Nächstes =)


Review:

Mannequin: Hello =)

Hm, jah, ich bin schon ganz froh über den Yaris. Der hat schon so einiges mit mir mitgemacht als Fahrerin XD Ist schon angenehm, wenn man nicht so oft damit zur Werkstatt muss.

Yap ^^ Sehr viel mehr. Oft eigentlich als Notenausgleich, um ne schlechtere Note durch ne bessere auszutauschen. Hatte nur nicht bemerkt, dass es 30 LP mehr waren. Ob es das alles am Ende wert war, weiß ich nicht... Vielleicht hätte ich weniger einbringen sollen, dann wäre das Zähneknirschen vll weniger gewesen Öö Aber das kann ich erst sagen, nachdem ich die ersten Bewerbungsgespräche hinter mir hab und wirklich keiner nach den Noten guggt.

Hm... das gute in Xing ist, dass bei den Stellenangeboten direkt dran steht, ob sie Berufseinsteiger oder mit Berufserfahrung suchen. Bei ersterem kann ich dann ein wenig beruhigter sein und gibt zum Glück auch da einiges für Informatiker. Ich wäre momentan auch mit einem befristeten Vertrag zufrieden =/ Ich mein, ich weiß, ihr habt schon alle recht, dass man sich an alles gewöhnt und aller Anfang ist schwer, aber das macht es gerade nicht weniger beängstigend.

Hihi, jaah, ich glaub, so mancher (mich eingeschlossen) hätte gern noch mehr als die 7 Bücher gehabt. Man hätte bestimmt selbst nach Voldemort noch schöne Geschichten mit Harry schreiben können oder einen anderen Gegner einführen und eine neue, vielleicht kürzere, Reihe machen können. Aber jeder Autor ist da halt anders und ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie schwer es für Rowling gewesen sein musste, mit ihrem Buch ein solchen Erfolg zu haben, der ihr bestimmt mehr Angst einjagte als freute. Ich glaub nämlich, sonst hätte sie sich mehr Zeit zum schreiben der letzten zwei Bücher gelassen. Ich hab erst vor kurzem mitgekriegt, dass HP für einige Zeit in Amerika sogar auf dem Index dort stand und verboten war ÖÖ

Hehe, gut, erinnere ich mich dann doch richtig. Ja, ich glaub auch, dass Mr und Mrs Weasley Harry mit offenen Armen in der Familie begrüßen würden bzw es hier auch tun.

Ursprünglich hatte ich hier eine ellenlange Erklärung stehen, aber das hörte sich irgendwie viel zu merkwürdig für mich selbst an und dann kam mir die Idee! XD Ich lass es einfach Brian Harry erklären. Hoffe, das ist dann ein wenig nachvollziehbarer, warum er nicht bei Anna und Sirius bleiben konnte, Anna aber bei ihren eigenen Eltern. Ansonsten, noch mal fragen, büdde.

Nope, du hast alles richtig verstanden. Was hier fehlt ist die Information, dass James sein Versprechen an Kaylar gehalten hat und ihr ein Leben, ohne dass das Wissen der letzten Jahrhunderte sie belastete, ermöglichte. Ich hätte ihn nicht sterben lassen ohne dass er sein Wort hält =) Hätte ich sie hier nicht mehr aufgeführt, sondern Diana in diese FF übernommen, dann hätte James ihr ein komplett neues Leben ermöglicht, wie er es auch versprochen hat und Anna hatte sie natürlich nicht mehr zurückholen können. So ist es eine etwas abgeänderte Version, die ihr dennoch ermöglicht hat, wie Jilli, als normale Hexe zu leben. In ihrem Leben als Hexe hat Kaylar James jedoch nicht mehr kennengelernt, da sein Tod zu früh kam. Deswegen hat sie diese Nachricht auch überrascht.

An diesem Tag, der nach Buch 6 passierte, kam Anna zurück und hat die Beschwörung von James aufgehoben, um Kaylar wieder als gefallene Phowlyris zurückzuholen, damit aber hat Kaylar auch wieder alle schlimmen Erinnerungen von den Jahrhunderten davor und die haben die schönen Erinnerungen, die sie als Hexe gesammelt hat, überladen. Ich denk, sie hat schon von Harry und seinem Schicksal gehört, aber nahm es sich eben nie so zu Herzen oder hat sich die Namen nie sonderlich gemerkt, nachdem sie eine normale Hexe war.

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 17 – The dead and the livings III

Inmitten ihrer Wanderung fragte Harry der neugierdehalber (und weil kein anderer ein Wort sprach, denn White schien die Stille gut zu dulden und Brian und Jimá tauschten immer wieder lediglich kurze Blicke als ob sie sich gegenseitig damit auffordern wollten etwas zu sagen. Am Ende tat es keiner von beiden.) was sie genau suchten und ob es etwas mit dem durchsichtigen Relikt mit dem grünen Rauch zu tun hatte, was die andere Gruppe gestern besorgen konnte.

„Diese Relikte, die wir suchen, nennt man Nebel der Schutzmagie," teilte White ihm sehr zu seiner Überraschung mit. Er hatte mit mehr Widerstand gerechnet und größerer Anstrengung von seiner Seite, um etwas Erfahrung zu bringen. Dass White ihm das nach einer bloßen Frage erzählte, hatte ihn fast ein wenig überrumpelt und nun fand er sich in der selben Situation wie auch seine beiden Freunde. Er ging irritiert und schweigend neben White her, während sie weiter davon erzählte und so tat als wäre die Stimmung zwischen ihnen allen absolut nichts ungewöhnliches.

„Große Zauberer erstellten diese aus ihrer eigenen Magie, um Personen, Orte, Dinge oder andere Kreaturen zu schützen, die ihrer Meinung nach den Schutz benötigten und haben sollten, selbst wenn sie nicht mehr da waren. So haben Gryffindor, Slytherin, Hufflepuff und Ravenclaw solche Relikte erstellt, um ihre Schule, Hogwarts, in sehr finsteren Zeiten zu schützen, wenn sie nicht mehr da sind und auch die Magie der anderen dazu nicht ausreichen sollte.

Xerchia, ein ebenfalls sehr großer Zauberer, einige Generationen nach den vier großen Gründer von Hogwarts, hat auch ein solches Relikt aus seiner Magie erstellt – und es gibt noch mehrere weitere Zauberer und Hexen, die eine solche Schutzmagie hinterlassen haben. Diese Relikte sind alle über Iargrove verteilt, weil dies der einzige Ort ist, der magisch neutral genug ist, um sie solange wie es nötig ist, sicher zu halten."

„Und wozu brauchen wir jetzt diese Relikte?!" fragte Harry verwirrt.

„Hogwarts war bisher stets geschützt durch Dumbledore's Magie. Aber Dumbledore ist tot. Um die Schule auch weiterhin noch zu schützen, bedarf es nun diesen Nebels."

„Wenn diese Bälle so mächtig schützen, wieso haben andere sie dann noch nicht entwendet?!"

White verzog eine Fratze, während Brian gluckste.

„Man findet die Bälle nicht einfach so, Harry," antwortete er für die Professorin. „Um an sie ranzukommen bedarf es ebenfalls sehr viel Geschick und Wissen und so ganz ohne sehr viel Magie zu benutzen geht es auch nicht."

„Und wenn man den Zweck bedenkt, war es für viele nie interessant genug, um so viel Mühe auf sich zu nehmen," fuhr White fort. „Ich weiß, woran du denkst, Harry. Aber Voldemort hätte sich selbst angreifbar gemacht, wenn er diese Schutzzauber für seine Horkruxe hergenommen hätte. Es wäre für seine Feinde doch sehr auffällig gewesen, wenn er bestimmte Gegenstände mit einem so starken Schutz versah, wenn nicht mehr dahinter stecken würde und er hat genug andere Flüche angewendet, um ihre Unversehrtheit zu garantieren.

Außerdem dienen die Schutzzauber nur dazu schwarze Magie abzuwenden, nicht aber weiße Magie. Man greift etwas nicht an, wenn man weiß-magisch ist. Allein die Gier, das dunkle Verlangen nach Macht ist das, wovor man die Unschuld schützen möchte. Das hätte ihm noch weniger gebracht, denn seine Feinde sind zum größten Teil Nutzer der weißen Magie. Seine eigenen Todesser und Verbündete würden es nie wagen ihn selbst anzugreifen."

Er nickte nachdenklich. Gut, irgendwie machte das tatsächlich Sinn.

„Und welches Relikt suchen wir hier?" Nachdem Brian das Wort Ball so übertrieben betont hatte, glaubte Harry zu wissen, woher White's Stirnrunzeln kam und beschloss zum geläufigerem Wort zurückzukehren. Wenn sie ihn schon mitkommen ließ, wollte er nicht durch pöbelhaftige Aussprache glänzen.

„Gryffindor's," sagte White. „Die andere Gruppe hatte Slytherins und sucht nun nach Hufflepuff. Brian und Jilli haben das von Ravenclaw und nur Gryffindor wäre so mächtig sich eines eigenen Ortes in Iargrove zu bemächtigen, um sein Relikt hier zu verstecken. Das ist der Grund, warum du mitkommen solltest. Neben der Suche selbst, geht es auch leichter wieder raus, wenn jemand dabei ist, der sein Blut in sich trägt."

„Was ist mit Jimá?"

„Ich glaub nicht, dass Gryffindor je dachte, dass einer seiner Nachfahren ein Ponesterbaby aufnimmt."

Harry tauschte einen Blick mit seiner Schwester aus, aber sie zuckte nur die Schultern und schmollte leicht, was zeigte, dass es schon okay für sie war. Sie lebte schließlich nicht seit gestern mit dem Wissen, keine ganz normale Hexe zu sein. Sie hielten schließlich an einer Weggabelung an und White beobachtete angestrengt und sehr in sich gekehrt die Gegend um sie herum. Ein Blick zu Brian und Jimá und er verstand, dass dies für sie normal gewesen war und sie immer noch angestrengt den Mut dazu suchten, um endlich mit White richtig zu reden.

„Vielleicht, sollten wir eine Pause machen?" schlug Jimá leise vor. Was folgte war genau das, was sie damit wohl nicht bezweckt hatte.

„Ihr bleibt hier und ruht euch aus. Ich erkunde die Gegend. Haltet euch bedeckt und bleibt auf der Hut. Die Todesser könnten immer noch in der Nähe sein."

„Aber -"

Es machte PLOPP und White war weg. Jimá hatte White traurig nachgesehen, Brian hingegen schüttelte deprimiert den Kopf.

„Man kann hier apparieren?" stellte Harry überrascht fest.

„Innerhalb dieses Gebietes, yup," erklärte Brian. „Der Grund, warum wir auf der Hut sein sollten. Ich dreh mich ungern mit der Verletzung hier um und bin von dutzenden Todessern umringt."

„Ich hätte nicht vorschlagen sollen eine Pause zu machen," sagte Jimá enttäuscht und setzte sich auf einen Felsvorsprung an einer Felswand nieder. „War ja klar, dass sie uns aufteilt und verschwindet. Toll gemacht, Jimá. Von allen Sätzen, die ich hätte wählen können, nehme ich genau den, der sie schön weit wegjagt."

„Mach dich nicht fertig, Jimmy."

„Ich sagte doch, du sollst mich nicht so nennen!.. Wenn dann Jilli."

„Sicher? Hast du dich nicht umbenannt von Jilli?"

Dumbledore hat mich umbenannt," wiedersprach sie jedoch.

„Na guuuuuut," sagte Brian augenrollend. „Dann eben Jilli. Was denkst du, Harry?! Können wir uns wirklich umgewöhnen?"

„Du glaubst doch nicht tatsächlich, dass es eine Rolle für mich spielt ob sich jemand daran gewöhnen kann oder nicht?!" zischte sie empört.

„Na guuuut," wiederholte Brian. „Dann eben Jilli."

Er setzte sich neben Jilli auf einem Felsvorsprung, warf Harry einen Blick zu und zwinkerte grinsend. Harry verstand, dass Brian das mit Absicht getan hatte, denn er glaubte gleichfalls, dass Jilli einen Schubs brauchte, um manche Dinge zu tun, die ihr eigentlich am Herzen lagen. Harry glaubte selbst nämlich auch, dass es ihr nicht gut tat manchmal Jimá und manchmal Jilli genannt zu werden und nach der Erinnerung, die sie ihm gezeigt hatte, war er sich auch sicher, dass es nicht ihr eigener Wille war sich umzubenennen und doch sehr an ihrem Geburtsnamen hing. Das war nichts gegen ihre Großmutter. Es war eher ein Zeichen, wie viel ihre Eltern ihr tatsächlich bedeuteten, denn wie White auch gerade noch mal klar stellte. Selbst ein so großer, mächtiger und gutherziger Zauberer wie Godric Gryffindor hätte nie damit gerechnet in seiner Blutlinie ein Ponesterbaby vorzufinden. Harry mochte den Gedanken, zu was dies seine Eltern für ihn und seine Schwester machten.

„Harry?" sagte Brian schließlich und er wandte sich dem Freund sofort zu. „Apparier doch zu Professor White und hilf ihr bei der Suche. Ich kann mit dem Bein nicht sonderlich gut apparieren und Jilli könnte sie in Grund und Boden reden und von der Arbeit abhalten.."

„Nicht witzig," sagte sie zähneknirschend. Harry aber nickte lachend und apparierte.


White zu finden stellte sich als sehr einfach heraus, denn sie war nicht sehr weit appariert und irgendwie leitete ihn auch mehr ein Gefühl an diese Stelle, als dass er absichtlich den Ort angepeilt hätte. Sie war zwar verwundert ihn zu sehen, hatte das aber sehr schnell hinter sich gelassen und sich wieder der Suche zugewandt.

„Kann ich irgendwie helfen, Professor?" fragte er, weil er sich sonst schon sehr doof vorkam von ihr ignoriert zu werden und nur als Dekoration dazustehen. White beugte sich wieder auf und runzelte die Stirn. Er war sich nicht sicher, ob sie ihn ignorierte oder nicht gehört hatte oder gehört hatte und ihn dennoch ignorierte.

„Professor -"

„In welche Richtung würdest du normalerweise jetzt gehen?"

„Uhm," machte er irritiert.

„Uhm ist keine Richtung, Harry. Geh voraus und ich folge dir."

„Uhm, wirklich?"

„Die Magie Gryffindor's in dir wird dich leiten – Wenn du auf sie hörst."

„Hören?!"

White sah ihn mit finsterem Blick an und so hörte er auf etwas zu erwidern und schritt gehorsam voraus. Tatsächlich schritt sie hinter, statt neben ihm. Er wusste zwar nicht ob er sich gerade wirklich leiten ließ oder einfach nur dahin ging, wo es ihn gerade passte, aber er hatte keine Lust ihre Anweisung erneut in Frage zu stellen. Die Geduld hatte sie eindeutig nicht von Dumbledore geerbt.

Es verging eine ganze Weile in der er immer mal wieder die Richtung wechselte, einfach weil ihm gerade danach war, da hielt White ihn mit ihrer Hand an seiner Schulter an. Harry sah sie irritiert an, aber White schritt von ihm weg zu einem großen, dicken Baum rüber.

„Du bist gerade drei mal im Kreis gelaufen," teilte sie ihm mit ohne dabei ihren Blick vom Baum genommen zu haben. Er zuckte verwundert auf, denn das war ihm weder aufgefallen, noch fragte er, wie sie das bitte sehr bemerkt hatte, denn er war sich sicher öfters mal die Richtung gewechselt zu haben. Außerdem sah die Gegend überall gleich aussah. Als ob jemand wirklich ein Strauch vom anderen unterscheiden könnte, wenn einer genau aussah wie der andere...

„Auch die kleinste Kleinigkeit von zwei für das Auge gleich Aussehende zu unterscheiden, könnte in einem Duell, in der sich zwei sonst Ebenbürtige gegenüberstehen, der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Oder, was für uns das Wichtigere ist, der Unterschied zwischen Leben und Tod von Unmengen von Unschuldigen."

Harry verzog verärgert eine Grimasse. Ihr Talent immer auf seine Gedankengänge belehrend einzugehen ging ihm langsam aber sicher auf die Nerven. White senkte niedergeschlagen das Haupt und seufzte sehr leise, als ob sie auch dieses verächtliche Gefühl von ihm direkt gefühlt hätte.

„Hast du es nicht auch satt, ständig zu sagen: Hätte ich doch nur? Hätte ich doch nur Dumbledore vorher von Snape's Boshaftigkeit überzeugen können, er wäre vielleicht noch am Leben? Hätte ich doch nur vorher den Pokal angefasst, Cedric Diggory würde noch leben. Hätte ich doch nur auf Dumbledore gehört und mein Geist verschlossen. Sirius würde noch hier."

So erbost er darüber war, dass sie all das Vergangene wieder aufwärmte, sie hatte auch recht. Sie sprach nur das aus, was er immer noch fühlte und was ihn immer noch quälte, sobald es wieder an die Oberfläche kroch.

„Was vergangen ist, ist vergangen, Harry. Du kannst das nicht ändern, was bereits passiert ist. Was du ändern kannst ist das, was noch passiert. Du kannst verhindern, dass es einen nächsten gibt, für dessen Tod du dich verantwortlich fühlen wirst. Nehme den kleinsten Unterschied wahr, um im Duell mit Voldemort zu sehen, wann du einen Zauber benutzen solltest, um zu parieren – und wann du seinen Angriff nutzen kannst, um deinen Zauber, den du benutzen möchtest, zu stärken."

Nun war er irritiert und runzelte die Stirn. Ging so was denn?!

„Dies gehört zu den Dingen, die du erst mit der Zeit an Erfahrung gewinnst und dir in der Schule nicht beigebracht wird. Allerdings bekämpft man in der Schule normalerweise auch nicht bereits einen Zauberer wie Voldemort. Es ist also nötig deine Ausbildung zu beschleunigen und dir das zu lehren, was du sonst erst später durch Erfahrung gewinnen würdest."

Harry nickte verstehend. Wieder war es für einen Moment leise, dann sah White zur Seite.

„Wenn es dir frei stände, welchen von diesen Bäumen hier würdest du bevorzugen?"

Sie deutete auf eine ganze Reihe von Bäumen, die in ihrer beider Nähe standen, aber für ihn sahen sie wie auch schon die ganze Gegend auch schlichtweg gleich aus.

„Uhm," machte er erneut verwirrt. White lächelte mild.

„Betrachte die beiden Bäume eine Weile lang. Sieh dir an wie die Blätter im Wind rascheln. Ihre Bewegungen. Unterscheidet sich eines von dem anderen?"

Harry sah jeden der Bäume an, immer wieder sah er von einem zum anderen, betrachtete die Blätter. Er fühlte den Wind an sich vorbei ziehen, sah wie sie sich in dem Zug bewegten, aber ein Unterschied feststellen?! Für ihn bewegten sie sich gleich – Nein! Doch nicht! Irrte er sich oder wechselten manche Blätter des einen Baumes ihre Farbe?! War es wirklich rötlich? Oder gar golden? Er war sich nicht sicher. Vielleicht bildete er es sich auch nur ein? Versuchte etwas zu sehen, was gar nicht da war? Er sah wieder alle anderen Bäume an, doch deren Blätter blieben grün. Er sah unsicher zurück zu dem letzten Baum, um sich noch mal seine Blätter anzusehen. Er hatte sich geirrt. Sie waren nun auch grün – Nein! Da! Eines war wieder rot. Gold. Oder?! Harry, sah zurück zu White.

„Der Baum dort, die Blätter scheinen die Farbe zu wechseln. Rot oder gold, glaube ich."

Sehr zu seiner Verblüffung lächelte White zustimmend.

„Gryffindor's Magie, welches in dir fließt, fühlt sich von dem Baum angezogen. Dieses Farbenwechsel ist ein Zeichen, nur erkennbar für diejenigen, in denen seine Magie fließt. Macht das Suchen erheblich einfacher. Die Suche nach dem Nebel von Slytherin dauerte erheblich länger."

„Wo ist der Nebel?" fragte Harry verwirrt. White war auf den Baum zugeschritten, hatte den Zauberstab in die Höhe gerichtet und galant geschwungen. Im nächsten Moment sah Harry den gläsernen Ball mit dem roten Nebel in ihre linken Hand herabfallen und kam nicht umhin noch irritierter zu sein.

„Da war es nur noch einer," sagte sie amüsiert und steckte das Relikt in den Umhang. Harry war immer noch verwirrt, White bemerkte das Gefühlschaos in ihm und begann ihn mit prüfendem Blick zu mustern. Als er dies bemerkte sah er erwartungsvoll auf. Vor kurzem hätte er noch WAS geplärrt, weil es ihn aufregte, wenn sie das tat. Jetzt gerade regte es ihn irgendwie nicht mehr auf. Er war lediglich neugierig, was in ihr vorging.

„Ich spüre, dass sich etwas in dir verändert hat. Sehr stark verändert hat, um genau zu sein. Ist es, wegen dem, was du gesehen hast?"

Es war eine Frage, die ihn gerade überrumpelte und er wusste auch nicht, darauf zu reagieren. White hatte ihn betrübt angesehen.

„Ich spüre White Breath in dir sehr stark. In deiner Aura hat sie Überhang genommen. Dark Breath dagegen ist kaum mehr zu erkennen. Als ich zurückkam, schwor ich mir selbst dir zu helfen das Gleichgewicht beider Magien zu finden. Ich kam zurück in dem Wissen, dass du keine Patentante mehr brauchst. Du warst so gut wie volljährig, kamst all die Jahre auch ohne mich aus.

Nein, du brauchtest keine Patentante, die in deinem Leben nach so langer Zeit auftauchte und dich schützte, wo du gut in der Lage warst selber auf dich aufzupassen. Was du brauchtest war ein Mentor. Jemand, der dir das beibrachte, was du selbst nur unter großer Mühe hättest selber erlernen können. Ich war mit James zu nachsichtig. Er war mein bester Freund und ich wollte glauben, dass seine Kontrolle genug war, obgleich ich spürte, dass es nicht stimmte.

Denselben Fehler wollte ich bei dir nicht tun und doch bin ich wieder dabei. Ich lasse zu, dass dieses Ungleichgewicht in dir herrscht, weil ich es gerne sehe, wenn es euch allen gut geht."

Sie wandte sich von ihm ab und wollte gerade wieder gehen, da platzte es aus Harry einfach heraus. Nicht, weil er darüber nachgedacht hatte oder weil es sich diese Worte zurecht gelegt hatte. Es war einfach das, was er fühlte.

„Ich hätte beides gebraucht."

White blieb wie gefesselt stehen und sah zu ihm zurück. Zum ersten Mal hatte er ein vertrautes Gefühl, wenn er sie ansah. Eines, dass er vorher sonst nur bei Sirius und Remus hatte.

„Eine Patentante und einen Mentor."

Beide sahen einander tief in die Augen und obgleich es ihm plötzlich unangenehm war, das so ehrlich einfach ausgesprochen zu haben ohne vorher nachzudenken, was es für Folgen haben könnte, war etwas in ihm auch erleichtert. Denn nun gab es zumindest die Möglichkeit, dass sich etwas auch veränderte.

Binnen einer Sekunde hatte sich plötzlich ihr Ausdruck verändert und Harry schreckte zurück als sie finster zur Seite sah. Er verstand nicht wieso und wollte gerade fragen, was los sei, als White mit einem PLOPP verschwand.

„Professor White?!" rief er verwundert, aber sie erschien nicht wieder. Er apparierte etwas in der Gegend herum, aber egal wo er wieder heraus kam, weit und breit keine Spur von der Hexe. Am Ende beschloss er zurück zu Brian und Jilli zu apparieren.

Kaum, dass er dort auftauchte, wünschte er sich, er hätte das nicht getan. Um ein Haar hätte ihn ein Fluch erwischt, wenn ihn nicht jemand gerade noch rechtzeitig zu Boden gezerrt hätte.

„Was zum Henker?!" rief Harry entsetzt und erst jetzt verstand er, was eigentlich los war. Brian hatte ihn zu Boden gerissen, Jilli lehnte verletzt und schwächelnd an einem Baum in ihrer Nähe und White duellierte sich mit – einer Phowlyris?!

Harry zuckte erschrocken zusammen. Er hatte noch nie eine richtig vor sich gesehen, aber er erinnerte sich an die Aufzeichnungen und diese hier hätte diesen Bildern nicht ähnlicher sein können. Er wollte gerade aufstehen und helfen, da hatte er Brian aus Versehen angerempelt, welcher direkt ächzend zu Boden ging. Harry bemerkte, dass er auch verletzt war. Schlimmer noch als vorher. Blut tropfte an der Schläfe die ganze Seite entlang hinab als wäre er vorher mit dem Kopf gegen einen Felsen aufgeprallt.

„Ich bin okay," keuchte Brian. „Hilf Professor White."

Harry nickte, sprang auf und rannte zu dem beiden Duellierenden rüber. White schien eigentlich gut mit der Phowlyris klar zu kommen und er wollte diese gerade mit dem einzigen Fluch, den er kannte angreifen, da passierte das, was er niemals erwartet hätte. White hielt mitten im Duell inne, als hätte sie plötzlich vergessen, welchen Fluch sie eigentlich anwenden wollte.

Die Phowlyris stieß ihren Arm mit der gespreizten Handfläche gerade aus vor sich und obwohl die Phowlyris White zugewandt war, war der erzeugte Sturm stark genug, um auch Harry von den Füßen zu reißen. Es dauerte wie es ihm vorkam eine halbe Unendlichkeit. Er versuchte sich aufzurichten, zu sehen, was vor sich ging, aber es fühlte sich an als ob ihn gerade lauter Pferde wieder zurück auf den Boden zu trampeln versuchten. Er spürte weder seine Hände, noch Beine, noch sonst etwas an seinem Körper.

Er hörte jemanden schreien, aber es klang zu dumpf als das er hätte sagen können von wem der drei Frauen es kam. Der Gedanke, dass gerade etwas passierte, ohne, dass er etwas dagegen tat, quälte ihn Stück für Stück so sehr, dass er krampfhaft seinen Zauberstab umklammerte, sich mit aller Kraft so aufstieß, um gerade aus blicken zu können und den Zauberstab auf die Phowlyris richtete.

Diese stand aufrecht und fest an derselben Stelle wie zuvor als hätte sie nicht mal eine Schramme abbekommen und Harry schrie aus voller Kehle den einzigen Zauber, den er gegen diese Kreatur gelernt hatte.

Procella!"

Der Sturm endete von einem auf den anderen Moment und Harry richtete sich unter Anstrengung wieder. Er fühlte sich stumpf, gar halb erfroren, aber er konnte sich wieder rühren und das war die Hauptsache. Ohne zu zögern suchte er wieder nach der Phowlyris, die durch den Fluch zur Seite gestoßen wurde, doch er fand sie nicht mehr, egal wohin er blickte. Jilli lehnte noch immer am Baum, Brian lag noch immer am Boden, White -

„Professor White!" Ohne zu zögern stürzte er zu ihr rüber und fiel zu ihr hinab. Sie kniete und stützte sich mit den Knien und einer Hand vor dem freien Fall ab. Ihre rechte Hand lag auf ihrer Brust, Blut sickerte zwischen ihren Fingern hindurch, aber nicht nicht nur da. Es tropfte an ihrem Ärmel herab, an ihrem Mundwinkel, an ihrer Seite. Er sah es förmlich überall am Boden um sie herum und das war es, was die Panik in ihm entfachte.

Auf einmal spürte er es. Die Sorge, große Angst, denn genauso schwach war Dumbledore kurz vor seinem Tod gewesen und er wurde ermordet, weil er so schwach war und sich nicht wehren konnte. Was, wenn sie nun dasselbe Schicksal gleich erleiden würde? Der Gedanke war für ihn unerträglich geworden.

„Professor White, was soll ich tun?!" sagte er eilig und verstärkte den Griff um seinen Zauberstab. Egal, was sie gleich sagte, er würde es tun. Er würde jeden Zauberspruch benutzen, den sie ihm mitteilen würde. Er würde kämpfen und jeden Fluch benutzen, egal was sie von ihm forderte.

White keuchte in ungleichmäßigen Zügen und auf einmal beugte sie ihren Kopf auf. Sie stieß ihn zur Seite und er fand sich plötzlich auf dem Boden wieder. Harry verstand zuerst nicht was los war, dann aber hatte sie sich bereits vor ihm aufgebaut und den Zauberstab auf eine Person vor ihnen gerichtet. Sie war nicht ganz so fest auf den Beinen, wie der Feind, aber ihr Blick und ihre Haltung zeigten dennoch ihre Entschlossenheit.

Harry zuckte entsetzt zusammen, hatte er die Phowlyris doch weder bemerkt, noch gehört wie sie überhaupt wieder aufgetaucht war. Er merkte nun auch, dass ihre Augen komplett schwarz waren, so wie die, die er bei Kaylar Steward in White's Erinnerungen sah... Es war der womöglich unmöglichste Moment für diesen Gedanken, zumal sie Auge in Auge mit dem Feind standen, aber Harry fiel es dennoch ein: War Kaylar Steward eine Phowlyris?

Auf einmal wandten sich diese tiefschwarzen Augen ihm zu und verursachten ein ergreifend, inniges Gefühl, was er bis dahin noch nie zuvor erlebt hatte. Furcht nahm sein Herz ein und Harry rutschte unweigerlich zurück gerade als White erneut ein Schritt zur Seite trat und ihn damit halb verdeckte.

„Wage es ja nicht," donnerte sie herrisch und prompt wandte sich die Phowlyris von Harry ab und wieder der Hexe zu. „Wenn du ihn auch nur noch mal ansiehst, verspreche ich, werde ich all die mir verbleibende Kraft dazu einsetzen, damit du dieses Mal für immer erblindest."

Die Phowlyris lachte höhnisch.

„Das würdest du ja doch nicht tun. Du könntest dadurch sterben."

„Willst du es wirklich auf ein Versuch ankommen lassen?" entgegnete White mit festem Blick und sie stand längst nicht mehr so wackelig auf ihren Beinen, wie es all ihre Wunden mutmaßen lassen würden. Harry hielt für einen Moment die Luft an, panisch was nun passieren würde. Er sah am Ausdruck der Phowlyris, dass White sie mit ihren Worten getroffen hatte, auch wenn er nicht verstand, was sie damit genau meinte. Hatten die beiden schon mal eine Begegnung? Es hörte sich so an und auch, dass White damals einiges geleistet haben musste, wenn die Phowlyris Angst von ihren Worten bekam.

Brian und Jilli hatten sich genauso wenig gerührt, wie White und die Phowlyris. Harry fühlte dasselbe wie an jenem Abend als Dumbledore starb, dasselbe wie an dem Tag an dem er zusah wie Sirius durch den Schleier fiel und aus seinem Leben verschwand. Er hatte seinen Griff, um seinen Zauberstab verstärkt, bereit den Fluch erneut auf die Phowlyris anzuwenden. Egal, was es ihn kosten würde, aber er war bereit dazu.

So hart wie White und die Phowlyris einander auch gerade eben noch ansahen, für einen winzigen Augenblick hatte sich der Ausdruck auf dem Gesicht der Hexe verändert. Als wäre ihr in diesem Moment etwas wichtiges aufgefallen. Nur eine Sekunde später war es wieder verschwunden und sie hatte wieder den harten Blick auf ihren Gegenüber gerichtet.

Mit selbstherrlichem Blick schnaubte die Gegnerin schließlich auf, drehte sich um und verschwand, so wie Harry es einmal in Dumbledore's Erinnerung gesehen hatte, durch eine unsichtbare Tür oder Spalt in der Luft. Erleichtert atmete er einmal tief durch. Sie waren alle am Leben... Keiner war getötet worden. Er hatte keinen verloren...

„Anna!"

„Mum!"

Brian und Jilli's Stimme hatten die Angst zurückgebracht und er wandte sich sofort besorgt zur Seite. Die beiden waren hergeeilt und er sah, wie White wieder zu Boden gesunken war und sich erneut auf nur einem Arm stützte. Sie war blass, ihr Blick seltsam fest auf dem Boden fokussiert.

„Professor White," sagte Harry unsicher.

„Ich bin okay," sagte sie auf der Stelle. Doch weder Jilli, noch Brian oder Harry nahmen ihr das ab. Ihre Stimme klang zwar sehr gefasst, ihre Verfassung aber war alles andere als beruhigend.

„Lass mich helfen," sagte Brian und wollte gerade einen Zauber aussprechen, da hatte White sich jedoch aufgerichtet und war vorher von ihnen weggehumpelt.

„Anna!" rief Jilli flehend und alle drei waren gleichfalls auf die Beine gesprungen.

„Nein!" donnerte White genauso laut und herrisch, wie sie vorher bereits der Phowlyris begegnet war. Es war kalt und herzlos ohne jegliches, warme Gefühl. „Ich brauche keine Hilfe. Bleibt hier. Ich brauch etwas, um mich selbst zu heilen."

Sie humpelte von ihnen weg, setzte sich an einem Baumstamm auf die Wiese nieder, welches weit genug von ihnen entfernt war, und lehnte sich dort zum ausruhen an. Die drei sahen sich beunruhigt an, aber es war schließlich Brian, der den Kopf schüttelte.

„Komm, Jilli. Lass mich erst deine Wunde behandeln."

Sie nickte zögerlich und Harry sah mit bangem Blick, wie die beiden sich ebenfalls an einem Baum niederließen und der Freund die Wunde seiner Schwester heilte. Er selber sah zurück zu White, welche sich stets nur sehr zaghaft rührte, dennoch waren diese Bewegungen genug, um die kleine Gruppe wissen zu lassen, dass sie noch lebte und damit ein wenig, wenn auch nicht sehr viel, beruhigte.


Harry wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, aber Brian konnte Jilli's Wunden soweit heilen, dass ein Verband reichte, um ihre Blutungen zu stoppen und auch seine eigenen Wunden konnten sie zu dritt gut behandeln und verbinden.

„Toll," grummelte Brian während sie ihm einen Verband anlegten. „Wir haben den Nebel von Ravenclaw verloren."

„Daran hat keiner Schuld," beschwichtigte sie ihn jedoch, da er sichtlich geknickt deswegen war. „Es war die ewige Phowlyris. Keiner von uns kommt gegen dieses Wesen an."

„Wer ist das?" fragte Harry verwirrt, bemerkte aber direkt die verwunderten Blicke der beiden. „Was?"

„Hattet ihr Phowlyris nicht am Anfang des Jahres in Verteidigung gegen die dunklen Künste?"

„Err – jaah,, schon."

Jilli lächelte schwach, begann aber zu Harry's Erleichterung einfach zu erklären, statt darauf herumzutreten, dass er wiedermal nicht sehr gut aufgepasst hatte. Wäre Hermine hier, er wusste genau, sie hätte sofort alles runtergerattert was Remus im Unterricht auch nur ansatzweise erwähnte – und womöglich mehr, was sie noch aus Büchern herzog.

„Es gibt nicht mehr viele Phowlyris, wenige, von denen man überhaupt Kenntnis hat. Wir glauben nicht, dass viele von ihnen auf Voldemort's Seite kämpfen. Die ewige Phowlyris jedoch, so nannte sie sich selbst, ist die älteste Tochter der mittlerweile verstorbenen Königin der Phowlyris und tut genau dies. Sie hat sich damals, im ersten Krieg vor 20 Jahren, Voldemort angeschlossen und kämpfte auch an seiner Seite.

Phowlyris können ja nicht getötet werden. Wenn sie getötet werden, leben sie ewig. Sie nennt sich so, weil sie nicht dazu gezwungen wird, ewig zu leben, sondern es in ihrer eigenen Macht steht und ewig leben will.

Sie hat ihre eigene Familie verraten und im Hintergrund intrigiert, was dazu führte, dass sich fast jeder von ihrem Volk selbst entschlossen hat zu sterben. Sie war sehr gefürchtet, nicht nur, weil sie eine Phowlyris ist, sondern weil sie als die Tochter der Königin sehr spezielle Fähigkeiten besaß, gegen die Zauberer und Hexen allgemein machtlos waren.

Unsere Eltern und der gesamte Orden hatte einen harten Kampf mit ihr. Dadurch, dass die Phowlyris jahrelang keine Gefahr darstellten, gab es auch kein Grund sich ihnen zu entledigen. Es gab nur eine vor dieser ewigen Phowlyris, die eine Gefahr darstellte und diese wurde in einem Stein eingesperrt. Auf ewig. Und auch nur von Godric Gryffindor."

Harry's Ausdruck hatte sich grimmig verfinstert.

„Ja, genau," stimmte Jilli ihm zu, denn sein Gesicht sprach alles aus, was nicht gesagt werden musste.

„Aber Dumbledore und die anderen hatten es dennoch geschafft mit der ewigen Phowlyris zurechtzukommen. Sie haben es geschafft einen Fluch zu entwickeln, der sie erblinden ließ, woraufhin sie danach verschwand. Sie lebte zwar, konnte aber nicht mehr sehen und dadurch auch ihre Magie nicht mehr einsetzen. Niemanden mehr einnehmen und besitzen.

Der Krieg fand durch deinen Sturz von Voldemort sein Ende und sie verschwand gleichfalls von der Bildfläche.

Wieder aufgetaucht ist sie erst heute. Wir haben zwar all die Jahre damit gerechnet, dass sie wieder aufkreuzen könnte, aber Dumbledore hoffte, sie hätte aus dieser Lektion gelernt und würde sich für immer raushalten, statt so ein Schicksal erneut zu riskieren.

Hoffte, wohlgemerkt. Das bedeutet, er hat bereits damit gerechnet, dass es nicht eintreffen könnte. Ich denke, Professor White weiß, wie man mit ihr umzugehen hat. Sie spricht normalerweise keine leeren Drohungen aus."

Harry nickte verstehend, wenn auch nach wie vor irritiert. Von diesen Wesen zu lesen oder sie in Erinnerungen zu sehen war etwas anderes als schließlich tatsächlich direkt vor ihnen zu stehen und ihre Magie zu spüren. Selbst jetzt zitterte er noch von dieser Begegnung, denn das Gefühl, was der Sturm in ihm bewirkt hatte, das konnte er mit keinem anderen Gefühl vergleichen, dennoch hatte es ihn tief bis ins Mark erschüttert.

„Du solltest zu ihr gehen. Zu Professor White," sagte Brian, aber Harry sah ihn verwundert über diesen Vorschlag an.

„Ich?"

„Sie wird sich von mir nicht heilen lassen," erklärte der Freund deprimiert. „Angst, dass ich in ihre Erinnerungen sehen könnte. Du tust das ja bereits, also wird sie sich von dir eher helfen lassen."

„Ich weiß gar nicht, wie das geht. Heilen mit den dunklen Künsten..."

„Du musst sie nicht heilen," sagte Jilli mitfühlend. „Das tut sie schon selbst, aber aufpassen, dass sie sich nicht überanstrengt. Sie lässt dich eher an sich ran."

Da ihn beide zuversichtlich und aufmunternd ansahen und er wusste, wie besorgt sie dennoch um Professor White waren, weil er es selber irgendwie auch war, nickte er schließlich. Harry ging langsam und sehr vorsichtig zu der Direktorin rüber, sehr wohl in dem Wissen und auch der Erwartung, dass sie ihn gleich einen äußerst giftigen Blick zuwerfen könnte und wieder zu den anderen zurückschickte. Stattdessen aber näherte er sich ohne, dass sie ihn überhaupt wahrnahm.

„Professor White?" begann er vorsichtig, aber sie reagierte nicht. Sie starrte still zum Himmel. Harry setzte sich unweit neben ihr im Schneidersitz nieder und sah die Hexe umsichtig an. Er stellte fest, dass sie in der Tat die meisten ihrer Wunden selber geheilt hatte. Manche Wunden waren verschwunden, andere waren nicht mehr ganz so groß wie zuvor und bluteten auch nicht mehr. Ihr Zustand aber war wie vorhin auch sehr erschöpft und kraftlos gewesen.

Harry wusste nicht, was er sagen sollte oder ob er überhaupt etwas sagen sollte, aber White hatte ihn auch nicht wieder weggeschickt, obgleich er sich sicher war, dass sie ihn bemerkt und auch ein kurzen Blick zugeworfen hatte. Er entschloss sich bei ihr sitzen zu bleiben und zu schweigen, sie aber aufmerksam zu beobachten, um sicherzugehen, dass sie sich auch wirklich erholte.


Erneut war es Abends und Harry lag auf seinem Umhang am Lagerfeuer neben Jilli und Brian. White saß immer noch am Baumstamm unweit von ihnen entfernt, hatte Harry jedoch zum schlafen zu den anderen zurückgeschickt. Jilli war früher als sie eingeschlafen und ob White nun wach war oder schlief konnte keiner der beiden Jungs beurteilen, da alles was sie sahen ihr Rücken war. Die beiden Jungs lagen jeweils auf der Seite einander zugewandt und sahen einander aufmerksam an.

„Kannst du nicht schlafen?" fragte Harry leise. Einerseits wollte er seine Schwester nicht wecken, andererseits sollte White genauso wenig mitkriegen, dass die beiden noch nicht schliefen. Brian nickte.

„Du auch nicht, hm?"

„Nah, irgendwie... geht mir zu viel im Kopf herum. Kann ich dich etwas fragen?"

„Schieß los."

„Jilli hat mir zwar davon erzählt, aber – Ich versteh nicht genau, warum du nicht bei Professor White und Sirius sein durftest als er dich fand? Er hat dich doch sehr früh gefunden und... Sirius war doch noch nicht in Askaban? Und Professor White lebte doch auch noch? Jilli erzählte zwar etwas davon, dass Dumbledore meinte, die Nähe zwischen euch sei nicht gut für dich, aber, ich versteh das nicht. Was heißt das genau?"

Brian dachte ein wenig angestrengt nach, dann begann er zu schmunzeln und wandte sich zurück an Harry.

„Professor White ist auf dieselbe Weise wie ich geboren worden. Wusstest du das?"

„... Nein," sagte Harry irritiert und warf einen kurzen Blick zu White. Die Hexe hatte sich nach wie vor kaum gerührt und schien die kleine Gruppe auch immer noch nicht wahrzunehmen.

„Das ist der Hauptgrund, warum Dumbledore nicht wollte, dass ich meine Eltern zu früh kennenlerne. Sagte er mir jedenfalls als ich ihn darauf Jahre später ansprach. Meinte, weil die Magie in Professor White bereits durch eine solche Geburt viel zu intensiv und schwarz-magisch war, wäre es gefährlich für mich gewesen, bei ihnen zu sein. Egal, ob nun nur bei Sirius oder ihr und Sirius. Das hätte wohl keine Rolle gespielt, weil in dem Moment, in dem ich ihnen begegnet wäre, die Magie in mir verrückt spielen würde und ich als Kind noch nicht in der Lage gewesen wäre, es in den Griff zu bekommen."

Brian lachte kurz leise auf.

„Er hat sinnbildlich versucht unsere Situation anhand einer Eisschicht zu erklären. Sagte, wir ständen alle verteilt auf einer großen Eisschicht und diese könnte halten, weil sich jeder gut genug verteilt. Dabei ist das Gewicht einer Person gleichzusetzen mit der dunklen Magie, die in einem fließt. Und was diese dunkle Magie betrifft sind Professor White, Sirius und Ich bei einem Aufeinandertreffen, wie Yuno, Madame Maxime und Hagrid mit dem Gewicht auf einer Eisplatte."

Harry musste bei dieser Vorstellung nun ebenfalls grinsen.

„Jiah, genau," stimmte Brian ihm zu. „Ich wäre der Schwächste, könnte nicht schwimmen und wäre ertrunken."

„Aber ist Sirius nicht normal geboren worden?"

„Spielt keine Rolle. Sagte zumindest Dumbledore. Selbst wenn nur er und Ich damals aufeinander getroffen wären, wären wir zu Hagrid und Yuno mutiert. Das lag daran, dass Professor White zu viel schwarze Magie in sich trug, sich in mir vervielfacht hätte und meine Magie in sich implodieren würde, wenn ich auf meine Eltern treffe.

Als ich dann älter wurde und auf die Xerchia Akademie ging, hab ich mich mit dieser Problematik tiefer beschäftigt. Wollte wissen, was so schlimm daran ist, so geboren zu werden, wie ich oder Professor White. Gab ein paar richtig üble Bücher, die über die Effekte schrieben, welche bei anderen beobachtet wurden. Gab vor Hundert Jahren schon mal Versuche so ein Kind zur Welt zu bringen.

Man fand es heraus, weil es ziemlich stümperhaft durchgeführt wurde. Andererseits waren es auch die ersten Versuche, also vielleicht war es auch eher Unwissenheit. Die Kinder stellten sich als leere seelenlose Marionetten heraus. Eines davon hat sogar mit 10 Jahren schon den Avada Kedavra wirksam anwenden können. Allerdings starb er direkt nachdem er den Fluch aussprach.

Ein anderes Kind starb einfach mitten auf der Straßen als es hinter seinen Eltern herging. Da es mitten auf der Straßen geschah, konnten die Eltern das nicht verbergen. Die Heiler waren sofort zur Stelle. Das Kind war gesund, hatte keine Krankheiten, war nicht mal unterernährt. War allerdings erst 4. Passanten sagten, es wäre ungewöhnlich brav und still gewesen für ein so junges Kind. Speziell ausgebildete Heiler fanden schließlich heraus, der Tod kam durch die Unmengen an dunkler Magie, die seinen Körper überflutete. Zu viel für ein Kind.

Es gab einige Zauberer, die diese dunkle Magie in diesen Kindern näher erforscht haben und herausfanden, dass bei dieser Art der Zeugung eines Kindes der Fluch so viel dunkle Magie im Fötus produziert, dass es die Seele praktisch für sich einnimmt und wenn es nicht ab und zu geheilt wird, komplett zersetzt. Wie bei dem 4jährigen Kind.

Sie fanden ebenfalls heraus, dass diese von diesem einen Fluch erzeugte dunkle Magie sehr zerstörerisch ist. Trifft sie auf eine genauso tief schwarze Magie, implodiert sie förmlich und absorbiert es. Nachdem sie jedoch etwas weiße Magie dazu mischten, war dieser Vorgang schwächer und als die weiße Magie in beidem überwog, passierte nichts. Beide Magien blieben wie sie waren."

Harry nickte immer noch verwirrt, da lächelte Brian schwach.

„Dumbledore hat sich auf das verlassen, was Zauberer vor ihm herausfanden. Ich war ihm lange Zeit... Ich nahm ihm das lange Zeit übel. Bis ich auf die Xerchia Akademie kam und das las. Da verstand ich ihn besser."

Eine Weile war es wieder ruhig zwischen ihnen. Brian hatte begonnen den Himmel über sich anzustarren und Harry musste das Gehörte irgendwie verarbeiten. Nein, er hatte nicht gewusst, dass White auch auf diese Weise geboren wurde. Andererseits, was wusste er überhaupt über sie?

„Glaubst du, ihr geht es gut?" flüsterte Harry leise.

„Laut all den Geschichten, die ich kenne, yap, ich denke, ihr geht es gut," sagte Brian ebenfalls in einer Lautstärke, so dass nur Harry ihn hörte.

„Was sind das für Geschichten?"

„Sirius hat mir die meisten erzählt. Kann also gut sein, dass alles eher übertrieben ist. Aber Remus, Molly und Arthur haben auch einiges erzählt, also steckt da schon ein großes Stück Wahrheit dahinter."

„Sirius hat mir nie von ihr erzählt," entgegnete Harry nachdenklich. „Eigentlich hat er mir nie viel von irgendjemandem erzählt. Geschweige denn von sich selbst."

Brian gluckste amüsiert.

„Blieb euch auch nicht viel Zeit dazu, oder?" beschwichtigte er jedoch die Sorgen des jungen Freundes. „Als ich ihn damals kennenlernte, hat Dumbledore uns mit Absicht monatelang alleine im Haus meiner Großeltern gelassen und die anderen vom Orden oft weggeschickt. Zum einen konnte ich so diese Seite meiner Familie kennenlernen, zum anderen schaffte ich es, dass er mir eher zu vertrauen begann."

„Vielleicht hätte er dir auch so vertraut? Du bist immerhin sein Sohn?"

„Jaah," machte Brian zweifelnd. „Ich glaube nicht, dass es in meiner Familie so Brauch ist, dass die Väter gut mit den Söhnen auskommen."

Auf Harry's verdutztes Gesicht hin, schmunzelte er und blickte ein wenig bedrückt zurück.

„Die Black – Dumbledore – White - Vorfahre-Nachfahre-Verbindung ist nicht ganz so heil und wunderbar wie es in der Potter Familie üblicher ist. Ich hab auch viele Geschichten über deine Eltern und Großeltern gehört. Glaub mir, bei dir hätte man eher damit gerechnet, dass du deinem Vater nach Jahren begegnest und ihr euch auf Anhieb gut versteht ohne zu wissen, wer der andere ist."

Harry sah den Freund traurig an. Er erinnerte sich an das, was Sirius über seine Familie damals gesagt hatte und auch, was er über seine, Harry's, Großeltern sagte. Er war irgendwie froh, dass Brian eher nach Sirius kam und die beiden sich verstanden.

„Grimmauldplatz Nr. 12 gehört natürlich dir," sagte er als es ihm wieder einfiel, dass das Haus immer noch in seinem Besitz war. „Muss dich allerdings warnen. Dir gehört auch ein mürrischer Hauself."

Sein Freund lachte amüsiert.

„Nah, behalt's, Harry."

„Wieso das? Es gehört rechtmäßig dir. Sirius hätte es dir vermacht, wenn er gewusst hätte, dass du sein Sohn bist."

„Nun, erstens: Ich bin auch so nicht obdachlos. Ich hab ein super Apartment in London. Nicht weit weg von dir übrigens. Zweitens: All die Geschichten, die ich über meine und deine Eltern kenne, keines davon beinhaltet etwas gutes mit Grimmauldplatz Nr 12."

Das Haus war also eine Bürde für sie beide gewesen. Harry nickte verstehend.

„Sirius hat oft über dich gesprochen," fuhr Brian leise fort. „Er sagte, wir würden uns bestimmt gut verstehen. Er hatte recht."

Harry grinste amüsiert.

„Jaaah, das hatte er."

„Was nicht heißt, dass es dir bis jetzt nicht gut ging," stellte Brian jedoch klar. „Ich mein, du hast sehr gute Freunde und eine Freundin, um die dich so mancher Typ in Hogwarts beneidet."

„Err?"

„Wenn man als Wachen durch die Gänge der Schule patrouilliert bekommt man ne Menge mit. Schüler verstehen es noch nicht, dass man Geheimnisse nicht einfach so auf den Korridoren miteinander austauschen sollte. Es geht das Gerücht um, du hättest Ginny Dean Thomas ausgespannt?"

„Die waren doch schon getrennt, als wir zusammen kamen," murmelte Harry verlegen, obgleich er wusste, dass er innerlich vielleicht doch nicht so ganz unschuldig an ihrer Trennung war. Gewünscht hatte er sich ihr Beziehungsende schließlich oft genug. Brian lachte bellend, hielt jedoch inne als sich Jilli ein wenig rührte. Fast hätten die beiden sie aufgeweckt und beide wurden auf der Stelle wieder leiser mit ihren Stimmen.

„Jilli war auch sehr beliebt in ihrer Schule. Hatte so einige Typen verbraucht, jedenfalls laut Fleur. Hab die Typen auch kurz gesehen, wenn wir Aufträge in Frankreich hatten. Ein Verlierer nach dem anderen, aber schien mit allen etwas ernstes gewesen zu sein. Zitat: Fleur."

Harry gluckste leise.

„Hab gehört, du hattest nur zwei. Cho Chang und Ginny?"

„Uhm – Ja. Wie sieht's bei dir aus?"

„Bei meinen Elternkomplexen glaubst du doch nicht echt, dass ich da noch nen Frauenkomplex hätte ertragen können?"

„Err -"

Die beiden sprachen noch etwas länger über dies und jenes bis sie schließlich ebenfalls beschlossen sich noch eine Mütze voll Schlaf abzuholen, bevor die Sonne wieder aufging und sie endlich den Rückweg antreten würden. Harry fragte ihn noch, was nun wurde, nachdem sie den Nebel von Ravenclaw an Voldemort verloren hatte, aber Brian zuckte lediglich die Schultern und meinte, dass sie dann wohl den Schutz nur mit drei von den vier Nebeln über Hogwarts einrichten würden, sofern man den letzten Nebel von Hufflepuff noch fand. Es war dann zwar weniger stark als wenn sie alle vier hätten, aber immer noch mehr als gar kein zusätzlicher Schutz.


Während die drei schliefen und das kleine, wärmende Lagerfeuer weiterhin friedlich vor sich hinbrannte, hatte sich Anna ihnen zugewandt und sie eine Weile lang in Gedanken versunken beobachtet. Für einen Moment sah sie ein anderes Bild vor sich. Es waren nicht Harry, Brian und Jilli, die hier lagen und schliefen. Sie sah James, Sirius und Lilli, wie sie mit ihr zusammen am Lagerfeuer saßen, Marshmallows rösteten und die Jungs ihr Butterbier verschlangen. Sie lachten viel, daran konnte sie sich an dem Abend am besten erinnern. Sie ahnten zwar was nach Hogwarts auf sie zukommen könnte, aber in dem Ausmaß hatten sie zu dem Zeitpunkt nicht damit gerechnet. Trotz allem, was passiert war, glaubten sie noch an ein gutes Ende. Jetzt, wo sie die drei zusammen hier sah, erinnerte sie sich gerne an jenem Abend zurück, an dem sie noch unbeschwert an eine helle und gute Zukunft geglaubt hatten und sich darüber unterhielten, was wohl aus jedem werden würde später.

„Stattler und Longbottom werden direkt nach Hogwarts heiraten und ein dutzend Kinder kriegen," begann James und Sirius prostete ihm mit dem Butterbier in seiner Hand zu als Zeichen, dass er vollkommen seiner Meinung war.

„Alice hat eine Stelle im Zaubereiministerium und Frank startet eine Ausbildung zum Auror," wandte Lilli jedoch ein. „Und die beiden sind überhaupt nicht der Typ für ein dutzend Kinder."

Anna nahm den Stecken mit den gerösteten Marshmallows vom Lagerfeuer und stieß mit Lilli zusammen mit den Stecken an als Zeichen, dass sie ihrer Meinung war. Lilli kicherte freudig.

„Cat Jordan," fuhr Sirius für den Freund fort. „Reporterin für den Propheten, weil sie niemals ihre große Klappe für sinnloses Geschwätz los wird und ihr Frauen braucht immer Klatsch und Tratsch."

„Das ist doch gar nicht wahr!" sagten die beiden gleichzeitig empört.

„Cord Malfoy!" fuhr James fort ohne auf die Frauen einzugehen. „Todesser und spielt spätestens nächstes Jahr mit den Gartengnomen unter der Erde."

Das Gesicht jedes einzelnen von ihnen zeigte, dass sie sich in dem Punkt alle relativ einig waren und so grinste James breit, nahm einen kräftigen Schluck Butterbier und wandte sich mit vielsagendem Blick an Sirius.

„Du bist dran, Padfoot."

„Err – An White!"

„Oh! Hey! Stopp! Stopp! Stopp! Stopp! Stopp! Stopp! Stopp!" unterbrach sie die Jungs aufgebracht, aber das heizte sie sogar noch mehr ein und James begann direkt bevor Sirius seinen Vorschlag abgeben konnte.

„An White! Heilerin im St. Mungo -" Alle drei sahen James überrascht an, doch er erhob den Finger und deutete ihnen an, dass das Beste noch kam. „- In der geschlossenen Station! Weil das die Einzigen sind, die ihre Heilkünste ertragen. Verheiratet mit Padfoot und kinderlos."

„Ha ha!" machte sie sarkastisch. „Kinderlos. Nehm ich an. Jedes Kind tut mir leid, wenn ich tatsächlich den da heirate. Aber Heilerin ist -"

„An White!" fuhr Sirius dazwischen, bevor sie ihren Satz beenden konnte. „Moderatorin des Radiosenders notorische Hexen. Verheiratet mit mir. Mit einem Kind."

„Das du aus einer anderen Ehe mit einbringst?" warf Anna zynisch ein, aber Sirius zog eine schiefe Fratze.

„Glaubst du nicht, dass wenn ich mit Lilli ein Kind hätte, sie es dann eher behält?"

„HEY!" protestierten jedoch sowohl Lilli wie auch James auf Sirius' Kommentar, der nicht anders konnte als wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen.

„Lilli Evans!"

„Nein, Sirius!"

„Aurorin!"

„Sirius! Stopp! Das spielen wir nicht mit mir."

„Verheiratet mit James Potter."

Das kam von Sirius, James und Anna gleichzeitig, so dass Lilli feuerrot im Gesicht wurde und nun mehr stotterte als den Freund mit fester Stimme zum aufhören zu bewegen.

„Sirius, jetzt – komm – lass das."

„Und zwei Kinder," endete er heiter. „Das bedeutet, wir müssen auch nicht mehr über Prongs Zukunft sprechen. Ist ja dasselbe wie Lils."

„Außer, dass ich kein Auror werde. Ich nehm die Kohle meiner Eltern und lass mich vom Ruhm meiner hübschen Frau mitziehen," witzelte James und zuckte vielsagend mit den Augenbrauen. Lilli fand das so niedlich, sie konnte nicht anders als ihn zu küssen.

„Reden wir bei zwei Kinder von dem einen, dass sie aus der Ehe mit Sirius hatte?" witzelte Anna belustigt, woraufhin das knutschende Paar direkt auseinanderfuhr. Sirius warf ihr einen dämlichen Blick zu, während Lilli und James erneut drauf und dran waren sich empört zu entrüsten.

„Nun komm!" sagte Sirius indes noch bevor sie etwas sagen konnten. „Ich bin ein Kerl für die Ewigkeit. Wenn ich Lilli erst mal heirate -"

„HEY!" warf James erneut ein, jedoch entschieden amüsierter als vorher. Sirius ignorierte den Freund und fuhr einfach fort.

„Dann bleib ich für immer gebunden. Ich heirate also nicht einfach so, An und da Prongs Lilli bestimmt vor mir fragt -"

Er warf nun grinsend einen Seitenblick zum besten Freund, der davon sichtlich wieder milder gestimmt war.

„Steck ich wohl mit dir fest."

„Ha!" machte sie jedoch selbstgefällig. „Wer sagt denn, dass ich mich mit dir abgebe?!"

„James sagt das!"

„Wah!" sagten James und Anna gleichzeitig, aber Lilli hatte begonnen zu lachen. Zwar war sie die Einzige in der Runde, dafür so herzlich, dass es ansteckend war und obgleich die beiden verwirrt waren, sie mit ihr und Sirius mitlachten.

„Ihr seid so doof!" sagte Anna schließlich während James Lilli fest in seine Arme drückte und sie sich auch genauso fest an ihm festhielt als ob seine Umarmung noch nicht genug war. Sirius und Anna tauschten sanfte Blicke aus.

Es war ein schöner, vor allen Dingen aber ein freier Abend für sie alle gewesen. Sie erinnerte sich noch an etwas anderes sehr wichtiges aus dieser Nacht.

„Kindernamen," sagte Sirius. „Fral bei Longbottom und Stattler."

Alle drei schüttelten fassungslos den Kopf, aber Sirius hatte nicht aufgehört mit schelmischem Blick die Augenbrauen zu zucken.

„Ginge aber auch Alfr," schlug James stattdessen vor und musste sich hart zurückhalten nicht in prustendes Gelächter auszubrechen.

„Kein Junge oder Mädchen wird es seinen Eltern danken, wenn man es Fral oder Alfr nennt!" protestierte Anna sofort.

„Alice und Frank würden eher einen traditionellen Namen für ihr Kind wählen, da bin ich mir sicher," sagte Lilli sanft. „Ich hab mir bisher nie Gedanken darüber gemacht, wie ich meine nennen würde."

Die Hexe sah nun insbesondere die Freundin an, wissend, dass diese vor geraumer Zeit schon mal schwanger war und sie somit vielleicht eher darüber nachgedacht hatte. Keiner von ihnen hatte es geschafft Anna groß dazu zu bringen über diese Zeit oder ihre Gefühle zu sprechen, auch wenn es jeder von ihnen hin und wieder zumindest versucht hatte. Ihre Versuche wurden stets abgeblockt. An dem Abend aber hatten sie Glück, was vielleicht auch daran lag, dass sich die Freundin von der friedlichen und melancholischen Stimmung zwischen ihnen mitreißen ließ.

Maria Lasiar, wenn es ein Mädchen ist," sagte sie mit einem zarten Lächeln. Es zeigte, dass sie sich tatsächlich bereits darüber Gedanken gemacht hatte. „Und... Brian Michael, wenn es ein Sohn ist."

Zu spät hatten die Freunde bemerkt, dass sie zu still gewesen waren, denn Anna sah überrascht auf, bemerkte die für sie unangenehme Stille und hatte das gerade eben noch sanfte Lächeln direkt verbannt. Sirius räusperte sich und begann erneut breit zu grinsen.

„Ja, warum nicht. Ich bin einverstanden mit den Namen für unsere Kinder."

„Ach ja?" entgegnete sie höhnisch. „Bist du?!"

„Yop," sagte er, den Hohn in ihrer Stimme ignorierend und klang selbstgefällig wie eh und je. „Ich verstehe Michael. Mr. Potter ist cool. Aber Brian? Ich hätte nicht gedacht, dass du und Dumbledore so eng seid."

„Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun?" entgegnete sie und versuchte möglichst gleichgültig zu erscheinen. Das dies komplett fehl schlug sah man an den ebenfalls freudigen Gesichter der beiden anderen Freunde. James und Lilli mochten die Namen, die ihre Freundin in die Runde geschmissen hatte.

„Eigentlich," sagte James nachdenklich, jedoch darauf bedacht nichts zu sagen, was einem von ihnen unangenehm sein könnte. „Hat es sehr viel damit zu tun. Ich denke, Dumbledore würde sich freuen, das zu wissen."

„Jaah, und wenn ihm einer von euch das erzählt, hex ich ihm Furunkeln an eine gewisse Stelle, so dass ihr euch schnell gewünscht hättet, es nicht getan zu haben."

„Das muss ihm keiner sagen, An. Wenn du Kinder kriegst und sie so nennst, kriegt er es doch eh raus."

„Außer, dass ich keine Kinder haben werde, James."

„Hab ich da nicht auch ein Wort mitzureden, ob wir Kinder haben oder nicht?!" warf Sirius grinsend ein, doch erneut bekam er von ihr einen ungläubigen Blick.

„Du nimmst wirklich bereits an, dass es auf dich und mich hinausläuft, du Casanova Hoch Eine Milliarde?! Gibt es in Hogwarts eigentlich eine Schülerin, der du nicht schon mal schöne Augen gemacht hast?"

Anna lächelte bei dem Gedanken an diesen Abend. Sie hatten noch sehr lange herumgeblödelt und einfach nur die Stimmung zwischen ihnen allen genossen.

Traurig sah sie nun wieder Jilli, Harry und Brian an.

„Sorge... bewegt Dark Breath in dir," flüsterte die Hexe erstaunt zum schlafenden Schüler. Natürlich hörte sie keiner der drei, aber Anna musste es aussprechen, um es wirklich zu glauben. „Du hast dir Sorgen um mich gemacht und warst bereit den Procella Zauber mit Dark Breath zu nutzen. Bemerkenswert. Ich dachte, es gäbe nur den einen Weg, dieses Gleichgewicht in dir zu schaffen. Ob Dumbledore dies wohl gewusst hat?

Wahrscheinlich hat er es. Deswegen auch seine Taten. Es ist eine andere Art von Sorge, nicht wahr? Du warst nicht bereit Dark Breath zu nutzen als es um deine Freunde oder Ginny ging. Wieso bei mir, Harry? Was ist hier anders?

Bei James war es dasselbe. Sorge löste die Magie nicht in ihm aus. Es muss eine Mischung sein, die Dark Breath in dir bewegt..."

Ihr Blick wanderte weiter zu Brian und auch er schlief ähnlich wie Harry sehr tief und ruhig.

„Du hast mich Mum genannt..." flüsterte sie gerührt und lehnte ihren Kopf traurig senkrecht an den Baumstamm an. „Ich kann aber nicht deine Mutter sein. Genauso wenig, wie ich für Jilli da sein kann. Wenn ich das tue, dann bin ich schwach, angreifbar und nicht mehr in der Lage euch zu schützen und am Leben zu halten.

Ich verstehe nun, warum Dumbledore seine Gefühle anderen gegenüber so selten zugelassen hat. Warum Michael Potter so wenig menschlich auf viele wirkte. Wenn ich keine Empathin wäre, vielleicht hätte ich dann auch nie den Menschen gesehen, der er wirklich war. Sie mussten alle eine Entscheidung fällen. Dumbledore, Michael und Harold Potter... Heute weiß ich, wie schwer es ihnen wirklich gefallen sein musste.

Ich möchte nicht, dass Harry, Brian und Jilli eines Tages dies auch tun müssen. Das mit Voldemort, das muss endlich ein Ende finden. Sirius... Ich vermisse dich und die anderen so sehr. Ich weiß nicht, ob ich das hier durchstehe... ohne dich."

Sie schloss ihre Augen und ruhte sich aus. Sie ließ diese Schwäche zu, nur für diesen einen winzigen Augenblick wollte sie nicht mehr stark sein. Nur für diesen kleinen Moment... Danach würde sie es wieder sein. Kalt genug, um sich gegen Voldemort zu stellen und ihn daran zu hindern den einzigen zu töten, der seinen Untergang endgültig herbeiführen kann. Sehr wohl in dem Wissen, dass sie das ihr Wichtigste dafür opferte.


Als der Morgen schließlich graute und die drei wieder aufwachten, war auch White längst wach. Ihre Wunden waren verbunden und kaum noch zu erkennen, was durchaus daran liegen könnte, dass auch ihr Umhang ohnehin weiß wie die Bandagen war.

„Zeit nach Hause zu kehren," sagte sie sanft.

Die drei schritten erneut schweigend einen Weg entlang bis sie schließlich an einen Felsen kamen und dort stoppten.

„Das ist das Portal hinaus. Harry?"

Sie deutete ihm an heranzutreten und er folgte der Aufforderung. Sie nahm seine Hand und legte die Zauberstabspitze auf seine Handfläche.

„Wir hätten zwar auch noch andere Wege nehmen können, jedoch würden wir dadurch viel länger benötigen und Zeit ist etwas, das wir nicht besitzen. Ein Blutopfer wird das Portal öffnen, so dass nur ein Nachfahre Gryffindor's mit seinen Gefährten schneller wieder aus dem Gebiet herauskommt."

Er nickte verstehend.

Diffindo," sagte White sanft und ein Schnitt zog sich entlang seiner Handfläche. Er zuckte kurz auf, biss jedoch die Zähne zusammen, um den kurzen Schmerz zu ertragen. Jeder hier der anderen hatte überall Verletzungen von Kämpfen. Allein er hatte keine sichtbaren Wunden. Er wollte nicht wegen einer so kleinen Wunde Schwäche zeigen. Dann legte er die Handfläche auf die Felswand und beobachtete, wie sie sich Wellenartig auflöste. Sie machten nun ein anderes Berggebiet aus, wo vorher nur eine lange und hohe, massive Felswand stand. Sie schritten durch und kaum, dass sie alle auf der anderen Seite waren, verschloss sich die Wand hinter ihnen wieder als ob es sich übernatürlich schnell wieder zusammenwuchs.

„Was ist mit den anderen? Die Todesser oder die Phowlyris?"

„Die Phowlyris reist durch ihre eigene Ebene. Das mag auch etwas dauern, aber dennoch schneller als die Todesser. Sie finden raus, früher oder später. Gryffindor hätte nie ein Gebiet erschaffen, das andere Menschen, egal wie schlecht sie sind, auf grausame und qualvolle Weise tötet und gefangen hält.

Er glaubte daran, dass die Magie schon dafür Sorge trug, dass diese das bekamen, was sie durch ihre Taten verdienten."

Er nickte, wenn auch ein wenig verwirrt.

„Ihr drei kehrt zurück nach Hogwarts. Ich werde zu den anderen stoßen, um zu sehen, wie die Suche nach dem Nebel von Hufflepuff läuft."

Noch bevor einer von ihnen überhaupt etwas sagen konnte, war White verschwunden. Erneut schüttelte Brian deprimiert den Kopf.

„Na kommt, zurück nach Hogwarts mit uns."