Nächstes =)


Review:

Mannequin: Halli Hallo =)

Ich empfehle immer gerne pure Zitrone XD Hatte gestern auch erste Anzeichen (schniefende Nase), hatte keine Zeit mir ein Tee mit frisch gepresster Zitrone zu machen also hab ich den Saft einer halben Zitrone pur getrunken ^^ War zwar sauer ohne Ende, aber die Nase hat aufgehört zu schniefen. Wie geht's dir jetzt? Gesund geblieben?

Meinst du mit „runterkommen" eigentlich: Alles hat dich aufgeregt und FF lesen lenkt dich dann ab? Oder eher: Alles hat dich aufgeregt und FF lesen entspannt? Öö Ich frag nur, weil bei mir war und ist es stets eher so, dass wenn ich eine FF gelesen habe oder auch die HP Bücher, dann war ich alles andere als entspannt. Mehr hibbelig und gereizt, weil ich mich da so reinsteigere, unbedingt wissen will, wie es weitergeht und es ohne Störung lesen möchte. Ich fiebere so schlimm mit den Charakteren mit, dass ich auch Stunden später noch traurig bin, wenn etwas trauriges passiert ist. Also nicht wirklich unter kommen =/ Wenn mich dann jemand stört, bin ich innerlich immer zur halben Furie mutiert ^^ Innerlich.

Ach Quatsch =) Bei dir kam es ja hauptsächlich auf die Ausarbeitung an und da ist es immer schwer herauszufinden, was man für eine 1 machen soll. Hab ich bis heute nie hinbekommen, wenn es nur um die Ausarbeitung ging. Da hatte ich sogar stets nur mit viel Glück 2,0 bekommen. Ich hab das Gutachten meines Profes durchgelesen und die 1 hat er begründet mit dem hohen Maß an Eigenarbeit. Sprich, ich hab ja einige Algorithmen implementiert und eines selber entwickelt und implementiert und das komplett ohne die Hilfe meines Profs, weil er das auch gar nicht gekonnt hätte. Er programmiert als Mathematiker ja nicht wirklich. Ich hatte also eher Glück, dass er mir das so hoch anrechnete und mein Thema das zuließ. Ich hätte niemals damit gerechnet und dem Gutachten liest sich auch heraus, dass alles andere ohnehin von ihm erwartet wurde und ich sozusagen das geforderte dort gebracht habe. (Ich denk, ohne Programmierung hätte er mir wohl ne 3 verpasst =/ ) Es gibt andere Themen ohne Programmierung und da wäre ich daran verzweifelt, weil ich da niemals eine 1 und wahrscheinlich nicht mal eine 2 bekommen hätte. =.="

Danke =) Ich hab echt schlaflose Nächte gehabt und war die letzte Zeit so richtig depri. Jetzt bin ich fröhlicher unterwegs XD Und kann mich auch zuversichtlicher bewerben. Zumindest, sobald die Note in Studis steht. Im Moment hab ich es ja nur als Email von meinem Prof.

Hm, posten ohne Review. ich weiß nicht, ob ich das kann ^^ Ich bin da glaub ich so ein kleiner Sheldon von The Big Bang Theorie. Ich hab da halt so ein Tick. Wenn ich einfach so ein Kapitel poste ohne dass das vorher reviewt wurde, dann käm ich mir ganz merkwürdig vor. Als ob ich mit mir selbst rede und alle anderen mich entsetzt anstarren und für irre halten. Oder als ob ich in einem riesigen Haus nach einem Gruselfilm ganz alleine wäre. Oder an einem Samstag Abend im Dunkeln am Abend an der Uni Haltestelle alleine wäre.

Ich kann die Kapitel für mich selbst schreiben, aber im Nachhinein ist mir eben klar geworden, dass ich die HP FF nie an einem Stück hätte posten können. Käme mir viel zu komisch vor.

Aber das nächste Mal weiß ich dann ^^ Ich werd posten und ähm, versuchen meinen Tick – uhm – zu überwinden. XD

Dieses Mal ging es komischerweise schneller. Ich konnte dein Review direkt am nächsten Tag einsehen und hätte das Kapitel auch gepostet, aber mir kam was dazwischen.

Eigentlich hab ich die Filme schon gern gesehen, wenn ich auch die Andeutung einer Affäre zwischen Jack Sparrow und Elizabeth Swan nicht mochte. Da war es eine so schöne Freundschaft zwischen den drei gewesen und dann so was. Genauso wenig hätte ich damit leben können, wenn Harry sich plötzlich in Hermine verliebt hätte, obwohl es ganz klar war, dass Ron und Hermine ineinander verliebt waren. Mal sehen, vielleicht schau ich mir die Bloopers noch an. Johnny Depp kann ich mir schon vorstellen, dass er eher lustig ist und Keira Knightley mag ich den britischen Akzent XD.

Dein Wunsch ist mir Befehl XD Hier kommt mehr mit der neuen Anna.

Ah schön =) Eins von dreien gut erledigt. Dann fehlen ja nur noch die Erklärungen von Brian und Anna, welche aber erst etwas später kommen werden.

Gewöhnt man sich eigentlich daran? Also ans angestarrt werden am Elternabend? Ich kann mich nämlich bis heute nicht daran gewöhnen angestarrt zu werden. Und hey, besser als wenn sie dich nicht anstarren, sondern miteinander tuscheln ^^ Mir kommen heutige Eltern manchmal wie kleine Kinder vor. Meine Eltern haben sich früher jedenfalls anders verhalten als viele Eltern, die mir heute so über den Weg laufen.

Hehe, ja, ich hätte das auch nicht ertragen, wenn Malfoy gewonnen hätte, also konnte ich es auch nicht schreiben. Er ist aber mehr eine Nebenrolle in der FF als eine Hauptrolle und auch wenn ich mich nicht mehr richtig erinnere, was zwischen ihm und Harry im letzten Buch war (kann mich nur schwach daran erinnern, dass er und seine Eltern überlebt haben und alle drei sich offenbar nicht für ihren Kampf für Voldemort verantworten mussten), so glaub ich, dass ihr doch alle damit zufrieden sein werdet, wie es hier ausgeht. (Hoff ich ^^ )

Ich mach mal ein wenig Spoiler. Das Gespräch zwischen Inga White und Dumbledore findet in CofX genau jetzt während Kapitel 101 statt.

Yap, Dumbledore sagte ja auch, dass Harry's größte Stärke seine Art zu Lieben ist und ich hoffe, ich werde noch im Stande sein ein paar schöne Familienszenen mit den beiden einzubauen, denn mit Jimá kann er ab nun an sehr gut über seine Eltern reden.

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 8 – lectures

Nach dem Wochenende kehrten die drei nach Hogwarts zurück während Jimá und Brian sich erst mal verabschieden mussten, um etwas für den Orden zu erledigen. Beide versprachen aber Harry auf dem Laufenden zu halten und aufzusuchen, sobald sie konnten.

Als Harry sich sicher war, dass er alleine im Jungenschlafsaal war, rief er nach Dobby und der Hauself ließ sich nicht zwei mal Bitten.

„Harry Potter!" sagte er überglücklich.

„Hi, Dobby. Und?"

Dobby watschelte zu Harry rüber, setzte sich zu ihm ans Bett und begann mit traurigem Blick mit den Fingern zu spielen.

„Dobby tut es leid, Harry Potter. Er hat versucht Professor White zu folgen, aber ohne großen Erfolg. Professor White war nicht in Hogwarts, sondern verließ das Schloss nachdem Harry Potter das Schloss verlassen hat und ist seitdem nicht wieder zurück gekommen."

Harry nickte, runzelte jedoch finster die Stirn.

„Okay, danke Dobby. Bleibst du vielleicht bitte trotzdem an ihr dran, wenn sie wieder da ist?"

„Natürlich, Harry Potter. Dobby wird an Professor White kleben wie ein Kaugummi, wenn sie das Schloss betritt und dann kommt Dobby wieder zu Harry Potter."

Er nickte mit fest entschlossenem Blick und verschwand schließlich wieder.


„Schön, dass Jimá endlich den Mut dazu hatte," sagte Remus erfreut, während er und Harry nebeneinander den Korridor zu ihrem Klassenraum entlang schritten. „Ich hab ihr angeboten euch bei Bill und Fleur's Hochzeit einander vorzustellen, aber sie war noch nicht bereit dazu und zwingen wollte ich sie auch nicht.

Ich hab ihr gesagt, dass ich ihre Befürchtung nicht teile, du könntest sie nicht akzeptieren, habe es jedoch nachvollziehen können, warum sie so umsichtig vorgehen musste.

James und Lilli haben sie auch schon als kleines Kind oft dazu ermahnt, vorsichtig zu sein, weil das, was sie besonders macht, sie auch gleichzeitig in Gefahr bringt. Dasselbe hat sie auch von Dumbledore und mir sehr oft gehört. Was dieses Talent betrifft sich in Ärger zu verstricken, scheint James also nicht alleine an dich weitergegeben zu haben."

Remus zeigte den Anflug eines äußerst amüsierten Lächelns und Harry grinste.

„Trotz dessen, dass wir sie dazu ermahnt hatten, dich nicht aufzusuchen, hat sie dir einige Besuche abgestattet."

„Hat sie?"

„Wenn du sie nicht gesehen hast, blieb sie wohl ein Lichtwesen. Mir hat sie sich manchmal auch als ein Glühwürmchen gezeigt."

Harry lachte, denn ihm fiel plötzlich ein, dass auch er einige Male überrascht ein Glühwürmchen in seiner kleinen Kammer unter der Treppe bemerkt hatte. Damals hatte er sich noch gewundert, wie das sein könnte und glaubte eher, dass er geträumt hätte. Das war also seine Schwester und auf einmal fühlte er sich wieder danach zu grinsen.

„Dumbledore befand es daraufhin für sicherer für euch beide, wenn Jimá nicht nach Hogwarts kam, wo ihr euch mit der Zeit begegnet wärt, sondern auf wir sie auf die Beauxbatons Akademie schicken, wo Madam Maxime ein Auge auf sie werfen konnte. Sie und Dumbledore waren gut befreundet und er vertraute darauf, dass Frankreich weit genug weg war, damit Jimá nicht einfach wieder herflog, um dich zu besuchen. Es hatte seinen Wirkung gezeigt.

Manchmal stimmt wohl der Spruch: Aus den Augen, aus dem Sinn. Sie bekam neue Freunde, ein eigenes Leben mit Yuno drüben und gab sich damit zufrieden, sich von Dumbledore versichern zu lassen, dass es dir gut ging.

In deinem dritten Schuljahr, als Sirius ausbrach und jeder glaubte, er würde dir nach dem Leben trachten, wäre sie beinahe auch ohne Erlaubnis zurück nach London gekommen. Glücklicherweise war sie bereits alt genug, um unsere Bedenken zu verstehen und nachdem ich mich in Hogwarts befand und ihr versicherte, ein Auge auf dich zu haben, blieb sie in Frankreich."

„Sie ist beim Trimagischen Turnier nicht mit herüber gekommen?"

„Nun, es gab durchaus die Überlegung einen Versuch zu wagen."

„Aber? Was ist passiert?"

„Sirius," antwortete Lupin mild. „Ihr Treffen, ihn wieder zurück zu haben. Du musst wissen, Jimá hatte einen Freund. Dieser Gefühlsausbruch bei ihr tat dem armen Kerl nicht gut. Für Dumbledore war dies jedoch Anzeichen genug, um deine Schwester nicht zu dir zu lassen. Es war einfach zu gefährlich für euch beide."

„Ich verstehe ja, dass wir uns nicht sehen konnten, aber warum hat keiner von euch vorher ein Wort zu mir von ihr gesagt?"

„Hättest du es denn wirklich verstanden?" fragte Lupin sanft. Harry war sich nicht sicher und so schwieg er ein wenig mürrisch. Lupin lächelte zärtlich.

„Wir haben getan, was wir für das Beste für euch beide hielten und ich wage zu sagen, dass auch James und Lilli das verstanden hätten. Jimá gibt sich noch immer die Schuld für den Tod euer Eltern, weißt du."

„Das hab ich gesehen, weil sie nicht da war. Was meinte sie damit, sie hätte sie retten können?"

Lupin ging erst sicher, dass ihnen niemand zuhören konnte, bevor er darauf antwortete.

„Als Ponester kann sie als Lichtwesen sehr schnell verschwinden und sie kann andere dabei mitnehmen. Das hat sie zuvor auch schon mal geschafft, wenn der Transport auch ab und zu sehr holprig war und nicht immer genau zum beabsichtigten Ziel hinführte. Sie glaubt, dass sie euch drei hätte beschützen können an dem Abend, als Voldemort eintraf, um deinen Vater und dich zu töten, wenn sie da gewesen wäre. Dann hätte sie euch die in Sicherheit bringen können."

„Du glaubst das nicht?"

„Hat Jimá dir noch von anderen Fähigkeiten erzählt?"

„Err -" Er hatte sie nicht gefragt, was sie sonst noch tun konnte als höheres Wesen. Ihm war das gar nicht in den Sinn gekommen, dass sie so was überhaupt haben könnte.

„Eines davon, und das mag eher eine Bürde als eine Gabe sein, ist es, das sie sehen kann, wie die Zeit aussieht, wenn ein bestimmtes Ereignis in der Vergangenheit, welches man natürlich nicht mehr ungeschehen machen kann, anders verlaufen wäre. Nur all zu oft ist sie den Abend des Mordes an euren Eltern erneut durchgegangen, um zu wissen, wie die Gegenwart wäre, wenn sie vieles anders gemacht hätte."

„Meine Eltern wären dennoch tot?"

Remus blieb stehen und Harry tat es ihm gleich. Das Gesicht seines Freundes wurde sehr traurig.

„Sagen wir einfach... So wie es ist, ist es besser. Jimá empfindet das nur nicht so. Die Last derjenigen, die überleben."

Harry nickte verstehend und beide setzten ihren Weg fort zum Klassenraum.

„Ich hab übrigens mit Professor White gesprochen und ich könnte dir kommenden Freitag etwas Zeit verschaffen?"

„Oh gut," sagte Harry beiläufig, zumal ihm auch wieder einfiel, was sie am Wochenende herausgefunden hatten. „Remus, könntest du Professor White dann ein wenig länger aufhalten, so dass ich sie antreffe, wenn ich komme?"

„Kann ich. Sagst du mir auch, warum du das willst?"

„Jimá und Brian haben gesagt, dass sie sich mit Black Heart auskennt und ich wollte sie darauf ansprechen." Es gab ein komisches Geräusch und Harry blieb irritiert stehen als er bemerkte, was passiert war. Sein Freund hatte mitten im Gang gestoppt und seine Tasche fallen lassen. Harry hatte ganz vergessen, dass er Remus bis jetzt noch gar nichts von Black Heart und seinen Nachforschungen erzählt hatte. Nun war er sich bewusst, dass wenn er dies früher getan hätte, der Freund ihn womöglich auch mehr hätte erzählen können, denn man reagierte nicht so entsetzt, wenn das Thema einem nichts sagte. Remus hob seine Tasche wieder auf und schritt zu Harry rüber.

„Wie kommst du ausgerechnet darauf?" fragte er sichtlich erschüttert.

„Dumbledore's Erinnerungen haben mich darauf gebracht."

„Haben sie," sagte Remus leise und schien ein wenig beruhigter. „Nun denn."

„Wenn du mir mal zurückgeschrieben hättest, hätte ich es dir auch schon früher erzählt," sagte Harry mit einem kurzen Seitenblick. Remus nickte nachdenklich.

„Nun dann werde ich Professor White länger aufhalten, so dass du sie noch antriffst."

Die beiden waren schon fast im Klassenraum angekommen, da hielt Harry Remus am Arm fest und zog ihn noch mal einen Schritt zurück.

„Begebe ich mich damit auf Glatteis?" fragte Harry und sah Remus eindringlich an. Er vertraute auf die Urteilskraft des Freundes und wenn dieser sagte, dass es es nicht tun sollte, hatte er auch kein Problem damit White nicht aufzusuchen. Remus aber nickte zuversichtlich.

„Erwarte nur nicht zu viel von diesem Gespräch," sagte Remus mit dem Anflug eines Lächelns. „Es ist nicht sehr leicht mit Professor White umzugehen und sie lässt sich auch nicht sehr leicht in die Karten schauen. Sei also lieber aufmerksam."

„Du bist schon der Zweite, der das sagt," merkte Harry an und ging schließlich ins Klassenzimmer hinein.


Der Freitag kam und Harry hatte (wenn er auch sehr viele Stunden dafür benutzen musste) wieder das Passwort zum Wasserspeier abgreifen können. Mit Hermine und Ron verbarg er sich mit der Karte unter dem Tarnumhang direkt in der Nähe des Wasserspeiers und wartete darauf, dass White ihr Büro verließ. Das tat sie zum vom Remus genannten Zeitpunkt auch. Kaum, dass sie um die Ecke gebogen war, rannten die drei zum Wasserspeier rüber.

„Erdbeermuffin."

Der Wasserspeier machte ihnen den Weg frei und alle drei eilten sofort rauf in ihr Büro, wo sie vorsichtig die Tür öffneten und hinein blickten. Ihre Zauberstäbe waren bereit, um die Direktoren in den Porträts in den Schlaf zu versetzen, aber wie schon beim letzten Mal schliefen sie auch heute tief und fest. Alle bis auf einer. Harry deutete Hermine und Ron an noch versteckt zu bleiben, während er alleine unter den Tarnumhang hervor schritt.

Dumbledore sah ihn von seinem Bildrahmen aus freundlich an.

„Hallo, Harry," sagte er leise. Harry schritt näher und stoppte direkt vor dem Bild.

„Hallo, Professor," sagte er traurig.

„Keine Sorge, was du tust oder sagst bleibt unter uns," sagte Dumbledore und Harry lächelte, wenn auch nach wie vor bedrückt. Er drehte sich um und nickte seinen Freunden zu, so dass auch sie unter den Tarnumhang hervortraten.

„Miss Granger, Mr. Weasley," begrüßte er sie genauso freundlich, wenn auch überrascht.

„Hallo, Professor," sagten beide und stellten sich zu Harry dazu.

„Wie ich sehe, Harry, tat ich gut darin, dir zu vertrauen. Ich nehme an, du bist hier, weil du mit deiner Suche nicht weiterkommst?"

„Eigentlich gibt es einen anderen Grund und wir kommen weiter," entgegnete Harry langsam. Dumbledore schien sichtlich angenehm überrascht zu sein und seine Augen blitzten stolz.

„Das ist sehr schön zu hören."

Harry beschloss, dass es eigentlich sogar ein guter Zufall ist, dass nur Dumbledore hier von allen wach war, denn so musste er nicht alles absuchen. Auf den ersten Blick nämlich konnte er das Schwert Gryffindor's nirgendwo entdeckten.

„Professor, wissen sie, wo Professor White das Schwert Gryffindor's aufbewahrt?"

„Das weiß ich in der Tat," sagte Dumbledore leise und deutete auf ein schwarzes, großes Bild neben der Tür, zu der sie herein geschritten waren. „Aber ich befürchte, dass ihr an dieses nicht herankommen werdet. Professor White hat es in der Vergessenheit verschlossen und nur Professor White kann es da auch wieder herausholen."

Harry hätte am liebsten laut geflucht. Hermine und Ron sahen einander frustriert an, bevor sie sich mit fragendem Blick dem Freund zuwandten. Harry schüttelte nur den Kopf.

„Gibt es wirklich keine Möglichkeit für mich, da anders ran zu kommen, Professor?"

„Du könntest Professor White um das Schwert bitten?"

„Professor White ist ein Todesser und arbeitet für Voldemort. Sie wird mir nie das Schwert geben, damit ich seine Horkruxe zerstöre."

„Es gibt auch noch andere Wege, Horkruxe zu zerstören."

„Zum Beispiel?"

„Tränke."

„Die brauchen Jahre, Professor und ich werde auch kein Basilisken aufsuchen, um ihm die Zähne zuziehen!"

Dumbledore summte tief grübelnd.

„Nun, dann bleibt dir wohl doch nichts weiter übrig, als Professor White darum zu bitten."

„Sie ist ein Todesser!" wiederholte er verärgert und sah Dumbledore verständnislos an.

„Vielleicht," begann Dumbledore nach wie vor geduldig. „Solltest du ihre Schritte mehr hinterfragen? Wenn sie ein Todesser ist, warum hat sie dich Voldemort noch nicht ausgeliefert? Oder gar schon getötet? Ich kann dir garantieren, dass sie mehr als nur dazu im Stande wäre."

„Sie ist ihre Urenkelin, ich weiß."

„Wie ich sehe, bist du mit meinen Erinnerungen bereits sehr weit vorangekommen."

„Es fehlen noch zwei. Können sie mir wenigstens sagen, was mir dafür an Wissen fehlt?"

Wieder begann der alte Zauberer nachdenklich zu summen und Harry rollte genervt mit den Augen. Er wollte nicht unhöflich sein, aber er befand sich hier garantiert nicht zum Kaffee trinken!

„Harry!" sagte Hermine bestimmend. „Professor White verlässt gerade Remus' Klassenzimmer."

„Verdammt," fluchte er und sah sich suchend um, als ob das Schwert auftauchen würde, wenn er nur noch mal genau suchte.

„Harry!" sagte auch Ron und zog ihn mit Hermine zusammen weg. So schnell sie konnten eilten sie die Treppe wieder hinab und eilten in einen anderen Korridor, bevor Professor White zurück kam. Allein Harry blieb schließlich im Gang stehen und deutete ihnen an sich unter den Tarnumhang zu verstecken. Sie hörten die Schritte der Direktorin in der Nähe widerhallen und ihm kam es vor wie eine winzige Sekunde, bevor sie plötzlich direkt in seiner Blickrichtung stand.

Sie blieb stehen und musterte ihn für einen sehr langen Moment. Harry hatte das Gefühl förmlich durchleuchtete zu werden. Lupin hatte recht. Man spürte es, wenn jemand Legilimentik anwandte.

„Mr. Potter," sagte sie monoton und schritt langsam auf ihn zu. Harry schluckte und versuchte so aufrecht wie es ging stehen zu bleiben. Furcht war das Letzte, was er zeigen wollte, dummerweise war es das Erste, das er fühlte.

„Ich nehme an, es gibt einen Grund, weswegen sie in einem Korridor stehen, wo sie nichts zu suchen haben?"

Er schluckte erneut und versuchte sich mit aller Macht zusammenzureißen.

„Ja, hab ich. Ich muss mit ihnen sprechen."

Sie beäugte ihn mit einem sehr dunklen Blick, woraufhin er etwas fester hinzufügte.

„Professor."

Ob sie das nun abmilderte oder nicht, sah man ihr nicht an, genauso wenig, wie man Gefühlsregungen im Ausdruck ihrer Mutter gesehen hatte. Dann aber wandte sie sich dem Wasserspeier zu.

„Erdbeermuffin," sagte sie. Sie ging die Stufen hinauf und ohne sich zu ihm umgedreht zu haben hörte er ihre Stimme. „Folgen Sie mir."

Er sah kurz zu dem Fleck, an dem Hermine und Ron unter den Tarnumhang standen, nickte ihnen jedoch zu, bevor er White zurück in das Büro folgte. Oben angekommen, lehnte sie am Schreibtisch und deutete ihn an sich auf den Stuhl vor sich zu setzen. Harry setzte sich, wenn auch widerwillig.

„Nun, was kann ich für sie tun?"

Harry suchte schnell wieder nach dem, was er sich für das Gespräch zurechtgelegt hatte, aber dummerweise war es verschwunden und alles was herauskam, war heiße Luft. White verzog misstrauisch eine Augenbraue.

„Ich habe Zeit," sagte sie kalt und ihr eindringlicher Blick blieb nach wie vor an ihm heften. Harry beschloss einfach irgendetwas zu sagen, egal ob es nun höflich klang, wie er es mit Hermine und Ron geübt hatte, um White Informationen zu entlocken, oder ob es fordernd klang, zu dem Hermine ihm abgeraten hatte, da sie sich sicher war, jemanden wie ihre neue Direktorin damit nicht zum reden bringen zu können.

„Wieso wollten sie mich wieder in Hogwarts haben?" fragte er geradewegs heraus. Es war eine Frage, die ihn seit kurzem beschäftigte, denn nachdem er nun wusste, dass diese Träume nicht von White sondern Jimá stammte, verstand er nicht, warum White ihn in der Schule haben wollte. War es wirklich nur, um ihn von seiner eigentlichen Aufgabe abzulenken? Würde ein Todesser so viel Mühe auf sich nehmen? Er hatte damit gerechnet irgendwie von ihr angegriffen zu werden, aber es kam nichts. „Ich bin hier., wie sie es geplant haben. Sie arbeiten für Voldemort und er will mich tot sehen. Also was soll dieses herumstolzieren ohne zu handeln?"

White's Ausdruck veränderte sich nicht, aber er war auch nicht weniger stark gewesen und Harry kam es unweigerlich in den Sinn, dass es besser gewesen wäre das nicht so direkt ausgesprochen zu haben. Er schluckte und wandte sich kurz zur Seite, um den Blickkontakt zu durchbrechen. Ihm war nicht wohl bei dem Gedanken, dass sie Dinge in ihm las, die er versuchte zu unterdrücken. Er wusste schließlich nicht, wie gut ihre Legilimentischen Fähigkeiten tatsächlich waren.

„Professor White," begann er mit ruhigerer Stimme und auch weniger feindlichem Ausdruck. Ihm wurde klar, dass er besonnener weitermachen musste, wenn er nicht etwas provozieren wollte, was er ihm Nachhinein garantiert noch bereuen würde.

„Sie wollten, dass ich nach Hogwarts komme und hier bin ich. Hogwarts ist eine Schule und Professoren sind dafür da, um die Schüler zu lehren. Ich habe gehört, dass sie sich mit Black Heart auskennen und erhoffe mir, dass sie mir Fragen dazu beantworten können."

Er wartete auf eine Reaktion ihrerseits, aber die Minuten verstrichen dahin und lange Zeit geschah nichts. Ob sie Ron wohl ebenfalls mit diesem unangenehm, finsteren Blick damals angestarrt hatte? Fawkes fiepte irgendwann und Harry spielte mit dem Gedankens sich erneut abzuwenden, um sich zu beruhigen und den aufkeimenden Ärger zu unterdrücken. Er tat es nicht, dafür blickte White weg.

„Ich mache ihnen ein Vorschlag, Mr. Potter," sagte sie und nach einem kurzen Blick auf Fawkes, sah sie herablassend zu ihm zurück. Er blickte sie interessiert, wenn auch vorsichtig an. „Ich beantworte ihnen ihre Fragen – wenn sie mich in einem Duell besiegen."

„Was?" rutschte ihm fassungslos heraus. Hatte er das gerade richtig gehört? White meinte das jedoch tatsächlich ernst und er wusste nicht, ob er nun lachen oder ihr den Vogel zeigen sollte. War duellieren außerhalb Verteidigung gegen die Dunklen Künste nicht verboten gewesen?

„Wenn sie schwerhörig sind, bezweifle ich, dass sie auch nur im Stande sein werden mir eine einzige Frage zu stellen, Potter. Ich freue mich sogar darauf. Es wird ein Spaß, sie für den dunklen Lord am Boden winseln zu sehen. Bereiten sie sich gut darauf vor, wenn sie mir wenigstens eine Frage stellen wollen. Vielleicht zeige ich mich gnädig und gewähre ihnen eine Antwort als Schmerzensgeld."

Harry verengte wütend die Augen.

„Montag Abend. 19 Uhr. Das Zaubereigeschichtsklassenzimmer dürfte groß genug sein. Sie dürfen gehen."

White hatte ihn immer noch angestarrt und daher stand Harry lieber auf und verließ das Büro, als sitzen zu bleiben und diesen Blick auch nur eine Sekunde länger aushalten zu müssen, welcher sich anfühlte, als ob sie alles mögliche an Geheimnissen in einem durchleuchten könnte.


„Sie will sich mit dir duellieren?!" wiederholte Ginny empört und Ron war die Kehle vor Schock heruntergefallen als Harry ihnen beim Abendessen im Raum der Wünsche davon erzählte. Sie hatten sich Essen von der Großen Halle mitgenommen, um das Gespräch in Ruhe führen zu können. Hermine hatte das Gesicht verfinstert und angestrengt nachgedacht.

„Wisst ihr, das ergibt einfach alles keinen Sinn."

Die drei wandten sich ihr mit gleich irritiertem Blick zu.

„Professor White könnte dich ohne Probleme jederzeit angreifen. Sie sitzt in der perfekten Position, um dir Schaden zuzufügen, aber sie tut es nicht. Nun will sie sich mit dir duellieren und wenn sie verliert, muss sie dir Fragen beantworten, worauf auch nur sie die Antworten kennt. Warum tut sie das, wenn du sie durchaus in einem Duell schlagen kannst? Du hast dich immerhin mit Voldemort selbst duellieren können."

Harry wippte mit dem Kopf hin und her. Bei keinem der Duelle hatte er je wirklich gewonnen. Etwas hatte nur stets verhindert, dass Voldemort ihn töten konnte.

„Sie sagte, sie will mich winseln sehen," wiederholte er bedeutungsvoll. „Vielleicht ist sie auch einfach nur ein verrückter Sadist, so wie alle die diesem Irren folgen. Greyback hat Kinder gebissen, weil es ihm Spaß gemacht hat. Bellatrix Black und ihr Mann haben Neville's Eltern solange mit dem Cruciatus Fluch gefoltert, bis sie nicht mehr klar denken konnten, obwohl Voldemort längst verschwunden war. Seine Anhänger sind alle krank in der Birne und finden Gefallen daran, wenn sie andere foltern können. White bildet da wahrscheinlich keine Ausnahme. Ich hätte nur nicht gedacht, dass sie eine Ausrede dafür braucht."

Nun wippte Hermine mit dem Kopf hin und her als Zeichen, dass sie immer noch glaubte, dass da mehr dahinter stecken würde.

„Na dann, sollten wir lieber mal ein paar gute Flüche und Schutzzauber heraussuchen, damit du ihr am Montag gewappnet bist."

Harry nickte nachdenklich. Er hatte White noch nie kämpfen sehen und wusste auch nicht, wie gut oder schlecht ihre Technik oder wie stark oder schwach ihre Magie war. Natürlich kannte sie Flüche und Zauber, von denen er bestimmt noch nie etwas gehört hatte oder auch nur ansatzweise anwenden konnte. Hatte er sich ihr wirklich auf dem Silbertablett zum Spielzeug gemacht?

Nach dem Abendessen suchten sie zu dritt Lupin in seinem Büro auf und erzählten ihm von dem Gespräch zwischen Harry und White. Ginny musste noch vieles aufholen und zog es daher vor ein wenig in der Bibliothek ein paar Bücher aus dem 6. Jahr durchzuackern.

Lupin hatte ihnen allen Tee gemacht und schien von den Neuigkeiten nicht im geringsten schockiert zu sein. Er war außergewöhnlich ruhig und gelassen und das lag mit Sicherheit nicht an dem Beruhigungstee.

„Am Montag also," sagte Lupin nachdenklich. „Dann solltest du dich gut auf das Duell vorbereiten. Ich bin zuversichtlich, dass du gewinnen kannst, Harry."

Dieser aber sah den Freund mehr verwirrt als erfreut an, denn auch wenn diese Zuversicht ihn ehrte, hatte er doch mit etwas mehr Sorge und Entsetzen gerechnet.

„Du findest es also okay, dass Professor White sich mit einem Schüler in einem Klassenzimmer ein Duell liefert?" fragte er und der Sarkasmus war für keinen zu überhören. Lupin lächelte mild.

„Wie gesagt, Harry. Ich bin zuversichtlich, dass du gewinnen kannst. Du bist besser als viele erfahrenere und ältere Zauberer, hast auch schon Duelle mit Voldemort und seinen Todessern hinter dir. Ein Gegner wie Professor White sollte auch für dich keine großen Schwierigkeiten darstellen."

Harry verzog eine Grimasse, aber Remus ging darauf nicht ein und trank ruhig seinen Tee aus.

„Wie hat Professor White eigentlich ihr Black Heart verloren?" fragte Harry nach einer Weile. Denn Jimá und Brian mögen vor 20 Jahren nicht dabei gewesen sein, Remus dagegen wusste vielleicht mehr. Wenn es etwas mit dem Krieg gegen Voldemort zu tun hatte, so war dies eine naheliegende Annahme, schließlich kämpfte er damals mit Sirius und seinen Eltern an Dumbledore's Seite. Remus sah nun sehr nachdenklich aus, nahm einen weiteren Schluck Tee und legte schließlich seine Tasse nieder.

„Ich wünschte, ich könnte es dir sagen -"

„Aber willst es nicht, weil du nicht das Recht dazu hast, sondern nur White?"

Lupin ignorierte die Unterbrechung.

„Aber ich kann es nicht, weil ich es selber nicht genau weiß," schloss er stattdessen und Harry bekam auf der Stelle ein schlechtes Gewissen, dass er ihn so das Wort abgeschnitten hatte.

„Damals lief sehr vieles aus den Fugen und Ereignisse hatten sich überschlagen. Ich muss gestehen, ich war -" Er machte eine nachdenkliche Pause. „Mit anderen Dingen beschäftigt. Ich habe davon erst sehr viel später erfahren. Ich denke, wie sie wirklich ihr Black Heart verloren hat, das kann nur sie alleine dir erzählen."

Er atmete tief durch und wandte sich nun auch Ron und Hermine zu.

„Ihr glaubt also wirklich, Voldemort hat ein Black Heart zu einem Horkrux gemacht?"

„Zuerst dachten wir, er hätte einen Menschen dazu benutzt," führte Hermine den Verdacht aus. „Aber nach der letzten Erinnerung glauben wir nun, dass es vielleicht ein Weg gibt die Magie eines Black Hearts aus einem Menschen zu nehmen und in etwas anderem zu verschließen, so dass man das zu einem Horkrux machen kann. Ergäbe sehr viel Sinn."

„Nur wenn das geht, dann sind wir wieder am Anfang," sagte Harry mürrisch. „Der Horkrux könnte alles sein."

Lupin's Gesicht verfinsterte sich, was Harry, Hermine und Ron verwirrt wahrnahmen. Hatten sie etwas falsches gesagt? Er leerte seine Tasse und sah sie alle müde an.

„Ich denke, ihr solltet zurück in euren Gemeinschaftsraum gehen. Es ist spät."

Sein Ton ließ kein Zweifel daran, dass er sie im Grunde genommen raus schmiss und so erhoben sich alle drei, wünschten ihm eine Gute Nacht und verließen sein Büro.


„Kam das nur mir so vor oder war das echt schräg?" warf Harry in die Runde, während die drei Seite an Seite die Gänge zurück zum Gryffindor Turm entlang schritten.

„Was war schräg?"

Mit einem Mal hatte sich Ginny zu ihnen gesellt und nach einem Begrüßungskuss mit Harry hatte sie ihre Hand in seine eingehakt und war auf gleicher Höhe mit ihnen mitgeschritten.

„Remus," antwortete Harry. „Er hat uns praktisch vor die Tür gesetzt, nachdem wir mit ihm eine Vermutung geteilt haben." Erst als sie seitlich in einen Gang ohne Porträts einbogen fügte er das Wort Horkrux hinzu.

„Ich will ihn nicht darauf ansprechen, weil er wegen Jimá schon so herum getan hat, dass er sich da nicht einmischen darf, aber ich glaub, zwischen White und Ihm könnte auch was gewesen sein."

„Weil sie zur gleichen Zeit in Hogwarts waren?" fragte Ron und Harry nickte.

„Und wahrscheinlich, weil Remus über sie spricht, als wären sie mehr als nur flüchtige Kollegen," fügte Hermine hinzu und auch dazu nickte Harry.

„Tut er das?" fragte Ron verdutzt. Hermine und Ginny rollten die Augen.

„Teelöffel," sagten beide Mädels gleichzeitig und alle vier stiegen durch das Porträtloch in den Gryffindorturm..

„Ich fühl mich von euch gemobbt, das ist euch schon klar, Mädels?" witzelte Ron, woraufhin Hermine und Ginny ihn süffisant angrinsten. Die vier setzten sich an einen leeren Tisch in der Ecke und breiteten ihre Bücher aus. Während seine Freunde lernten, starrte Harry die ganze Zeit Löcher in die Luft. Er war tief in Gedanken versunken und ging alles, was er mittlerweile wusste, noch mal durch.

White war Dumbledore's Urenkelin, ein Black Heart, ein Todesser und sie kannte sein Eltern. Sie war womöglich mit Remus befreundet und er fragte sich, ob dies der Grund war, warum Sirius und seine Eltern Remus misstraut hatten bevor sie starben? Wegen White? Vielleicht wussten oder ahnten sie bereits, dass sie zu Voldemort gehörte, ganz im Gegenteil zu Remus.

Der ersten Erinnerung von Dumbledore entnahm er, dass er ein Black Heart finden musste und womöglich spielte dies auf White an. Wenn Dumbledore nicht gerade noch mehr Nachkommen hatte, die alle Black Hearts waren, dann konnte es nur auf White hinaus laufen, denn wieso sollte er sonst ausgerechnet mit seinem Bruder darüber reden.

Aus der zweiten Erinnerung wurde er nicht wirklich schlau. Das Black Heart, womöglich White, tat etwas für die Königin der Phowlyris. War das etwas wichtig? Oder war es überhaupt White? Stimmt, durch diese Erinnerung wusste er, dass es 3 Black Hearts gab. Ob sie alle wie White ihr Black Heart verloren haben?

Mit der dritten Erinnerung bekam er die Information, dass einer Person das Black Heart weggenommen werden kann und das war gut. Wenn Voldemort ein Black Heart zu einem Horkrux gemacht hat, musste er nicht zwangsweise einen unschuldigen Menschen töten. Es gab noch 2 Erinnerungen, aber er wusste nicht, wann er endlich dazu im Stande sein würde sich diese anzusehen.

Jimá und Brian hatten ihn dazu geraten White über Black Heart zu fragen und er musste sehr vorsichtig sein, denn das Letzte, was er wollte war Voldemort darauf aufmerksam zu machen, dass er seinen Horkruxen auf der Spur war.

Nein, er konnte sich jetzt nicht auf Schullektüre konzentrieren, wenn nur das Duell am Montag in seinen Gedanken spukte. Als Harry aufstand, hatten sich die anderen drei sofort überrascht zu ihm gewandt.

„Sorry, Leute, aber ich kann jetzt nicht an Hausaufgaben denken. Bis später."

Er war schon aus dem Porträtloch gestiegen als er hörte, dass ihm jemand hinterher lief und nur eine Sekunde später hatte ihn Ron eingeholt.

„Hey," rief sein Freund laut und hatte Harry am Arm festgehalten, damit dieser nicht einfach weiterging, was er sonst tatsächlich getan hätte. Das letzte was er wollte war aufgehalten werden oder Fragen beantworten, auf die er keine Antwort hatte.

„Was willst du jetzt tun?"

„Ich weiß nicht," erwiderte Harry frustriert. „Mich selbst duellieren? Da drin sitzen und stupide Bücher lesen werde ich jedenfalls nicht. Das verschafft mir am Montag kein Vorteil im Duell mit White."

„Dich selbst duellieren genauso wenig," sagte Ron mit schiefem Blick. „Na los."

Er war schon weitergeschritten, drehte sich jedoch sofort um als er bemerkte, dass er dies alleine tat.

„Du willst, dass wir uns duellieren?" fragte Harry überrascht. Ron grinste.

„Ich will bestimmt nicht, dass dir White am Montag die Birne wegpustet."

Harry lachte und setzte sich ebenfalls in Bewegung. Beide suchten sich durch die Karte des Rumtreibers ein freies Klassenzimmer und führten da schließlich mit den Flüchen und Zaubern, die sie in den letzten 6 Jahren gelernt hatten, ein Duell gegeneinander.

Das taten Ron und Harry das ganze Wochenende über, wechselten sich zwar auch mit Ginny und Hermine ab, so dass Harry auch mal gegen eine Frau antrat, aber größtenteils duellierten sich nur die beiden Jungs. („Hier, dein Aufsatz für Flitwick über die Verstärkung der Magie beim richtigen Schwung," sagte Hermine und reichte ihm eine Rolle Pergament. „Du bist eine Lebensretterin!" sagte Harry und das meinte er auch so.)


Am Montag ging Harry auch nicht in den Unterricht, wie seine Freunde („schreibt für mich mit!"), sondern verzog sich in den Raum der Wünsche, um noch neue Flüche zu erlernen.

Sectusempra. Als er ihn das letzte Mal anwandte, hatte er sich sehr schnell gewünscht das nie getan zu haben. Würde er diesen Fluch notfalls im Duell gegen White benutzen, nur um zu siegen? Harry schüttelte den Kopf. Nein, er würde es nicht. Der Fluch war eine Erfindung von Snape und er würde nichts anwenden, was ihn hinab auf das Niveau eines Mörders stufte. Um kurz vor 19 Uhr schritt Harry schließlich entschlossen zum Klassenraum für Zaubereigeschichte.

Professor White lehnte bereits am Schreibtisch als er herein schritt und hatte ihren Blick sofort an ihn geheftet als sie ihn bemerkte.

„Damit eins klar ist, sie leben nur deswegen noch, weil es der Wille des dunklen Lords ist. Sie sind in Hogwarts und noch nicht zu seinen Füßen, weil er es so will. Ich bin da, um sie für ihn... vorzubereiten. Sie halten ihn für dumm und das wird ihnen das Genick brechen. Er ist ihnen längst auf den Fersen."

Das letzte Wort hatte sie mit einem so niederträchtigem Blitzen in ihren dunklen Augen gesprochen, dass es ihm kalt den Rücken runter lief. Er hatte kein Zweifel am ernst ihrer gesprochenen Worte und an ihren miesen Absichten.

„Wollen sie immer noch ihre Fragen stellen?"

Harry schloss die Tür. Ja, er war immer noch bereit sich für die Wahrheit zu duellieren. Für einen Moment sah er etwas in ihrem Gesicht, was ihn beinahe an Stolz erinnerte, aber es war nur der Anflug und verschwand auch eine Sekunde später wieder. White zog ihren Zauberstab und stellte sich für das Duell auf. Harry zog seinen Zauberstab und machte sich ebenfalls bereit. Sie meinte das also tatsächlich ernst.

White zählte bis drei und beide schossen zeitgleich ihren ersten Zauber ab. White's Fluch prallte an Harry's Schutzzauber ab und wieder hatten beide gleichzeitig den nächsten Zauber gesprochen. Diesmal war es von beiden ein Fluch und beide gingen wieder zur selben Zeit in Deckung, bevor der Fluch sie erwischen konnte.

Confringo!" rief Harry, den Zauberstab gegen die Stuhlreihe in der Nähe von White gerichtet, und hatte damit eine Sekunde vor White seinen Zauber aussprechen können. Holz zersplitterte und hatte die Sicht seines Gegners verdeckt. Das war seine Chance!

Deprimo!" rief er und zielte mit dem Zauberstab auf dem Boden unter der Professorin. Er sah, wie sich der Boden an der Stelle aufriss, wo er White vermutete, da erklang es ganz in seiner Nähe: „Incendio!" und er fand sich eingeschlossen in einem Kreis aus Feuer wieder.

„So schließt man einen Gegner ein, Potter. Wenn sie ihren Gegner nicht sehen, können sie ihn schlecht in die Enge treiben. Ahnen ist nicht wissen. Sie hätten besser getan, die Stühle hinter mir zu zerstören, statt vor mir."

Aqua!" sagte Harry fest und verwandelte das Feuer in Wasser, welches kurz danach zu Boden platschte und da als Wasserpfütze liegen blieb.

„Ein Anfang," sagte White geringschätzig, welche kaum ein Meter entfernt von ihm stand. „Für einen Siebtklässler jedenfalls."

Harry atmete außer Puste. Den Wasserzauber zu erzeugen hatte ihn viel Anstrengung gekostet und er war sich nicht sicher, inwiefern er eine zweite Runde nun durchhielt.

„Bereit?" fragte sie mit heimtückischen Blick. Harry riss sich zusammen und festigte seinen Griff um den Zauberstab.

„Natürlich," sagte er entschlossen und wieder produzierten sie annähernd simultan ihre Flüche. Das ging erstaunlicherweise weitere 5 Minuten so und Harry war selber überrascht, zu was er noch alles fähig war zu zaubern.

Incarcerus!" sagte Harry und Seile hatten sich um White gebildet, um sie zu fesseln.

Diffindo!" Die Seile wurden fast schon mit brutaler Gewalt zerfetzt und landeten lose und in Stücke gerissen auf dem Boden. „Piertotum Locomotor!"

Die Rüstung neben Harry erwachte zum Leben und schwang das stumpfe Metallschwert in seine Richtung. Ein harter Schlag traf ihn mitten in den Magen und er sank nach Luft schnappend zu Boden. Wäre das Schwert scharf gewesen, er hätte diesen Angriff nicht überlebt. Ein weiterer Schlag, diesmal hatte die Rüstung das stumpfe Schwert gegen seinen Rücken gestoßen und Harry ging mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Wenn er jetzt zusammenbrach, wenn er jetzt verlor, dann war alles umsonst. Er rollte sich reflexartig zur Seite und verhinderte um Haaresbreite, dass ihn das Bein der Rüstung in die Seite traf.

Oppugno!" rief er den Schmerz ignorierend und hatte den Zauberstab auf die Stühle hinter White gerichtet, welche nacheinander in rasender Geschwindigkeit auf sie zuflogen. Sie hatte die ersten Angriffe verhindern können, indem sie passende Zauber anwandte, um die Stühle vorher zu zerstören. Dann aber sprang sie einigen aus dem Weg, so dass diese entweder gegeneinander geknallt waren oder aber an der Wand zerbrachen. Der letzte Stuhl jedoch traf White von vorne und stieß sie mit voller Wucht zu Boden. Harry war drauf und dran den nächsten Zauber auszusprechen, da blieb White am Boden liegen und spuckte Blut heraus. Er fror mitten in der Bewegung ein und starrte die verletzte Professorin entsetzt an. Sie atmete schwer und ruckartig und schien sich nur unter Anstrengung noch stützen zu können. Es war doch nur ein Stuhl? Ein Stoß?

„Professor White, Ich -"

„Ich habe verloren," fiel sie ihm jedoch ins Wort, bevor er seinen Satz beenden konnte. Sie wischte sich das Blut vom Mundwinkel als Harry sich zu ihr hinabkniete und sie mit aufgelöstem Blick anstarrte. Das hatte er nicht gewollt. Er wollte keinen Lehrer so zusetzen. White wandte sich ihm mit finsterem Blick zu und er schreckte zurück. Für einen Augenblick hatte er sie nur als Lehrer gesehen, nicht als Todesser und Voldemort's Gehilfe, welcher sie eigentlich war. Sie hatte ihn zuerst erbarmungslos angegriffen. Der Moment verursachte ihn Unbehagen und er wusste nicht, was er tun sollte, um nun angemessen zu reagieren. White aber schluckte, schloss für einen Moment die Augen und atmete langsam wieder gleichmäßiger ein und aus.

Als sie ihre Augen wieder öffnete, griff sie nach einem noch heil gebliebenen Stuhl, um sich aufzuziehen. Harry hatte ihr reflexartig geholfen indem er sie am Arm stützte bis sie fest auf dem Stuhl saß.

Während sie sichtlich versuchte sich von dem Duell zu erholen, bemerkte Harry das Ausmaß ihres Kampfes. Überall lagen Holzsplitter oder Balken. Alles war entweder zerstört oder zumindest demoliert, selbst die Rüstung war zu Boden gekracht und hatte Spritzer der Wasserlache über einen größeren Teil des Raumes verteilt. White sah nicht gut aus und er bezweifelte, dass er selbst besser rüber kam, als sich jede schmerzende und erschöpfte Faser seines Körpers fühlte.

„Ihre Frage, Mr. Potter?"

Harry sah verwirrt auf, aber White meinte das ernst. Ihr Gesicht war gefühllos, kalt, aber auch entschlossen und klar. Er hatte so viele, wie sollte er sich da für eine entscheiden, die er nun beantwortet bekommen würde? Da er nicht wusste, ob er sie noch mal in einem Duell besiegen könnte, beschloss er, gleich zum Punkt zu kommen und die für ihn bedeutendste Frage zu stellen.

„Sie werden mir ehrlich antworten?"

„So war die Abmachung," sagte sie schwach. Sein schlechtes Gewissen wurde noch größer angesichts ihres Zustandes. Er riss sich zusammen und ignorierte seine Schuldgefühle.

„Wie sorgt man dafür, dass eine Person ihr Black Heart verliert?"

White sah ihn einen Moment lang kritisch an und erneut hatte er das Gefühl von ihr durchleuchtet zu werden. Er war so kraftlos, dass er sich nicht mal verschließen konnte und die Kopfschmerzen irgendwie versuchte zu ertragen. Dann atmete sie tief und müde durch.

„Ein Ratschlag, Mr. Potter. Lernen sie Geduld. Ihre Vorliebe zu schnell voranzubreschen könnte ihnen eines Tages das Genick brechen. Ich hätte eher erwartet, dass sie mit Grundfragen beginnen, aber offensichtlich können sie das Ende nicht abwarten.

Nun zu ihrer Frage, eine offensichtliche Antwort wäre, die Person einfach zu töten. Ich bin mir jedoch bewusst, dass sie nicht auf diese Möglichkeit abgezielt haben. Black Heart ist eine Magie in der Person. Sie zu entnehmen ist nicht mit einem einfachen Fractio Zauber getan, denn sie existiert verteilt über den gesamten Körper.

Man kann die Magie eines Black Hearts nicht einfach so entnehmen und schon gar nicht kann man sie einfach so freiwillig wieder weggeben. Ich weiß nicht wie viele Wege es gibt, noch kann ich ihnen jeden mitteilen. Bekannt ist mir nur einer und den werden sie auch von mir erfahren.

Eine so große Magie taucht nicht sehr oft auf und wenn dies der Fall ist, dann zumeist zu sehr stürmischen und unruhigen Zeiten, wo einen keine Zeit bleibt, großartig intensiv zu forschen und alles niederzuschreiben.

Es gibt eine Aufzeichnung und sie funktioniert in der Tat. Wichtig ist, dass die Person, die das Black Heart trägt, schwächer ist, als die Person, die das Black Heart entzieht. Es geht dabei nur um den Zustand im Moment der Entnahme. Jedes Mittel ist dazu recht."

Sie brauchte es nicht auszusprechen. Er wusste auch so, dass sie damit auf den Cruciatus Fluch ansprach. War es auch das, was bei ihr passiert war, als sie diese Magie verlor?

„Ein höheres Wesen bündelt dann die Magie des Black Hearts und spaltet diese von der ursprünglichen Magie ab. Es ist wichtig, dass ein höheres Wesen dabei ist, denn nur dieses kann eine so starke Magie, wie die des Black Hearts, durch den Fractio Zauber entziehen und auf einen Gegenstand übertragen.

Es ist jedoch humaner, die Person zu töten, statt ihr diese Magie zu nehmen. Der Vorgang der Entnahme ist -" Sie machte eine bedeutungsvolle Pause und in diesem Moment konnte er ihren Blick einfach nicht zuordnen. Er wusste nicht, was für ein Gefühl sich in ihren Augen spiegelte, aber angesichts dessen, dass er annahm, dass sie diesen Vorgang durchlebt hatte und deswegen davon berichten konnte, glaubte er, dass es ein leises Flehen nach Beendigung dieses Gespräches war. „Nichts, was sie ihrem schlimmsten Feind wünschen, Mr. Potter. Nicht mal Lord Voldemort."

Harry verfiel in eine merkwürdige Stimmung. Wenn er ehrlich war, dann wollte er auch nicht mehr länger an diesen Vorgang denken.

„Was für ein Gegenstand ist das? Muss das etwas besonderes sein oder ist es vollkommen gleichgültig?"

Auf ihrem Gesicht bildete sich wieder dieser herablassende und hinterlistige Ausdruck, der ihm schon bei ihrer ersten Begegnung aufstieß und auch wenn eben noch Anzeichen von Sympathie für sie in ihm aufgetaucht war, so war dieser mit ihrer Haltung wieder im Nichts verschwunden.

„Dies ist eine andere Frage. Besiegen sie mich am Donnerstag in einem Duell, wenn sie das wissen wollen. Selbe Zeit, selber Raum."

Damit erhob sie sich und verließ das Klassenzimmer. Er blickte ihr misstrauisch hinterher, aber sie hatte sich kein einziges Mal umgedreht, noch zeigte sie Anzeichen von der bis vor kurzem noch da gewesenen Erschöpfung. So stand er gleichfalls auf und verließ das Klassenzimmer, nicht ohne einen letzten Blick zurückzuwerfen und froh zu sein, dass er in Zaubereigeschichte kein UtZ wollte, denn nachdem sie hier drin alles kurz und klein geflucht hatte, hätte Binns ihn eher durchfallen lassen, bevor er ihn auch nur an der Prüfung hätte teilnehmen lassen.


Als er zurück in den Gemeinschaftsraum kam, hatten Hermine, Ron und Ginny schon besorgt auf ihn gewartet und zu viert verzogen sie sich unter den Tarnumhang rauf in den Raum der Wünsche, wo Harry ihnen alles von dem Duell und der Antwort von White erzählte.

„Sie ist echt gut," sagte Harry, nachdem er fertig war. „Und sie scheut sich nicht davor einen Schüler mit harten Flüchen anzugreifen."

„Aber dennoch hast du gegen sie gewonnen," sagte Ron beeindruckt. Harry schüttelte jedoch frustriert den Kopf.

„Ich würd nicht sagen, dass ich gewonnen habe."

„Was meinst du?" fragte Hermine verwirrt. Harry war es erst richtig aufgefallen, nachdem er zurück in den Gemeinschaftsraum ging und dadurch Gelegenheit hatte den Kampf noch mal in Gedanken durchzugehen.

„Ich konnte nur deswegen einen Fluch anwenden, weil ihrer aufgehört hatte. Die Rüstung hätte mich weiter angreifen müssen, doch stattdessen war sie am Boden als ich meinen Fluch sprach."

„Du denkst, White wollte, dass du gewinnst?" fragte Ginny verblüfft. Harry schüttelte den Kopf.

„Kann nicht sagen, was es war," sagte er grüblerisch. „Keine Ahnung, Leute. Entweder ist sie von sich selbst so überzeugt, dass sie jedem auf die Nase binden muss, was man besser machen kann oder sie ist tatsächlich so doof, dass sie einem Tipps gibt, was man bei einem Angriff gegen sie falsch macht."

„Oder sie wollte dir einfach helfen," sagte Hermine vorsichtig. Harry warf ihr erneut einen genervten Blick zu, weil sie immer noch daran fest hielt. Hermine zog es vor nicht weiter darauf einzugehen, weil er ihr ohnehin nicht glauben würde, egal was sie vorbrachte und so schwang sie auf das andere große Thema des Abends.

„Inga White sagte doch zu Dumbledore in der Erinnerung, dass er besser dafür sorgen sollte, dass Professor White ihr Black Heart verliert. Glaubt ihr, er hat das gemacht?"

„Dumbledore würde den Cruciatus Fluch nicht einsetzen," sagte Harry, wenn er auch nicht besonders sicher klang. Es war mehr ein Wunsch, als eine Tatsache, denn wie hätte White sonst diese Magie verlieren sollen?

„Und wenn es nicht Dumbledore war, der dies gemacht hat, sondern Voldemort?" warf Hermine ein und konnte damit gar nicht mal so unrecht haben. „Das könnte bedeuten, dass sein Horkrux aus ihrem Black Heart entstanden ist."

„Und er hat sie mit dem Cruciatus Fluch gefoltert?" sagte Ron ungläubig. „Wieso sollte sie für jemanden arbeiten, der ihr das antut?"

„Wer weiß schon, was in den Hirnen dieser Todesser vor sich geht. Peter Pettigrew hat sich eine Hand für Voldemort abgeschnitten und arbeitet immer noch für ihn," sagte Harry mit finsterer Miene.

„Oder das ist der Grund, warum sie nicht mehr für ihn arbeitet," schlug Hermine leise vor. Harry erwiderte darauf nichts, denn der Gedanke war ihm nun durchaus auch schon gekommen. Wieso aber dann ihre Drohung vor 3 Monaten? Wozu ihm das dunkle Mal zeigen und sich noch immer so hinter Voldemort stellen, wenn sie sich von ihm abgewandt hätte? Heute Abend hatte sie doch noch mal bestätigt, dass sie für ihn arbeitete?

Andererseits, wieso erzählte sie ihm tatsächlich was er wissen wollte, wenn sie gegen ihn, Harry, arbeitete und für Voldemort? Harry raufte sich die unordentlichen Haare. Das ergab doch alles kein Sinn, egal, wie er es drehte oder wendete oder von welcher Seite aus er es betrachtete. Er war noch nie jemanden so undurchschaubaren begegnet wie White und das machte einen komplett irre.

Die Woche verging und Harry tauchte am Donnerstag im selben Klassenzimmer auf. Erstaunt bemerkte er, dass alle Stühle, Tische und Rüstungen wieder heil an der Stelle standen, wo sie auch am Montag vor dem Duell waren.

„Ich hoffe, sie haben sich gut vorbereiten, Mr. Potter. Heute werde ich nicht so einfach zu besiegen sein."

Einfach? Dachte er ungläubig. Das nannte sie einfach?

Wieder schossen ihm Flüche um den Kopf, von denen er noch nie gehört hatte und er musste sein gesamtes Repertoire an Schutzzaubern ausschöpfen, um deren Wirkungen zu entgehen und sich rechtzeitig zu retten. Dieses mal ging das ganze 10 Minuten lang in dem Tempo und am Ende prallte Harry mit voller Wucht gegen die Wand als sie „Expluso!" rief. Er drückte sich unter brennenden Schmerzen auf und sah dass White ebenfalls von seinem Impedimenta Fluch getroffen worden war. Sie lehnte an der Wand und hielt sich den Arm. Harry wartete, denn obwohl er dazu fähig gewesen wäre, wollte er ihre Lage nicht ausnützen und angreifen.

White dagegen lachte ihn verbittert aus und erneut keimte unverständliche Wut in ihm auf.

„Wenn wir uns nicht in einem Klassenzimmer in einer Schule duellieren würden, Mr. Potter, so wären sie nun bereits tot. Ihr zögern, ihr Rücksichtnahme auf Feinde, das ist ihre Schwäche und was ihnen und ihren Freunden das Leben kosten wird. Wenn das Zaubereiministerium es nicht überwachen würde, hätte ich nun mein Vergnügen sie mit dem Cruciatus Fluch in die letzte Ecke zu jagen."

Er stemmte seine Hände zu Fäusten. Wieso tat sie das? Wieso sprach sie so herablassend und benahm sich ihm gegenüber so widerlich? Gerade hatte er begonnen Respekt für ihre Art des Duellierens zu bekommen.

„Da ich Kenntnisse über ihre unbändige Sturheit und anhaltende Frechheit kenne, Dinge nicht zu akzeptieren, wenn sie ihnen nicht in den Kram passt, werde ich ihnen, um meine eigenen Nerven zu schonen und meine kostbare Zeit nicht für ihren Unsinn zu vergeuden, entgegenkommen. Stellen sie ihre Frage."

Er wollte fast protestieren und zeigen, dass er durchaus in der Lage war Dinge zu akzeptieren, ließ das aber dann bleiben und ignorierte ihre niederträchtige Art ihre Schwäche zu kaschieren.

„Was für ein Gegenstand braucht man, um die Magie von Black Heart einzuschließen?" fragte er stattdessen und sah sie kritisch an. Weder er, noch Professor White hatten sich von ihren Stellen gerührt oder aufeinander zubewegt und doch hörte er ihre Worte klar und deutlich genug.

„Eine Magie wie Black Heart schließt man nicht einfach in einen wertlosen Gegenstand ein. Diese wäre viel zu stark und untragbar für einen magielosen Gegenstand. Binnen kürzester Zeit wäre sie verflogen. Um sie einzuschließen sind sehr starke magische Objekte nötig und mit sehr stark, sollte ihnen klar sein, dass ich nicht auf einfache, verzauberte Schmuckstücke anspreche."

Harry hatte sich tief in seinen Gedanken vergraben und kurzzeitig vergessen, dass er sich eigentlich noch immer im Klassenraum direkt vor White befand. Erst als er Geräusche hörte und sah, dass sie alles, was zerbrochen war, wieder zusammenzauberte, sah er auf. Die Frage rutschte ihm heraus, bevor er überhaupt verstand, was er im Begriff war zu sagen.

„Professor White? In was wurde ihr Black Heart eingeschlossen?"

White hatte ihn ignoriert und stattdessen die Stühle fertig wieder zusammengezaubert. Harry wünschte sich, er hätte das nicht gefragt. Das letzte was er wollte war, Voldemort auf seine Fährten bringen und mit dieser Frage hatte er sich vielleicht bereits selber verraten. Andererseits fiel ihm auch erst jetzt auf, dass Professor White noch nicht mal gefragt hatte, warum er etwas über Black Heart wissen wollte und woher er wusste, dass sie eines getragen hatte.

„Nächsten Montag, Mr. Potter. Selbe Zeit, selbes Klassenzimmer."

Mit diesen Worten ging sie hinaus und ließ ihn alleine im Dunkeln zurück. Harry fühlte sich schlecht. Wenn er sich doch sicher sein könnte, dass White nicht zu Voldemort rannte und ihm von seinen Nachforschungen berichtete.


„Wenn sie es doch tut, dann sollten wir uns lieber beeilen mit unserem Vorhaben," sagte Hermine als sie am Abend ihre Rundgänge durch das Schloss taten.

„Glaubst du, Voldemort wird eins und eins zusammenzählen?" fragte Harry mit finsterem Blick. Hermine aber sah unsicher zurück.

„Ist nicht so, dass wir jedem auf die Nase binden, was wir tun. Wenn er aber Verdacht schöpft, kann ich mir durchaus vorstellen, dass er nach seinen übrig gebliebenen Horkruxen selber sucht, um sie in Sicherheit zu bringen."

„Die Schlange ist noch bei ihm und solange er mindestens einen Horkrux hat, kann ihn keiner töten. So wie ich ihn einschätze, kann ich mir vorstellen, dass er eher einen weiteren Horkrux von sich erstellt und jemanden tötet, bevor er nach seinen alten Horkruxen auf die Suche geht."

Hermine schüttelte traurig den Kopf.

„Du hast recht. Allerdings ist das nicht besser wie die Möglichkeit, dass Professor White ihm von uns erzählt."

„Wir müssen uns beeilen. Läuft beides darauf hinaus, oder?"

Sie nickte verstehend. Man sah Harry in diesen Tagen die Erschöpfung an, aber keiner von ihnen hätte ihn wirklich wirksam dazu ermahnen können einen Schritt zurückzutreten und es langsamer anzugehen. Er hatte ohnehin recht damit, dass sie sich beeilen mussten.

„Ich hab mich übrigens über das Porträt der Vergessenheit informiert."

„Porträt der was?" sagte Harry verwirrt.

„Das Porträt der Vergessenheit," wiederholte sie geduldig. „Das in Professor White's Büro, in dem Gryffindor's Schwert versteckt ist."

„Das heißt Porträt der Vergessenheit?" fragte er nach wie vor verwirrt, aber auf Hermine's dämlichen Blick hin zuckte er überrascht zurück.

„Willst du nun wissen, was ich in Erfahrung bringen konnte oder nicht?" Sie wartete nicht auf eine Antwort und fuhr einfach fort. „Das Porträt der Vergessenheit wird von vielen Zauberern und Hexen benutzt, um Dinge aufzubewahren, die niemand anderes in die Finger kriegen sollte. So auch zum Beispiel Schmuck oder Geld. Es fungiert wie eine Geheimkammer mit Schloss und der Schlüssel, um diese Kammer zu betreten, ist der Mensch selber, der den Zauber auf das Porträt legt."

„Err – okay," sagte Harry, um zu zeigen, dass er zumindest folgte. Hermine hatte ihn nämlich erwartungsvoll angesehen und so musste er zumindest irgendetwas von sich geben.

„Und wie jeder solche Schlüssel in der Welt der Muggel nachgemacht werden kann, gilt selbiges auch für die Zaubererwelt."

„Hä?"

„Vielsafttrank, Harry!"

Die beiden blieben mitten im Korridor stehen.

„Das meinst du wirklich ernst, oder?" bemerkte er amüsiert.

„Wieso nicht? Alles was wir tun müssen ist ein Haar von Professor White zu beschaffen, ich schnappe mir etwas Vielsafttrank von Professor Slughorns Vorräten, Remus muss Professor White nur wieder ablenken und dann holst du das Schwert."

„Ach, das ist alles!" witzelte er und schritt wieder weiter.

„Hey," warf sie jedoch gereizt zurück. „Der Plan ist nicht weniger irre und schräg als deine bisherigen."

„Ja, aber normal komm ich damit auf. Deine waren bisher stets machbar und durchdacht?"

„Es gibt für alles ein erstes Mal," sagte sie schulterzuckend und beide setzten ihren Rundgang fort, während sie gleichzeitig darüber sprachen, wie sie am besten an das Haar herankommen konnten. Harry hatte schließlich die Idee! Beim Duell nächste Woche könnte er leicht an eines rankommen.

Dazu jedoch suchten sie erst einmal einige Zauber heraus, durch die er an ihre Haare herankam.

(„Der hier sieht gut aus," sagte Ron, tief in ein Buch vergraben als sie eine Freistunde im Gemeinschaftsraum nutzten. „Oh doch nicht. Der reißt ihr sämtliche Haare heraus." - „Wenn's nicht anders geht, nehm ich den dennoch," sagte Harry und zuckte vielsagend mit den Augenbrauen. Ron lachte sich krumm und Ginny kicherte, Hermine aber sah sich lediglich grinsend nach einem anderen Zauber um.)

Sie waren so in ihrer Arbeit begraben, dass Harry nur nebensächlich durch Demelza mitbekam, dass Hufflepuff Rawenclaw bei ihrem Quidditch Spiel Haushoch geschlagen hatte. Selbst das Spiel hatte er sich nicht angesehen, sondern hatte hart an Zaubern geackert, die er im Duell einsetzen könnte. Dank Hermine und Ginny fiel es auch nicht auf, dass er in Zaubertränke nicht besonders aufpasste. McGonagall hatte ihn das ein oder andere mal zwar in Verwandlung gerügt aufzupassen, sonst schien es aber auch sie nicht zu kümmern, dass er nicht besonders aufpasste und mit den Gedanken woanders war.

In Zauberkunst konnte er sich stets so klein machen, dass Flitwick ihn ohnehin nicht sah und in Fortgeschrittene Verteidigung gegen die dunklen Künste war er ohnehin besser als die meisten anderen, so dass es ihn nicht wurmte, dass mal Hermine die erste war, die den Zauber meisterte.

Der Montag für das Duell kam und White hatte ihn auch dieses Mal bereits im Klassenzimmer erwartet.

„Nun dann," sagte sie herausfordernd und machte sich für das Duell bereit. Harry tat es ihr gleich und hob seinen Zauberstab. Wieder ging es Fluch um Fluch, aber White war dieses mal unerwartet stärker und Harry fand keine Gelegenheit auch nur einen Zauber anzuwenden, um an ein Haar zu kommen und mit jedem Fluch, der ihn entweder nur haarscharf verfehlte oder gar traf, verlor er mehr und mehr die Geduld. Dies war die Antwort, die vielleicht am wichtigsten war und er brauchte sie. Er hatte sie schon zwei mal besiegt, warum war es heute um so vieles schwerer?

Locomotor Mortis!" Und Harry fiel sofort zu Boden als sich seine Beine aufhörten zu bewegen. Der Zauberstab war noch fest umklammert in seinem Griff, aber White hatte bereits zum nächsten Fluch angesetzt. Sie würde gewinnen, wenn er nichts tat und mit einem Mal, ohne dass er überhaupt verstand, warum, sprach er den Zauber aus, der ihm als erstes in den Sinn kam - „Expulso!" Und White schrie grauenvoll laut auf.

Während es ihn selbst gestern lediglich von den Füßen riss und nach hinten stieß als White ihn angewandt hatte, wurde seine Gegnerin heute von dem Fluch förmlich an die Decke katapultiert und sie kracht mit Wucht und grauenvollen Lärm auf den Haufen aufeinandergestapelten Stühle hinab. Der Beinklammerfluch war aufgehoben und Harry fiel die Kinnlade hinab als er den zerstörten Haufen Holz mit der Professorin mitten drin erblickte.

Augenblicklich sprang er auf die Beine und lief hin, hoffend, dass sie nicht schwer verletzt war und sein Fluch deswegen noch Folgen haben würde.

White hustete erneut heftig Blut auf den Boden, drückte sich mit Schmerzverzerrtem Gesicht auf und stierte ihn mit Holzsplitter überall am Körper klebend tief erzürnt und giftig an. Sie hatte viele Wunden, denn durch die Explosion hatte das spitze Holz Risse in ihren Umhang gezogen, woraus er Blut herausquollen sah.

„Nett," spuckte sie böse und putzte sich einige Holzstücke vom Körper. Ihr Atmen war ruckartig und er sah das Blut an ihren Armen auf den Boden tropfen. Harry hatte so ein schlechtes Gewissen, er blieb erstarrt neben ihr knien. Er war nie seine Absicht gewesen, das Duell so zu Ende zu führen. In der Erwartung, dass sie über ihn herfiel, eine Predigt hielt und Strafen aufbrummte, war er doch überrascht als sie stattdessen, wenn auch etwas mürrisch, seine Frage von letzter Woche beantwortete.

„Ihre Frage – Meine Magie des Black Hearts... wurde in Gryffindor's Schwert eingeschlossen."

War er schockiert? Überrascht? Er wusste es nicht. Die Stile war erdrückend, ihr plötzlicher Gefühlloser Blick war Angsteinflößend und Harry wünschte sich, Dumbledore wäre noch hier, denn dann wüsste er auch sofort, wen er als nächstes aufsuchen würde. So, war die Ungewissheit das Einzige, was um sie herum blieb.

White atmete tief durch und stützte sich wieder auf die Beine. Harry erhob sich ebenfalls und wollte sich gerade für sein Übertriebenes Handeln entschuldigen, da hatte White gesprochen bevor ihm auch nur ein Ton entfahren war.

„Sich gegen Lord Voldemort zu stellen, wird sie alles kosten, was sie nie verlieren wollten. Er wird ihnen alles nehmen, was sie lieben und er wird es sie wissen lassen, dass es ihretwegen passiert ist. Glauben Sie wirklich, dass er es bei einem einfachen Tod belassen wird? So wie sie jetzt kämpfen sind sie nicht im Stande irgendjemanden zu schützen. Sie sind töricht, wenn Sie glauben, dass ein Sieg gegen mich bedeutet, dass sie ihm auch nur annähernd gewachsen wären.

Vor 2 Jahren rettete sie der Priori Incantatem. Letztes Jahr war es Dumbledore und die Erkenntnis, Sie nicht einnehmen zu können. Sind sie bereit erneut auf ihn zu treffen, ohne all diesen Schutz und das Glück, welches ihnen bisher zuteil wurde?"

Harry aber sah sie mit festem Blick an.

„Ich bin," sagte er entschlossen. White lachte überheblich.

„Sollten sie weitere Fragen haben, werden diese bis zum neuen Jahr warten müssen, was selbst jemand noch so begriffsstutziges wie Sie vorhergesehen haben müsste, bevor er den Fluch anwandte. Ansonsten rate ich Ihnen ihre Handlungen besser abzusehen als zu hoffen, dass sich alles schon zum Guten für sie wenden wird."

Sie humpelte an ihm vorbei, hob kurz den Zauberstab und ohne etwas gesprochen zu haben, sah Harry, dass ihr Blut auf dem Boden verschwand als ob es von einem unsichtbaren Tuch weggewischt wurde, und als er wieder zu ihr rüber blickte, war Professor White bereits weg. Verwirrt blickte er wieder zurück zu dem restlichen Haufen zerstörter Holzstücke und erkannte etwas weiß, glitzerndes auf einem Scheiterhaufen, aus dem White sich vorher herausgekämpft hatte. Harry ging darauf zu und tatsächlich. Es war ein weißsilbernes Haar und nicht unweit davon entfernt fand er weitere davon. Er sammelte sie alle auf und steckte sie ein. Wenigstens das hatte geklappt.


„Oh, Harry," sagte Hermine bemitleidend als er ihr bei den Rundgängen davon erzählte, wie das Duell ausgegangen war. „Das hättest du nicht tun dürfen."

„Ich hab doch gar nicht gewusst, dass der Fluch bei mir solche Ausmaßen annehmen würde. Sie hatte ihn doch selber benutzt und da war er längst nicht so heftig gewesen."

„Vielleicht gab es bei dem Fluch eine Komponente, die du nicht bedacht hast?"

„Muss wohl," stimmte er ihr nachdenklich zu. „Sonst wäre der kaum so nach hinten losgegangen."

„Weißt du, du solltest aufhören Flüche zu benutzen, die du irgendwo liest oder von jemanden gehört hast, wenn du noch keine Gelegenheit hattest ihn selber auszuprobieren."

Harry hätte am liebsten genervt die Augen verdreht, aber Fakt war, dass Hermine nicht Unrecht hatte. Ron hatte zwar wesentlich angenehmer reagiert und ihm bewundernd zum Sieg gratuliert, aber Ginny reagierte nicht anders als Hermine und hatte ihn ebenfalls dazu ermahnt White nicht unnötig noch mehr zu reizen. Wer wusste schon, was sie in diesem gedemütigtem Zustand nun bereit war zu tun.

Dieser Vorfall blieb Lupin natürlich nicht verborgen, auch wenn sein Schmunzeln Harry mehr irritierte, als er ihm gestand, wie unangenehm er sich gerade deswegen fühlte. Die vier saßen bei Lupin im Büro, einerseits, um ihn darüber auf dem Laufenden zu halten, wie das Duell lief, andererseits, um ihn um einen Gefallen zu bitte.

„Mach dir keine Gedanken darüber," sagte Lupin mit dem Anflug eines Lächelns. „Professor White ist taff. So, du willst also, dass ich sie noch mal aus ihrem Büro heraushole?"

„Ja, bitte," sagte Harry und erzählte ihm auch davon, wo sich laut Dumbledore's Porträt das Schwert Gryffindor's befand.

„Das Porträt der Vergessenheit. Gratuliere Hermine. Du hast dich gut darüber informiert. Allerdings sollte ich euch sagen, dass es einfacher klingt, als ihr euch bewusst seid. Das Porträt trägt nicht umsonst den Namen Vergessenheit."

Die vier sahen ihn verwirrt an und Lupin lächelte sanft. Er stand auf, ging zu einem Regal rüber und holte ein Buch heraus, welches er Hermine gab.

„Seite 77," sagte er und sie schlug es sofort nach. „Ich nehme an, du hast nur in der Bücherei gesucht. Diese Bücher sind eine gute Grundlage, aber wenn man sich tiefer damit beschäftigt, so zum Beispiel durch dieses Buch hier -" Er deutete auf das in Hermine's Hand. „Das ist eine Lektüre, die ich sehr empfehle, wenn man sich mit Aufbewahrungsmagie beschäftigen möchte. In Punkto Porträt der Vergessenheit lernt man dann, dass es nicht ganz ungefährlich ist, wenn man ihn erweitert. Sowohl für denjenigen, der etwas verstecken will, wie auch für denjenigen, der es stehlen will."

„Da gibt es ja dutzende Erweiterungsmöglichkeiten!" stellte Hermine entsetzt fest. Lupin sah sie mitfühlend an, dann aber nahm er seine Tasse Tee und nippte kurz daran. Hermine ging währenddessen eine Seite durch und schließlich hellte sich ihre Miene auf.

„Da sie den Erweiterungszauber aber erst durchführen kann, nachdem das Porträt angebracht worden ist, nehme ich an, dass uns zumindest Professor Dumbledore hierbei helfen kann, denn er war doch schon im Porträt, als sie Direktorin wurde?"

Lupin nickte anerkennend und legte die Tasse Tee wieder nieder.

„Ja, das ist eine gute Idee."

„Nur, müsstest du Professor White dazu noch mal raus locken," warf Harry ein. Remus lächelte wieder mild.

„Das könnte schwer werden angesichts der Tatsache, dass sie die restliche Woche gar nicht in Hogwarts sein wird."

„Wird sie nicht?" fragte Harry verwundert. Lupin nickte bestätigend.

„Professor McGonagall hat die Leitung bis sie zurückkehrt. Sie hat die Schule heute früh verlassen."

„Sie ist schon weg?" sagte Harry entsetzt. Lupin nickte erneut, angesichts seines entsetzten Blickes jedoch, hatte er sanft gelächelt.

„Das Passwort ist Erdbeerjoghurt." Remus nahm seine Tasse und leerte den Tee diesmal. „Ich nehm an, euch sollte die Zeit dieses Mal reichen, um alles zu erledigen, was ihr wolltet?"

Er lächelte vergnügt und die vier grinsten begeistert zurück. Das lief ja bestens!

„Wo ist Professor White?" fragte Harry neugierig, aber Lupin zuckte nur die Schultern.

„Kann ich leider nicht sagen."

Die vier verabschiedeten sich von Remus und gingen gemeinsam Richtung Gemeinschaftsraum als Hermine plötzlich stehen blieb und fast ein wenig schockiert in die Leere blickte.

„Hermine?" fragte Ginny umsichtig und erst dann hatten die Jungs mitbekommen, dass sie einige Meter alleine geschritten waren. Sie drehten sich um und sahen beide Mädels verwirrt an.

„Mir ist nur gerade etwas klar geworden," sagte diese. Sie ging zuerst sicher, dass niemand in ihrer Nähe war, bevor sie mit Ginny wieder zu den Jungs dazu stieß und in sehr leiser Stimme schließlich fortfuhr.

„Wenn die Magie des Black Hearts von Professor White in Gryffindor's Schwert eingesperrt wurde, dann kann ihr Black Heart nicht das Horkrux sein. Das was einen Horkrux zerstören kann, kann niemals zu einem Horkrux gemacht werden."

Ron, Ginny und Hermine sahen Harry nun besorgt an, denn es stand ihm im Gesicht geschrieben, wie hart diese Erkenntnis ihn traf. Ein Schritt nach vorne, zwei wieder zurück. Das letzte Horkrux, was von Gryffindor oder Rawenclaw sein könnte, war kein Black Heart oder zumindest nicht dieses. Wie sollten sie aber herausfinden, wer die anderen beiden waren und was ist, wenn es am Ende umsonst war und sowohl Dumbledore, wie auch sie selbst, die ganze Zeit auf der falschen Spur diesbezüglich waren? Harry schüttelte frustriert den Kopf. Der Gedanke, dass alles umsonst gewesen sein könnte, war unerträglich.