Nächstes =)


Review:

Mannequin: Heyho =)

Aih, im Bachelor ging das bei mir auch nicht. Erst im Master hatte ich die Auswahl. Im Bachelor bestand meine Auswahl zwischen dem BWL Cluster und VWL Cluster Öö Mal sehen, ob mir das bei der Bewerbung viel einbringt =) Werd jetzt dann Ende November starten, sobald ich mit dem Lebenslauf fertig bin und ich zumindest in das Programmieren mit C eingearbeitet habe oder aber tiefer mit Java gearbeitet habe. Eins von beidem. Wenn ich schon eher als Informatikerin arbeite, sollte ich mein Wissen in dem Bereich auf dem Laufenden halten und nicht mit Unwissenheit glänzen...

Hm, hast du ihre Krimibücher eigentlich gelesen? Ich bin nicht so ein Krimifan,beim lesen, daher wären die Bücher für mich wahrscheinlich auch nichts. Und wie ist die Annahme der Bücher so bei denjenigen, die es lesen?! Davon hab nämlich ich zum Beispiel nichts mitgekriegt, dass sie auch noch Krimi Bücher geschrieben hat ^^

Ich wusste das mit dem Index auch nicht. Hab das nur zufällig neulich in ner Sendung gesehen als es um Amerika ging. Die spinnen ja eh ein wenig da drüben Öö Andererseits, welche Nation spinnt nicht irgendwo XD

Bisher noch nicht. Außer, dass sie sich selbst die ewige Phowlyris nennt, aber James gibt ihr im kommenden Kapitel einen selbstausgedachten Namen XD

Hm, auch wenn das ein Spoiler auf CofX ist - Auf einem Auge kann die ewige Phowlyris sehen. Auf dem anderen nicht. Eine Phowlyris kann man ja so nicht töten und James und die anderen mussten einen Weg finden, um mit der ewigen Phowlyris fertig zu werden ohne auf die grausamen Methoden zurückzugreifen, die ihnen bekannt waren. Sie auf eine gewisse Zeit erblinden zu lassen erschienen in Anbetracht ihrer Situation als ein machbarer Ausweg.

Ja, leider =/ Aber die Geschichte von Sirius-Anna-Brian war auch so gedacht, beziehungsweise zwar unschöne Vergangenheit, dafür aber mit einem Happy End für den Jungen. Brian wird die FF also definitiv überleben ^^ Sonst wäre ja wirklich der letzte der Black Familie tot.

Nope, weiß Voldemort im Moment noch nicht, denn es weiß auch im Orden nicht jeder, wer Brian ist. Für die meisten ist er ja ein Sohn von Andromeda und Ted Tonks. Diejenigen, die es wissen waren stets darauf bedacht es nicht breitzutreten weswegen auch Snape nichts davon weiß. Es war also durchaus auch ein Schutzgedanke von Dumbledore dabei Brian's wahre Identität zu verschweigen.

Wenn ich wetten müsste, würde ich auf James setzen, der den Namen in einem Moment aus Versehen an Dumbledore ausplauderte XD

Uih =) Ich mag das total gerne, dass du gerne Jilli-Harry-Brian liest. Vor allen Dingen, weil Jilli und Brian ja eigentlich erfundene Charaktere sind und keine bereits bekannten, beliebten Charaktere aus HP. Ich glaub, normal liest man gern nur von den bereits bekannten Charakteren und die neuen sind ja nicht wirklich so interessant. Hatte schon Angst, dass ich hier Überhand mit den neuen nehme. Yupieh =)

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 18 - the worth of a life I

Endlich wieder nach Hogwarts zurückzukehren war ein sehr gutes Gefühl gewesen. Als ob Harry nach langer Zeit endlich wieder nach Hause kam, wo es sicher und vertraut war. Da stand er vor den Toren und es fühlte sich erneut überwältigend an.

„Da wir dich hier nun abgesetzt haben, machen wir uns wieder auf dem Weg," sagte Brian und er wandte sich ihm und Jilli verwirrt zu. Eigentlich dachte er, die beiden würden mit rein kommen und noch eine Weile bleiben, doch mit dem Wissen ihrer sofortigen Abreise legte sich ein Schatten über das gute Gefühl.

„Wir müssten auch mal im St. Mungo vorbei schauen," erklärte er mit dem Anflug eines Lächelns.

„Und danach wieder zu den anderen dazu stoßen, um den letzten Nebel zu finden."

„Ich könnte doch auch wieder mitkommen?" schlug Harry eilig vor, aber Jilli schüttelte den Kopf.

„Du warst nun lang genug weg. Schule hat Vorrang. Schon vergessen?"

Er verzog unzufrieden eine Grimasse, denn wenn es nach ihm ginge, so war dies nicht der Fall. Auch wenn ihm annähernd jeder dazu ermahnte, seine Ausbildung hier ernster zu nehmen.

„Wir sehen uns an Weihnachten, kleiner Bruder."

„Apropos!" Ihm fiel erst jetzt etwas ein und kam sich dumm vor sie das nicht schon viel früher gefragt zu haben.

„Wo wohnst du eigentlich? Dass Brian in einem Apartment in meiner Nähe wohnt, weiß ich ja mittlerweile. Aber wo wohnst du?"

Jilli zögerte und begann überrumpelt komische Bewegungen mit dem Mund zu formen. Harry fand ja, dass sie gerade etwas von einem Fisch auf dem Trockenen hatte. Er sah sie auffordernd an.

„Ich – wohne -" sagte sie sehr langatmig. „Nicht - in einem Apartment in deiner Nähe."

Brian gluckste vergnügt, als ihn jedoch beide ansahen, nahm er sofort aufgebend die Hand hoch.

„Sorry."

„Das war nicht meine Frage," sagte Harry an seine Schwester gewandt und sah sie erneut auffordernd an. Nun war er nämlich sehr neugierig auf die Antwort und hätte sie auch nicht ohne eine gehen lassen. „Also? Wo wohnst du?"

Sie sah immer noch aus als ob sie das nicht mal aussprechen könnte und Brian stieß sie freundschaftlich an der Schulter an.

„Sags ihm schon und brings hinter dir, damit er auch endlich weiß wie irre du wirklich bist."

Jilli warf Brian dafür einen bösen Blick zu, doch er grinste genauso breit wie eh und je. Harry zuckte verwundert zurück. Wieso sollte er sie für irre halten?! Wo konnte sie denn bitte schon wohnen, dass er sie danach für verrückt halten könnte?

„Ich – wohne -"

Er sah sie immer noch neugierig an und Brian grinste nach wie vor wie ein Honigkuchenpferd.

„Da wo Dad aufgewachsen ist."

Harry hätte konfuser nicht sein können.

„War das Haus nicht eingestürzt?! Ich dachte, da war nur ein Trümmerhaufen?!"

Ist," verbesserte Brian und nach einem Blickaustausch der beiden erkannte er nun auch, auf was der Freund anspielte. Jilli sah peinlich berührt zu Harry rüber.

„Ich weiß, du verstehst es nicht. Remus, Yuno, Brian, sie alle glauben, ich hätte Probleme, weil ich das tue."

„Ich sagte nie, du hättest Probleme," sagte Brian mild, aber Jilli ignorierte ihn und hatte einfach weitergesprochen.

„Aber ich verbinde mit dem Grundstück eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Bevor die Todesser es in Schutt und Asche legten, starb unsere Großmutter friedlich und umgeben von allen, die sie lieben, in ihrem Zimmer. Ich hab dort ein wunderbares Weihnachtsfest mit Mum und Dad und dir gehabt. Wir haben Mum's Geburtstag gefeiert. Ich durfte immer bei unseren Eltern im Bett schlafen, wenn ich schlecht geträumt hatte. All die Abende, in denen Sirius und Anna auf uns aufpassten, damit Mum und Dad das tun konnten, was sie wollten.

Ich weiß, es ist nur noch ein Trümmerhaufen, aber – wenn ich dort in meinem Schlafsack schlafe, dann ist es kein Trümmerhaufen. Ich seh immer noch ab und zu die Abbilder von Mum und Dad oder von unseren Großeltern dort.

Also ja! Ich hab Probleme und ich bin verrückt. Dennoch – egal was du sagst, ich bleibe dort."

Harry blinzelte irritiert. Er wusste nicht, was er merkwürdiger fand. Die Tatsache, dass seine Schwester in den Trümmern eines Hauses schlief oder dass sie dies nur in einem Schlafsack tat.

„W-Wieso schläfst du in einem Schlafsack?!" fragte er schließlich und Brian prustete lachend auf. Jilli sah Harry überrascht an.

„Du hältst mich nicht für doof, dass ich das tue?"

„Nein," sagte er wahrheitsgemäß. „Aber wäre es nicht besser, wenn du dir da etwas zum Wohnen errichtest?"

„Du meinst, so wie den Fuchsbau?!" sagte sie amüsiert. Brian lachte noch mehr und auch Harry grinste bei der Vorstellung. Er mochte den Fuchsbau sehr gerne und liebte es dort auch, aber es glich tatsächlich so gar nicht dem Haus seiner Eltern in Godric's Hollow. Irgendetwas sagte ihm, dass es auch keine Ähnlichkeit mit dem Elternhaus seines Vaters hatte. Sie verabschiedeten sich schließlich voneinander, nachdem die Jungs Jilli versicherten, dass es nicht doof war, dass sie dort wohnte, sondern es nur dämlich war, das in einem Schlafsack zu tun und sie gemeinsam noch eine Lösung dafür finden würden, und Harry kehrte schließlich zurück in den Gryffindor Gemeinschaftsraum.


Irgendwie konnte er nicht aufhöre zu grinsen, selbst als er durch das Porträtloch hinein stieg und direkt die ganze Truppe am Tisch aufsprangen sah.

„Harry!"

Ginny hatte ihn als erstes fest umarmt, dann Hermine und nachdem er auch mit Ron die Hände schüttelte setzte er sich zu ihnen dazu. Die Berge von Büchern ließen ihn bereits schlimmes ahnen, aber für den Moment wollte er es doch noch mal zur Seite schieben.

„Wir haben uns Sorgen gemacht, weil du plötzlich weg warst," begann Hermine. „Aber Remus meinte, du wärst mit Professor White gegangen, weil Jimá und Brian vermisst worden waren."

„Nicht hier," sagte Harry, da sich noch immer einige andere Mitschüler hier befanden, die ihn neugierig beäugten.

„Ist unser Schlafsaal leer?"

„Ja, die anderen sind in der Bibliothek," sagte Ron. Sie ließen ihre Bücher stehen und gingen rauf in den Jungenschlafsaal, wo sie sich alle auf Harry's Bett setzten und er zu erzählen begann. Sie erfuhren von ihm, dass der Orden gerade Bälle mit Nebeln von mächtigen Zauberern und Hexen suchten (Hier hatte er keine Probleme das Wort zu benutzen und Hermine wusste natürlich sofort Bescheid, was es mit dem Nebel der Schutzmagie auf sich hatte.), dass Brian der Sohn von Sirius und Professor White war („WAS?!" sagten alle drei unfassbar.) und dass sie einmal von Snape und später von der ewigen Phowlyris angegriffen wurden.

„Du bist einer Phowlyris begegnet?!" sagte Ron fassungslos. „Mensch! Krass!"

„Krass ist das richtige Wort," stimmte er dem Freund zu. „Mit der war echt nicht zu spaßen."

„Und du weißt nicht, was das für ein Fluch von Snape war?" fragte Hermine misstrauisch.

„Nah, wollte mir keiner von ihnen sagen. Aber Professor White konnte helfen."

„Sie heilt durch die dunklen Künste mit schwarzer Magie," sagte Hermine mehr zu sich selbst als zu den Freunden und Harry sah sie kritisch an. „Sie und Brian sind durch schwarze Magie erzeugt worden. Das ist richtig heftig."

„Heftig im Sinne von was?" fragte Ron, der genauso wenig wie Ginny und Harry verstand, warum Hermine so ein Gesicht zog als ob jemand ihr kontinuierlich einen Schlag verpasste.

„Einfach heftig eben," sagte sie jedoch verärgert. „Ich mein, ich hab noch nie davon gehört, aber was Harry erzählt hat von dem was Brian sagte – Ich kann mir vorstellen, dass das alles andere als angenehm war."

„Und du möchtest jetzt auch am liebsten in die Bibliothek, um dich darin zu belesen, stimmts?" sagte Ginny amüsiert und Hermine lief rot an.

„Vergiss es," sagte Harry jedoch. „Selbst Brian musste auf die Xerchia Akademie, um das in Erfahrung zu bringen. Ich glaub, in Hogwarts findet sich da nichts darüber."

Hermine begann zu schmollen und jeder von ihnen wusste, ihr missfiel der Gedanke noch warten zu müssen, um darüber lesen zu können.

„Geht es dir wirklich gut?" fragte Ginny und sah ihn tief besorgt an. Harry aber nickte ihr beruhigend zu.

„Ja, Ich lebe."

Dennoch, er konnte es nicht verhindern in ihr hübsches Gesicht zu versinken und sie genauso anzulächeln, wie sie auch ihn anstrahlte. Das hatte er vermisst. Das Gefühl, dass sie ihm geben konnte. Als wäre alles mehr als okay. Als wäre alles einfach wunderbar.

Er hielt sein Wort und erzählte ihnen nichts von dem, was er in White's Erinnerungen mitbekommen hatte. Er hatte sie nun im Einsatz erlebt, hatte gesehen, wie sie gegen ihre Gegner kämpfte, gegen Todesser und die ewige Phowlyris, aber am Ende war es das Geschehen der letzten Tage, das seine Meinung über sie veränderte.

Jedes Mal, wenn es ernst wurde, wenn sie angegriffen wurden, stellte sie das Leben von ihnen dreien vor das ihres Eigenes und verteidigte sie wie es eine Löwin für ihre Kinder tat. Er kam nicht umhin ihr das sehr hoch anzurechnen und auch, weil er bei ihr nun das Gefühl hatte, als ob sie tatsächlich wieder sicher waren. Etwas, das er nach Dumbledore's Tod verloren hatte und nicht glaubte, wieder jemals fühlen zu würden.

Um wieder zur Normalität zurückzukehren hatte Hermine direkt begonnen ihm mitzuteilen, was er im Unterricht verpasst hatte, aber auch, dass sie ihm bereits einen Lehrplan zusammengestellt hatte, nachdem er schnell alles wieder aufholen konnte.

„Oh gut," log Harry, denn das war wirklich das Letzte, worauf er sich freute...


Die nächsten Tage vergingen, wie er geahnt hatte. Weder Brian, noch Jilli oder Professor White hatten sich wieder blicken lassen. Auch sonst tauchte außer den üblichen Verdächtigen keiner von der Suchtruppe aus dem Orden im Schloss auf. Stattdessen saß er wieder gelangweilt in seinen Klassen bei seinen Freunden, hörte zu, was McGongall über die Verwandlung von winzigen Sandkörnern in komplette Wände erzählte (Hm... vielleicht... wenn ich das könnte... vielleicht könnte ich meiner Schwester ein kleines Haus auf dem zerstörten Anwesen bauen?! Wenn sie es schon selber nicht tut...).

Harry blieb auch noch aufmerksam als Remus über Schuschus sprach. Das waren Flüche, die man auf eine Sache legte und bei Berührung denjenigen einfach angriffen. („Der Gegenspruch lautet Concesso. Okay. Kann ich mir merken.").

Bei Sprout hatte er schon alle Mühe sich die Nebenwirkungen zu merken, die spezielle Arten von Heilkräuter bei direkter Anwendung auf Wunden hervorrufen können („Brennen bei Fünfblättrigen Kleeblätter, Fieber bei rotem Flussgras, Schwindel bei blauem Seetang -" - „Nein," verbesserte Hermine ihn als sie aus dem Klassenzimmer herausschritten. „Schwindel bei rotem Flussgras und Schielen bei blauem Seetang." - „Schielen, Schwindel. Wo ist da der Unterschied?" - „Harry!" Er grummelte missgelaunt.).

In Zaubertränke nahm er eigentlich nur noch abgebrochene Sätze von Slughorn wahr und da jeder selber den Knochenheiltrank mischen sollte, sah seiner auch dementsprechend aus. („Harry, mein lieber Junge? Nimmt ihr Trank noch die gelbe Farbe an?" fragte der Professor als er sich die pechschwarze Brühe in Harry's Krug betrachtete. „Klar," erwiderte er so zuversichtlich wie es ging. Es nahm am Ende der Stunde nicht mehr die gelbe Farbe an, dafür roch es stark nach Wein und hatte eine grüne Farbe.)

Bei Zauberkunst war schließlich alles verloren, denn er hatte absolut keinen Nerv sich darauf zu konzentrieren was Flitwick über die erhöhte Wirkung erzählte, wenn man den Zauberstab bei Heilzauber einmal im Kreis schwang während man den Zauberspruch aufsagte. Während alle anderen aufmerksam zuhörten, hatte sich Harry sehr schnell in seinen eigenen Gedanken verloren.

Wage es ja nicht... Wenn du ihn auch nur noch mal ansiehst, verspreche ich, werde ich all die mir verbleibende Kraft dazu einsetzen, damit du dieses Mal für immer erblindest.

Er rief sich White's Worte wieder in Erinnerung und sah das Bild, wie sie und diese Phowlyris sich gegenüberstanden, vor seinem geistigen Auge.

Das würdest du ja doch nicht tun. Du könntest dadurch sterben.

Willst du es wirklich auf ein Versuch ankommen lassen?

Irgendwas sagte ihm, dass White es tatsächlich getan hätte, selbst wenn es sie das Leben gekostet hätte. Es war ihre Entschlossenheit, die ihr in dem Moment im Gesicht gestanden war, welches ihn davon überzeugte. Für immer erblinden? Konnte White so was tatsächlich? Dumbledore hatte nie solche Drohungen ausgesprochen. Wäre es keine Tatsache, Harry hätte jeden für verrückt gehalten, der ihm hätte weiß machen wollen, dass White von Dumbledore abstammte. Die beiden hätten unterschiedlicher nicht sein können. Brian hingegen hatte sehr viel von Dumbledore – und auch nicht unbedingt wenig von White. Er fragte sich, wie viel er, Harry, abgesehen vom Aussehen wirklich von seinen Eltern hatte.

Mittlerweile wusste er ja, dass Jilli das Talent Zaubertränke zu mischen von Lilli hatte. Hatte er wirklich nur das Talent sich immer in Schwierigkeiten zu bringen von seinem Vater? Sonst nichts? Doch, Quidditch! Sein Vater war auch Sucher... Aber sonst? James war beliebt, hatte viele Freunde. Harry fand selbst, dass er alles andere als beliebt war. Cedric Diggory war beliebt. Cho war beliebt. Ginny ist beliebt. Aber er selbst? Ihm ging das Getuschel sobald er einen Raum betrat immer noch auf die Nerven.

Harry zuckte auf als er sah wie ein kleiner Papierschwan auf dem Tisch zu ihm herglitt und sich schließlich von selbst zu einem glatten Blatt ausbreitete.

Ich weiß, dir ist langweilig, aber du musst wirklich aufpassen, las er verwundert. Er sah nach rechts zu Ginny und Hermine, aber beide hörten aufmerksam zu und dann nach links zu Ron und Neville, aber auch die Jungs hatten nur Flitwick angesehen. Die ganze Klasse starrte nur den Professor an, was damit hieß, dass diese Nachricht von keinem seiner Mitschüler hier kam und auch von keinem von ihnen überhaupt beachtet worden war. Ein Klopfen an der Tür riss seine Aufmerksamkeit von dem Blatt weg und ein Zweitklässler hatte mit Flitwick gesprochen. Dieser sah verwundert zu Harry rüber.

„Mr. Potter? Die Direktorin wünscht sie zu sprechen."

Ebenfalls überrascht, jedoch auch erleichtert, packte Harry seine Sachen und verließ das Klassenzimmer. Neugierig folgte er dem Zweitklässler zum Wasserspeier, hörte ihn das Passwort sagen („Erdbeergummibärchen") und schritt hinauf in das Büro. Beinahe wäre er aus Versehen hineingestürmt, besann sich aber rechtzeitig eines Besseren und klopfte höflich.

„Komm herein, Harry," hörte er ihre Stimme, also trat er auch ein. Professor White lehnte vor ihrem Schreibtisch und hatte ihn mit einem unangenehm tadelndem Blick begrüßt. Es war genug, um zu wissen, dass die Nachricht von ihr kam. Er versuchte nicht ganz so schuldbewusst auszusehen, denn ihm fiel erst jetzt wieder auf, dass sie ihn dazu ermahnt hatte sich mehr Mühe im Unterricht zu geben und was er gerade bei Flitwick tat, war wohl nicht wirklich viel Mühe geben von ihm. Das schlechte Gewissen wurde noch größer, weil sie ihn gerade anschwieg und es auf ihn so wirkte, als ob nicht sie ihn herbestellt hätte, sondern er sie aufsuchte.

„Schön, dass es ihnen wieder besser geht," sagte er schließlich und lächelte schief. Dass das saublöd war, kam ihm erst, als sie zu schmunzeln begann.

„Netter Versuch," würdigte sie amüsiert und deutete ihm an sich auf den Stuhl zu setzen. Harry tat wie gefordert und zog einen Schmollmund.

„Es tut mir leid, Professor White. Ich weiß, ich sollte mich besser beherrschen und aufpassen. Ich werd mich bessern. Versprochen."

„Wirklich?"

„Ja. Versprochen."

„Gut," sagte sie sanft und er sah erfreut auf. Ihr Ausdruck war freundlich und wieder milder. „Aber gerufen hab ich dich eigentlich wegen etwas anderem."

„Err – okay."

„Du und Draco Malfoy, wie genau würdest du das beschreiben, was zwischen euch vor sich geht?"

„Ein Riesen Groll?" rutschte ihm schneller heraus als er überhaupt denken konnte. Sofort nachdem es raus war, bereute er es und biss sich sofort auf die Lippen.

„Ich meine -"

„Es war deine ehrliche Meinung," sagte sie jedoch und so musste er sich nicht etwas ausdenken, um sich zu erklären. Harry war sich ohnehin nicht sicher, etwa überhaupt zu finden, denn es war am Ende tatsächlich nichts als die Wahrheit.

„Ich möchte euch beide das Wochenende auf eine Mission für den Orden schicken."

Und Harry fiel augenblicklich die Kinnlade hinab.

„WAS?! Wessen geisteskranke Idee war das denn?! Ich meinte -"

„Der junge Draco Malfoy," sprach White jedoch umsichtig, aber auch bestimmend, was insofern auch keine Wiederworte oder Unterbrechungen von seiner Seite aus zuließ. „Arbeitet für den Orden des Phönix genauso wie jeder andere von euch auch."

„Wieso?! Professor White. Er ist dafür verantwortlich, dass Snape Dumbledore überhaupt erst töten konnte. Er hätte fast Katie Bell getötet und -"

„Ich weiß von all seinen Taten. Du magst es mir nicht zutrauen, aber ich weiß durchaus was in all euren Gedanken vor sich geht, auch ohne meine Empathie einzusetzen. Bei Draco habe ich sie eingesetzt, um ganz sicher zu gehen, und ich kann dir garantieren, dass er nicht weniger Angst vor Voldemort hat und um sein Leben fürchtet, als jeder andere, der gegen ihn kämpft.

Er hat Fehler gemacht. Ihr seid alle Kinder -"

Sie machte eine kurze Pause und setzte etwas sanfter „gewesen" hinzu, denn sie waren alle nun volljährig in der Zaubererwelt.

„Kinder machen Fehler. Manchmal schlimmer als die Fehler der Erwachsenen, aber euch sollte die Möglichkeit gegeben sein diese wiedergutzumachen. Das ist es, was Draco tun will."

„Er will seine Fehler wiedergutmachen?" fragte er spöttisch, denn Harry konnte sich nicht im Mindesten vorstellen, wie dies überhaupt möglich war.

„Wir haben den Nebel von Ravenclaw verloren, was ein großer Verlust ist. Als Ersatz möchte ich den Nebel von Xerchia besorgen. Oder besser gesagt, ich möchte, dass du und Draco den Nebel von Xerchia besorgt."

„Ich und Malfoy?" sagte er sarkastisch.

„Und Hermine und Ron," fügte sie hinzu als hätte sie seinen Unterton nicht mal bemerkt.

„Das ist ein Scherz, nicht wahr?"

„Ich scherze selten, wenn es um Sicherheit geht. Jeder im Orden ist zur Zeit anderweitig beschäftigt. Ihr drei wolltet ohnehin damals nicht nach Hogwarts kommen, sondern die Horkruxe suchen. Jetzt sind es eben keine Horkruxe, sondern der Nebel von Xerchia. Und ihr nehmt Draco Malfoy mit."

„Warum?!" wandte Harry verständnislos ein. Die Missionn war für ihn ja okay, hätte er sogar ohne Wiederworte gemacht, aber ausgerechnet sein Erzrivale mitnehmen?!

„Weil auch wenn diese Aufgabe nicht ganz so gefährlich ist, wie die Suche nach den Nebeln der Gründer Hogwarts, es dennoch auch kein Kinderspiel ist. Je mehr ihr seid, um so schneller könnt ihr das ausführen. Ich kann jedoch keinen anderen dazu einteilen als euch."

„Wir schaffen das auch zu dritt."

White sah ihn traurig an.

„Harry, Ich weiß, du -" Sie machte eine kurze Pause, um die passenden Worte zu finden. „Hegst einen tiefen Groll gegen Draco Malfoy und soweit ich das beurteilen kann, ist es auch für jeden nachvollziehbar."

So trotzig er bis eben auch war und so sehr ihn es auch bisher wurmte, dass sie nicht auf seiner Seite stand, diese Bemerkung hatte ihn wieder milder gestimmt und er sah sie nun weniger verständnislos an.

„Dieser Auftrag ist jedoch für dich persönlich wichtig. Es wird sehr oft passieren, dass du mit jemanden zusammenarbeiten musst, mit dem du nicht zusammenarbeiten willst und dann kannst du nicht wie ein kleines Kind auf dem Boden stampfen und einfach ablehnen, weil es dir nicht in den Kram passt. Was du tun kannst ist mit demjenigen zu arbeiten und deine Aufgabe zu erfüllen. Manchmal sieht man dadurch ganz andere Seiten an demjenigen. Das sollst du hier lernen. Überwinde dich und arbeite mit Draco Malfoy.

Der Auftrag ist auch wegen eines anderen Grundes wichtig für dich. Ich habe Draco Malfoy auch nach Hogwarts geholt, weil ich spürte, wie tief deine Abneigung gegen ihn war, um Dark Breath in dir zu bewegen. Konzentriere dich auf diesem Auftrag, um Dark Breath in dir besser spüren zu können."

Dark Breath spüren?!" fragte er irritiert. „Und wie soll ich das bitte sehr tun? Ich hab noch nicht mal eine Ahnung, warum ich angeblich auf natürliche Weise White Breath bereits einsetze. Es fühlt sich immer genau gleich an. "

„Darüber werden wir nach deinem Einsatz sprechen. Was ich von dir möchte ist, dass du ganz genau beobachtest, was du tust und bei jedem Zauber und Gegenfluch, den du anwendest, möchte ich, dass du ganz genau auf dein Gefühl dabei achtest. Glaubst du, das ist möglich?"

„Ja, klar," sagte er sofort. White nickte zufrieden.


Und so warteten sie zu dritt vor dem Büro von McGonagall auf Malfoy, der langsam und mit ziemlich finsterer Miene auf sie zu stolzierte.

„Das ist ein schlechter Witz, nicht wahr?" sagte Ron ungläubig. Harry schüttelte den Kopf.

„Fürchte nicht."

„Malfoy?! Will Professor White wirklich, dass wir uns gegenseitig die Köpfe einreißen?!"

„Ach jetzt komm!" rügte Hermine streng. „Er hat genug durchgemacht und vielleicht ist er jetzt ja viel freundlicher als wir ihn vorher kannten."

Harry und Ron rollten die Augen, denn Hermine war offenbar nicht klar, dass sie hier schon ein Wunder von dem Slytherin Mitschüler erwartete.

„Dann mal los," sagte Malfoy als er mit tief genervten Blick bei ihnen auftauchte. „Je schneller wir das hinter uns bringen, umso besser für mich. Ihr stinkt mir nämlich gewaltig!"

Damit trat er ohne zu Klopfen in McGonagall's Büro hinein. Ron und Harry sahen Hermine dämlich an, welche feuerrot anlief.

„Na ja," versuchte sie es scheu. „Vielleicht wärmt er sich noch auf..."

Sie trat als zweites nach ihm rein, während Harry und Ron gegenseitig die Augen rollten.

„Wenn er Schwachsinn baut, darf ich den ersten Fluch auf ihn jagen," zischte Ron und Harry nickte zustimmend, denn sein Freund hatte seiner Meinung nach alles Recht der Welt dazu, nachdem was er in der Vergangenheit schon alles von Malfoy hatte erdulden müssen.

Über den Kamin in McGonagall's Büro reisten sie zum Kamin eines anderen Hauses, wo sie eine viel ältere Hexe mit blonden, langen Haaren bis zum Becken hinab begrüßte. Sie hatte hellgrüne Augen und trug einen Orangefarbenen Umhang, was zeigte, dass sie gerade erst nach Hause gekommen sein musste, wenn sie ihn noch nicht mal ausgezogen hatte. Sie wirkte eigentlich sehr freundlich, wie Harry an ihrem offenen Lächeln feststellte.

„Ich mach euch gleich etwas Tee zum aufwärmen und auf dem Tisch im Wohnzimmer sind Kekse für euch alle. Wenn ihr euch etwas ausgeruht habt, bring ich euch wie von Professor White gewünscht, zu dem alten Herrenhaus.

Draco? Du weißt ja, wie du hoch kommst."

Er nickte wortlos, ignorierte die anderen drei und war prompt über die Treppe nach oben verschwunden. Harry sah ihm misstrauisch nach, aber die Hexe hatte den drei angedeutet nun ins Wohnzimmer zu kommen, um sich aufzuwärmen.

„Was ist da oben?" fragte Harry frei heraus, auch wenn das unhöflich klang.

„Räumlichkeiten," antwortete die Hexe mit einem leichten Schmunzeln, was zeigte, dass sie sehr wohl wusste, worauf Harry eigentlich hinaus wollte. Er hatte keine Lust auf Spielchen und wollte seine Frage anders stellen, da fuhr die Hexe jedoch bereits fort. „Deine Frage hätte besser lauten sollen: Wer ist da oben? Seine Mutter. Narzissa Malfoy."

Alle drei zuckten direkt überrascht auf.

„Ihr habt sicherlich gehört, was mit ihr passiert ist?"

Sie nickten mit beklommenen Mienen. Die Hexe schwang ihren Zauberstab und eine dampfende Teekanne, sowie vier Tassen schwebten auf den Tisch.

„Dacht ich's mir. Professor White hätte euch nicht hergeschickt, wenn es anders wäre. Ich denke, es ist nur angemessen, wenn wir dem jungen Draco Malfoy etwas Zeit mit seiner kranken Mutter geben."

„Wie geht es ihr?" fragte Hermine sanft und entschieden höflicher als Harry vorher. „Hat sich ihr Zustand schon gebessert?"

„Ich fürchte nicht. Bellatrix und Rudolphus Lestrange sind, was die Magie betrifft, wirklich sehr stark. In ihrem Charakter sehr unbarmherzig, gar kaltblütig. So was stellt sich leider nicht von heute auf morgen ein. Es ist sehr viel Geduld gefordert."

Statt Magie zu benutzen, goss die Hexe ihnen allen den Tee mit der Hand in die Tassen ein und schob jede jeweils eine zu.

„Danke, Miss – uhm," begann Hermine. Die Frau lächelte mild.

„Oh, wie grob von mir. Mein Name ist Miss Yorick. Acacia Yorick."

Hermine und Ron lächelten freundlich und stellten sich ebenfalls vor. Harry aber war sofort zu Eis erstarrt. Er kannte diesen Namen doch... Yorick war seine Reaktion nicht entfallen, dennoch, ihr Ausdruck war nach wie vor freundlich.

„Ich sehe, ich bin dir nicht fremd, Harry."

Er nickte misstrauisch. Während Hermine und Ron beide verwirrt ansahen, hatte Harry seinen Blick nicht von Yorick genommen und die Hexe hielt dem stand.

„Ich bin mir sicher, du hast viele Fragen. Wäre ich an deiner Stelle, ich hätte sie. Leider sind meine Worte zu diesem Zeitpunkt nicht für deine Ohren bestimmt und nur sehr begrenzt. Was ich jetzt zu tun habe ist euch in das alte Herrenhaus in diesem Dorf zu führen und euch abzuholen, wenn alles geschehen ist, was geschehen soll."

Hermine sah Harry fragend an, als er sich endlich von Yorick los riss, welche als erstes den Blickkontakt unterbrochen hatte und die Teekanne zurück zum Spülbecken zauberte. Er schüttelte nur den Kopf, um ihr zu zeigen, dass er sich selber unsicher war.

„Ich verstehe nicht," sagte er schließlich. „Wieso nicht jetzt?"

Yorick sah traurig zurück, ihr hübsches Lächeln war jedoch nicht verschwunden.

„Ungeduld ist wirklich eine Bürde. Du trägst so viel Misstrauen mit dir herum, Harry. So gar nicht wie dein Vater. Wieso ist das so?"

Er versuchte etwas zu sagen, sich zu erklären, aber stattdessen schwieg er mit offenem Mund. Sie wirkte keineswegs böse oder beleidigt, eher betroffen über diese Erkenntnis.

„Sie kannten meinen Vater?"

„Kennen ist nicht das richtige Wort," sagte Yorick sanft. „Ich hatte das Privileg ihm zu begegnen. Er war ein wirklich sehr aufgeschlossener und tapferer Mann. Für jemanden wie mich ist es nicht leicht in der Zaubererwelt zu leben. Bevor ich ihm begegnete, zog ich mich über Jahrzehnte lang zurück. Lies die Zaubererschaft im Glauben, dass es mich längst nicht mehr gäbe. Es war mein fester Entschluss dies dabei zu belassen, nachdem mir etwas so Wichtiges für immer genommen wurde."

Auf die nach wie vor verwirrten Blicke der drei, fuhr sie mit sehr trauriger Stimme fort.

„Eltern sollten ihre Kinder nicht überleben. Dies ist ein unsagbarer Schmerz, den niemand nachempfinden kann, der diese Schuhe nicht selber einmal anprobieren musste.

Ich habe meinen Sohn verloren, weil ich helfen wollte. Nicht jeder hält viel von Prophezeiungen und Furcht treibt einen manchmal zu undenkbarem Handeln. Nach seinem Tod zog ich mich zurück. Für mich war jeder nur noch schlecht. Ich wollte niemanden mehr sehen, mit niemandem mehr reden. Alleine sein und meinen Kummer in der Stille vergraben. Ich ließ alle im Glauben, ich wäre von Schergen des dunklen Lords getötet worden.

Dann kam der Tag an dem ich deinen Vater traf. Mit seinem Wesen, seinem sein, gab er mir etwas zurück, was ich glaubte, nie wieder mehr empfinden zu können. Zuversicht."

„Sie sind also Wahrsagerin?" fragte Ron überrascht. Yorick lächelte traurig.

„Ich bevorzuge die Beschreibung: Erzählerin von Geschichten, hinter der oft mehr Wahrheit steckt, als das bloße Auge wahrnimmt. Ich weiß, dass ihr das Fach Wahrsagen in Hogwarts habt und auch, dass gerade Harry und Hermine alles andere als begeistert von dem sind, was sie dort im Zuge ihrer Ausbildung mitbekommen haben."

„Und sie können oder wollen mir jetzt nicht mehr erzählen, was dies mit meinem Vater zu tun hatte? Ich bin mir nämlich sicher, dass er eine Geschichte von ihnen im Bezug auf Black Heart kennt."

„Geschichten über Black Heart zu kennen und sie weiterzugeben, hat bisher stets nur Schaden mit sich gebracht. Viele verstehen nicht, dass sie genauso handeln, wie wir es in unseren Geschichten erzählen, sobald sie die Geschichte kennen und anders würden, wenn sie es nicht gekannt hätten.

So wie bei deinem Vater geschehen. Manchmal ist es gut, manchmal auch nicht.

Nun aber solltet ihr aufbrechen. Der Nebel von Xerchia wartet nur darauf von euch gefunden zu werden. Du solltest vielleicht mal nach oben gehen und deinem Weggefährten holen."

Da dies kein Vorschlag war, mehr eine Anweisung, stand Harry auch auf und schritt nach oben, um Malfoy zu holen, obgleich er weiterhin alles andere als verstand was nun zwischen seinem Vater und dieser Hexe vor sich gegangen war und was seinen Vater damals so verstört hatte.

„Du hältst nicht viel von dem, was du hier erfährst, nicht wahr, Hermine?" hörte er Yorick sagen. „Das ist in Ordnung. Ich nehme es nicht persönlich, denn mit deiner Meinung tötest du schließlich niemanden."

„Es tut mir leid," sagte Hermine ehrlich. „Es tut mir wirklich leid, was mit ihrem Sohn passiert ist, Miss Yorick. Aber Wahrsagen... Es ist ungenaue Zauberei und es ruiniert das Leben von Unschuldigen und derer, die naiv genug sind daran zu glauben."

„Da gebe ich dir vollkommen recht. Auch für mich ist diese Gabe ein Fluch gewesen."

Oben angekommen sah Harry, dass es mehrere Räume gab. Von einem Raum war die Tür offen und er schritt zuerst in dieses Zimmer hinein, um nicht wahllos alle geschlossenen Zimmer nach Malfoy durchsuchen zu müssen. Leider war dieser nicht da und Harry ließ die Schultern hängen. Wär auch zu einfach gewesen. Er wollte gerade wieder den offenen Raum verlassen, da hielt er jedoch inne. Er drehte sich wieder um und betrachtete das Zimmer genauer. Es brauchte einen Moment, aber dann war er sich sicher. Dies war dasselbe, in dem Professor White den Brief von Dumbledore las. Er erkannte die Fensterbank, die Sicht aus dem Fenster, den Boden, die Wände, alles in der Umgebung erinnerte ihn an den Ort, den er sah als er sich in der Erinnerung der Professorin befand.

„In der Tat," sagte Yorick und Harry wandte sich ihr erschrocken zu. Er hatte sie gar nicht kommen hören. „Professor White war eine ganze Weile lang hier. Die Magie nimmt manchmal seltsame Wege. Als Geschichtenerzählerin, nehme ich sie stärker wahr und im Gegensatz zu anderen, lasse ich mich von ihr leiten und stelle mich nicht mit aller Macht dagegen. Und dann gibt es diejenigen, die sie ignorieren. So wie du. Du nimmst die Magie Gryffindor's in dir nicht mal wahr.

Was ist mit dir, Harry? Was wirst du tun?"

Er schwieg mit kritischem Blick, denn wenn er ehrlich war, dann wusste er nicht, was er darauf antworten sollte. Er hatte ja kaum ihre Worte verstanden, wie sollte er da eine Antwort geben? Yorick lächelte sanft.

„Mir ist eingefallen, dass ich dir hätte sagen sollen, wo das Zimmer von Narzissa Malfoy ist. Es ist den Gang herunter. Komm mit."

Sie schritt voraus und Harry folgte ihr vorsichtig.

„Gryffindor's Magie versucht dich zu leiten. Ich kann mir vorstellen, dass es für dich sehr schwer ist, es überhaupt wahrzunehmen. Dein Vater war 19 als er es zum ersten Mal spürte und selbst da war es für ihn noch immer schwer damit umzugehen. Ich weiß, dass du gerade erst 17 geworden bist. Als du in dieses Zimmer geschritten bist, was hat dich davon abgehalten es sofort wieder zu verlassen?"

„Eine Erinnerung," antwortete er misstrauisch.

„Bist du dir sicher?"

„Ja?"

Sie lächelte zart.

„Oder war es ein Gefühl?"

„Gibt es da ein Unterschied?"

„Gefühle bestimmen unser ganzes Leben, Harry. Hass, Liebe, Wut, Trauer, Sorge, Angst, Wut. Die Mitte zu finden, ist dein Ziel. Wenn du zulässt, dass eins Überhand nimmt, so wirst du niemals zum Ziel gelangen. Gryffindor's Magie ist kompliziert, aber es ist stärker als die von Slytherin, wenn du es denn zulässt. Wirst du es zulassen, Harry?"

Sie stoppten an einer Tür und Yorick klopfte sanft an. Dann öffnete sie die Tür und trat ein. Als auch Harry das Zimmer betrat, sprang Malfoy sofort mit feindlichem Blick auf.

„Was will der denn hier?!" raunzte er aufgebracht. Harry hatte nicht den Mitschüler angesehen, er ertappte sich dabei, wie er die Frau auf dem Bett beobachtete. Narzissa Malfoy kannte er nur von wenigen Treffen und lernte sie auch als eine arrogante, sehr überhebliche Hexe kennen, für die er kein bisschen Zuneigung empfand, weil sie sich selbst über andere stellte. Sie aber in diesem verletzten und erkrankten Zustand zu sehen und zu wissen, was passiert war, weckte in ihm nun doch tiefes Mitgefühl sowohl für sie als auch für Draco.

„Es wird Zeit," sagte Yorick freundlich und ignorierte den böswilligen Ton in der Stimme des Jungen. „Ihr solltet nun zum Herrenhaus aufbrechen."

Malfoy schnaubte verächtlich während Yorick Harry mit sich wieder raus schob und nach unten zu den anderen führte. Malfoy kam nur wenige Sekunden nach ihnen heruntergestampft, sein Ausdruck hatte nichts als Verachtung und Zorn für die Anwesenden übrig.

„Nun denn," sagte die Hexe mit einem sanften Lächeln. „Dann mal los."

Während Ron, Hermine und Draco das Haus vor ihnen verlassen hatten, folgte Harry ihnen mit der Hexe als letztes.

„Und?" flüsterte sie leise genug, so dass nur er es hören konnte. „Was fühltest du nun? Etwas, von dem du nicht gedacht hättest, es jemals zu tun?"


Sie schritten eine ganze Weile lang einen langen Pfad entlang, welcher Harry sehr an den Weg nach Hogsmeade erinnerte. Es befanden sich keine anderen Menschen hier, nur Tiere. Eichhörnchen, hier und da ein Fuchs, Vögel auf den Ästen oder in den Lüften über ihnen. Es war eine unglaublich, ruhige und verlassene Gegend und gleichzeitig alles andere als unheimlich. Harry zumindest empfand es als einladend, als ob es nirgendwo friedlicher war als hier.

Was er fühlte? Mitleid. Wollte sie darauf hinaus? Natürlich dachte er nicht, dass er mal Mitleid mit Narzissa Malfoy und ihrem Sohn empfinden würde, aber war das nicht normal in Anbetracht der Situation? Hätte das nicht jeder getan? Oder zumindest fast jeder... Oder doch nicht?

„Hier wären wir."

Yorick's Stimme holte ihn aus seinen Gedanken und erst jetzt erkannte er, dass sie direkt vor einem sehr großen, alten Herrenhaus standen. Es war alt und wirkte mehr wie eine Ruine als eine Villa.

„Ich werde hier warten," sagte die Hexe, hatte sie alle freundlich angelächelt und trat dann zur Seite. Ron, Hermine und Harry tauschten verwirrte Blicke, während Malfoy einfach mürrisch voraus schritt. Die drei folgten und sie traten gemeinsam durch die quietschende, alte Holztüre.

„Und wo sollen wir nun bitte suchen?" fragte Ron perplex. „Sollen wir jeden Stein umdrehen oder was?"

„Da hast du doch Übung darin," blaffte Malfoy spöttisch und ging einfach weg Richtung oberes Stockwerk.

„Sollten wir nicht lieber zusammen suchen?" rief ihm Hermine hinterher, aber Draco lachte dreckig.

„Als ob ich je mit nem Schlammblut, Blutsverräter und nem Narbengesicht zusammen suchen möchte."

„Als ob wir wirklich mit nem Arschloch zusammen suchen wollen würden!" rief Ron ihm laut hinterher, aber Malfoy war verschwunden noch bevor der Satz zu Ende gesprochen war. Dass dem Freund das aufregte hätte Harry auch gewusst ohne sein wütendes Gesicht zu sehen.

„Sucht ihr beide doch hier unten und ich geh auch rauf und such da."

„Wir sollen also wirklich jeden Stein umdrehen?"

„So wie wir das Medaillon auch gesucht haben," sagte Harry und zuckte die Schultern. „Bleibt uns wohl nichts anders übrig."

Harry folgte Malfoy nach oben, ging in das erste Zimmer hinein und nahm seinen Zauberstab heraus.

„Accio Nebel von Xerchia?"

Nichts. Wär auch zu leicht gewesen, dachte Harry frustriert. Er suchte eine Weile, öffnete hier quietschend, dreckige Schubladen, wischte dort Staub zur Seite, um herumliegende verpackte Kartons öffnen zu können, zauberte mit dem Alohomora hier Schränke auf, holte mit dem Schwebezauber hier etwas von einem zu hohen Regal herab, aber gefunden hatte er den gesuchten Ball nicht. Einen großartigen Unterschied in seiner Magie machte er ebenfalls nichts aus und langsam verzweifelte er an diesem blöden erspüren. Was für ein Schwachsinn!

Er hörte plötzlich einen harten Schlag, als ob jemand seine Faust gegen einen Schrank gestoßen hätte und nur wenige Augenblicke später hörte er noch etwas, dass ihn auf der Stelle erstarren ließ. Ein weinen und nachdem er es nun öfters gehört hatte, wusste er auch, von wem es kam.

Harry hätte es ignorieren können, versuchte sich zu sagen, dass es Malfoy doch nicht besser verdient hatte, nach dem, was für ein Vollidiot er 6 Jahre lang gewesen war und was er im letzten Jahr alles verbrochen hatte. Magie nahm seinen Weg und nun bestrafte es ihn eben. Dennoch, Harry fühlte mit dem Slytherin Mitschüler und das Weinen zerrte an ihm.

Langsam schritt Harry in das Nebenzimmer, wo er Malfoy mit dem Rücken zu ihm stehen sah. Der Mitschüler lehnte mit dem Kopf an seinem Arm an der Wand und weinte noch immer. Nun fühlte er sich selbst schlecht, weil seine Worte hart waren. Nein, keiner hatte das verdient, was Malfoy gerade durchmachte, genauso wenig, wie er, Harry, es verdient hatte, dass Voldemort ihm seine Eltern als Baby weggenommen hatte.

„Hör zu -" begann Harry und prompt hatte sich Malfoy mit zornigem Blick umgedreht. Seine Augen waren rot, die Tränen in dem Gesicht noch sichtbar und dennoch überwog die Wut in seinem Gegenüber.

„Gefällt dir das?! Ja?!" blaffte er ihn grimmig an. „Konntest es wohl nicht abwarten deinen Triumph zu sehen? Der große Harry Potter hat gesiegt!"

„Ich -"

„Das eins klar ist! Ich helfe nicht dir! Du bist nur ein Weichei ohne jegliches Rückgrat. Der dunkle Lord wird dich so was von zerquetschen, dass dir hören und sehen vergehen wird! Das was ich hier tue, tue ich nicht für so ein Schwächling, von dem jeder Idiot glaubt, er sei der Auserwählte!"

„Und wofür dann?" fragte Harry kühl. Er hatte diese Beleidigungen so oft gehört, sie machten ihm mittlerweile schon gar nichts mehr aus. Zu oft hatte er schlimmeres mitgemacht und gefühlt, als dass ihn Worte eines Rivalen wie Malfoys noch hätten verletzten oder aufregen können.

Malfoy sah ihn mit so tiefer Abneigung an, es war unverkennbar, dass sie beide wohl nie Freunde hätten sein können. Viel zu viel Zwietracht und Verbitterung herrschte mittlerweile zwischen ihnen.

„Ich helfe Professor White," sagte er kalt und verließ den Raum. Natürlich rempelte er Harry rücksichtslos dabei an, aber ihm machte das nichts mehr aus. Irgendwie überwog das Mitleid in ihm.

„Hör zu, Draco," sagte er entschlossen. Malfoy war tatsächlich stehen geblieben, umgedreht hatte er sich jedoch nicht. „Egal, was du von mir denkst. Ich fühle kein Triumph. Mir tut das leid wegen deiner Mutter."

Malfoy lachte verbittert.

„Keine Anekdote, dass ich es nicht besser verdient habe, nach allem, wie ich mit Longbottom deswegen umgesprungen bin? Ich wusste von seinen Eltern."

„Nein," sagte er ehrlich. „Keiner hat so etwas verdient, egal was man gemacht hat."

Draco drehte sich ihm nun zu und eine Weile sahen sich die beiden ehemaligen Konkurrenten an. Ehemalig, weil sie in diesem Moment übereinkamen, dass sie zwar niemals große Freunde werden würden, aber sie auch nicht länger verfeindet sein mussten. Malfoy nickte und nachdem auch Harry das direkt nach ihm tat, suchte der Slytherin im selben Raum weiter. Sie sprachen nichts mehr miteinander, denn das war unnötig, aber Harry musste zugeben, dass er sich anders fühlte, nachdem diese eine Sache aus der Welt geschaffen war.

Es dauerte bis in den Abend hinein, dass sie den Nebel Xerchia's endlich fanden. Hermine hatte ihn mit wenigen Zaubern in einem versteckten Raum hinter einem Bücherregal ausgemacht. Harry hatte gar nicht daran gedacht irgendwelche Zauber anzuwenden, die Geheimgänge aufgedeckt hätten. Sie verließen das Herrenhaus wieder und stießen zu Yorick dazu, die tatsächlich all die Stunden vor dem Haus auf sie gewartet hatte und kein bisschen ungeduldig wirkte. Im Gegenteil, sie sah aus als ob sie gerade eine wunderbare Zeit an der frischen Natur genossen hätte.

Sie brachte die Truppe zurück in ihr Haus und von da aus reisten zumindest Ron und Hermine zurück nach Hogwarts. Draco verabschiedete sich etwas länger von seiner Mutter und würde nachkommen. Harry und Yorick blieben am Kamin stehen und eigentlich hätte er als nächstes reisen sollen, stattdessen aber wandte er sich der Hexe zu.

„Warum war Professor White hier? Und nicht bei Dumbledore?"

Sie sah ihn verwundert an, woraufhin er sofort ein schlechtes Gewissen bekam, weil er schon wieder mit der Tür ins Haus fiel.

„Wenn ich fragen darf, Miss Yorick?"

Sie lächelte einerseits traurig, andererseits sah er aber auch ein merkwürdig sensibles Leuchten in ihren Augen.

„Du meinst, warum sie hier war, und nicht bei dir?"

Er sagte nichts, aber sie hatte tatsächlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Wieder fühlte er sich wie ein kleines Kind, das nicht bekam was es wollte und deswegen beleidigt war.

„Ich weiß, dass sie kaum einen eingeweiht hat, was nicht bedeutet, dass es nicht passieren wird. Du weißt sicherlich, was ihr passiert war?"

„Ja. Sie bekam den Kuss des Dementors."

„Den Körper die Seele zu entreißen ist ein sehr schmerzhafter Vorgang und es ist absurd anzunehmen, dass der dabei entstehende Schaden mit einem einfachen Zaubertrank einfach bereinigt werden kann."

Harry schluckte hart. Meinte sie das, was er tatsächlich glaubte? Er erinnerte sich an ihre Lehrstunden, die Verletzungen, die sie sich beim letzten Duell mit ihm zuzog und nicht hätten sein sollen, weil der Effekt bei ihm doch auch nicht so schlimm gewesen war. Er erinnerte sich an ihr Duell gegen die Phowlyris und auch da verstand er ihren plötzlichen Aussetzer nicht. Nun aber machte es Sinn.

„Sie ist krank?" fragte er aufgelöst.

Yorick nickte betrübt.

Todkrank. Sie wäre nicht zurückgekehrt, wäre Albus Dumbledore nicht gestorben. Sie war hier, um zu sterben."

Eiseskälte hatte sein Innerstes eingenommen. Gerade begann er sie in seinem Leben zu akzeptieren, sie als die Person zu sehen, die seine Eltern für ihn vorsahen. Wieder war es geschehen. Er begann sie zu mögen und nun das.

„Ich rate dir daher, die Zeit, die du mit ihr noch hast, gut zu nutzen. Verschwende sie nicht mit Misstrauen oder damit verletzt zu sein. Zeit ist kostbar und wenn sie uns gegeben wird, so sollten wir sie auch nutzen."

Er nickte bedrückt, bedankte sich und stieg dann in den Kamin, um ebenfalls zurück nach Hogwarts zu reisen.


McGonagall hatte den Ball an sich genommen und ihnen mitgeteilt, dass sie es an Professor White übergeben würde, sobald sie wieder zurückkam. Sie schickte sie alle zurück in ihren Gemeinschaftsraum. Harry hatte keinen von ihnen erzählt, was er von Yorick gehört hatte. Zuerst wollte er es von White selber hören, wissen, warum sie keinem etwas davon erzählte und wie lange sie überhaupt noch hatte. Er lernte nicht, wie die anderen, sondern starrte unentwegt auf die Karte des Rumtreibers. White tauchte nicht auf. Genauso wenig aber konnte er es für sich behalten und so entschuldigte er sich bei seinen Freunden und ging zu Remus' Büro. Er klopfte, aber keiner öffnete. Die Karte verriet ihm, dass der Freund nicht in seinem Büro war, genauso wenig Tonks. Da! White's Name tauchte auf. Bei Professor McGonagall's Büro! Remus und Tonks Namen waren ebenfalls da. Harry lief sofort darauf zu, fest entschlossen zu warten, bis White heraus kam, doch die Tür zu McGonagall's Büro stand ein Spalt weit auf und die Stimmen drangen heraus ohne dass er es beabsichtigt hatte zu lauschen.

„Das war unverantwortlich von dir!" sagte Remus harsch. „Was hast du dir dabei gedacht?!"

Er fragte sich, ob sie wohl auch gerade erfahren hatten, dass White todkrank war und der Freund deswegen so aufgebracht reagierte?

„Er ist wieder da, Remus," sagte White und zum ersten Mal hatte er das Gefühl als ob sie den Freund anflehte sie zu verstehen.

„Aber zu welchem Preis, Anna?" entgegnete Remus und war keineswegs milder gestimmt.

„Ist das wichtig?"

„Es ist wichtig! Wäre Dumbledore noch hier -"

„Aber er ist es nicht!"

„Ich dachte, er hatte dir verboten so was zu tun!"

„Dumbledore ist tot!"

„Ich bitte euch beide euch zu mäßigen!" warf McGongall streng ein und Harry sah durch den Spalt, dass dies beide aus Respekt ihrer ehemaligen Lehrerin gegenüber auch taten. „Wir sind hier doch nicht im Kindergarten."

„Wo ist er jetzt?" fragte Tonks.

Harry wurde neugierig. Wer war er?!

„Bei Stradford," antwortete White leise. „Verstehst du denn nicht, dass ich es nicht nicht tun konnte?"

„Nein," sagte Remus ernst, dann aber sah Harry, wie der Freund traurig den Kopf schüttelte und mit trauriger Stimme widerrief. „Doch... Dennoch, du hättest es nicht tun sollen."

Auf White's Gesicht hatte sich nun ein zärtliches Lächeln gebildet, dann aber verging dieses kleine Zeichen von Freude wieder. Es war dieser Moment, in dem Harry zusammenzuckte, weil sie ihn durch den Spalt erspäht hatte. Einen Moment zögerte er die Beine in die Hand zu nehmen, um schnell das Weite zu suchen, da hatte White ihn jedoch gedeutet einzutreten. Tonks, Remus und McGonagall waren nicht minder verwundert als er die Tür ganz aufschob und sich zu ihnen stellte.

„Entschuldigung," sagte Harry unangenehm. „Sie waren alle – uhm – hörbar."

„Gibt es etwas dringendes, Mr. Potter, oder weswegen standen sie vor meiner Tür?" fragte McGonagall scharf.

„Ich wollte mit Professor White sprechen," sagte er wahrheitsgemäß. Er war schließlich tatsächlich nicht gekommen, um zu lauschen, hoffte aber inständig dass keiner fragte, warum er ausgerechnet bei McGonagall nach der Direktorin suchte.

„Der Zeitpunkt ist ungünstig, Potter."

„Nein," wandte Professor White jedoch ein. „Ist schon gut. Wir sind hier ohnehin erst mal fertig. Remus, Tonks, wenn ihr wollt, könnt ihr nach ihm sehen. Er ist nun im selben Versteck wie Narzissa Malfoy. Er wird euch noch nicht erkennen, aber.. nur falls ihr wollt... Harry? Folge mir."

White verließ das Büro von McGonagall und schritt auf ihr eigenes zu. Harry folgte ihr nach einem kurzen Blick zu den anderen rüber. Jeder von ihnen wirkte noch immer entsetzt und er konnte nicht aufhören sich selbst zu fragen, wer er war. Noch einer, den er selber kennen sollte, aber aus bestimmten Gründen nicht tat und nun so wie White auf überraschende Weise einfach zurückgekehrt war?!

Er war ihr bis in ihr Büro hinein gefolgt, wo sie ihn deutete sich zu setzen.

„Ich denke, ich weiß, warum du mit mir reden willst," setzte sie in einer sehr gefühlvollen Stimmung an. „Miss Yorick hat mir erzählt, dass du es von ihr erfahren hast."

Er nickte, wenn auch etwas irritiert. Musste er doch seine Gedanken von dem gerade gehörten Gespräch erst wieder losreißen.

„Wieso haben Sie mir nichts davon gesagt?"

„Ich nehme an, Selbstschutz," antwortete White sanft. „Viele vom Orden wissen nichts davon und ich möchte dich bitten, dies auch für dich zu behalten. Als Dumbledore starb, hatten viele von ihnen die Hoffnung aufgegeben und glaubten, dass ihnen nun keine andere Wahl blieb, als die Dunkelheit unter Voldemort zu ertragen.

Ich weiß, dass viele von Ihnen glauben, ich könnte ihn ersetzen und darauf bauen, dass ich da bin. Diese Hoffnung wollte ich ihnen nicht auch noch nehmen."

„Wie lange haben sie noch?"

„Das weiß ich leider nicht. Ich kann nur selber auch nur raten. Ich bezweifle, dass Severus Snape von seinem Misslingen weiß oder Hogwarts wäre längst in der Hand von Voldemort."

„Gibt es denn keine Möglichkeit zu helfen?" fragte er direkt und ertappte sich selbst dabei, wie sehr er sich wünschte, dass sie Ja sagte, ihm mitteilte, was sie tun konnten und sie erneut gemeinsam auf eine Reise aufbrachen, an deren Ende sie zurückkamen und alles wieder gut war.

„Ich fürchte nicht," antwortete White bestürzt. Harry senkte niedergeschlagen den Kopf. Dies war das Letzte, was er hören wollte und er spürte einen schmerzhaften Stich in seinem Herzen an derselben Stelle, an der es stach als er hörte, dass Sirius gestorben war.

„Deswegen wollten Sie nicht zurückkommen, nicht wahr?"

Nun verstand er es... Er wollte ihnen nicht das nehmen, was sie gerade dabei waren zu entwickeln.

„Es tut mir leid, dass du es so erfahren musstest. Ich hatte gehofft, es gäbe andere Wege. Dennoch, ich komme nicht umhin festzustellen, wie sehr es mich rührt, dass es dir nicht egal ist."

„Egal?" fragte Harry verwirrt.

„Und was ich noch spüre ist die Stärke, die du mit dir trägst. Du weißt davon und doch erträgst du es, wie ein richtiger Mann. Dein Herz ist stark, Harry und ich gebe es zu, wenn ich mich geirrt habe. Ich bin wirklich stolz auf dich."

War er denn wirklich stark? Er fühlte sich nicht so.

„Ich möchte dich bitten, dies auch Jilli und Brian gegenüber zu verschweigen."

„Aber -"

„Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass ich diesen Krieg gegen Voldemort ohnehin nicht überlebe und ist es nicht besser, wenn sie glauben, dass ich gefallen bin? Es ist leichter zu ertragen, als wenn man sich darauf vorbereiten muss."

Harry nickte nicht, er war viel zu bedrückt und durcheinander, um noch klar zu denken. White lächelte sanft.

„Und nun, erzählst du mir deine Erlebnisse? Was hast du gefühlt bei den Zaubern, die du auf der Suche nach dem Nebel von Xerchia angewendet hast?"

„Err -" machte Harry äußerst unangenehm. Er brauchte etwas, um damit klar zu kommen, dass sie tatsächlich über etwas so langweiliges jetzt reden wollte.