Nächstes =)
Review:
Mannequin: Hallou =)
Und einen schönen Tag der deutschen Einheit =) Feiertage sind irgendwie stets komisch. Man weiß halb nichts mit sich anzufangen.
Ah, dann ist es vielleicht doch nur Pollenallergie? Ich glaub, durch das milde Wetter flogen sie wieder umher, denn mir schniefte auch noch hin und wieder die Nase und das Kratzen im Hals hab ich auch hier und da in der früh. Ich stell mir das auch nicht sehr lecker vor, wenn man Zitronenwasser zu oft trinkt Öö Ich mein, ich trinks ja nur, wenn ich Anzeichen von Erkältung bemerke. Ansonsten wärs mir zu sauer. Jiah, XD hat sie's danach denn unterlassen immer Zitronenwasser zu trinken? Ich frag mich ohnehin, warum das jemand freiwillig macht. Das ist doch sauer ohne Ende?
Echt nicht? Auch wenn etwas total trauriges darin passiert? Dann bin ich vielleicht zu weich? =/ Wenn einer mir sympathischer Charakter zum Beispiel eines schrecklichen Todes stirbt, dann beschäftigt mich das noch Tage später und im ersten Moment bin ich dann auch erst mal bedrückt und traurig. Da hatte ich vor 6 Jahren schon mal was, wo ein Freund sich zusammenreißen musste, mich nicht auszulachen, weil ich so emotional Rotz und Wasser am Telefon geheult habe. Aber das war so frisch und ich konnte nicht glauben, dass sie dem Charakter so was antun. Seitdem schaue und lese ich nur noch Sachen, wo ich mich vorher genug informieren kann, dass so etwas nicht mehr passiert. Für Leute wie mich ist der Begriff Spoiler lebenswichtig XD
Awah ^^ kein Druck, keine Eile. Ich weiß eh nicht, wie lang das mit dem schnellen Schreiben noch so geht und es soll sich keiner von euch durch meine Macken beeinflusst fühlen. Ihr könnt ja nichts dafür, dass ich so komisch bin.
Ah, das ist dann aber eher was, das man nur herausbekommt, wenn man Rowling's Interviews oder das in nem HP Wiki nachliest. Nichts, was man durch die Bücher selbst herauskriegt. Findest du das gut, dass das mit den Malfoy's passiert ist? +neugierig bin+ Ich weiß nämlich genau, wie es für die Familie in Black Heart III nun ergehen wird und wundere mich aber, wie ihr das aufnehmen werdet.
Sie hätte ihre Eltern und Harry in der Tat retten können. Was danach aber passiert war, ist weniger schön. Sie wäre nämlich nicht mehr am Leben, denn indem sie ihre Familie rettet, hätte sie sich Voldemort gegenüber als Ponester offenbart. Genauer beschrieben wird das aber dann in nem Kapitel hier, wenn es sich mehr auf Harry und Jimá fokusiert.
Ist es gut, wenn ich dich überrasche oder schlecht? Weil es nicht unerwartet ist? Öö Anna bezweckt damit aber etwas bestimmtes, was schätze ich in den nächsten paar Kapiteln dann irgendwann kommt. BH III sollte eigentlich keine 100 Kapiteln dauern.
Gute Fragen, gute Theorien, behalte sie Hinterkopf, wenn das Kapitel dazu dann kommt. Ich denke, es wird sich dann auch alles aufklären, warum wer wie handelt und an allem ist etwas wahres dran. Ich denk aber schon, dass ihr mit der Erklärung dann auch gut leben könnt =) Ich würd zumindest sagen, dass die Erklärung typisch für meine FF's ist.
Hehe, ja, war Procella, auf das die Phowlyris schlimmer reagieren. Zu dem ganzem letzten Kapitel wird es zur gegebener Zeit noch alles aus anderer Sicht beschrieben werden. Du hast aber recht. Anna aus Chains of Xerchia hätte Harry ohne Probleme besiegen können.
Hm... mal sehen. Möglich wärs. Was würdest du denn davon halten, wenn dem so wäre und James' Black Heart das Horkrux ist?
Thx für das liebe Review =) Liebe Grüßle
Chapter 9 - Setback
Harry musste zugeben, es war alles andere als sein Wunschszenario gewesen, ganz zu schweigen davon, dass überhaupt je erwartet zu haben, dass es eines Tages dazu kommen könnte. Nun war es jedoch so und er kam nicht umhin, das komisch zu finden. Da stand er in Dumbledore's früherem Büro, in dem er im letzten Jahr so viel Zeit verbracht hatte, und starrte ein schwarzes Bild an der Wand an. Rechts neben ihm stand Ron, links neben ihm Hermine und Ginny, allesamt konzentriert und tief in Gedanken versunken.
Und direkt vor Harry stand Dobby, seine Glubschaugen rollten mal nach rechts, mal nach links, mal hoch zu Harry.
„Sicher, dass sie uns nicht sagen können, was für eine Erweiterung sie benutzt hat?" fragte Harry und hatte sich noch mal zum Porträt von Dumbledore umgedreht. Hermine, Ron, Ginny und Dobby taten es ihm gleich. Ihr alter Schulleiter aber sah alle nach wie vor freundlich an.
„Ich fürchte, ich habe zu dem Zeitpunkt mein Nickerchen gemacht."
Harry seufzte und trat einen Schritt zur Seite zu Fawkes, der friedlich auf seiner Stange saß und seinen Blick auf Harry gerichtet hatte.
„Wenn du reden könntest, würdest du mir sagen, was es war, oder?"
Fawkes fiepte.
„Okay, ich hab einige Erweiterungen ausschließen können," sagte Hermine, woraufhin sich ihr alle zuwandten. „Nach dem was Dobby erzählt hat beobachtet zu haben und was uns Professor Dumbledore von der Beobachtung erzählt hat, glaube ich, dass es nur einer von zwei Erweiterungen sein kann."
„Super, Hermine!" jubelte Ron.
„Aber wenn wir die falsche Erweiterung aussetzen und es ist der andere, stecken wir in der Vergessenheit fest."
„Das ist nicht gut, Hermine!" rief Ron und hatte ein Gesicht verzogen wie sieben Tage Regenwetter. „Warum kann uns das Ding dann nicht einfach wieder raus hauen wie das Denkarium?"
„Weil es eben kein Denkarium ist," sagte sie als läge das doch wohl auf der Hand.
„Was soll denn das nun schon wieder heißen?" blaffte Ron beleidigt.
„Das du aufhören sollst die Probleme an dich anzupassen und stattdessen versuchen solltest dich an die Probleme anzupassen!"
„Ich -"
„Hey!" rief Harry bevor einer von beiden etwas sagen konnte, was wieder in einem Streit enden würde. „Wir haben hier nicht ewig Zeit. Ein Vorschlag was wir nun am besten tun sollten?"
„Vielleicht -" begann Ginny und hüpfte von der Gruppe weg Richtung Regale. „Ich mein, selbst wir haben mehr über diese Erweiterungen nachlesen müssen, nicht wahr? Und Remus hatte ein Buch. Vielleicht hatte Professor White auch in ein Buch sehen müssen und wenn wir das Buch finden, dann könnten wir vielleicht die Seite sehen, die sie öfter angesehen oder benutzt hat und so herausfinden, welche Erweiterung sie angewandt hat?"
„Ginny, das ist eine geniale Idee!" strahlte Hermine begeistert. Ron und Harry warfen sich amüsierte Blicke zu. Dobby hingegen blinzelte von einem verwirrt zum anderen.
„Und wie finden wir das Buch?" warf Harry ihnen erwartungsvoll zu. Bevor die Mädels mit einem Vorschlag überhaupt aufkommen konnten, hatte Ron seinen Zauberstab hochgehoben und gerufen „Accio, Buch über Erweiterungsmöglichkeiten für das Porträt der Vergessenheit?!"
Hermine und Ginny sahen ihn blöd von der Seite an.
„Als ob es so leicht wäre," sagte Hermine mit absurdem Blick, da hörten sie plötzlich ein komisches surrendes Geräusch von den Regalen aus und ehe sie sich versahen flog ein dickes Buch zwischen zwei Regalen hervor und krachte vor Ron's Füße herab. Einen Moment lang waren alle sprachlos, dann aber hatte sich Harry als erstes wieder gefangen.
„Okay, dann schauen wir uns das mal an," sagte er, konnte sich aber ein süffisantes Grinsen nicht verkneifen. Hermine und Ginny sahen immer noch aus als hätte Ron ihnen gerade bewiesen, dass er derjenige war, der Weihnachten erfunden hat.
Sie brauchten etwas Zeit, aber Ginny's Vorschlag erwies sich als sehr erfolgreich. Mit einem Zauber, den Hermine aus früheren Jahren für sich selbst rausgesucht hatte, konnten sie schließlich auch herausfinden, welche Seiten White als Letztes gelesen hatte und es stimmte auch mit einem von beiden Erweiterungszaubern überein, die Hermine vorher bereits geschlussfolgert hatte.
„Sehr schön," sagte Harry, sah jedoch noch mal sichergehend in die Runde. „Dann trinke ich jetzt den Vielsafttrank?"
„J-Ja," sagte Hermine leicht unsicher. „Ich mein, wenn etwas passieren sollte, ist Remus doch auch noch da? Und Professor Dumbledore, richtig?"
Alle vier plus Dobby wandten sich zum Porträt rüber, wo ihr ehemaliger Schulleiter sie mild anlächelte.
„Ich werde mit Ratschlag helfen, so gut ich kann. Handeln ist jedoch nur euch möglich."
„Das reicht schon," sagte Harry und versuchte möglichst entschlossen zu wirken.
„Und Dobby ist auch noch da, Harry Potter!" sagte der Hauself stolz und klopfte sich auf die Brust.
„Ja, genau," stimmte Harry zu und das meinte er alles andere als ernst. Zu gut erinnerte er sich an jede Katastrophe aus seinem zweiten Schuljahr, in der Dobby glaubte, ihm geholfen zu haben.
Er entkorkte die Phiole, leerte es mit einem kräftigen Schluck und verwandelte sich schließlich in Professor White. Harry warf einen Blick zum Fenster, wo er sich widerspiegeln sah und kam ihm das Szenario schon vorher komisch vor, so setzte dies noch eine Schippe drauf. Er als Professor White mit silberweißen Haaren genau zwischen all seinen Freunden in ihrem Büro. Und Dobby, der wirklich so gar nicht ins Bild passte. Harry atmete tief ein und nickte allen zu.
„Gut, dann mal los."
Er ging auf das schwarze Porträt zu und blieb kurz davor stehen. Sein Herz begann auf einmal zu rasen und unweigerlich keimte Panik in ihm auf.
„Viel Glück," hörte er Ginny's Stimme. Er drehte sich noch mal zu allen um, gab ihnen ein zuversichtliches Lächeln und schritt dann mit geschlossenen Augen in das Bild hinein.
Als Harry seine Augen öffnete, befand er sich in einem Korridor und dieser sah aus wie jeder andere Gang in Hogwarts auch. Er drehte sich um und sah seine Freunde in dem Büro stehen, war sich aber nicht sicher, ob sie ihn noch sahen.
„Finite dilatatio," sagte er entschlossen und mit angehobenem Zauberstab. Er wartete. Würde es kommen? War es diese Erweiterung, auf die sie ihn vorbereitet hatten? Er hörte ein bellendes Lachen und wie von der Tarantel gestochen hatte sich Harry sofort umgedreht, um zu sehen, wer sich hier befand. Sein Herz blieb stehen als er den Mann erkannte.
Wie oft hatte er sich gewünscht ihn noch mal zu sehen? Wie oft sich danach gesehnt noch mal mit ihm reden zu können? Ihm alles zu sagen, was er nicht mehr konnte? So oft hatte Harry an ihn gedacht, nachdem er gestorben war.
„Sirius," sagte er traurig. Er war so jung, vielleicht 20 Jahre alt. Sein Gesicht war nicht eingefallen. Es war voller Freude und Heiterkeit. Er sah nun aus wie der gutaussehende Mann, der auf dem Hochzeitsfoto seiner Eltern mit abgebildet war. Harry schluckte. Dies war härter als er gedacht hatte.
Sirius sah ihn mit väterlichem Blick an.
„Es ist lange her, Harry."
Seine Stimme wiederzuhören war alles gewesen, war das, was er sich die letzten 2 Jahre immer wieder gewünscht hatte. Zu wissen, dass es nur vorübergehend war und er weg sein würde, sobald Harry das Porträt verließ, war unerträglich gewesen. Jetzt verstand er das mit der Vergessenheit.
„Ich dachte," sagte er ehrlich. „Ich würde meine Eltern hier treffen."
„Nun, du hast James und Lilli nie wirklich kennengelernt," sagte Sirius leise. „Als sie starben warst du noch sehr klein. Zu klein, um dich an etwas zu erinnern. Eine Person, die man nie kennengelernt hat, kann man nicht so stark vermissen, wie eine Person, die man kennt und geliebt hat."
Harry nickte verstehend, dennoch ein Kloß hatte sich in seinem Hals gebildet. Er wusste, dass er nicht hier bleiben konnte, aber er konnte es auch nicht verhindern, dass er unbedingt hier bleiben wollte.
„Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich es tun, Harry," sagte sein Patenonkel auf das deprimierte Gesicht seines jungen Freundes hin. „Ich wäre nicht einfach mitgegangen, sondern da geblieben, wo mich Dumbledore haben wollte. Oder ich hätte mich... besonnener mit Bellatrix Lestrange duelliert, als ich es getan habe. Ich wünschte, ich wäre noch immer bei euch. Glaube mir, dass wenn die Möglichkeit bestanden hätte, ich auch zurückgekehrt wäre."
Harry schluckte den Kloß herunter. Er konnte nicht hier bleiben und sich von einem fiktiven, nicht existierenden Sirius sagen lassen, was er hören wollte. Bevor er dies jedoch tat, und er wusste, dass es falsch war und die Gefahr förmlich damit zu sich lockte, musste er ihn einfach fragen.
„Als Jimá dich in Askaban aufsuchte und dir vorwarf unsere Eltern getötet zu haben. Warum hast du ihr nicht widersprochen? Warum hast du ihr nicht die Wahrheit gesagt? Sie hätte dir doch geglaubt."
Nachdem Harry diese Erinnerung von seiner Schwester gesehen hatte, blieb diese Frage in ihm stecken. Jimá hatte ihn angefleht zu sagen, dass es nicht stimmte und es stimmte doch auch nicht. Warum hatte er es nicht einfach gesagt, statt zu schweigen?
Sirius lächelte traurig.
„Du hast deine Schwester mittlerweile kennengelernt. Hätte ich es ihr gesagt, sie hätte mir womöglich in der Tat geglaubt. Da stimme ich dir zu. Aber es war Askaban, Harry und Jimá war 4 Jahre alt. Ein Kind."
Er hatte ihn väterlich angesehen und Harry fühlte den Kloß in seinem Hals zurückkommen.
„Jeder glaubte doch bereits, dass ich deine Eltern verraten hätte und auf Voldemort's Seite stand. Selbst Dumbledore und Remus. Ich wollte es ihr nicht zumuten mit dieser Ungerechtigkeit leben zu müssen und zu versuchen diejenigen zu überzeugen, die sich um sie kümmerten.
Wenn ich ihr die Wahrheit gesagt hätte, Jimá hätte mich gegen den Willen der anderen dennoch in Askaban aufgesucht und dies ist kein Platz für ein 4jähriges, unschuldiges Kind.
Außerdem gab ich mir zu der Zeit selber genug Schuld an allem."
Harry nickte verstehend. Er wollte noch so viel mehr fragen und wissen, noch weiter Zeit mit seinem toten Patenonkel verbringen, aber er durfte es nicht. Er schluckte hart.
„Ich muss jetzt gehen," sagte er traurig. Sirius nickte verständnisvoll, legte seine Hand auf Harry's Schulter und sah ihn stolz an. Harry zögerte einen weiteren Moment, dann schritt er los und ohne sich noch mal umgedreht zu haben, eilte er den Gang hinab. Sein Herz schrie, dass er zurückkehren solle, dass er nur für einen kleinen Augenblick noch bei ihm bleiben solle, dass er das verdient habe, nach allem, was er durchgemacht hatte! Aber er tat es nicht. Harry lief weiter und obwohl er den Ansatz der Tränen an seinen Augenwinkeln spürte, ignorierte er das Zerren in sich drin, wischte sich den Ansatz ab und lief weiter.
Der Gang selber schien unendlich und er hatte keine Ahnung, wie lang er ihn bereits entlang lief als er einfach stoppte. Er sah sich um, doch alles was sich sowohl vor ihm wie auch hinter ihm befand, waren lange, leere Korridore. Er musste weiter gehen, langsamer am besten, denn natürlich wusste er, dass es ein langer Weg sein würde. Hermine hatte ihn oft genug daran erinnert, dass er durchhalten müsse und sich nicht verwirren lassen durfte.
Es kam ihm vor wie eine halbe Ewigkeit, dass er endlich etwas funkelndes in der Ferne ausmachte. Sein Herz machte ein Hüpfer und er schritt näher an die Wand, an der das silberne mit Rubinen verzierte Schwert Gryffindor's hing.
Harry nahm es von der Wand und betrachtete es voller Erleichterung. Endlich. Ihm kroch ein kleines Lächeln über die Lippen. Gut, die Aussicht darauf den ganzen Weg wieder zurückzugehen, zermürbte ihn etwas, aber zumindest tat er dies nicht mit leeren Händen. Als Harry sich jedoch umdrehte, sah er bereits das, was er auch schon gesehen hatte, als er gerade erst in das Porträt stieg. Seine Freunde, die alle im Büro auf ihn warteten. Harry stieg wieder durch das Porträt hindurch und prompt hatte sich jeder von ihnen erfreut aufgerichtet, als sie das Schwert in seiner Hand sahen. Gut, eigentlich in ihrer, denn Harry hatte nach wie vor die Gestalt von Professor White.
„Alles okay?" fragte Ginny vorsichtig. Er nickte.
„Alles bestens."
Jetzt, wo er das Schwert hatte, war alles okay.
Da saßen sie vier im Raum der Wünsche – und Dobby – und starrten das Schwert Gryffindor's und das goldene Medaillon vor sich auf dem Tisch an.
„Okay," sagte Ron und sah mit bangem Blick in die Runde. Harry war wieder er selbst. „Und was jetzt? Mit dem Schwert einfach auf das Medaillon hauen? Wer sagt, dass es nicht plötzlich explodiert?"
„Wieso sollte es plötzlich explodieren, du Idiot?" zischte Ginny verärgert.
„Hast du nicht Dumbledore's Hand gesehen? Die war total hinne!"
„Ich weiß nicht, wie das passiert ist," sagte Harry nachdenklich. „Das hat er nicht erzählt."
Die Freunde warfen sich einen vielsagenden Blick zu und Dobby rollte seine Glubschaugen zwischen allen hin und her, als ob er dann besser in das Bild der Vier rein passen würde.
„Auf zum Büro," sagte Harry und alle schritten aus dem Raum hinaus und zum Wasserspeier zurück. White war schließlich laut Remus die gesamte Woche weg und die Direktoren auf den anderen Porträts mit einem Schlafzauber zu versetzen war kein Problem bisher für die kleine Gruppe gewesen.
Wieder saßen sie nun in dem Büro und erneut starrten sie zu viert ein Porträt an – und Dobby. Nämlich das Porträt von Dumbledore.
„Entschuldigen Sie, ich weiß, das ist unhöflich von uns -" hatte Hermine begonnen, aber Dumbledore lächelte.
„Nicht doch, Miss Granger. Ich werde ihnen gerne erzählen, wie es zu der tödlichen Wunde gekommen ist."
„Tödlich?" fragte Harry plötzlich und stutzte. Dumbledore sah ihn mitfühlend an.
„In der Tat," wiederholte der alte Zauberer geduldig.
„Sie sagten, Snape war rechtzeitig zur Stelle," sagte Harry und der vorwurfsvolle Unterton war nicht zu überhören.
„Ohne die Hilfe von Professor Snape hätte ich in der Tat bereits den nächsten Tag nicht mehr erlebt. Sein Trank hat die Ausbreitung des Fluches eingedämmt. Beseitigen konnte er sie jedoch nicht. Was das Medaillon nun angeht, so rate ich euch zu äußerster Vorsicht.
Als du, Harry, das Tagebuch zerstört hattest, benutztest du einen Basiliskenzahn. Du hast mir auch erzählt, was passiert ist, nachdem du es mit dem Basiliskenzahn durchstochen hast.
Wie ich dir letztes Jahr erzählt habe, nahm ich an, dass dies der erste Horkrux war, den Voldemort je erstellt hatte und auch, wie besonders dieser war. Das Seelenstück darin war im Stande selbstständig zu denken und zu kommunizieren. Es war töricht von mir zu glauben, dass er seine anderen Horkruxe nicht noch weiter geschützt hat.
Auf dem Ring lag ein Fluch. Als ich den Stein mit Gryffindor's Schwert durchstieß, setzte ich ihn frei. Dies hätte vermieden werden können, wenn ich vorher daran gedacht hätte und mich ausreichend geschützt hätte. Es gibt einen Schutzzauber, der stets wirkt. Der Praestes Zauber.
Ich bin mir sicher, hätte ich diesen angewandt, der Fluch hätte seine tödliche Wirkung nicht entfalten können."
„Bei mir hat der Schutzzauber nicht gewirkt," sagte Harry nachdenklich. Dumbledore schien überrascht.
„Wirklich?"
„Ja," sagte er und nickte nochmal bestätigend. „Mich hat der Fractio Zauber erwischt und ich konnte ihn nicht aufhalten."
„Erstaunlich," sprach Dumbledore beeindruckt. „Wirklich erstaunlich. Es gibt nur ein Fall, der mir bekannt war, bei dem das passiert ist."
„Das hat diese Heilerin auch gesagt,," erinnerte sich Harry, auch wenn er sich im Halbschlaf befand, aber dieser Satz war in ihm hängen geblieben.
Dumbledore lächelte sanft.
„Dieser eine Fall, Harry, war dein Vater."
So wenig interessiert er vorher auch gewesen war, mit einem Mal war er hellhörig geworden. Entsetzt blickte er auf und starrte Dumbledore sprachlos an. Dieser schien genau zu wissen, was in seinem Schützling vor sich ging und sah väterlich zurück.
„Nun werde ich zu dir dasselbe sagen, was ich auch schon zu deinem Vater sagte. Du musst gut auf dich aufpassen, Harry. Es geht hier bei alleine um den Fractio Zauber, vor dem du dich in Acht nehmen musst, weil es keinen Schutz dagegen für dich gibt. Jedem anderen Fluch, mit dem Voldemort zum Schutze seiner Horkruxe aufkommen kann, bin ich jedoch der Überzeugung, dass der Praestes Zauber ausreicht, um Schutz zu bieten."
„Und wenn es nicht ausreicht?" sagte Ginny plötzlich und sprach damit eigentlich nur das aus, was jeder von ihnen auch dachte. „Was, wenn das auch wieder so ein Sonderfall ist, wo Harry die Ausnahme bildet, Professor? Ist es nicht besser, wenn stattdessen einer von uns die Horkruxe zerstört? Der Praestes Zauber wirkte bei uns jedenfalls bisher."
„Das ist durchaus eine nachvollziehbare Überlegung, Miss Weasley und natürlich steht es ihnen allen frei, wer das Schwert Gryffindor's benutzen möchte.
Die Flüche, die Voldemort zum Schutze der Horkruxe angewandt hat, sind allesamt, und da bin ich mir sehr sicher, dazu gedacht um zu töten. Der Fractio Zauber aber nicht. Seine Wirkung ist eine andere.
Um es besser zu erklären, der Praestes Zauber lässt keinen Fluch durch, Heilzauber dafür schon. Ich denke, Miss Granger kann die Schlussfolgerung ziehen, die auch wir damals gezogen haben, als es um Harry's Vater ging."
Alle wandten sich der Adressierten zu und sie nickte sehr nachdenklich.
„Etwas in Harry und seinem Vater fühlt sich vom Fractio Zauber geheilt? Deswegen lässt der Praestes Zauber ihn zu?"
„Ganz genau, Miss Granger," sagte Dumbledore stolz. „Wenn ich könnte, würde ich ihnen nun Punkte dafür geben. Leider ist dies einem Porträt nicht mehr möglich."
Hermine lächelte freudig.
„Ich verstehe," sagte Harry und nickte langsam. „Gut, danke Professor. Wir sollten also ohne Probleme die Horkruxe hier im Raum der Wünsche zerstören können, nicht wahr?"
Dumbledore wippte mit dem Kopf hin und her.
„Nun, durch den Praestes Zauber schützen sie sich selbst, nicht aber ihre Umgebung. Eine Explosion zum Beispiel schützt sie, nicht aber eventuelle Gegenstände. Sie sollten sich also ein passenden Raum wünschen." .
„Das lässt sich machen. Danke, Professor."
Damit verließen die vier das Büro – und Dobby hinter ihnen her.
„Harry, vielleicht sollten wir lieber eine Nacht drüber schlafen," schlug Hermine vor während sie Richtung Raum der Wünsche gingen.
„Nein, White wird sonst zurückkehren."
„Remus sagte, sie kommt frühestens nächste Woche wieder. Wir haben noch die gesamte Woche," sagte Hermine fest und hatte Harry am Arm gepackt, um ihn aufzuhalten. Ron und Ginny waren ebenfalls stehen geblieben, hatten sich aber in ihre Diskussion nicht eingemischt. Harry sah jedoch ihren Gesichter an, dass sie auf Hermine's Seite standen. Er seufzte frustriert und nickte. Sie bedankten sich bei Dobby für die Hilfe und gingen dann gemeinsam zum Abendessen in die Große Halle.
Während Ron sich alles mögliche auf seinen Teller schaufelte und hungrig gar nicht mehr zu bändigen war, beobachteten Hermine und Ginny Harry immer wieder mit tiefer Besorgnis. Zwar aß er auch gut, aber dass ihn etwas bedrückte konnten die zwei Mädels dennoch sehen.
Nachdem er fertig gegessen hatte, erhob er sich als Erstes und entschuldigte sich, um noch ein wenig auf seinem Besen zu fliegen. Ginny war sofort ebenfalls aufgesprungen und bestand darauf ihn zu begleiten.
„Musst du nicht noch die Aufsätze für McGonagall und Flitwick fertig machen? Die musst du morgen abgeben," erinnerte Harry sie daran und sah eindeutig den Zwiespalt in ihrem hübschen Gesicht. „Keine Sorge. Ich muss nur ein paar Gedanken klären und das kann ich auf dem Besen am besten. Hermine, ich stoß dann zu den Rundgängen wieder dazu."
Sie nickte, wenn auch mit unruhigem Blick und beide Mädels sahen ihm besorgt nach, während er die Große Halle verließ. Allein Ron hörte nicht auf zu essen bis Hermine ihn mit der Faust auf die Schulter schlug.
„Ow! Wofür war das jetzt?!"
„Dein bester Freund läuft wahrscheinlich zum Raum der Wünsche und zerstört es alleine! Und du isst hier in Frieden als wärst du ein Fass ohne Boden?!"
„Mensch, Hermine. Harry ist doch nicht doof. Wenn wir sagen, wir schlafen eine Nacht drüber, dann macht er das auch."
Und prompt schaufelte er sich eine weitere Ladung auf seinen halbleeren Teller.
Harry hatte sich gerade seinen Feuerblitz geschnappt und war fast auf dem Quidditchfeld als er jedoch abrupt anhielt.
Malfoy saß mitten auf der Wiese, sprang jedoch sofort auf die Beine als er Harry bemerkte. Er hätte schwören können den Ansatz von Tränen in den Augen des Slytherin Schülers gesehen zu haben.
„Was denn? Ein Rundflug am Abend, Potter? Und das ohne den Wiesel Anhang?" giftete er und obwohl es dunkel war, glaubte Harry, dass sein Gegenüber rötliche Augen vom weinen hatte. Es war das zweite Mal, dass er ihn in dieser Verfassung sah.
Harry hatte es jedoch satt sich in diese sinnlosen Wortgefechte und Triezereien zu verstricken, denn die unsinnige Zeit konnte er für alles andere hernehmen, was um ein vielfaches interessanter und besser war. Egal was war. Malfoy würde sich ohnehin nicht helfen lassen und noch mal ein sinnloses Duell wie letztes Jahr brauchte er gerade zum jetzigen Zeitpunkt am wenigsten. So kam Harry gleich zum Punkt.
„Warum bist du wirklich wieder zurück, Malfoy?"
Sein Gegenüber lachte verächtlich.
„Warum? Störe ich deine kleine perfekte Welt mit deinen Schlammblutfreunden und Blutsverrätern?" keifte er höhnisch. Die Mitgefühl, was er bis eben noch empfunden hatte, war mit einem Mal im Erdloch verschwunden. Harry schüttelte einfach nur den Kopf und ging an Malfoy vorbei auf das Feld hinzu.
„Du bist ein wirklicher Schwächling, Potter," zischte Malfoy ihm erneut hinterher und Harry blieb unweigerlich stehen. „Du hast nicht den Hauch einer Chance gegen ihn. Kommst nicht mal gegen mich an, stattdessen verdrückst du dich. Du machst mich einfach nur krank! Eines Tages, wenn mir danach ist, sorge ich dafür, dass du den Gartengnomen Gesellschaft leistest!"
Malfoy marschierte hörbar stampfend davon und Harry blieb im Dunkeln stehen. Seine Worte ließen ihn kalt, denn es waren wieder mal nur leere Drohungen. Für ihn waren Malfoy und Snape nichts als Feiglinge und Verräter. Harry war die Lust am Fliegen vergangen und er ging stattdessen zurück ins Schloss. Er war danach sowohl bei den Rundgängen mit Hermine ungewöhnlich schweigsam wie auch danach beim Lernen mit dem Rest der Truppe. Ron behielt also recht mit seiner Einschätzung, dass Harry nichts dummes tun würde, wenn sie wegsahen.
Der Grund der Besonnenheit war die Begegnung mit Sirius. Harry hätte nie gedacht, wie stark die Nachwirkung noch sein könnte. Den ganzen Abend über sah er das Gesicht seines Paten vor seinem geistigen Auge, hörte immer wieder seine gesprochenen Worte, erinnerte sich an das vertraute, warme Gefühl, welches er unbedingt behalten wollte und dann - Sirius! Er hörte seine eigene Stimme schreien, sah das entsetzte Gesicht seines Paten als er durch den Schleier fiel, spürte Angst, Furcht, eisige Kälte, die alles in ihm drin gefrieren ließ. Harry schluckte hart und setzte sich kerzengerade auf.
Deswegen wollte er die letzten Jahre nicht über Sirius sprechen. Er wusste, dass dann genau das passiert wäre, was heute Abend stattfand. Er vergrub seinen Kopf in seine Knie und versuchte es zwanghaft erneut zu unterdrücken, den Moment zu vergessen, ihn zu vergessen – Es klappte einfach nicht. Nun war es wieder da. All die Schuldgefühle, die Verzweiflung, der unbändige Wunsch die Zeit rückgängig machen zu können, um den Tag noch mal zu erleben und in Hogwarts zu bleiben, damit sein Pate ihm nicht zu Rettung eilen musste, damit er nicht dabei getötet werden konnte...
Harry spürte erneut den Kloß in seiner Kehle und wusste, wenn er hier einfach sitzen blieb, dann würde es über ihn kommen. All das, was er die letzten Jahre weggeschlossen hatte. Er zog sich seine Sachen an, verließ den Schlafsaal und schließlich auch den Gryffindor Turm („Was um diese Zeit weckst du mich? Verlass dich aber nicht darauf, dass ich dich in 10 Minuten wieder rein lasse!" sagte die Fette Dame verärgert).
Er war wieder zum Quidditch Feld gegangen, auch wenn es in der Nacht eisig kalt war, aber er wollte einfach irgendetwas, das dieses grauenhafte Gefühl der Leere in ihm verbannte. Er setzte sich auf die Gryffindor Tribüne und schloss seine Augen, hoffend, dass der kalte Wind langsam Wirkung zeigte und seine Gefühle einfrieren würde.
Stattdessen hörte er das vertraute bellende Lachen seines Paten und sah ihn vor seinem geistigen Auge neben ihm sitzen. Er war wieder 13 Jahre älter als das Ebenbild, dem Harry im Porträt der Vergessenheit begegnet war.
„Manchmal, hat man Geheimnisse, um diejenigen zu schützen, die einem so viel bedeuten," sagte Sirius. Dieses Gespräch hatten sie vor 2 Jahren im Grimmauldplatz 12 geführt, als sie das Haus für den Orden säuberten. „Sie tun oft nur weh, ohne ihren Zweck zu erfüllen. Wenn Dumbledore also darauf besteht, dir nicht alles zu erzählen, so hat er seine Gründe – So wie jeder, wenn er etwas lieber für sich behält, obwohl er es vielleicht besser hätte sagen sollen."
„Redest du jetzt von dir?" fragte Harry verwirrt. Sein Patenonkel lächelte mild.
„Hey, sieh mal!" hatte Hermine gerufen. „Sirius bist das du?!"
Sie hatte ein Foto entdeckt, dass seitlich hinter einem Schrank gefallen war und mit einer winzigen Seitenspitze herausragte, und es umgedreht, so das Harry und Sirius es auch sehen konnten. Da war ein gutaussehender 15 jähriger Junge mit kurzen, schwarzen Haaren und dunklen Augen drauf und heute wusste Harry, dass es eindeutig Sirius war, nachdem er heute sein 21jähriges Ich gesehen hatte. Der 15jährige Sirius jagte auf dem Bild ein gleichaltriges Mädchen mit langen, dunklen Haaren und ebenfalls dunklen Augen durch die Schneebedeckte Gegend. Immer wiedermal liefen sie aus dem Bild raus, dann sah man nur noch weißen Schnee, solange bis sie wieder von einem Ende zum anderen lief und nur kurze Zeit später auch Sirius, der ihr nach lief, um sie zu fangen. Der ältere Sirius lachte bellend und nahm das Bild in seine Hände. Es war das erste Mal, dass Harry ihn so sehnsüchtig erlebt hatte.
„Das ist wirklich ewig lang her. Das Bild wollte ich damals mitnehmen als ich von hier weg ging. Ich habs nie gefunden. Dachte, meine Mutter hätte es weggeschmissen. Es ist also hinter das Regal gefallen."
„Wer ist das?" fragte Harry neugierig. Das Gesicht seines Paten hatte sich mit einem Mal verändert und prompt hatte er sich gewünscht, nicht gefragt zu haben. Sirius steckte es ein und setzte ein falsches Lächeln auf.
„Ist nicht wichtig. Sie ist tot."
Auf den verwirrten Ausdruck der anderen hin, lachte er bellend auf.
„Das ist zum Beispiel ein Geheimnis, das erzählt mehr schadet als unerzählt," fügte er heiter hinzu, dann schritt er jedoch hinaus und hatte sie alle alleine gelassen.
Harry öffnete seine Augen und obwohl es noch immer eisig kalt war und er noch immer auf der Tribüne saß, war das Gefühl in ihm noch immer vorhanden. Er legte sich auf die Bank und begann den Sternenklaren Nachthimmel über sich zu beobachten. Würde er hier eigentlich erfrieren, wenn er nun einschlief? Krampfhaft versuchte er sich andere Dinge zu fragen, sich abzulenken, egal was. Einfach nur nicht mehr an seinen verstorbenen Patenonkel denken. Vielleicht sollte er doch einfach rauf gehen und das Medaillon zerstören? Das würde ihm vielleicht genug Ablenkung verschaffen und ihn die Begegnung vergessen lassen...
„Harry?" Er kannte diese Stimme. Wärme breitete sich in ihm aus als ob er Trost spüren würde. Angst und Furcht, selbst die Schuldgefühle verringerten sich auf einen Schlag.
„Jimá?" fragte er irritiert. Die Stimme schien von den Sternen zu ihm zu sprechen oder zumindest hörte er sie nicht, sondern nahm sie mehr in seinem Inneren wahr.
„Bist du traurig, Harry?" Ihre Stimme klang so besorgt und fürsorglich. Er fühlte sich irgendwie besser ohne wirklich zu begreifen, warum oder wie das möglich war.
„Ein bisschen..."
„Sirius?"
„Schon."
„Er hätte nicht gewollt, dass du traurig bist. Wieso fühlst du dich schuldig, Kleiner Bruder?"
„Woher weißt du das? Und wo bist du?"
„Ich fühle es. Ich bin auch ein Ponester, schon vergessen? Also, wieso fühlst du dich schuldig?"
„Wäre ich damals nicht auf Voldemort's Trick hereingefallen, Sirius würde noch leben."
„Harry..." Nun klang sie mitfühlend. Noch immer gab ihm dieses Gefühl Trost und Wärme. Er hätte nicht gedacht, wie sehr es ihm tatsächlich half, ihre Nähe zu spüren und wie grauenvoll die Kälte zuvor eigentlich wirklich war. Ihr Trost in diesem Moment hatte ihn beruhigt und er wusste nicht wann, aber irgendwie war er schließlich vor Müdigkeit doch eingeschlafen.
Er wachte auf, weil ihm die Herbstsonne ins Gesicht schien und obwohl es eisig kalt gewesen sein sollte, war es ihm warm. Harry stützte sich auf und sah sich irritiert um. Hatte er wirklich Stunden hier draußen auf der unbequemen Tribüne geschlafen? Vor allem, wann war er bitte eingeschlafen? Er erinnerte sich nur noch an dieses warme Gefühl, dass ihn umschloss und sich unendlich gut anfühlte. Es spendete ihm Trost, Stärke und er wusste, dass er nicht alleine war. Es war Jimá. Bei Gelegenheit, so beschloss er jedenfalls, würde er sich näher über Ponester informieren, um zu verstehen, was für Fähigkeiten seine Schwester alles hatte. Da er ohnehin angezogen war schritt Harry in die Große Halle zum Frühstück. Ron, Hermine und Ginny gesellten sich erst mit der Zeit zu ihm dazu, alle drei mit tief fragenden Blicken.
„Was?" rutschte ihm verärgert heraus. Wenn sie wenigstens gesprochen hätten, fiele es ihm einfacher zu antworten und er hatte absolut keine Lust zu raten, was sie von ihm wollten.
„Du warst schon weg, als ich wach wurde," begann Ron.
„Warst du etwa -" fuhr Hermine umsichtig fort. „Oben?"
Harry rollte die Augen als er verstand, worauf sie hinaus wollten.
„Hogwarts steht doch noch?" sagte er sarkastisch und schob sich gerade noch mal etwas Müsli nach, da spürte er ein hartes Piecksen an seinem Arm. Es war Ginny, die er sah, als er sich zur Seite wandte. Sie grinste.
„Und er ist unverletzt," stellte sie interessiert fest. „Also Harry war wohl nicht oben."
„Witzig," sagte Harry, wenn ihm auch ein Grinsen über das Gesicht huschte. Ginny kicherte und lud sich ebenfalls ihren Teller voll.
„Wo warst du? Wir haben uns Sorgen gemacht."
„Bin auf der Tribüne weggeknickt."
„Du warst auf dem Quidditch Feld?" kam es entsetzt von Hermine. „Aber es ist eiskalt draußen!"
Harry zuckte nur mit der Schulter und damit war das Thema auch gegessen. Sie gingen danach gemeinsam zu Fortgeschrittene Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Harry dachte den ganzen Tag darüber nach, ob er heute Abend das Medaillon zerstören sollte oder ob es besser war noch abzuwarten und erwischte sich wieder dabei, wie er offenbar in ein Wachkoma fiel. Ginny und Hermine ermahnten ihm zum Mittagessen erneut, dass er sich endlich zusammenreißen müsse und seinen Abschluss ernster nehmen sollte.
Das war für ihn Anlass genug, um die Zerstörung des Medaillons an diesem Abend vorzunehmen. Je früher er dies fertig bekam, um so eher hatte er den Kopf für andere Dinge frei. So standen sie schließlich im Raum der Wünsche mit dem Medaillon auf einem Metalltisch in ihrer Mitte. Sonst befand sich rein gar nichts in dem Raum und auch die Wände ließen darauf schließen, dass alles massiv war und eine Explosion nicht nach außen dringen würde.
„Ginny -" hatte Harry angesetzt, aber sie schnitt ihm entrüstet das Wort ab.
„Sag jetzt ja nicht, dass ich besser rausgehen soll!"
„Err -" machte er auf ihren aufgebrachten Ausdruck hin. „Vielleicht, sollten Hermine und du lieber ein Schritt zurücktreten? Nur für den Fall der Fälle?"
„Und Ron kann die Explosion ruhig das Gesicht verkohlen?"
„... Und Ron..." fügte er unangenehm hinzu. Gut, er wollte ihr wirklich vorschlagen den Raum zu verlassen, schlug es sich aber aus dem Kopf, da ihm gerade die letzten Wochen gezeigt haben, dass er besser tat sich nicht mit Ginny anzulegen, wenn er nicht einen hässlichen Fluch an den Hals gehetzt bekommen haben wollte. „Ich denk nur, dass wenn etwas passiert, jemand im Stande sein sollte Hilfe zu holen."
Die drei nickten verstehend, wenn auch sichtlich verängstigt und traten einige Schritte zurück, so dass nun nur noch Harry am Tisch stand.
„Und mit Hilfe meine ich Lupin. Nicht Dobby!"
Damit wandte er sich zurück zum Medaillon, nahm das Schwert Gryffindors in die rechte Hand und seinen eigenen Zauberstab in die linke, mit der er auch auf sich selbst zeigte.
„Praestes," sagte er klar und deutlich. Dasselbe taten auch die anderen drei und um sie alle hatte sich ein weiß-durchsichtiges Zelt gebildet. Als Harry sich sicher war, dass alle geschützt waren, hob er das Schwert an. Er nahm einen tiefen Atemzug und stach mit aller Kraft die Schwertspitze hinab direkt auf das Medaillon ein.
Es explodierte nichts, noch wurde ihnen ein dunkler Fluch entgegen geschleudert. Stattdessen verwandelte sich das Medaillon in ein Feuerball und brannte den Tisch ab.
„Was zum?" rief Harry entsetzt. Ginny und Hermine hatten gleichzeitig ihre Zauberstäbe gegen den Feuerball gerichtet und „Aquamenti!" gerufen. Der Wasserstrahl hatte sich zwar über den Feuerball ergossen, aber bevor es richtig wirken konnte, wurden beide Frauen von den Füßen gerissen und prallten mit einem heftigen Rums und einem schmerzvollen Schrei an die harte Wand.
„Ginny!"
„Hermine!"
Harry und Ron starrten zuerst beide Mädels an, die bewusstlos am Boden lagen, dann zurück zu dem Feuerball, der nicht gelöscht war, sondern nach wie vor brannte. Rauch stieg empor und war dabei den gesamten Raum einzuhüllen. Harry und Ron tauschten entsetzte Blicke aus. Sie waren durch den Schutzzauber geschützt, aber Ginny und Hermine würden ersticken, wenn sie nichts taten!
„Harry!" drängte Ron panisch. „Harry, was sollen wir tun?"
„Ron!" rief Harry ihm mit fester Stimme zu. Jetzt war nicht die Zeit durchzudrehen. Wenn sie nicht aufpassten brachten sie das ganze Schloss in Gefahr!
„Du musst auf mich ein Schutzzauber projizieren, wenn ich einen Wasserzauber ausführe? Verstanden? Sonst greift er mich an."
„Okay! Bereit!"
Harry nahm sein Schutzschild weg, richtete den Zauberstab auf den brennenden Feuerball und rief seinerseits „Aquamenti!" zur selben Zeit zu der Ron seinen Zauberstab auf ihn richtete und „Praestes!" rief.
Ron schrie und wurde wie zuvor schon Ginny und Hermine von den Füßen gerissen und auch er krachte mit einem schmerzhaften Schrei gegen die Wand. Das Feuer indes war aus, das Medaillon lag auf dem verbrannten, dunklen Boden. In der Mitte war ein tiefes dunkles Loch und es ging ein langer Riss von einem Ende über das Loch hindurch zum anderen Ende. Harry war an Ort und Stelle erstarrt. War es vorbei? Hatten sie es geschafft? Er schluckte. Den Zauberstab und seinen Blick weiterhin auf das Medaillon gerichtet, eilte er jedoch zuerst zu Ron. Er atmete. Ein Glück! Hätte er nicht sofort gesehen, dass sein bester Freund die Brust auf und ab bewegte, er wäre womöglich ausgeflippt vor Sorge. Sofort rannte er zu Ginny und Hermine und auch beide Mädels lebten. Harry atmete erleichtert durch. Er musste Hilfe holen.
„Dobby?"
Es war der Einzige, den Harry jetzt rufen konnte. Er wusste nicht, ob sein Freund einfach hier erscheinen konnte, aber er hatte keine Ahnung, was er sonst tun sollte. Er wollte den Raum nicht verlassen, wenn noch immer Gefahr vom Medaillon ausgehen könnte. Seine Freunde waren noch hier und sie waren womöglich von einem schweren Fluch getroffen worden.
„DOBBY!" rief er erneut laut. Etwas schnürte ihm die Kehle zu. Er bekam plötzlich keine Luft mehr und röchelte. Harry fiel auf alle Vieren und versuchte krampfhaft durchzuatmen. Sein Herz – wieso fühlte es sich an als ob jemand seine kalte Hand darum geschlossen hatte und nun mit aller Macht zudrückte. Ihm wurde schwarz vor Augen. Alles in ihm fühlte sich eisig kalt an, als ob er mit einem Mal mit Eis übergossen wurde. Und während er das Bewusstsein verlor, schrie er noch mal tonlos nach seinem kleinen Freund.
Er befand sich auf einem Spielplatz, ein leerer Spielplatz wohlgemerkt. Verwirrt fragte sich Harry, warum er hier war und wo hier eigentlich ist. Er kannte diesen Ort nicht. Er fühlte wieder eine vertraute Wärme und drehte sich zur Seite, um dahin zu sehen, von wo aus er dieses schöne Gefühl wahrnahm. So grauenvoll eisig es in ihm eben auch noch gewesen war, diese Wärme schützte ihn. Sein Herz machte ein freudigen Hüpfer als er die ihm mittlerweile sehr vertraute Jimá auf einer Schiffsschaukel sitzen sah, welche ihn anlächelte und zu sich winkte.
Harry ließ sich das nicht zweimal sagen und schritt zu ihr rüber, wo sie ihn zu sich auf die Schiffsschaukel niederzog. Diese begann sich von selbst hin und her zu bewegen.
„Was ist passiert?" fragte er verwirrt. „Wo bin ich hier?"
„Du bist verletzt, Harry," antwortete Jimá leise. Er sah an sich herab, konnte aber merkwürdigerweise keine einzige Wunde ausmachen. Jimá lachte sanft.
„Dein richtiger Körper, kleiner Bruder. Das hier ist eine Fantasiewelt."
„Wieso bin nur ich hier? Was ist mit Ginny? Hermine und Ron? Sind sie okay?"
„Sie werden wieder okay sein," sagte seine Schwester und ihr Blick gab ihm wie so oft zuvor schon eine enorme Stärke und Sicherheit.
„Warum sind sie dann nicht auch hier?"
Ihr Ausdruck hatte sich nun verändert, war mit einem Mal trauriger geworden.
„Ich habe keine Verbindung zu ihnen, wie ich sie zu dir habe und wie ich sie zu unseren Eltern hatte. Wir teilen dasselbe Blut, deswegen kann ich das bei dir tun."
Harry blickte bedrückt zu Boden.
„Haben sie schmerzen?"
„Nein," antwortete sie sofort und er sah hoffnungsvoll auf.
„Wirklich?"
Jimá nickte bestätigend.
„Die anderen haben dafür gesorgt, dass ihr alle wieder in Ordnung kommt und eure Heilung schmerzlos verläuft. Der Fluch war zwar schlimm, aber nicht tödlich. Das Feuer hätte euch töten sollen. Glücklicherweise habt ihr sehr klug agiert und es zusammen besiegt.
Was sie spüren ist etwas Kälte und Dunkelheit. Aber keine Schmerzen."
„Die anderen?"
„Remus, Brian und so weiter. Wenn du aus diesem Traum wieder aufwachst, wird alles wieder okay sein und du und die anderen seid wieder unverletzt und gesund."
Harry nickte langsam
„Traum?" fragte er dann jedoch verwirrt. Jimá lächelte liebevoll. „Ich kann Ron, Hermine und Ginny nicht helfen, dir aber schon. Was wäre ich für eine Schwester, wenn ich das nicht tue? Mum und Dad würden mir die Leviten dafür lesen, wenn sie noch hier wären."
Harry grinste.
„Ist das Medaillon zerstört?"
„Ich weiß es nicht."
„Wie?"
„Professor White hat es."
„Professor White?!"
Augenblicklich war er von der Schaukel herabgesprungen und wieder auf seinen Beinen gewesen. So entspannt er eben auch noch war, mit eine Mal war das Entsetzen und die Panik zurückgekehrt. Von allen Personen, die an das Medaillon hätten rankommen können, war es ausgerechnet die Letzte, die es sollte.
„Harry, bitte -"
„White gehört zu Voldemort! Wenn sie das Medaillon hat – Jimá, sie wird es ihm zurückgeben und wenn es gar nicht zerstört wurde, dann sind wir wieder am Anfang! Dann war alles umsonst! Dumbledore ist bereits für eine falsche Kopie des Medaillons gestorben und nun das?!"
„Wir konnten es nicht verhindern," fuhr sie bedauernd fort. „Professor White ist Direktorin von Hogwarts und – Sie hatte das Sagen. Es tut mir leid."
„Ist nicht deine Schuld," entgegnete er leise. Er war frustriert, dass alle Mühe der letzten Monate schon wieder für nichts war, aber Jimá gab er nicht den Hauch einer Schuld daran. Er versuchte zu lächeln, aber angesichts dem, was ihn belastete, kam es mehr als sehr schiefe Grimasse heraus.
„Ich muss jetzt leider wieder gehen," sagte sie traurig. „Brian braucht mich glaub ich mehr als du jetzt."
„Brian?" fragte Harry überrascht. „Warum? Was ist mit ihm?"
Seine Schwester seufzte und schüttelte traurig den Kopf.
„Das ist eine... sehr lange Geschichte, weißt du. Aber... der fröhliche, heitere, ständig nur Witze reißende und niemals etwas ernst nehmende Brian – Das ist nur eine Maske. Der richtige Brian, der ist auf der Suche und das macht ihn verrückt."
„Auf der Suche? Nach was?"
„Nach sich selbst. Brian ist adoptiert."
„Er ist was?!"
Jimá schüttelte traurig den Kopf und sah ihren Bruder mitfühlend an.
„Ich dachte, Tonks und seine Eltern, aber wieso? Sie schienen damals doch eine enge Bindung zu haben und sich super zu verstehen?"
„Voldemort," antwortete Jimá und auf einmal lief es Harry kalt den Rücken runter. Er wusste, Voldemort hatte ihm und Jimá die Eltern genommen, aber bei Brian wäre er nie darauf gekommen. Nie hatte er auch nur geglaubt, dass Voldemort im Leben des Freundes ebenfalls bereits seine Spuren hinterlassen hatte.
„Er soll dir selber alles erzählen. Wichtig ist nur, dass ich jetzt für ihn da sein sollte. Er war auch für mich da als es um dich ging."
Harry nickte und nachdem Jimá ihn liebevoll umarmte verblasste sie mit einem freundlichen Lächeln und an der Stelle, wo sie zuvor stand, war nun nur noch der Sand des Spielplatzes. Harry setzte sich zurück auf die Schaukel und wieder begann diese von selbst hin und her zu wackeln. Er lehnte sich zurück und sah zu Himmel hinauf.
Also ging es in den Gesprächen der beiden nicht um einen Freund, sondern um ihn. Harry wurde das Herz schwer. Wie sollte er Voldemort nur aufhalten? Dumbledore sagte, er wäre der Einzige, der das könnte, aber Harry sah einfach keinen Weg das zu erreichen. Er hatte White in der Tat unterschätzt und womöglich hatte Dumbledore ihn, Harry, überschätzt.
Ihm kam es nicht lange vor, dass ihm die Augen zufielen und als er sie wieder öffnete fand er sich im Krankenflügel wieder. Er war noch müde und fühlte sich auch etwas schwach. Da er aber nun endlich wieder wach war, zog er sich auch auf. Er setzte seine Brille auf und sah sich suchend um. Auf dem Bett neben ihm lag Ron, noch immer tief schlafend, und hinter einem Vorhang vermutete er Ginny und Hermine.
„Guten Morgen, Mr. Potter."
Harry lief es bei der Stimme eiskalt den Rücken herunter. Es war Professor White, die am Fenster auf der anderen Seite seines Bettes stand und hinausgesehen hatte, sich dann jedoch ihm zuwandte als auch er sich zu ihr umdrehte. Ihre Augen waren nach wie vor kalt und stechend, und er fühlte sich mehr denn je wie auf nem Silbertablett serviert.
„Einbrechen in das Büro der Direktorin, Diebstahl von Eigentum der Schule, unerlaubte Benutzung von Magie, Unerlaubtes Fernbleiben vom Unterricht, Gefährdung ihrer Mitschüler – Sie tun wirklich ihr Bestes, um von der Schule zu fliegen. Das muss ich ihnen lassen, Mr. Potter."
Er schluckte hart. Es war nicht so, dass er Angst hatte, tatsächlich von der Schule geworfen zu werden. Das wäre ihm egal gewesen. Es war ihm aber nicht gleichgültig, was sie seinen Freunden antun konnte.
„Sie und Ich wissen doch beide, dass ich sie nicht der Schule verweisen werde. Sie sind hier genau da, wo der dunkle Lord sie haben will. Ihre Freunde allerdings -" Sie tat so als ob sie tief darüber nachdenken müsste, obwohl beide genau wussten, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Ihr hinterlistiger Blick sagte ihm, dass er es nicht hören wollte.
„Nun, Miss Granger und Mr Weasley wäre ein Gewinn für Sie. Sie drei wollten ohnehin nicht hier her zurückkehren. Miss Weasley allerdings – Sie muss doch so viel aufholen und hatte sich die letzte Zeit so angestrengt, wenn nun alles für nichts wäre..."
Harry spürte wie kochende Wut in ihm hoch kroch. Jedes Mal, wenn White ihr Leben bedrohte, spürte er das innige Verlangen einen verbotenen Fluch anzuwenden.
„Neville Longbottom," sagte sie schließlich und Harry war entsetzt zusammengezuckt.
„Er wird ihre Strafe für sie ausbaden."
„Neville war an nichts beteiligt!" brüllte Harry verärgert.
„Jaah, stimmt," sagte White und wieder tat sie so, als ob es ihr erst jetzt aufgefallen wäre, dass er recht hatte. Seine Wut stieg ins unermessliche. „Aber ich bin die Direktorin. Also, Mr. Longbottom. Seine Großmutter hat bestimmt ihre Freude daran, wenn sie erfährt, wofür ihr Enkel geflogen ist."
„Das können sie nicht tun!"
Harry war so voller Hass, er wollte am liebsten irgendetwas zertrümmern oder schlagen. White schien genau das zu sehen, denn wieder hatte er diesen zufriedenen, überheblichen Blick in ihrem Ausdruck ausgemacht, den er niemals leiden würde.
„Ich habe es bereits getan," sagte sie mit großer Genugtuung.
„Wieso Neville? Was hat er ihnen getan?!" sagte er zornfunkelnd.
„Nichts," antwortete sie selbstgefällig. „Das ist es ja. Ist er nicht der Schwächste von all ihren Freunden? Der Schwächste leidet an der kleinsten Bestrafung am meisten. Insofern ist mein Erfolg entschieden höher.
Wenn sie wollen, dass Mr. Longbottom doch noch eine Chance auf seinen Abschluss hat, so sollten sie sich ab nun an benehmen. Vielleicht lasse ich mich erweichen, ihn doch wieder zurückkommen zu lassen, vorausgesetzt natürlich – Sie tun das, was ich von ihnen verlange. Ich werde mich bei ihnen melden. Einen Guten Tag, Mr. Potter."
Er sah ihr wütend hinterher als sie den Krankenflügel wieder verließ, aber was noch schlimmer in ihm wog war die Tatsache, dass er nichts, absolut gar nichts gegen diese Frau tun konnte. Er durfte nicht mal etwas runter stoßen oder gegen die Wand hauen, um sich abzureagieren und so krallte er seine Hände in die Decke so fest wie tief sein Hass gegen diese Hexe war. Ausgerechnet Neville. Sie trat auf Schwächere ein und sie nutzte Unschuldige aus. Sie war schlichtweg abgrundtief böse! Und Harry hasste den Gedanken so einen als Lehrer endlich losgeworden zu sein, nur um eine noch viel Schlimmere als Direktorin vorgesetzt zu bekommen.
Es dauerte bis in den Abend hinein, dass schließlich auch Ron, Hermine und Ginny wieder zu sich kamen. Madam Pomfrey war erfreut, dass alle vier wieder aufgewacht waren, bestand aber darauf sie über den Abend noch zur Beobachtung im Krankenflügel zu behalten. Sie protestierten nicht, sondern saßen brav und leise zu viert auf Harry's Bett, nachdem Pomfrey in ihr Büro verschwunden war.
„Sie hat Neville der Schule verwiesen? Ist das ihr ernst?" fragte Hermine erbost.
„Das ist echt das Letzte," sagte Ginny entrüstet. „Wieso Neville?"
„Weil er der Schwächste ist," wiederholte Harry die Worte von White. „Von wegen der Schwächste träfe die kleinste Strafe am meisten und das ist das, was sie will."
„Das ist echt gemein," sagte Ron, der genauso verärgert war wie alle anderen. „Kann Remus denn nichts dagegen tun?"
„Remus ist nur ein Lehrer, White ist die Direktorin," sagte Hermine betrübt. „Vielleicht kann ja Professor McGonagall etwas tun? Sie ist die stellvertretende Direktorin und war doch schon viel länger in Hogwarts? War sie nicht sogar schon Lehrerin als dein Vater hier noch zur Schule ging, Harry? White war doch zur selben Zeit auf der Schule?"
„Du denkst, White lässt sich von McGonagall etwas sagen?" fragte Harry zweifelnd. Hermine nickte unsicher.
„Vielleicht. Ein Versuch ist es wert. Wir können Neville doch nicht einfach etwas büßen lassen, was wir getan haben?"
Harry nickte nachdenklich.
„Was denkst du gerade?" fragte Ginny umsichtig. Sie alle hatten bemerkt, dass Harry gerade viel in sich rein fraß und die Gedanken nicht mit ihnen teilte. Harry schüttelte frustriert den Kopf.
„White hat das Medaillon und das Schwert. Und wir haben wieder gar nichts."
„Ich glaube, das Medaillon bringt ihr nichts mehr," sagte Hermine zuversichtlich. „Es müsste zerstört sein."
„Müsste heißt nicht ist," murmelte Harry ein wenig störrisch, aber Hermine fühlte sich nicht angegriffen und ging behutsam und ruhig auf ihn ein.
„Wie auch immer. Wir können an dieser Stelle im Bezug auf das Medaillon ohnehin nichts tun. Stattdessen sollten wir uns mit den Erinnerungen weiter beschäftigen."
Harry nickte nachdenklich, dann kam ihm eine Erkenntnis und das war ihm durchaus im Gesicht anzusehen. Bevor einer der drei jedoch etwas sagen konnte, hatte Harry bereits „Dobby?" gerufen.
KNALL! Der Hauself tauchte hinter Ginny und Hermine auf, welche vom Geräusch ein lautes, erschrockenes Quietschen von sich gaben.
„Was zur Hölle war das?!" donnerte Pomfrey und während sie von ihrem Büro heraus stampfte, hatten Ron und Harry Dobby sofort unter der Decke versteckt und sich vor ihm gesetzt.
„Tut mir leid," sagte Ron sofort. „Hab was fallen lassen."
Pomfrey sah alle mit prüfenden Blick an und obwohl sie alle vier zu breit grinsten, um unschuldig zu sein, drehte sie sich mit skeptischem Blick wieder um und ging zurück in ihr Büro.
„Vergessen," flüsterte Harry. Nachdem sie sicher gegangen waren, dass Pomfrey wieder in ihrem Büro war und sie einen Zauber auf den Raum gelegt hatten, damit nichts nach außen drang, ließen sie auch Dobby wieder unter der Decke hervorkommen.
„Harry Potter!" sagte dieser überglücklich und mit riesigen, fast schon wieder tränenden Augen.
„Dobby ist so froh, dass es ihnen allen gut geht. Dobby war jeden Abend und jeden Morgen und jeden Mittag hier, um nach ihnen zu sehen."
„Oh, das ist wirklich lieb, Dobby," sagte Hermine strahlend. Harry kam sofort zum Punkt.
„Dobby? Was ist passiert? Ich hab dich gerufen, aber du bist nicht aufgetaucht?"
„Doch, doch, Dobby ist aufgetaucht, Sir. Doch Harry Potter und seine Freunde waren alle schon bewusstlos. Dobby wusste nicht, was er tun sollte und lief hinaus, um Hilfe zu holen."
„Und dann holst du White?"
„Professor White war auf dem Korridor mit Professor Lupin, Miss Sayé und Mr Tonks zusammen. Dobby musste nichts sagen, Harry Potter. Miss Sayé sagte sofort „Wo ist Harry?!" und Dobby zeigte ihnen wo sie sind und sie eilten sofort her. Professor White hat ihren Zauberstab gehoben und dann verschwand der Rauch und sie hat sich zu Harry Potter hinabgebeugt und Dobby konnte nicht sehen, was sie tat und dann hat sie Professor Lupin zugenickt und gesagt „Krankenflügel" und dann -"
„Ja Ja," sagte Harry, denn noch mehr und wollte er nicht hören, wenn er genau wusste, was danach kam. „Jimá sagte, Professor White hat das Medaillon eingesteckt und ich nehm an, auch das Schwert?"
„Ja, Sir. Nachdem sie alle auf Tragen lagen, hat sie ihren Zauberstab geschwungen und das Medaillon und das Schwert verschwanden."
„Weißt du, wo sie beides versteckt hat?"
Er schüttelte tief erschüttert den Kopf.
„Dobby tut es leid, Harry Potter. Dobby hat nicht mehr auf Professor White geachtet. Dobby war immer hier oder bei der Arbeit in der Küche."
„Ist schon okay, Dobby," sagte Hermine lobend. Harry wurmte es, dass sein Freund nicht mehr erzählen konnte und wandte sich ihm erneut zu.
„Glaubst du, du kriegst heraus, wo White die zwei Sachen versteckt hat?"
„Dobby wird alles tun, um das herauszufinden!" sagte der Hauself mit entschlossenem Blick und nickte kräftig. „Dobby kommt sofort wieder her, sobald er es weiß, Harry Potter!"
„Dobby!" sagte Hermine. „Sei vorsichtig, okay?"
„Aber natürlich, Miss. Dobby ist immer vorsichtig."
KNALL! Er war wieder weg.
„Professor White ist nicht dumm, weißt du," sagte Hermine ernst. „Wenn Dobby nicht aufpasst und sie bemerkt ihn – Ich glaube nicht, dass sie sich bei einem Hauselfen zurückhalten wird, so wie sie es bei einem Schüler tun muss."
Harry nickte mit verschlossenem Blick. Er hatte jedoch keine andere Wahl. Gut, er hätte auch Kreacher darauf ansetzen können, aber so nützlich wie er ihm letztes Jahr schon war, wollte Harry ihn dieses Jahr für gar nichts nicht ertragen müssen.
Nachdem Pomfrey sie am nächsten Tag aus der Krankenstation entlassen hatte, suchten sie als erstes Lupin auf. Zum einen, um von ihm zu erfahren, warum er nichts getan hatte als White Neville der Schule verwies und zum anderen, um von ihm zu erfahren, warum er nichts tat, als White das Medaillon an sich riss. Leider war Lupin krank, denn schließlich stand es wieder kurz vor Vollmond und Harry brachte es nicht über sich ihn deswegen anzuschnauzen. Als sie es mit McGonagall probierten in der Hoffnung, sie könne etwas für Neville tun, hatte sie die Jungs ignoriert und sich an Hermine mit äußerst strengem Blick gewandt.
„Was die Direktorin tut oder nicht tut, darauf habe ich keinen Einfluss. Worauf ich Einfluss habe sind meine Schüler. Und ich rate ihnen allen sich lieber darum zu kümmern die letzte Woche aufzuholen, die sie im Krankenflügel mit schlafen verbracht haben."
Mit diesen Worten marschierte sie davon und alle vier standen erneut entmutigt mitten im Gang.
„Das kann doch nicht sein, dass keiner gegen sie etwas tun will oder kann!" donnerte Harry wütend. Wieder diese unbändige Wut in ihm und diesmal wollte sie einfach nicht wieder vergehen.
„Hermine Granger?" piepste eine scheue Stimme neben ihnen. Diesmal blickte die Gruppe von Anfang an hinab, wo ein anderer Erstklässler aus dem Hause Gryffindor stand und Hermine am Arm angestupst hatte.
„Professor White hat mich beauftragt sie zu sich zu rufen."
„Was? Mich?"
„Ja... und jetzt..."
Die vier tauschten misstrauische Blicke aus. Zuerst Ron, jetzt Hermine?
„Keine Sorge," sagte sie jedoch mit festem Blick. „Von mir kriegt sie nichts raus. Ich hab mir erlaubt mir Okklumentik selber beizubringen."
„Hast du?" fragte Harry überrascht während sie dem mittlerweile rot angelaufenen Erstklässler zum Wasserspeier folgten. „Wann?"
„In den Wochen als du dich um deine Duelle gekümmert hast," antwortete Ginny für die Freundin und ihr Blick sagte genug aus, damit er verstand, dass auch sie sich darauf vorbereitet hatte.
„Zumindest die Grundlagen. Ob das ausreicht, werden wir jetzt ja sehen. Viel Glück, Hermine."
„Danke, wir sehen uns."
Sie sah alle zuversichtlich an, blieb dann aber kurz bei Harry stehen.
„Mach dir keine Sorgen, okay? Wird schon schief gehen."
Er nickte, wenn auch nach wie vor tief besorgt. Hermine folgte dem Erstklässler zum Wasserspeier und verschwand dann durch die Wendeltreppe hinauf. Harry, Ginny und Ron hatten sich nicht vom Fleck gerührt, sondern blieben im Korridor in der Nähe stehen. Egal, was passierte. Sie wollten da sein, sobald die Freundin wieder zurückkam. Das tat sie etwa 20 Minuten später auch, aber nicht, wie erwartet gefasst und vielleicht nur etwas zermürbt. Hermine kam herunter gerannt, Tränen über ihre Wangen und schluchzend. Sie hatte alle nur eine Sekunde angesehen, dann lief sie immer noch weinend an ihnen vorbei und weg.
Die Jungs blieben geplättet stehen, Ginny aber lief der Freundin sofort nach.
„Was hat sie mit ihr gemacht?" brüllte Ron aufgebracht. Beide folgten den Mädels, doch Hermine war schnurstracks in den Mädchenschlafsaal gelaufen und hatte sich dort im Bad eingesperrt. Das teilte ihnen Ginny mit als sie wieder in den Gemeinschaftsraum herab kam, jedoch am Treppenende sitzen blieb, um sich auf halbem Wege mit den Jungs dort zu treffen, so dass sie unter sich sprechen konnten.
„Sie sagt nichts und weint nur noch," sagte sie leise besorgt. „Ich geh wieder hoch, damit sie nicht alleine bleibt. Vielleicht kommt sie ja bald raus."
„Okay, gibst du uns Bescheid, wenn was ist?"
„Sicher."
Ginny lächelte Harry kurz an, dann rannte sie eilig wieder hoch. Harry und Ron warfen sich verärgerte Blicke zu und gingen dann aber in ihren eigenen Schlafsaal hoch von dem sie wussten, dass er leer sein würde. Dean und Seamus saßen im Gemeinschaftsraum an ihren Hausaufgaben und Neville war immerhin durch ihre Schuld von der Schule geschmissen worden.
„Dobby?" sagte Harry erneut. Der Hauself erschien mit einem Knall. „Sag, dass du dabei warst als Hermine bei White war?"
Dobby wurde klein und schritt verängstigt zurück.
„Dobby war da, Sir."
Harry war sofort auf den Hauselfen zugestürmt, doch Dobby zuckte zusammen und KNALL war er weg.
„Was zum -" platzte Ron heraus.
„Dobby!" sagte Harry erneut laut und bestimmend. KNALL. Der Hauself tauchte wieder auf, nach wie vor klein und verängstigt.
„Es tut Dobby leid. Dobby hatte kurzzeitig Angst vor Harry Potter bekommen."
„Angst?" fragte Harry und diesmal war er derjenige, der zurückzuckte. Der Hauself schritt sehr langsam wieder auf ihn zu, seine Glubschaugen aber schienen Harry's ganzes Gesicht zu durchforsten.
„Dobby dachte, er hätte etwas dunkles in Harry Potters Augen aufblitzen sehen, Sir."
Harry zögerte. Er hatte sich auch sehr zornig gefühlt, aber das letzte was er wollte war seinem Gegenüber Angst zu machen. Dobby hatte bisher noch nie Angst vor ihm gehabt. Da Harry nichts sagte, fuhr der Hauself leise und bedacht fort.
„Direktorin White hat Miss Granger nichts getan, Sir. Sie hat keinen Zauberstab benutzt und auch nichts gesprochen außer Miss Granger aufgefordert sich zu setzen. Nach einer langen Zeit, hat Direktorin White Miss Granger wieder weggeschickt und Miss Granger ging es gut als sie das Büäro verließ."
„Legilimentik," sagte Harry grimmig. „Da wette ich was mit dir."
Ron nickte aufgelöst.
„Ich hab nichts gespürt bei mir, Harry," sagte er nun nachdenklich. „Also, als White damals mit mir gesprochen hat. Allerdings konnte ich auch keine Okklumentik. Vielleicht ist es ja schmerzvoller, wenn man sich dagegen wehrt?"
Harry nickte nachdenklich.
„Dobby muss jetzt wieder an die Arbeit," sagte der Hauself leise. „Aber Dobby kommt wieder. Das verspricht er Harry Potter. Harry Potter darf nicht noch mal so böse mit Dobby sein."
Er war zwar verwirrt, gab seinem Freund jedoch ein Lächeln.
„Klar, tut mir leid, Dobby."
Sein kleiner Freund strahlte und mit einem KNALL war er wieder weg. Hermine und Ginny kamen erst am Abend wieder zu den Jungs rüber. Die Freundin sah sichtlich erschöpft aus. Sie musste viel geweint haben.
„Es ist schon okay," sagte Hermine bevor beide Jungs beginnen konnten etwas zu sagen, was ohnehin nicht nach ihnen klang. Nie hatte einer von ihnen geglaubt, wirklich in diese Situation zu kommen.
„Professor White..." Sie brach ab, gerade so, als ob eine neue Welle der Tränen über sie hereinbrechen könnte. „Harry, sie hat keine Legilimentik angewandt." Hermine schluckte hart. „Sie ist ein Empath."
„Wie jetzt?" sagte Ron und stutzte nicht schlecht. So wie auch Ginny aussah, war Harry klar, dass es sich hier mal wieder um etwas handelte, was offenbar jeder in der Zauberwelt wusste, nur er nicht. Er wusste, was das Wort bedeutete, verstand aber durchaus, dass dies im Bezug auf Magie noch mal tiefer gehen musste.
„Was ist ein Empath genau?"
Da Hermine noch immer um Fassung rang und Ron aber ihre Schulter drückte, um sie zu trösten, beschloss Ginny es Harry zu erklären. Dass Ron Hermine damit gut tat, sah man an das erste, leichte Lächeln, dass endlich wieder über dem hübschen Gesicht der Freundin kroch, nachdem er sie gedrückt hatte.
„Zauberer und Hexen mit empathischen Fähigkeiten werden auch Empathen genannt. Sie können Gedanken lesen, Empfindungen stärker wahrnehmen als andere ohne dass man es überhaupt mitkriegt, dass sie das tun. Sie können ihre Empfindungen sogar auf andere übertragen, was... einige früher auch zum Foltern benutzten. Durch diese Fähigkeiten sind sie auch stärker in der Legilimentik und Okklumentik, weshalb sie den Besitz gut verstecken können und man einem Empath daher auch nicht gleich auf die Schliche kommt.
Das Zaubereiministerium hat sie nicht als Gefährlich eingestuft, weshalb es auch keine Aufzeichnungen über diese gibt. Aber nicht nur deswegen. Diese Fähigkeit ist sehr willkürlich verteilt, nicht vererbbar und es gibt absolut keine Erklärung, warum sie jemand plötzlich hat und seine Vorfahren oder Nachfahren nicht oder nicht in dem Ausmaß.
Hermine? Bist du dir wirklich sicher, dass Professor White diese Fähigkeiten hat?"
Die Freundin nickte. Mittlerweile hatte Ron seinen Arm um Hermine's Schulter gelegt und beide saßen sehr eng beieinander.
„Nicht, weil sie versucht hat mich damit zu foltern," sagte sie sofort, da Harry sichtlich aufgebracht aussah. „Aber wenn man Okklumentik anwendet, um jemanden daran zu hindern, deine Gedanken zu lesen, dann spürt man es. Es ist dann anders als Legillimentik. Das kannst du verhindern. Empathie dagegen... fühlt sich anders an. Und das war es."
„Okay," sagte Harry verstehend, wenn auch sehr nachdenklich.
„Harry," sagte Hermine tief besorgt. „Professor White ist ein Empath und wenn sie wirklich auf Voldemorts Seite steht, dann weiß sie bereits alles, was wir bisher getan haben und was wir wissen. Sie weiß absolut jedes Geheimnis, von uns, von Scrimgeour, von jedem Mitglied des Orden des Phönix, der sich hier im Schloss schon mal aufhielt. Sie hätten alle Geheimnisse weitergegeben ohne zu wissen, dass sie das taten. Wenn man nämlich so gut ist wie ich Professor White gerade einschätze, dann liest sie in den Gedanken anderer ohne dass man auch nur den geringsten Verdacht hat. Es tut mir leid, dass ich euch so Angst gemacht habe. Ich bin nur... Ich glaub, ich bin einfach nur fertig."
Harry nickte erneut. Er versuchte zu lächeln, um ihr kein schlechtes Gewissen zu machen oder sie zu verurteilen, denn das tat er nicht. Es war eine schreckliche Erkenntnis und Harry verstand, warum Hermine so aufgelöst war. Er hatte auch allmählich das Gefühl keine Kraftreserven mehr zu besitzen.
