Nächstes =)


Review:

Mannequin: Halli Hallo =)

Uih =) +freu und grins wie ein Krümelkeks+

Uh, Smart ist doch gut? Ist es nicht ein zwei Sitzer? Der ist klein, passt in so gut wie jede Parklücke, wo die sonst so riesigen Autos nicht rein kommen. (Ich fahr ein Yaris, zwar 4 Sitzer, aber komm auch in so manch kleine Parklücke in die ein Van oder ein großer BMW nicht käme XD In Augsburg ist es gerade schon schwer zu manchen Zeiten nen Parkplatz zu bekommen) und verbraucht auch weniger Benzin =) Bei mir bringt es halt nichts, weil ich fast immer mindestens zu zweit im Auto sitze, oft sogar zu dritt oder zu viert, weil Freunde eigentlich kein Auto haben und es käme preislich nicht in Frage, weil ich es mir nie leisten könnte XD Toyota ist noch einer der günstigeren Autos.

Aih, nope. Diese Woche sollte es aber nun losgehen mit Jobsuche. Ich hab endlich den Studis Eintrag der Masterarbeitsnote und damit alle Leistungen beisammen, die ich ausweisen kann. Vorher fehlte mir die Note der Masterarbeit. Ist irgendwie witzig zu lesen, dass ich 150 Leistungspunkte von 120 habe XD Jobangebote gibt's ja glücklicherweise für Informatiker viele. Wenn ich in meinem Bereich suche, könnte ich lange suchen und würde nichts finden... Wenn, dann suchen die stets bereits mit Berufserfahrung und zu dem Gehalt, das da angeboten wird, versteh ich es auch. Werd somit wohl definitiv versuchen als Informatikerin einzusteigen, da gibt es einiges ohne Berufserfahrung.

Ich hab irgendwie auch Angst und Bammel. Einige Freunde sagen zwar, dass das Unsinn ist und wenn ich etwas gefunden habe, werde ich es auch sehen, aber die haben auch alle schon nen Job und sogar nen guten. Die anderen, die noch keinen Job haben und sich ebenfalls gerade bewerben sind irgendwie genauso panisch wie ich... Allerdings unterscheiden wir uns da schon alle sehr stark. Ich hab zum Beispiel kein Problem damit nach München zu pendeln und such auch schon eher München. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich im Zug hervorragend in meine Gedanken versinken und mir über viele Dinge (unter anderem meine FF's) Gedanken machen kann. (Dann geht das schreiben auch schneller und es könnte gut sein, dass ich mir so ein Netbook zulege und dann einfach im Zug schreibe.)

Anna spricht auf Kaylar an. Yuno ist eher zur Sicherheit und Verstärkung da, aber vertrauen tut sie auf Kaylar.

Yap, macht alles auch spannender. Beim erneuten Lesen von Black Heart ist mir nämlich schon aufgefallen, dass es sich schon sehr stark von CofX unterscheidet und das womöglich durchaus daran liegt, dass Black Heart hauptsächlich in Hogwarts spielt und daher auch mit ganz anderen, eher unaufregenden Themen umgeht.

Dennoch wollte ich Harry auch sein letztes Jahr in Hogwarts machen lassen, einfach, weil es irgendwie für mich dazu gehört. 6 Bücher lang war er da, ackerte, lernte, hatte Prüfungen und dann soll alles umsonst gewesen sein?! Vielleicht liegt mir auch nur viel daran, weil ich selber die Abschlussklassen immer gut in Erinnerung hatte =) Neeeeein, er macht hier seinen Abschluss XD

Harry benutzt ein Teil von Gryffindor's Magie bereits ohne es zu beabsichtigen. White Breath. Er kann nur mit Dark Breath nicht umgehen und auch nicht mit der Magie im gesamten. Dennoch fließt die gesamte Magie bereits in ihm und Anna braucht das, um im nächsten Kapitel alle zusammen wieder heil aus der Gegend herauszubringen.

Hehe, na ja, ich denk mir einfach, dass Harry zumindest wohl bei Mr und Mrs Weasley dieselben Befürchtungen hat, wie er sie ursprünglich auch bei Ron hatte, als er begann mit Ginny zu gehen. Ich kann mich gerade nicht erinnern, gab es in den Büchern eigentlich je eine Reaktion von Mr und Mrs Weasley zu dem Thema dass Harry und Ginny ein Paar waren?! In Buch 6 bin ich mir sicher, gab es keins. Buch 7 hab ich nur einmal gelesen und auch nicht besonders gut.

Zu Diana, siehe dieses Kapitel ^^ Ich habe lange mit mir gerungen sie in BH III zu übernehmen, aber ich glaub, für Remus ist es so das Beste. Er ist jetzt immerhin verheiratet und da ich nun Kaylar als Phowlyris übernehme, wäre es mit Diana als Phowlyris ein wenig sehr im Ungleichgewicht. Ich hab das Gefühl als ob ich bisher Voldemort nicht sehr mächtig erscheinen lasse, weil so viele der Guten auftauchen.

Nope, meinte Diana nicht XD Sie kennt Brian ja nicht mal.

Yap, zumindest haben sie es versucht. Anna hat Snape ja gestört und damit ist es wieder ein anderes dunkles Mal. Warum Voldemort das nun auch bei Harry tun wollte, wird später noch geklärt werden. Anna ahnte aber, dass dies passieren könnte, weshalb sie auch anders als bei James viel schneller handeln konnte.

Nope, warum Harry ihre Erinnerungen sieht wird in diesem Kapitel erklärt =) Es wurde glaub ich in Black Heart nie richtig aufgeklärt oder gesagt, nur mal so von James angedeutet. Er hatte aber auch sehr viele ihrer Erinnerungen gesehen, wann immer sie ihm mit dem dunklen Mal geholfen hatte.

Thx fürs liebe Review =) Heute Nacht eine Stunde länger schlafen. Yuchuh =) Mir kommt es so vor als ob die Zeit dahin rennt und nun eine Stunde mehr macht gerade jetzt sehr viel aus. Liebe Grüßle


Chapter 16 – The dead and the livings II

Harry und Jimá saßen zu zweit am Lagerfeuer während White nach wie vor nicht zurückgekommen war und Brian noch immer schlief.

„Wie bist du darauf gekommen?" fragte sie sanft. Harry verfiel in seine eigenen Gedanken, denn wenn er ehrlich war, dann war es am Ende nur ein Gefühl gewesen.

„Viele Brotkrümmel, aber ausschlaggebend war wohl das von eben. Ich weiß nicht – Es fühlte sich an als ob ich in ihre Erinnerung eingetaucht wäre. Ähnelte ein wenig dem Gefühl, wenn ich ins Denkarium eintauche. Ich sah White und sie las sich einen Brief von Dumbledore durch. Ich konnte jedes seiner Worte hören und er klang ziemlich schuldbewusst. So habe ich ihn nur reden hören nachdem Sirius starb und er mir alles über die Prophezeiung erzählte.

Als er von einem Sohn erzählte, von dem er ihr hätte früher erzählen sollen, hatte ich dann den ersten Verdacht. Aber als er auch noch mit seinem vollständigen Namen unterschrieben hat. Brian war einer von Dumbledor's vielen Vornamen."

„Stimmt," sagte sie nachdenklich. „Das hatte ich fast vergessen."

„Wenn White Brian's Vater ist und wenn man sein Alter bedenkt, dann war White noch in Hogwarts als sie ihn bekam, nicht wahr?"

„Mhm," murmelte Jimá leise.

„Sirius ist der Vater, stimmts?"

Seine Schwester nickte sanft und Harry begann traurig zu lächeln.

„Er sieht ihm ähnlich. Brian Sirius mein ich. Mir ist das früher nie aufgefallen, aber jetzt merk ich es mehr denn je. Er ähnelt Sirius mehr als White."

„Du ähnelst Dad auch mehr als Mum," sagte sie mit einem winzigen Lächeln und Harry grinste gleichfalls.

„Warum wollte er nicht, dass ich das weiß?"

Jimá blickte deprimiert zu dem schlafenden Freund rüber, welcher sich bisher nicht gerührt hatte. Traurig wandte sie sich zurück an ihren Bruder.

„Ich wusste schon lange von Brian, weißt du. Ich mein, Mum und Dad haben oft versucht mich rauszuhalten, aber -" Sie lächelte mild. „Ich war so unglaublich neugierig. Ich mein, ich war 3 Jahre alt mit der Energie eines Ponesters und still sitzen und mit Spielzeug spielen war nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Alleine war es so langweilig, du warst ein Baby und hast die meiste Zeit geschlafen. Nicht sehr aufregend."

Beide grinsten amüsiert.

„Meine Lieblingsbeschäftigung war es den Erwachsenen zu lauschen, wann immer ich alleine schlafen sollte oder langweilige Babysitter hatte. Glaub mir, Peter Pettigrew zu entwischen war eines meiner leichtesten Übungen. Yuno war schon eine größere Herausforderung, aber ich hatte meine Tricks mit der Zeit."

Sie lächelte bei der Erinnerung an diese Zeit und Harry bemerkte, wie melancholisch sie wurde. Er fühlte sich selbst ein wenig elend, weil ihm solche Erinnerungen verwehrt geblieben waren. Schöne Erinnerungen verband er nur mit Hogwarts und seinen Freunden ab seinem 11. Lebensjahr. Die Zeit davor verdrängte er immer ganz gern.

„Ich war da weißt du, als Emmeline Vance den kleinen Brian zu Dumbledore brachte."

„Emmeline Vance... Mir sagt der Name etwas."

„Sie wurde vor einem Jahr von Todessern getötet."

„Sie hat mich damals auch mit einigen anderen vom Orden von den Dursleys abgeholt und zum Grimmauldplatz gebracht," sagte er jedoch, als er sich erinnerte, dass er dem Namen ein Gesicht zuordnen konnte. Jimá nickte verstehend.

„Er war 3 Jahre alt und... eine Marionette."

„..."

„Sagte man, er solle gehen, ging er. Sagte man, er solle stehen, blieb er stehen. Dumbledore brach es das Herz einen kleinen Jungen so hilflos und verloren zu sehen und gleichzeitig zu wissen, dass es sein eigener Nachkomme war."

„Und du weißt das, weil?"

Jimá wurde rot und blickte ihn schüchtern an.

„Ich ähm... Es könnte sein, dass ich – uhm – unerlaubterweise unbemerkt da war – err – als ihm Brian gebracht wurde. Hust."

Harry grinste.

„Sieht man dich echt nicht?"

„Nope. Ich mein, ich kann das mittlerweile nicht mehr, weil ich nun mehr Hexe als Ponester bin, aber damals war es wirklich seeeeeeeehr leicht."


Der Raum war sehr sanft beleuchtet und nur sehr spärlich möbliert. Ein kleiner dreijähriger Junge mit schwarzen, kurzen Haaren und dunklen, leicht bläulichen Augen saß auf dem Bett und starrte mit leerem Blick zu Boden. In seiner Nähe standen Emmeline Vance und Dumbledore, in beider Gesichter war große Sorge zu erkennen.

„Er ist mir ohne Widerstand gefolgt," sagte Vance. „Ich konnte jedoch nicht verhindern dabei erkannt worden zu sein. Sie wissen, dass wir den Jungen haben."

„Das ist in Ordnung," sagte Dumbledore ruhig. „Dies sehr lange vor Voldemort geheim zu halten wäre ohnehin nie mit Erfolg gekrönt gewesen."

„Er sieht seinen Eltern sehr ähnlich, Albus. Er ist das Ebenbild seines Vaters, außer seine Augen. Er hat die Augen seiner Mutter. Obgleich beide dunkel sind, erinnert mich die Form bei dem Jungen mehr an seine Mutter."

„Und die seiner Urgroßmutter," stimmte er ihr leise und mit betrübter Miene zu. „Danke, Emmeline. Ich übernehme ab hier."

Sie nickte und war dabei zur Seite zu schreiten, um den Weg zu dem Jungen frei zu machen, da wandte sie sich ihm jedoch noch mal zu.

„Albus? Was ist mit Anna und Sirius?"

„Stillschweigen," sagte er nach etwas überlegen. „Ist wohl das Beste. Zumindest vorerst bis ich weiß, wie viel Schaden entstanden ist."

Vance atmete bedrückt aus, nickte jedoch und stellte sich hinter an die Wand. Dumbledore schritt daraufhin auf den Jungen zu und setzte sich neben ihm auf das Bett.

„Hallo," sagte er freundlich, doch der Junge rührte sich nicht mal einen Millimeter, als ob er den Mann neben sich gar nicht wahrnehmen würde. Er zuckte auch nicht zusammen, was bedeutete, dass er keine Furcht vor Fremden besaß.

„Mein Name ist Albus Dumbledore. Willst du mir deinen Namen sagen?"

Immer noch nichts. Der alte Zauberer tauschte einen sorgenvollen Blick mit Vance aus, aber sie schüttelte niedergeschlagen den Kopf.

„Soweit ich das beurteilen kann, haben sie ihm kein Namen gegeben. Angesprochen haben sie ihm mit Du."

Dumbledore nickte betrübt und legte schließlich seine Hand auf die Schulter des Jungen. Nach wie vor kam keine Reaktion vom Kind, egal wie lange der Zauberer den Kleinen auch ansah, was durchaus eine sehr lange Zeit war. Er senkte schließlich traurig das Haupt, sein Blick jedoch blieb nach wie vor an dem Jungen hängen.

„Ich verspreche dir, Brian. Es wird alles wieder gut werden. Du wirst nicht verstehen, was vor sich geht und es wird dich anfangs sehr irritieren. Du wirst neue Gefühle kennenlernen, womöglich werden sie dir auch Angst einjagen. Mit der Zeit, da bin ich mir jedoch sicher, wirst du es hier mögen und erkennen, dass es sich lohnt zu leben."

Er stand wieder auf und schritt zu Vance rüber, welche ihm entgegen kam und in der Mitte mit ihm stehen blieb.

„Brian?" fragte sie verwirrt. Dumbledore lächelte sanft.

„Anna und Sirius wollten ihn so nennen. Das hatte mich selber überrascht als ich es vor Jahren herausfand. Ich denke, es ist gut, wenn der Junge den Namen trägt, der auch für ihn von seinen Eltern bestimmt war.

Ich werde ihn nun zu einer neuen Familie bringen, die sich gut um ihn kümmern wird."

„Neue Familie?" fragte sie skeptisch. „Was ist mit Anna und Sirius? Warum nicht zu seinen richtigen Eltern?"

Dumbledore seufzte kummervoll.

„Voldemort hat dieses Mal ganze Arbeit geleistet. Anna und Sirius dürfen ihren Sohn vorerst nicht sehen oder die Folgen sind erheblich intensiver und schmerzhafter als es bei ihr selbst der Fall war."

„Wieso das?" fragte Vance finster, aber Dumbledore blickte sehr besorgt zurück zu dem Kind, welches sich selbst jetzt noch nicht gerührt hatte. „Inga und Allan White hatten keine Probleme damit Anna bei sich zu halten, obgleich sie auf dieselbe Weise auf die Welt gekommen ist, wie der Junge jetzt und Anna hat sich doch sehr gut entwickelt?"

„Die Nähe zu ihren Eltern tat ihr nicht gut," sagte er leise. „Du hast sie erst bei der Gründung des Orden kennengelernt und da wirkte sie längst sehr normal. Sie hat sich sehr gut entwickelt, in dem Punkt stimme ich dir ohne Vorbehalte zu. Doch es brauchte erhebliche Arbeit von sehr vielen Seiten, um den Schaden, den ihre Eltern bei ihr angerichtet hatten, so weit zu heilen, dass sie ein normales Leben führen konnte.

Ich habe sie das erste Mal 7 Jahre vor dir gesehen und sie war dem Jungen hier nicht unähnlich. Von ihren ersten 11 Jahren habe ich mir einige Erinnerungen aneignen können von Personen, die ihre Eltern in dieser Zeit gekannt haben und das Mädchen ebenfalls sahen. Es war... nicht schön."

Er schüttelte bedrückt den Kopf und auch Vance wurde direkt nachdenklicher.

„Glaub mir, die Nähe seiner Eltern würden dem Jungen erheblichen Schaden zufügen, was weder Anna, noch Sirius wollen würden."

„Du willst ihnen also wirklich ihr Kind vorenthalten und ihnen niemals erzählen, dass sie eigentlich ein lebenden Sohn haben?"

„Lebt er denn?!" fragte der Zauberer niedergeschlagen und Vance biss sich auf die Lippen.

„Er atmet, er geht, aber siecht er nicht mehr dahin? Ich glaube nicht, dass man das leben nennen kann. Zu wissen und zu sehen, was mit ihrem Sohn ist, zu wissen, dass die Nähe sein Leben gefährdet, wäre das nicht eher eine Bestrafung?! Nichtwissen erscheint mir im Moment das klügere zu sein. Er ist erst drei Jahre alt. Voldemort's Einfluss noch im überschaubarem Rahmen. Bei Anna stellten wir damals einen viel gewaltigeren Einfluss fest.

Ich denke, wenn er 7 Jahre alt wird, könnte er stark genug sein, damit eine Begegnung zwischen ihnen überwindbaren und vergleichsweise geringen Schaden annimmt. Bis dahin dürfen sie ihren Jungen nicht sehen und ich glaube, es ist besser, wenn sie bis dahin auch nicht von ihm erfahren."

Vance's Ausdruck zeigte, wie wenig sie von diesem Vorhaben hielt, aber auch, dass sie Verständnis für seine Motive aufbrachte.

„Natürlich werde ich es ihnen nicht so lange verschweigen. Zuerst möchte ich jedoch wissen, dass der Junge wirklich wieder gesund wird. Anna und Sirius glauben beide, ihr Sohn sei tot. Wenn der Junge sich von dem angerichteten Schaden nicht wieder erholen kann, so möchte ich ihnen keine Hoffnung geben, die ich ihnen wieder nehmen müsste."

Sie nickte bedrückt.

„Ich weiß nicht, ob ich es solange vor ihr verstecken kann. Sirius ist weniger das Problem, aber Anna weiß, dass es etwas gibt, was wir ihr verschweigen."

„Ich habe vollstes Vertrauen in deine Fähigkeiten, Emmeline. Du bist die Beste in der Okklumentik im Orden."

„Und Anna die Beste in der Legilimentik, Albus."

„Sie wird sich nichts erzwingen. Sobald ich zuversichtlich genug bezüglich des Jungen bin, werde ich ihnen beiden von ihm erzählen."

Vance nickte erneut, doch ihr Ausdruck war alles andere als zuversichtlich, eher als ob sie dies wider besseren Wissens tat.


„Ich war echt froh Brian Jahre später wiederzutreffen und zusehen, wie normal und glücklich er mittlerweile war. Die Familie Tonks hat ihm wirklich sehr gut getan. Ich hab ab und zu Ausflüge unternommen, wann immer Yuno dachte, ich würde tief und fest schlafen, unter anderem auch zu Brian, um zu sehen, wie es ihm erging. Es war schön zu sehen, dass er Stück für Stück zu einem normalen Zauberer heranwuchs. Sprach, eine eigene Meinung hatte, lachte.

Dumbledore wollte, dass Anna und Sirius ihren Sohn kennenlernen, da bin ich mir sicher. Aber bevor das geschehen konnte starb Anna am Kuss des Dementors und Sirius kam unschuldig und ohne Prozess nach Askaban.

Brian wusste nicht, dass ich seine Geschichte kannte als wir uns Jahre später endlich durch den Orden des Phönix kennenlernten. Aber so ist das nun mal mit solch intelligenten Menschen. Man kann ihnen nichts vormachen und sie finden alles früher oder später doch heraus. Er hat auch nicht lang gebraucht sich zu erschließen, was ich wirklich bin. Weißt du, Anna galt bis vor kurzem noch immer als tot."

„Ja, das hab ich mitgekriegt."

„Und dann steht sie plötzlich da. Vor allen. Lebendig. Ich mein, natürlich hat man ihr angesehen, dass sie nicht wie früher war und der Kuss des Dementors ihr sehr viel Schaden angetan hat. Aber, sie war da. Brian und Ich waren so unglaublich froh.

Sie war für mich damals wirklich sehr wichtig und ich hatte sie und Sirius so gern. Der Gedanke zumindest sie wieder hier zu haben war wirklich beruhigend. Nach ihrem angeblichen Tod und dann Mum und Dad's Tod und dann auch noch Sirius' Tod fühlte ich mich so hoffnungslos verloren und... allein. Alles fühlte sich so sinnlos an und als ich sie an dem Tag wiedersah fühlte ich mich endlich wieder richtig gut. Ich durfte dich endlich treffen und Anna war zurück. Das war als könnte ich endlich wieder glücklich werden, als hätte ich es wieder zurück, was mich eigentlich ausmachte. Zum ersten Mal dachte ich nicht mehr über Mum und Dad's Tod und was wäre wenn nach, sondern... hab über die Zukunft nachgedacht, was wir zwei ab nun an alles gemeinsam tun konnten und was ich alles mit Anna aufholen kann."

Doch ihr Lächeln erstarb und sie schluckte hart.

„Und dann hat sie Brian und mich nicht mal angesehen oder gar beachtet. Sie war weg, noch bevor wir mit ihr auch nur ein Wort wechseln konnten. Remus hat versucht alles zu überspielen und gesagt, dass sie es nur eilig gehabt hätte, aber bestimmt bald auf uns zukommen würde. Das tat sie natürlich nicht. Jedes Mal, wenn wir sie aufsuchten, war sie ganz plötzlich weg oder nicht zu erreichen. Ich hatte mir so vieles zurechtgelegt, was ich ihr sagen wollte und würde, aber... selbst als sie gerade da war, konnte ich nicht mit ihr reden. Sie ist weg, noch bevor ich ein Wort herausbekam."

„Das ist hart," sagte Harry mitfühlend. Jimá nickte mit dankbarem Lächeln für eine Unterstützung.

„Ich glaube, für Brian war es noch ein ganzes Stück schlimmer. Ich mein, er kennt so viele Geschichten von seiner Mutter, Sirius hat ihm auch einiges von Anna erzählt, ohne, dass er wusste, dass Brian sein Sohn war und dann begegnet er ihr endlich nach 20 Jahren zum ersten Mal und sie verhält sich vollkommen kalt und gleichgültig ihm gegenüber.

Tonks hat mir erzählt, dass Brian stets sehr neugierig im Bezug auf seine Eltern war und andere, vor allem Dumbledore, nach ihnen ausfragte. Er war ja sehr oft bei ihnen, um nach seinem letzten Nachkommen zu sehen. Wenigstens er durften seiner Rolle als Ururgroßvater gerecht werden."

Harry konnte das richtig nachempfinden, denn auch er hätte gern jemanden gehabt, den er über seine Eltern hätte ausfragen können. Mit den Dursleys war ihm das stets verboten, schließlich behaupteten sie Jahrelang seine Eltern wären bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Als er das mit Remus und Sirius herausfand, war es schon zu spät und beide hatten ihn wieder verlassen noch bevor er dazu in der Lage war mehr über seine Eltern von ihnen zu erfahren.

Remus war, wie er jetzt wusste, zu Jimá verschwunden und Sirius musste sich immer noch verstecken. Es hatte sich nie irgendwie die Zeit dazu ergeben die beiden wirklich länger über seine Eltern auszufragen und über ein Brief fand er es selbst viel zu unpersönlich.

„Es gibt Fotos von dir und Anna," sagte Jimá auf einmal und Harry sah verblüfft auf. „Fotos, wo sie dich in ihren Händen hält und strahlt. Brian hat sie auch gesehen und ich denke, Brian sieht dich als eine Art kleiner Bruder. Er will, dass du seine Mutter magst und befürchtete, dass du dich noch mehr gegen sie stellst, wenn du die Wahrheit erfährst und wie sie sich ihm gegenüber benimmt.

Remus und Kingsley hatten nämlich auch schon eine große Diskussion mit ihr. Geändert hat sich nichts. Außer, dass sie die beiden Männer seitdem erst recht auf Entfernung hält und wir uns nun die Schuld daran geben, dass die Freundschaft zwischen ihnen Risse bekommen hat, weil sie uns helfen wollten."

Harry fühlte sich auf einmal schlecht. Nie hätte er gedacht, dass Sirius' Geschichte mit White eine solche Wendung nehmen würde.

„Sirius wusste nichts von Brian. Er hat mir Grimmauldplatz 12 vererbt, weil er keine Nachfahren hatte, aber eigentlich ist Brian der rechtmäßige Eigentümer."

„Als Sirius das Testament aufgesetzt hat, glaubte er das auch. Aber ich weiß, dass er noch vor seinem Tod von Brian wusste."

„Wieso das?" fragte er verwirrt.

„Remus," antwortete sie sanft. „An dem Tag als er im Zaubereiministerium starb, da brach er mit Remus und all den anderen zu deiner Rettung auf. Remus sagte, Sirius hätte merkwürdiges Zeug geredet. Er hat ja versucht ihm auszureden mitzukommen, aber Sirius sagte, dass er sich jetzt auf die Zukunft freue, weil er sie doch nicht verloren habe, und mit Anna und Brian ab nun an eine Familie wäre. Er hätte seine Frau und seinen Sohn zurück.

Remus sagte, er habe es anfangs nicht verstanden und Sirius wollte ihm alles später erklären, nachdem du in Sicherheit warst. Ging ja nicht mehr, nachdem er vorher starb. Remus glaubte, dass Sirius einfach... noch von seiner Zeit in Askaban geschädigt war und vielleicht einen Schub hatte, in dem er etwas verrückt wurde und das wurde ihm zum Verhängnis in seinem Duell mit Bellatrix Lestrange.

Im Orden kursierten danach die Gerüchte, dass Anna noch am Leben sein könnte. Emmeline wusste schließlich, dass Brian Sirius' Sohn war und einige hatten das Gespräch von Sirius und Remus wohl auch mitangehört. Das Gerücht verstarb aber mit der Zeit, keiner hatte sich getraut Dumbledore darauf anzusprechen und er hat auch nie etwas von sich aus gesagt, dass an dem Gerücht etwas dran sein könnte.

So glaubten wir bis vor 5 Monaten noch daran, dass sie tot wäre. Jetzt, wo sie zurück ist jedoch, seh ich alles anders. Anhand Sirius' Worte bin ich der Überzeugung, er hat noch vor seinem Tod erfahren, dass Brian sein Sohn war und wusste davon, dass Anna noch lebte."

„Hat Brian es ihm gesagt?"

Sie schüttelte traurig den Kopf.

„Brian sagt nein. Er dachte, Sirius hätte nie gewusst, dass er sein Sohn war bis Remus ihm von ihrem Gespräch erzählte. Wahrscheinlich war es Dumbledore."

Harry hatte das Gefühl als ob ihn jemand gerade alle Luft zum atmen nahm. Mit Jimá sprach er gern über seine Eltern, auch über Sirius, aber dieses eine Mal hatte sich das Blatt gewendet. Er wünschte sich, sie hätten nicht über Brian gesprochen.

„Ouch." Harry's linke Hand wanderte zu seinem rechten Arm und hielt sich die schmerzende, jedoch verbundene Wunde.

„Was -"

„Zwickt," antwortete er auf den tief besorgten Ausdruck seiner Schwester hin. „Schon okay. Was war das?! Was wollte Snape mit dem Fluch bewirken?"

Jimá seufzte traurig auf und rang offensichtlich mit sich selbst es auszusprechen, da stöhnte jemand neben ihnen. Sie wandten sich zur Seite und sahen, wie sich Brian nun mit offenen Augen regte und versuchte sich aufzurichten. Beide sprangen sofort auf die Beine und zu ihm hin, um zu helfen.

„Wie geht es dir?" fragte Harry direkt nachdem sie ihn in eine aufrechte Position hieven konnten. Brian stöhnte mit schmerzverzerrter Miene.

„Als hätte mir jemand ne Tracht Prügel gegeben, sämtliche dunkle Flüche nachgesetzt, die es überhaupt gibt und mir dann Bellatrix Lestrange auf den Hals gehetzt, damit sie mir mit ihrer irren, quietschenden Stimme den Gnadenstoß versetzt, was sie auch äußerst stümperhaft ausgeführt hat."

Harry sah Jimá verdutzt an, aber sie rollte nur mit den Augen, zauberte vom Feuer ein Becher gewärmtes Trinkwasser her und reichte es dem Freund.

„Wo ist Professor White?" fragte er ohne einen Schluck genommen zu haben. Stattdessen legte er den Becher einfach auf die Seite.

„Patrouillieren," sagte Jimá, doch so freundlich wie sie als Hexe war, die Jungs konnten ihr stets an der Nasenspitze ansehen, wenn sie etwas verschwieg und so verzog Brian eine Grimasse, wechselte seinen Blick zu Harry, welcher zwar den Blickkontakt hielt, aber es brauchte auch hier für ihn nicht lange, um eins und eins zusammenzuzählen.

„Du weißt es nicht wahr?"

Harry sagte nichts, aber sein Gesicht sprach wohl Bände, denn Brian lachte bellend.

„Woher?!"

„Geschlussfolgert," sagte er ehrlich. „Ich hatte so nen merkwürdigen Traum nachdem White Snape's Fluch aufgehoben hat."

„Wirklich?" entgegnete Brian überrascht.

„Fühlte sich merkwürdig an, aber ich glaub... ich bin irgendwie in ihre Erinnerung eingetaucht."

„Ja, das bist du wohl."

„Du weißt wovon ich spreche?"

Brian nickte, aber nach wie vor wirkte er sehr verwundert.

„Das ist so, wenn man mit schwarzer Magie heilt. Viele dunkle Flüche kann man nur mit schwarzer vollständig heilen. Damit hebt man jedoch nicht nur die Wirkung des Fluches auf, sie lässt zu, dass du in die Gedankenwelt des Heilers eindringst und dir etwas rauspieckst, um es dir wie in einem Kino anzusehen. Machen daher auch nicht viele. Diejenigen, die es machen, beherrschen Okklumentik normalerweise so gut, dass sie dieses Eindringen bei der Heilung verhindern können.

Dass White das bei dir nicht gemacht hat, ist... interessant. Und was für nen Film hast du dir ausgesucht?"

„Err," machte Harry verwirrt. Brian hörte wirklich nie auf Witze zu reißen, wie er nun bemerkte, egal in was für einer Situation sie auch steckten.

„Ich glaub nicht, dass ich das mit Absicht gemacht habe, noch dass ich eine Auswahl hatte. Ich hab den Brief von Dumbledore an sie gehört, in dem er sie darum bat zurückzukommen. Da hat er von einem Sohn gesprochen, den er ihr vorenthalten hat. Und wenn man das dann annimmt, dann merkt man auch wie ähnlich du Sirius eigentlich bist."

Brian lächelte traurig.

„Ist das so?"

„Ja," sagte Harry fest. „Du hast dasselbe Lachen wie er."

Das schien auch Brian zu gefallen, denn sah er eben noch spöttisch aus, war sein Ausdruck nun sehr viel milder, gar ein wenig erfreut. Auch Harry und Jimá lächelten und für einen Moment überkam Harry ein sehr wohliges Gefühl, was er in diesem Ausmaß schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Er vermisste es so frei mit Ron und Hermine umgehen zu können. Er wollte es selber nicht, aber irgendwie trug er es ihnen immer noch nach, ihm letztes Jahr nicht geglaubt und mehr unterstützt zu haben.

„Die Gegend ist frei," hörten sie White's Stimme und alle drei waren erschrocken zusammengezuckt. Sie hatten weder bemerkt, dass sie sie beobachtete, noch gehört, wie sie bei ihnen aufgetaucht war. Sie blieb jedoch auf Abstand stehen, ihr Ausdruck war kühl und ihre Haltung eher verschlossen. „Wie geht es euch drei?"

Brian und Jimá waren sichtbar überrumpelt von der Hexe tatsächlich direkt adressiert zu werden und waren auch beide nicht im Stande zu reagieren.

„Uhm, wir sind okay," versuchte Harry die sonst noch aufkeimende, drückende Stille zu durchbrechen. White nickte, kam dann jedoch auf die drei zu und legte zwei prall gefüllte Papiertüten vor ihnen nieder.

„Ihr solltet etwas essen. Wir werden vor dem Morgengrauen nicht aufbrechen."

„Was ist das?" fragte Harry irritiert und war auch der Einzige der drei, der sich rührte und in die Tüten hineinsah. „Ist das ein Hamburger?! Haben Sie gerade Hamburger eingekauft?!"

So unangenehm wie Jimá und Brian White auch gerade noch angesehen hatten, mit einem Mal hatten sie und White sich mit verdutztem Blick an Harry gewandt. Er kam sich vor als hätte er gerade etwas richtig absurdes von sich gegeben und zuckte peinlich berührt mit dem Mundwinkel.

„Ach so. In Iargrove gibt es ein McDonnalds..." sagte er schließlich und begann von seinem Hamburger abzubeißen, sehr in der Hoffnung sie würden aufhören ihn anzusehen als hätte er mal wieder etwas gesagt, was bewies, dass er mehr ein Muggel als ein Zauberer war. Er wuchs eben nicht in der Zaubererwelt auf und wusste auch nicht, was Iargrove für eine Gegend war. Dann gab es hier eben ein McDonnalds. Na und?!

„Ich geh noch mal patrouillieren," sagte White schließlich. „Ihr solltet schlafen."

Obwohl Jimá und Brian beide gleichzeitig dazu angesetzt hatten sie anzusprechen und das für Harry auch offensichtlich war, hatte White die beiden erneut ignoriert und war sehr schnell im Dickicht des Waldes wieder verschwunden. Die beiden tauschten traurige Blicke miteinander aus und ihre Enttäuschung stand ihnen auch ins Gesicht geschrieben. Harry wusste nicht, was er sagen sollte, um zu helfen und nahm stattdessen einen weiteren Burger aus dem Papierbeutel und reichte ihn an Brian.

„Iss. Der McDonnalds hier ist wirklich gut. Die Burger sind richtig frisch und heiß."

Brian nahm den Burger zwar an, aß ihn jedoch nicht. Stattdessen grinste er von einem Ohr zum anderen.

„Harry?"

„Yap?"

„Es gibt in Iargrove kein McDonnalds. Auf jeden längeren Auftrag nehmen wir Proviant mit, was mit einem Zauber frisch gehalten und klein gezaubert wird, damit wir es problemlos mitführen können. Die Burger sind von McDonnalds. Nur nicht in Iargrove."

„Err – klar, macht auch Sinn."

„Schon, denn Echos und Tiere bezahlen bestimmt nicht für ihr essen," grinste Brian weiter. Jimá stieß ihn jedoch von der Seite an und gab ihm mit einem bösen Blick zu verstehen, dass er aufhören sollte ihren Bruder weiter zu triezen.


Die drei aßen und tranken am Lagerfeuer, um wieder zu Kräften zu kommen und in dieser Stille konnte Harry sich nicht davon abhalten an seine Freunde in Hogwarts zu denken.

So wäre es ihm womöglich ergangen, wenn er gegen ihren Willen ohne sie auf die Suche nach den Horkruxen aufgebrochen wäre, nur womöglich ohne die Gesellschaft von Jimá und Brian. Schon ein einsamer, düsterer Gedanke, wie ihm grimmig auffiel.

Sie waren nun alle in Hogwats, da wo es warm und sicher war. Womöglich hatten sie ihre Köpfe in Büchern vergraben und lernten auf eine Prüfung oder schrieben ihre Essays. So sehr Harry das oft aufgeregt hatte, noch etwas für die Schule tun zu müssen, so vermisste er es in diesem Moment doch auch. Es war wesentlich angenehmer als von einem Todesser gefoltert zu werden...

Um sich von diesen trüben Gedanken abzulenken, sah er auf und beschloss, einfach eine Frage in die Runde zu werfen, um die merkwürdige Stille zu durchbrechen, in die sie mit dem Essen alle versunken waren. Er hatte das Gefühl, als ob dies für Jimá und Brian ganz normal war, aber für ihn, Harry, war es das nicht und er mochte es auch nicht, wenn sie so schweigsam und deprimiert Löcher in die Luft starrten, wenn reden wesentlich besser für sie alle war.

„Sagt mal, warum seid ihr so weit rein?"

„Hm?" machten beide verwirrt.

„In das Gebiet hier? White hatte sich das gefragt."

„Oh," sagte Jimá überrascht. „Na ja, Brian war verletzt und wir wussten ja nicht, wie nah unsere Verfolger waren. Wir kannten ja den Iargrove Heart und vertrauten darauf, dass er uns schon nicht trennen oder ertrinken lassen würde. Da ist bisher noch niemand ertrunken und die Gegend ist neutral genug dich auch wieder raus kommen zu lassen.

Es war zwar entgegen dem, was der Orden eigentlich beschlossen hatte, aber -"

Jimá wurde plötzlich still, woraufhin Harry sie irritiert ansah. Es war Brian, der seufzte und ihr tröstend den Arm drückte.

„Weißt du, es soll hier eine Gegend geben, wenn man aus dem Iargrove Heart dort auftaucht, dann kann man mit Toten sprechen kann. Gibt zumindest Geschichten darüber. Jimá und Ich hatten gehofft auf Sirius zu treffen."

„Sirius?"

Er nickte betrübt.

„Leider nicht. Geschichten sind eben doch nur Geschichten."

Harry war nach wie vor irritiert. Er hatte jemanden hier getroffen als er aus dem Fluss auftauchte und versuchte sich auch angestrengt an die Person zu erinnern.

„Ich bin jemanden begegnet... Eine Phowlyris... Ich glaub, ihr Name war... Diana?"

„Diana?!" sagten beide Freunde gleichzeitig und Harry zuckte kurz erschrocken auf. Stimmt, sie hatte ja gesagt, er solle Remus gegenüber nichts erwähnen, aber die anderen hatte sie nicht erwähnt also brach er kein Versprechen.

„Ja, ihr kennt sie?"

„Wieso glaubst du, dass sie eine Phowlyris ist?" entgegnete Jimá jedoch ohne auf seine Frage eingegangen zu sein.

„Sie sagte es," antwortete er wahrheitsgemäß. Brian und Jimá tauschten einen merkwürdigen Blick aus, den er mittlerweile sehr gut zu deuten wies. Dies taten sie stets, wenn ihnen etwas unangenehmes auffiel, was sie nicht aussprechen wollten.

„Sie sagte, ich solle Remus gegenüber nicht erwähnen sie hier getroffen zu haben," warf er ein, sehr wohl in der Hoffnung mehr von ihnen beiden zu entlocken als ihr sonstiges Stillschweigen.

„Sie war mit Remus zusammen," erzählte seine Schwester betrübt. „Vor langer Zeit. Sie war auch mit Mum und Dad befreundet, hat ab und zu auf dich und mich aufgepasst als wir noch klein waren."

Auch wenn er überrascht war, so nickte er als Zeichen, dass er sie verstanden hatte. Gut, das erklärte so einiges. Schlechtes Beziehungsende, Freunde seiner Eltern. Und wo war nun die Tragik, die deren komischen Blickaustausch erforderte?

„Und dann eines Tages... verschwand sie plötzlich," fuhr Jimá fort. „Das war kurz nachdem Anna starb und noch bevor Mum und Dad getötet wurden. Von heute auf morgen war sie weg und Remus war wirklich sehr niedergeschlagen."

„Also ist sie hier in Iargrove?" fragte Brian ungläubig, aber Jimá ignorierte seinen Einwurf.

„Ich hab nie gefragt was passiert ist, genauso wenig wie ich es bei Anna erfahren hab. Sie alle sagten immer nur, dass die Person nun weg wäre und nicht wiederkäme. Ich war ja auch noch klein und Remus ist nicht gerade eine Quasselstrippe. Aber das letzte Mal als ich sie sah, war sie keine Phowlyris mehr."

„Das geht?" fragte Harry verwundert.

„Ja, Anna fand einen Weg. Hat wohl etwas mit einer Phowlyris Blume zu tun oder so ähnlich. Ich hab das alles mehr beiläufig mitbekommen. Aber Diana gab diese Seite an sich auf, um eine ganz gewöhnliche Hexe zu sein und mit Remus zusammenleben zu können.

Sie war schon anders, sehr schüchtern und so, aber... ich mochte sie dennoch. Als sie plötzlich nicht mehr da war und Remus so ruhig und in sich gekehrt war nahm ich an, sie wurde vielleicht von Todessern getötet. Sie war schließlich auch mal ein Mitglied im Phönixorden. Und sie ist hier in Iargrove?"

„Ja," sagte er unsicher. Wieder dieser unangenehme Blickaustausch zwischen ihnen beiden, der ihn nun jedoch so ganz und gar nicht passte.

„Diana ist nicht ganz unschuldig, Harry," sagte Jimá grimmig. „Sie hat Mum und Dad schon mal hintergangen und war dafür verantwortlich, dass Voldemort an sie ran kam. Mum und Dad hatten ihr verziehen und ihr wieder vertraut, aber wenn sie noch lebt und einfach abgehauen ist..."

„Also so was wie der weibliche Peter Pettigrew," witzelte Brian in alter Manier.

„Also, sag ich Remus nichts von ihr?!" fragte Harry vorsichtig. „Sie schien ehrlich zu sein als sie meinte, sie würde sich freuen, dass er jetzt sein Glück gefunden hat."

„Sag es Professor White," schlug Brian schließlich vor und sah nicht weniger unzufrieden aus wie Jimá.

„Sie leitet den Orden und sollte alles wissen."

„Uhm – okay."

„Und mit dir redet sie also dürfte das kein Problem sein."

„Eigentlich hat sie mit uns auch gerade gesprochen," warf Jimá jedoch ein. Brian dachte kurz nach, dann verzog er eine Grimasse.

„Zählt das als Gespräch, wenn man nur ne Fratze verzieht?"

„Sie hat gefragt, wie es uns geht."

„Mein ich ja. Ich kann mich nicht daran erinnern von dir eine Antwort gehört zu haben, Jimmy."

„HEY!" zischte sie entrüstet. „Mein Name ist kurz genug und ich will auf keinem Fall Jimmy genannt werden. Das ist ein Männername!"

„Wir könnten dich auch Ji nennen?!" schlug Brian vor und zwinkerte Harry zu.

„Was heißt da wir?!"

„Wir sind Harry und ich."

„Seit wann sind wir Harry und du?!"

„Wir sind beides Männer, Ji."

„Hör auf! Mein Name ist kurz genug."

„J."

„BRIAN!"

Harry hatte sich grinsend hinter seinem Burger versteckt. Ihr Umgang miteinander erinnerte ihn gerade sehr stark an Hermine und Ron, nur hatte jetzt irgendwie Brian die Rolle von Hermine und seine Schwester die arme geprügelte Rolle von seinem besten Freund. Dies war ihm aber alle mal lieber als das trübe Schweigen. Er wusste ja mittlerweile, dass sie damit ihre Sorgen überspielten.


White war selbst Stunden später noch nicht zurückgekehrt und da Brian noch immer sehr erschöpft war und Jimá im Gegensatz zu den beiden Männern vorher nicht geschlafen hatte, waren die beiden vor Harry eingeschlafen ohne ein Gespräch mit White suchen zu können.

Harry lag zwar neben den beiden und dem brennenden Lagerfeuer, aber seine Augen waren sperrangelweit offen. Er dachte an Ginny und wie sehr er sie vermisste, an Ron und Hermine, was sie wohl tun würden, wenn sie hier wären, ob sie das gleiche wie er bezüglich Jimá und Brian denken würden. Bei Hermine war er sich zumindest sicher, sie hätte ihm ans Herz gelegt, er solle aufhören sich um Nebensächliches zu kümmern und stattdessen White im Bezug auf Brian und Jimá konfrontieren.

Harry beugte sich auf, nachdem ein merkwürdiges Gefühl in ihm aufgekommen war. Ein Blick zur Seite verriet ihm auch den Grund. Entweder hatte er doch ein wenig gedöst und war für einige Minuten weggeknickt oder White schaffte es tatsächlich immer unbemerkt und ohne ein Geräusch von sich zu geben direkt bei ihnen einfach so aufzutauchen.

Da saß die Hexe nicht weit von ihnen entfernt auf einem herabgefallenen Baumstamm, die Hände auf ihrem Schoß und den Blick weit in die Ferne gerichtet. Er drückte sich auf und schritt zu ihr rüber.

„Professor White?" begann er vorsichtig. Sie hatte sich nicht umgedreht, aber er war sich sicher, dass sie ihn hatte kommen hören. Geschlichen war er jedenfalls nicht.

„Solltest du nicht schlafen?"

„Err – vielleicht. Professor White? Kann ich sie kurz sprechen?"

„Sicher."

Ihre Stimme klang seltsam gleichgültig und dies war es auch, was ihn so wurmte. Sie schien vieles entweder talentiert zu ignorieren oder es kaltblütig zu missachten. Was immer es auch war, beides mochte er nicht. Dennoch vertraute er Brian und Jimá und wenn sie der Meinung waren, White sollte von seiner Begegnung mit der Phowlyris erfahren, so glaubte er ihnen.

„Nachdem wir in den Fluss sprangen, tauchte ich an einem Ufer wieder auf und traf auf eine Phowlyris."

Nichts. Ignorierte sie ihn oder war es nur ihre Art jemanden zuzuhören?!

„Ihr Name war Diana."

Nichts.

„Jimá und Brian sagten, sie wäre vor Jahren verschwunden und womöglich tot und ich solle aber von der Begegnung erzählen."

Endlich kam eine Reaktion, wenn auch eine überraschende, denn White hatte ein mildes Lächeln verzogen.

„Professor?" fragte er verunsichert nach. Ihre Aufmerksamkeit war weiterhin in die Ferne gerichtet, aber wenigstens sprach sie mit ihm.

„Diana ist tot," sagte sie leise.

„Aber ich hab sie gesehen. Sie sagte, sie wäre eine Phowlyris."

„Du bist einem Echo begegnet, Harry."

„Echo? Nein, sie hatte einen festen Körper. Das war kein Flüstern. Ich hab sie ganz sicher gesehen und gespürt. Sie hat mich aus dem Fluss gezogen."

„Ich behaupte auch nicht, dass du das nicht getan hast," sagte sie gelassen und er wurde nur noch mal um ein großes Stück verwirrter. „Du weißt was Echos sind?"

Harry nickte, denn Brian hatte es ihm vorher schließlich erklärt.

„Das ist das Flüstern, was wir hier ab und zu hören. Es sind die Gedanken, die einer hat, wenn er anders als durch den Todesfluch stirbt."

White nickte zustimmend.

„Und wenn ein Echo auf jemanden trifft, von dem es gehört werden kann und von dem es eine Antwort auf seine Frage erhält, so zeigt es sich demjenigen, um sich danach aufzulösen. Sein Zweck wurde schließlich erfüllt. Er wurde gehört oder seine Frage wurde ihm beantwortet."

„Haben Sie ein solches Echo schon mal getroffen?"

„Nicht heute."

Er sah immer noch konfus aus und konnte ihren Worten auch nicht wirklich folgen, glaubte nun aber, dass dies das sein könnte, auf das Jimá und Brian im Bezug auf Sirius gehofft hatten.

„Wieso kennen Jimá und Brian das dann nicht?" fragte er verwirrt.

„Sie werden auch noch keinem Echo begegnet worden sein. Jedenfalls keinem, dass sich ihnen gezeigt hat. Manche betreten das Gebiet ohne jemals von einem solchen Echo aufgesucht zu werden. Mag daran liegen, dass sie keinen Toten kennen, der vor seinem Tod noch Gedanken in die Welt entsandt hat, oder aber auch weil er einfach keinem Echo helfen kann, sich aufzulösen.

Ich verstehe, Jimá und Brian sind gesprungen, weil sie diese Geschichten kennen, die im Umlauf sind. Zu dumm, das vieles davon nicht vollständig ist und nur die Wenigsten das breite und tiefe Wissen von Zauberer wie Dumbledore besitzen."

Harry runzelte die Stirn. Er schien gerade immer weniger zu verstehen.

„Diana war ein sehr wichtiger Teil von Remus für eine lange Zeit und er für sie auch. Ich denke, sie wollte einfach noch wissen, dass es ihm auch ohne ihr gut geht und nun weiß sie es dank dir. Daher das Echo und solche Echos können nur dann entstehen, wenn man wirklich gestorben ist. Sie ist also definitiv tot."

Ihre Erklärung ergab durchaus Sinn, aber es machte ihn auch trauriger. White sah ihn merkwürdig eindringlich an und wieder hatte er das Gefühl durchleuchtet zu werden. Nun, wo er wusste, dass sie Empathin war glaubte er, dass sie auch genau das tat. Ihn durchleuchten. Mit einem Mal hatte sich ihre vorher noch offene Haltung verändert und er merkte ein feindliches Blitzen in ihren finsteren Augen.

„Verstehe," sagte sie sehr zu seiner Irritation. Er hatte doch gar nichts gesagt? Noch etwas gedacht, was diesen Kommentar erklären würde. White atmete tief durch, um sich ihre Fassung zu wahren.

„Als ich dir mit dem Fluch geholfen habe, bist du in meine Erinnerungen eingedrungen."

Sie hatte es nicht als Frage formuliert und so brauchte er darauf auch nichts erwidern. Stattdessen sah er sie schuldig an.

„Normalerweise kann ich das verhindern. Es gab nur eine Person, bei der mir das nicht gelungen ist."

Sollte er sich entschuldigen? Fragen, wer die Person war? Sich rechtfertigen? Er tat das doch nicht absichtlich? Er wusste nicht mal, dass es von ihm ausging! Bevor Harry ein Wort herausbekam, hatte White jedoch bereits weitergesprochen und sich ihm mit stechendem Blick zugewandt.

„Harry, ich erwarte von dir, dass du das dir unkontrollierbar eröffnete Wissen mit dem nötigen Respekt und Schweigen behandelst."

„Ja, natürlich," sagte er sofort und das meinte er auch so. Ihm war nie in den Sinn gekommen mit ihrer Erinnerung hausieren zu gehen. Gut, er hatte es eben Jimá und Brian erzählt, aber er hätte es nicht getan, wenn sie ihn schon vorher darum gebeten hätte. White wandte sich wieder ab und er bemerkte verwirrt, dass sie keine Probleme damit zu haben schien wieder in tiefes Schweigen zu verfallen. Er beschloss zurück an sein Platz zu gehen, um einen erneuten Versuch zu wagen einzuschlafen. Gerade erst hatte er sich umgedreht, da zog ein schmerzhaftes Brennen an seinem rechten Arm den Nerv hoch zu seiner Brust und er sank sofort wieder keuchend auf den Baumstamm hinab. Es schnürte ihm die Luft ab und er riss entsetzt die Augen vor Panik auf.

White hatte sich sofort ihm zugewandt und mit beiden Händen stützend umfasst, so dass er nicht zur Seite fallen konnte.

„Harry," sagte sie besorgt und auch ihr Ausdruck hatte jegliche Kälte und Gleichgültigkeit von eben verloren. Es zeigte, dass es sie sehr wohl kümmerte, was gerade mit ihm passierte. Sie führte ihn auf den Baumstamm, so dass er sich hinsetzen konnte.

„Mein Arm," krächzte er und blickte panisch hinab. Die Wunde war zwar verbunden, aber es fühlte sich an als ob sie förmlich darunter zerplatzte.

„Gleich wird es wieder okay sein," hörte er sie wie auch schon vorher nur als eine Art Echo. Ihm wurde heiß und schwindelig und nachdem sie ihren Zauberstab an seinen Arm legte wurde ihm erneut schwarz vor Augen.


Es war Dumbledore's Beerdigung. Harry sah sich selbst neben Ginny, Ron und Hermine sitzen, jedoch nicht von vorne, sondern von hinten. Er sah White, die in der Ferne auf dem Hogwartsgelände stand und alles aus der Entfernung gut verborgen hinter genug Bäumen und Sträuchern beobachtete.

Ich bin zu spät...

Harry zuckte zusammen. Hörte er gerade ihre Gedanken? Es war ihre Stimme, die er dieses Mal hörte und sie klang traurig.

Harry, du siehst wirklich aus wie deine Eltern, genauso wie Sirius dich beschrieben hat...

Sie sah von Harry und seinen Freunden weg und wandte sich einer anderen eher etwas verborgeneren Gruppe zu. Da waren Remus und Tonks, Hand in Hand, viele andere aus dem Orden und nun erkannte Harry auch Brian und Jimá. Sie standen eher etwas verdeckt und gingen in mitten der ganzen anderen Mitglieder und fremden Zauberer und Hexen in der Menge unter.

Jilli sieht ja fast aus wie Lilli. Außer ihre Augen... und ihre Haare sind nicht ganz so rot. Sie ist eine bildhübsche junge Frau geworden. Ich habe so viel in ihrem Leben verpasst. Ich habe James und Lilli versprochen auf ihre Kinder aufzupassen und mein Wort gebrochen. Dass die beiden noch am Leben sind ist alles andere als mein Verdienst...

Nun sah sie den Jungen neben Jimá an und Harry spürte etwas schmerzhaftes in sich drin empor kriechen. Es erinnerte ihn an das, was er fühlte, als er verstand, dass Sirius nicht mehr da war.

Brian?

Harry sah Tränen, die an ihrer Wange herabrollten und unweigerlich spürte auch er den grauenvollen Stich in seinem Herz. Das Bild verschwamm.

Er sah die weißhaarige Hexe am Grab von Dumbledore stehen. Das Gelände war leer außer dem weißen Grab. Sie legte die Blumen nieder, zog ihren Zauberstab und tippte sie wortlos an. Die Blumen verwuchsen sich in das Gras und blühten aufrecht und friedlich mit all den anderen Blumen vor sich hin.

„Es tut mir so leid, dass ich nicht früher zurück kam..."

Ihre Stimme, so fand Harry, klang ganz anders als er sie kannte. Direkt gutherzig und sanftmütig.

„Ich kam sofort nachdem ich deinen Brief las, aber rechtzeitig ist wohl etwas anderes."

Sie seufzte deprimiert.

„Ich habe alles gesehen, was du mir zeigen wolltest. Ich verspreche, Ich werde das tun, wozu du nun nicht mehr in der Lage bist... Sie sind alle drei so groß geworden. Ich glaub nicht, dass ich da viel tun muss. Es sei denn es stellt sich heraus, dass alle drei wie ihre Eltern sind. Obwohl, wenn Jilli und Harry wie Lilli sind, wäre das sogar hilfreich."

White lachte liebevoll und Harry bemerkte, wie ihm diese Art an ihr gefiel. Sie wirkte viel offener, viel heller und liebenswürdiger als er sie kennengelernt hatte oder ihr jemals zugetraut hätte.

„Ich weiß nicht, ob ich es schaffe. Ihnen gegenüberzutreten ist als ob mir jemand kontinuierlich das Herz in kleine Stücke zerreißt. Du hattest recht als du sagtest, ich wäre noch nicht bereit für Brian. Ich weiß nicht, ob ich je mit ihnen so umgehen kann, wie sie es verdienen. Ich weiß nicht mal, wie ich ihnen jetzt gegenübertreten soll! Ich kann doch nicht auftauchen und sagen: Seht mal, wer noch lebt! Seht mal, wer euch seit über einem Jahr aus dem Weg geht, nur weil er den Tod des Ehemannes nicht verwunden konnte!"

So schwunghaft und zynisch ihre Stimme gerade auch noch war, mit einem Mal wurde sie nun weicher. Sie klang deprimiert.

„Hier bin ich …. die Hexe, die euch eigentlich hätte beschützen und helfen sollen... weil ihre Freunde sie für stärker hielten als sie tatsächlich war. Du hättest mich tot lassen sollen..."

Es brauchte keinen Hellseher, um zu wissen, dass der letzte Satz an Dumbledore gerichtet war und nicht mehr zu ihrem Versuch einer Erklärung gehörte. Sie sah vom Grab weg in die Ferne als plötzlich ein für Harry sehr vertrauter Gesang ertönte. Es war Fawkes, der am Himmel über ihr kreiste und nun zu ihr herabsank. White sah ihn überrascht an aber der Phönix war weder zurückgewichen, noch wieder weggeflogen. Stattdessen blieb sein fester Blick an der Hexe haften und sie lächelte plötzlich zärtlich.

„Du bleibst also bei mir?" fragte sie leise und mit liebevollem Blick auf den Phönix gerichtet. Er senkte seinen Kopf zur Seite.

„Danke, Fawkes."

Sie wandte sich zurück an das weiße Grab und runzelte grimmig die Stirn.

„Okay, allerdings muss ich noch jemanden miteinbinden. Ich weiß, dass mein Vorgehen nicht akzeptiert wird, aber – die Geschichte darf sich nicht noch mal wiederholen."

Das Bild verschwamm erneut und als nächstes befanden sie sich im Zaubereiministerium. Die Geschichte darf sich nicht noch mal wiederholen?! Welche Geschichte?! Harry war verwirrt. Sie fanden sich vor einer Bürotür, das den Namen Kaylar Steward als Inhaber auswies. White atmete tief durch, dann klopfte sie.

„Herein," rief eine weibliche Stimme. White öffnete die Tür, trat in das Büro und schloss sie hinter sich wieder. Im Zimmer stand eine Hexe, die Harry als diejenige erkannte, mit der White bei Hagrid und Yuno in der Hütte aufgetaucht war. War sie nicht jemand sehr Hohes in der Mysteriumsabteilung? Steward sah White irritiert an und hatte gerade den Mund geöffnet, da hatte White zuerst gesprochen.

Pausare."

Steward hielt inne als wäre sie von einem Schlag getroffen worden. Sie schluckte, wankte, ihre Augen verdrehten sich nach innen und sie fiel zu Boden. White hatte ihren Zauberstab auf sie gerichtet und Harry sah wie Steward sehr langsam und weich zu Boden glitt. White schritt zu ihr rüber und kniete sich zu der ohnmächtigen Gestalt hinab.

Reconflaris," sagte sie mit einer Berührung der Zauberstabspitze an Steward. Die Augen öffneten sich vorsichtig wieder und sie rührte sich zaghaft. Harry zuckte zusammen als er komplett dunkle Augen vor sich erblickte. Das was sich bei einem normalen Menschen üblicherweise von der Korona unterschied war bei dieser Hexe nun komplett schwarz. Sie drückte sich auf und musterte White intensiv.

„Es tut mir leid," sagte White sanft und hatte ihrem Gegenüber die Hand gereicht. Steward nahm es an und ließ sich von der Hexe wieder aufziehen. Sie war noch immer etwas unsicher auf den Beinen und stützte sich am Schreibtisch ab.

„Du -" stotterte Steward schwach und versuchte unter großer Anstrengung ihre Fassung zurückzugewinnen.

„Ich weiß, wir hatten versprochen es nicht zu tun und dich in deinem neuen Leben in Ruhe zu lassen. Ich weiß auch, was ich gerade getan habe und mit was für einer Bürde all das bei dir verbunden ist, aber Ich brauch deine Hilfe," sagte White, jedoch mit festem Blick. „James ist tot."

„..." So verärgert wie Steward bis eben auch noch ausgesehen hatte, mit diesem einen Satz hatte sich ihre Haltung und ihr Ausdruck verändert. Harry sah ihr an, wie getroffen sie von dieser Nachricht war und wie sehr der Tod seines Vaters ihr offenbar ans Herz ging.

„Es war Voldemort," fuhr White fort, wissend, dass sie nun die volle Aufmerksamkeit und wohl auch Wohlwollen ihres Gegenübers erreicht hatte. Steward schüttelte niedergeschlagen den Kopf und blickte zu Boden. Einen Moment lang herrschte Stille, dann sah sie wieder auf und Harry zuckte erschrocken auf. Ihre Augen waren nun strahlend, sehr übertrieben strahlend, blau. Er hatte noch nie solch unnatürlich ausdrucksvolle Augen gesehen und es war fast gar ein wenig beängstigend.

„Hat er leiden müssen?" fragte sie und klang dabei sehr besorgt. Harry war sich sicher, dass diese Hexe seinen Vater auch gekannt und womöglich auch gemocht hatte. Zumindest ließ ihre Reaktion ihn das glauben. Aber auch sie sagte ihm nichts. Er hatte sie weder auf Fotos gesehen, noch je vorher getroffen.

„Ich weiß nicht, was an dem Abend kurz vor seinem Tod passiert ist," antwortete White ernst. „Sein Tod selbst kam durch den Todesfluch."

„Ich verstehe," sagte sie und nachdem sie einmal tief durchatmete wandte sie sich ihrem Gegenüber wieder zu. „Okay. Ich bin dabei... Was jetzt?"

White nickte zufrieden.


Als er wieder zu sich kam, befand er sich alleine auf seinem Umhang. Das Lagerfeuer war aus und es war bereits morgen.

„Guten Morgen," sagte Jimá mit einem liebevollen Lächeln. Sie saß direkt neben ihm mit den Beinen angewinkelt und ihre Brust an ihren Knien gelehnt.

„Morgen," sagte er gleichfalls. Er drückte sich auf als sie sich ihm ebenfalls zuwandte. „Wo sind Professor White und Brian?"

„Professor White war nicht da als wir aufwachten. Brian ist sie suchen gegangen. Ist etwa 10 Minuten her. Wie geht's dir?"

Harry hatte darüber nachgedacht ihr von der Erinnerung zu erzählen, beschloss dann aber, dass er sein Versprechen gegenüber White nicht brechen sollte. Sie würde es herausbekommen und das Letzte, was er wollte, war ihr ein Grund zu geben ihm den Kopf endgültig abreißen zu wollen. Außerdem war irgendetwas in ihm, dass ihr nach diesen Erinnerungen vertrauen wollte und daran glaubte, dass ihre Absichten mit seinen vereinbar waren.

Er wollte sich gerade aufrichten, da kam das heftige Ziehen an seinem Arm erneut zurück.

„Es brennt immer noch, nicht wahr?" fragte Jimá besorgt. Harry nickte und biss seine Zähne zusammen, um das eklige Zucken zu ertragen. Er hoffte, dass es im nächsten Moment wieder verschwinden würde und er hatte Glück. Das tat es.

„Das an meinem Arm. Was war das für ein Fluch, den Snape auf mich angewandt hat?"

Jimá sah nicht aus als ob sie ihm das sagen wollte und so streckte und reckte er sich, um wenigstens seinen Körper wieder einigermaßen zu fühlen.

„Habt ihr endlich mit ihr reden können?" fragte er stattdessen, um zu zeigen, dass es für ihn in Ordnung war, wenn sie es nicht sagen wollte. Dann würde er eben White oder Brian darauf ansprechen. Seine Schwester schüttelte den Kopf.

„Vielleicht Brian jetzt, wenn er sie findet. Allerdings ist sie sehr talentiert darin uns zu ignorieren, obwohl wir sie direkt ansprechen."

„Alle wach, wie ich sehe."

Die beiden wandten sich zur Seite als sie White's Stimme hörten. Brian stand neben ihr und sah beide mit einem Ausdruck im Gesicht an, der ihnen sofort verriet, dass er White zwar gefunden, ein Gespräch mit ihr aber wohl wieder nicht stattgefunden hatte. Jetzt, wo Harry diese Erinnerung kannte, konnte er ihre Haltung eher nachempfinden und fand die Situation zwischen ihnen allen einfach nur traurig. Wenn er doch nur wüsste, was er tun könnte, um ihre Meinung zu ändern, denn er war sich sicher, wenn sie erst mal mit Jimá und Brian sprach, so würde es sich zwischen ihnen schnell einspielen.

„Dann können wir ja aufbrechen. Hier befindet sich noch etwas, das von uns gefunden werden sollte."

Und so brach die kleine Gruppe schweigend auf eine weitere Suche auf.