Nächstes =)
Review:
Mannequin: Haioh =)
Oha, wie heißt der Film denn?
Es kommt bei mir beim Krimi anschauen auch immer drauf an. Zu brutal, eklig und blutig mag ich es nicht, also wenn's schon fast eher Thriller oder Horror ähnelt. Bin ich viel zu ängstlich und weich dafür.
Ich glaub, das war der Grund, warum Trump gewählt wurde. Da gabs wohl viele drüben, die dachten, wieder ein Politiker wollten sie nicht. Ist zwar dumm, aber nun ist es passiert. Und ich weiß gar nicht, ob er so viel tun kann und das ist nun glaub ich sogar ganz gut. Obama hatte ja auch viele Ziele und glaubte noch an vieles, bevor er Präsident wurde und konnte vieles davon nicht umsetzen, weil es eben an den Republikanern gescheitert ist. Wird Trump wahrscheinlich nicht anders gehen, nur scheitert er dann womöglich an Demokraten und Republikaner. Das ist ja glaub ich das gute an der Demokratie, dass selbst der Präsident kein Alleingang unternehmen kann. Hoff ich zumindest ^^ Wir werden es die nächsten 4 Jahre sehen.
Dito. Ich schalt mittlerweile auch oft auf Lautlos, weil ich das nicht mehr hören kann. Mein Bruder meinte, dass er nicht wählen geht, weil ihm keine Partei mehr zusagt. Ich meinte dann, dass er aber eine Stimme habe und es am Ende wie in Großbritannien oder Amerika ausgehen könnte, dass etwas gewählt wird, was man selber erst recht nicht wollte, weil man nicht wählen war. Antwortete er, wenn er wählen geht, wählt er die Tierschutzpartei XD.
Uha, hab die Werbung im Fernsehen gesehen. Erzähl mir doch dann, wie der Film so ist und wie es dir gefallen hat =) Glaub auch, dass vor allem die Stimmung schön ist und es viel vertrautes wiedergibt. Viel Spaß heute Abend dabei.
Hehe, nein, du erinnerst dich schon richtig. Da hatte ich damals auch gemerkt, dass es zwischen den beiden knisterte und das sollte es ja eigentlich nicht. Zwischen ihnen sollte es eigentlich sein wie zwischen Anna und James. Bruder und Schwester. Ich hätte die beiden niemals ein Paar werden lassen können, nicht mal für kurze Zeit. James hätte es Sirius sehr übel genommen, wenn er trotz des Wissens von James' Gefühlen gegenüber Lilli begonnen hätte sie zu daten und es hätte ihrer Freundschaft einen ziemlichen Schlag verpasst.
Kuhl =) Hatte ein wenig bedenken, dass ihr das alle womöglich nicht gut aufnehmt, so von wegen es war doch Krieg und passiert schon, dass jemand verschwindet und nicht wieder auftaucht und ihn wieder zurückzuholen ist unwirklich. Aber so, puh – erleichtert bin -. Als ich nämlich die Bücher gelesen habe, ist mir das mit Caradoc Dearborn irgendwie hängen geblieben, weil er der Einzige aus dem Orden war, von dem jede Spur fehlte und keiner wusste, was mit ihm passiert war und er war ja nicht irgendwer. Er war ein Mitglied im Orden.
Da bin ich wie du. Mir tut es auch immer sofort leid, wenn ich lese, höre oder sehe, dass jemand alleine und einsam ist und die Nähe zu anderen Leuten sucht. Da ist dann die ganze Gruppe so, wie ich sie haben will, offen und nehmen ihn auch auf. Die Mädels sehen so was halt nur eher, während die Jungs erst mit dem Kopf drauf gestoßen werden müssen.
Mr Potter's Brief an Anna kommt in CofX, Dearborn's Wissen von James in einem der späteren Kapitel hier in BHIII.
Ehrlich gesagt, war es lange Zeit nur geplant Dearborn zurückzuholen und hier ging es lange auch nur um Dearborn. Aber nachdem ich herausfand, dass du zum Beispiel gemocht hättest, wenn Sirius in den HP Büchern wieder zurückkommt und auch die anderen Leser beim leisen nachfühlen den Gedanken mochten, hab ich den ursprünglich roten Faden ein wenig neue Farbe gegeben XD
Wird für mich selbst auch eine Herausforderung sein, aber ich mag den Gedanken und glaub, dass es auch gut wird mit ihm.
Remus hat sich aufgeregt, weil Anna schon wieder, wie auch schon damals in CofX, um sich und Sirius aus der Gefangenschaft von Voldemort zu befreien, mit ihrer Lebenszeit gespielt hat. Er weiß ja noch nicht, dass sie Todkrank ist und Anna hat erneut diese Art Magie benutzt, um Dearborn aus dem Stillstand der ewigen Phowlyris zu befreien. Das hat sie wiederum gemacht, weil sie Dearborn wirklich wieder befreien wollte, aber auch, weil sie ihn brauchte, um Sirius wieder zurückzuholen.
Ich bin ehrlich gesagt auch gespannt, wie sich das zwischen ihnen entwickelt. Das mit Sirius steht ja noch nicht so lange und das meiste kommt gerade erst auf.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
Chapter 20 – The worth of a life III
Die 21jährige Anna White stand am Geländer des Balkons ihrer Wohnung und blickte gedankenverloren in die Ferne. Es war ein klarer Abend und einzigartig, um die Sterne am Himmel zu beobachten. Ihr unterschiedlich helles Leuchten hatte etwas beruhigendes und gab einen das Gefühl von Klarheit und Frieden. In der letzten Zeit gab es solche Abende nur sehr selten. Sie wollte es genießen.
„Weißt du, was ich mich gefragt habe?"
Sirius stellte sich neben sie und schmunzelte sanft. Sie runzelte verwundert die Stirn.
„Was?"
„Prongs hat doch Kohle ohne Ende?"
„Und du hast dich gefragt, wie viel Kohle?!"
„Aber es gibt Dinge," fuhr er fort und ignorierte ihren spöttischen Vorschlag. „Die kann man nicht mit Geld kaufen. Egal, wie viele Galleonen man wo auch immer rumliegen hat."
„Okay," sagte sie sanft, nachdem nun klar wurde, dass es etwas ernsteres sein würde.
„Abgesehen davon gibt es nichts, da bin ich mir sicher, dass er nicht für Lilli tun würde. Was wäre dir mein Leben wert?"
Sie sah ihn irritiert an ohne jedoch geantwortet zu haben. Sirius dagegen lächelte betrübt.
„An, es gibt nichts, was ich nicht für dich tun würde. Dein Leben ist für mich das Wichtigste. Ich würde keine Sekunde zögern zu tauschen, wenn du lebst und ich dafür meins geben müsste."
Er wartete einen Moment, aber selbst da kam noch keine Reaktion und auch kein Wort von ihr. Sie sah aus als ob er ihr erneut einen Antrag gemacht hätte und sie sowohl mit dem Gedanken spielte ihm erneut um den Hals zu fallen aber auch nun wirklich möglichst schnell das Weite zu suchen und damit durchaus auch die Möglichkeit in Betracht zog über den Balkon runter zu springen. Sirius grinste breit.
„PRONGS! GEWONNEN!"
Anna hatte sich endlich aus ihrer Starre gelöst und mit verengten Augen beobachtete sie wie James zwischen Tür und Angel erschien und beleidigt schmollte.
„Maaaaaaaan!" jammerte er und war mit Lilli und Remus zu ihnen auf den Balkon gekommen. Sirius hielt die Hand auf und James schmiss ihm das eingerollte kleine Pergament mit dem Gefallen rüber. „Sagt mal, sind Gefallen eigentlich vererbar? Ich weiß, dass sie nicht tauschbar sind, aber vererbbar?"
„Du willst deinen Kindern deine Gefallen vererben?" fragte Remus mit dem Anflug eines Lächelns.
„So viele Gefallen wie ich Padfoot bereits schulde werd ich das zu Lebzeiten nicht mehr erfüllen können."
Lilli hatte James dafür dämlich angesehen, der aber zuckte nur kurz mit dem Mundwinkel.
„Schon gut, schon gut. Ich brauch ne Todsichere wette, die ich gewinnen kann..."
„Vielleicht solltest du einfach weniger wetten?" schlug Lilli jedoch sanft vor.
„Ja!" schnaubte Anna beleidigt. „Vor allem auf Unschuldige, wenn dein bester Freund genau weiß, wie er dich an der Nase herumführen kann. Was war es diesmal für ne idiotische Wette? Ob ich mich traue Sirius den Kopf abzureißen oder nicht?!"
„Nah," antwortete James ohne überhaupt nachzudenken. „Ob du überhaupt darauf reagierst oder zur Statue erstarrst."
Sirius lachte.
„Und Ich hab gewonn -"
„Furunculus!"
„Scheiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!"
Heute
White sah wie auch an jenem Abend zum sternenklaren Himmel hinauf, jedoch stand sie heute am Balkon eines anderen Hauses und heute wusste sie, würde er auch nicht zu ihr herauskommen, um sie irgendwie aufzuziehen.
Hätte Sirius damals auch nur eine Sekunde länger gewartet, sie hätte seine Hand erfasst und ihn geküsst. Sie hätte ihm gesagt, dass sie dasselbe fühlte und auch alles für ihn tun würde. Selbst ihr Leben geben. White wandte sich vom Sternenschauspiel ab und blickte zurück ins Zimmer hinein. Da saß er. Der mittlerweile 38jährige Sirius Black. Sie hatte ihn hinter dem Schleier wieder zurückgeholt – oder zumindest das was von ihm übrig war. Er saß auf dem Bett und starrte in die Leere.
Harry saß vor ihm auf dem Bett und hatte seinen Patentonkel seit ihrer Ankunft nur beobachtet. Zu Beginn hatte er ihn angesprochen, begrüßt, aber Sirius reagierte darauf nicht und schwieg als hätte er ihn nicht mal wahrgenommen. Sein Zustand ähnelte dem von Neville's Mutter, als Harry sie damals im St. Mungo gesehen hatte.
Professor White erklärte ihm, dass sich hinter dem Schleier der Übergang zum Tod befand. Nachdem man den Schleier fand, gab es nur sehr wenige, die ihn wirklich studierten, was zuvorderst daran lag, dass die ersten beiden, die daran forschten, dabei umkamen. Deswegen schob man den Schleier auch in den Raum des Todes, wo sich nur sehr wenige trauten ihn näher zu betrachten und zu ergründen.
Caradoc Dearborn war der Letzte, der sich traute, sich damit zu beschäftigen. White erzählte Harry, dass der Zauberer zwar vorher schon nicht der Normalste Zeitgenosse war, nach dem er sich jedoch beim Schleier aufhielt, immer merkwürdiger wurde und stets nach einem Sinn für das Tun der Leute suchte. Dass dies mit seiner Forschung an dem Schleier zusammenhing, hatten Dumbledore und sie erst kurz vor seinem Verschwinden vermutet.
Nachdem er für Tot gehalten wurde, bewarb sich White für einen Posten in der Mysteriumsabteilung und wurde dank vieler Beziehungen auch angenommen, so dass sie sich ab da an mit dem Raum des Todes beschäftigen konnte.
„Hinter dem Schleier befindet sich der Atem des Todes," sagte White und Harry sah von Sirius zu ihr rüber. Sie hatte die Tür zum Balkon hinter sich geschlossen und gesellte sich zu ihm und Sirius auf das Bett. So wie es auch bei ihm der Fall war, zeigte Sirius auf White keine Reaktion und starrte weiterhin wie hypnotisiert in die Leere.
„Und er dringt auch hinter dem Schleier hervor, jedes Mal, wenn man ihn berührt. Um ihn jedoch zu erforschen war eine Berührung nötig. Deswegen wurde Caradoc Dearborn immer merkwürdiger, begann nach dem Sinn seines Daseins zu suchen. Je länger man sich dem aussetzt, desto mehr zieht es einen in seinen Bann und man hinterfragt das Leben, sich selbst, alles. Man stirbt innerlich.
Als Sirius durch den Schleier fiel, war er dem Atem direkt ausgesetzt. Forschungen belegen, dass die direkte Konzentration Ausmaße hat, die weit über dem gehen, was man erfahren hat, wenn man dem Atem nur beiläufig durch kurze Berührung ausgesetzt ist. Der Geist wird dabei direkt dem Körper entrissen und er irrt wahllos im Nichts umher.
Jeder, der versucht hätte durch den Schleier zu treten, um zu helfen, hätte sofort dasselbe Schicksal erleidet."
„Wie haben Sie ihn dann zurückgeholt?"
White senkte für einen Moment traurig ihren Blick, als sie wieder aufsah, bemerkte Harry ein seltsames Leuchten, das ihn selbst fest einnahm. Er fühlte große Sympathie für sie.
„Ich dachte nicht, dass es möglich wäre. So wie alle anderen. Dann geschah das mit Caradoc Dearborn. Anhand seiner Aufzeichnungen wusste ich, dass er vor seinem Verschwinden schon sehr weit in der Materie war. Er schrieb etwas von den heilenden Kräften der großen Magien, die im Stande sind dem Atem des Todes entgegen zu wirken.
Als ich hörte, dass er noch am Leben sein könnte, musste ich ihn zurückholen, weil nur er hätte sagen können, ob es für Sirius noch eine Chance gab oder nicht. Das geschah kurz bevor du mich darum batest dich doch noch zu lehren mit Gryffindor's Magie umzugehen.
Die ewige Phowlyris hatte Dearborn sehr zugesetzt und es brauchte Zeit, bis er einigermaßen wieder zu sich kam. Als er wieder bei sich war, teilte er mir mit, was mir fehlte."
Sie musterte ihn einen Moment als ob sie sich unsicher war, ob sie es überhaupt aussprechen sollte. Harry versuchte so gut es ging neutral zu bleiben aus Angst, sie würde sonst abblocken. Jetzt, wo er so weit gekommen war, wo er tatsächlich bei Sirius saß, da wollte er auf keinen Fall ausgeschlossen werden.
„Ich habe es getan und hier ist er. Sirius."
Offenbar entschied sie sich dafür ihm nicht alles mitzuteilen, doch es war in Ordnung für ihn solange sie ihn nur teilhaben ließ.
„Was fehlt ihm? Wieso rührt er sich nicht?"
„Es ist nicht so einfach, wie du dir das vielleicht vorstellst, Harry. Nahtoderfahrungen sind tief und erschütternd. Sirius' Geist ist zerrüttet. Es ist wie ein Puzzle, bei dem Teile fehlen. In Sirius' Fall sind es extrem viele Stücke. Man erkennt das Bild nicht, je mehr fehlt."
„Und wie können wir ihm helfen?"
Sie lächelte sanft.
„Ich befürchte Harry, dass du nicht wirklich etwas tun kannst. Das was von Sirius übrig ist musst er ganz alleine heilen und das braucht Zeit. Ich wollte es dir erst mitteilen, wenn er zumindest wieder Reaktionen zeigt. Im Moment tut er das nicht und ich weiß auch nicht, was ich tun kann."
„Sein Zustand ähnelt dem von Neville's Eltern," sagte er leise. White aber schüttelte traurig den Kopf.
„Es mag dem ähneln, doch es sind nur die Symptome. Die Ursache ist eine vollkommen andere und egal wie sehr ich es möchte, ich kann nicht helfen. Sirius ist entweder stark genug, um selbst wieder zurückzufinden, oder nicht."
White hatte sich von Harry abgewandt und sich Sirius zugedreht. Er sah wie sie auf eine sehr umsichtige und liebevolle Art seinen Arm berührte. Sirius aber rührte sich immer noch nicht und es war das erste Mal, dass Harry in White's Gesicht wirklichen Seelenschmerz erkannte. So groß seine Sorgen um seinen Patenonkel auch war und so schwierig sich die ganze Situation auch darstellte, er kam nicht umhin auch gleichzeitig erleichtert zu sein, dass Sirius ihm nicht als Einziger so viel bedeutete, dass er alles gegeben hätte, nur um ihn wieder bei sich zu wissen.
White hatte ihn noch nach unten zum Kamin gebracht, durch den er zurück nach Hogwarts reisen würde.
„Sie wollen bestimmt, dass ich Brian und Jilli gegenüber den Mund halte, nicht wahr?"
„Würdest du es denn wissen wollen, wenn du an ihrer Stelle wärst?"
Er wusste es nicht. Es gab Zeiten, da hätte er direkt ja gesagt, nun aber war es anders. Er war sich nicht sicher, denn nachdem er Sirius in dieser Verfassung gesehen hatte, fühlte er sich alles andere als gut. Nein, womöglich fühlte er sich gar schlechter als wenn er es nicht gewusst hätte. Nichtwissen war in diesem Fall vielleicht sogar ein Segen und das Letzte was er wollte war Brian und Jilli in diese Situation zu bringen.
„Du bist nun erwachsen. Ich vertraue darauf dass du weißt, was du tun solltest. Das heißt auch, dass ich von dir erwarte, deine Ausbildung ernst genug zu nehmen."
Er war verwirrt, erst recht, weil sie ihn immer noch sehr besorgt ansah.
„Ich rede hier von dem Wissen, was dir die anderen Professoren mitgeben. Auch wenn du dir Sorgen um Sirius machst, du kannst nicht immer hier her kommen, um nach ihm zu sehen. Ich werde dir mitteilen, wenn sich etwas in seinem Zustand geändert hat.
Bis dahin, konzentriere dich auf deine Ausbildung. Sollte die Wunde an deinem Arm wieder zu brennen beginnen, suchst du Madam Pomfrey auf, wenn ich nicht da bin. Sie wird helfen bis ich komme."
„Das kann passieren?" fragte er niedergeschlagen.
„Leider konnte ich sie noch nicht vollständig wieder heilen. Auch dies braucht leider Zeit."
„Okay..."
„Wir sehen uns in Hogwarts."
Damit ließ sie ihn alleine und kehrte über die Treppen zurück nach oben zu Sirius. Harry sah ihr hinterher bis sie aus seiner Sicht verschwand, dann stieg er nachdenklich in den Kamin und reiste nach Hogwarts.
Als er zurück in den Gemeinschaftsraum trottete, musste er nicht erst durch das Porträtloch steigen, um empfangen zu werden. Ginny lehnte an der Wand und hatte sich sofort aufgerichtet als sie ihn sah. Sie lächelten einander zu, dann schritt sie auf ihn zu, so dass er nicht herkommen musste und beide beschlossen auf die Ländereien zu gehen, um miteinander zu reden.
Harry erzählte ihr absolut alles ohne etwas ausgelassen zu haben. Er wusste gar nicht wie ihm geschah, denn als er erst mal begonnen hatte, floss alles einfach aus ihm heraus. Ginny hörte zu und verurteilte ihn für keines der Gefühle, bei denen er sich dumm vorkam, weil er sie in dem Moment hatte. Nachdem er fertig war, blieb sie einen kurzen Augenblick lang ruhig, damit er Zeit hatte sich wieder zu fangen und zu beruhigen.
„Sirius ist am Leben," sagte sie leise. „Das muss man erst mal aussprechen, um es wirklich zu glauben."
„Ich konnte es auch nicht fassen. Ich mein, er wird wieder, oder?"
„Bestimmt," sagte Ginny sanft. Sie drückte seine Hand und lächelte zuversichtlich, aber eigentlich sprach sie nur das nicht aus, wovor auch er sich fürchtete. Nämlich, dass er nicht wieder wurde und dass er für immer in diesem Zustand blieb und es besser gewesen wäre ihn nicht wieder zurückzuholen. Harry redete sich ein, dass es eine schlimmere Variante gewesen wäre, ihn hinter diesem Schleier zu lassen, denn nur so konnte er mit der jetzigen Situation auch leben.
„White hat mir verboten es Jilli und Brian zu sagen, aber ganz ehrlich? Ich weiß nicht, ob ich das kann."
„Na ja," sagte sie leise. „Eigentlich hat sie gesagt, sie überlässt es dir, oder?"
„Sie sagte, sie verlässt sich darauf, dass ich weiß, was ich tue."
Ginny biss sich auf die Lippen und sah unentschlossen aus, was ihn schon mal verwirrte. Er hatte diesen Ausdruck eigentlich noch nie bei ihr gesehen.
„Alles okay?"
„Eigentlich -" begann sie zögerlich, dann aber schüttelte sie den Kopf und beschloss, es einfach auszusprechen.
„Weißt du, als du Fieber hattest und im Krankenflügel lagst, da war ich die ganze Zeit bei dir. Ich wollte nich von deiner Seite weichen und Professor White hat es möglich gemacht. Sie hat Madam Pomfrey überredet, mich auf dem Bett neben dir schlafen zu lassen und ich durfte auch vom Unterricht fern bleiben, solang ich es hier im Krankenflügel selbstständig aufhole.
Sie hat dich ganz oft besucht und hat mir sogar beim lernen geholfen. Braucht keine Intelligenzbestie, um zu wissen, dass dies nicht selbstverständlich ist und sie das nicht für jeden getan hätte.
Hermine hat mir dann geholfen ein wenig nachzuforschen und dann hab ich sie direkt darauf angesprochen. Sie ist nicht nur deine Patentante. Sie ist auch meine."
Harry staunte nicht schlecht und blinzelte auch dementsprechend verwundert, wenn er sich auch ein überraschtes Grinsen nicht verkneifen konnte. Ginny lächelte leicht.
„Ja, ich weiß. Ihre Mum war die Schwester meiner Mum. Ich erinnere mich, dass meine Mum mir mal erzählte, dass alle dachten, ich würde auch als Junge zur Welt kommen und es wäre ein Wunder gewesen als sich herausstellte, dass ich ein Mädchen war. Auch, dass es bei der Geburt sehr kompliziert vor sich ging. Meine Mum sagte, sie hatte Glück, weil meine Cousine dabei war und deswegen verlief alles gut. Daraufhin hat sie sie gebeten meine Patentante zu sein.
Als ich fragte, warum sie nicht hier war sagte meine Mum, dass sie leider kurz nach meiner Geburt gestorben wäre."
„Professor White ist deine Cousine?!"
Ginny kicherte.
„Jaah, ich weiß, das hört sich so irre an. Ich hab sie direkt darauf angesprochen und sie hat es bestätigt."
Beide sahen zufrieden in die Ferne. Es schneite zwar nach wie vor ununterbrochen, aber sie waren alleine hier draußen und in dieser Ruhe den sanften Schneefall zu beobachten hatte etwas sehr friedliches und angenehmes an sich. Es ließ sich besser reden, wenn man sicher sein konnte, dass keiner da war, der einen hätte belauschen können. Es war frostig kalt und man war innerhalb von wenigen Sekunden zugeschneit, wenn man sich nicht mal hier und da bewegte, um den weichen Schneehaufen wieder los zu werden.
„Am Abend bevor du aufgewacht bist, war sie wieder da und wir haben erneut sehr lange gesprochen. Aus dem, was sie sagt, bin ich mir sicher, dass sie sehr viel mit Bill, Charlie, Fred und George redet. Das höre ich so heraus, wenn sie Dinge sagt, bei dem ich mir sicher bin, dass sie es nur weiß, weil meine Brüder es ihr erzählt haben.
Ich glaub, sie ist sehr wie Dumbledore. Wenn sie etwas sagt, dann steckt da mehr dahinter als das, was man sieht. Wenn sie nun sagt, dass sie sich darauf verlässt, dass du weißt, was du tust, meint sie vielleicht gar nicht, dass sie will, dass du Jilli und Brian gegenüber schweigst."
„Err -" machte er immer noch verwirrt. Er wurde nun selbst aus Ginny's Worten nicht schlau, aber sie lächelte amüsiert angesichts seines selten verdatterten Ausdrucks.
„Ich meine damit, vielleicht will sie ja, dass du es den beiden sagst, weil sie selber das nicht könnte? Ich mein, ihr drei bedeutet ihr offensichtlich eine ganze Menge."
„Offensichtlich?!" fragte Harry ungläubig. Für ihn war das alles andere als offensichtlich. Ginny aber sah ihn ernst an.
„Für dich ist es das vielleicht nicht, aber du kriegst auch nicht das mit, was wir anderen sehen – und hören."
„Wieso verhält sie sich dann so gleichgültig?" fragte er niedergeschlagen. „Jilli und Brian gegenüber, mein ich. Sie ist mehr …. eine Hexe, die Hogwarts leitet, als Mutter oder Patentante."
„Vielleicht, weil sie nicht anders kann? Ich habe die letzte Woche selber miterlebt, dass es eine sehr sorgenvolle Seite an ihr gibt und dass sie sich um euch sorgt."
„Und das erkennst du woran?"
„Kann ich nicht genau erklären, aber glaub mir, sie sorgt sich um euch. Sogar sehr. "
Er seufzte. Viel klüger war er dennoch nicht.
„Also – soll ich Brian und Jilli von Sirius erzählen?"
„Sei ehrlich. Könntest du es Jilli wirklich nicht erzählen?"
„Punkt für dich."
Wenn White es ausdrücklich verlangt hätte, dann vielleicht, auch wenn es ihm sehr viel Mühe gekostet hätte sich dazu durchzudringen und es auch einzuhalten. Aber White hatte es nicht ausdrücklich gefordert. Sie überließ es ihn.
„Du hast es Harry erzählt?!"
Ginny und er drehten sich überrascht zur Seite als sie Remus' Stimme hörten und ganz in der Nähe nun auch ihn und Professor White erblickten. Sie standen unweit von den beiden entfernt, schienen sie aber offenbar nicht bemerkt zu haben, denn sie stritten verärgert weiter. Gut, es war auch schwer andere hinter dem starken Schneefall und den bedeckten Sträuchern zu sehen.
„Kannst du mir mal sagen, wozu du unsere Meinung überhaupt hören willst, wenn du ohnehin dein eigenen Weg gehst?"
„Ich will eure Meinung, weil sie mir wichtig ist," verteidigte sich White. Im Gegensatz zu Remus war ihre Stimme noch immer sanft und ruhig, während der Freund aufgebracht und stetig lauter wurde. Es passte nicht zu dem Mann, den Harry kennengelernt hatte, und er erlebte ihn heute auch zum ersten Mal so unkontrolliert.
„Und dennoch tust du stets das genaue Gegenteil! Wir waren uns einig darüber, Harry nichts von Sirius zu erzählen und du rennst geradewegs zu ihm und bindest es ihn direkt auf die Nase."
„Er hatte ihn doch schon gesehen."
„Wir haben beschlossen, Harry davon zu überzeugen, dass es sich dabei um einen Fieberfantasie handelt, bis wir uns sicher sind, dass Sirius' Zustand nicht permanent ist. Aber nein, Anna White tut was ihr gefällt und entscheidet selber was das Richtige für absolut jeden anderen ist.
Was ist, wenn Sirius' Zustand sich nicht besser, sondern sogar verschlechtert? Wenn er direkt stirbt? Oder gar verrückt wird?!
Wir haben absolut keine Ahnung, wie dieses Gift ihn angegriffen hat oder wie der Heilzauber auf ihn wirkt. Es kann Nebenwirkungen geben, die wir nicht mal ansatzweise absehen können!
Harry ist noch ein Kind. Was glaubst du, wie er damit fertig werden soll, wenn sein eigener Pate auf ihn los geht? Er hat gerade erst Sirius' Tod verwunden und schon muss er da noch mal durch?
Denn was glaubst du, was wir tun, wenn er verrückt wird? Wenn er zu morden beginnt?"
„Du kennst Harry, Remus. Glaubst du wirklich, dass wir ihn davon hätten überzeugen können, dass das ganze nur ein Traum war?"
„Natürlich. Wir hätten alle nur weiterhin schweigen müssen."
„Wirklich? So einfach ist das?"
Auf einmal hatte auch White ihre Stimme erhoben, obgleich sie nicht aufgebracht klang, sondern, wie Harry irritiert feststellte, eher verbittert und getroffen.
„Ist dir eigentlich klar, wie sehr ich Dumbledore dafür verachtet hatte, dass er mir und Sirius Brian vorenthaltet hat? Dass er all die Jahre die Wahrheit wusste und für sich entschied, was das Beste für mich sei? Er hat mir nicht mal die Chance gegeben dies selber zu entscheiden."
„Das ist nicht dasselbe."
„Es ist dasselbe," sagte sie nachdrücklich. „Harry ist kein Kind mehr. Er ist volljährig und ich war einfach der Meinung, dass er das recht hatte selbst zu entscheiden, statt von uns allen weiterhin bemuttert zu werden."
Remus schien der Vergleich zu treffen, denn er hatte nicht erneut etwas darauf erwidert. Stattdessen sah man, dass auch er nicht mehr verärgert war, sondern sie eher verstand.
„Es sei denn du glaubst, dass wenn er sich mit Voldemort duelliert, dieser ihn tatsächlich fragt, ob er ihn mit dem Cruciatus Fluch foltern darf," setzte White mit dem Anflug eines Lächelns hinzu.
„..."
Was als Streit begann und zu einer merkwürdigen Diskussion wurde, endete nun darin, dass beide zu schmunzeln begannen.
„Sehr witzig," sagte Remus trocken, aber White grinste amüsiert. Ihr Ausdruck war nicht mehr traurig, sondern sehr offen und zugeneigt.
„Mir ist eure Meinung wichtig. Deine sogar mehr. Ich habe Harry von Sirius erzählt und ihn treffen lassen, weil ich ihn gesehen habe und in dem Moment davon überzeugt war, dass es mehr Schaden anrichtet ihn anzulügen als wenn wir ihm die Chance geben, daran zu wachsen.
Dumbledore, Michael und Maria, selbst James, Lilli und Sirius haben mich immer nur beschützen wollen und dabei außer Acht gelassen, dass auch wenn das Wissen mich gequält hätte, sie mir die Gelegenheit nahmen damit selber fertig zu werden. So kam das Wissen zum denkbar ungünstigsten Moment.
Die Dementoren hätten nicht so intensiv auf mich wirken können, wenn Dumbledore mir nicht genau an diesem Abend von Brian erzählt hätte und mir die Erinnerung zurückgab."
Remus atmete tief durch und nickte schließlich vorsichtig.
„Das hast du mir gar nicht erzählt," sagte er leise. White schüttelte traurig den Kopf.
„War ich je jemand, der über alles mit euch gesprochen hat?"
Beide schritten weiter ohne Ginny und Harry wahrgenommen zu haben. Unter normalen Umständen hätten die beiden Professoren sie wohl entdeckt. Es schneite jedoch unaufhörlich und eigentlich war auf den Ländereien auch keine andere Menschenseele. Harry und Ginny mochten diese Einsamkeit und hatten auch keine Probleme damit in kürzester Zeit eingeschneit zu sein, wenn man sich nicht bewegte. Sonst wären sie vielleicht auch nicht hier draußen gewesen. Harry mochte den Gedanken, dass sie zwei nicht die Einzigen waren, die mit diesem Naturschauspiel kein Problem hatten und es sogar noch genossen. White und Remus schienen das nämlich ähnlich zu sehen oder sie wären für ihre Unterhaltung nicht hier gewesen.
„Siehst du," sagte Ginny als sie sicher waren, dass die beiden weg waren. „Sie sorgt sich um euch."
Die beiden kehrten erst gegen Abends wieder zurück in den Gemeinschaftsraum, verließen ihn aber sehr schnell zusammen mit Ron und Hermine wieder. Dobby hatte ihnen mitgeteilt, dass die Hauselfen zusammen den Raum der Wünsche gerichtet hatten. Das ließ sich die Gruppe nicht zwei Mal sagen und verbrachte dort mit diversen Snacks das Abendessen.
„Sirius ist am Leben?!" wiederholte Hermine ungläubig und konnte das angebissene Sandwich gar nicht zu Ende essen. So ergriffen war sie von der Nachricht. Ron saß gleichfalls verwundert mit offenem Mund da, allerdings ohne ein Wort herauszubekommen und das lag daran, dass er das ganze gar nicht fassen konnte.
„Du hast ihn wirklich gesehen?!"
„Ja, hab ich."
„Und er war wirklich er? Kein Betrüger oder so?"
„Nein, kein Betrüger."
Gut, das kam schneller als gedacht, denn einen Beweis hatte er dafür nicht. Er wollte es aber in diesem Moment nicht zugeben, denn sonst hätten sie sich auf diese Theorie versteinert und sie ausgeschlachtet. Etwas, dass er nun als Letztes ertragen hätte können.
„Ich mein... Oh, Harry! Das ist echt – unglaublich super!"
„Er ist am Leben, aber super geht's ihm nicht," dämpfte er Hermine's übermäßige Begeisterung. „Professor White sagte irgendwas von wegen, dass sein Geist sich erholen müsse und niemand wisse, ob das überhaupt möglich ist."
„Ich hab darüber gelesen," sagte sie zögerlich. „Nachdem Sirius' hinter den Schleier fiel, habe ich versucht etwas zu finden. Über den Atem des Todes habe ich auch schon etwas gelesen und ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwo steht, dass man die Wirkung rückgängig machen konnte. Diejenigen, die dem ausgesetzt waren, siechten qualvoll und grauenhaft dahin und starben dann unter schmerzhaften –."
Ginny und Ron hatten sie beide entsetzt angesehen und so setzte Hermine sofort besänftigend hinzu: „Aber das heißt ja nicht, dass es nicht doch einen Weg gibt, die Wirkung umzukehren. Professor White hätte Sirius bestimmt nicht zurückgeholt, wenn sie keinen Weg hätte, um zu helfen. Da bin ich mir sicher.
Sie wirkte bisher schließlich immer sehr kompetent... Ja, wirklich."
Sie hörte sich für Harry's Geschmack zu überzeugt an, als dass sie es wirklich ernst meinte, aber er erwiderte darauf nichts, sondern lächelte nur müde. Er wusste doch selbst, wie sich alles anhörte und dass alles wohl eher schlimmer ausgeht als sie sich das überhaupt ausmalen konnten. Aber das war nicht das, was er jetzt hören wollte.
Was er jetzt wollte war zu hören, dass alles gut wird und es das richtige war. Er hätte hören wollen, dass er es verdient hatte, Sirius wieder bei sich zu haben und dass sein Patenonkel wieder ganz gesund wird. Dass dieses eine mal auch etwas Gutes geschehen könnte.
Er hörte nichts davon und da er die Gesichter voller Mitleid und Beklommenheit nicht länger ertragen konnte, schwang er einfach auf ein anderes Thema um. Den langweiligen Unterricht und was er verpasst hatte.
Darüber schien Hermine enthusiastischer reden zu können und auch Ron setzte wieder ein. Harry hatte genickt, ab und zu ein Kommentar von sich gegeben, aber wirklich aufgenommen was sie ihm sagten hatte er es nicht.
Sie waren danach zwar zurück in den Gemeinschaftsraum gegangen, um zu lernen und Harry hatte sich auch so gut er konnte daran beteiligt, seine Gedanken jedoch kreisten um andere Dinge. Auch bei den Rundgängen mit Hermine war er ungewöhnlich ruhig, versuchte sie vom Thema Sirius und sein schwieriger Zustand abzulenken und zu einem Thema, wo sie ihm nicht die Hoffnung hätte dämpfen können, zu kommen.
Als sie sich danach Gute Nacht wünschten und in ihre jeweiligen Schlafsäle gingen, hielt er jedoch an und trat stattdessen wieder durch das Porträtloch auf den Gang hinaus. Schlafen gehen war so ziemlich das Letzte, was er gerade hätte tun können. Stattdessen eilte er zur Eulerei, nahm Pergament und Feder her und schrieb die Nachricht an seine Schwester.
Liebe Jilli,
Ich muss Brian und dir etwas wichtiges mitteilen. Könnt ihr beide kommen, sobald es geht?
Liebe Grüße, Harry
Er band es Hedwig an den Fuß und schickte sie damit weg. Eine Weile lang sah er ihr nach und fand sich plötzlich tief in nagenden Zweifeln wieder.
Sollte er es ihnen wirklich sagen? Remus und die anderen wollten offenbar nicht, dass sie alle etwas davon erfuhren und die Beweggründe waren durchaus nachvollziehbar. White aber sagte schließlich selber, dass es zum Erwachsenwerden dazugehörte, dass man mit so was umgehen können sollte. Wenn Sirius nicht mehr wurde, dann mussten sie das alle akzeptieren... Wenn... Harry schüttelte den Kopf. Die Angst, um seinen Patentonkel wurde immer größer und beinahe fand er den Gedanken daran unerträglich.
Vielleicht war das die Lösung, um ihn zu helfen? Sie alle. Brian, Jilli und er? Vielleicht konnten ihm allein durch ihre Nähe helfen, so wie es bei ihm der Fall war? Allein das Wissen, dass er einen Patenonkel hatte, der sich um ihn sorgte, war Harry wichtig gewesen ohne dass er es geahnt hatte. Möglicherweise half es Sirius ja, wenn sie nur bei ihm waren, auch wenn sie keine Heilzauber konnten, um zu helfen?
Er riss sich zusammen und schritt wieder aus der Eulerei hinaus, fest entschlossen nicht weiter zu grübeln und dafür zu hoffen, dass endlich mal etwas gutes in seinem Leben passierte. Was auch immer kommen würde, er würde es akzeptieren und lernen damit umzugehen, so wie ihm Professor White auch zutraute. Er war schließlich wirklich kein kleines Kind mehr.
„Harry Potter," sagte plötzlich eine weibliche Stimme klar und deutlich. Erschrocken erstarrte er auf dem Fleck und sah zu der Frau auf, die plötzlich vor ihm stand. Ihre übertrieben strahlend blauen Augen waren auf ihn fixiert und er wusste, dass ihm anzusehen war, wie unangenehm er sich dabei fühlte.
„Uhm," machte er irritiert. Wie sollte er sie überhaupt ansprechen? Sollte er sie eigentlich beim Namen nennen, wo sie einander nie offiziell vorgestellt wurden?!
„Du weißt, dass du zu so später Stunde die Gefahr förmlich anlockst, wenn du alleine hier herumschleichst?"
„Ich ähm -"
Es war schwer etwas zu erwidern, wenn man so fest angestarrt wurde. Erst recht, wenn es mit so hypnotisierenden Augen geschah, dass man das Gefühl hatte man würde vollständig von ihnen eingenommen werden.
„Ich geleite dich nun zurück zu deinem Gemeinschaftsraum."
Dies hörte sich mehr an wie ein Befehl als ein Vorschlag und so nickte er kurz und schritt mit ihr an seiner Seite den Flur entlang zurück zum Gryffindor Turm.
„Ich würde mich dir gerne vorstellen," sagte sie nach einiger Zeit. „Schließlich wurden wir nie einander bekannt gemacht. Mein Name ist Kaylar Steward. Ich arbeite im Zaubereiministerium in der Leitung der Mysteriumsabteilung."
Sie sah ihn nicht an und so wusste er auch nicht, was er hätte darauf erwidern sollen. Dass sie seinen Namen bereits kannte, war schließlich klar. Sonst hätte sie ihn nicht gerufen.
„Und ich war eine Freundin deines Vaters," setzte sie auf einmal hinzu. „Eine gute Freundin."
Harry hatte immer noch das Gefühl benommen zu sein und konnte daher nach wie vor nichts erwidern außer tonlos Bewegungen mit dem Mund auszuführen. Dass sie eine Freundin seines Vaters war, das hatte er bereits ihren Worten entnommen, als er sie in der Erinnerung von Professor White sah. Insofern war das weniger überraschend, wenn auch dennoch angenehm zu hören. Was ihn jedoch überrumpelte und einnahm war die Sache, dass er sie noch immer für eine Phowlyris hielt.
„Dies kann ich sagen, weil ich weiß, dass er das genauso sieht – Verzeihung. Genauso sah. Um ehrlich zu sein, sagte er es damals zuerst und ich sehe es genau so.
Dein Vater hat mir sehr geholfen, obwohl er es nicht hätte tun müssen. Es ist selten, dass jemand selbstlos hilft. Normalerweise denkt jedes Individuum nur an sich selbst und hilft nur dann, wenn es es sich selbst einen Vorteil aus etwas erhofft oder wenn es ohnehin in der Schuld des anderen steht.
Dein Vater hatte was er wollte. Er stand weder in meiner Schuld, noch hätte er aus der Hilfe irgendeinen Vorteil erhalten können. Er half mir trotzdem.
Er hat mich nun nie darum gebeten, aber – Ich denke es ist das richtige, wenn ich nun wenigstens dafür sorge, dass sein Sohn am Leben bleibt."
Sie kamen am Porträt der Fetten Dame an und blieben dennoch im Gang stehen.
„Deine Gedanken stehen dir im Gesicht geschrieben, Harry Potter."
„Uhm -"
Kaylar wandte sich der Fetten Dame zu.
„Geh weg."
„Wie bitte?" entgegnete diese entrüstet auf den wirklich harschen Ton der Hexe.
„Geh weg. Verschwinde, sofort." wiederholte Steward und er hätte nicht gedacht, dass es gar noch härter ging, aber diese Hexe schaffte es, dass nicht nur die Fette Dame beleidigt das Weite suchte, Harry spielte auch mit dem Gedanken schnell hinter irgendeiner Ecke zu verschwinden.
Nachdem sie jedoch alleine waren, wandte sie sich ihm wieder zu und nichts von der Kälte und dem herablassenden Blick, den sie der Fetten Dame entgegenbrachte, war noch in ihrem Gesicht zu sehen. Stattdessen sah er wieder eine ganz normale, starke Frau vor sich.
„Wie gesagt, deine Gedanken stehen dir im Gesicht geschrieben. So wie du mich ansiehst, nehme ich an, du weißt, dass ich nicht nur eine Hexe bin."
„Also sind sie wirklich eine Phowlyris?" fragte er und hatte zum ersten Mal seitdem sie bei ihm aufgetaucht war auch wirklich seine Stimme benutzt. Es kam schneller über seine Lippen als er hätte nachdenken können, was er da sagte. Steward beäugte ihn kritisch.
„Ich bin eine Phowlyris."
„Und sie arbeiten mit Professor White zusammen?"
„Das tue ich."
„Wie kommt das? Ich habe gelernt, dass die restlichen Phowlyris sich Voldemort angeschlossen haben, nachdem deren Königin starb und sich der Großteil entschied selbst zu sterben."
„Dies entspricht auch der Wahrheit. Ich bin die einzige Phowlyris, die auf eurer Seite steht."
Langsam verschwand das wenige Licht des Mondes hinter einer Wolke und die beiden befanden sich fast vollständig in der Dunkelheit.
„Du hast Angst, nicht wahr?"
Er ahnte, dass ihm auch dies im Gesicht gestanden haben musste und so nickte er.
„Ich habe eine Phowlyris neulich erlebt und sie war... sehr stark."
„Das ist sie in der Tat," sagte Steward ruhig. „Wenn es dich jedoch beruhigt, so kann ich dir versichern, dass die anderen das nicht sind. Diese eine Phowlyris ist besonders, weil sie die Tochter der verstorbenen Königin ist. Normale Phowlyris besitzen nicht die Fähigkeiten, wie Besondere. Ich kann dir versichern, dass du in dieser Hinsicht keine Sorgen zu haben brauchst.
Sie fürchten dich mehr als du sie fürchten solltest."
„Mich?" fragte Harry unfassbar. „W-Wieso mich?"
„Weil du die Magie Gryffindor's trägst. Und zwar die gesamte Magie. Sobald du mit ihr umgehen kannst, wirst du keine Probleme sowohl mit normalen Phowlyris wie auch mit Besonderen haben."
Harry blinzelte verwirrt. Meinte sie das ehrlich? Er hatte diese andere Phowlyris im Duell erlebt und sein Herz gefror noch immer zu Eis allein beim Gedanken an diese Kreatur. Nicht mal Professor White war derer Magie gewachsen und er sollte mit diesem Wesen keine Probleme haben?!
„Du bist der Auserwählte, Harry Potter. Du bist der Einzige, der Lord Voldemort besiegen kann. Da sollte eine besondere Phowlyris für dich kein Hindernis darstellen."
Steward hielt die Hand gegen das nun leere Porträt und es ging von alleine auf.
„Gute Nacht, Harry Potter."
„Nur Harry," sagte er immer noch leicht irritiert. Lächelte sie aber kurz an, bevor er durch das Porträtloch in den Gemeinschaftsraum stieg. Steward lächelte gleichfalls, wenn auch wegen etwas anderem. Sie stellte in diesem Moment fest, wie ähnlich er seinem Vater doch tatsächlich war, hatte dieser schließlich genau wie sein Sohn reagiert, was die Anrede betraf, und vielleicht hatte er tatsächlich mehr von ihm, als sie im ersten Moment geglaubt hatte.
„Miss Steward?"
„Kaylar," sagte sie jedoch sanft.
„Kaylar. Was für eine Phowlyris sind sie, wenn ich fragen darf? Ich mein... normal oder besonders?"
„Eine Besondere," antwortete Steward, dann aber berührte sie das Porträt erneut und schloss es vor seinen Augen. Damit war sie verschwunden und alles was er noch sah war ein leeres Porträt.
„Ebenfalls... Gute Nacht," sagte er verwundert und bemerkte noch im selben Moment, dass dies dämlich war, wenn er der Luft gute Nacht wünschte. Er schüttelte den Kopf und ging hoch in den Jungenschlafsaal.
Die Woche über wartete Harry auf eine Antwort von seiner Schwester und versuchte sich gleichzeitig auch wieder auf den Unterricht zu konzentrieren und das aufzuholen, was er schon wieder verpasst hatte.
„Weißt du was?" witzelte Ginny eines Morgens, an dem sie gemeinsam in der großen Halle beim Frühstück saßen. „Wenn du so weitermachst, dann hol ich dich nicht nur ein, sondern überhole dich sogar und das obwohl ich ein Jahr ausgesetzt habe."
Harry grinste, denn er hätte gar keine Probleme damit.
„Dann kannst du mir ja die Sachen beibringen?"
Ginny kicherte, beugte sich vor und wollte ihn gerade küssen – da kamen all die Eulen mit der Post an. Harry suchte sofort nach Hedwig und fand seine Schneeeule tatsächlich unter all den anderen Posteulen zu sich fliegen. Er band ihr den Brief sofort ab und war erleichtert zu sehen, dass es die Antwort von Jilli war.
Lieber Harry,
Zur Zeit ist es unmöglich, dass Brian oder Ich von hier wegkommen. Ich komme, wenn du sagst, dass es sein muss? Du kannst es aber auch schreiben, was du uns erzählen möchtest?
Liebe Grüße, Jilli
Und liebe Grüße Brian. Jilli denkt nur an sich und ich muss doch tatsächlich meine Grüße selber hinzufüg – Was fällt dir ein in meinem Brief zu schreiben? Schreib gefälligst einen eigenen! - Du schreibst doch schon einen? Wozu zwei? Deine Schwester agiert suboptimal – Hör auf mein Brief zu verschandeln – Ich schick ihn einfach los. Bis dann Harry! – Hey!
Er lachte kopfschüttelnd, aber auf den verwunderten Blick seiner Freunde reichte er ihn an Ron und Hermine, wandte sich selbst Ginny zu und erklärte es ihr.
„Bria hat wirklich alles aufgeschrieben was Jimá gesagt hat?" fragte Hermine irritiert. „Äh, ich meinte Jilli. Oh je, das wird schwer sich wieder umzugewöhnen."
„Ich glaube, das ist eher eine dieser neuen Schreibfedern von Fred und George," sagte Ron und gluckste amüsiert. „Du setzt die Feder auf und es schreibt alles auf was gesprochen wird."
„Das gibt es jetzt?" fragte sie überrascht und auch Harry staunte nicht schlecht.
„Yap, wenn man nicht mehr schreiben kann oder mag."
„Die beiden müssen doch nun im Untergrund weiterverkaufen," erklärte Ginny die Existenz dieser Schreibfeder. „Und daher brauchten sie neue Erfindungen, die sich gut anhören bei einer entsprechenden Werbung, so dass man sie verkaufen kann ohne sie sehen zu müssen. Verbreitet sich in Hogwarts langsam aber sicher ebenfalls. Ich hab Dean und Seamus schon mit dieser Feder erwischt, wie sie damit den Aufsatz für Remus beim Abendessen geschrieben haben. Da stand mitten im Satz ein rülps. "
Harry lachte heiter und steckte den Brief wieder ein.
„Was wirst du tun?" fragte Hermine vorsichtig. „Wirst du es ihr schreiben?"
Er zuckte mit den Schultern, denn er hatte ganz ehrlich keine Ahnung. Er ging wie gefordert den ganzen Tag über in den Unterricht, lernte in den Zwischenstunden mit den anderen und konzentrierte sich so gut es ging darauf alles zu behalten.
Nach dem Rundgang am Abend mit Hermine wünschten sie erneut einander eine Gute Nacht und als Hermine erneut nach oben verschwunden war, wandte sich Harry aufs Neue um und trat aus dem Porträt hinaus.
„Wohin des Weges?" fragte die Fette Dame sehr neugierig.
„Kurz weg," antwortete Harry ohne Umschweife und lief schnell seinen Weg den Gang runter, so dass sie nicht noch mehr nachhaken konnte.
Er rannte zum Quidditch Feld in die Umkleidekabine, schnappte sich seinen Feuerblitz und stieg in die Luft empor. Es gab nur eins, dass ihn diesen Tag hatte durchstehen lassen ohne an seinen Gedanken zu krepieren und das war das Wissen, dass er am Abend seine Eltern aufsuchen könnte.
Er flog zu einem Punkt, an dem er nach Godric's Hollow apparieren konnte, auch wenn er mehrere Anlaufe brauchte, um zum Friedhof zu kommen. Als er jedoch dort war, gab es nur noch eines für ihn. Endlich seine Eltern sehen.
„Mum? Dad?" fragte er vorsichtig als er an ihren Gräbern ankam. Natürlich wusste er, wie spät es war, aber waren sie nicht nur Abbilder? Brauchten Abbilder überhaupt Schlaf?
„Harry, Schätzchen."
Er hatte sich sofort umgedreht als er die Stimme seiner Mutter hörte und sein Herz füllte sich mit unglaublich viel Wärme als er seine Eltern vor sich stehen sah. Lächelnd lief er auf sie zu und wurde von ihnen gleichzeitig fest umarmt. Seine Mutter hatte ihm außerdem einen liebevollen Kuss auf den Kopf gegeben. Harry fühlte sich sofort besser. Nicht mehr schwerelos im Nirgendwo, sondern gehalten und unterstützt.
„Was bedrückt dich denn, Schätzchen?" begann Lilli während James sich erneut auf sein eigenen Grabstein setzte und den Sohn ebenfalls besorgt ansah. „Und sag nicht nichts, denn ich halte dich für clever genug, um in diesen Zeiten nicht um Mitternacht alleine hier aufzutauchen, wenn es nicht wirklich sehr wichtig wäre."
„Err – jaah, schon..."
So gut er sich bis eben auch noch gefühlt hatte, aber der doch rügende Ton seiner Mutter hatte ihn ein wenig in Verlegenheit gebracht. James Lachen holte Harry aus seiner kurzen Starre heraus und als er aufsah, erkannte er ein aufmunterndes Lächeln auf dem vertrauten Gesicht seines Vaters.
„Lil, geh nicht zu hart mit unserem Sohn ins Gericht. Ihm ist nichts passiert und nur das ist wichtig."
Harry war froh, dass sein Vater das sagte und als er zurück zu seiner Mutter blickte, erkannte er erleichtert, dass auch die Strenge aus ihrem Ausdruck verschwunden war.
„Das bedeutet nicht, dass nicht etwas hätte passieren können, wenn er sich immer zu einer so gefährlichen Zeit einfach aus dem Staub macht."
„Jiaah, aber irgendetwas sagt mir, das An damit schon kalkuliert hat."
„Auch wieder wahr," sagte Lilli und schmunzelte. „Wer mit deinem Vater fertig wird -"
„Danke für die Blumen, Schatz," entgegnete James spitz, wandte sich aber dann wieder Harry zu.
„Also, was liegt dir auf dem Herzen, Kleiner?"
Harry wurde auf einmal das Herz schwer. Der Gedanke an Sirius hatte die Wärme von eben verdrängt und mit einer kalten Eisschicht aus Angst belegt. Er musste einfach mit jemanden darüber reden und er hoffte, dass seine Eltern in dieser Hinsicht besser waren als seine Freunde oder auch Remus, bei dem Harry eigentlich schon ahnte, dass auch ein Gespräch mit ihm mehr Unmut und Frust in ihm auslösen würde als tatsächlich hilfreich und beruhigend zu sein.
Remus hätte wie Hermine von all den Gefahren erzählt und Harry's Hoffnung gedämpft, wenn nicht gar zunichte gemacht. Was er nun brauchte war keine Objektivität, sondern Zuversicht.
Somit erzählte er seinen Eltern was in den letzten Wochen passiert war, dass White Sirius aus dem Schleier befreit hatte, er aber durch den Atem des Todes stark vergiftet worden war und keiner wisse, wie sich sein Zustand entwickeln würde.
„Hm..." machte Lilli finster und prompt folgte dasselbe auch von James.
„Hm..." Mehr kam von ihm nicht.
„Ich mein..." begann Lilli und wollte eigentlich eine Erklärung bringen, brach dann jedoch ab, denn man sah ihr an, wie nah es ihr tatsächlich ging und dass sie keine Worte fand. Sie musste sich selbst erst mal wieder fassen.
„Ja, ich mein..." sagte auch James, doch von ihm kam genauso wenig danach. Lilli sah ihn dämlich an, aber er breitete nur unschuldig die Hände vor sich aus, um zu zeigen, dass dies wirklich keine Absicht von ihm war.
„Und ich weiß auch nicht, wie und ob ich es Jilli und Brian erzählen soll," fuhr Harry fort, da keiner von beiden angesetzt hatte, um mehr zu sagen und er selber aber so viel auf dem Herzen hatte, dass es einfach aus ihm heraussprudeln wollte. „Professor White sagte, sie vertraut darauf, dass ich schon weiß, was ich tue. Ich will es ihnen sagen, weil ich wüsste auch gar nicht, wie ich es nicht tun sollte. So was kann ich doch nicht verheimlichen? Und eigentlich haben sie doch auch das recht dazu, es zu wissen. Vor allem Brian. Ich mein, Sirius ist sein Vater und -
„Sirius ist Brian's Vater?!" sagte Lilli auf einmal und auch James sah Harry verwundert an.
„Brian ist Sirius' Sohn?" sagte James verwundert, da hatte Lilli sich ihm mit noch dämlicheren Blick zugewandt.
„Du weißt schon, dass das eine dasselbe ist wie das andere, Schatz?"
„Ja, aber es hört sich wenigstens anders an," sagte er spitz, nachdem er ihr vorher nur nachreden konnte und wandte sich dann aber wieder seinem Sohn zu.
„Ist das Brian Tonks? Von dem du das letzte Mal erzählt hattest?"
„Ja, genau der. Dumbledore hatte ihn der Familie Tonks gegeben, um ihn zu schützen."
„Weiß Anna von ihm?" fragte Lilli sorgenvoll.
„Ja. Sie weiß, dass er ihr Sohn ist. Dumbledore hat ihr wohl von ihm erzählt an dem Abend, an dem sie von den Dementoren überfallen wurde."
„Dumbledore hat An genau an dem Abend die Erinnerung zurückgegeben? Timing gehörte offenbar nicht zu seinen Stärken."
„James!" sagte Lilli entrüstet, woraufhin er sofort die Hand hob als Zeichen, dass er sich ergab.
„Ich mein ja nur. Er hätte sich kein schlechteren Zeitpunkt aussuchen können. Ich hab mich immer gefragt, wie die Dementoren An überhaupt überwältigen konnten, denn eigentlich hatte sie nie Probleme Dementoren abzuwehren. Jetzt erklärt es mir, warum es an dem Abend zu so einer Katastrophe kam.
Dumbledore muss sich ziemliche Vorwürfe gemacht haben, denn ihm war bestimmt klar, dass dies ausschlaggebend für ihre Schwäche gegenüber diesen Kreaturen war."
„Ihn trifft keine Schuld. Früher oder später hätte er ihr das erzählen müssen und er konnte bestimmt nicht damit rechnen, dass Voldemort genau an diesem Abend Dementoren auf sie hetzt."
„Wie ist Brian so?" fragte James schließlich wieder an Harry gewandt.
„Er müsste jetzt nehm ich an so alt wie Jilli sein?"
„Eigentlich ganz normal," antwortete Harry grübelnd, dann aber fiel ihm auf, wie wenig überrascht seine Eltern von der Nachricht waren, dass es überhaupt ein Kind gab.
„Wusstet ihr etwa davon?"
Seine Eltern tauschten einen bedrückten Blick miteinander aus, dann nickten sie ihm jedoch zu.
„An hat ihn bekommen als sie in der Gefangenschaft von Voldemort war. Er hat sie dazu gezwungen ihren Sohn mit Hilfe der dunklen Künste und dunkler Magie zur Welt zu bringen und ihr dann die Erinnerungen manipuliert. So dachte sie Jahrelang sie hätte das Baby verloren während sie es in Wirklichkeit geboren und an Voldemort verloren hat.
Dumbledore hat es gewusst, so viel war uns klar, aber ich dachte nicht, dass der Kleine überlebt hätte."
„Wir dachten, Voldemort hätte ihn für seine Zwecke benutzt und dann getötet," erklärte Lilli betrübt.
„Dumbledore hat ihn gerettet als er noch sehr jung war. Drei vielleicht."
Dies schien seine Eltern tatsächlich aufzuheitern, denn er sah beide angenehm lächeln und das freute wiederum ihn selbst.
„Er ist wirklich super. Wir sind gute Freunde geworden."
„Das ist sehr schön zu hören," sagte seine Mutter sanft und James nickte zustimmend.
„Aber wir sind vom eigentlichen Thema abgekommen. Es ging um Sirius und seine Vergiftung durch den Atem des Todes."
„Atem des Todes..." grübelte James angestrengt. „Atem des Todes... Sagt mir nichts."
„Der Atem des Todes ist ein Nebel, der einem das Leben aus dem Körper saugt," sagte Lilli dann aber und war tief in ihren Gedanken versunken, als sie ihrem Sohn das Wissen preis gab.
„Er tauchte vor über Tausend Jahren in sehr vielen verschiedenen Städten auf der ganzen Welt auf. Große Zauberer, darunter auch die damaligen Gründer von Hogwarts, schafften es gemeinsam diesen zu bündeln und hinter dem jetzt bekannten Schleier zu sperren. Er wurde von ihnen eingegraben in der Hoffnung, die Gefahr, die von ihm ausging, dadurch zu bannen.
Leider wurde er Jahrhunderte später doch wieder ausgegraben und in manchen Kriegen als Waffe eingesetzt. Ich glaube nicht, dass man je die Wirkung davon aufheben konnte."
James sah seine Frau verdutzt an.
„Du kennst diesen Schleier?"
„Yap."
„Jetzt sag nicht, dass das Binns erzählt hat? Bei so was hätte ich doch nicht geschnarcht?"
„Ich arbeitete im Zaubereiministerium, Schatz."
„Ah, klar. Hätte mich auch gewundert wenn Binns mal was spannendes erzählt."
Lilli lachte und wandte sich wieder Harry zu.
„Aber, das heißt nicht, dass es nicht möglich ist."
Das war genau das, was er hören wollte und so sah er seine Mutter hoffnungsvoll an.
„Besonders, wenn Anna involviert ist. Ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie Sirius niemals zurückgeholt hätte, wenn sie der Meinung gewesen wäre, die Alternative sei besser."
„Warum hat dann aber Dumbledore nie etwas unternommen?" fragte James und hatte damit das angesprochen, was auch Harry die ganze Zeit auf dem Herzen lag.
„Es kann viele Gründe haben," sagte seine Mutter. „Vielleicht ist für die Heilung ein großes Maß an dunkler Magie nötig und Anna hat dies im Gegensatz zu Dumbledore im Blut, wie wir beide wissen und auch, dass sie damit schon so manches bewegen konnte, was Dumbledore nicht getan hätte.
Außerdem war Caradoc Dearborn verschwunden und vielleicht erst nach Dumbledore's Tod gefunden worden."
„Professor White hat Dearborn durch Kaylar Steward gefunden. Sie ist eine Phowlyris."
„Durch Kaylar?" fragte James überrascht. „Wie meinst du das?"
„Dearborn war wohl auf der Phowlyris Ebene von dieser ewigen Phowlyris gefangen worden. Kaylar hätte ihn nur zufällig dort gesehen."
„Kaylar ist wieder eine Phowlyris?"
„Uhm," machte Harry verwirrt. Wieder? Was meinte sein Vater mit wieder?
„An hat die Beschwörung aufgehoben?" fragte James enttäuscht. „Das hätte sie nicht tun sollen."
„Wieso das?" fragte Harry.
„Ihre Zeit als Phowlyris war mit sehr viel Pein und Schmerz verbunden," antwortete sein Vater immer noch sehr bedrückt. „Mit der Beschwörung vergaß sie all das, was sie ununterbrochen quälte und nicht zur Ruhe kommen ließ. Die Beschwörung machte sie zu das, was sie immer wollte. Einer einfachen Hexe. Es war zwar einiges dafür nötig, aber wir sahen, dass es ihr endlich gut ging. Dumbledore machte es sogar möglich, dass sie im Zaubereiministerium arbeiten konnte und so tatsächlich ein eigenes, sehr schönes Leben als Hexe entwickelte.
Wir waren uns einig ihr diesen neuen Frieden zu lassen und uns aus ihrem Leben raus zu halten, damit Voldemort sie nicht finden kann. Ich hätte nicht gedacht, das An soweit gehen würde, und sie wieder zurückholt."
„Vielleicht war Kaylar eher in Gefahr, wenn sie sie nicht zurückgeholt hätte?" vermutete Lilli nachdenklich. „Anna würde das nicht tun, wenn sie nicht einen guten Grund dazu gehabt hätte. Und am Ende hat dies dazu geführt, dass sie Caradoc wiedergefunden haben und Sirius zurückholen konnten."
James nickte leicht.
„Deine Mum hat recht, Harry. Vertrau An – Ich meinte, Professor White – Ich kann nicht glauben, dass sie Direktorin von Hogwarts ist. Professor White. Das ist genauso merkwürdig, wie Professor Black. Oder Professor Potter. An und Lehrer. Hat sie schon einem Schüler Furunkeln an den Hintern gezaubert?!"
„JAMES!" sagte Lilli empört, aber Harry grinste breit als sein Vater eine schräge Grimasse zog.
„Im Gegensatz zu dir und Sirius war Anna sehr wohl im Stande eine Lehrerin zu sein und sich zu beherrschen..."
Es verging ein Moment, da verzog Lilli jedoch eine Grimasse.
„Und sie ist Direktorin und muss keinem Schüler etwas beibringen. Also gibt es auch kein Grund jemanden Furunkeln an den Hintern zu zaubern."
James gluckste vergnügt, aber Lilli sah ihn nur gespielt giftig an und wandte sich wieder dem Sohn zu.
„Du kannst ihr im Bezug auf Sirius auf jeden Fall vertrauen, Harry Schatz. Anna hat Sirius viel zu sehr geliebt, um zuzulassen, dass er leidet."
„Wieso nennt Dad Professor White eigentlich An?"
„Lustige Geschichte -" begann James, aber Lilli hatte ihm sofort unterbrochen.
„Was nicht heute erzählt wird."
Beide Männer schmollten, aber die Hexe blieb hart.
„So gerne ich es möchte, aber dies ist nicht die Zeit, um vergangene Geschichten auszutauschen. Unser Sohn ist hier hergekommen, weil er unseren Ratschlag sucht. Nicht um die Zeit mit unwichtigen, nicht mal ansatzweise lustigen, Geschichten totzuschlagen."
„Oh – kay," sagte James schmollend, schmunzelte jedoch in Richtung seines Sohnes. Harry erwiderte es mit einem Grinsen, erinnerte ihn die Art seines Vaters doch sehr stark an Sirius.
Lilli hatte ihren Sohn sehr ernst und eindringlich angesehen.
„Harry, dieses Geheimnis vor Anna geheim zu halten war nicht leicht für keinen von uns und mit dem jetzigen Wissen bereue ich es, dass wir es ihr solange vorenthalten haben. Wir hätten ihr zutrauen sollen, damit fertig zu werden. Wir hatten einfach mehr Angst um sie als Vertrauen in sie, was im Nachhinein gesehen falsch war. Wer weiß, wie der Dementorenangriff sonst ausgegangen wäre, wenn sie es früher schon erfahren hätte.
Wenn du Sirius' Rückkehr für dich behalten willst, um Jilli und Brian zu schützen, bürdest du dir selber sehr viel auf und am Ende ist es vielleicht umsonst. Ich kenne Brian nicht, aber ich kann dir sagen, dass deine Schwester sehr intelligent ist und sie hat die Gabe zu sehen, was wäre, wenn ein Ereignis anders oder gar nicht eingetroffen wäre. Sie würde es womöglich früher herausfinden, als dir lieb ist."
Harry nickte nachdenklich.
„Also soll ich es ihnen sagen?"
James und Lilli hatten kurz einander angesehen, dann aber drückte James ihm aufmunternd an der Schulter.
„Trau deiner Schwester ruhig mehr zu, Kleiner. Und wenn Brian nach seinen Eltern kommt, dann kannst du auch ihm zutrauen, damit umgehen zu können."
Harry nickte erneut. Es war gut mit seinen Eltern zu reden. Er hatte gehofft, dass sie ihm helfen konnten und er wurde nicht enttäuscht.
Es war just in diesem Moment, dass das Brennen an seiner Wunde wieder auftauchte und es auch zu plötzlich kam, als das er sich hätte zusammenreißen können. Harry griff sich reflexartig mit der anderen Hand auf die Wunde am Arm und keuchte. Seine Augen waren zusammengekniffen, um das schreckliche Gefühl zu ertragen. Als das Brennen verging und er seine Augen wieder öffnete, sah er plötzlich seine Eltern ganz nah bei sich. James war vom Grabstein aufgesprungen und hatte ihn wie auch Lilli mit äußerste Sorge im Gesicht festgehalten.
„Harry? Was ist los?"
„Schon vorbei," sagte er beruhigend und versuchte zuversichtlich auszusehen, damit sie sich nicht weiter Sorgen machen mussten. „Ist nur ein Kratzer. Ich war auf einem Auftrag dabei mit Professor White, Brian und Jilli und da wurden wir von Todessern angegriffen. Snape hat mich verletzt, aber Professor White konnte es heilen."
„Snape war das?" sagte James wütend und prompt wünschte sich Harry den Namen ausgelassen zu haben beim erzählen.
„Dad, es ist okay. Wirklich. Mir geht's wieder gut."
„Das eben sah aber alles andere als gut aus," sagte er misstrauisch.
„Professor White hat alles im Griff. Sie sagt, dass es Zeit braucht, aber sie heilt die Wunde. Es ist zwar ne merkwürdige Art zu heilen, aber es wirkt."
„An heilt die Wunde? Merkwürdig inwiefern?"
Sein Vater sah ihn ernst und eindringlich an. Diese Skepsis hatte er noch nie in seinem Gesicht wahrgenommen und verwirrte ihn auch.
„Na ja..."
Er hatte White gegenüber eigentlich versprochen das für sich zu behalten. Andererseits zählten magische Abbilder seiner Eltern wohl kaum als an andere weitergeben?
„Merkwürdig, weil jedes Mal, wenn sie das tut, dann sehe ich in ihren Erinnerungen. So hab ich auch mitbekommen, dass sie Caradoc Dearborn wieder zurückgeholt hat. Oder dass Kaylar Steward eine Phowlyris ist."
Seine Eltern tauschten sehr entsetzte Blicke, was ihn im ersten Moment verwirrte. Hatte er etwas falsches gesagt?
„Weißt du, was das für ein Fluch von Severus Snape war?" fragte Lilli und hatte seinen Arm kritisch beäugt. Ihm war es unangenehm, weil seine Eltern eine so große Sache draus machen, wo er es irgendwie gar nicht so schwer sah.
„Nein, aber es ist wirklich okay. Mir geht's gut. Brennt halt ab und zu noch, aber das geht bestimmt vorbei, wenn Professor White fertig ist."
„Was sagte An dazu?"
„Dad, wirklich. Es ist okay."
„Sag mir -"
„James," sagte Lilli jedoch eindringlich. „Es ist Anna. Sie würde unserem Sohn niemals schaden zufügen."
„Es ist Snape," entgegnete James jedoch genauso eindringlich. „Er würde."
„Anna wird auf Harry aufpassen. Lass gut sein."
Um seine Eltern nicht weiter zu sorgen, wechselte Harry schnell das Thema. Er erzählte ihnen, dass Professor White ihn nun mit der Magie Gryffindor's trainierte und war froh zu sehen, dass er Erfolg damit hatte, auch wenn sein Vater ihn nach wie vor sehr umsichtig im Auge behielt, aber Lilli hatte James offenbar mit ihrem Blick besänftigt und dazu aufgefordert ihren Sohn nicht weiter zu bedrängen. Kurze Zeit später verließ Harry schweren Herzens den Friedhof wieder und apparierte zurück in die Nähe Hogwarts, um mit dem Besen wieder zurückzufliegen.
