Flupp =)


Review:

Mannequin: Sers =)

Kauf mir, wenn es auf den Winter zugeht, immer ein Netz Zitronen auf Vorrat. Bei mir ist es nämlich nicht mal mehr mit Zitronen aufzuhalten, wenn es erst mal richtig ausgebrochen ist. Momentan bin ich zum Glück noch verschont geblieben. Ist immer ne regelrechte Tortur, wenn die Nase nicht mehr aufhört zu laufen und man Nachts nicht schlafen kann. Gehst du denn dann dennoch in die Arbeit oder ruhst du dich zu Hause aus? Ausschwitzen soll dann wohl helfen, aber hab ich bisher noch nie gemacht. Zog sich dann bei mir immer über ne Woche hin.

Wirst du die Bücher zu Game of Thrones noch lesen? Ich hab ja bei HP auch zuerst mit den Filmen begonnen und danach kamen die Bücher und war froh darum, denn die Bücher stellten sich ja als sehr viel besser als die Filme heraus.

Snape ist Karkaroff XD Gibt es da nicht eine Szene im vierten Film, wo beide da sind?! Dann kann doch einer schlecht der andere sein? Ich glaub, es gab doch auch mal die Annahme, dass Voldemort Harry's Vater ist und Rowling hat auf ihrer Webseite dann witzig geantwortet, dass man wohl zu viel Star Wars gesehen habe XD

Ich glaub, das witzigste was ich von einem Nicht HP Fan, der aber die HP Filme gesehen hat, gehört habe war: Harry Potter? Ah ja, da stirbt doch der Gandalf. XD

Hm, ich kann mich echt nicht mehr erinnern, was ich damals im Bezug auf Sirius dachte und hoffte.

Vielleicht dachte ich auch in der Tat gar nichts? ^^ Ich hab mit FF lesen, FF schreiben und Forum diskutieren erst sehr viel später begonnen als das Buch schon lange draußen war.

Glaub aber jetzt im Nachhinein auch, dass Rowling vieles so geschrieben hat, weil sie sich durchaus ein Hintertürchen offen halten wollte. Am Ende hat sie sich vielleicht umentschieden, weil es für die Entwicklung, die sie dann zu dem Zeitpunkt vorgesehen hat, doch nicht mehr gepasst hätte.

Sie hat doch irgendwann gesagt, dass alle sterben mussten, weil sie damit die Grausamkeit des Krieges zum Ausdruck bringen wollte.

Bevor ich begann BH III zu schreiben, habe ich auch mit vielem gerungen, ob ich das überhaupt so schreiben soll oder besser nicht, weswegen ich es auch solange hinausgezögert habe. Jetzt bin ich ganz froh darüber, dass ich es getan habe =)

Und, keine Ahnung, vielleicht hat Rowling nichts mehr dazu gesagt, weil sie keine Erklärung gehabt hätte. Ich mein, es klang alles bestimmt logisch, dass Sirius hätte zurückkehren können, aber dann hätte es vielleicht andere Storylines, die sie neu entwickelt haben, schlechter verwirklichen lassen... Ich nehm das halt an, weil als ich mit BtF begann Anna eigentlich nie als Hauptcharakter gedacht war, noch als Sirius' Freundin. Sie sollte nur eine unterstützende Freundin für Lilli sein und passte halt als Remus' Freundin. Die Entwicklung von ihr kam einfach mit der Zeit im Austausch mit meinen damaligen Lesern. Kann mir durchaus vorstellen, dass bei Rowling sich auch vieles nach dem Austausch mit ihren Fans (was ja unmengen sind, dass sie wohl selber gar nicht mehr wusste, was nun war oder sein sollte) verändert hat.

Ich denk, es ist und bleibt schwer für Harry. Er hatte ja bei den Dursleys so überhaupt keine familiäre Liebe. Die Weasleys sah er auch nur selten und Sirius fast noch weniger. Ich denk, in den Büchern bekommt er viel Unterstützung von Hermine und Ron, Sirius bevor er dann starb und den Weasleys. Das komische ist, dass selbst seine Freundschaft mit Remus für mich nie so tief rüberkommt, wie sie wohl in Buch 7 eigentlich beabsichtigt wurde. Harry war schließlich der Pate von Lupin's Sohn. (Aber das liegt vielleicht an dem Sie, woran ich mich in den Deutschen Büchern ein wenig aufhänge. Ist halt doch sehr förmlich).

Aber sowohl in Buch 6, wie auch in Buch 5 war es nie so fest, wie es zwischen Sirius und Harry war. Es stimmt schon, wenn Dumbledore sagt, dass es ein Wunder ist, dass Harry trotz des Verlustes seiner Eltern, noch so lieben kann, wie er es in den Büchern tut. Ich wollte ihn einfach öfterer mit seinen Eltern interagieren sehen =)

Ich glaub, das macht das Gute aus. Man wünscht selbst seinem schlimmsten Feind das Schreckliche nicht und empfindet dann auch eher Mitgefühl als Freude, wenn ihm so etwas passiert. Snape wollte ja zum Beispiel im dritten Buch, dass Sirius den Kuss des Dementors bekommt während die anderen in Buch 4 schon entsetzt waren, als Crouch jr den Kuss des Dementors bekam.

Hm... Vielleicht liegt das daran, dass ich Buch 7 nur einmal gelesen habe und Narzissa dort besser wegkommt, als in Buch 6? Da war sie ja mehr sehr harsch gegenüber Hermine und auch sonst nicht besonders sympathisch im Gespräch mit Snape. Und noch ist sie ja nicht tot ^^

Yap, so hab ich mir Bellatrix aber auch immer vorgestellt. Verehrt Voldemort und würde alles für ihn tun, aber jeden anderen könnte sie ohne mit der Wimper zu zucken töten.

Auch, würde ich sagen. Nicht nur. Der Kuss des Dementors hat bei Anna auch genug Schaden hinterlassen, aber das wird hier irgendwann noch mal erklärt. Wahrscheinlich wird der ganze Schreibstil etwas verändert und sich eher an CofX anpassen, wo man dann nicht mehr alles nur aus einer Sicht sieht. Bin mir da aber noch nicht sicher.

Ein Teil der Erklärung, wie es nach dem Kuss des Dementors verlief, gibt es hier, aber es ist wirklich nur ein Teil. Ein großer Rest folgt später, wenn ich alles besser weiß, wie ich es schreiben kann.

Yap, Anna taucht in CofX auch wieder als sie selbst auf, aber am Ende stirbt sie am Kuss des Dementors. Das wäre dann im letzten Kapitel passiert und ohne BH III glaub ich, wäre CofX echt schrecklich geendet. Sirius in Askaban, James und Lilli tot, Anna hat den Kuss des Dementors bekommen und gilt als tot. Remus ist ganz allein. Ich kann das Kapitel bis heute nicht schreiben, weil allein das Wissen, dass es so kommt, irgendwie einen hemmt.

Anna ist so eines der Charaktere, an denen man sieht, dass wenn man immer zwischen den dunklen Künsten und der normalen Magie wandert, das einen selbst viel abnimmt und schlimmes mit sich bringt. Daher der Kuss des Dementors, was laut Dumbledore ja sogar schrecklicher als der Tod ist.

Ursprünglich dachte ich, ich könnte CofX zuerst zu Ende schreiben und dann die HP Geschichte schreiben. Das hätte dann vielleicht am Anfang eher den Wie-kann-Anna-denn-wieder-da-sein-Effekt aufgerufen ^^ Aber noch gibt es einige Kapitel in CofX und ich weiß noch nicht so richtig, wie ich die am besten schreibe und bevor mein Schreibboom wieder vergeht, hatte ich gehofft, die HP FF soweit voran zu bekommen, dass alles gut aufgeht und ich tatsächlich alle FF's fertig bekomme.

Thx fürs liebe Review. Wünsche Gute Besserung. Liebe Grüßle =)


Chapter 12 – The reason Dumbledore had trusted Snape

Jimá brachte Harry wieder zurück nach Hogwarts und zwar direkt vor das Schlosstor. Sie war wieder gefasster, aber er ahnte, dass sie ihre Gefühle nur hinter einer Maske verstecken wollte.

„Ich rede mit White," sagte er zuversichtlich, aber sie schüttelte nur den Kopf.

„Nein, ist schon gut. Jetzt... jetzt wo ich weiß, was wirklich passiert ist, kann ich mit ihrem Verhalten leben."

„Das ist doch blödsinn!"

„Nein, wirklich," wiederholte sie eindringlich und setzte ein Lächeln auf.

„Ich verstehe nun, warum sie mich nicht mehr sehen will. Sie kann mir nicht verzeihen und da kann ich ihr kein Vorwurf daraus machen. Jetzt, wo ich weiß, wobei ich sie im Stich gelassen habe... kann ich mir das selber nicht verzeihen."

„Jimá, komm schon."

„Ich werde es ihr nicht noch schwerer machen, indem ich mich wie ein kleines Kind aufführe und mich ihr aufdränge." Sie umarmte ihn fest zum Abschied. „Ich muss nun wieder los. Arbeit wartet. Ich hab heut einiges liegen lassen. Das muss ich nun wieder aufholen. Danke für den heutigen Tag. Es war echt schön Mum und Dad zu treffen."

„Wie wärs, wenn wir dort jede Woche auftauchen? Am Wochenende wieder?"

Er sah sie hoffnungsvoll an, aber sie schüttelte erneut den Kopf.

„Du hast doch gehört, was Mum und Dad sagten? Es ist zu gefährlich, Harry."

„Es ist zu gefährlich jeden Tag da aufzutauchen, aber jede Woche?!"

Jimá sah ihn dämlich an, aber Harry zuckte vielsagend mit den Augenbrauen. Sie schüttelte erneut ungläubig den Kopf.

„Versprich mir bitte, dass du dort nicht alleine aufkreuzt? Nimm wenigstens Ron und Hermine mit. Oder gib mir und Brian Bescheid und wir sind so schnell wie möglich da, um dich zu begleiten."

„Und wenn Mum und Dad nicht erscheinen, wenn jemand anderes mitkommt?"

„Sofern sie vor dem Friedhof bleiben, wird es den Zauber nicht beeinflussen."

„Und wenn es ihn sogar auflöst? Wir kennen den Zauber doch gar nicht. Was, wenn wir jemanden mitnehmen und wir ruinieren diese Lhayfkas Magie damit?"

„Lhayphsas," verbesserte sie ihn Stirn runzelnd.

„Ja, genau!" machte Harry, ging aber nicht näher darauf ein. „Wir kennen den Zauber doch gar nicht und soll ich wirklich Byen noch mal herholen, nur um sie zu fragen, was wir tun können und was nicht?"

Jimá verengte kritisch ihre Augen als ob sie angestrengt nach etwas suchte, was ihre Bedenken unterstützte. Dann aber sah er wie sich ihr Ausdruck lockerte und sie aufgab.

„Na gut, du hast gewonnen."

Harry grinste von einem Ohr zum anderen.

„Aber versprich mir, dass du mir vorher Bescheid gibst."

„Tu ich."

„Und Remus!"

„Tu ich."

„Und erst wenn ich nicht mitkommen kann, gehst du alleine zu ihnen."

„Yap."

„Und du schwörst, dass du vorsichtig bist!"

„Yap."

„Sieh dich wirklich vor!"

„Yap."

„Vertraue keinem Fremden!"

„Yap."

„Und kein Flug auf dem Besen! Apparier von Hogsmeade aus."

„Yap."

„Und bleib auch auf dem Friedhof vorsichtig!"

„Yap."

„Du haust sofort ab, wenn du einen Todesser dort siehst!"

„Darf ich vorher noch winken?!"

„Harry!"

Er grinste breit, aber Jimá zuckte ungläubig mit der rechten Augenbraue – und grinste gleichfalls amüsiert.

„Ich versprechs," sagte er schließlich und dieses Mal auch wirklich ernst. „Du passt auch auf dich auf?"

„Versprochen."

Sie verabschiedeten sich voneinander und Harry ging erst ins Schloss hinein als sie verschwunden war.


Erst als Harry ihnen erzählte, dass auch Jimá da war und ebenfalls mit seinen Eltern sprach, schienen Ron und Hermine ihn nicht mehr anzusehen als ob er eine zu blühende Fantasie besaß.

„Du bleibst also in Hogwarts?" fragte Ginny hoffnungsvoll während sie alle gemeinsam in der Großen Halle zu Abend aßen. Harry schwang seinen Kopf hin und her.

„Jaah, denke schon."

Ron und Hermine strahlten und irgendwie freute es ihn, dass seinen Freunden seine Entscheidung so viel bedeutete.

„Toll!" sagte Hermine und kramte einen Zettel aus ihrer Umhangstasche heraus. „Also, in Zaubertränke hast du -"

„Das ist jetzt keine Liste von all den Dingen, die ich verpasst habe und aufholen soll, oder?"

Hermine lächelte scheu und auf einmal begannen sie alle gemeinsam zu lachen. Selbst Hermine lachte mit und Harry nahm schließlich den Zettel und las sich alles mit einem Schmunzeln auf den Lippen selbst durch.

„Sieht aus, als ob wir einige Überstunden in der Bibliothek vor uns haben," sagte Ginny mit vielsagendem Blick und Harry nickte unzufrieden.

„Ja, aber vorher muss ich etwas anderes hinkriegen."

„Was denn?" fragte Ron neugierig.

„White dazu bringen mich zu trainieren," antwortete er ziemlich mürrisch. „Hat jemand ne Idee?"

„Willst du das denn wirklich?" fragte Ginny sanft und hatte ihm und ihr selbst etwas Kartoffelbrei auf den Teller gelegt. Harry sagte nichts, aber irgendwie fand er es süß, wie sie dafür sorgte, dass er auch ja etwas aß.

„Ich mein, wenn sie dich trainieren soll, musst du sie hassen und sie muss einen Weg finden, deinen Hass zu schüren. Das ist als ob ihr euch gegenseitig hochschaukelt bis das Fass zum Überlaufen gebracht wird."

Damit hatte sie nicht ganz unrecht und das konnte er in allen Gesichtern auch ablesen.

„Vielleicht gibt es aber auch einen anderen Weg?" sagte Hermine nachdenklich. „Wenn Professor White schon meinte, dass Harry es ab nun an alleine machen soll, dann muss es doch einen Weg geben, wie er das auch alleine erlernen kann?"

„Nur rieten nun sowohl Remus wie auch Harry's Eltern, dass er sie umstimmen soll," sagte Ron.

„Und wenn der Grund, warum sie mich nicht unterrichten will, wirklich der ist, den Remus und meine Eltern glauben, dann liegt sie offenbar falsch."

Harry begann zu essen und dachte gleichzeitig darüber nach, wie er sie am besten dazu überredete, sich doch seiner anzunehmen.

Nachdem er fertig war, ging er geradewegs zu White's Büro. Er hatte sich einige Sätze zurechtgelegt und sie auf dem Weg dorthin immer wieder mal runter gebetet, um sie nicht zu vergessen, wenn er auf sie traf.

„Wir sind auf derselben Seite. Sie sind die Einzige, die mich lehren kann. Ich werde zuhören und mir wirklich Mühe geben von Ihnen zu lernen. Wir sind auf derselben Seite. Sie sind die Einzige, die mich lehren kann. Ich werde zuhören und mir wirklich Mühe geben von Ihnen zu lernen. Wir sind die Einzigen, auf derselben Seite. Ich werde mich lehren. Sie sind die Einzige Zuhörerin und ich habe Mühe von Ihnen zu lernen. Halt! Das war nicht richtig!"

Er blieb vor dem Wasserspeier stehen und runzelte grimmig die Stirn. Noch mal von vorne.

„Wir sind auf derselben Seite. Sie sind die Einzige, die mich -"

„Harry?"

Er drehte sich um als er die Stimme von Lupin nach ihm rufen hörte. Der Freund war gerade am Ende des Ganges vorbei geschritten und blickte ihn verwundert an.

„Willst du zu Professor White?"

„Err – ja?"

„Ich fürchte, da kannst du heute lange warten. Sie ist nicht in Hogwarts."

Genervt verengte er die Augen. Na toll! Hätte er lieber mal einen Blick in die Karte geworfen, dann hätte er sich das rumlungern hier sparen können. Remus lächelte mild und beide gingen schließlich gemeinsam einen kurzen Weg zu ihrem jeweiligen Zielen.

„Schön, dass du dich dazu entschieden hast zu bleiben und von ihr zu lernen. Sie wird sich sehr freuen – irgendwann jedenfalls."

„Ist sie gerade bei den Malfoy's?"

„Nicht das ich wüsste," antwortete Remus nachdenklich. „Sie ist im Zaubereiministerium. Besprechung mit dem Zaubereiminister."

„Warum wollte White damals eigentlich, dass ich im Zaubereiministerium auftauche?"

Das fiel ihm erst jetzt wieder ein, dass er damals nur deswegen dort war, weil White das von Mr Weasley verlangt hatte.

„Glaubt sie etwa an die Arbeit von Scrimgeour?"

Remus dachte ein wenig nach, offenbar, um nichts falsches zu sagen. Auf Harry's eindringlichem Blick aber seufzte er schließlich.

„Sie sagt es nicht. Sie spricht nicht viel, seitdem sie wieder da ist. Ich nehme aber an, dass sie versucht die Beziehungen zum Zaubereiministerium am Laufen zu halten. Kann mehrere Gründe haben. Dadurch dass sie die gute Beziehung zu Scrimgeour am Laufen hielt konnten wir zum Beispiel damals rechtzeitig einschreiten, als Voldemort in die Mysteriumsabteilung eindrang, um etwas zu stehlen. Wir konnten vorher dort auftauchen und dieses durch ein Falsches austauschen. Als Dumbledore noch lebte, hatte er eine sehr hohe Position im Zaubereiministerium inne und es war kein Problem für den Orden dort zu agieren. Um dennoch so frei wie möglich handeln zu können, muss Professor White schon etwas dafür tun."

„Scrimgeour hat sie aber als Direktorin eingesetzt?"

„Sie haben sich früher sehr gut verstanden. Professor White hat vor ihrem Tod im Zaubereiministerium gearbeitet. Ich denke, er erhofft sich selbst auch einiges von dieser Handlung. Sie wusste schon früher politisch angemessen zu handeln. Mochte man nicht glauben, wenn man sie zu Schulzeiten bereits kannte, denn sie war eigentlich eher sehr rebellisch. In der Arbeit jedoch folgte und erfüllte sie Anweisungen stets zur großen Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten. Selbst Bartemius Crouch hatte sie hin und wieder gelobt. Bekam ich aber auch nur über andere mit."

Harry nickte, wenn ihm auch etwas merkwürdig zumute war. Vielleicht sollte er diese Verwicklungen einfach den Erwachsenen lassen und nicht weiter darüber nachdenken. Es bereitete ihm so oder so nur unverständliche Kopfschmerzen.

„Also ist sie morgen wieder da?"

„Das weiß ich nicht, Harry. Vielleicht weiß Professor McGonagall Bescheid? Geht es um das Schwert Gryffindor's?"

„Err -"

„Das Passwort ist Erdbeervanillesahnepudding."

„Err – Danke. Aber nein... Ich möchte mit ihr über Jimá reden."

„Jimá?"

„Ich glaub, ihr geht es echt schlecht, weil Professor White nicht mit ihr redet."

„Hm, ja. Ich hab auch schon versucht sie dazu zu bewegen, auf die beiden zuzugehen und ein Gespräch zuzulassen, aber wie ich dir neulich schon sagte, sie lässt sich nicht gern zu etwas zwingen und je stärker du es versuchst, um so stärker wehrt sie sich dagegen."

„Ich versteh ja, dass Professor White Jimá aus dem Weg geht, aber was hat sie gegen Brian?"

Remus sah ihn kurz verschlossen an, dann schüttelte er jedoch traurig den Kopf.

„Sagen wir, es ist dem von Jimá nicht unähnlich."

Harry nickte und gab sich damit zufrieden. Er glaubte eh nicht mehr aus dem Freund herausbekommen zu können.

„Und zwischen euch ist alles wieder gut?"

„Gut? Ja, ich würde sagen, den Umständen entsprechend. Wie erwähnt, sie redet nicht viel. Das ist ungewohnt für mich, denn es gab Zeiten, da konnten wir einander alles anvertrauen und ich kam auch stets zu ihr, wenn ich Hilfe brauchte."

„Heute nicht mehr?" fragte Harry traurig. Remus lächelte sanft.

„Ich komme immer noch zu ihr, wenn ich Hilfe benötige und ich vertraue ihr immer noch alles an. Aber dieses Vertrauen ist einseitig geworden. Sie ist sehr verschlossen und heute könnte ich wohl nicht mehr sagen, was in ihr vorgeht."

Harry spielte mit dem Gedanken Remus von dem Treffen mit Byen und dem Lhayphsas Zauber zu erzählen, durch den er mit seinen Eltern sprechen konnte. Er entschied sich das aufzuschieben, wenn es die Situation eher zuließ. Für eine Weile wollte Harry dies noch für sich behalten.

Sie trennten sich schließlich, da Remus zu seinem Büro ging und Harry Hermine für die Rundgänge abholte.


Alles aufzuholen, was er im Unterricht verpasst hatte, stellte sich als schwerer heraus als gedacht. Harry hatte nicht wirklich den Kopf dafür, denn ihm spukte zu sehr die Treffen mit seinen Eltern herum und was er zu White sagen sollte, um sie dazu zu überreden, ihn zu trainieren. Er wollte sie auch dazu bewegen mit seiner Schwester zu reden und da kam ihm bis jetzt noch kein richtiger Plan sie umzustimmen. Er bezweifelte stark, dass gutes Zureden oder Bitten und Betteln half.

Es war kurz vor dem Wochenende und Harry saß erledigt mit Ron und Ginny in der Bücherei.

„Ja, Aufsatz fertig!" jubelte er heiter. Ron und Ginny sahen ihn mit einem schwachen Lächeln an.

„Toll, jetzt kannst du dich dann an den zweiten von vier Aufsätzen machen," kommentierte Ginny amüsiert. Harry seufzte klagend auf.

„Ach, komm schon."

„Hey, wir haben dir immer wieder gesagt, du sollst dich ranhängen und nicht zurückfallen lassen."

„Wozu soll ich bitte sehr seitenweise darüber schreiben, warum Thestralhaare gebräuchlicher bei Heiltränken sind als Froschschuppen? Das ist in 2 Sätzen abgearbeitet. Weniger eklig. Besser zu fassen."

„Du kannst ja zwei Sätze schreiben, aber ich bezweifle das Slughorn dir das durchgehen lässt," erwiderte Ginny. Es hatte nur ein Blick auf seinen fertigen Aufsatz für sie gebraucht und sie sah ihn Stirn runzelnd an.

„Hast du schon wieder eine Rechtschreibfeder von meinen Brüdern zum schreiben genommen?"

„Nö, wieso?" murmelte Harry.

„Weil du deinen Namen immer als Letztes bei deinen Aufsätzen schreibst und hier Hammer Schotter statt Harry Potter steht."

„Mist."

Ginny schüttelte grinsend den Kopf als Harry den Aufsatz wieder zurücknahm und sich unzufrieden am Kopf kratzte. Ron gluckste.

„Ich hab nachgedacht!" sagte Hermine, welche plötzlich bei ihnen aufgetaucht war und ein dickes Buch in die Mitte des Tisches hatte fallen lassen.

„Wie?" rief Harry entsetzt. „Soll ich etwa das Teil für den Aufsatz für Remus lesen?! Das kann doch wohl nicht dein ernst sein, Hermine!"

„Natürlich nicht," sagte sie sofort augenrollend. „Für den Aufsatz geb ich dir ein anderes Buch, dass du durchlesen solltest oder du wirst nur oberflächlich etwas schreiben können und auch wenn Remus und du Freunde seid. Ein Bonus kriegst du dafür bestimmt nicht. Ich geb dir ein Buch wo zumindest das nötigste drin, um zumindest so zu klingen als ob du dir Mühe gegeben hättest.

In dem Buch hier, steht etwas anderes. Als du uns erzählt hast, was deine Eltern über Professor White's Tod erzählt haben, hab ich mich daran erinnert, was ich hier drin gelesen hatte. Als die Dementoren in unserem dritten Jahr um uns herum lungerten, wollte ich mich darüber informieren, womit wir es zu tun hatten. Es gab viel oberflächliches, aber ich hatte wirklich sehr viel Zeit und so fand ich dieses Buch hier. - Ginny? Was tust du da?"

Diese hatte sich Harry's Aufsatz herangezogen und die Fehler für ihn verbessert.

„Harry muss das alles doch selbst aufholen? Wie soll er denn sonst etwas lernen?!"

„Was bringt es ihn in einem Kampf mit einem Todesser zu wissen, dass er Todesser mit zwei s schreibt, statt mit einem?!" entgegnete Ginny und fuhr fort damit Harry's Aufsatz für ihn zu verbessern. Er grinste erfreut während Hermine immer noch unzufrieden war, sich nun jedoch dem schweren Buch vor sich zuwandte. Sie schlug eine Seite ziemlich in der Mitte auf und schob sie in die Mitte, so dass die Jungs von der Seite aus mitlesen konnten.

„Der Kuss des Dementors," las Harry vor, sah Hermine dann jedoch skeptisch an. „Wir wissen, was das ist. Schon vergessen? Haben das in der dritten Klasse schon."

„Lies den untersten Abschnitt," drängte sie ihn eindringlich und auch wenn er keine Lust hatte, tat Harry dies für sie.

„Es gibt Gerüchte, dass der Prozess des Kuss des Dementors durch einen Trank teilweise aufgehoben werden kann. Weder die Rezeptur, noch die Wirksamkeit ist bekannt oder bestätigt."

Nun verstand er, warum sie darauf pochte dass er das las und auch Ginny hatte sofort verstanden.

„Du denkst, das ist der Grund, warum Professor White doch noch lebt?" fragte sie die Freundin und Hermine nickte.

„Es würde auch erklären, warum Professor Dumbledore Snape solange bei sich ließ," sagte sie mit Seitenblick auf den Freund, denn es war durchaus klar, dass sie damit erneut eine Vermutung von Harry in Frage stellte. Ihre Befürchtung, dass er ihr das übel nahm, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Im Gegenteil, er sah sehr nachdenklich aus und teilte offenbar diese Möglichkeit.

„Was ist, wenn Snape das tun konnte?"

„Aber wenn Snape das tun konnte, warum nicht auch Professor Slughorn bitten? Ist er nicht älter und erfahrener?" warf Ron bedenklich ein. Die Wahrheit aber würden sie wohl nur von Betroffenen Personen selber erfahren. Als Harry Dumbledore die letzten Jahre über nach dem Grund fragte, hatte er stets sehr entschlossen klar gemacht, dass er seine Gründe habe. Bis kurz vor seinem Tod war Harry sicher gewesen, der Grund des Vertrauens wäre Snape's Behauptung er würde den Tod von Harry's Eltern bereuen. Nun fragte er sich, ob es nicht doch ein anderen Grund gab... Den, der ihnen allen nun irgendwie auf der Zunge lag.


Um sicherzugehen, dass sie keinem Hirngespinst hinterherliefen, war Harry am nächsten Tag nach Zaubertränke noch länger im Kerker geblieben, um Professor Slughorn darauf anzusprechen.

„Harry, mein Junge," sagte der Professor als alle draußen waren, Harry aber beim Lehrer am Tisch stehen blieb. „Haben Sie etwas auf dem Herzen?"

„Ja, Professor. Ich habe da neulich etwas gelesen und Sie als Zaubertrankmeister sind der Einzige, der mir mit Sicherheit den Wahrheitsgehalt bestätigen kann."

„So so," machte Slughorn und sah vergnügt auf. „Vielleicht sollten sie lieber mehr nachlesen, um ihre Fähigkeiten im Mischen von Zaubertränken zu verbessern als irgendwelchen Gerüchten hinterherzujagen, mein guter Junge?"

„Err – ja, schon."

„Aber angesichts dessen, was auf ihren Schultern lastet, werde ich mal Gnade vor Recht walten lassen. Worum geht es denn?"

„Stimmt es, dass es ein Zaubertrank gibt, mit dem man den Prozess des Kuss des Dementors rückgängig machen kann?"

Slughorn's Ausdruck veränderte sich. Er war nun niedergeschlagen, fast gar frustriert.

„Ich kenne einen Fall, bei dem es versucht wurde. Sie wissen sicherlich, dass die Strafe den Kuss des Dementors zu erhalten, eine wirklich sehr grauenvolle Bestrafung ist.

Vor gut 70 Jahren, erhielt sie erstmals ein Zauberer zu Unrecht. Die Wahrheit kam durch damaligen Auroren heraus, aber unglücklicherweise war es bereits zu spät gewesen. Der Dementor hatte seinem Opfer den Kuss bereits gegeben.

Diese zwei Auroren damals jedoch haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um eine Lösung zu finden. Die Familie des armen Zauberers war am Boden zerstört, als herauskam, dass er unschuldig war.

Der mittlerweile verstorbene Zaubertrankmeister Hidwidge Ray, mein Lehrmeister, von dem ich dankbarerweise ebenfalls noch lernen durfte, hat nach sehr langer Zeit, sehr intensiver Arbeit einen Trank erstellt, in der Hoffnung, er würde die Seele aus dem Dementor zurück zum Körper des Zauberers führen und wiedervereinigen."

Slughorn seufzte.

„Es hat nicht funktioniert?" fragte Harry enttäuscht. Sein Lehrer schüttelte den Kopf.

„Es hat funktioniert, nur nicht so, wie gewünscht. Die Seele hatte zu viel Schaden genommen. Wofür der Zauberer vorher bestraft wurde, obwohl er es nicht gewesen war, zu dem wurde er nachdem die Bestrafung aufgehoben wurde."

„Zu was wurde er?"

„Ein Mörder, Harry. Er war verrückt geworden, tötete seine gesamte Familie."

Harry blickte finster zur Seite. Hatte er gehofft, mehr nach dem Gespräch zu verstehen, so wurde er nun eines besseren belehrt. Er verstand noch weniger, was eigentlich vor sich ging.

„Professor Slughorn? Hat Professor Dumbledore sie je darum gebeten einen solchen Trank für ihn herzustellen?"

Sein Gegenüber zuckte verblüfft zurück.

„Wieso sollte er das tun?"

Harry antwortete nicht. Mittlerweile glaubte er nämlich, dass nicht viele wussten, was mit Professor White wirklich passiert war, wenn selbst Jimá die Wahrheit erst mit ihren Eltern erfahren hatte. Er fragte sich, ob Brian und Remus es eigentlich wussten.

„Sie haben also nie einen solchen Trank für ihn gebraut?"

Slughorn schüttelte den Kopf.

„Sie wüssten aber, wie es ginge?"

„Ich wüsste es, ja."

„Wusste Dumbledore es auch?"

Slughorn schien überrascht von dieser Frage zu sein.

„Nun, er hatte zumindest das Rezept," antwortete sein Lehrer nachdenklich. „Ich weiß nicht, ob es in der verbotenen Abteilung zugänglich ist, aber ich bin mir sicher, dass Dumbledore es kannte. Ob er ihn nun auch brauen konnte, das vermag ich nicht zu beurteilen."

Harry nickte. Er bedankte sich bei Slughorn für die Information, dann verließ er den Kerker und stieß zu seinen Freunden dazu, die auf dem Gang auf ihn gewartet hatten. Sie waren sich alle einig, dass wenn Dumbledore nicht Slughorn darum gebeten hatte, dass es dann höchstwahrscheinlich etwas mit Snape zu tun hatte, dass Professor White noch mit Seele lebte. Eine richtige Antwort, da war sich Harry sicher, die konnte wohl nur einer liefern.


Am Ende ihrer Rundgänge an jenem Abend gingen Harry und Hermine nicht wie sonst zum Gryffindor Turm zurück, sondern zum Wasserspeier. Hermine war zuerst verwirrt, aber Harry erklärte ihr schließlich, dass er das Passwort von Remus bekommen hatte und er nun, da sie mehr wussten, glaubte, dass Dumbledore ihnen auch alles erzählen würde, was zwischen ihm und Snape vorgefallen war, wenn sie ihn nur richtig konfrontierten.

„Harry?!" sagte Dumbledore überrascht, nachdem sie alle anderen Porträts mit Schlafzauber versetzt hatten, ihn aber aufwecken mussten, weil er als einziger von allen bereits schlief.

(„Wie weckt man ein Porträt? Soll ich ihn etwa anstupsen?" - „Ein Porträt kriegt so was nicht mit, Harry. Renervate!" - „Ah, okay...")

„Tut mir leid, wenn wir sie stören, Professor," hatte Harry vorsichtig begonnen. „Ich hab einige Fragen und sie sind der Einzige, der sie mir beantworten kann."

„Nun denn, stelle deine Fragen. Ich werde mein möglichstes tun, um zu helfen, wenn es denn in meiner Macht steht."

„Es geht um Professor White."

„Hm..." summte er unsicher.

„Ich weiß mittlerweile, was mit ihr vor 16 Jahren passiert ist."

Dumbledore sah ihn nach wie vor verschlossen an und so erzählte Harry einfach drauf los, hoffend, dass er irgendwann von selbst ins Gespräch einsteigen würde.

„Sie bekam den Kuss des Dementors. So weit uns beigebracht wurde, ist dies endgültig. Wer diese Strafe bekommt, ist tot. Sein Körper lebt zwar, aber er kann weder denken, noch handeln. Professor White aber läuft sehr lebendig umher."

Immer noch nichts und so ergriff Hermine vorsichtig das Wort.

„Professor. Wir haben in einem Buch gelesen, dass der Prozess der Seelenzerstörung durch einen Trank rückgängig gemacht werden kann. Die Rezeptur und die Wirkung seien aber sowohl unbekannt wie auch nicht bestätigt. Harry hat jedoch mit Professor Slughorn gesprochen und er hat bestätigt, dass es bereits so einen Fall gab und auch, dass der Trank existiert."

„Professor Slughorn hat gesagt, dass er den Trank nie für sie hergestellt hat, sie aber sehr wohl das Rezept kennen," sagte Harry und sah das Porträt nun auffordernd an. „Professor Snape hat für sie den Trank gebraut, nicht wahr?"

Dumbledore zögerte, dann aber nickte er schwermütig. Harry und Hermine waren von dem Wissen so überwältigt, es war hart zu entscheiden ob man sich freuen sollte oder nicht.

„Wie ist das möglich?" platzte Harry sofort entsetzt los. „Sie hat keine sichtbaren Schäden? Sie ist... Oder ist sie doch irre?!"

„Es ist vielen Umständen zu verdanken, dass Professor White lebt," sagte Dumbledore nun sanft, damit Harry nicht noch mehr Dinge zusammenreimte, die am Ende nicht stimmten.

„Eines davon ist in der Tat, dass ich jemanden fand, der im Stande war diesen Trank zu brauen. Nachdem sie von Dementoren angegriffen wurde und wir sie in diesem Zustand fanden, lag es eigentlich auf der Hand, was ihr bevorstand. Sie würde nicht mehr lange leben. Ihr Körper würde irgendwann zerfallen ohne Seele. Ich hätte das weder mitansehen können, noch ertragen, dass sie dieses grauenvolle Schicksal tragen muss.

Ich teilte den anderen mit, dass ich dafür sorgen würde, dass ihr Körper nicht mehr zu leiden habe... Ich hatte es vor, aber als es darum ging – konnte ich es nicht."

Harry und Hermine sahen sich traurig an. Dies hatten sie nicht erwartet. Es war schwer einen so mächtigen Zauberer wie Dumbledore in diesem bedrückten Zustand zu sehen, denn während er normalerweise nie diese Schwäche in seinen Gefühlen zeigte, tat er dies in diesem Moment sogar sehr tief.

„Ich konnte mein eigen Fleisch und Blut nicht töten. Nicht nach den Jahren, in denen ich sie so tief in mein Herz geschlossen hatte, dass ich ohne zu zögern mein Leben für das ihres gegeben hätte. Und wegen noch anderen privaten Gründen.

Ich ließ die anderen im Glauben, dass sie tot wäre und brachte sie an einen sicheren Ort, an dem ihr Körper in friedlichem Zustand mit der Zeit zerfallen würde. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Harry's Eltern starben und Voldemort verschwand von der Bildfläche. Seine Anhänger wurde einer nach dem anderen festgenommen und weggesperrt.

Mr Snape hätte dasselbe Schicksal wie alle anderen getroffen. Aber er kam auf mich zu und flehte mich an ihm zu helfen. Ich hatte nicht das geringste Interesse daran, zuerst.

Seine Reue mag ehrlich gewesen sein, aber sie sollte ihn nicht von all seinen Taten frei sprechen. Ich war mir durchaus bewusst, was in ihnen allen vor sich ging. In deinem Vater, in Sirius und auch in Severus Snape. Ihre Feindschaft saß tief und jeder hatte seinen Teil dazu beigetragen, diese Zwietracht zu halten.

Ich wusste auch, wann mein Gegenüber mich anlog und wann nicht. Mr Snape bereute ehrlich. Nicht so tief, wie er es mir vielleicht glauben machen wollte, aber er bereute den Tod deines Vaters, trotz des Hasses zwischen ihnen beiden.

Als er Voldemort von der Prophezeiung erzählte, tat er dies in dem festen Glauben, von seinem Herrn belohnt zu werden. Es war ein harter Kampf zwischen Voldemort's Anhängern. Jeder hat versucht besser in seiner Gunst dazustehen. Er dachte nicht an die Folgen, die es für deinen Vater haben könnte, sondern hatte nur seine gute Stellung vor Augen.

Es gibt Todesser, die aus Spaß töten und es gibt Todesser, die es nur tun, wenn es ihnen befohlen wird, obgleich sie es nicht tun wollen. Zu Letzteren gehört Mr Snape.

Dann erzählte er mir, dass es einen Trank geben würde, mit dem man die Seele einer Person nach dem Kuss des Dementors wieder zu der Person zurückbringen kann und er wäre in der Lage ihn zu brauen.

Ich kannte den Trank und habe seine Wirkung gesehen."

Harry und Hermine sahen einander verwirrt an. Er hatte die Wirkung gesehen?

„Ich war da, als das Opfer den Trank nahm und zum Mörder wurde. Dies wollte ich für meine Urenkelin nicht. Dennoch, ich war verzweifelt sie nicht gehen zu lassen.

Ich verdrängte den Gedanken, was für Schäden ihre Seele bereits durch den Kuss angenommen haben könnte und wie es sich auf sie auswirkt, wenn sie den Trank einnimmt. Die Selbstsucht hatte überwogen. Ich redete mir ein, dass ich sie dazu bringen kann, wieder sie selbst zu werden. Die Sicherheit aller anderen garantieren kann und sie niemals zu einer Mörderin wird. Dafür hätte ich sogar meine Arbeit als Direktor von Hogwarts aufgegeben, nur um sie in Sicherheit und wohlauf zu wissen.

So legte ich mein Wort für Professor Snape ein und er kam nicht nach Askaban. Wie ihr seht, hat er Wort gehalten."

Eine knisternde Stille brach über den Raum herein. Kein Wunder, dachte Harry, dass Dumbledore ihm zu Lebzeiten nie den Grund erzählen wollte und warum er ihn stets harsch abwimmelte, wenn er weiter nachfragte.

„Am Ende hat es mich das Leben gekostet, aber wie ich vorher schon gesagt habe, ich würde mein Leben für meine Urenkelin geben und ich bereue es nicht, Mr Snape vertraut zu haben, um sie zurückzubekommen."

„Sie haben ihm bis zuletzt vertraut?" fragte Harry und konnte den grimmigen Unterton, der mitschwang, nicht unterdrücken. „Selbst nachdem der Trank fertig gebraut war und sie ihn gar nicht mehr hier gebraucht hätten?"

Dumbledore seufzte.

„Ich hatte gehofft, dass ihn die letzten Jahre geläutert hätten und eines Besseren belehrten. Ich wusste, wozu er in der Lage war, aber auch was in ihm vorging und es lag in seiner eigenen Hand seine Zukunft zu bestimmen. Was immer er gewählt hatte, sollte nicht auf meinen Schultern liegen. Ich habe meine Schuldigkeit getan und ihm einen Weg geebnet. Ob er ihn nun geht oder doch wieder in sein altes Leben zurückkehrt, das überließ ich ganz ihm."

„Er hat sie am Ende verraten," sagte Harry frustriert. Dumbledore nickte traurig.

„Wie gesagt, es war seine freie Wahl seinen Weg zu wählen."

„Er weiß, wer die Mitglieder im Orden sind. Er kennt alle Geheimnisse und sie haben ihm dennoch vertraut, obwohl all dies auf dem Spiel stand?"

Dumbledore schüttelte traurig den Kopf.

„Man wird mit dem Alter vielleicht weiser, nicht aber gefühlloser. Ich denke aber dennoch, dass hier der Zweck die Mittel heiligt. Professor White ist ein größerer Gewinn für den Orden als der Verlust, den Mr Snape über alle hereinbringen kann. Sie wird es schaffen, die Mitglieder zu schützen."

„Hestia Jones ist tot," sagte Harry trotzig.

„Ich habe davon gehört," entgegnete Dumbledore sanft. „Ihr Tod ist tragisch, aber er hätte nicht verhindert werden können und er hatte weder mit Severus Snape zu tun, noch mit Professor White."

„Wie können Sie sich da so sicher sein? Was ist, wenn ihre Seele doch Schaden genommen hat und sie nun... böse ist?"

Das klang dämlich, das wusste er, aber ein anderes Wort fiel ihm in seiner Rage auch nicht ein.

„Diese Bedenken hatte ich. Mit der Zeit werdet ihr jedoch feststellen, warum ich mir sicher bin."

Harry erwiderte darauf nichts mehr. Stattdessen fiel sein Blick auf das glänzende, silberne Schwert auf dem Schreibtisch. White hatte also Wort gehalten. Er konnte an das Schwert, wann immer er wollte.


Die nächsten Tage vergingen ohne dass White zurück nach Hogwarts kehrte. Harry hatte stets die Karte dabei und immer wieder mal einen Blick hinein geworfen, um zu sehen, wann sie wieder in ihrem Büro auftauchte. Er war sich nach wie vor nicht sicher, inwiefern er White vertrauen konnte oder sollte. Wenn Snape ihr das Leben zurückgegeben hatte, so fühlte sie sich ihm gegenüber vielleicht sogar verbunden und noch war die Seelenzerstörung nicht vom Tisch.

Er wäre gern wieder in seine Wohnung nach London zurückgekehrt, ließ sich aber von seinen Freunden dazu überreden zu bleiben und stattdessen alles aufzuholen, was an Stoff noch anstand. McGonagall hatte ein Test für die nächste Woche anberaumt und Harry musste diesen mitschreiben, wenn er noch eine Chance haben wollte in der UtZ-Prüfung am Ende des Schuljahres teilnehmen zu dürfen. Es war schließlich Dienstag und gerade als die Jungs im Gemeinschaftsraum die Mädels trafen und zum Frühstück aufbrechen wollten, trat jemand Bekanntes durch das Porträtloch herein.

„Neville!" rief Hermine freudig. Sofort waren sie zu dem Freund hingelaufen, der sie alle einen Moment lang ansah, dann aber allen ebenfalls die Hände schüttelte zur Begrüßung. Sie gingen gemeinsam zum Frühstück hinab nachdem Harry begann sich bei ihm zu entschuldigen, dass Professor White ihn aus der Schule wegen ihnen geschmissen hatte. Neville aber sah überrascht zurück.

„Von der Schule geschmissen?" fragte er verdutzt.

„Ja, uns tut es wirklich leid," wiederholte Hermine und sah genauso entschuldigend zurück wie Harry es getan hatte. „Ich mein, es war schon gemein von ihr, dass sie das tat, aber am Ende ist es doch wegen uns passiert. Sie tat es ja nur, um Harry eins reinzuwürgen."

„Oh, hallo, Neville," sagte Luna, die zu ihnen dazu stieß und mit dem Haufen mit zum Frühstück hinab lief. „Du bist ja wieder da. Das ist schön. Wo warst du denn die letzte Zeit? Hast du dich etwa vor den schwarzen Schrumpfmatzen versteckt? Die sollen gerade jeden anfallen."

„Schwarze was?!" fragte Ron irritiert.

„Schwarze Schrumpfmatze. Die haben vergiftete Blätter gegessen und sind jetzt verrückt geworden. Fallen alles und jeden an."

„Ah ja," machte Ron und tauschte verrückte Blicke mit Harry, welcher jedoch grinste. Wieso fragte sein Freund auch nach, wenn er doch genau wusste, dass er die Antwort eh nicht verstehen würde.

„Ich bin nicht von der Schule geschmissen worden," warf Neville ein und Harry blieb perplex stehen.

„Wie -" KRACH! „OW!" KRACH! „Hey!" KRACH. „Ouch!"

Ron und Luna waren in Ginny und Hermine gekracht und beide Mädels stolperten in Harry hinein, der nun auf der Stelle humpelte. Auch wenn die beiden Leichtgewichte waren, auf den Fuß traten sie dennoch wie Muskelbepackte Männer.

„Wie meinst du das, du wurdest nicht von der Schule geworfen?!" fuhr er an Neville gewandt fort. Sie blieben alle mitten im Gang stehen und da sie nicht wie sonst nur zu dritt oder zu viert waren, verbarrikadierten sie den Weg für so manchen Schüler, der sich entweder an der Seite murmelnd durchzwängte oder aber fluchend zurückging und in einem anderen Seitengang verschwand.

„Ich hab eine Auszeit bekommen, um meine Eltern im St. Mungo zu besuchen," sagte der Freund und erst jetzt fiel Harry auf, wie gut dieser eigentlich drauf war. Neville wirkte keineswegs bedrückt oder eingeschüchtert. Eher als ob er von einem ganz tollen Urlaub wiedergekehrt wäre und sich sein leben zum besseren gewandelt hätte.

„Meine Mutter – Sie... Sie hat mich wieder erkannt."

Man sah den Ansatz von Tränen in seinen Augen und er wischte sie sehr schnell wieder ab. Harry hatte es die Sprache verschlagen und an den Gesichtern der anderen zu urteilen war er damit nicht allein. Allein Luna sprang Neville glücklich um den Hals und hatte ihn umarmt.

„Das ist ja toll, Neville! Dann haben die schwarzen Schrumpfmatze auf deine Mutter eine gute Wirkung!"

Neville lächelte scheu, aber Harry verzog skeptisch die Augenbraue. Er bezweifelte sehr stark, dass eine Heilung einfach so durch etwas hervorgerufen wurde, was nicht mal existierte.

„An dem Abend als ihr alle im Krankenflügel lagt, hat Professor McGonagall mich zu sich rufen lassen. Sie sagte, es gäbe Neuigkeiten aus dem St. Mungo. Die Ärzte hätten eine positive Veränderung im Gesundheitszustand meiner Mutter festgestellt. Sie hat mir dann angeboten dorthin zu reisen, um bei ihr sein zu können.

Als ich dort ankam, hat sie mich zum ersten Mal richtig angesehen und sie hat mich angesprochen!"

„Das ist... Neville, das ist echt ein Wunder," sagte Hermine begeistert. Er lächelte immer noch glücklich.

„Ja und dann... am Ende der Woche ging es sogar bei meinem Dad los. Er hat auch begonnen mich zu erkennen. Ich blieb bis gestern bei ihnen. Sie sind noch nicht wieder gesund und die Heiler wissen nicht, wie lang ihr Zustand so gut bleibt oder ob sie wieder vollständig genesen. Sie sind aber guter Dinge.

Ich wollte bleiben, aber meine Oma hat darauf bestanden, dass ich wieder nach Hogwarts zurückkehre und sagte aber, dass ich ihr nur Bescheid geben muss, wenn ich meine Eltern wieder besuchen möchte und sie würde mit Professor White reden. Sie würde es dann schon einrichten. Als ich zu Oma sagte, dass ich mir nicht sicher wäre, dass Professor White das tut, sagte sie jedoch, dass ich mir keine Gedanken machen soll. Sie hätten das bereits versprochen. Toll, oder?!

Professor White ist gar nicht so übel, wie ich dachte."

Sie gingen weiter zur Großen Halle für das Frühstück, aber Harry hatte seine Freunde verdutzt angesehen. Er erinnerte sich an Lupin's Worte über Narzissa Malfoy und wie White ihr gerade noch helfen konnte, weil sie die Heilung mit dunkler Magie beherrschte. Hatte sie dies nun auch bei Neville's Eltern getan? Ihm wurde schwer ums Herz. Er hielt nie sehr viel von den dunklen Künsten, dachte stets, dass es zu nichts als Schlechtem zu gebrauchen war und nur Schaden anrichten würde. Aber Neville's Eltern aus ihrem kranken Zustand zu holen, so dass sie wieder mit ihrem Sohn sprechen konnten – was hätte Harry nicht alles gegeben, um seine Eltern wieder lebendig bei sich zu haben?

„Meine Oma war auch total glücklich wieder mit meinem Vater reden zu können. Auch, wenn es nicht viel war und er nicht auf alles reagierte. Glaubt ihr, Professor White erlaubt es, dass ich dieses Wochenende wieder dorthin reise? Ich kam ja gerade erst zurück. Was hab ich verpasst?"

„Einiges," sagte Harry und übergab Neville seine Liste, die Hermine vorher für ihn zusammengestellt hatte.

„Oh nein! Das hol ich ja nie wieder auf?!" sagte er entsetzt aber Hermine rollte die Augen.

„Du hast doch gar kein Verwandlung," sagte sie ernst. „Und das war Harry's Liste."

Sie nahm ihm die Liste weg und stopfte sie Harry zurück in die Tasche.

„Ich mach dir eine andere Liste. Im Gegensatz zu Harry, hast du immerhin von Anfang an aufgepasst."

Harry zuckte nur mit der Schulter auf Hermine's bissigen Unterton und wandte sich dem Frühstück zu. Wieder etwas, worauf er gerne eine Frage von White haben wollen würde. Blieb die Frage, ob er das überhaupt bekam, wo sie beide seit dem Abend noch kein weiteres Wort miteinander gewechselt hatten.


Nach Verteidigung gegen die dunklen Künste blieb Harry noch bei Lupin, um mit ihm über Neville's Eltern zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass dieser davon von Anfang an wusste.

„Wie kommt es, dass keiner das früher getan hat, wenn so etwas möglich war?"

„Das könnte daran liegen, dass keiner wusste, dass es möglich war," sagte Lupin mild lächelnd. „Selbst Professor White wusste nicht, inwiefern sie den beiden helfen könnte. Sie wollte dem aber zumindest eine Chance geben. Sie war mit ihnen beiden früher befreundet."

„Wie hat sie das geschafft?"

„Gute Frage, ich bin kein Heiler. Was ich mitbekommen habe ist aber wohl, dass Heilerin Stradford schon seit Jahren daran arbeitet, den beiden zu helfen. Sie ist eine ausgezeichnete und sehr erfahrene Heilerin im St. Mungo und auch für den Orden tätig."

„Wirklich?"

„Ja. Brian Tonks kam eine Idee, wie durch neuere Medizin und Magie Alice und Frank Longbottom geholfen werden kann. Das wäre früher nicht möglich gewesen, aber auch Heilzauber entwickeln sich weiter. Professor White hat es umsetzen können und was die beiden im Moment erleben ist mehr ein Experiment. Es kann jederzeit ein unerwartetes Ende nehmen."

„Ist Brian nicht Fluchbrecher?"

„Er hat ein Studium zum Heiler absolviert, bevor er Fluchbrecher wurde."

„Ah, stimmt ja."

Das hatte Harry beinahe vergessen. Ron hatte ihm schließlich davon erzählt.

„Dann hat Professor White endlich mit Brian gesprochen?"

„Leider nicht," sagte Lupin bedauernd. „Sie geht ihm nach wie vor sehr talentiert aus dem Weg. Arthur und Molly haben auch schon versucht die beiden zusammenzubringen was leider in einem peinlich schlechtgelauntem Abendessen zu dritt, statt wie ursprünglich geplant zu viert, endete. Sie kommt morgen Abend übrigens wieder zurück."

„Morgen Abend?"

„Ja, laut ihrer Nachricht jedenfalls, wenn nichts dazwischen kommen sollte. Sie ist noch in London und in einem Treffen mit Mitarbeitern der Mysteriumsabteilung."

„Wieso denn das?"

„Keine Ahnung. Sie hat früher einmal mit ihnen gearbeitet. James hatte mal den Verdacht geäußert, dass sie eigentlich als Unsägliche arbeitet und uns nur nichts von dieser Versetzung erzählt hat, wir haben aber nie eine Bestätigung oder eine Verneinung von ihr bekommen. Ich hab ihr übrigens nichts davon mitgeteilt, dass du sie sprechen möchtest."

„Uhm, okay..."

Etwas perplex sah er seinen Freund an, aber Lupin lächelte aufs Neue sehr mild.

„Ich denke, die Wirkung deiner Worte wird effektiver sein, wenn sie sich nicht darauf vorbereiten kann. Auch gab es durchaus die Bedenken, dass sie dir in dem Fall ebenfalls aus dem Weg geht und dann wäre die Wirkung wohl gleich null."

Harry grinste amüsiert auf Remus' spitzen Ausdruck hin.

„Bevor ich es vergesse. Du wirst in der nächsten Zeit Nymphadora wohl erheblich öfter hier in Hogwarts antreffen."

„Wieso denn das?" fragte er überrascht.

„Sie ist schwanger," antwortete Remus und Harry zuckte verblüfft auf.

„Was? Ehrlich?!"

„Ja."

„Das ist toll. Gratuliere!"

„Danke, Harry. Das ist sehr lieb von dir. Professor White hat mit Scrimgeour ausmachen können, dass Nymphadora bis zur Geburt nur hier im Schloss als Auror stationiert wird. Das ist sicherer für sie und das Baby.

Sie wollte ursprünglich weiter die Aufgaben des Orden ausführen, aber Brian konnte ihr ins Gewissen reden, das Wohl unseres Babys zu priorisieren. Sagte ihr, dass die Aufgabe der Bewachung von Hogwarts eine der wichtigsten Aufgaben ist. Das hat sie glücklicherweise umgestimmt.

Ich muss sagen, ich bin beruhigter, wenn sie hier ist als da draußen."

„Weil es Hogwarts ist?" warf Harry ein.

„Auch," erwiderte Remus lächelnd. „Hogwarts ist immer noch ein Licht in dieser Welt. Hogwarts und die Leute hier im Schloss. Dein Aufsatz ist übrigens schrecklich geworden – Hansi Otter."

„Uhm, ja... Tschuldigung."

Und dennoch, beide Männer lächelten einander an.


Neben all dem Aufholen, Lernen, Lesen, Schreiben war Quidditch das Einzige, was Harry, Ginny und Ron ein wenig Erholung gab. Hermine hatte absolut keine Probleme damit durchzulernen und selbst als die drei beim Quidditch Training waren, saß sie auf der Tribüne und las sich in aller Ruhe das nächste Buch für Zauberkunst durch.

Harry hatte sie darum gebeten immer wieder mal ein Blick auf die Karte der Rumtreiber zu werfen, und ihm sofort Bescheid zu geben, falls White da auftauchte. Remus sollte nicht recht behalten, denn White tauchte erst annähernd am Ende der Woche auf. Harry hatte sofort alles stehen und liegen lassen und war aus dem Gemeinschaftsraum gestürmt, so dass Hermine, Ron, Ginny und Neville nur noch eine Staubwolke an seinem Platz wahrnahmen.

Er war so schnell beim Wasserspeier angekommen, hatte das Passwort rausgeschmettert („Ebeervanilsahnepung!" ) und war eilig nach oben gehetzt, dass er nicht mal groß darüber nachdachte, was er sagen würde. Bevor ihm das klar wurde hatte er jedoch bereits geklopft.

Er wartete und spürte plötzlich etwas schreckliches durch seine Eingeweiden kriechen. Was wollte er ihr doch gleich wieder sagen, um sie umzustimmen? Sein Kopf war komplett leer. Er sah die Gesichter seiner Eltern vor sich, wie sie ihn zuversichtlich und mit großen Stolz anstrahlten und mehr denn je wünschte er sich wieder zurück zum Friedhof, um bei ihnen sein zu können, statt hier vor einer geschlossenen Tür und einer Hexe, mit der er nur unangenehme Begegnungen assoziierte. „Herein," ertönte ihre strenge Stimme. Er schluckte, nahm all seinen Mut zusammen und trat hinein.

Professor White saß an ihrem Schreibtisch und schrieb mit der Feder in ihrer Hand auf ein Pergament. Sie sah hoch als er die Tür wieder schloss und es fühlte sich an als ob jemand ein Eimer Eiswasser über ihn ergossen hätte. Ihm war nie aufgefallen, wie unheimlich diese Stille im Büro hier sein konnte. Ihr Blick war für einen Moment wie er ihn gewohnt war, wie er ihn kannte, durchdringend, grimmig, düster und dann -

„Harry."

Ihre Stimme war nicht mehr streng, sie war weich, fast einfühlsam. In ihren dunklen Augen, obgleich immer noch kalt und verschlossen, erkannte er einen sehr sanften, gar warmen Glanz. Das eisige in ihm war weg und was er fühlte war ein seltsames Kribbeln, war etwas nicht ganz so kaltes und die Stille war auch nicht mehr unheimlich.

„Was kann ich für dich tun?" fuhr sie in derselben ihm so fremden Stimme fort.

Harry versuchte sich angestrengt an alles zu erinnern, was er sich mit den anderen zurechtgelegt hatte, aber nichts davon kam ihm wieder in den Sinn. Professor White hatte ihn immer noch angesehen, da aber immer noch nichts von ihm kam, legte sie Feder beiseite, stand auf und schritt hinter ihrem Schreibtisch hervor. Harry schluckte. Je näher sie ihm kam, umso weniger konnte er sich konzentrieren und je eher würde er irgendetwas sagen, was er ihm Nachhinein garantiert noch bereuen würde. White trat nicht an ihn heran, sondern lehnte sich an ihren Schreibtisch. Ihre Haltung jedoch war nicht mehr arrogant, wie sie ihm sonst stets begegnet war. Dieses Mal war sie offen und er kam nicht umhin festzustellen, dass er das Gefühl hatte einer vollkommen Fremden hier gegenüberzustehen.

White blickte ihn nun traurig an.

„An jedem anderen Tag hätte ich dir die Zeit gelassen, dich zu fassen," sagte sie und er bemerkte erst jetzt, dass sie sehr müde und erschöpft aussah. Es passte nicht zu der Hexe, die er bisher getroffen hatte. Sonst war sie unnahbar, herrisch, listig, kalt und zeigte nicht das kleinste Anzeichen von Wärme oder Achtung anderen gegenüber. Diese Hexe, die er heute traf, die begann er sogar zu mögen. Dennoch, er fragte sich was gespielt war. Die letzten Monate oder das, was sie jetzt darstellte?

„Ich hatte jedoch eine sehr anstrengende Woche und daher würde ich dich bitten einfach zu sagen, was du auf dem Herzen hast, um das hier abkürzen zu können. Egal, ob es nun angemessen klingt oder nicht. Ich werde es nicht gegen dich verwenden noch es dir negativ auslegen."

Er zögerte weiterhin, nickte jedoch als Zeichen, dass er es zumindest versuchen würde.

„Professor White," begann er schließlich gefasst, den Blick jedoch kurz auf den Boden gerichtet, statt auf sein Gegenüber. Er hatte das Gefühl als ob er ihr nicht in die Augen sehen wollte. Irgendwie berührte es etwas unangenehmes in ihm.

„Nachdem sie mir neulich Abend alles über die Magie Gryffindor's erzählt haben, habe ich viel darüber nachgedacht. Sie sagten, ich müsse alleine zurechtkommen, alleine lernen mit dieser Magie umzugehen. Ich glaube – nein, ich weiß, dass ich es alleine nicht schaffe. Ich möchte sie darum bitten mich zu trainieren und mir zu zeigen, wie man mit Gryffindor's Magie umgeht.

Ich weiß, sie sagten, dass sie mich dazu bringen mussten, sie zu hassen, um eine Magie kontrollieren zu können und dass sie es nun nicht mehr könnten. Gibt es denn keinen anderen Weg? Ich bin mir nämlich wirklich sicher, dass ich es alleine nicht hinkriege. Remus sagte, Sie hätte meinen Vater und meine Mutter ebenfalls unterrichtet. Ich bin mir sicher, dass ich gut von ihnen lernen kann und auch, dass meine Eltern das gewollt hätten. Also, bitte helfen Sie mir und unterrichten Sie mich."

Es war kurz, nicht mal annähernd das, was er sich vorher zurechtgelegt hatte, aber es war alles, was er gerade herausbekam ohne zu viel zu erzählen. Fawkes krähte sanft und beide hatten sich dem Phönix zugewandt. Er neigte seinen Kopf zur Seite und krähte erneut. Harry hörte die Professorin seufzen und hatte sich ihr sofort wieder zugewandt. Er wartete und hoffte, dass er nicht noch mehr sagen müsste, denn er hätte keine Ahnung gehabt wie er sie noch hätte überzeugen können.

„Das heißt also, dass du in Hogwarts bleibst?" fragte sie kurz. Er nickte fest.

„Okay," sagte sie dann jedoch leise.

Er war so verblüfft von dieser Antwort, es musste ihm wohl auch im Gesicht gestanden haben, denn White schmunzelte. Hatte er sich auch wirklich nicht verhört? Er hatte sich das Gespräch viel anstrengender und schwerer vorgestellt.

„Hättest du mich vor dem heutigen Tag gefragt, so wäre meine Antwort wohl nein gewesen," fuhr sie ernst fort. „Aber es hat sich einiges verändert und vielleicht können wir es dennoch schaffen, dich angemessen auf eine Konfrontation mit Voldemort vorzubereiten."

„Danke," sagte Harry und versuchte erleichtert zu lächeln. Teilweise auch, um zu verdecken wie überrascht er tatsächlich war.

„Ich habe jedoch eine Bedingung," sagte White und er war ohne es zu beabsichtigen vor Schreck zusammengezuckt.

„Ich werde dich unterrichten, aber nur wenn du deine Leistungen ab nun an in deinen UtZ-Fächern ebenfalls ernst nimmst."

„Uhm," machte er irritiert. Er hatte mit vielen Bedingungen gerechnet. Dies war keines davon gewesen.

„Harry, ich habe dich auch zurück nach Hogwarts gezwungen, weil das, was dir in diesem Jahr beigebracht wird, wichtig für deine Fähigkeiten und dein bevorstehendes Duell mit Voldemort sein kann und vielleicht auch wird.

Du magst es noch nicht sehen, möglicherweise nicht mal, wenn es soweit ist und du dein Wissen anwendest, aber ich möchte, dass du dich anstrengst und von den Professoren Slughorn, McGonagall, Flitwick, Sprout und auch von Remus lernst und wirklich versuchst, das was sie dir beibringen, auch wirklich zu verstehen.

Was du von mir erlernen wirst, baut zu einem Großteil auf dem auf, was du von ihnen lernen wirst und du tust keinem von uns beiden einen Gefallen, wenn du es dir selbst unnötig schwerer machst."

Er nickte, wenn auch ein wenig verunsichert über diese Bitte.

„Ich versprechs, Professor."

White nickte gleichfalls zufrieden und als sie gar lächelte spürte er etwas merkwürdiges in sich drin. Etwas, dass ihn irgendwie an das Gefühl erinnerte, dass er bei Sirius oft hatte.

„Dann seh ich dich am Donnerstag für deine erste Stunde," sagte White und hatte sich von ihrem Schreibtisch wieder abgestoßen. Harry war immer noch etwas verwirrt und dementsprechend rührte er sich auch nicht wirklich.

„Professor White?"

„Ja?"

„Was hat sich geändert, dass sie mich doch unterrichten?"

Er wollte sein Glück nicht herausfordern, aber die Neugier war da und er glaubte zumindest, dass zu fragen nicht schaden würde. White's Ausdruck war sehr verschlossen und doch hatte er das Gefühl als ob sie mit sich selbst rang. Er hoffte, dass sie über ihren Schatten sprang und es ihm sagen würde, weshalb er auch mit vorsichtig zuversichtlichem Blick stehen blieb.

„Es könnte sein, dass du in naher Zukunft etwas tun musst, was vorher nicht der Fall war. Da mir dies auch am Herzen liegt, möchte ich natürlich, dass du dazu fähig sein wirst. Und wenn ich mich dazu zu etwas zwingen muss, dann soll es so sein."

Harry nickte, wenn auch immer noch irritiert. Viel schlauer war er nun auch nicht. Er war dabei das Büro wieder zu verlassen, da fiel ihm wieder ein, worüber er eigentlich noch mit ihr sprechen wollte. Er hatte bereits den Mund geöffnet, um das mit Jimá anzusprechen, schloss ihn dann jedoch wieder. Sollte er überhaupt so harsch sein und schon ansprechen, was er mittlerweile alles wusste? Vielleicht war dies unhöflich und sie würde dann wütend werden und ihn nicht mehr unterrichten?

White stand bei Fawkes an der Stange und hatte das Gefieder des Phönix gestreichelt als sie plötzlich inne hielt und traurig die Augen schloss.

„Du musst wirklich lernen dich besser zu verschließen," sagte sie auf einmal. Harry war verwirrt und hatte sie verdutzt angesehen. White wandte sich ihm zu, ihr Blick war sehr sanft.

„Deine Gedanken und deine Gefühle sind sehr frei für mich ertastbar. Aber um dich zumindest in dieser Hinsicht zu beruhigen – denn ansonsten wird eine Lehrer-Schüler Beziehung zwischen uns zum scheitern verurteilt sein – Severus Snape hat in der Tat mein Leben gerettet als er es ermöglichte, dass meine Seele zurück in meinen Körper kehrt. Du hast dich sehr gut über mich und meine Vergangenheit informiert, wie ich sehe.

Das heißt jedoch nicht, dass ich ihm etwas schuldig bin, noch dass ich milde walten lasse, sollte es zu einer Konfrontation kommen.

Weißt du, warum der Avada Kedavra, nur einer von vielen Flüchen, der den Tod nach sich zieht, verboten wurde?"

„Nein," antwortete er ehrlich.

„Es gibt weitere Flüche, die töten, aber für keinen von ihnen benötigt es so viel Hass, so viel Entschlossenheit und so viel Kaltblütigkeit, wie der Avada Kedavra benötigt. Im Umkehrschluss folgt daraus, dass derjenige, der ihn benutzt nicht aus Versehen tötet, sondern mit purer Absicht und purer Bosheit.

Severus Snape hätte jeden Fluch wählen können, um Dumbledore zu töten. Er wählte diesen und damit hat er gezeigt, dass er sich für Voldemort entschieden hat. Ich arbeite nicht mit ihm zusammen und ich werde ihn bei einem Treffen auch nicht in Schutz nehmen. Ich bin ihm absolut nichts schuldig. Damit sollte das, was dir Sorgen bereitete, geklärt sein. Mein Ziel ist es dich zu schützen und Voldemort zu stürzen.

Für den Rest, über die sich deine Gedanken noch überschlagen, so bin ich mir sicher, wird sich alles mit der Zeit klären und du wirst wissen, was du tun solltest, um dir selbst treu zu bleiben. Gute Nacht, Harry."

Er verstand, dass sie ihn damit mehr oder weniger rausgeschmissen hatte.

„Gute Nacht, Professor," sagte er und verließ ihr Büro wieder.


Harry hatte direkt danach einen Brief verfasst und Hedwig damit losgeschickt. Er stand in der Eulerei und sah ihr nach, wie sie mit dem Brief an ihrem Bein in den Himmel hinaus flog.

Liebe Jimá,

Wie geht es dir? Ich habe Professor White überreden können, mich zu unterrichten. Ich weiß, du wolltest es nicht, aber vielleicht bekomme ich ja doch heraus, warum sie dir nun tatsächlich aus dem Weg geht? Das Gespräch war verwirrend. Sie hat anders reagiert, als ich gedacht hätte. Ich hoffe dir geht es gut.

Alles Liebe, Harry.

Er wusste nicht, womit er zu rechnen hatte, wie sie sich das Training nun vorstellte und worauf er sich vorzubereiten hatte, aber irgendwie glaubte er, dass es okay sein würde. Vielleicht würde er mit der Zeit noch herausbekommen, warum sie nicht verrückt wurde, wie der Einzig andere bekannte Fall, wo der Kuss des Dementors rückgängig gemacht wurde. Denn das schien ihm doch sehr offensichtlich, dass sie sehr wohl im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten war und aus einem ihm unbekannten Grund, glaubte er es ihr, dass sie ihn schützen und helfen wollte.