Nächstes =)


Review:

Mannequin: Kuckuck =)

Ah, ja. Dann war es das womöglich für mich mit den Krimi Filmen ^^ Hab schon zu viel brutales und ekliges gesehen, weshalb ich auch beim Schreiben der FF's so etwas weglasse, so gut es geht. Zumindest, das eklige. Das Fass ist voll, obgleich ich mich an manchen Tagen schon frage, wie man eigentlich auf so manche Ideen nur kommen kann.

Oh, ich lass mich gerne zu spoilern. Vor allem werde ich den Film wenn dann nur ansehen, wenn ich genug Infos habe XD Zum Beispiel, wie du mit den Personen da so zurecht gekommen bist? In Harry Potter hat man Harry, Ron und Hermine ja direkt ins Herz geschlossen. Gab es das bei dem Film nun auch? Beziehungsweise, würdest du sagen, der Hauptdarsteller ist wie Harry jemand, den man sofort ins Herz schließt oder einer der neueren Charaktere, die man nicht immer mag und erst am Ende gern hat, weil sie eben dunkler und anders sind?

Was mich allerdings etwas überrascht hat ist, dass es 5 Filme geben soll. Ich hab das Buch nie gelesen, dachte aber, es sei ein Lehrbuch? Öö Und einteilig? Deswegen kann ich mir wahrscheinlich den Film nur so schwer vorstellen. Dagegen hab ich allerdings nichts, denn je mehr desto besser ^^ Beziehungsweise, je mehr Filme, umso mehr hat man ja vom Kuchen.

Das versteh ich total, dass du den Soundtrack rauf und runter hörst =) Das tu ich auch immer, wenn ich etwas habe, was ich total gern mochte. Da kann man nie genug davon kriegen. Zumindest für ein paar Monate XD

Hui, dann bin ich mal gespannt. Ich trau es Rowling durchaus zu, dass die neue Reihe wirklich den Großteil der HP Fans wieder fesselt und das wären immerhin 5 Teile. Und Johnny Depp soll Grindelwald spielen Öö

Uh, das sehen wir dann, wie ich den erwachsenen Sirius schreiben kann ^^ Noch bin ich mir unsicher, inwiefern ich ihn einbringen kann, so dass alles logisch und nachvollziehbar ist.

Lach, ja, immer das hätte, wäre, könnte XD

In den Büchern ist Sirius Tod in den nachfolgenden Büchern ja leider auch nie mehr aufgegriffen worden, noch hat Dumbledore sehr viel in Buch 5 erklärt. Ich musste aber wirklich versuchen eine passende Erklärung zu finden, warum Dumbledore Sirius nicht zurückgeholt hat, wenn Anna es schon konnte. Ich glaub, selbst wenn Dumbledore sein eigenes Leben hätte geben müssen, er hätte es durchaus auch getan. Blieb mir also nichts anderes übrig als etwas rein zu bringen, was er nicht hatte. Den Zufall XD Also Kaylar, die wusste, wo Dearborn steckte. Aber ich bin froh, dass meine Erklärung bisher passt und nicht zu sehr aus der Luft gegriffen erscheint.

Ich denk, am Anfang ist es komisch dass die Direktorin ihrer Schule ihre Cousine ist, aber sie hatten ja so mit Anna nie etwas zu tun. Bill, Charlie, Fred und George schon. Glücklicherweise ist sie keine Lehrerin und somit kann sie eher eine Freundschaft zu den beiden mit der Zeit aufbauen, was durchaus geplant ist. Dies würde ihr leichter fallen als sich Jilli, Brian und Harry zu nähern, zumal sie mit ihnen ja eine viel tiefere Geschichte verbindet.

Yap, Anna weiß, was James, Lilli und Sirius wussten. Ist ja leider so, dass selbst die drei nicht die ganze Wahrheit kannten, sondern nur Dumbledore wirklich über alles Bescheid wusste. Wären Lilli und James noch am Leben gewesen, das hätte ein schönen Krach zwischen ihnen gegeben ^^

Harry hat ein Mal am Arm, yap. Aber es ist ein anderes als James es hatte. Also beide XD James hatte ja zwei.

Uh, so, als nächstes kommen jetzt die Weihnachtskapitel =) Auf die hab ich mich auch schon gefreut, gerade, weil jetzt auch bald Weihnachten ist. Bei CofX war es immer ein wenig blöd, Weihnachtskapitel zu schreiben, obwohl es alles andere als Weihnachten war.

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 21 – About family

Harry hatte Jilli zurückgeschrieben, dass es nicht so dringend sei und es warten konnte, bis sie sich wieder sahen. Er entschied für sich selbst, es der Zeit zu überlassen, oder wie Professor White wohl sagen würde, der Magie überlassen, weil es seine Wege schon gehen würde.

Die letzte Woche vor Weihnachten verbrachte Harry mit seinen Freunden, vorwiegend zum lernen, denn wundersamerweise gab es in dieser Woche sehr wichtige Prüfungen. Da aufgrund von Dumbledore's Tod die Prüfungen für alle außer den Siebtklässlern nicht mehr nachgeholt wurden, gab es für die diesjährigen Siebtklässler und damit letztjährigen Sechstklässler eine Zwischenprüfung, mit deren Leistungsbestätigung sie sich dann für ihre jeweiligen Berufsziele bewerben konnten.

Eine solche Bewertung war vor allem für die Ausbildung zum Auror nötig gewesen, für die sie sich noch im selben Schuljahr bewerben mussten. Harry hätte schwören können an dem Wochenende zum ersten Mal von einer solchen Zwischenprüfung gehört zu haben...

„Remus hat es gesagt, jedes Mal, wenn er mit einem Wesen oder Fluch fertig war," sagte Hermine als er seine Überraschung beim Frühstück äußerte.

„Professor Sprout hat es auch erst letzte Woche noch mal gesagt," warf Neville ein und zuckte leicht unangenehm mit dem Mundwinkel, denn Harry war es anzusehen, wie sich durch Hermine's Worte eine dunkle Wolke über seinen Kopf bildete.

Ginny und Ron hielten die Klappe und versuchten dem Freund möglichst keinen Sie-haben-recht-und-du-hast-es-wie-immer-nicht-mitgekriegt-weil-du-an-alles-nur-nicht-an-die-Schule-denkst-Blick zuzuwerfen.

„Mir wird es richtig fehlen, wenn ihr nächstes Jahr alle nicht mehr da seid."

Die ganze Gruppe blickte zu Luna, die in ihren Cornflakes rumstocherte, welche jedoch nicht in Milch getränkt waren, sondern in einer rötlichen, irgendwie widerlichen Flüssigkeit und wenn einem nicht alles irrte, dann lagen auf den Cornflakes Bonbons? Für einen Moment fragte sich Harry, wie man das zum Frühstück überhaupt herunterbekam, verkniff es sich aber, da Ron bereits ihm dazwischen fuhr.

„Weil wir die Schule beendet haben oder alle von Todessern abgeschlachtet worden sein werden?"

„Ist das nicht geflogen wie geschwebt?" entgegnete die Rawenclaw Schülerin jedoch und als sie ein Löffel in den Mund schob, wusste Harry durch das krachende Geräusch, es waren tatsächlich Bonbons.

„Wobei, nein," sagte Luna schnell. „Bei dem ersteren könnte ich euch zumindest noch schreiben. Beim Letzteren nicht."

Ron verengte die Augen.

„Ja, genau. DAS ist der Unterschied."

„Jedenfalls sind die Tests am Ende der Woche und du hast nicht mehr viel Zeit, um noch zu schauen, was dir an Wissen fehlt," griff Hermine das ursprüngliche Thema erneut auf und sah Harry ernst und bestimmend an.

Er nickte bedrückt. So wenig, wie ihn das zu Beginn des Jahres auch noch kümmerte, irgendwie war nun doch alles anders gekommen und er musste zugeben, dass es ihn sehr wohl etwas ausmachte, ob er die Schule nun schaffte oder nicht.

Vielleicht lag dies daran, dass er letztes Jahr nach Dumbledore's Tod noch dachte, dass alles ohnehin den Bach runter ging und er mehr an sein Scheitern glaubte als an sein Überleben. Jetzt aber wusste er, dass es da noch viel mehr gaben, die sich gegen Voldemort stellten und er Unterstützung von ihnen bekam.

„Wir haben jetzt dann Verteidigung gegen die dunklen Künste und -"

„Ich komm nach!" unterbrach Harry Hermine und war so schnell aufgesprungen und abgehauen, dass keiner überhaupt darauf reagieren konnte. Auf den verwirrten Ausdruck von allen jedoch zuckte Ginny nur mit den Schultern.

„Er wird schon wissen, was er macht," murmelte sie verlegen und vergrub sich tief in ihre Schüssel Cornflakes.


Harry blieb vor dem Wasserspeier stehen und bemerkte gerade mürrisch, dass er das aktuelle Passwort gar nicht mehr kannte, da öffnete es sich von selbst und direkt vor ihm stand nun genau die Person, zu der er wollte. Professor White.

„Professor!"

„Harry?" sagte diese überrascht.

„Ich wollte zu ihnen."

„Da dies mein Büro ist, nahm ich das auch schon an."

„Err -"

White schmunzelte amüsiert.

„Ich wollte zwar gerade zu Nymphadora, aber das kann auch noch warten."

Sie schritt wieder zurück in ihr Büro und Harry folgte ihr hinein. Er setzte sich jedoch nicht auf den Stuhl, sondern begrüßte zuerst Fawkes. White blieb ebenfalls an der Stange des Phönix stehen und beobachtete die beiden. Es war nicht zu übersehen, dass die beiden einander mochten.

„Du machst dir Sorgen um die Prüfungen am Ende der Woche," stellte White interessiert fest. Harry zögerte zuerst, zumal er gerade ein unglaublich schlechtes Gewissen bekam, weil sie das wusste ohne, dass er überhaupt gesprochen hatte, dann aber nickte er. White, Remus, seine Freunde, Jilli, sie alle hatten ihn immer wieder dazu ermahnt die Schule nicht schleifen zu lassen, aber er schob es stets vor sich hin. Das hatte er nun davon.

„Nun, jede Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Für den schriftlichen Teil ist gute und vor allen Dinge lange und intensive Vorbereitung notwendig und man erreicht durch fleißiges Lernen ohne Probleme ein Ohnesgleichen.

Für den praktischen Teil sieht dies schon anders aus. Dazu ist Erfahrung notwendig. Professor Slughorn zum Beispiel wird im praktischen Teil von euch verlangen einen Trank nach Rezept zu brauen. Diesen habt ihr noch nicht im Unterricht gebraut und er steht auch nicht in den gängigen Büchern.

Daran aber wird er sehen, ob der Schüler dazu im Stande ist seine Erfahrungen einzusetzen oder nur das Rezept abliest und stupide die Anweisungen befolgt ohne mitzudenken. So könnte zum Beispiel geschnittene Zwiebeln und Rosenblätter Zutaten für den Trank sein, aber deine Erfahrung sollte dir gelehrt haben, dass die Rosenblätter in dem Fall nicht von einer roten Rose stammen dürfen, weil es sich sonst mit den Zwiebeln zu einer gegensätzlichen Wirkung vereinigt."

„Err -" machte Harry und wollte sich am liebsten am Kopf kratzen. Nein, das wusste er nicht... Irgendwie fühlte er sich nun noch mehr verunsicherter und das war gar nicht gut. Es war eher sehr erschreckend und aufwühlend.

„Harry, diese Prüfungen haben wir dieses Jahr ausnahmsweise eingeführt, damit ihr eine Chance habt, nach diesem Krieg dennoch ein normales Leben zu führen, wie ihr es verdient habt und nicht, um euch dieses Jahr so viel Arbeit wie möglich zu machen."

Er sah immer noch wenig zuversichtlich aus. White seufzte betrübt.

„Was ich dir gerade gesagt habe, müssten euch alle Lehrer schon mal mitgeteilt haben. Es war also keine Bevorteilung. Als Direktorin von Hogwarts darf ich dir nichts weitergeben, was dir einen Vorteil gegenüber deinen Mitschülern verschaffen könnte. Das wäre unfair und ich weiß, dass dir das klar ist."

„Ja, natürlich," entgegnete er sofort. Er war nicht hergekommen, weil er sich so etwas erhofft hatte. Andererseits fragte er sich gleichzeitig auch, warum er denn dann bitte gekommen war? Es kam ihm irgendwie in dem Moment richtig vor und das einzig sinnvolle sie aufzusuchen.

„Als deine Patentante jedoch," fuhr White fort und hatte ihn damit mehr als nur überrascht. Sie lächelte sehr liebevoll und warmherzig, als er verwundert aufsah.

„Denke ich zumindest, liegt es in meiner Pflicht dir die Angst zu nehmen und dich zu unterstützen. Du hast das Gefühl nicht gut vorbereitet zu sein für die Prüfungen. Also – bereiten wir dich vor."

„Ehrlich?" fragte Harry verwirrt.

„Aber ist das nicht auch unfair den anderen gegenüber? Hermine wird glauben, dass Sie mich bevorteilen."

White schmunzelte.

„Ich werde dich hier keine Tränke brauen lassen, noch dir sagen, wie du gegen welches Wesen oder Fluch vorzugehen hast. Das musst du dir schon alleine aneignen. Wir werden weiter an deiner Kontrolle und Einsatz von Gryffindor's Magie üben. Ich garantiere dir aber, dass dir das für den praktischen Teil ausreichen wird. Die Lehrer erwarten keine Wunder von euch.

Über den schriftlichen Teil musst du dich selber kümmern und du musst dich wirklich anstrengen, da ich mir vorstellen kann, dass du vieles an Vorbereitung nicht mitgenommen hast, was deine Mitschüler jedoch taten. Ist ein wenig unfair, wenn man bedenkt, was auf deinen Schultern lastete.

Ich bin mir sicher, deine Freunde werden dir alle dabei helfen."

Er war tatsächlich etwas zuversichtlicher und empfand auch weniger Panik als vorher.

„Sirius' Zustand hat sich nicht geändert," sagte sie leise. Harry sah deprimiert auf.

„Ich weiß, dass du das wissen wolltest. Ich kann spüren, dass dir das auf dem Herzen lag."

Er nickte traurig.

„Professor White? Kann ich Sirius besuchen?"

„Solltest du dich nicht besser auf deine Prüfungen konzentrieren? Nächste Woche ist Weihnachten und dann steht es dir frei in den Ferien bei ihm zu sein."

„Ich glaub nicht, dass ich mich konzentrieren kann, wenn ich nicht bei ihm bin..."

Das hörte sich dumm an und das wusste er auch, aber es war dennoch nichts als die Wahrheit. So sehr es ihn in Panik versetzte von den Prüfungen zu hören. Sirius war ihm wichtiger gewesen. Und wenn er das Jahr wiederholen müsste, was solls! Luna war ja noch da... Dann war er eben noch mal ein Jahr Quidditch Kapitän. Nein, das war bedrückend... Er wollte mit seinen Freunden abschließen...

„Okay," sagte White plötzlich und Harry sah erneut verblüfft auf.

„Wirklich?" fragte er überrascht. Sie nickte und nun schien er vor Zuversicht und Freude zu platzen. Er würde bei Sirius sein dürfen und vielleicht bekam er dann auch mit, wenn es seinem Patentonkel endlich besser ging.

„Sofern du mir versprichst, bei ihm zu lernen. Nimm deine Unterlagen mit. Von mir aus auch einen deiner Freunde zur Unterstützung, aber nur einen. Und du gehst auch erst nach deiner letzten Unterrichtsstunde hin und bist zu den Rundgängen wieder hier."

„Verstanden," sagte er sofort, froh darüber, dass sie ihn überhaupt gehen ließ. Da hätte er alles getan, was sie noch von ihm verlangte.

„Gut. Such mich nach deiner letzten Unterrichtsstunde im Büro auf. Ich bring dich dann hin. Das permanente Passwort, dass dich immer hier herein lässt, lautet Marauder."


Harry hastete danach so schnell er konnte sofort zu Verteidigung gegen die dunklen Künste und kam auch gerade noch rechtzeitig in das Klassenzimmer herein. Eine Sekunde später und Remus hätte die Tür geschlossen.

„Sorry," murmelte Harry schnell und setzte sich sofort neben Ron nieder. Remus hatte zwar kurz missbilligend eine Augenbraue verzogen, begann dann aber mit der Stunde. Ihm fiel jetzt auch alles auf, was er vorher nicht wahrgenommen hatte. Remus erinnerte sie tatsächlich noch mal an die Prüfung am Ende der Woche und auch, dass es in zwei Teile geschah.

Am Ende verließen alle den Unterricht, bevor Harry mit den anderen jedoch gehen konnte, hielt Remus ihn noch mal auf, so dass die beiden am Ende alleine im Raum blieben.

„Ich würde gerne von dir selbst erfahren, wie es dir nun geht, nachdem du das mit Sirius erfahren hast."

„Geht so," antwortete er wahrheitsgemäß. „Aber Professor White hat mir erlaubt zu ihm zu gehen, wann immer ich will. Ich will ihn heute Abend besuchen gehen."

Remus war besorgt, das konnte ihm Harry im Gesicht ablesen.

„Du glaubst nicht, dass er wieder gesund wird?" fragte er betrübt. Remus schüttelte weder den Kopf, noch nickte er.

„Ich hab dein Gespräch neulich mit Professor White auf den Ländereien gehört. Ginny und Ich waren auch da, aber ihr habt uns wohl über den ganzen Schneesturm nicht gesehen."

„So?" sagte Remus überrascht. „Nun, dann weißt du ja, was ich davon halte."

„Ja."

„Sirius war über einem Jahr in diesem Nebel gefangen und wir alle waren uns sicher, dass es kein Weg da raus gab. Dem Atem des Todes in dieser Konzentration direkt ausgesetzt zu sein ist als ob du sofort in ein Koma fällst. Man spürt danach nichts mehr. Dennoch vergiftet es den Körper, den Geist, das Gehirn. Alles."

„Aber Professor White hat Sirius dennoch wieder zurückgeholt."

„Der Schlüssel dazu war Caradoc Dearborn. Er war der Einzige, der wusste, wie man etwas aus dem Schleier wieder herausbekommt ohne selber hineinschreiten zu müssen. Es war dennoch gefährlich das zu tun. Dearborn hatte nie eine Person wieder herausgeholt.

Versteh mich nicht falsch, Harry. Ich will so wie du und Anna auch, dass Sirius wieder gesund wird, aber ich mache mir keine Illusionen... Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört an Wunder zu glauben.

Wäre Anna nicht zurückgekommen... Ich hätte Tonks vielleicht nicht mal geheiratet."

„Wieso das?" fragte Harry verwirrt. Remus blickte deprimiert zu Boden, bevor er wieder zu seinem jungen Freund aufsah. Er sah dem Marauder an, wie deprimiert dieser wurde.

„Ich hab mich vom Moment mitziehen lassen. Ein Wunder war passiert. Anna war zurück, obwohl keiner von uns damit gerechnet oder es je erwartet hätte. Sie lebte, trotz dessen, dass wir sie alle für tot hielten. Für eine kurze Zeit war etwas schönes, unglaubliches passiert."

„Es passiert immer noch Schönes," sagte Harry und hoffte ihn damit aufmuntern zu können. „Tonks ist schwanger und du wirst Vater."

„In der Tat," stimmte er ihm mit einem milden Lächeln zu. „Ich beginne wieder zu hoffen, aber das ist nicht gut."

„Und wieso nicht?"

„Das letzte Mal als ich Hoffnung besaß, starben drei meiner besten Freunde sowie ein mir sehr wichtiger Mensch, ein weiterer kam nach Askaban und der letzte meiner besten Freunde war der Grund, weshalb das alles geschah, schaffte es, dass ich den Freund, der nach Askaban kam, für den Übeltäter hielt und verschwand dann ebenfalls, nur um Jahre später wieder aufzutauchen und den grauenvollsten Zauberer aller Zeiten wieder zurückzubringen. Ich will lieber nicht wissen, was dieses Mal geschehen könnte."

Harry musste nicht fragen, wer der ihm sehr wichtige Mensch war. Es musste diese Phowlyris sein, der er in Iargrove begegnet war und nun frohlockte auch der Gedanke, dem Freund davon zu erzählen. Einfach, um ihn aufzumuntern, nur war es nicht sicher, dass es am Ende nicht den genauen gegenteiligen Effekt haben könnte.

„Mach dir einfach nur nicht zu große Hoffnungen wegen Sirius."

Harry nickte, dann packte er seine Sachen und verließ das Klassenzimmer, um zu seinen Freunden dazu zu stoßen. Irgendwie fand er nicht den Mut ihm auch noch zu sagen, dass White Todkrank war und er diesen einen Freund früher oder später wieder verlieren würde.


Nachdem Harry Hermine, Ron und Ginny erzählt hatte, dass er Sirius am Abend vor den Rundgängen und nach seiner letzten Klasse besuchen konnte und White ihm erlaubt hatte einen von ihnen mitzunehmen, hatte sich erwartungsgemäß jeder von ihnen gemeldet, um mitzukommen. Am Ende wurde es Ginny und White hatte beide wie versprochen über den Kamin zu Sirius geschickt. So saß er mit Ginny in seinem Zimmer, die Bücher um sie herum aufgeschlagen und versuchten zu lernen während Sirius schweigend und ohne sich auch nur einmal gerührt zu haben neben ihnen auf dem Bett lag und die Decke anstarrte.

„Ist er so den ganzen Tag?" fragte Ginny traurig als sie eine kurze Pause vom vielen aufholen einlegten.

„Weiß nicht," sagte Harry und sah seinen Paten besorgt an. „Ich hab Jilli und Brian noch nichts gesagt. Liegt aber mehr daran, dass sie nicht herkommen können und ich wollte es nicht in einem Brief schreiben."

„Ist auch besser so," sagte sie verständnisvoll. „So was sollte man nicht in einem Brief lesen müssen."

„Glaubst du, Sirius versteht was wir sagen?"

Ginny zuckte mit den Schultern, sah ihn aber weiterhin sehr verständnisvoll und mitfühlend an. Sie beschloss ihnen beiden einen langen Moment zu zweit zu geben und entschuldigte sich, um kurz auf die Toilette zu gehen.

„Red mit ihm. Ich glaub, das tut ihm gut," sagte sie mit einem warmen Lächeln bevor sie das Zimmer verließ. Harry hatte sich zu Sirius auf das Bett gesetzt, nachdem Ginny die Tür hinter sich geschlossen hatte, aber sein Patenonkel rührte sich nach wie vor nicht.

„Sirius?" versuchte er es vorsichtig und beobachtete ihn sehr intensiv. „Wenn du mich hören kannst, gib mir doch bitte ein Zeichen?... Irgendeins?"

Nichts. Er ließ seine Schultern hängen und seufzte traurig. Das wurde härter als er geglaubt hatte. Egal, wie sehr er sich vorher auch gewünscht hatte, Sirius wieder zu haben, ihn in dieser Verfassung zu sehen war nur sehr schwer zu ertragen und Harry wusste auch nicht, wie lange er das durchhielt. Er wollte dennoch nicht aufgeben und so beschloss er einfach weiter zu reden als ob sein sein Freund ihn wirklich zuhörte. Harry erzählte ihm, dass er mittlerweile von Jilli wusste und auch Brian kennengelernt hatte, dass er sich das ganze letzte Jahr über nichts sehnlicher gewünscht hatte, als seinen Patentonkel wieder zurückzubekommen, dass Dumbledore nun tot war und die letzte Zeit sehr schwer ohne ihn war. Sirius zeigte keine Reaktion. Nicht mal als Harry seine Hand ergriff und fest drückte in der Hoffnung sein Pate würde darauf reagieren kam etwas. Sirius lag da wie eine Puppe. Wenigstens blinzelte er, was für Harry zumindest ein Lebenszeichen war.

Die Zeit verging ohne dass sich der Zustand seines Patenonkels veränderte und so kehrten Ginny und Harry auch wieder nach Hogwarts zurück. White hatte nur einen Blick mit Harry austauschen müssen, um genau zu wissen, was er fühlte. Das sah er ihrem Ausdruck an.

„Harry? Komm doch nach den Rundgängen zu mir. Wir werden heute Abend noch mal eine Lehrstunde einlegen."

„Okay," sagte er sofort. Auf dem Rückweg mit Ginny zum Gemeinschaftsraum jedoch fühlte er ein schweren Stein auf seinem Herzen. Remus' Worte wollten ihm nicht mehr aus dem Sinn gehen und nun malte er sich auch tausend Szenarien aus. Eins war schlimmer als das andere.

„Vielleicht wird ja wirklich alles gut werden?" flüsterte Ginny leise. Sie hielten mitten im Gang an und er blickte traurig auf.

„Und wenn nicht? Was, wenn Sirius' nicht mehr wird? Wenn Remus recht hat und Professor White muss ihn töten?"

Sie nahm seine Hände und drückte sie fest in ihren.

„Es tut mir so leid, aber... noch gibt es doch Hoffnung? Er ist zumindest noch auf keinen von uns los gegangen und verrückt geworden?"

Auch wenn es nicht das war, was er wollte, recht hatte seine Freundin dennoch und er kam auch nicht umhin zumindest ein wenig Trost zu spüren angesichts ihres lieben Versuches ihn aufzumuntern.

„Es ist bald Weihnachten. Vielleicht passiert ja doch noch ein Wunder und Sirius geht es zu Weihnachten besser?"

Harry zwang sich zu einem Lächeln, auch wenn er irgendwie nicht daran glaubte.

„Ja, vielleicht. Komm."


Er tauchte wie verabredet nach den Rundgängen bei Professor White im Büro auf und setzte sich wie immer auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch.

„Ich werde heute etwas anders mit dir probieren," begann sie überraschenderweise, so dass er für einen Moment irritiert war.

„Du hast noch nie absichtlich ohne Zauberstab gezaubert, nicht wahr?"

„Nein, Professor."

„Nun, Gryffindor's Magie ist sehr stark darin, Zauber, ohne Zauberstab und ohne den Zauberspruch laut auszusprechen, zu vollziehen."

Sie nahm eine Feder in die Hand und ließ sie mitten in der Luft fliegen ohne den Zauberstab dazu benutzt zu haben oder dass ihr auch nur ein Ton entfuhr. Als sie jedoch sprach, behielt sie die Feder im Auge, nicht ihn.

„Ich möchte, dass du dich auch auf die Feder konzentrierst. Behalte sie im Blickfeld und lasse sie durch deinen eigenen Willen schweben."

Harry versuchte es. Er sah die Feder an und dachte daran, sie in der Luft zu halten.

„Gut," hörte er White's Stimme und nahm auch ihre Schritte um ihn herum wahr. „Fühlst du dich leicht oder schwer?"

„Uhm -" Eigentlich fühlte er nichts von beidem. Er fühlte sich eher komisch.

„Okay, dann klammere dich an das Gefühl. Schließe alles andere aus, was nun kommen mag. Lass es nicht an dich ran. Du musst den nötigen Abstand wahren können. Denke an Sirius. Du kannst ihm helfen, wenn du es schaffst Gryffindor's Magie zu handhaben."

Ihre Hand berührte seine Schulter und wieder hörte er das Geräusch von zerbrochenem Glas und sah ein kurzes blendendes Licht vor sich. Diesmal war das Geräusch gemischt als ob ein Zug auf den Schienen noch scharf bremsen würde


Er sah seinen Großvater auf einer Couch und tief in seinen eigenen Gedanken versunken stehen. Er war etwas jünger als Harry ihn in den letzten Erinnerungen gesehen hatte. Sein Gesicht war von Sorgenfalten gezeichnet und er fragte sich, an was er wohl gerade dachte, dass er so finster in die Leere starrte. Ein Babyschreien holte ihn zurück in die Wirklichkeit und er sah überrascht auf. Harry sah nun was auch sein Großvater sah. Eine bildhübsche, braunhaarige Frau, wohl in dem selben Alter wie sein Großvater und mit einem kleinen Baby auf den Armen. Sie war wirklich schön und ihr Lächeln richtig warm. Harry mochte es, sehr sogar.

„Du bist seit einigen Tagen schon so schweigsam," begann sie leise. Selbst ihre Stimme mochte Harry gerne. Sie klang ehrlich liebevoll und bewegend.

„Wie geht's dem Kleinen?" fragte Michael Potter ohne auf ihren Kommentar eingegangen zu sein.

„Ungewöhnlich ruhig..." sagte sie sanft, setzte dann aber mit einem schmunzeln hinzu: „Wie sein Vater dieser Tage."

Sein Großvater lachte amüsiert, alle Sorgen waren von seinem Gesicht verschwunden. Er stand auf und gab der Frau einen Kuss, bevor er ihr das Baby abnahm. Das musste Harry's Großmutter sein, von der Jilli schon mal gesprochen hatte. Maria Potter. Sie war irgendwie genauso, wie er gehofft hatte, dass sie sein würde.

Harry, hörte er White's Stimme wie ein Echo erklingen. Dränge nicht. Fühle, aber dränge nicht. Lass es zu dir kommen. Bleib ruhig.

Er versuchte es, zwang sich nicht zu sehr zu wollen, sondern geduldig abzuwarten. Er wollte Sirius helfen und wenn er es damit konnte, dann musste er es auch. Offenbar schien er es richtig zu machen, denn die Erinnerung ging weiter.

„Was ist los, Liebling?" fragte die Hexe sehr sanft und umsichtig. Harry mochte ihre Art, sie war wirklich herzlich. Sein Großvater dagegen blieb still, schien eher der in sich gekehrte und kältere Mensch von beiden zu sein. Selbst in dem Moment, in dem er seinen Sohn hielt, zeigte er keine Emotionen. Er starrte ihn an als ob das Baby in seinen Händen nicht seins wäre, sondern etwas, das er halten müsse.

„Soll ich wirklich anfangen zu raten?" versuchte es Maria weiter und schmunzelte amüsiert.

„Du weißt, das letzte Mal als wir das taten ging es nicht gut aus und einer von uns spielte auf einmal einen beleidigten Troll."

Es war das erste Mal, dass Harry seinen Großvater lächeln sah. Es machte aus ihm direkt einen anderen Menschen, offener und auch freundlicher.

„Erinnerst du dich an das, was ich sagte, bevor wir über eine gemeinsame Zukunft sprachen?" begann er ernst. Maria hatte ihren warmen Blick nicht verloren.

„Meinst du, als du mir sagtest, wie unangenehm dein Vater werden könnte, weil er sehr viel Wert auf das Ansehen der Potter Linie legt, oder als du sagtest, du wärst nicht perfekt und mein Leben mit dir wäre nicht das, was ich verdiene?"

Er lächelte traurig und hatte kurz das Baby in seinen Armen, statt seine Frau angesehen, bevor er sich ihr wieder zuwandte.

„Maria -"

„Denn wenn es das ist, dann sag ich dir jetzt auch dasselbe, was ich damals schon tat. Ich scheue mich nicht vor dem, was dein Vater tut, noch brauche ich einen perfekten Mann, der mir ein Leben gibt, das ich verdiene. Was ich will, bist du."

Michael Potter wandte sich erneut deprimiert ab, diesmal aber sah er nicht wieder von seinem Sohn auf.

„Ich rede von dem Tag, an dem ich dir mitteilte, was es bedeuten könnte, von Gryffindor's Blut zu sein."

Sie platzierte ihre Hand sanft auf seiner und lächelte zärtlich als er sich ihr zuwandte. Harry bemerkte ein glänzen in ihren Augen, dass ihn selbst sehr berührte. Es war wirklich wunderschön und erhellte einen im inneren. Als ob sie mehr Trost allein durch ihr Dasein gab.

„Auch daran erinnere ich mich und es ist immer noch dieselbe Antwort. Ich will dich."

Der Zauberer schüttelte immer noch niedergeschlagen den Kopf.

„Maria, ich glaube, es ist soweit... Ich glaube, James oder Patricia, einer von beiden ist es. Der Träger von Gryffindor's Magie."

Die Hexe schien überwältigt zu sein, denn so zuversichtlich wie sie vorher auch noch gesprochen hatte, nun schwieg sie bedrückt. Ein Moment verging, dann aber strich sie umsichtig mit der Hand über die Wange des Baby's in den Armen ihres Mannes.

„Dann soll es wohl so sein..." sprach sie leise. Michael Potter sah verwundert auf, aber Maria nickte fest. „Sie sind da, Michael. James und Patricia sind unsere Kinder. Ich weiß, wir sagten damals, wir wollen keine und wir würden keine Kinder bekommen, aber nun sind sie beide da. Ich liebe sie so unendlich und ich weiß, dass du so wie ich, den Gedanken nicht erträgst, dass ihnen je etwas passieren könnte. Erst recht, wenn wirklich einer der beiden der Träger sein sollte.

Aber selbst wenn dem so ist, Michael, sie sind da. Sie sind unsere Kinder. Du bist ihr Vater. Lass die Angst vor etwas, das sein könnte, nicht die Freude an das nehmen, was tatsächlich ist.

Deine Kinder lieben dich. Sei auch ein Vater, nicht nur ein Auror."

Er hatte sie lange angesehen, dann aber nickte er mit einem warmen Lächeln und schließlich kroch auch ihr ein weiteres Lächeln über die Lippen.

„Es gibt Mittel und Wege, die beiden zu schützen. Da bin ich mir sicher," sagte sie weiterhin und drückte ihrem Sohn einen fürsorglichen Kuss auf die Stirn.

„Er wird ein schönes Leben haben. Sie beide werden das..."


Diesmal endete die Erinnerung sehr sanft. Sie verschwamm vor seinem geistigen Auge und er erkannte nun wieder die klaren Umrisse von White's Büro vor sich. Die Feder schwebte immer noch sanft in der Luft und Harry grinste erfreut.

White fuhr mit ihrer Hand unter die Feder und hob sie in ihrer Handfläche wieder herab. Ihr Blick war stolz und das hob seine Stimmung gar noch mehr.

„Gut gemacht," sagte sie mit einem sanften Lächeln.

„Also war das ein Fortschritt?" fragte er hoffnungsvoll. White nickte und mit einem Mal fühlte er sich sogar noch besser.

„Sogar mehr als ich gedacht hätte," gab sie bewundernd zu. „Sirius bedeutet dir sichtlich sehr viel, denn seitdem du von ihm weißt, fühle ich Gryffindor's Magie in dir dir wirklich sehr stark."

„Sie sagten, ich könnte ihm helfen, wenn ich mit Gryffindor's Magie umgehen kann. Kann ich das jetzt schon?"

„Leider nein," antwortete sie umsichtig. „Aber das heißt nicht, dass du es gar nicht kannst."

So betrübt er durch den Anfang ihrer Worte auch war, nun bekam er wieder Hoffnung und sah auch entsprechend erwartungsvoll auf.

„Bediene dich an White Breath, absichtlich und bedacht, um Sirius zu erreichen. Gryffindor's Magie ist sehr stark und intensiv. Vor allen Dingen aber sehr mächtig. Es wirkt über Wege, die der normalen Magie versperrt bleiben. Dein Vater hat damals gesagt, Gryffindor's Magie würde mit ihm sprechen."

„Err – okay," sagte er irritiert. Harry hatte nicht das Gefühl, als ob die Magie das mit ihm tat. „Kann ich das jetzt sofort tun? Wieder zu Sirius gehen und -"

White schüttelte entschieden, wenn auch mit einem sanften Schmunzeln, den Kopf.

„Es ist spät. Morgen. Für heute solltest du zurückgehen und schlafen. Auch Gryffindor's Magie wirkt besser, wenn sein Anwender ausgeruht ist."

Er nickte unzufrieden. Schon wieder fand er sich in derselben Situation, wie auch schon in all den letzten Wochen. Etwas anderes war ihm wichtiger als die Schule und er tat sich schwer sich wirklich wieder auf etwas anderes zu konzentrieren als das, was ihn wichtig war. White aber lächelte zuversichtlich.

„Du tust im Moment genau das Richtige."

Harry sah verwundert auf, war dies doch das Letzte, was er aus ihrem Mund erwartet hätte, aber die Professorin meinte das tatsächlich ernst.

„Ich weiß, dass du keine Maschine bist, sondern ein Mensch und das du sehr in deinen Gefühlen lebst. Das ist gut so. Du wärst nicht du, wenn du anders wärst. In diesem Punkt kommen du und Jilli wirklich sehr nach euren Eltern.

Lilli und James waren auch sehr leidenschaftliche Menschen gewesen. Ich weiß, dass du dich nicht nur auf die Schule konzentrieren kannst, wo so viel anderes noch in deinem Leben passierte und weiterhin passiert.

Du gibst dir Mühe und versuchst es und nur das ist wichtig. Du brauchst wirklich keine Sorgen vor den Prüfungen zu haben. Wenn du weiterhin mit deinen Freunden lernst wird alles gut werden."

Harry nickte verstehend und lächelte vorsichtig. Irgendwie glaubte er ihr das sogar.

„Professor White? Kann ich sie etwas fragen?"

„Nur zu."

„Das waren doch meine Großeltern in der Erinnerung?"

Sie nickte.

„Bei einer ihrer Erinnerungen hab ich gesehen, dass mein Großvater ihnen geschrieben hat und sie hätten all die Erinnerungen nicht, wenn sie sie nicht von ihm direkt hätten, nehme ich an. Also, kannten sie sich gut?"

White zögerte, dann aber nickte sie.

„Deine Großeltern waren sehr gute Menschen und ich wäre heute nicht hier, wenn es die beiden nicht gegeben hätte. Sofern es mir möglich ist, werde ich dir noch weitere Erinnerungen über die beiden zeigen. Ich bin mir sicher, ihr würdet euch sehr gut verstehen, wenn sie noch leben würden."

„Wie starben sie?"

„Dein Großvater wurde von Voldemort getötet. Deine Großmutter dagegen starb friedlich und im Kreise all derjenigen, die sie liebten, zu Hause. Da wo Jilli zur Zeit schläft."

„Sie wissen davon?" fragte er überrascht. White nickte.

„Es ist spät. Du solltest wirklich gehen."

Harry verabschiedete sich und kehrte in den Gemeinschaftsraum zurück. Er war immer noch verwundert, andererseits zeigte dies, dass seine Freundin recht hatte. White sorgte sich tatsächlich um sie alle, auch wenn sie dies ihnen gegenüber so gar nicht zeigte.


Die nächsten Tage über ließ er es sich nicht nehmen jeden Tag am Abend nach seiner letzten Stunde zu Sirius zu reisen, wo er versuchte sich zu konzentrieren und mit seiner Magie zu helfen. Mal nahm er Hermine mit, mal Ron und dann wieder Ginny. War er am ersten Abend noch voller Tatendrang und Zuversicht, war ihm das schnell vergangen als sich an Sirius' Zustand nichts veränderte.

Die Prüfungen rückten immer näher und langsam hatte Harry das Gefühl sein Hirn platzte von allem, was sich darin befand. White hatte ihn nicht wieder zu sich gerufen wegen des Trainings und sie auch nicht mehr zu Sirius' gebracht. Das übernahm McGonagall für die Direktorin. Auf Harry's Frage, wo sie denn war, bekam er nur die übliche Antwort, die er von seiner Verwandlungsprofessorin immer bekam.

„Das geht sie nichts an, Potter und nun zurück in den Gemeinschaftsraum mit ihnen."

Nachdem ihn McGonagall also am Donnerstag Abend rausgeschmissen hatte, trottete er schlechtgelaunt mit Ginny neben sich zurück zum Gryffindor Turm.

„Jetzt hör schon auf zu schmollen," mahnte sie amüsiert. „Professor White hat eben noch andere Dinge zu tun. Morgen sind Prüfungen und du solltest dich lieber darum kümmern."

„Schon gut, schon gut," erwiderte er leicht beleidigt. Er war doch kein kleines Kind mehr und wollte nur wissen, was er wissen sollen durfte. Er mochte eben wissen, wo White war.

„Harry!" sagte Ginny jedoch, damit er aufsah. Jilli und Brian standen am Ende des Ganges und hatten offenbar nur auf ihn gewartet. Nachdem Ginny die beiden begrüßt hatte, ließ sie die drei alleine, damit sie reden konnten.

„Ich übernehm die Rundgänge für dich," sagte sie und küsste Harry kurz auf die Wange.

„Danke," rief er ihr hinterher. Dann wandte er sich mit merkwürdigem Gefühl an Jilli und Brian, die ihn beide neugierig ansahen.

„Nun, du wolltest, dass wir her kommen. Hier sind wir," sagte seine Schwester. „Ich bin aber auch hier, weil meine Schwester Antennen mir sagen, dass mein kleiner Bruder Angst vor der Zaubertrank Prüfung hat und ich ihn besser ein paar Tipps geben sollte, die ihm helfen könnten."

Harry lächelte gezwungen.

„Gehen wir in den Raum den Raum der Wünsche," schlug er vor und schwieg bis sie dort waren. Er war in dieser Woche so beschäftigt mit allem gewesen, er hatte gar nicht mehr darüber nachgedacht, wie er es ihnen beibringen sollte oder was er sagen sollte.

Jilli hatte ihm auf dem Weg nach oben den ein oder anderen hilfreichen Tipp gegeben und auch Brian versuchte Harry noch mal mit ein paar Ratschlägen auszuhelfen. Aber von ihm kam stets nur ein Okay oder Werd ich mir merken.

Ihnen war seine gedrückte Haltung nicht entgangen und so entschuldigte sich Jilli als erstes, nachdem sie sich im Raum der Wünsche hinsetzten, dass sie erst jetzt erscheinen konnten. Harry aber schüttelte sofort den Kopf, weil er ahnte, dass sie sich schlecht deswegen fühlte, was sie eigentlich gar nicht tun sollte. Er dagegen schon. Er fühlte sich so mies, er konnte kaum atmen. Brian und Jilli tauschten besorgte Blicke aus, bevor sie sich dem Häufchen Elend vor sich wieder zuwandten.

„Wir hatten leider einiges zu tun," setzte Brian ebenfalls für eine Erklärung an und rüttelte Harry freundschaftlich mit der Hand auf seiner Schulter.

„Wirklich sorry. Aber, jetzt sind wir da und wir bleiben über Weihnachten und Neujahr. Zumindest hat Doge gesagt, dass es keine Aufträge gibt, die uns involvieren und wir uns die Feiertage nehmen sollten. Oder hat sich das erledigt, weswegen du uns eigentlich sprechen wolltest?"

Das war eigentlich die Gelegenheit. Er hätte einfach ja sagen können und es dabei belassen. Sirius' Zustand war bedrückend und es gab doch keinen Grund den beiden die Feiertage zu vermiesen?Harry hatte die ganze Woche versucht ihm zu helfen, jeden Abend und trotzdem war nichts geschehen.

„Harry?" fragte Jilli besorgt. Es musste ihm ins Gesicht geschrieben stehen, wie bedrückt er sich wirklich fühlte und so schüttelte er erneut den Kopf. Er war nicht der Mensch, der so etwas verheimlichte und dennoch mit sich führen konnte. Zumindest nicht Menschen gegenüber, die ihm so wichtig waren, wie seine Schwester und Brian es in der letzten Zeit geworden waren.

„Professor White hat Sirius aus dem Schleier geholt."

Nun war es raus. Er fühlte sich nicht besser, aber schlechter auch nicht. Es lag ihm auf dem Herzen und nun tat es das nicht mehr. Harry sah beide an, doch während Brian's Ausdruck sehr verschlossen und gefasst war, konnte man das Entsetzen bei Jilli auf der Stelle erkennen.

„Anna hat Sirius... Moment... Sirius ist... Harry, was willst du damit sagen?"

Er sah seine Schwester betrübt an, wissend, wie schwer das alles zu verstehen war, hatte er doch selber seine Probleme mit der ganzen Situation. Brian hatte immer noch nichts gesagt, sondern Jilli aufmerksam beobachtet. Harry fragte sich, ob die beiden ihn eigentlich verstanden hatten.

„Professor White hat Sirius aus dem Schleier geholt. Sie hat Dearborn aus der Phowlyris Ebene befreit und mit seinem Wissen Sirius wieder zurückholen können. Er ist in einem Versteck und wird dort behandelt. Er ist noch nicht wieder gesund und reagiert auch nicht auf uns, aber... er ist am Leben.

Professor White sagte, dass es durchaus sein kann, dass er nicht wieder wird, weil sein Geist sehr viel Schaden durch das Gift hinter dem Schleier genommen hat. Aber es gibt noch Hoffnung. Ich war diese Woche jeden Abend bei können wir über Weihnachten ja alle zusammen hin gehen? Das wird ihn bestimmt helfen!"

Jilli schluckte hart während Brian zumindest nickte und ihm damit zeigte, dass er ihn gehört hatte.

„Jilli -" begann Brian, aber sie war sofort aufgestanden.

„Okay," sagte sie mit einer seltsam verschlossenen und stoischen Art. „Ich ähm... geh dann wieder."

„Jilli -" versuchte er es erneut, aber sie ließ den Freund gar nicht ausreden, sondern war direkt aufgesprungen.

„Schon okay. Danke, Harry, dass du es erzählt hast. Viel Glück für die Prüfungen morgen. Wir sehen uns dann übermorgen, ja?"

„Jilli, was -" war alles was Harry sagen konnte bevor seine Schwester verschwunden war. Brian hatte ihn aufgehalten, bevor er ihr raus nacheilen konnte, und schüttelte den Kopf.

„Lass sie gehen. Sie braucht etwas Zeit für sich."

„Ich hätte es euch nicht sagen sollen, oder?" fragte Harry niedergeschlagen.

„Quatsch, du hast schon das richtige getan," entgegnete Brian sofort. „War nur nicht der richtige Zeitpunkt."

„Wieso das?"

Brian ließ die Schultern hängen und schüttelte erneut tief betrübt mit dem Kopf.

„Gestern war Professor White beim Treffen mit dem Orden dabei und wir haben es wieder nicht geschafft mit ihr zu reden. Sie hat uns auch gar nicht beachtet."

Harry wollte ihm sagen, dass er wusste, woran es lag, dass Professor White Todkrank war und die beiden nur nicht mehr an sich binden wollte, sich aber durchaus um sie alle sorgte, aber er hatte ihr versprochen zu schweigen, also sagte er schweren Herzens nichts davon.

„Jilli wurde traurig und sagte mir, dass es ihr manchmal irgendwie lieber gewesen wäre, wenn sie nicht wieder zurückgekommen wäre. Die kalte, gleichgültige Art ist ziemlich verletzend für sie. Das kann ich nur bestätigen. Aber ich komm damit glaub ich besser zurecht, weil ich es gar nicht anders von ihr kenne. Ist nicht so, dass ich sie auch nur einmal vorher schon mal getroffen hätte. Jilli schon. Sie hat entschieden mehr schöne Erinnerungen an eine andere Professor White.

Jetzt sagst du, Sirius ist am Leben. Sie hat wohl Angst, dass es mit ihm dasselbe sein könnte, wie mit Professor White. Frauen sind halt komisch."

„Err -" machte Harry verwirrt. „Ginny sagte, Professor White würde sich kümmern und sorgen. Um uns alle. Und da wäre sie sich sicher."

„Das bin ich auch."

Harry zuckte verwundert zurück. Er hätte das von dem Freund nicht gedacht.

„Ich habe auch versucht es Jilli zu erklären, dass nur weil sie es nicht zeigt, es nicht heißt dass Professor White sich nicht sorgt. Dass sie Jilli dazu ermahnt vorsichtig zu sein und für uns nach Iargrove kam zeigte mir zumindest, dass wir ihr nicht egal sind.

Jilli ist da allerdings wirklich sehr emotional. Andererseits hat sie miterlebt dass eure Eltern starben, hat miterlebt dass eure Großmutter starb, ihre eigene Mutter hat sie verlassen, Sirius und Anna's ursprünglichen Tod, Dumbledore's Tod. Ich glaub, sie hat Probleme mit dem Verlassen-werden-und-wieder-zurückkommen."

„Uhm, klingt nachvollziehbar," sagte Harry, dennoch sah er ziemlich konfus aus. Es war schon merkwürdig all dies von dem Freund zu hören und für einen Moment fragte er sich, ob dieser nicht eigentlich mehr wusste als er ihnen zeigte. Zu sehr erinnerte er ihn in diesem Moment an Dumbledore selbst.

„Das mit Sirius hat dich nicht überrascht?" stellte Harry misstrauisch fest. Brian lachte traurig.

„Als Sirius hinter den Schleier fiel, hab ich mich ohne zu zögern darüber informiert. Konnte Dumbledore nicht glauben, als er sagte, er sei tot und könne nicht wieder zurückkommen.

Ich mein, ich hab Sirius doch nie gesagt, dass ich sein Sohn bin und konnte das nicht einfach so akzeptieren... Aber nach allem, was ich über den Schleier erfahren hatte, verstand ich, warum sie alle Sirius tatsächlich für tot hielten.

Ich hatte versucht mich im Zaubereiministerium mit einigen aus der Mysteriumsabteilung anzufreunden. Hab dann erfahren, dass Caradoc Dearborn der Einzige war, der weit genug geforscht hatte, um etwas wieder aus dem Schleier zu holen und er galt seit über 15 Jahren als verschollen.

Es ist die logische Schlussfolgerung aus dem was du sagst, dass Professor White einen Weg gefunden hat, um Sirius zurückzuholen. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich ein wenig auch darauf gehofft."

„Ja?"

„Als sie zurück kam, ja. Wann kehrt schon mal jemand von den Toten zurück?"

Brian zog jedoch eine Grimasse.

„Gut, ist momentan lächerlich, wenn man bedenkt, dass es in unserem Fall drei sind, die gerade von den Totgeglaubten zurückgekehrt sind... Aber – du hast Gryffindor's Magie, Voldemort hat Slytherin's Magie, Jilli ist halb Ponester, halb Hexe, ich bin ein verbotenes Kind. Wenn schon, denn schon."

Irgendwie teilte Harry den Enthusiasmus der Situation so gar nicht, wie der Freund selbst und Brian war dies auch nicht entgangen.

„Komm, ich bring dich zurück in den Gemeinschaftsraum und dann schau ich mal, ob ich Ponny irgendwo finde."

„Ponny?" fragte Harry und zuckte mit irrem Blick zurück. Soll das wirklich ein Spitzname für seine Schwester werden?

„Nicht gut?" erwiderte Brian amüsiert.

„Ich dachte, wir hätten uns auf Jilli geeinigt?"

„Ich meine, um sie auf die Palme zu bringen," grinste der Freund vielsagend. „Ich mags, wenn sie sich über so etwas aufregt und wütend wird. Du musst sie mal beobachten. Irgendwie verändert sich dann ihre Augenfarbe zu grün und ihre Backen werden rot. Sieht hübsch aus, aber ich glaub, das ist ein Ponester Ding."

Er hatte sich vor dem Porträt der Fetten Dame verabschiedet und ihm noch mal gut zugeredet sich keine Sorgen um seine Schwester zu machen. Sie würden sich dann in den Feiertagen bestimmt sehen.

Brian hatte ihm mitgeteilt, dass er Heilig Abend bei seinen Adoptiveltern mit Tonks und Remus zusammen verbrachte, aber die Tage darauf würde er bei Sirius vorbei schauen.

Harry hätte zwar gedacht, dass Brian und Jilli beide sofort zu Sirius gehen wollen würden, aber offenbar täuschte er sich und fragte auch nicht weiter nach. Vielleicht war tatsächlich nur er so ungeduldig gewesen.

Stattdessen betrat er den Gemeinschaftsraum und setzte sich zu seinen Freunden dazu, die auf der Couch vor dem Kaminfeuer saßen und bereits auf ihn gewartet hatten.

„Wie lief's?" fragte Hermine, aber Harry zuckte nur die Schultern.

„Ich glaub nicht, dass man das als gut bezeichnen kann," begann er und erzählte ihnen wie seine Schwester und der Freund darauf reagiert hatten. Ron schien genauso verwundert zu sein, Ginny dagegen traurig und nur Hermine schien sehr tiefgründig nachzudenken.

„Brian hat recht," sagte Hermine schließlich. „Deine Schwester hat schon so viele Menschen verloren und der Einzige, der wieder zurück kam, verhält sich unterkühlt und ganz anders, als sie es von Professor White kannte. Es ist eine berechtigte Angst, dass es mit Sirius dasselbe sein könnte."

„Also hätte ich ihr nichts davon sagen sollen?"

„Nein, nein," wehrte die Freundin sofort ab. „Das meinte ich gar nicht. Natürlich war es richtig, dass du es ihr erzählt hast. Du solltest aber noch mal mit ihr reden, gerade weil Weihnachten ist. Sie kommt doch zu dir nach London, oder?"

„Wie hätte Harry das denn tun sollen," warf Ron mit irrem Blick ein, bevor Harry überhaupt antworten konnte. Er wusste nicht, wie es weiterging, weil er nicht dazu kam, das Thema mit seiner Schwester überhaupt aufzugreifen, bevor sie verschwand. „Sie ist doch weggelaufen? Wahrscheinlich sogar wegappariert."

„Man kann in Hogwarts nicht apparieren!" zischten Hermine und Ginny gleichzeitig.

„Abgesehen davon hat mich Brian aufgehalten," erklärte Harry, aber beide Frauen sahen ihn nach wie vor an als ob er etwas falsch gemacht hätte.

„Brian sagte, sie brauche vielleicht einfach etwas Zeit, um sich zu beruhigen."

„Und Brian ist seit wann eine Frau?" erwiderte Ginny ironisch. Harry zog eine Schnute und blickte mit verengten Augen zu Ron, welcher amüsiert gluckste. Er wünschte sich prompt das nicht mit dem besten Freund getan zu haben, denn Ginny boxte ihm schmerzvoll auf den Arm.

„Ich werd schon noch mit ihr reden," sagte Harry sofort und verkniff es sich die Stelle zu reiben, obgleich er jetzt erst feststellte, dass sie eigentlich stärker war als er geglaubt hatte. Aber gut, sie war auch Jägerin im Quidditch Team. Dennoch machte er sich eine Notiz seine Freundin nicht wieder zu reizen.

Da der morgige Tag für sie alle sehr anstrengend werden würde mit all den Prüfungen, beschlossen sie früh schlafen zu gehen.


Harry war jedoch von Anfang an klar, dass er nicht einschlafen können würde. Ron begann sehr schnell zu schnarchen und auch Dean und Seamus waren sehr schnell weggeknickt und je tiefer die Nacht, desto eher begann sich Harry zu fragen, wer von den dreien am merkwürdigsten schnarchte.

„Alles okay, Harry?"

Er bemerkte erst jetzt, dass Neville auch noch nicht schlief und stattdessen von seinem Bett aus zu ihm rüber sah.

„Hm... Jah schon."

„Kannst du wegen den Prüfungen morgen nicht schlafen?"

„Kann sein. Und du? Warum schläfst du noch nicht?"

„Prüfungen morgen. Ich glaub, ich falle garantiert durch."

„Wieso das?" fragte Harry verwirrt. Ron, Dean und Seamus schnarchten munter weiter.

„Ich weiß nicht. Ich kann vieles nicht. Meine Omi wird bestimmt böse, wenn ich nicht durch die Prüfungen komme. Ich konnte mich auch nicht richtig konzentrieren."

„Wegen deinen Eltern?"

Neville nickte betrübt.

„Dad geht es immer besser. Er sieht mich sogar schon absichtlich an, wenn ich ihn anspreche. Toll, oder?"

„Ja, das ist es wirklich," bestätigte Harry freudig. Er hatte fast vergessen, dass White ja Neville's Eltern bei der Heilung geholfen hatte. Das war eigentlich auch ein weiteres Wunder gewesen. Brian hatte recht. Vieles war bei ihnen nicht normal und außergewöhnlich, selbst für Magie, aber es passierte wirklich. Warum also nicht ein weiteres Wunder?

„Wir schaffen das morgen schon, Neville. Was kann uns im schlimmsten Fall passieren? Wir verhauen diese Prüfung und können uns nicht sofort bewerben. Dann glänzen wir halt in den Prüfungen am Ende des Jahres. Fertig!"

„Meine Omi sagte aber, dass wenn ich jetzt nicht gut bin, das auch später nicht sein werde."

„Wir schaffen das schon, Neville."

„Gute Nacht, Harry."

„Gute Nacht."

Er schloss die Augen und versuchte zu schlafen. Ob Neville doch noch Schlaf gefunden hat, fand er nicht mehr heraus, denn Harry glitt ungewöhnlich schnell in einen Traum. Vielleicht nicht direkt ein Traum, denn er fand sich in den Trümmern des Potter Anwesens wieder. Da wo seine Großeltern und sein Vater lange Zeit lebten und er war nicht alleine. Jilli saß auf einem Trümmerhaufen und hatte ihn traurig angesehen.

„Hey," sagte er sanft und setzte sich neben sie.

„Hey," sagte sie ebenfalls sanft. „Es tut mir leid, dass ich vorhin einfach so abgerauscht bin. Das war kindisch."

„Ach was," sagte Harry sofort und lächelte aufmunternd. „Ich wollte dich eigentlich noch fragen, wie wir das mit den Feiertagen eigentlich machen?"

„Hm... Ich würde es gerne mit dir verbringen?" schlug Jilli leise vor.

„Jaah, ich auch," stimmte er ihr erfreut zu. „Keiner meiner Freunde bleibt in Hogwarts. Ron und Ginny fahren zurück zu ihren Eltern. Hermine fährt zu ihren Eltern. Zumindest über die Feiertage."

„Ich weiß. Ein Mitglied des Orden des Phönix wird dafür sorgen, dass sie heil und unbemerkt dort ankommt und holt sie dann auch wieder ab. Keine Sorge. Das Mitglied ist zwar erst seit kurzem dabei, aber sehr zuverlässig."

„Gut."

„Du könntest doch Weihnachten auch mit den Weasleys feiern? Fleur sagte mir, dass Molly und Arthur dich dazu eingeladen haben."

„Schon. Ich hab es Ginny auch versprochen, aber nicht an Heilig Abend. Wir könnten doch zusammen zu Mum und Dad auf den Friedhof?"

Jilli lachte.

„Willst du das denn wirklich?" fragte sie traurig. „Weihnachten auf einem Friedhof? Ich mein, ich habe ohnehin nichts vor, zumal Yuno kein Weihnachten feiert. Aber... es ist wirklich in Ordnung, wenn du lieber bei den Weasleys feierst und wir sehen uns danach wieder."

„Spinnst du?" entgegnete Harry jedoch und das meinte er auch wirklich ernst. „Es gibt kein Platz, an dem ich lieber wäre. Außerdem kommt es gar nicht in die Tüte, dass ich Weihnachten ohne meine Schwester verbringe."

Ihr gerührter Blick machte ihn ein wenig kirre, aber das merkwürdige Gefühl verging sofort als sie ihn fest umarmte.

„Ich hab dich lieb, kleiner Bruder."

Harry begann freudig zu grinsen und drückte sie zurück.

„Hab dich auch lieb, Große."

Nachdem sie ihn losgelassen hatte, wusste er, dass er auch weiter reden konnte ohne, dass sie dieses Mal das Weite suchen würde.

„Ich hab Yuno übrigens mittlerweile kennengelernt."

„Hat er mir erzählt," sagte Jilli mit einem äußerst süffisanten Grinsen.

„Warum feiert er eigentlich kein Weihnachten?"

„Uhm, seine Eltern sind an Weihnachten getötet worden. In dem Jahr als Mum und Dad starben hat er versucht mir ein Fest zu ermöglichen, aber ich meinte, dass es schon okay sei, wenn wir nicht feiern. Das hielt sich dann die Jahre danach auch so."

„Du hast die letzten Jahre nie Weihnachten gefeiert? Nicht mal in Beauxbatons?"

Jilli schüttelte den Kopf und Harry fühlte sich nun richtig blöd. Da dachte er, seine Feiertage wären die Jahre über schlecht gewesen bevor er nach Hogwarts kam, aber Jilli feierte ja nicht mal, nachdem sie in die Zauberschule kam.

„Wir könnten auch Sirius besuchen? Miss Yorick hat bestimmt nichts dagegen, wenn wir dort vorbei schauen und Sirius freut sich vielleicht auch."

„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, Harry," sagte Jilli jedoch betrübt. „Sirius... Was, wenn er tatsächlich irre wird?"

„Remus hat mit dir gesprochen, nehm ich an?"

Ich hab mit ihm gesprochen," entgegnete sie eindringlich, wurde dann aber wieder melancholisch und sah ihn traurig an. „Nachdem Sirius damals nach Askaban kam, unsere Eltern starben und ich auch Anna für tot hielt, da hatte ich mir noch lange Zeit ausgemalt, dass alles wieder gut werden könnte.

Jedes mal, wenn er mich bei Yuno besucht hat, hab ich ihm davon erzählt, war voller Hoffnung und so weiter und jedes Mal sagte er erneut zu mir, dass es nicht eintreffen wird. Nicht kalt und gefühllos, sondern... Er wollte einfach, dass ich erwachsen werde und mich nicht in Dinge gehen lasse, die ohnehin nicht eintreffen würden.

Dinge wie, dass unsere Eltern einfach wieder vor uns stehen und ihr Tod gar nicht real war, sondern von Dumbledore erfunden, um sie zu schützen. Remus hat mich dann stets zur Seite genommen und mir in Ruhe erklärt, warum dies nicht eintreffen kann und sie nicht zurückkommen werden.

Selbst als Anna plötzlich wieder auftauchte, sagte er zu mir, dass sie sich verändert habe und ich nicht von ihr erwarten dürfe, dass sie wie früher mit mir umgeht. Und er behielt recht. Ich hätte nur nicht gedacht, dass es so schwer werden würde."

„Jilli -"

„Deswegen wollte ich mit ihm über Sirius und seinen Zustand reden. Durch ihn weiß ich nun, auf was ich mich einstellen sollte. Und bei meinem Glück, wird Sirius als geisteskranker Mörder aus seinem Zustand aufwachen."

Die beiden sahen sich bedrückt an. Harry wollte sie eigentlich aufmuntern und sagen, dass dies nie passieren würde, aber irgendwie hatte seine Schwester nur das ausgesprochen, wovor auch er sich die ganze Zeit bereits fürchtete.

„Kuck mal. Das wollte ich dir eigentlich zeigen."

Jilli gab ihm ein Foto, dass sie schon die ganze Zeit in ihren Händen gehalten hatte. Er faltete es auseinander und sah die vier beweglichen Personen auf dem Schwarz-weiß Foto. Es waren die viel jüngeren White und Sirius zusammen mit Harry als Baby und Jilli als kleines 3jähriges Mädchen. Es war das erste Mal, dass er es sah und es hatte ihn sofort berührt. Sowohl White, wie auch Sirius schienen darauf richtig glücklich und verliebt zu sein und auch sehr viel Spaß zu haben die kleinen zu tragen.

„Wenn ich zu Weihnachten einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass die Stimmung dieses Fotos wieder Einkehr findet," sagte sie leise. Harry legte seinen Arm um ihre Schulter und drückte sie wieder zu sich. Eine Weile saßen sie da und vertieften sich in ihre eigenen Gedanken.

„Sicher, dass du Heilig Abend auf dem Friedhof verbringen willst?" fragte sie noch mal nach. Harry aber nickte entschlossen.

„Absolut. Mit dir, Mum und Dad. Es wird ne Potter Weihnachtsfeier."

Jilli lachte glücklich und das war alles, was Harry brauchte. Nun war er sich mehr als alles andere sicher, dass dies die richtige Entscheidung war. Er würde Ginny und die Weasley Familie vermissen, hatte er doch die letzten beiden Jahre mit ihnen gefeiert. Aber genauso würde er sich auf ein neues Familienfest mit der Familie freuen, die ihm genommen wurde und Harry war fest entschlossen Weihnachten ab nun auch für Jilli wieder schön werden zu lassen.