor White sprach, wirkte sie anders als er es erwartet hätte.
„Du hast keine Angst vor ihr?" stellte er fest und sie sah traurig auf.
„Hast du?" stellte sie die Gegenfrage. Harry nickte leicht.
„Zumindest vor dem, zu was sie bereit ist. Sie ist ein Todesser und sie gehört zu Voldemort. Sie hat es mir gesagt und mir gedroht meinen Freunden etwas anzutun, wenn ich nicht zurück nach Hogwarts käme."
Jimá atmete schwer ein und setzte sich niedergeschlagen auf die Armlehne der Couch.
„Wie gesagt, nicht leicht mit ihr umzugehen und absolut nicht durchschaubar. Ich wünsche mir aber, dass du falsch liegst und sie nicht zu Voldemort gehört."
„Wegen Dumbledore," sagte er verstehend, aber Jimá hatte darauf nicht mehr geantwortet. Stattdessen beschloss sie das Thema zu wechseln, denn noch depressiver als die Stimmung beim ansprechen auf Professor White war, konnte es wohl kaum mehr werden.
„Weißt du, eines meiner Fähigkeiten als Ponester ist es, meinem Gegenüber Geschehnisse der Vergangenheit zu zeigen. Nicht nur in Träumen, sondern auch so. Es ist nur einfacher, wenn ihr schläft, weil ihr euren Geist nicht verschließt und euch gegen das Eindringen nicht wehrt. Es funktioniert aber auch im wachen Zustand, wenn du es zulässt. Willst du den Moment sehen, als ich geboren wurde?"
„Err," machte er unsicher. Wollte er das? Jimá kicherte und nahm seine Hand in ihre.
„Schließe deine Augen und lass dich einfach mitziehen, ja?"
Harry zögerte, dann aber schloss er seine Augen und ließ sich einfach darauf ein.
Es war ein komisches Gefühl. Unbekannt, aber auf eine gewisse Weise verursachte es ein schönes Kribbeln in ihm drin. Es roch nach frisch gemähtem Gras und blühenden Blumen. Harry kannte diese Gegend. Es war Hogwarts, der See, an dem er mit Hermine, Ron und Ginny oft herumhingen. Da stand ein Pferdeähnliches Geschöpf am glitzernden See unter dem Abendhimmel und Harry's Herz machte ein Hüpfer als er seinen 18jährigen Vater und seine Mutter von Richtung des Schlosses her eilen sah. Er hatte ihre Hand gehalten und sie hinter sich zu dem Tier hergezogen, welches den Blick von beiden nicht losgelassen hatte. Harry fühlte sich merkwürdig zufrieden. Ein Gefühl, dass er noch nie zuvor gefühlt hatte. Es war als ob er nicht anders konnte als einfach nur zu lächeln, weil alles gut war und sich warm und bequem anfühlte.
Harry öffnete seine Augen und sah, dass auch Jimá ihre wieder geöffnet hatte. Sie lächelte schüchtern und er lachte mit ihr.
„Unser Vater hat meiner Ponester Mutter das Leben gerettet, lange vor diesem Abend, zusammen mit Sirius. Normalerweise werden Ponester nicht gerettet, wenn sie im sterben liegen. Wie viele Personen gibt es denn schon, die bereit sind, sich selbst solchen Schmerzen auszusetzen, um etwas anderes zu retten, was sie noch nicht mal kennen? Dad und Sirius haben das getan. Meine Ponester Mum hat in diesem Moment erkannt, dass auch unsere Mutter dazu bereit gewesen wäre und wie stark die Verbindung zwischen ihr und Dad schon damals war. Das hat sie mir jedenfalls gesagt, bevor sie mich verlassen hat."
„Sie hat dich verlassen?" fragte Harry niedergeschlagen. Jimá nickte, ihr Ausdruck war aber nicht traurig, sondern verständnisvoll.
„Es war Zeit für sie zu gehen und Ich hatte unsere Eltern."
Harry nickte, wenn auch nach wie vor verwirrend. Jimá lachte auf seinen witzigen Blick hin. Dann aber wurde sie wieder ernst und sah ihn gefühlvoll an.
„Ich bin froh, dass du jetzt die Wahrheit kennst, Harry. Du ahnst gar nicht, wie sehr ich befürchtet habe, du würdest mich nicht in deinem Leben haben wollen."
Er nickte lächelnd.
„Ich auch."
All die Zeit hatte er irgendwie das Gefühl, als ob etwas in ihm fehlte, als ob er sich selber unvollständig fühlte. Er wusste, dass es daran lag, das er seine Eltern nie kennengelernt hatte und nur von ihnen hier und da Geschichten zu hören, egal von wem sie kamen, war nie ausreichend gewesen. Mit Jimá zurück an seiner Seite und ihrer Art ihm ihre Eltern zu zeigen war dieses leere Gefühl endlich verschwunden.
