Nächtes =)


Review:

Mannequin: Huhu =)

Bei mir ist es mit der Erkältung dieses Jahr genau so. Immer so ein wenig schnupfen, aber richtig ausgebrochen ist es glücklicherweise noch nicht. Nach einer Runde Schlaf oder einem Tee mit Zitrone ist es wieder weg.

Oho Öö Da hast du aber einiges an Verantwortung, wenn es gar nicht ohne dich geht.

Ah, ja dann ist eine Verwechslung nachvollziehbar. Ich glaub, hätte ich auch nur die Filme gesehen, wäre da auch vieles anders bei mir. Aber das wär mir bei jedem Film, vielleicht auch jedem Buch passiert, das ich nur einmal sehe/lese. Harry Potter kann ich mir am Ende nur so gut merken, weil ich es echt sehr häufig gesehen und gelesen habe XD

Hättest du dir denn vorstellen können, mit der Lehrerin je eine freundschaftliche Basis aufzubauen? ^^ Ich stell dir mir das vielleicht etwas anders hier vor. James und Lilli haben sowohl Dumbledore, wie auch McGonagall und Stradford am Ende auch geduzt, obwohl beide die drei Jahrelang gesiezt hatten. Dumbledore und McGonagall waren ja auch Mentor/Lehrer für die beiden und zumindest zu Dumbledore und Stradford haben beide eine sehr freundschaftliche und auch enge Beziehung.

Ich hoffe, es kommt einfach auf die Situation an, durch was man gemeinsam geht und dass dies eher zusammenschweißt.

Ich mein, ich könnte mir auch nicht vorstellen mit einigen ehemaligen Lehrern befreundet zu sein, was aber eher daran liegt, dass ich diese nicht mochte, selbst die jüngeren nicht. Es gab einen, den ich gerne mochte, weil er irgendwie wie ein lieber Opa wirkte und da könnte ich mir schon vorstellen, dass es eines Tages, wenn wir so etwas wie Remus und Harry durchgemacht hätten, eine gute und enge Freundschaft entsteht, sofern einer nicht unnahbar bleibt, denn dann würde ich mich glaub ich auch nicht bemühen. Bei Remus und Harry sind es ja irgendwie beide, die nicht so aufeinander zugegangen sind in den letzten Büchern.

Vielleicht ist das aber auch nur eine utopische Vorstellung von mir, dass so etwas möglich ist?! =/

Ehrlich gesagt, musste ich eine ganze Weile auch immer wieder ein Kapitel öffnen, um zu wissen, wie ich Lhayphsas gleich wieder geschrieben habe ^^ Aber auch verschiedene Namen. Wäre vielleicht leichter, wenn so etwas wirlich ein Zusammenwurf aus verschiedenen Dingen wäre, zu denen ich eine Brücke hätte, aber das war es nicht.

Ich mach das mit dem vorher zurechtlegen meistens auch. Wenn ich das nämlich nicht mache, entstehen immer peinliche Lücken X.x

XD Ich liebe bis heute den Namen Runald Waschlab. Das war so ein Moment in den Büchern, wo ich bis heute lachen könnte.

Hätte Remus nicht vorher schon dafür gesorgt, dass Harry die Wahrheit über Anna kennt, sie hätte Neville womöglich dazu ermahnt es für sich zu behalten und ihn erst zurück nach Hogwarts geholt, wenn Harry geglaubt hätte, dass er etwas gemacht hat, was sie von ihm verlangte. Anna ist mit Alice und Frank in BH und CofX doch sehr eng befreundet und ich hätte sie nie zurückbringen können ohne bei den beiden mitzuwirken. Wusste allerdings nicht, ob das nicht ein wenig zu viel des Guten wird, wenn sie ihnen auch noch hilft.

Bin nun aber froh, dass es von dir und den anderen gut aufgenommen wurde =) Hatte schon Angst vor Sätzen wie: Das ist jetzt aber zu viel, oder? Oder Wenn das ginge, wieso hat Dumbledore das dann nicht schon vorher hingekriegt?!

Puhhhhh, jetzt bin ich wieder beruhigter =)

Ich fand das nämlich auch schlimm, dass Frank und Alice für den Orden kämpften, von Todessern verrückt gefoltert wurden und einfach so Jahre lang für immer und ewig vor sich hinleben sollten. Das war so was wie eine Bestrafung, weil sie gute Menschen waren =/

Talya... Ehrlich gesagt, bin ich mir da noch nicht sicher, weshalb ich auch CofX noch nicht zu Ende geschrieben habe. Sie hat zwei Wege zum gehen und ich muss mal sehen, welcher der passende ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sag ich mal, vielleicht. Es könnte sein, dass sie hier noch auftaucht.

Yap, hat er XD Unter anderen Umständen stände er aber womöglich mit Jimá und Brian auf einer Stufe, wenn er nicht Gryffindor's Magie besitzen würde. Mal sehen, wie sich das zwischen den beiden noch entwickeln wird und ob es am Ende nachvollziehbar ist, dass es am Ende so eng ist, denn das hatte ich schon vor, dass es am Ende bei ihnen wie zwischen Sirius und Harry beziehungsweise Dumbledore und Harry ist.

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 13 – The first lesson

„Harry, das ist ja super!" jubelte Hermine begeistert als er ihnen am nächsten Tag beim Frühstück erzählte, was aus dem Gespräch mit White herausgekommen war.

„Ja, aber ich frage mich, was das bedeutet, dass etwas ihre Meinung geändert hat," sagte er nachdenklich und Ron sah gleichfalls aus als ob er angestrengt versuchte etwas zu ergründen.

„Hat offenbar mit etwas zu tun, was gestern passiert ist," sagte Ginny. „Und von Bill weiß ich, dass sie gestern im Zaubereiministerium war."

Harry sah sie verwundert an und dann verzog sie eine schiefe Grimasse.

„Okay, ich weiß es nicht von Bill, ich weiß es durch Bill. Er hat gestern mit Brian hier Wache im Schloss geschoben, nachdem sie Draco Malfoy wieder zurück brachten, und eigentlich sagte es Bill wohl eher Brian, statt mir. Aber gesagt hat ers und auch, dass sie komischerweise sehr lange eine geheime Unterhaltung mit Kaylar Steward hatte, welche wiederum eine der leitenden Unsäglichen der Mysteriumsabteilung ist – laut Bill."

„Remus hat so etwas erwähnt," warf Harry sorgenvoll ein. „Dass sie früher vielleicht mal eine Unsägliche war, ihnen aber nie davon erzählt habe."

„Unsägliche? Waren das nicht die, die total seltsam sind und in der Mysteriumsabteilung arbeiten und die so verschwiegen sind, dass keiner weiß, was die da unten überhaupt tun?" fragte Ron in die Runde. Hermine nickte bestätigend.

„Aber was soll ihre Arbeit in der Mysteriumsabteilung mit Harry zu tun haben? Vielleicht hat sie in einem der Räume da unten eine neue Möglichkeit gewonnen die Magie von Gryffindor zu beeinflussen?! Das wäre irgendwie unheimlich. Als wir vor 2 Jahren dort unten gegen all die Todesser gekämpft hatten, fand ich alles sehr – gewöhnungsbedürftig."

Das war zwar das letzte Wort, das er für die Beschreibung gewählt hatte, Sinn machte Hermine's Vorschlag jedoch alle mal und klang auch logisch. In dem Fall war es für Harry okay und er würde nicht weiter verfolgen, was sich geändert haben könnte. Die Hauptsache war, dass White ihn unterrichtete und sie vorankamen, da konnte es ihm vorerst egal sein, wie sie das anstellte. Sie hatte von ihm gefordert sich in seinen anderen Fächern ebenfalls wieder anzustrengen und das wollte er nun auch tun. Durchaus aufgrund dessen, dass er wusste, sie würde es herausfinden, wenn er es nicht tat. Er hatte das Gefühl, als ob McGonagall White sofort aufsuchen würde, wenn Harry den kommenden Test versemmelte und er wollte nichts unnötig provozieren.

Zaubertränke aufzuholen war das mühsamste, denn Harry war einfach nur schlecht darin ohne das Buch des Halbblutprinzen, welches er nach Dumbledore's Tod nie wieder mehr angerührt hatte.

Er saß in seinen Freistunden mit Hermine, Ginny und Ron im Kerker und beide Jungs versuchten sich von den Mädels alles erklären zu lassen, was nur kaum einer von beiden wirklich verstand. Einige Male hatten sie sich perplexe Blicke zugeworfen, die eindeutig das aussagten, was sie dachten.

„Hä?!" machte Harry schließlich laut, damit auch beide Mädels das endlich verstanden.

„Was Hä?" zischte Hermine genervt. „Das ist doch wirklich nicht so schwer die Wurzel vom Schmutz zu reinigen, bevor man sie in den Trank gibt. Natürlich passt der Trank nicht, wenn ihr den ganzen Schmutz noch dazu gebt. Das hat Nebenwirkungen, Jungs!"

Ein Lachen hatte ihre Aufmerksamkeit zur Seite gelenkt und sie sahen Jimá und Tonks an der Kerkertür stehen.

„Tonks! Wir haben es schon gehört. Herzlichen Glückwunsch!"

Hermine und Ginny waren sofort Feuer und Flamme und hatten sich mit Tonks sofort in ein tiefes Gespräch über die Schwangerschaft gestürzt. Jimá setzte sich zu den beiden Jungs, warf einen sehr skeptischen Blick auf den Trank, den beide brauten und wippte mit dem Kopf hin und her.

„Soll das ein Wunschtrank werden?"

„Ja," sagten beide Jungs unangenehm, denn sie waren sich sehr wohl bewusst, dass der Trank nicht mal annähernd die Farbe annahm, die es sollte. Sie lachte, nahm etwas Salz und streute ein wenig davon in den Topf hinein. Dann schnitt sie noch ein paar Enden von Zwiebeln in merkwürdiger Form ab und gab sie ebenfalls dazu. Nur Sekunden später nahm der Trank endlich die klare Farbe an, die sie haben sollte.

„Wie machst du das?" fragte Harry begeistert. „Ich mein, woher soll man wissen, dass man diese Zwiebeln so... krumm schneiden soll?"

„Alles Übung," sagte sie sanft. „Das hat entgegen dem, was einige behaupten, nichts mit Talent zu tun, sondern nur mit harter Arbeit und dem richtigen Gefühl. Je öfter ihr die Tränke mischt, um so eher erinnert ihr euch an gewisse nützliche Verbindungen. Ich hab mich auch Jahre damit abgemüht, bis ich endlich verstand, dass es nichts als Übung war, die man brauchte.

Ist mit Verwandlung und Zauberkunst schon anders. Erfordert beides Kraft und Geschick. Ehrlich, Jungs. Ihr solltet aufhören diese Rechtschreibfedern von Fred und George zu benutzen. Es mag euch im Moment noch Arbeit abnehmen, aber ihr tut euch damit keinen Gefallen."

Harry und Ron warfen einander unzufriedene, grimmige Blicke zu, die ihr durchaus nicht entgangen waren. Sei seufzte.

„Was machst du hier eigentlich?" fragte Ron, der lieber das Thema wechseln wollte und auch keine Lust hatte sich groß an Ginny's, Hermine's und Tonks Baby Unterhaltung zu beteiligen. Harry versuchte indes den Wunschtrank fertig zu brauen.

„Wache schieben, was sonst?" war die simple Antwort, doch nur eine Sekunde später - „Harry, nicht!"

KABOOM!

Da wo die drei über dem Trank saßen war nun eine dicke Rauchwolke und alles was man hörte war viel husten und keuchen. Ginny, Hermine und Tonks sahen sich einen Moment verblüfft an, dann prusteten sie alle in sich hinein.


„Das ist eine Katastrophe," blaffte Harry als sie schließlich alle gemeinsam Richtung Gemeinschaftsraum gingen. „Zaubertränke wird nie was für mich sein. Wie soll ich da die UtZ Prüfung machen?"

„Wie Mum und Dad und Ich und dutzend andere Zauberer und Hexen vor dir auch. Indem du weiter lernst und machst, statt zu jammern," sagte Jimá, hielt dann jedoch mitten im Gang an und holte etwas aus ihrem Umhang.

„Hier."

„Was ist das?" fragte er verwirrt. Die anderen waren bereits weitergegangen.

„Mein Zaubertrankbuch aus meiner Abschlussklasse," sagte sie vielsagend und Harry's Gesicht hellte sich sofort auf. Er wusste, dass Jimá eine hervorragende Zaubertrankmischerin war und ihre Notizen zu haben würde die Sache für ihn erheblich erleichtern.

„Damit habe ich meine Schuldigkeit als Schwester getan," fügte sie hinzu, grinste aber auch spitz.

„Ja, in der Tat. Danke," sagte Harry und strahlte das Buch mit den Randnotizen, die teilweise sogar aus der Seite raus hingen an. Jimá hatte glücklicherweise eine sehr gut lesbare und schöne Schrift und er würde bestimmt keine Probleme haben diese zu entziffern.

„Ich freu mich übrigens, dass du Professor White überreden konntest dich doch zu unterrichten."

„Ja, das war schon eine Überraschung. Das ging schneller als ich dachte."

„Du hattest deine erste Stunde mit ihr noch nicht, oder?"

„Nah, erst Donnerstag."

„Ah, gut."

Stille. Harry runzelte die Stirn, als er begriff, warum seine Schwester wahrscheinlich eigentlich hergekommen war.

„Keine Sorge, ich werd sie nicht mit der Frage überfallen oder so."

„Mir wäre es lieber, wenn du sie gar nicht mit der Frage überfällst," entgegnete Jimá ihm leise.

„Lass sie doch einfach in Ruhe?"

„Aber dich bedrückt das."

„Ich komm schon damit klar. Denk du einfach nur an dich selbst und konzentrier dich darauf, alles von ihr zu lernen, was sie dir beibringt. Hör mal, kleiner Bruder. Ich werde für eine Weile nicht hier sein oder auf deine Eulen antworten können. Professor White hat Brian, mich und noch einige andere auf einen längeren Auftrag geschickt. Ist geheim und ich kenn auch nicht alles.

Ich will dir nur noch mal ins Gewissen reden, wirklich vorsichtig zu sein, wenn du Mum und Dad besuchst."

Harry sah sie verwirrt an, nickte aber als Zeichen, dass er sie gehört hatte.

„Ja, klar. Mach ich."

„Du könntest mir auch versprechen, nicht hinzugehen, bis ich wieder komme?" schlug sie leise vor, woraufhin er sie dämlich ansah. Das war nicht ihr ernst, oder?

„Spätestens zu Weihnachten bin ich zurück. Dann könnten wir sie auch gemeinsam besuchen?"

Sein dämlicher Blick war noch nicht verschwunden.

„Versuch es wenigstens? Bitte?"

„Okay," murmelte er leise. Jimá strahlte und umarmte ihn fest.

„Danke," sagte sie ehrlich und augenblicklich war Harry nicht mehr ganz so schlecht gelaunt. Wenn es ihr besser ging, dann würde er es zumindest versuchen und auf sie warten. Auch wenn Weihnachten für ihn noch sehr lange hin zu sein schien und er sich alles andere als sicher war, auch solange durchhalten zu können. Andererseits wusste er momentan ohnehin nicht, wann er mal Zeit dafür hätte finden sollen. Zwischen dem Aufholen, seinen Pflichten als Quidditch Kapitän und Schulsprecher, sowie dem anderen Lehrstoff, hatte er kaum Zeit zum Luftholen oder sich wieder an seine Suche nach dem letzten unbekannten Horkrux zu machen und nun würden auch noch Trainingsstunden mit White dazu kommen. Wie sollte er da überhaupt noch Zeit finden, seine Eltern wieder zu besuchen? Und dann war da natürlich auch noch der gefürchtete Test von McGonagall.

„Du hast nicht zufällig auch noch so ein Buch für Verwandlung?!" fragte er vielsagend während sie wieder weitergingen, um zu den anderen aufzuholen. Seine Schwester gluckste amüsiert.

„McGonagall's Test schaffst du schon."

„Kennst du ihn etwa?!" fragte er hoffnungsvoll, aber sie schüttelte den Kopf.

„Brian jedoch schon. Er glaubt allerdings nicht, dass irgendeiner von euch große Probleme damit haben wird."

„Wirklich? Wieso das?"

„Ich glaub, er meinte, dass wenn man es schafft eine Stecknadel in eine Couch zu verwandeln, man den Test schon bestanden hätte und er traut euch das wohl zu."

„Ah ja..." machte Harry und zog eine schiefe Grimasse. Jimá sah ihn skeptisch an.

„Du hast keine Ahnung, wie man eine Stecknadel in eine Couch verwandelt, hab ich recht?"

Sein Gesicht sprach Bände.


Reformate!" sagte Harry konzentriert, den Zauberstab auf eine Stecknadel vor sich auf dem Tisch gerichtet. Sie wackelte ein wenig, wackelte mehr... wackelte noch mehr... und fiel mit einem winzigen KLONG wieder auf das Holz.

Jimá, Ginny, Hermine und Ron saßen neben ihm im Gryffindor Gemeinschaftsraum und von jedem von ihnen bekam er einen bemitleidenden Blick.

„Du kannst keine Stecknadel in eine Couch verwandeln?!" kommentierte Jimá ungläubig, verbannte jedoch ihre Unfassbarkeit als er sie dämlich von der Seite ansah. „Ich meinte, du kannst also keine Stecknadel in eine Couch verwandeln," wiederholte sie und versuchte nun mehr feststellend zu klingen, leider verhinderte das nicht den tadelnden Unterton, woraufhin Harry genervt die Augen rollte, Jimá sich hingegen sofort auf die Lippen biss.

„Okay, okay, okay. Kein Problem. Das kriegen wir schon hin."

„Kannst du denn eine Stecknadel in eine Couch verwandeln?" fragte Ron.

„Oh je, das ist schon lange her. Mal sehen -" Jimá zog ihren Zauberstab und richtete ihn auf die Stecknadel. „Reformate." PUFF! Die Stecknadel hatte sich in nur einem Augenblick in eine große, weiße, Harry sehr bekannte Couch verwandelt.

„Ah, schön. Ja, ich kann es noch," sagte sie strahlend und steckte ihren Zauberstab wieder mit aufrechter Haltung ein.

„Hey, ist das nicht die Couch aus deiner Wohnung, Harry?!" merkte Ron ein und hatte sich augenblicklich auf sie gestürzt, um genau so gemütlich zu liegen wie sie es von Harry's Wohnung gewohnt waren

„Ahhhhh," stöhnte er gemütlich. Dann machte es jedoch PUFF und Ron jaulte wie eine Werwolf auf als er nicht nur quer auf einem Tisch lag, sondern auch auf einer spitzen Stecknadel.

„Jiah," sagte Hermine, welche sich nur schwer ein Grinsen verkneifen konnte. Ginny versuchte es gar nicht erst und kicherte an Harry's Schulter, während Hermine Ron vom Tisch half. Er hatte sich sofort über die schmerzende Stelle am Rücken gestrichen.

„Verwandelte Möbel sind normal nicht dazu gedacht, benutzt zu werden. Sie dienen nur zur Tarnung, denn sie mögen das Aussehen annehmen, nicht aber die Stabilität."

Es dauerte fast den ganzen Tag, aber schließlich schafften sie es alle eine Stecknadel durch Konzentration auch in eine Couch zu verwandeln. Allein in der Größe und Farbe unterschieden sie sich. Hermine und Ginny schafften eine große Couch in wunderschön, reinem weiß. Ron schaffte eine sehr kleine Couch in eher einem Grauton. Harry dagegen konnte die Stecknadel in die Couch verwandeln, die auch in seinem Wohnzimmer stand.

„Perfekt!" sagte Jimá, zog ihren Zauberstab und sagte „Reparo."

Der kaputte Tisch fügte sich wieder von selbst zusammen, nachdem sie von der letzten verwandelten Couch in die Knie gezwungen wurde.

„Dann seid ihr alle sehr gut vorbereitet und ich kann guten Gewissens aufbrechen."

„Danke für die Hilfe, Jimá," sagte Ginny und alle anderen taten es ihr gleich. Sie lächelte freundlich.

„Jaah, Brian's Standard sollte man vielleicht überdenken. Hogwarts scheint da etwas anders vorzugehen als Beauxbatons. Wir konnten das in unserem Abschlussjahr schon. Wie dem auch sei. Wird Zeit für mich zu gehen. Tonks ist nun hier bei Remus und ich muss aufbrechen."

Die anderen hatten sich sehr schnell von ihr verabschiedet, Harry bestand jedoch darauf sie noch rauszubringen.

„Dein Auftrag ist aber nicht gefährlich, oder doch?"

Sie lächelte sanft.

„Mach dir keine Sorgen um mich, Harry. Ich kann eigentlich ganz gut auf mich aufpassen."

„Solange Voldemort etwas bestimmtes nicht weiß," fügte er jedoch hinzu. Sie nickte ein wenig bedrückt.

„Andererseits ist Brian dabei und er ist immerhin das Superhirn. Also keine Panik, nicht wahr?"

Jimá sah ihn zuversichtlich an und da Harry nicht unnötig Angst heraufbeschworen wollte, nickte er bestätigend.

„Ist da eigentlich etwas zwischen euch beiden?" Die Frage kam ihm so in den Sinn, weil er die beiden nicht nur gleichzeitig kennengelernt hatte, sondern sie eigentlich auch sehr oft immer nur zusammen sah. Sie schüttelte jedoch den Kopf und Harry hatte das Gefühl, als ob es sie traurig machte und es nur auf Einseitigkeit beruhte, dass nichts zwischen ihnen beiden war.

„Aber du magst ihn?"

Sie kicherte amüsiert und Harry konnte nicht anders als irritiert die Stirn zu runzeln. Das war die letzte Reaktion, die er erwartet hatte.

„Ist nur komisch," erklärte sie schmunzelnd. „Ich glaub, wenn Mum und Dad noch leben würde, hätten sie so wie du reagiert und gefragt. Yuno und Remus dagegen haben mich das noch nie gefragt."

Harry grinste als er verstand. Das fiel ihm auch erst jetzt auf, dass er dies auch bei keinem anderen bisher gefragt hatte, noch Interesse dazu hatte.

„Pass auf dich auf, kleiner Bruder," sagte sie mit einem liebevollen Lächeln zum Abschied und drückte ihm noch mal am Arm.

„Du auch," sagte Harry und sah ihr leicht verdutzt nach bis sie aus seiner Sicht verschwunden war. Jimá in seinem Leben zu haben fühlte sich irgendwie komisch und ungewohnt an. Er tat unbeabsichtigt Dinge, woran er vorher noch nicht mal gedacht hatte, die ihm aber auch erst auffielen, nachdem sie es ansprach. Er schüttelte sich den Kopf frei und kehrte schließlich zurück in den Gemeinschaftsraum zu den anderen.

Harry war am Abend so schnell eingeschlafen, ihm kam es vor wie eine Sekunde, die verging nachdem er sich hingelegt hatte und sofort in den Traum glitt.


Der 21jährige James Potter saß auf den Trümmern eines in sich zusammengestürzten Hauses und blickte nachdenklich seine zusammengefalteten Hände auf seinem Schoß an. Die 21jährige Lilli trat vorsichtig durch die Trümmern an ihn heran und hatte sich neben ihm in die Hocke begeben, um mit ihm auf Augenhöhe zu sein. Umsichtig hatte sie seinen Arm gedrückt und als er sich ihr endlich zuwandte, sah er in mitfühlende, besorgte, smaragdgrüne Augen.

„Von allen Plätzen, wo ich dich vermutet hätte, war dies hier irgendwie nicht sehr weit oben," begann sie sanft. James versuchte zu lächeln, aber man konnte es ihm im Gesicht ablesen, wie schwer ihm dies fiel.

„Warum ausgerechnet hier?" fragte sie vorsichtig. „Die Ruinen der Villa deiner Eltern?"

„Ich bin hier öfters," gestand er und blickte wieder auf seine Hände. „Seit dem Tag an dem Voldemort es in Schutt und Asche gelegt hat, komme ich immer wieder vorbei. Du weißt es nicht, weil ich immer herkomme, wenn du unterwegs bist und wieder zurück bin noch bevor du zurück kommst. Ab und zu auch mit Harry und Jilli. Lässt sich nicht vermeiden, wenn man eigentlich auf die Kleinen aufpassen soll, statt draußen herumzuwandern."

Mit dem Anflug eines Lächelns hatte er sie wieder angesehen und anhand Lilli's offenem und verständnisvollen Blick erkannte er, dass sie weder verärgert war, noch ihm einen Vorwurf aus diesem Verhalten machen würde.

„Beantwortet jedoch immer noch nicht meine Frage. Warum bist du hier?" fragte sie erneut und klang nach wie vor ruhig, nicht drängend.

„Ich habe viel nachgedacht, weißt du. Über Black Heart. Darüber, dass Anna und Ich Black Hearts sind, darüber, dass ich dich zu einem Black Heart gemacht habe und darüber, dass diese ganze Black Heart Sache unser aller Leben bestimmt und zerstört."

Moment, seine Eltern waren Black Hearts?! Jimá? War dies etwa wieder von ihr? Es fühlte sich wieder wie eines dieser Träume an, die er von ihr bereits einige Male zuvor bekommen hatte.

„Okay," sagte Lilli, ihre Stimme war noch immer mitfühlend und hatte sich keineswegs erhoben. „Ich habe es dir in den letzten Jahren bereits tausend mal gesagt und ich werde es dir auch in den nächsten Jahren noch mal tausend mal sagen, wenn es sein muss. James, du hast mir mein Leben nicht zerstört, als du du mich zu einem Black Heart gemacht hast. Du kannst keine Schuld an etwas tragen, über das du keine Kontrolle hattest. Was im Moment passiert ist -"

Sie machte eine Pause, um ein Wort zu finden, das ihre Situation angemessen und nicht übertrieben oder untertrieben beschrieb. Man sah ihr an, dass alles auch für sie nicht leicht zu tragen war, sie damit aber offensichtlich besser als James umgehen konnte.

„Schwer zu ertragen. Aber wäre es dir anders denn wirklich lieber? Anders, wenn wir nicht zusammen wären? Black Heart ist der Grund, warum wir letztendlich hier zusammen stehen und nicht irgendwo auf der Welt getrennt. Es ist der Grund, warum ich mich nicht irgendwo alleine verstecken muss, sondern frei hier mit dir gegen Voldemort stehen kann. Es ist nicht alles schlecht."

James lachte sanft und wandte sich ihr wieder. Er nahm ihre Hand und stand mit ihr zusammen auf.

„Danke, dass du mich immer wieder daran erinnerst, warum es sich doch noch lohnt sich gegen ihn zu stellen."

Sie strahlte, legte ihre Hand um seine Wange und leitete ihn zu sich, um ihn liebevoll küssen zu können. Als sie wieder auseinander fuhren, runzelte Lilli die Stirn, denn James sah immer noch tief besorgt aus. Sie hatte erwartet, dass er lächelte oder erleichterter war, nicht aber noch mehr grübelte.

„Was ist?" fragte sie leise. Er sah sie einen Augenblick lang tief und nachdenklich an.

„Acacia Yorick," sagte er schließlich bedrückt. „Ich habe bisher nichts gesagt, weil ich mir erst selber sicher sein wollte, aber je öfter ich es durchgehe, desto mehr ändert sich der Sinn."

Lilli nickte verständnisvoll.

„Das haben Wahrsagungen so an sich," sagte sie umsichtig.

„Was, wenn es falsch ist," sagte er und in seinem Gesicht konnte man die großen Zweifel, die ihn plagten, eindeutig ausmachen.

„Jilli und Harry, wir setzen uns über sie hinweg und bestimmen, was das Beste ist. Was, wenn es nicht das Beste ist? Eine Prophezeiung sagt dies, eine andere Hexe sagt das, Xerchia sagt jenes. Was, wenn es irgendwo noch jemand gibt, der sein Senf zu Gryffindor's Magie beitragen will und ihn nur noch keiner gehört hat und wenn wir nun das tun, was wir tun, weil wir nur die anderen kennen, stürzen wir nach seiner Meinung alle ins Unglück?!"

Lilli lächelte sanft, schlang ihre Hände um seine Wangen und drückte ihn bestimmend in ihre Arme. Sie fühlte sich besser, wenn sie ihm einen sanften Kuss auf seinen Hals presste, einen auf seine Wange und einen weiteren auf seine Nase. James begann zu schmunzeln und das war es, was sie wollte. Sie liebte es, wenn er das tat, liebte es, wenn es ihm gut ging. Denn wenn er sich gut fühlte, dann fühlte auch sie sich gut.

„Wir vertrauen einfach darauf, dass, wenn es eine weitere Version dazu gäbe, die wir wissen müssten, es auch täten."

Er sah verwirrt auf.

„Lilli -"

„Bisher hat es doch auch gut funktioniert?" sagte sie besonnen, fuhr mit ihrer Händen an seinen Armen hinab und drückte zärtlich seine Hände in ihren. „Wir sollten vertrauen, dass alles gut wird und Gryffindor's Magie weiß, was es will und was das Beste für alle Beteiligten ist."

James lachte, schlang seinen Arm um ihre Schulter und schritt mit ihr langsam wieder von den Ruinen weg.

„Ich hab vergessen, wie intelligent meine Frau doch ist."

„Ha!" sagte Lilli überlegen grinsend. „Und wehe du vergisst es noch mal."

„Ich sorg dafür, dass er alles vergisst," drohte eine weibliche Stimme in ihrer Nähe und beide hatten mit entsetztem Blick zur Seite gesehen. Ein grauenvoller Sturm hatte beide in sich eingehüllt und mit einem harten Ruck auseinandergerissen. James ging zu Boden, Lilli dagegen stieß es aus dem Strudel heraus und sie rollte den Abhang hinab von ihm weg. Er sah den verängstigten Blick seiner Mutter und Harry hatte das Gefühl sein Herz würde jeden Moment stehen bleiben vor Panik.

Mit einem Ruck hatte Harry die Augen aufgerissen und sich kerzengerade in seinem Bett aufgerichtet. Kalter Schweiß rann ihn über die Stirn und seine Finger zitterten. Er atmete ruckartig. Harry schluckte hart und versuchte sich zu beruhigen. War es wieder Jimá gewesen? Wenn ja, wieso sollte sie ihm so etwas zeigen?! Wenn sie es nicht war, was dann? Seine eigene Fantasie? Seine eigene Angst? Seine Eltern sollten Black Hearts gewesen sein? Wer hatte sie am Ende angegriffen?! Er sah keine Person, kannte nicht mal die Stimme. Nein, das mussten seine Hirngespinste sein, die ihm einen Streich spielten. Zu viel war in der letzten Zeit passiert. Irgendwann musste sich alles ja mal ein einem bekloppten Alptraum gipfeln.

Er legte sich wieder zurück ins Bett und schloss die Augen. Wahrscheinlich machte er sich nur zu viele Gedanken, weil er diese Woche von White trainiert wurde. Und sie war definitiv jemand, dem er mit Vorsicht begegnete.


Der Donnerstag kam und obwohl Harry nicht wusste, womit er rechnen sollte, konnte er es gleichzeitig auch nicht abwarten, denn es bedeutete auch, dass endlich etwas in seinem Vorhaben voran ging.

Er betrat das Klassenzimmer für Zaubereigeschichte, zu dem White ihn hin bestellt hatte. Die Tür stand wie vorher ebenfalls offen und als er herein trat, erkannte er auch direkt Professor White mit dem Rücken zu ihm gewandt am Fenster da stehen. Harry war sich nicht sicher, ob sie ihn wirklich nicht bemerkt hatte und in Gedanken versunken zum Fenster raus sah oder seine Reaktion nur prüfen wollte, also räusperte er sich vorsichtig, aber bestimmend genug.

White zuckte nicht zusammen, zeigte aber in ihrer Haltung, dass sie ihn nun gehört hatte. Sie blickte vom Fenster hinab seitlich auf den Boden.

„Schließe bitte die Tür," ordnete sie ihm streng an, aber Harry folgte ihrem Aufruf. Er trat näher, blieb dann jedoch auf Abstand stehen als sie sich zu ihm umdrehte. Ihr Blick war streng und verschlossen, teilweise wie an den Abenden als sie sich duelliert hatten. Der Gedanke, dass sich dieses schikanieren nun fortsetzte, versetzte ihm einen unangenehmen Schlag in den Magen.

„Du siehst müde aus," stellte sie leise fest.

Für ihn war es komisch, weil sie gerade gleichzeitig herrisch und fürsorglich auf ihn wirkte. Normal konnte man doch nur eines von beiden sein?

„Hab nicht gut geschlafen," gestand er ehrlich, verschwieg aber den Alptraum. White nickte, dann atmete sie tief durch und lehnte sich an den Lehrerschreibtisch während sie Harry gleichzeitig deutete sich auf einen der Stühle zu setzen. Er setzte sich, bemerkte aber auch dass der Raum nicht für ein Duell geräumt worden war. Wollte sie ihn nicht beibringen mit der Magie Gryffindor's umzugehen?! Oder war ihre erste Lektion wie er mit Gryffindor's Magie den Saal Duellierfähig zauberte?!

Harry zuckte zusammen als sich ein Schmunzeln in White's Ausdruck bildete. Sie schüttelte schließlich den Kopf.

„Okay, fangen wir an," sprach White sanft. „In jedem magischen Wesen fließt Magie. Das unterscheidet uns von Muggeln. Magie selber ist jedoch sehr vielfältig. Am bekanntesten unterscheiden wir zwischen weißer und dunkler Magie. Flüche der dunklen Künste werden durch dunkle Magie angetrieben und verstärkt. Genauso gibt es Zauber, die nur mit weißer Magie funktionieren. Heilzauber werden überwiegend durch weiße Magie vollzogen. Es heißt, dass jeder beide Flüsse in sich trägt, weswegen jeder dazu in der Lage ist, jeden Zauber auszusprechen. Der Erfolg jedoch hängt von der Magie ab, die man bewusst einsetzt.

So wie es vielen Zauberern zu wider ist Flüche der dunklen Künste einzusetzen, ist es dunklen Magiern wie Todessern zu wider, weiße Heilzauber zu benutzen.

Was nicht jeder erfährt oder nicht mal mitbekommen wird, ist die Magie der großen Hexen und Zauberer der Generationen. Vier sehr mächtige kennst du. Es sind die Gründer von Hogwarts.

Voldemort brüstet sich stets damit die Magie Slytherins zu besitzen."

Harry nickte, zum einen als Zeichen, dass er zuhörte, zum anderen damit er nicht auf der Stelle einfror. Ihm war es eisig kalt zumute und er glaubte nicht, dass es nur mit dem Gehörten zusammenhing. Irgendetwas an Professor White versetzte einem eine eisige Gänsehaut.

„Es gibt aber durchaus noch andere sehr mächtige Zauberer und Hexen nachfolgender Generationen. Zum Beispiel die Gründer der Beauxbatons Akademie oder auch Albus Dumbledore."

Harry sah überrascht auf. Er wusste und hielt Dumbledore auch immer für einen sehr starken Zauberer, ihn aber mit Gryffindor gleichzusetzen hatte er nie gewagt.

„So mächtige Zauberer wie diese es sind, schaffen es, ihre Magie weiterzuvererben. Dies geschieht nicht zwangsweise über das Blut. Zauber der Weitervererbung sind sehr vielfältig. Natürlich hat Salazar Slytherin einen Erben für seine Magie vorgesehen, aber wie du durch Dumbledore erfahren hast, hat seine Magie nicht irgendeiner seiner Nachfahren bekommen. Hätten Voldemort's Mutter, Großvater oder sein Onkel diese enorme Magie erhalten, ich bezweifle, dass sie der Tod ereilt hätte, dem sie zum Opfer gefallen waren. Nein, Salazar Slytherin wollte einen Erben, der seine Entschlossenheit und Kraft, seine Gedanken, Intelligenz und seine Grausamkeit teilte.

Das dies jedoch nicht immer der Fall ist, sieht man an der Magie von Hufflepuff und Rawenclaw. Ihrer Magie erhielt eine Hexe, die von Muggel abstammte und im Blut absolut keine Verbindung zu den beiden Hexen besaß."

„Und die Magie Gryffindor's ebenfalls?" fragte Harry. White lächelte mild.

„Gryffindor hatte wie Slytherin verfügt, dass nur sein Erbe seine Magie erhalten darf."

Harry war verwirrt.

„Soll das heißen, ich -?"

White nickte.

„Die Familie Potter stammt in direkter Blutlinie von Godric Gryffindor ab. Die Magie, die du jedoch trägst, hast du nicht, weil Gryffindor sie dir vermacht hat. Du trägst sie, weil dein Vater sie dir vermacht hat."

Harry war die Kinnlade herabgefallen. Meinte White das tatsächlich ernst?!

„Mein Vater hatte die Magie Gryffindor's?!"

„Ja und wie es aussieht, hat er einen Weg gefunden, diese Magie an dich weiterzugeben."

Harry stand auf und ging einige Schritte zur Seite. Wenn das wahr war, dann hieß das... Er wandte sich zurück zu White und sah an ihrem Ausdruck, dass sie genau wusste, warum er so durcheinander war.

„Ja," wiederholte sie sehr ernst. „Er besaß die Magie Gryffindor's und hat dennoch gegen Voldemort an dem Abend verloren."

Harry klappten die Beine zusammen und er sank augenblicklich auf einen anderen Stuhl nieder. Als er davon erfuhr, dass er diese Magie besaß, da keimte in ihm Hoffnung auf, dass er nicht von vornherein zum scheitern verurteilt war und heute Abend wurde diese wieder zertreten.

Es verging ein sehr langer stiller Moment, denn weder hatte Harry etwas gesprochen, noch hatte White einen Versuch gestartet diese Tatsache weniger schlimm aussehen zu lassen. Beide blieben ohne ein Wort von sich gegeben zu haben an ihren jeweiligen Plätzen.

Er hatte keine Ahnung wie viel Zeit vergangen war, bis er endlich wieder Gefühl in seinen Gliedmaßen bekam und zu White aufblickte.

„Wenn mein Vater nicht gegen Voldemort ankommen konnte... wie soll ich dann?!"

White sah ihn tief und durchdringend an.

„Hast du Angst, Harry?"

Er nickte ohne es wirklich beabsichtigt zu haben, denn er wusste, das machte ihm zu einem feigen Angsthasen. White aber sah ihn plötzlich mitfühlend an.

„Gut," erwiderte sie und er sah sie verwundert an. „Hochmut ist das Letzte, was dir hier helfen wird. Angst aber wird dich wachsam halten."

„Professor White," sagte er aufgelöst. „Wie soll ich gegen Voldemort ankommen, wenn nicht mal Dumbledore es schaffte? Nicht mal mein Vater? Wozu dann das Ganze?"

„In dem du das tust, was weder dein Vater, noch Dumbledore rechtzeitig tun konnten. Du vernichtest seine Horkruxe."

Wieder sahen sich die beiden an und Harry spürte wieder diese merkwürdige kalte Gänsehaut. Was vorher nur eine Vermutung war, wurde nun bestätigt. Sie wusste von den Horkruxen.

„Harry, alles was ich tun kann ist dir das beizubringen, was ich auch schon deinem Vater beigebracht habe. Du musst selber weitergehen, selber mehr tun. Und wenn es dann soweit ist, wenn du alles gelernt hast, was es zu lernen gibt und alle Horkruxe zerstört hast, die Voldemort von sich erstellt hat, stellst du dich ihm. Dann gibt es kein zurück mehr. Du wirst alles geben, was du kannst und hoffentlich siegen."

Harry nickte abwesend, aber die Furcht, die sich in seinen Knochen niederlegte, die konnte er nicht verhindern und auch nicht mehr vertreiben.

„Hat, Jimá eigentlich dieselbe Magie?"

Die Professorin dachte ein wenig nach und so wartete er geduldig, bis sie von selber eine Erklärung von sich gab.

„Gryffindor's Magie kann stets nur einer besitzen. Deine Schwester hat Ponestermagie. Sie hat das Potter Blut, aber ihre Magie ist die eines Ponesters. Sie imitiert die Magie von euren Eltern, aber jene von Gryffindor, die durch deinen Vater floss, diese kann ihre Magie nicht imitieren. Du bist der Einzige, der sie besitzt."

„Sind sie sich da wirklich sicher?"

„Das bin ich. Als Jilli 4 Jahre alt war, wurde sie aufgrund einer Gegebenheit sehr krank. Bei dem Versuch ihr zu helfen, haben wir festgestellt, dass in ihr das Potter Blut fließt und die Magie deiner Eltern, nicht aber Gryffindor's Magie. Zu jenem Zeitpunkt floss sie durchaus auch noch nicht in dir. Das fanden wir heraus, weil du deine Schwester besser am Leben halten konntest, als wir gedacht hätten. Dies war dem Umstand zu verdanken, dass du die Magie von Gryffindor, die in deinem Vater war, nicht hattest und eure Magien daher viel eher in Symbiose miteinander banden. Ohne diesen Umstand, wäre wohl einer von euch beiden oder gar ihr beide gestorben."

Harry nickte nachdenklich, als er jedoch den fürsorglichen Ausdruck auf dem Gesicht seines Gegenübers bemerkte, kroch auch ihm ein weiches Lächeln über die Lippen.

„Sie nennen sie Jilli," merkte er leise an. White sah umsichtig zurück.

„Ich kannte sie nur als Jilli, nicht als Jimá," antwortete sie kurz.

„Aber sie waren eng?"

White antwortete darauf nicht, stattdessen starrte sie ihn wieder verschlossen an. Für ihn hieß es, dass dies noch nicht die Zeit war, mit ihr über seine Schwester zu sprechen. Er würde es ein andermal noch mal aufgreifen.

„Wenn du bereit bist, beginnen wir mit Lektion 1."

„Ja, ich bin bereit," sagte er entschlossen und White nickte.

Es war dunkel. Harry saß nach wie vor auf einem Platz unweit vor dem Lehrertisch. White allerdings saß nicht mehr, sondern schritt um ihn herum.

„Konzentriere dich nicht auf mich," begann sie in einer fremden, sehr monotonen Stimme. Sie stellte eine Kerze auf seinen Platz und mit einem kurzen antippen des Zauberstabs an dessen Doch erschien eine kleine Flamme. „Sieh die Flamme an und nur die Flamme. Ich werde dir nun durch meine empathischen Fähigkeiten etwas zeigen und egal was es ist, du musst dich beherrschen. Du kannst es fühlen, aber es darf dich nicht kontrollieren. Die Flamme der Kerze erlischt, wenn du dich nicht beherrschen kannst.

Gryffindor's Magie wird durch Emotionen bestimmt. Hass, Wut und Zorn wirkt sehr stark auf Dark Breath, Liebe, Mitgefühl, Zuneigung bewegt White Breath. Was aber ist mit Enttäuschung? Mit Unverständnis? Schmerz? Hilflosigkeit?.. Trauer? Wenn du die Magie auch bei diesen Gefühlen beherrscht, wirst du eine Balance zwischen beiden Magien herstellen können."

Harry nickte als Zeichen, dass er sie gehört hatte. Er spürte ihre Hand an seiner Schulter und den bestimmenden Druck, den sie auf ihn ausübte. Seine Augen waren fest auf die Flamme gerichtet, fixierten sie, konzentrierten sich auf nichts anderes als das brennende Licht. Das brennende Licht und das Klassenzimmer wurden durch eine ihm fremde Gegend ersetzt. Er befand sich in einem Vorgarten. Es roch gut, nach vielen frischen Blumen und frisch gemähtem Gras. Er sah ein sehr prunkvolles, großes Herrenhaus und es wirkte hell, warm, sehr gepflegt und einladend. Konzentrieren. Er musste sich auf die Flamme konzentrieren. Die Flamme. Das Bild in seinen Gedanken verschwand jedoch nicht. Stattdessen hörte er Stimmen. Männer, die sich gegenseitig anbrüllten und Harry drehte sich schlagartig zur Seite. Er schreckte auf als er einen der beiden Männer erkannte. Es war sein Vater, wenn auch jünger als er ihn aus Jimá's Träumen kannte. Eher in dem Alter, in dem er ihn im Denkarium einmal gesehen hatte. Nein, selbst jünger als da. Er schätzte seinen Vater auf 13, vielleicht sogar erst 12. Selbst der alte Mann vor ihm war Harry nicht fremd. Er hatte ihn einmal im Spiegel Nerhegeb gesehen und da er durchaus auch Ähnlichkeiten zu seinem Vater sah, ahnte Harry, dass dies ein Verwandter von seinem Vater sein musste.

„Warum hast du nichts getan?" schrie James den Mann an. Sein Vater war wütend, das konnte Harry sehen. Nur der Grund fehlte ihm noch.

„Harry!" White's Stimme drang von weitem zu ihm durch als ob sie sich in einer großen Halle befanden und sie zu ihm sprechen würde. Das Echo ihrer Stimme hallte nach. „Du musst dich konzentrieren. Dräng nicht nach der Wahrheit. Fühle. Bleib ruhig. Lass es zu dir kommen. Jage es nicht nach."

Er riss sich zusammen und versuchte das aufgekeimte Gefühl zu mäßigen. Er atmete langsam und tief durch und wandte sich zum Geschehen zurück.

„James, Sohn," sagte der viel ältere Mann. Er fuhr mit seiner Hand aus als ob er James' Schulter drücken wollte, besann sich jedoch angesichts des zornigen Ausdrucks seines Gegenübers eines besseren und ließ die Hand wieder fallen.

Harry stand hier also seinem Großvater gegenüber. Es gab nie etwas, wo sich der Stammbaum der Potter Familie hätte ablesen lassen können, noch existieren unbedingt viele Verwandte, von denen er hätte näheres erfahren können. Seinen Großvater zum ersten mal richtig mit Stimme zu erleben, war bewegend. Die überwältigenden Gefühle in den Griff zu bekommen war schwer und anstrengend.

„Ich hab es versucht," fuhr sein Großvater eindringlich fort. „Zynohp und Erik waren jedoch entschlossen sich den Lhayphsas anzuschließen."

„Und es ist deine Schuld!" schrie James zornig. „Ich hab genau gehört, wie ihr euch gestritten habt!"

„Wir sind erwachsene Leute," sagte der alte Zauberer geduldig. „Erwachsene streiten nun mal. Die beiden gehen nicht aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit mir."

Aber James schien die Ruhe seines Vaters förmlich zum kochen zu bringen, denn während er immer lauter und wütender wurde, blieb dieser besonnen.

„Nein, sie gehen, weil du nicht genug für sie tust. Du tust für jeden in dieser beschissenen Welt etwas, nur nicht für deine Familie und Freunde. Wir sind dir egal!"

„James!" donnerte Harry's Großvater laut, aber der Junge war weder zusammengezuckt, noch hatte er etwas von seinem zornfunkelnden Ausdruck verloren. „Es tut mir leid, dass Byen und Yearn die Zaubererwelt verlassen haben und du die beiden nicht wieder sehen wirst, aber dies hat nichts, absolut gar nichts, mit mir zu tun. Was du neulich gehört hast, war ein ganz normaler Streit und es hat nichts damit zu tun, weshalb Zynohp und Erik sich den Lhayphsas anschließen.

Sie sind der Meinung dass die Zaubererwelt für sie nicht mehr sicher ist. Die Welt der Lhayphsas jedoch schon. Zynoph und Erik wollen Sicherheit für ihre Kinder. Das ist der einzige Grund und sie haben jedes Recht dazu, nachdem Zia ermordet wurde."

„Leg dir ruhig alles so zurecht, wie es dir am besten passt. Das kannst du ja am besten!" keifte James seinen Vater an, wandte sich schließlich ab und stampfte wütend ins Haus hinein.

„James!" rief der alte Zauberer, aber es war sinnlos. Harry's Vater war im Haus verschwunden ohne sich ein einziges Mal umgedreht zu haben.

Das Bild verschwamm und die Kerze kam zurück in sein Blickfeld. Es war jedoch dunkel und die Flamme erloschen. Harry blinzelte und sah sich verwirrt um. Professor White lehnte vor ihm an ihrem Schreibtisch, durch das schwache Mondlicht erkannte man ihre dunklen Augen und sie wirkten enttäuscht. Harry fühlte auf einmal ein schlechtes Gewissen in sich aufkeimen.

„Du musst dich konzentrieren," sagte sie ernst.

„Konzentrieren?" entgegnete er jedoch, denn obwohl er es nicht wollte, überkam ihm der Ärger über ihr Unverständnis und ihre Kälte.

„Ich sehe gerade meinen Vater in seiner Jugend, den ich nie kennengelernt habe und zwar in einem Streit mit meinem Großvater, den ich ebenfalls nie kennengelernt habe. Ich bin kein Eisblock, dem so was egal ist -" White blieb still und je länger die Zeit verging ohne, dass sie etwas darauf erwiderte, um so grausamer fühlte er sich. Diese Art mit jemanden umzugehen und demjenigen ohne Worte ins Gewissen zu reden kannte er nur von Dumbledore. „Professor," fügte Harry hinzu, um zumindest nicht respektlos zu erscheinen. Sie unterrichtete ihn und dafür sollte er doch eigentlich dankbar sein.

„Ich weiß," sagte White nun ohne ihre Stimme erhoben zu haben. Er sah überrascht auf und bemerkte, dass sie ihn verständnisvoll und sogar fürsorglich ansah.

„Deswegen zeige ich es dir. Dadurch werden andere Emotionen in dir hervorgerufen, die prüfen lassen, welche Emotion welche Magie berührt.

Du weißt aus unseren Duellen, wie sich Dark Breath anfühlt. Du weißt , wie sich White Breath anfühlt, weil du es bereits unterbewusst benutzt. Nun aber musst du lernen Gryffindor's Magie, die aus einer Balance zwischen beiden besteht, gezielt zu nutzen und von deiner normalen, in dir existierenden Magie zu trennen. Du musst lernen, die Magien zu spüren, egal welches Gefühl du gerade erlebst und auch wenn das, was du siehst und empfindest, noch so aufwühlend ist.

Wenn du gegen Voldemort antrittst, dann musst du mit White Breath kämpfen, wenn er es nicht erwartet, du musst mit Dark Breath kämpfen, wenn er es erwartet und du musst mit beiden Magien auf ihn zugehen, um ihn zu stoppen."

So verärgert er eben auch noch war, mit ihrer Erklärung hatten die Schuldgefühle Überhand genommen und all das Unverständnis über ihre Gefühlskälte verdrängt.

„Ich weiß nicht, wie ich das tun soll," gab er ehrlich zu und schluckte hart. An diesem Punkt erschien es ihm sinnlos dies zu verstecken. Wenn sie nun wie Snape davon begann, dass er das einfach tun soll, dann wusste Harry, würde er den winzigen Respekt, den er gerade für sie empfand, über Bord schmeißen und -

„Wir werden es trainieren," sagte sie jedoch und er sah verwundert auf. „Es wird Zeit brauchen und ich kann dir nicht garantieren, dass wir diese Zeit auch haben, aber das sollte uns nicht davon abhalten es zu versuchen. Probiere das zu fühlen, was ich dir sage, kannst du das tun?"

Er nickte unsicher. Sie klang so ungewöhnlich einfühlsam, dass er nicht wusste, wie er das aufnehmen sollte, denn nach wie vor verband er sehr stark die Gemeinheiten und die Drohungen von den letzten Monaten mit ihrer Person. Das Misstrauen saß tief und er hatte keine Ahnung, wie oder gar ob er das jemals ablegen konnte.

„Dann konzentriere dich wieder auf die Flamme."

Sie hatte den Doch erneut mit ihrem Zauberstab angezündet. Wieder blickte Harry das brennende Licht an, wieder fühlte er sich müde und seltsam. Das Bild vor seinem geistigen Auge verschwamm ein weiteres Mal und er fand sich erneut im selben Vorgarten vor.

Sein Vater saß auf den Stufen vor der Eingangstür und starrte seine zusammengefalteten Hände an. Sein Großvater kam auf ihn zu und setzte sich erschöpft neben sein Vater hinab. Beide Männer blieben still, doch während sich auf dem einen Gesicht immer noch Enttäuschung und Wut befand, wirkte das andere einfach nur müde und erschöpft.

„Was ist nur los mit uns, Sohn?" begann der alte Zauberer, den bedrückten Blick tief in die Ferne des großen Gartens blickend.

„Es gab eine Zeit, da hast du mir vertraut, wenn ich sagte, dass ich alles getan habe. Ich versuche dir entgegen zu kommen, weiß, dass die letzte Zeit nicht einfach für dich war. Aber glaubst du tatsächlich, dass ich dir das antun könnte? Deine Freunde absichtlich aus deinem Leben vergraulen? Ich weiß, wie wichtig Byen und Yearn für dich sind. Ihr drei seid zusammen aufgewachsen. Bevor Sirius dein bester Freund wurde, bestand deine Welt nur aus ihnen beiden.

Ich weiß, wie viel sie dir bedeuten."

James sagte nichts. Er starrte weiter seine Hände an und hatte seinen Vater keines Blickes gewürdigt. Keine Reaktion, die gezeigt hätte, dass er ihn hörte oder überhaupt beachtete. Harry runzelte grimmig die Stirn.

„Fühle dich nicht verärgert über das, was du siehst," hörte er White's Stimme und es klang auch dieses Mal wie ein Echo, dass er von weitem hörte. „Es steckt stets mehr hinter dem, was das bloße Auge wahr nimmt. Lasse Vorsicht walten. Sei ruhig verwirrt, aber fühle dich nicht verärgert."

Verwirrt sein... Harry konzentrierte sich darauf. Verwirrt sein. Nicht verärgert. Verwirrt... verwirrt. Fühlte er sich nun verwirrt?! Er hatte keine Ahnung. Offenbar, denn das Geschehen vor seinem geistigen Auge hatte sich nicht wieder aufgelöst, sondern ging weiter.

„James? Sohn, sag mir was ich tun soll, um wieder zu dir durchzudringen?" Sein Vater sah sein Großvater nun an, aber das Unverständnis und die Wut in den Augen des jungen James Potters war so groß, Harry wusste genau, dass er nicht einfach sagen würde, was in ihm vor ging. Tatsächlich stand James schnaubend auf und ging ins Haus hinein. Sein Großvater blieb sitzen und ließ die Schultern hängen. Er tat Harry leid.

„Du bist nicht der Einzige, den sie zurücklassen," sagte sein Großvater zu sich selbst, denn sonst war keiner anwesend, an dem er hätte seine Worte richten können. Sein Sohn war längst im Haus verschwunden. „Zynoph. Du warst mein bester Freund. Warum brichst du ausgerechnet jetzt alle Brücken ab? Ausgerechnet jetzt."

Das Bild verschwamm und Harry saß zum zweiten Mal an diesem Abend vor der erloschenen Kerze. Schuldig sah er zu White auf.

„Es tut mir leid. Ich..."

White nickte verständnisvoll, so dass er den Satz nicht zwanghaft beenden musste.

„Du denkst, dein Vater war undankbar, unverschämt und verzogen. Deswegen fühltest du dich verärgert, weil er sich so unangemessen gegenüber deinem Großvater benahm."

Er nickte, denn sie hatte recht. Es war genau das, was er fühlte.

„Du kennst die Vorgeschichte nicht," fügte sie leise hinzu. „Die beiden hatten ursprünglich eine sehr enge, sehr gute Vater-Sohn Beziehung. Aber so wie du anhand vom Hören-Sagen oder Erinnerungen Dritter deine Meinung über ihn gebildet hast, tat es dein Vater auch über deinen Großvater."

„Sie kannten ihn?" fragte Harry vorsichtig. Dass sie mit seinem Vater befreundet war, lag auf der Hand, denn wieso hätte er sie sonst zu seiner Patentante machen sollen. Das sie jedoch auch seine Großeltern kannte, überraschte ihn doch sehr. Außer Sirius hatte ihm keiner je mehr über sie erzählt und auch aus seinem Paten hatte er nie sehr viel herausbekommen.

„Ich kannte ihn," antwortete sie behutsam. „Michael Potter war ein Auror. Auch seine Frau, deine Großmutter, Maria, wie du von Jimá erfahren haben dürftest, da sie ein Teil von Maria in ihrem Namen trägt, war eine Aurorin. Sehr angesehen in der Zaubererwelt und beide sehr gut in ihrem Job. Auroren haben selten Kinder, denn Jäger der schwarzen Magie zu sein... bringt nicht nur einen selbst in Gefahr. Es bringt auch diejenigen in eine ungewollte Situation, die man liebt und nur beschützen will.

Und wenn man das nicht konnte, dann entsteht eine Situation, wie wir sie hier vorfanden."

Harry sah verwundert auf.

„Dein Vater war -" White machte eine kurze Pause und atmete tief durch. „Er hatte das Herz an der richtigen Stelle, aber sowohl er, wie auch du, seid Menschen mit Gefühlen und jeder tut Dinge, die er im Nachhinein bereut, nicht aber in dem Moment, in dem man es tut. Man glaubt, es sei das richtige, sei angebracht. James war gekränkt, weil er seine Freunde verlor. Er hat nicht gesehen, was dies für seinen Vater bedeutete, dass es auch Michael Potter nicht gut ging. Er war, so wie du auch, ein Kind und Kinder denken nicht über die Folgen nach.

James handelte, wie es ein 13jähriger tat, der mit Auroren als Eltern das erlebt hatte, was bei ihm der Fall war. Wenn ich dir zeige, was dies war, so würdest du nicht mehr Unverständnis und Verärgerung empfinden, sondern Mitgefühl und womöglich auch Schmerz. Denn das spüre ich sehr wohl bei dir, dass du deinen Vater liebst.

Genauso weiß ich, dass wenn deine Eltern noch leben würden, sie ebenfalls Schmerz empfinden, wenn sie wüssten, was dir alles in den letzten Jahren passiert ist. Um dieses eine Wissen denke ich, bin ich froh, dass sie es nicht empfinden müssen."

Er war verwirrt, noch mehr als er es vorher bereits gewesen war.

„Was war mit meinem Vater, Professor White?"

Wollte er es wirklich wissen? Irgendwie hatte ein Teil in ihm Angst vor der Antwort. Die Neugierde aber war stärker. Sein Gegenüber sah ihn unnahbar an.

„Wir lassen es für heute Abend gut sein. Es war sehr viel. Wir machen am Sonntag weiter."

Harry war eigentlich schon aufgestanden, da hielt er jedoch inne. Sein Traum. Jetzt könnte er eine Antwort darauf bekommen und so wandte er sich White erneut zu, welche sich kein Stück gerührt hatte.

„Professor White?"

„Ja?"

„Ich hatte einen Traum... Ich weiß nicht, was ich davon halten sollte. Ich weiß, sie waren ein Black Heart. Sie waren nicht die Einzige. Kannten sie die anderen Black Hearts?"

Er hatte mit Absicht die Mehrzahl gewählt, um zu sehen, ob sie auch wusste, dass sie zu dritt waren. White nickte ohne dass er Zeichen von Verwunderung in ihrem Ausdruck feststellen konnte.

„Waren... waren es meine Eltern?"

Es verging ein Moment ohne, dass sich einer von beiden rührte. Er spürte, wie sich alles in ihm zusammenzog vor Neugierde. White nickte erneut und Harry rutschte das Herz in die Knie.

„Dann war es kein Traum?"

„Jilli ist auf einem speziellen Auftrag," sagte White mitfühlend. „Du hast wahrscheinlich das geträumt, worüber sie gerade nachdenkt. Eure Verbindung ist sehr stark und nachdem du nun weißt, dass sie deine Schwester ist, wird sich dieses Band zwischen euch noch mehr festigen. Du solltest nach ihrer Rückkehr mit ihr reden, damit sie weiß, was bei dir passiert. Ich bin mir sicher, sie wieß nicht, dass du ihre Gedanken in deinen Träumen aufnimmst. Sie kann dies unterbinden, wenn sie davon weiß."

„Ich habe von einem Gespräch meiner Eltern geträumt," erzählte Harry bedrückt. „Mein Vater sagte, er hätte meine Mutter zu einem Black Heart gemacht. Meine Mutter war ihm nicht böse deswegen.

Wie konnte Jimá ein Gespräch von unseren Eltern wiedergeben, bei dem sie gar nicht anwesend war?! Oder... glaubt sie nur, dass es so ein Gespräch gab?"

„Nur weil du sie nicht gesehen hast, bedeutete es nicht, dass sie nicht da war."

„Ich verstehe nicht, Professor?"

Ponester können Formen annehmen. Sie müssen es nicht. Jilli war als Kind sehr verspielt und auch wenn sie im Großen und Ganzen auf eure Eltern hörte, so gab es durchaus Momente, wo sie ihren eigenen Willen folgte. Das was du gesehen hast, hat sie gesehen. Sie war da."

Harry nickte immer noch sehr verwirrt.

„Meine Eltern wurden aber angegriffen. Der Traum brach ab. Ich hab den Angreifer nicht gesehen."

Er wusste nicht wieso er so frei alles heraus sprach, wo er sich stets zur Vorsicht ihr gegenüber aufgerufen hatte. Sein Verlangen nach Aufklärung war plötzlich größer und alles was er wollte waren Antworten.

„Jimá wird ihre Gedanken unterbrochen haben. Wie gesagt, sie führt einen speziellen Auftrag aus." Da Harry sie immer noch erwartungsvoll ansah, gleich dessen, dass es eigentlich bereits sehr spät war und beide schon längst die Stunde beendet hatten, setzte White zumindest eine kurze Erklärung hinzu, um ihn zu beruhigen.

„Es war eine Phowlyris, die beide angriff."

„Was ist danach passiert, Professor?"

Sie hatte sich abgewandt und den Mond am Himmel beobachtet.

„Einiges, aber nichts davon soll dich jetzt noch belasten. Für dich sollte zählen, wie stark eine Phowlyris angreifen kann und wie gefährlich sie ist. Deine Eltern haben überlebt und nur das ist wichtig für dich. Du solltest jetzt wirklich gehen. Miss Granger wartet auf dich."

Harry hatte komplett vergessen, dass er noch die Rundgänge mit ihr machen musste. Unzufrieden zwang er sich aufzustehen.

„Harry," begann Professor White plötzlich und er hatte sofort erwartungsvoll zu ihr zurückgeblickt. „Der Grund, warum keiner dir mehr über deine Eltern und ihre Familie erzählt ist, weil der Großteil nicht mehr kennt. Und diejenigen, die mehr wissen, wollten dich mit ihrem Schweigen nur schützen. Du hattest das Recht darauf, nicht noch mehr Sorgen auf deinen Schultern zu lasten, als du ohnehin bereits ertragen musstest. Nun bist du aber erwachsen. Volljährig. Was immer du wissen willst, werde ich dir mitteilen. Wenn du also Fragen hast, so bist du frei sie mir zu stellen – und ich werde antworten."

Er hatte damit nicht gerechnet und jetzt, wo er es hörte, bekam er kein Wort heraus. White lächelte sanft.

„Nicht heute Abend. Du musst auch nicht sofort alles wissen wollen. Wenn du eine Frage hast, so stelle sie. Wenn nicht, so warte, bis du Fragen hast. Gute Nacht, Harry."

„Danke, Professor White. Gute Nacht."

Irgendwie verließ er erleichterter das Klassenzimmer, wenn es ihn auch immer noch merkwürdig vorkam, dass White im Zimmer blieb und immer noch den Mond anstarrte, selbst als er die Tür nach sich schloss. Meinte sie das wirklich ernst? Sie würde ihm alles erzählen, wenn er fragte? Wieso nur kam ihm nun keine Frage, wo er jede hätte stellen können?


McGongall's Test für Verwandlung stellte sich als tatsächlich sehr machbar heraus. Sie holte jeden Schüler zu sich vor und ließ ihn eine Stecknadel in zwei, drei vorgegebene Dinge verwandeln. Da Harry sogar eine Stecknadel in eine Couch verwandeln konnte, war es nicht schwer die kleineren Dinge hinzubekommen, die McGonagall gefordert hatte. Schließlich erklärte Jimá ihnen, dass es nur auf die Konzentration auf ein solches ankam und größere Dinge zwar eine kräftigere Hand verlangten, mehr aber war es nicht.

Jeder Siebtklässler hatte die geforderte erste Form verwandeln können, einige hatten Probleme mit der zweiten Form und nur wenige, darunter jedoch Harry, Ginny, Hermine und Ron, schafften auch die dritte Formforderung von McGonagall.

Bei Ginny und Hermine schien McGonagall keine Zweifel an ihren Zaubern zu haben und hatte beide auch mit einem seltenen Lächeln gelobt. Sowohl bei Harry, wie auch Ron jedoch betrachtete sie die Form sehr lange mit skeptischem Blick als ob sie erwarten würde, dass es jeden Moment in sich zusammenbrach. Ron fühlte sich in der Tat unsicher, aber sein Zauber hielt und McGonagall hatte keine andere Wahl als das durchgehen zu lassen. Bei Harry war sie gar noch strenger und tippte sogar mit ihrem eigenen Zauberstab seine Couch hier und da an, aber auch bei ihm fiel nichts in sich zusammen. Ihr Blick war nach wie vor kritisch als sie ihn ansah, Harry konnte sich das Grinsen jedoch nicht verkneifen. Geschafft!

An dem Abend war Harry so erledigt, alles was er noch tun konnte und wollte war mit Ginny vor dem Kamin auf der Couch zu legen und faulenzen. Ron lag auf der gegenüberliegenden Couch und tat dasselbe. Allein Hermine hatte schon wieder ein Buch auf ihrem Schoß und saß im Schneidersitz

eingeengt am Ende der Couch auf der Ron sich breit gemacht hatte. Neville saß auf einem Stuhl neben der Truppe, gleichfalls mit einem Buch, jedoch für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Er hatte gar nicht bemerkt, dass er erneut in den Schlaf glitt und träumte.

Es war eine ruhige Gegend, umgeben von sehr viel Wäldern. Eine einsame Hütte befand sich auf dem Gebiet und Harry sah eine jüngere Jimá auf die Hütte zulaufen. Sie hatte nur einen Rucksack dabei, trug Top und Jeans, wie ein ganz normaler Teenager. Er schätzte sie ein wenig jünger als jetzt. Ihre Kleidung war verspielter, nicht ganz so erwachsen wie jetzt. Die Tür zur Hütte stand offen und von weitem sah sie nun einen alten, bekannten Zauberer heraustreten. Es war Dumbledore.

„Professor Dumbledore?" sagte sie überrascht als sie herantrat. Ein sehr großer Mann, den Harry schon mal in Jimá's Erinnerungen gesehen hatte, stand unweit hinter Dumbledore in der Hütte. Das musste Yuno gewesen sein, der Zauberer, bei dem Jimá all die Jahre gelebt hatte.

„Was tun Sie hier, Sir? Ist es wegen Harry? Remus hat nichts -"

„Harry geht es gut," sagte Dumbledore bestimmend. „Ich bin hier in einer anderen Angelegenheit."

„Sirius ist hier nicht aufgetaucht, wenn Sie das meinen," sagte seine Schwester vorsichtig. Dumbledore deutete ihr an sich mit ihm auf die Stufen zu setzen und sie folgte seiner Aufforderung. Seine Schwester sah Yuno verwirrt an, aber er hatte sich zu ihnen an die Tür gelehnt und seinen Blick in die Ferne gerichtet.

„Was ist los?" fragte sie besorgt.

„Vor einigen Tagen sind Ereignisse eingetreten und es hat sich herausgestellt, dass Sirius in der Tat unschuldig ist. Er hat deine Eltern nicht verraten, Jimá."

Sie war irritiert, in ihr war alles durcheinander, im Chaos. Einerseits stach es schmerzhaft heiß in ihrem Herzen, andererseits schien jemand eiskaltes Wasser darüber gegossen zu haben.

„W-was soll das heißen?" stotterte sie aufgelöst. Als Dumbledore sprach, ging er sehr umsichtig und langsam voran, wohl wissend, wie schwer das für ein Teenager zu verstehen sein musste und dass er hier in Anbetracht der Umstände sehr behutsam voranzugehen hatte.

„Vor 12 Jahren war nicht Sirius derjenige, der deine Eltern an Voldemort verraten hat. Er saß zu unrecht in Askaban ein. Er ist geflohen und wollte Rache. Nicht aber an Harry, sondern an den wahren Verräter."

„Wer war es dann? Sirius war nicht ihr Geheimniswahrer?"

Dumbledore zögerte und Harry ahnte, dass er mit sich rang Jimá den Richtigen zu nennen. Denn es machte alles nicht weniger schlimm.

„Es war Peter Pettigrew."

„Peter?" wiederholte sie verständnislos. „A-aber... Peter war auch ein Freund meiner Eltern. Sirius hat Peter doch schon vor 12 Jahren getötet?!"

„Peter arbeitete für Voldemort," sagte Dumbledore. „Er hat den Aufenthaltsort deiner Eltern an seinen Herrn weitergegeben und damit ihren Tod herbeigeführt. Dieser Tausch war uns allen verborgen geblieben. Sirius, deine Eltern und Peter waren die Einzigen, die davon wussten.

Deswegen hat Sirius Peter gejagt und wollte ihn töten. Er wusste als Einziger, dass Peter der Verräter war. Dieser hat diesen Umstand wiederum genutzt, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Er lebte all die Jahre."

„Aber... wieso... Ich verstehe nicht. Wieso... Peter ist am Leben? Wo war er dann? Hat Sirius ihn gefunden? Was ist mit ihm?"

„Er ist wieder verschwunden. Wahrscheinlich zu seinem Herrn."

„Er ist... Er war wirklich... Er lebte?! Wirklich?!"

Dumbledore nickte umsichtig.

„Remus hat ihn mit eigenen Augen gesehen."

„A-aber... Ich verstehe nicht..."

Die Haselnussbraunen Augen wurden glasig und Harry spürte ihr Bedürfnis zu weinen, ihr Unverständnis über alles und gleichzeitig die Fassungslosigkeit und auch die winzige Erleichterung, dass diese Hoffnung, die sie als kleines Mädchen hatte, tatsächlich wahr war. Ihr Patentonkel, dem sie damals so sehr vertraut hatte, war unschuldig, wie sie es damals gehofft hatte. Es gab tatsächlich eine Erklärung.

„Sirius... Sirius... wo ist er?"

„Noch auf der Flucht. Aber sobald es geht, wird Remus ihn herbringen, damit ihr euch sehen könnt."

„Auf der Flucht? Aber warum? Er ist unschuldig!"

Dumbledore sah bedrückt in den gefühlvollen Blick des unschuldigen Mädchens vor sich.

„Durch Pettigrew's Flucht ist es unmöglich seine Unschuld zu beweisen. Für die Zaubererwelt gilt er nach wie vor als schuldig."

Ob Jimá es wirklich verstand, dass konnte Harry nicht sagen. Er fühlte, was sie fühlte und es wirkte mehr als ob sie in ein tiefes Loch gefallen war und noch immer hinabgezogen wurde. Dumbledore legte liebevoll seine Hand auf ihren Arm und drückte sie umsichtig.

„Ich muss wieder zurück nach England, Verpflichtungen. Das hier jedoch war mir ein Anliegen, dass ich selbst ausführen wollte. Mir ist klar, dass du nun viel zu verarbeiten hast, Jimá. Nimm dir die Zeit. Wenn du bereit bist, Sirius zu sehen, dann gib Remus Bescheid, denn Sirius, das weiß ich, will dich auf jeden Fall treffen. Das hat er mir persönlich gesagt."

Dumbledore stand auf und war im Begriff zu gehen, da hatte Jimá ihm jedoch eilig eine Frage nachgerufen, die gerade ihr Herz mehr denn alles andere belastete.

„H-Hasst er mich?"

Er lächelte sanft.

„Nein," antwortete der alte Zauberer zuversichtlich. „Er möchte sich dir einfach nur gerne erklären und hofft auf dein Verständnis."

Mit einem letzten liebevollen Blick, drehte sich Dumbledore wieder weg und disapparierte. Jimá blieb wie angewurzelt stehen, die Gefühle, die sie überwältigten, waren dabei sie in die Knie zu zwingen. Jeden Moment würde sie ohnmächtig werden – Dann aber spürte sie starke Hände, die ihre Arme erfassten und sie dadurch stützten.

„Ist okay, Kind," sagte Yuno bestimmend. „Ich halte dich."

Jimá krallte ihre rechte Hand an ihm fest, schloss die Augen und atmete tief durch. Es war für eine Sekunde dunkel. Dann sah er wieder die Hütte. Diesmal saß Jimá hibbelig und aufgeregt auf der Couch. Yuno dagegen las gemütlich die Zeitung während neben ihnen das Wasser kochte und in der Pfanne Fleisch gebraten wurde.

„Was, wenn er mich doch hasst?" sagte Jimá verunsichert. Yuno hatte die Zeitung kurz hinabgesenkt und sie eindringlich angesehen.

„Er hasst dich nicht, Kind."

Nachdem Jimá ihn nur verwirrt ansah, hob er die Zeitung wieder an und las weiter. Seine Schwester wurde noch aufgeregter und warf immer wieder einen suchenden Blick zum Fenster hinaus. Sie sprang plötzlich auf als sie Stimmen hörte. Yuno schien die Männer ebenfalls zu hören, denn er legte die Zeitung beiseite und beobachtete Jimá dabei, wie diese zum Fenster lief und sich sehnsüchtig hinausbeugte.

Remus und Sirius kamen auf die Hütte zu, der Hippogreif Seidenschnabel schritt mit ihnen mit. Sein Pate sah noch immer so aus, wie Harry ihn damals am Ende der dritten Klasse kennengelernt hatte. Schmutzig, düster und ungepflegt, also konnte dies nicht so lange nach seinem Abschied gewesen sein. Sein Umhang war anders, neuer, aber der Bart und die strubbeligen Haare waren noch dieselben.

„Will sie mich überhaupt sehen?" hörte er Sirius' krächzende Stimme.

„Natürlich will sie dich sehen," entgegnete Remus bestimmend.

„Ich – Was soll ich zu ihr sagen? Wie soll ich ihr erklären -"

„Dumbledore hat es schon getan. Sie weiß alles."

„Und sie... sie ist nicht verletzt?"

Jimá hatte die Tür der Hütte aufgerissen, woraufhin beide Männer überrascht herüber sahen. Sirius war wie angewurzelt stehen geblieben, Seidenschnabel war irgendwo weit hinter den Männern bereits zum Halten gekommen und hatte sich da vergnügt. Remus lächelte seine Patentochter erfreut an, doch Jimá hatte ihren Blick fest auf Sirius geheftet. Es dauerte nur einen Moment, da lief sie auf Sirius zu und bevor dieser überhaupt realisierte was passierte und reagieren konnte, war Jimá ihm um den Hals gefallen und klebte nun mehr oder weniger wie ein Affe an ihm.

Sirius schluckte hart, denn er hatte offensichtlich nicht mit dieser Begrüßung gerechnet. Es dauerte etwas, dann aber schlang auch er seine Hände um Jilli und drückte sie gleichfalls zu sich. Sie ließ ihn erst nach einer ganzen Weile los, als Remus sich entschuldigte, um beiden den Moment für sich zu lassen und Yuno in der Hütte Gesellschaft leistete.

Sirius sah sich den Teenager genau an und begann zu lächeln. Für Harry und er war sich sicher, auch für Jimá selbst, sah dies komisch aus, denn er wirkte dadurch nicht freundlich oder vertrauensvoll, sondern eher wie ein verrückt gewordener Verbrecher mit gelben Zähnen. Jimá aber hatte keine Angst vor ihm. Stattdessen schniefte sie ein wenig, um ihre Fassung wiederzugewinnen.

„Es tut mir leid," sagten beide gleichzeitig und hielten auch simultan inne. Sie lachten.

„Dir muss gar nichts leid tun," sagte Sirius als Erster. „Mir dagegen schon."

„Ich hätte an dich glauben sollen," erwiderte Jimá jedoch. „Du warst all die Jahre alleine in Askaban und niemand -"

„Ich wollte dich da nicht haben, Jilli. Askaban... da gehörtest du nicht hin. Nicht mal für eine Sekunde."

„Warum hast du mir nicht die Wahrheit gesagt? Ich hätte dir doch geglaubt."

Sirius fuhr mit seiner Hand über ihre Stirn und strich die dunkelrote Haarsträhne mit einem sanften Lächeln zur Seite.

„Ich weiß. Du hast allen Grund und jedes Recht mit mir böse zu sein. Ich kann es nicht mal erklären, warum ich so handelte. Ich gab mir selbst die Schuld an dem Tod deiner Eltern."

„Ich bin nicht böse auf dich," sagte sie gefühlvoll. „Alles was ich jemals wollte ist das heute. Dass du mir sagst, dass es eine Erklärung gab und wieder zu mir zurück kommst."

Sirius war sichtlich gerührt und sprachlos. Das erkannte Harry, weil er darauf nichts mehr erwiderte und man ihm ansah, wie viel ihre Worte ihm bedeuteten.

„Du siehst aus wie deine Mutter," krächzte er liebenswürdig und sah sie bedacht an. „Deine Augen aber, sind die deines Vaters. Harry und du, ihr seid die Ebenbilder eurer Eltern. Euch wiederzusehen ist ein wenig, als ob Lilli und James noch leben."

Jilli schien von seinen Worten so überwältigt zu sein, dass sie sich einfach wieder auf ihn schmiss und umklammerte. Sirius schloss die Augen und drückte sie ebenfalls fest in seine Arme. Es war viel Zeit vergangen, sie wollten jeden Moment neuen Moment genießen.

Jemand stupste ihn an, so dass Harry die Augen öffnete. Er brauchte einen Moment, um sich zu erinnern, wo er eigentlich war. Ginny lächelte ihn sanft an.

„Wir gehen jetzt alle schlafen. Dachte, du wolltest bestimmt nicht hier alleine auf der Couch bleiben?"

„Ja, nein... Danke."

Er stand auf, gab seiner Freundin einen Kuss und folgte dann Ron und Neville rauf in den Jungenschlafsaal. Seine Gedanken kreisten noch immer um seine Schwester. Er hoffte inständig, dass es ihr gut ging, trotz all der Gedanken, die sie sich offenbar machte. So unterschiedlich und intensiv wie ihre Gedanken waren, er wusste nicht, ob er ihr davon erzählen würde. Durch diese Träume lernte er nicht nur seine Schwester, sondern auch seine Eltern und Sirius auf eine Weise kennen, die er so vielleicht sonst nie hätte erfahren dürfen. Vorerst wollte er dies zumindest weiterhin dabei belassen.