Nächstes =)
Sorry, diesmal hats länger gedauert, aber war auch etwas stressig und die Weihnachtskapitel wurden einfach bisher nicht so, wie ich gedacht hätte, dass sie sein sollen. Musste immer wieder umgeschrieben werden und dann kam dies dazwischen und jenes dazwischen, aber jetzt dürfte es so ungefähr okay sein. Ah und wenn ich es hinkriege, dann kommt zu Weihnachten auch das nächste Kapitel von CofX =) Es ist fast fertig, allerdings muss das Ende noch umgeschrieben werden, weil ich das Kapitel nicht mit einem Cliffhänger beenden möchte. Mal sehen, mal sehen. Baba!
Review:
Mannequin: Huhu =)
Ah, na dann, schön zu hören. Freu ich mich schon darauf, wenn es soweit ist. Jetzt muss ich mir fast noch länger Zeit damit lassen, wenn nur alle 2 Jahre ein Film kommen soll. Vielleicht schaffe ich es das mehr als 3 Jahre nicht anzuschauen und dann die ersten beiden Filme mit dem dritten im Kino anzusehen? XD Ich lass mir auch gern davon erzählen, ohne es angesehen zu haben =) Ich bin eh ein Spoiler Freak. 5 Filme zu je 2 Jahren. Da hat sich Rowling zumindest etwas auf längere Zeit gesichert und für die Fans ist es auch schön zu wissen, dass über eine sehr lange Zeit noch etwas kommt, worauf man sich freuen kann. Ich hätte mich gefreut, wenn Buch 7 nicht so schnell gekommen wäre.
Ist schon nachvollziehbar, dass sie den Druck nicht noch mal haben möchte. Schade für uns, aber verständlich und noch ist das ja kein definitives nein, denn wer weiß, was sie doch noch tun wird. Ich hatte nie damit gerechnet, dass doch noch was zum Harry Potter Universum von ihr nachkommen würde und hier ist jetzt etwas, wenn auch anders als gedacht =)
Oh, ich war schon mal beides. Sowohl die Freundin, die eine Freundin wie Hermine hatte, wie auch eine Hermine. Klar ist das für uns nervend, aber ich glaub, gerade Hermine machte das nicht mit gemeiner Absicht. Ich hatte auch schon mal eine Klausur, von der ich mir sicher war, sie verhauen zu haben. War Mathe und hatte etwa 2 Minuten vor Abgabe bemerkt, dass ich eine Gleichung, zu der die komplette Kurvendiskussion runter ging, falsch gelesen habe. Und mir fiel 2 Minuten vor Ende ein, dass ich doch den Lehrer noch hätte fragen können, ob ich das richtig verstanden hab. Sagte der mir, ne, der Bruchstrich ist nur blöd gedruckt. Ich natürlich totale Panik und ich glaub, ich hab noch nie so schnell in 2 Minuten etwas runtergerechnet und überschrieben, wofür ich normalerweise 30 Minuten Zeit hatte. Ich war mir sicher Fehler gemacht zu haben und war so enttäuscht. Dachte, ich hätte mir meine 1 im Zeugnis ruiniert, aaaaaaaaaaaaaber XD Ich hatte es irgendwie doch richtig runtergerechnet in den 2 Minuten und hatte meine 1 und ich war wirklich wahnsinnig überrascht, weil ich eigentlich mit 8 Punkten gerechnet hatte, was für mich, für die Mathe am wichtigsten von allen Schulfächern war, wirklich eine kleine Katastrophe gewesen wäre. Aber Hermine übertreibt hier schon sehr stark, weil sie ja wirklich aus jeder Prüfung mit so einer Laune herauskommt XD und immerhin 2 Prüfungen mehr als Harry und die anderen hat. Ich seh's aber als eine Art Überstresskompensierung an. So viele Prüfungen an einem Tag macht man ja normal auch nicht.
Schon, ich liebe es auch, wenn es schneit. Sollte halt nicht so viel schneien, dass man gar nicht mehr voran kommt oder kaum was sieht. Aber sonst gehört für mich an Weihnachten auch immer etwas Schnee dazu =) Weihnachtszeit in Hogwarts... Hm... Das wär schon ein schönes Erlebnis. Aber dafür gibt es ja die Fantasie und die Filme. Disney Filme zu Weihnachten schau ich auch immer gern. Hat etwas magisches an sich.
Das Problem liegt hier daran, dass sowohl Jilli, wie auch Harry in einem sehr zweisamen Moment entstanden sind, den Lilli und James danach einfach nicht mehr hatten. Jilli wurde ja schon in Hogwarts gezeugt, als James und Lilli gerade erst zusammenfanden und Harry in ihren Flitterwochen in Hogwarts, wo sie keiner gestört hatte. Voldemort und seine Leute waren sonst ständig um sie herum und sie entkamen potentiellen Angriffen danach auch nur, weil Jilli jedes mal vorher eingriff bis sie dann eben zu dem Weihnachten letztes Jahr kamen. Wäre dies nicht, dann glaub ich schon, dass Lilli und James eine viel größere Familie hätten. Aber das heben wir lieber für eine schönere Ansicht auf.
Unter den Umständen unter denen Jilli jedes Mal ein Ereignis änderte, konnte es nie auf etwas anderes als James' Tod hinaus laufen. Sie und Harry könnten es jedes Mal versuchen zu verhindern und es würde immer dasselbe Ende nehmen. Brian hingegen könnte es eher herausfinden, was zu verändern wäre, um das hinzubekommen, was eigentlich alle wollen, aber dazu braucht es erst noch mehr Vertrauen zwischen ihm und Jilli, damit er das überhaupt tun kann. Zur Zeit vertraut sie nur Harry, Remus und Yuno wirklich tief und die drei kommen eben was die Intelligenz angeht nicht an Brian ran.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
Chapter 23 – The Voldemort, who stole Christmas II
Kurz vor Heilig Abend
Remus und Anna standen in ihrem Büro in Hogwarts während der Schneesturm außerhalb des Schlosses immer mehr zunahm. Durch das Fenster konnte man so weit das Auge reichte nur noch Schnee und Schneefall erkennen.
„Du willst Harry wirklich mit Jilli alleine lassen? Die ganzen Feiertage über? Ist das nicht gefährlich?" fragte er skeptisch.
„Er hat einen Aufpasser," sagte White sanft.
„Harry und Jilli werden nicht in seiner Wohnung bleiben und sich dort verkriechen. Sie werden rausgehen und Jilli ist genauso in Gefahr wie Harry. Sie ist keine Aurorin und ihre Fähigkeiten als Ponester sind nicht mehr die, die es einmal waren. Sie schwinden. Und vergiss nicht, dass ihre Kontrolle über das Band schwankt, wenn er ihre Träume schon wahrnimmt. Als Aufpasserin finde ich diese Konstellation ziemlich ungeeignet."
„Jilli ist auch nicht die Aufpasserin," lächelte White mild und Remus sah sie verwundert an. „Glaub mir, dass mir die Sicherheit der beiden wirklich sehr am Herzen liegt und ich sie genauso beschützen möchte wie jeder andere von euch. Ich gebe nicht weniger als das, was ich auch bei James tat.
Ich werde ihnen aber ihre Freiheit nicht rauben, indem ich sie einenge und aufgrund von möglichen Angriffen oder sonstigem Vermutungen irgendwo einsperre, selbst wenn es sich dabei um Hogwarts handelt."
„Sie wären im Schloss sicher. Die Zauber, die du auf das Schloss gelegt hast, zeigen Wirkung. Wir sind nicht angegriffen worden."
White lächelte traurig.
„Dumbledore hat Sirius eingesperrt und er wurde von Bellatrix in den Schleier gestoßen. James und Lilli waren in ihrem Haus eingesperrt und wurden von Voldemort schließlich dennoch gefunden und ermordet. Harry einzusperren könnte sehr schnell Ähnliches herbeiführen.
Außerdem, Gryffindor's Magie in Harry muss wachsen und das kann es nicht, wenn es keine Erfahrung sammelt. Selbst wenn ich jeden Tag mit ihm trainiere, würde es seine Magie nicht soweit bringen, wie es passiert, wenn er sich die Erfahrung selber aneignet. Er wird okay sein."
Remus sah sie nachdenklich an, dann aber nickte er verstehend. Ihre Erklärung war nachvollziehbar, auch wenn er es anders lieber gehabt hätte.
„Und was ist mit Brian?"
„Was soll mit ihm sein?" fragte White ruhig. Remus hatte zumindest etwas Sorge in dem ihm so vertrauten Gesicht erwartet und nicht nichts wie es gerade der Fall war. Manchmal fragte er sich, ob die Hexe, die zurückgekehrt war wirklich noch die Person war, die stets zu seinen besten Freunden zählte.
„Dumbledore hat mir erzählt was passiert ist nachdem er Brian vorgestellt hat und auch, wie wichtig es ist, dass keiner einen Bezug von ihm zu dir zieht. Insofern versteh ich deine Haltung ihm gegenüber. Du willst ihn nur schützen. Aber die Wahrheit hat die ungewollte Art stets ans Licht zu kommen und auch zu dem ungünstigsten Zeitpunkt.
Voldemort hat ihn dir damals aus einem bestimmten Grund weggenommen und du und Ich, wir wissen, dass er in Gefahr ist, wenn Voldemort herausfindet, wer er wirklich ist."
Sie nickte sehr langsam.
„Was ist also mit seinem Schutz? Oder hoffst du einfach darauf, dass Voldemort es nicht erfährt? Harry weiß es mittlerweile. Ron, Hermine und Ginny auch. Jilli wusste es auch schon vorher. Emmeline Vance wusste davon und sie ist ermordet worden. Nymphadora und ihre Eltern kennen die Wahrheit. Kingsley kennt die Wahrheit. Bist du dir so sicher, dass sie es aus keinem von ihnen herausbekommen? Oder dass sich jemand anderes durch Legilimentik nicht dieses Wissen von einem von ihnen aneignet?
Du und Ich, wir haben beide genug Erfahrung mit Todessern und dem engsten Kreis um Voldemort. Sie werden es früher oder später erfahren."
Selbst jetzt war White noch die Ruhe in Person. Etwas, das in Remus mehr Unruhe hervorrief. Kannte er sie doch nur als genaue Gegenteil. Jetzt wirkte sie fast gleichgültig dem Gesprochenen gegenüber.
„Brian ist sehr klug und kein Kind mehr," sagte sie gelassen. „Er kann auf sich aufpassen. Er weiß, wer er ist und was es für ihn bedeutet."
Remus aber schüttelte den Kopf und sah sie misstrauisch an.
„Bist du wirklich so gefasst? Oder versteckst du nur das, was du wirklich empfindest, wieder hinter dieser eiskalten Mauer, An?"
Sie lächelte sanft und es war genau das, was in ihm Unsicherheit hervorrief, ob sie ihm diese Unterstellung nicht doch übel nahm.
„Wie du schon sagtest," begann sie ruhig. „Die Wahrheit kommt immer ans Licht. Voldemort wird von Brian erfahren. Genauso, wie er von Jilli erfahren wird. Ich versuche Harry dahin zu bringen, Voldemort ein Ende zu bereiten, ohne dass es die Leben derer kostet, die ihm wichtig sind.
Ich weiß, dass er eine Freundschaft zu Brian aufgebaut hat und wie sehr er seine Schwester bereits ins Herz geschlossen hat. Er weiß aber nicht, in welcher Gefahr sich alle um ihn herum wirklich befinden und was wir tatsächlich tun, um sie alle zu schützen."
Eine Weile sahen sich die beiden intensiv an, dann schüttelte Remus frustriert den Kopf.
„Tut mir leid. Ich geh zu weit."
White aber sah weder gekränkt, noch beleidigt aus. Stattdessen lächelte sie sanft. Es war das warme Lächeln, das er von ihr kannte und mochte.
„Es gibt nichts wofür du dich entschuldigen solltest, Remus," sagte sie ehrlich, doch der Freund widersprach.
„Ich lasse vieles an dir aus in der letzten Zeit. Das sollte ich nicht und dafür entschuldige ich mich."
„Du wirst Vater," entgegnete sie verständnisvoll. Sie drückte ihm freundschaftlich am Arm und ging an ihm vorbei. Bevor sie jedoch weg war, hielt er sie noch mal fest.
„Ich bin nur an Heilig Abend bei Brian und Nymphadora's Eltern. Was danach ist, wenn sich Brian in Gefahr begibt -"
„Wie gesagt," wiederholte sie mit einem milden Lächeln. „Er ist sehr klug."
„Jilli ist es nicht," sagte er mit festem Blick. Wieder sahen sich die beiden intensiv an.
„Ich meine, sie ist klug. Aber nicht wie Brian. Und die Weihnachtszeit ist für sie nicht leicht zu ertragen. Ich will nur, dass du weißt, dass sie um diese Jahreszeit rum sich gewöhnlicherweise schneller durch Unvorsichtigkeit in Gefahr bringt. Harry ist nicht der Einzige, der in diesem Punkt nach James kommt. Jilli steht den beiden dabei in nichts nach."
White atmete deprimiert aus und schüttelte nur den Kopf.
„Ich will sie doch nur schützen, Remus," sagte sie traurig.
„Ich weiß das," erwiderte er genauso bedrückt. „Aber Jilli nicht."
Heute
Rauschen. Nichts als Rauschen. Harry öffnete mit einem Schlag die Augen und starrte die Decke über sich an. Sein Herz raste, er fühlte Schweißperlen auf seinen Fingern, sein Körper, war steif und die Luft um ihn herum war kalt... eiskalt. Er schluckte. Es war ein Gefühl, dass ihn förmlich bis in die letzte Phase einnahm. Ein schreckliches, Angsteinflößendes Gefühl und er fragte sich, ob es schon passiert war oder noch passieren würde.
„Harry?" Er drückte sich auf und sah zur Seite. Jilli saß aufrecht auf der Couch neben ihm. Die beiden hatten letzte Nacht so lange miteinander geredet, dass sie irgendwann einfach im Wohnzimmer eingeschlafen waren. Mit bangem Blick bemerkte er, dass auch in ihrem Ausdruck pures Entsetzen stand.
„Hast du auch das Gefühl... als ob etwas schreckliches passieren wird?" fragte sie leise. Er konnte nicht anders als zu nicken, denn genauso fühlte es sich in ihm an. Als ob er eine böse Vorahnung hätte.
„Was war das?" fragte Harry und hatte noch immer Mühe sich wieder zu fangen. Er fühlte es nach wie vor, als ob ihn jemand jagen würde und kurz davor war ihn zu ergreifen.
„Das bin ich," antwortete Jilli niedergeschlagen und ließ schuldbewusst die Schultern hängen. „Ich kann... Ich dachte, ich kann das kontrollieren, das Band zwischen dir und mir, aber – wenn du das auch fühlst, dann kann ich es nicht."
„Jilli?"
Er hatte seine Schwester vorsichtig angesehen und hoffte inständig, dass sie nicht das sagen wollte, wovor er sich gerade mehr fürchtete als das Gefühl, dass ihn übermannt hatte.
„Das hätte nicht passieren dürfen, Harry," sagte sie betrübt.
„Wieso nicht? Ich finds nicht schlimm."
Das war so halb die Wahrheit, denn er war bereit dazu damit umzugehen, wenn es ihr dadurch besser ging oder es ihr auch nur ein wenig half. Jilli aber schüttelte den Kopf.
„Aber es ist schlimm. Ich sollte das gar nicht tun... Du kannst auch meine Träume sehen, stimmts?"
Er hatte schon ganz vergessen, dass dies passiert war und er selber aber noch gar keine Gelegenheit hatte ihr das mitzuteilen. White hatte ihn aufgefordert ihr das zu sagen, aber er wollte es nicht, weil er diese Träume gern gesehen hatte... Er nickte vorsichtig. Es machte ihm Angst, dass sie dadurch noch trauriger wurde.
„Was ist daran so schlimm?" fragte Harry schließlich.
„Ich könnte dich eines Tages genauso ins Koma reißen, wie ich es bei Dad unabsichtlich getan habe und dann wärst du in Gefahr, weil du dich in diesem Zustand nicht wehren kannst."
„Ist nicht viel anders wie wenn ich mir beim Quidditch eine Verletzung hole oder mir ein Duell mit Voldemort liefere. Lande danach ja auch im Krankenflügel für ne Zeit. Also alles okay."
Jilli schmunzelte, weil er es wirklich ernst ausgesprochen hatte, schüttelte aber erneut den Kopf.
„Ich könnte dir zu viel deiner Lebensenergie wegnehmen. Ich war damals noch ein Kind und Dad erwachsen. Zwischen dir und mir sind die Verhältnisse jedoch das genaue Gegenteil. Ich bin älter. Dumbledore hat mich ermahnt. Sagte mir ständig, dass ich dir erst gegenübertreten soll, wenn ich mir sicher bin, dieses Band auch kontrollieren zu können. Er machte mir immer wieder klar, wie sehr ich dir sonst damit schade."
„Aber du schadest mir doch nicht," sagte er eindringlich. „Ich bin okay. Ehrlich. Also wirst du dich auch nicht zurückziehen und versuchen etwas zu kontrollieren, was nicht nötig ist."
„Harry, bitte -"
„Nein!" unterbrach er sie entschlossen und ließ auch kein Zweifel an seiner Meinung. „Und wehe du tust es trotzdem."
„Wie kannst du dich nur so in Gefahr begeben?" fragte Jilli stattdessen betrübt. „Ich könnte dich jederzeit ohne es abzustellen verletzten."
„Trotzdem! Dumbledore, Remus, sie alle mögen es gut gemeint haben, aber die Wahrheit ist doch, dass wenn Mum und Dad nicht ermordet worden wären, wir auch so als Familie zusammengelebt hätten? Siehe das, was wir gestern Abend gesehen haben. Es ist möglich."
„Ja schon... aber da waren Mum und Dad da und das Band zu dir war durch die beiden im Gleichgewicht."
„Und jetzt ist Professor White da und sie weiß bestimmt einen Weg, wie wir es hinbekommen, dass es wieder im Gleichgewicht ist."
„Anna ignoriert mich, Harry."
„Ja, aber nicht, weil sie sich nicht um dich sorgt oder dir helfen würde, wenn wir sie darum bitten. Sie hat ein Auge auf dich. Das weiß ich."
„Ach ja?" fragte sie sarkastisch. Er wusste, dass sie ihm nicht glaubte und konnte es ihr nicht mal verübeln, nachdem was in den letzten Wochen alles zwischen ihr und White abgelaufen war.
„Komm schon, Jilli. Ich bin kein kleines Kind mehr und sollte selbst entscheiden, was ich tragen kann und was nicht. Ich kann das tragen. Das weiß ich einfach."
Seine Schwester sah ihm tief in die Augen und so traurig wie sie eben auch noch war, nun sah er einen wunderschönen, hoffnungsvollen Glanz in ihren Haselnussbraunen Augen.
„Ich hatte lange Zeit Angst, dass Mum und Dad mich nicht haben wollen, weil ich ein Ponesterbaby war, genauso wie ich Angst hatte, dass du mich deswegen nicht akzeptierst. Du bist wie Mum und Dad..."
Harry strahlte heiter, denn es brauchte keine Worte um zu wissen, was dies bedeutete. Jilli hatte ihre Arme um ihn geschlungen und ihn ganz fest gedrückt. Er mochte das und kam auch nicht umhin zu lächeln.
„Frohe Weihnachten, Große."
Jilli lachte gerührt.
„Frohe Weihnachten, Kleiner. Aber -" sagte sie entschlossen und mit sehr ernstem Blick.. „Du verschweigst mir nie wieder, wenn so etwas passiert, okay? Du musst offen zu mir sein, denn nur so kann ich auch rechtzeitig handeln. Jetzt wird es erheblich schwieriger..."
„Versprochen," sagte er sofort.
Es war ihr erstes Weihnachten zusammen und beide wollten das so schön wie möglich gestalten, denn Harry wollte, dass seine Schwester endlich wieder Freude an diesem Tag empfand, so wie sie es als kleines Kind schon mal tat, bevor ihre Eltern starben, und Jilli wusste, wie gut es ihrem Bruder zu der Zeit immer ging und wollte, dass es auch weiterhin so blieb.
Es war nie ihre Absicht gewesen die Dunkelheit in ihrem Leben in seines zu tragen. So backten sie zusammen am Vormittag Plätzchen, um diese als Geschenk zu den Weasleys zu bringen, und das dieses Mal ganz ohne Zauberei. Harry war das gewohnt, Jilli aber nicht und so klebte am Ende mehr Teig an ihr als auf dem Backblech.
Im Gegensatz zu den gezauberten Plätzchen war zudem jedes anders, sowohl von der Größe, wie auch von der Verzierung.
„Nah?" sagte Jilli stolz und zeigte zwei große Plätzchen in Herzform hoch. Auf dem einen stand in rot und gold die Worte Mami, wir lieben dich und auf dem anderen Daddy, wir lieben dich.
„Als Geschenk für Mum und Dad. Sie freuen sich bestimmt auch darüber und sie sind mit Liebe gebacken also werden sie auch schmecken."
„Können Abbilder essen?" witzelte Harry und musste sich sichtlich das Lachen verkneifen.
„Als Geschenk, du Frettchen!" zischte sie mit verengten Augen. Dennoch, Harry lachte. Sie hatten so viel und völlig frei gesprochen, endlich hatte er das Gefühl als ob er die letzten Jahre Teil ihres Lebens war. Jilli hatte für vieles Verständnis, von dem er vorher befürchtete, sie würde ihn verurteilen oder es nicht gut heißen. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie sich sogar sehr ähnlich waren und beide waren sich einig, dass sie diese Eigenschaften eindeutig von beiden Elternteilen hatten.
Das anschließende Weihnachtsessen im Fuchsbau war auch in diesem Jahr wieder richtig schön gewesen. Es war voller denn je, zumal jeder der Weasley Kinder anwesend waren plus Fleur, Harry und Jilli. Das Essen war wirklich so wie immer reichlich und sehr lecker und es ging auch genauso laut zu wie die letzten Jahre. Fred und George hielten sich nicht zurück mit ihren neuen Erfindungen zu Weihnachten und Harry war froh zu sehen, wie sich beide um Jilli scharrten und sie mit ihren neuen Zaubern beeindruckten.
Er mochte es, wenn sie lachte und glücklich war. Er kannte seine Schwester erst seit wenigen Monaten, aber irgendwie war er sich sicher, dass sie Gefühle nicht vorspielen könnte. Wenn sie glücklich war und lachte, wie jetzt, dann war sie es auch und es war erleichternd zu sehen, dass es ihr endlich mal gut ging an Weihnachten.
„Hey," hauchte Ginny und hatte sich auf den Stuhl neben ihn gesetzt. Sie hatten noch keine Gelegenheit gehabt zu sprechen, da sie ihrer Mutter geholfen hatte das Essen zu servieren und beim Essen alles drunter und drüber ging und jeder quer über den Tisch laut mit dem anderen sprach. Nun erst zum Nachttisch fand sich endlich etwas Zeit und Ruhe für die beiden. „Schön, dass du Jilli überreden konntest herzukommen. Ich hab sie echt lieb gewonnen."
„Ja, ich auch," grinste er breit.
„Und Fred und George auch," kicherte sie kopfschüttelnd. Beide verschlangen ihre Hände ineinander und strahlten den anderen an.
„Ich hab es ihnen übrigens gesagt," sagte Ginny leise und Harry sah verwundert auf. „Meinen Eltern. Ich hab ihnen gesagt, dass wir jetzt zusammen sind."
Für einen Moment war er schockiert, doch dies verging sofort als ihm klar wurde, dass sie ihn dennoch ganz normal begrüßt hatten. Mr und Mrs Weasley waren so wie immer sehr liebevoll und eng mit ihm, hatten ihn an der Tür so wie sonst auch sehr fest umarmt und ihm beim Essen auch weiterhin den Teller voll geschaufelt und das Ginny lächelte zeigte ihm, dass er keine Panik mehr haben musste. Jetzt fühlte er sich noch mal ein Stückchen mehr erleichtert.
„Sie sind also okay mit uns?"
Ginny nickte strahlend.
„Mum hat geweint, aber nur weil sie so gerührt war. Sie sagte, es freue sie sehr dass ich mit dir zusammen bin und nicht mit einem unhöflichen Giftzwerg, der nicht weiß, wie man sich zu benehmen hat. Irgendetwas sagt mir, dass der Idiot von Ron ihr letztes Jahr lauter Flöhe ins Ohr gesetzt hat wegen mir und Dean."
Harry grinste breit. Langsam verschwand der Stein auf seinem Herzen, der sich nach der gestrigen Erinnerung ausgebreitet hatte. So traurig, wie er am vorherigen Abend auch noch war, langsam erhellte sich Weihnachten wieder und die Stimmung wurde zu der, die er an diesem Tag kannte.
Sie versammelten sich danach am festlich geschmückten Weihnachtsbaum und Mrs Weasley verteilte die Weihnachtsgeschenke während sie dabei zur Weihnachtsmelodie aus dem Radio mitträllerte. So bekam dieses Jahr nicht nur Harry ein weiteren selbstgestrickten Pulli von ihr, Jilli ebenfalls, aber ein violetten mit eingesticktem rosa J.
„Vielen Dank, Molly," sagte Jilli lächelnd und umarmte Mr und Mrs Weasley herzlich. „Aber das wäre doch nicht nötig gewesen. Ich bin hier auf den letzten Drücker aufgetaucht und du hättest dir doch nicht die Mühe machen müssen einen ganzen Pulli noch zu stricken."
„Genau Mum!" sagte George völlig ernst. „Du hättest auch einen halben Pulli stricken können!"
„Ha ha!" zischte sie nicht ganz ernst gemeint in Richtung der Zwillinge, die beide aber sofort aus dem Nichts jeweils eine hübsche Blume mit geschlossener Knospe herzauberten, welche sich dann sehr schnell öffnete und lauter sanfte, kleine Luftblasen daraus in die Höhe gleiten ließ. Diese wiederum zerplatzten und formten dabei die Worte Ich bin ein Idiot. Bitte verzeih mir.
„Weasleys Zauberhafte Zauberscherze. Falls eines nach hinten los geht, mit dem nächsten wird's besser!" sagten die Zwillinge simultan und blinzelten die Freundin mit schmollendem Mund an. Jilli schüttelte lachend den Kopf.
„Keine Sorge, Liebes!" entgegnete Mrs Weasly und hatte die Zwillinge beiseite geschoben. „Den hatte ich schon länger fertig gestrickt. Wenn du nicht gekommen wärst, hätte ich ihn dir geschickt, so wie Brian. Bill hat euch zwei sein Leben zu verdanken und damit steht die gesamte Familie in eurer Schuld. Ich möchte, dass es euch gut geht."
„Uhm, das ist wirklich sehr nett..." wiederholte Jilli, auch wenn es ihr anzusehen war, dass sie keine richtigen Worte fand. Mrs Weasley strich ihr liebevoll eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht und legte es ihr ordentlich hinter das Ohr. Dabei hatte sie Jilli sehr mütterlich und fürsorglich angesehen.
„Fröhliche Weihnachten, Schätzchen," sagte sie warmherzig, stand dann jedoch auf, um nochmal Nachschub an Süßigkeiten und Getränke für alle zu holen. Harry hatte ihren Platz neben seiner Schwester eingenommen und geschmunzelt.
„Wenn Mrs Weasley erst mal damit anfängt, kriegst du so etwas jedes Jahr."
Jilli sah den Pullover jedoch mit glänzenden Augen an und Harry kam nicht umhin das Schmunzeln sofort zu stoppen und sie stattdessen argwöhnisch zu mustern.
„Alles okay?"
„Ja, sicher," antwortete seine Schwester leise und lächelte traurig. „Das ist echt sehr lieb von ihr und hätte sie nicht tun müssen. Mum war auch so herzlich, weißt du und das obwohl sie Aurorin war..."
„Apropos, wie kam es eigentlich dazu, dass du Aurorin dort warst? Du bist es hier doch auch nicht, oder?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Ich wollte dort wohl die Potter Tradition fortführen. Mum war Aurorin, Oma, Opa, Urgroßvater. Dad hätte es eigentlich auch sein sollen. Es war mit Mum und Dad jedoch auch leichter für mich. Immerhin behielt ich den Namen Potter und damit hatte man im Zaubereiministerium wohl ein Stein im Brett.
Hier bin ich Jimá Sayé. Da war es nicht leicht eine Ausbildung zur Aurorin zu bekommen, erst recht nicht, wenn jeder denkt, dass du von einem Halbriesen abstammst. Als ich das verstand, hab ich mich auch nicht mehr weiter um eine Ausbildung bemüht. Ich trauere dem nicht hinterher. Ich mag meine Arbeit jetzt.
Lass uns nicht mehr von Vergangenem sprechen, ja? Ich sollte das hinter mir lassen. Bald fängt das neue Jahr an. Scheint der perfekte Zeitpunkt dafür zu sein, oder? Nichts schreckliches ist passiert. Es war heute früh nur ein Gefühl. Ich blicke jetzt nach vorne."
Harry sah sie verwirrt an, denn nun versuchte sie zu gleichgültig dem Geschehenen gegenüber zu sein und alles übertrieben positiv zu sehen, was ihr wohl auch jeder hätte ansehen können nur kläglich aufgesetzt war. Sie konnte ihre wahren Gefühle einfach nicht verstecken.
„Ich mein, Anna will nichts mit mir zu tun haben. Wer weiß wie es mit Sirius weitergeht und Mum und Dad sind tot. Ich habe zumindest meinen kleinen Bruder wieder also kann ich alles andere los lassen."
„Nachtisch!" trällerte Mrs Weasley fröhlich. Harry beobachtete jedoch mit großer Sorge, wie seine Schwester versuchte sich wieder in der Spielerei mit Fred und George zu flüchten. denn sie tat dies schließlich nur, um etwas beiseite zu schieben, was sie eigentlich bedrückte. Er fragte sich, ob dieses Gefühl von heute früh wirklich nur ihre Stimmung wiedergab und nichts zu bedeuten hatte. Recht hatte sie ja. Noch war nichts passiert.
Für diesen Moment ließ er sie machen, denn wenn es ihr auch nur ein klein wenig half die Traurigkeit nicht mehr ganz so tief zu fühlen, dann war es okay für ihn. Er hatte nicht bemerkt, dass Jilli ihn ebenfalls beobachtete, denn auch wenn sie das hier und jetzt mochte, so konnte sie das was vergangen war dennoch nicht los lassen. Sie versuchte es seitdem sie und Harry sich endlich begegnet waren, aber es stellte sich als schwerer heraus als geglaubt. Sie war sich sicher, dass dies der Grund war, warum das Band zwischen ihr und Harry aus dem Gleichgewicht geriet und sie musste es einfach wieder in den Griff bekommen, bevor es demjenigen schadete, den sie am allerwenigsten Schaden zufügen wollte.
Es war purer Zufall, dass Jilli und Harry gleichzeitig einander ansahen und dieser Blick reichte für beide, um zu wissen, dass es Zeit war aufzubrechen. Sie wollten endlich ihre Eltern treffen und den restlichen Abend mit ihnen verbringen.
„Also mir wäre es wirklich lieber, wenn ihr nicht gehen würdet," hatte Mrs Weasley versucht die beiden zu überreden doch noch zu bleiben und vielleicht sogar die Nacht im Fuchsbau zu verbringen.
„Ich pass auf Harry auf," versprach Jilli, um Mrs Weasley zu beruhigen. „Ich verspreche, egal was es kostet, ihm wird nichts passieren."
„Schätzchen."
Mrs Weasley hatte Jilli mit ihren Händen an den Armen umfasst und eindringlich angesehen.
„Und wer garantiert mir, dass dir nichts passiert?"
Harry lächelte, denn er wusste genau, dass seine Schwester von Mrs Weasley's Fürsorge für sie sehr gerührt war.
„Passt bitte auf euch beide auf, wenn ihr wirklich gehen müsst. Vielleicht schickt ihr einfach eine Eule oder eine Nachricht, dass ihr gut angekommen seid?"
„Natürlich," versicherte sie ihr sanft. Mr Weasley, Ginny und Ron hatten die beiden nach draußen begleitet. Sie würden schneller nach Godric's Hollow kommen, wenn sie apparierten.
„Nun denn -" sagte Mr Weasley. Er hatte Harry gerade die Hand gereicht, um ihn zu verabschieden, da gab es einen lauten Knall in ihrer Nähe. Ginny, Ron und Harry zuckten erschrocken zusammen, Jilli und Mr Weasley jedoch zogen auf der Stelle ihre Zauberstäbe. Wieder gab es ein Knall, noch einer, lauter als der vorherige.
„Was ist da los?!" fragte Harry, da waren auch schon alle anderen aus dem Haus zu ihnen herausgestürzt.
„Die Schutzzauber brechen," erklärte Jilli finster.
„Wieso -"
Noch bevor Ron die Frage fertig stellen konnte apparierten um sie herum eine maskierte Figur mit einem schwarzen Umhang bekleidet nach der anderen. Todesser. Noch bevor einer von ihnen reagieren konnte, kam der erste Fluch eines Todessers und traf genau Mr Weasley. Es schmetterte ihn sofort zu Boden, Blut spritzte auf den Schnee.
„Dad!" schrie Ginny, doch es folgten sofort weitere Flüche. Weiße und rote Lichter erleuchteten die Gegend. Harry konnte nicht mal einen Gegner anvisieren, weil sie förmlich aus allen Richtungen auftauchten. Jilli, Bill, Fleur und alle anderen Erwachsenen hatten bereits nach Erscheinen des ersten Todessers begonnen sich zu duellieren und im Gegensatz zu Ginny, Ron, Fred, George und Harry auch keine Probleme damit einen einzigen Gegner anzuvisieren. Es waren jedoch viel zu viele Angreifer und sie wurden förmlich überrannt von der Überzahl an Todessern. Harry wurde teilweise wie Ginny auch einfach hin und her geschubst und das von den eigenen Leuten, damit sie nicht doch noch ein Fluch traf.
Die Gegend war sehr schnell komplett in Rauch eingehüllt und Harry konnte kaum seine eigene Hand vor den Augen erkennen. Die Flüche kamen permanent nach und er wusste dass es nur Glück war, dass er noch von keinem getroffen wurde. Jedes Mal, wenn er jemanden in seiner Nähe schreien hörte, setzte sein Herz mit dem Schlagen aus. Erst recht, wenn es eine weibliche Stimme war. Jilli oder Ginny oder doch jemand fremdes? Es war zu kurz und zu weit weg, als dass er es unterscheiden konnte.
Es durfte keinen von ihnen treffen, nicht heute, nicht ausgerechnet heute. Er fühlte eine Hand an seiner Schulter und zögerte zu handeln. Es hätte jeder sein können, auch einer seiner Freunde. Dass dies nicht der Fall war, begriff er als er einen Zauberstab direkt an sein Rücken drücken spürte und Feuer schoss in ihm hoch. Harry schrie als er den grauenhaften Zug des Cruciatus Fluch durch jede einzelne Faser seines Körpers spürte.
„Ich hab den Jungen!" brüllte die hohe Stimme in seiner Nähe. Harry's Finger verkrampften sich, sein Körper war steif und er konnte kaum atmen. Jeden Moment würde er zusammenbrechen... Das Feuer hörte auf und ließ ihn schwach zurück. Er hörte ein dumpfen Schlag und der Mann ächzte. Eine andere Hand hatte nach ihn gegriffen, nicht ganz so hart und fest wie die des Todessers zuvor.
„Harry?!"
„Ron?!" krächzte er erleichtert. Irgendwie schaffte es sein Freund ihn auf die Beine zu hieven und einen seiner Arme um dessen Schulter zu werfen.
„Ich hab dich, Mann! Ich – Argh."
Harry fiel wieder zu Boden und hörte einen weiteren Körper neben sich aufschlagen.
„Ron?! Ron?! Sag was! Ron?!"
Nichts. Die Flüche kamen aus allen Richtungen, unzählige! Wie viele Todesser waren hier bitte sehr appariert? Es ware Flüche, die er noch nie gehört hatte sowie Flüche, die er gehört hatte und vor denen er sich fürchtete, wie der unverzeihliche Todesfluch. Der Gedanke, dass Ron getroffen wurde, stieß ihm regelrecht ein Eiszapfen ins Herz. Er wollte ihn ertasten und suchte ohne eine Sicht auf irgendetwas anderes als Rauch den Freund mit den Händen auf dem Boden. Er musste doch irgendwo um ihn herum sein?
„Ron?! Komm scho -!"
Wieder wurde er hart gepackt und es war aufs Neue eine grobe Art.
„Ich hab ihn!" brüllte der Mann laut.
Harry schlug und trat um sich, denn auch wenn er durch den dicken Rauch nichts sah, so wusste er, dass der Mann direkt bei ihm sein musste, um ihn festzuhalten und es war ihm egal in welcher Richtung er sich befand. Irgendwann würde er ihn schon treffen und das tat er auch. Der Kerl keuchte und brüllte ihn an damit aufzuhören, aber Harry machte weiter und schlug noch fester zu, nachdem er nun wusste in welcher Gegend sich sein Gegner befand. Er hatte auch seinen Zauberstab irgendwie wieder in die Hände bekommen und wollte damit einen Fluch auf seinen Gegner jagen, da hatte dieser jedoch zuvor gesprochen.
„Crucio!"
In der Erwartung die zerreißende Qual zu spüren war er überrascht als ihn lediglich eine warmer Windzug durchfuhr. Erneut hatte ihn eine Hand gepackt und das mit derselben Kraft wie auch die des Mannes davor, aber im Gegenteil zu dem war sich Harry sicher, dass diese hier einer Frau gehörte.
„Ich bring dich hier raus," sagte die Stimme von Kaylar Steward.
„Nein!" widersprach Harry vehement, obgleich er sich nicht sicher war, ob er auch wirklich in ihre Richtung gesprochen hatte oder ins Leere trotzte. Der Rauch war so dicht, er konnte nicht mal seine eigene Hand vor Augen erkennen. „Was ist mit den anderen? Ron? Ginny? Jilli?!"
„Ich bin nur hier, um dich zu schützen."
„Bitte!" flehte er jedoch verzweifelt. Die Explosionen, Flüche und das Durcheinander der vielen Stimmen hörte nicht auf und auch die Angst in seinem Inneren kochte förmlich über.
„Ich kann nicht von hier weg."
„Ich bin nur hier, um dich zu schützen," wiederholte Steward als hätte sie seine Worte nicht mal beachtet oder als ob ihr seine Verzweiflung gleichgültig wäre.
Harry wollte gerade etwas erwidern, da hörte er erneut Leute apparieren.
„Veternus!" rief eine vertraute Stimme und am liebsten hätte er gelacht vor Freude. Es hätte in diesem Moment niemand anderes gegeben, den er sich eher hier gewünscht hätte.
Anders wie sonst waren die Flüche nicht komplett verstummt, sondern wurden nur weniger.
„Harry -" sagte Steward und packte ihn am Arm. „Ich bring dich jetzt hier weg."
„Nein, bitte -"
PLOPP.
„Autsch!" Jemand war ihm auf den Fuß getreten.
„Harry?"
„Ginny?!"
„Bleibt hier -" Das war White's Stimme.
PLOPP.
PLOPP.
PLOPP.
„Autsch!"
„Autsch!"
„Harry? Ginny?!"
„Fred?!"
„Bleibt hier -" Das war Remus' Stimme.
PLOPP.
„AUTSCH!"
„OW!"
„AUA!"
„Harry? Ginny? Fred?!"
„Mum?!" sagten Ginny und Fred gleichzeitig.
PLOPP! Der Rauch war noch immer so dicht, Harry erkannte nur anhand der Stimmen, wer sich bei ihm befand.
„Kaylar, bring sie hier weg."
„Dad?!" sagte Ginny's Stimme. Sie befand sich offenbar direkt neben Harry, denn ihre Hand hatte sich instinktiv nach ihm ausgestreckt und sich an seinen Umhang festgekrallt.
„Ich bin nur hier um Harry mitzunehmen, Arthur," sagte Steward erneut und selbst unter diesen Umständen noch absolut ruhig.
„Nein, nein! Du musst alle Kinder hier mitnehmen!"
„Ich bin nur hier um Harry mitzunehmen," wiederholte Steward. Harry fand ja, dass sie gerade klang wie eine Maschine.
PLOPP.
„Kaylar, bring die Kinder und Molly hier weg."
Professor White! Harry fiel ein Stein vom Herzen als er ihre Stimme bei sich hörte.
„Okay," sagte Steward lässig als hätte sie die Bitte tatsächlich zum ersten Mal gehört und sich vorher nicht schon einige Male dagegen gestellt.
„Nein!" wehrte Harry jedoch sofort ab. „Nicht ohne meine Schwester. Professor White -"
„Keine Widerrede, Harry," sagte White fest und ihr Ton ließ eindeutig keinen Widerspruch von ihm zu.
„Plan wie besprochen?" fragte Steward ruhig. Für ihn war es beinahe unfassbar wie gefasst und gelassen sie war, als tobe hier nicht ein halber Krieg und sie ständen nicht unter Beschuss von drei dutzend Flüchen.
„Nein, ins Versteck 7, aber nicht direkt. Ausweichplan und dann erst rüber."
„Verstanden."
„Molly? Du musst mit ihnen gehen."
„Aber was ist mit euch? Was ist mit meinen anderen Kindern?"
„Ich kümmere mich um sie."
„Aber... Anna..."
„Ich verspreche, ich kümmere mich um sie. Pass du bitte auf Harry und die anderen auf. Lass sie nicht aus den Augen."
„Na... Na gut. Passt auf euch auf!"
PLOPP!
PLOPP!
White und noch jemand, wohl Mr Weasley, waren appariert. Harry spürte ein merkwürdiges, fremdes Gefühl. Die Sicht vor ihm war verschwommen, der Rauch war zwar weg, doch die Schwerelosigkeit bereitete ihm großes Unbehagen. Alles um ihn herum drehte sich in rasender Geschwindigkeit und er erkannte weder eine Gegend, noch einen Ort. Alles war verschmiert und dann plötzlich war es als ob er abrupt zum stehen kam und jemand sein Abendessen von eben mit einem heftigen Stoß in seinem Bauch wieder nach oben katapultierte.
Eine Sekunde verging und dann – Harry kam alles hoch und er übergab sich auf der Wiese. Dass er nicht der Einzige war hörte er an den Würggeräuschen in unmittelbarer Nähe. Fred und Ginny hatten sich wie er auch übergeben müssen. Selbst Mrs Weasley wirkte als ob sie schwer damit zu kämpfen hatte es ihren Kindern nicht gleich zu tun. Steward stand nach wie vor gelassen da und beobachtete alle drei mit gelangweilter Miene.
Die Gruppe reiste ab dem Punkt an durch Portschlüssel in verschiedene Gegenden, die einen waren ruhiger (In Wäldern, verlassenen Gebäuden), andere wiederum waren sehr laut (Direkt neben einem Gleis einer U-Bahn). Es dauerte eine gute Stunde und beinhaltete unzählige Portschlüssel bis sie endlich am Ziel ankamen, dem Versteck 7.
Es war eine verlassene Hütte in einer verlassenen Gegend in einem Waldstück. Es befanden sich keine anderen Hütten in der Nähe, noch sah man Menschen herum spazieren. Die Hütte selbst war sehr einfach und unterschied sich von einer normalen Hütte lediglich im Inneren, denn sie war magisch vergrößert. Während es von außen aussah, als ob es nur einen Raum hätte, sah man nach betreten, dass neben einem großen Raum mehrere kleine Räume durch eine Tür oder Flur trennte.
Harry hatte einige Male versucht mit Steward zu reden, aber die Hexe hatte kein Wort gesprochen, noch war sie auf seine Versuche irgendwie eingegangen. Tonks befand sich mit ihrer Mutter in der Hütte und hatte sich um die Gruppe gekümmert. Heilzauber für kleinere Wunden, Tee und Kekse, um sich wieder zu beruhigen.
Sie saßen am Ende alle im Wohnzimmer und warteten auf Nachricht, aber Harry wurde mit jeder weiteren Minute in der nichts passierte unruhiger. Ginny und Fred saßen zwar bei ihm, schienen jedoch genauso kurz vor dem ausflippen zu sein. Mrs Weasley wechselte immer wieder besorgte Blicke zwischen ihren Kindern, Harry, dem Kamin und der Tür. Allein Steward stand fest wie eine Festung am Fenster und beobachtete den sanften Schneefall im Garten.
„Ist es möglich, dass sie immer noch kämpfen?" platzte Harry schließlich einfach heraus und sah alle in der Runde an. „Es sind doch schon Stunden vergangen."
Steward hatte ihn nicht mal angesehen, geschweige denn gezeigt, dass sie ihn überhaupt wahrnahm.
„Molly?" fuhr Harry schließlich an die rundliche Hexe gewandt fort in der Hoffnung, sie würde wenigstens reagieren, aber Ron's Mutter sah nur tief besorgt zurück und zitterte sichtlich beunruhigt mit beiden Beinen.
„Ich weiß es nicht, Harry," sagte sie ehrlich. „Der Fuchsbau war eigentlich geschützt. All die Schutzzauber haben doch auch die letzten Monate gehalten und wir waren uns sicher, dass sie auch weiterhin halten würden. Aber die Schutzzauber sind nur so stark wie derjenige, der sie erschafft und Anna... ich meine, Professosr White... "
„Todesser lagen auf der Lauer," sagte Steward plötzlich mit gelassener und gleichzeitig sehr vorsichtiger Stimme. Jeder von ihnen hatte sich ihr zugewandt, aber die Hexe starrte weiterhin durch das Fenster als ob sie damit rechnete, dass jeden Moment jemand hinter einem Baum vor dem Haus hervorspringen könnte.
„Beim Fuchsbau, in der Nähe von Hogwarts, rund um Harry's Wohnung. Sie warteten nur darauf, dass so etwas passiert. Lord Voldemort hat genug Anhänger, die diese mühsame Arbeit für ihn ausführen. Es war nur eine Frage der Zeit, dass es eintraf. Anna White ist nun mal nicht Albus Dumbledore."
„Was hat das eine mit dem anderen zu tun?!" blaffte Fred verärgert. Steward schien sich nicht im mindesten angegriffen zu fühlen.
„Albus Dumbledore war viel erfahrener. Seine Schutzzauber hätten selbst bei der geringsten Erschütterung seiner Gefühle gehalten. Angesichts dessen was kürzlich passiert ist, war es nur eine Frage der Zeit, dass Anna White's Schutzzauber schwächeln."
„Sie hat uns benachrichtigt, sobald ihr auffiel, was passiert war," teilte Tonks ihnen mit, nachdem Steward schwieg und die Hexe im Gegensatz zu der Kollegin sehr wohl die Gefühle und Unruhe der anderen im Raum wahrnahm. Tonk's Bauch war mittlerweile richtig sichtbar und auch deswegen war sie wohl auch hier statt bei den anderen gewesen.
„Jeder, der zur Verfügung stand, eilte sofort zu euch. Dass sie noch nicht hier sind, kann bedeuteten, dass sie einen Umweg genommen haben oder woanders Schutz suchen mussten."
„Können sie das?!" drängte Ginny hoffnungsvoll.
„Der Orden des Phönix hat sehr viele Häuser als Versteck," sagte Tonks zuversichtlich. „Ihr kennt nur Grimmauldplatz 12 und jetzt auch dieses Haus hier. Aber der Orden hat sehr viele weitere Häuser, die meisten natürlich in England verteilt. Anna könnte mit den anderen in jedes dieser Häuser geflüchtet sein. Ich bin mir sicher, sie wird uns Bescheid geben, sobald sie kann."
„Und unser Haus?" sagte Ginny mit glasigen Augen. „Was ist damit?"
„Wenn Anna es geschafft hat ihre Zauber rechtzeitig zu erneuern, könnte es noch stehen," antwortete Tonks sanft. „Wenn nicht... wird es nicht mehr da sein, wenn ihr zurückkehrt."
Für Mrs Weasley schien das zu viel zu sein, denn sie entschuldigte sich bei allen und lief schnellen Schrittes in die Küche. Harry, Fred und Ginny waren sofort aufgesprungen und hatten ihr besorgt hinterher gesehen, aber Tonks schritt ihnen in den Weg und hielt sie davon ab ihr nachzurennen.
„Ich kümmere mich schon um Molly. Ihr solltet euch lieber ausruhen."
Harry sah Ginny und Fred besorgt an, aber beide hatten genauso besorgt zurückgesehen. Ginny sank daraufhin zurück auf die Couch und machte sich in einer Ecke klein. Fred ging auf und ab und blickte immer wieder mal unruhig in alle möglichen Richtungen. Harry indes stellte sich zu Steward dazu.
„Wie kommt es, dass sie nur auf Professor White hören?" fragte er geradeheraus, denn das war es, was er heute sah. Sie schützte ihn und zwar auf Befehl von Professor White hin und sie tat auch nur das, wozu sie von der Direktorin aufgefordert wurde. Was er nicht verstand war ihr Motiv.
Steward zuckte mit dem Mundwinkel und schmunzelte leise in sich hinein.
„Du weißt, was ich bin, Harry. Unsereins hört nicht auf jeden. Wir folgen dem, von dem wir uns sicher sind, dass wir das gemeinsame Ziel verfolgen."
Er blinzelte irritiert.
„Aber tut das nicht jeder im Orden des Phönix?"
„Menschen haben viele Ziele, Harry."
Aus diesem Satz wurde er nicht unbedingt viel schlauer, aber da Steward offensichtlich nichts mehr hinzufügen würde, beschloss auch Harry das sein zu lassen. Er setzte sich zurück zu Ginny, legte seine Hand um ihre Schulter und drückte sie Mutmachend. Ginny hatte sich förmlich an ihn geklammert und ihren Kopf an seine Schulter gelehnt.
Er wusste nicht wie lange sie da saßen und darauf warteten, dass die restlichen Familie kam, da rührte sich Steward.
„Jemand kommt," sagte sie und starrte mit verengten Augen nach draußen. Nur ein Moment später wurde die Tür geöffnet und Kingsley Shacklebolt, Brian, Remus, Mr Weasley, Bill, Fleur und einige wenige weitere fremde Hexen und Zauberer aus dem Orden schritten herein. Die, auf die Harry aber gehofft hatte, waren nicht dabei. Jilli und Ron fehlten, genauso wie George und Charlie Weasley oder White.
„Wo sind die anderen?" fragte er direkt an Remus gewandt, nachdem die meisten anderen die Anwesenden Jugendlichen gar nicht beachtet hatten und sich untereinander unterhielten.
„Sie sind noch nicht hier?!" fragte dieser jedoch entsetzt und schüttelte dann niedergeschlagen den Kopf. „Wir haben sie verloren. Alles stand unter Rauch und wir sind appariert als Professor White das Zeichen dazu gab. Ausgemacht war, sich an einem Sammelpunkt zu treffen oder direkt hier her zu kommen. Wir haben am Sammelpunkt lange gewartet aber es kam niemand mehr. Wir hatten gehofft, sie wären bereits hier. Mad-Eye ist zurück, um nachzusehen, wie die Lage dort ist und müsste gleich hier -"
Noch bevor der Satz zu Ende gesprochen war, hämmerte es an der Tür und Tonks öffnete die Tür für Moody. Total eingeschneit stampfte er den Schnee mit sich herein und schlug die Tür mit einem lauten Rums hinter sich wieder zu. Er war alleine...
„Nichts," erklärte er allen Anwesenden, da ihn auch absolut jeder hier im Raum erwartungsvoll angestarrt hatte. Mrs Weasley brach halb zusammen und sank unter verzweifeltem Schluchzen auf das Sofa, Fred's Gesicht war zu Stein erstarrt und Mr Weasley schien gleichfalls mit sich zu ringen. Ginny versuchte ihre Mutter zu beruhigen, aber Harry sah, wie sehr sie selbst damit zu kämpfen hatte nicht sofort los zu weinen.
„Was heißt das genau?" fragte Harry Moody, der sich dem jungen Zauberer daraufhin auch zuwandte.
„Einige Leichen, aber das waren alles Todesser. Sonst war alles leer. Keiner unserer Leute weit und breit. Könnte bedeuten, dass sie geschnappt worden sind."
„Oder aber auch, dass sie fliehen konnten und sich nun irgendwo anders verstecken," warf Kingsley ein und schien im Gegensatz zu den meisten anderen noch am ruhigsten zu sein. „Wir sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen."
Harry hörte, wie ein fremder Zauberer sagte, dass sie ohne White verloren waren, wenn Voldemort sie hat und eine andere Hexe gab ihm recht. Kingsley winkte alle, die mit ihnen hereingeschritten waren zu sich und teilte ihnen mit, dass sie sich wieder zurückziehen sollten, um Kraft zu sammeln. Wenn sie Hilfe brauchten, würde er sich wie immer melden. Daraufhin verschwand zumindest ein großer Teil der Anwesenden wieder, was im Großen und Ganzen diejenigen waren, die Harry ohnehin zum ersten Mal gesehen hatte oder vorher vielleicht einmal im Schloss als Aufpasser sah.
„Unser Haus steht also noch?" fragte Ginny hoffnungsvoll. Mad-Eye zuckte mit dem Mundwinkel.
„Keine Ahnung. War kein Durchkommen."
„Wie jetzt?" blaffte Fred verwirrt.
„Kein Durchkommen," wiederholte Moody brummig. „Da sind Schutzzauber, die das Haus verdecken und es für das bloße Auge versteckt haben."
„Dann lebt Anna noch," sagte Kingsley sofort. „Diese Schutzzauber konnte nur sie setzen und diese wären nicht noch da, wenn sie nicht mehr leben würde."
„Dann sind sie vielleicht noch im Haus?!" sagte Harry.
„Leider nicht," entgegnete Kingsley jedoch. „Diese Schutzzauber können keine Personen verstecken. Nur Gegenstände."
„Kingsley hat recht," sagte Mr Weasley sichtlich erleichtert. „Anna ist am Leben und bei ihnen und das wiederum heißt, sie sind zumindest sicher. Was tun wir also?"
Shacklebolt's Blick verfinsterte sich und er sah mal Remus, mal Mr Weasley, mal Mad-Eye Moody fragend an, aber keiner der Männer hatte gesprochen. Er wandte sich schließlich an Brian, der bis dahin ruhig an der Wand gelehnt stand und die Männer beobachtet hatte.
„Nun," schlug Brian nachdenklich vor. „Wir kennen alle Portschlüssel und die Strecken, die geplant waren. Wir könnten zwei Gruppen zu je 2 Leute bilden und beide Strecken möglichst unauffällig ablaufen, die am wahrscheinlichsten sind. Da Ron verletzt ist, bleiben nur zwei mögliche Strecken und vielleicht haben sie sich dort irgendwo zurückgezogen. Zu zweit würden wir außerdem weniger Aufmerksamkeit auf uns lenken, falls Todesser in der Nähe lauern."
Shacklebolt zögerte einen Moment, dann nickte er jedoch zustimmend. „Gut, Remus und Ich suchen die eine Strecke ab. Brian und Arthur die andere. Mad-Eye, du bleibst hier, falls sie es doch noch herschaffen."
Harry hatte gerade den Mund geöffnet, um zu sagen, dass er ein Teil der Suchmannschaft sein wollte, da hatte Brian jedoch bereits gesprochen.
„Arthur sollte lieber hier bleiben. Die anderen werden sich sonst noch größere Sorgen machen. Vor allen Dingen Molly."
„Okay, dann kommt Moody mit dir und Arthur bleibt hier."
„Wie wärs mit Harry?" entgegnete Brian jedoch und sofort hafteten sämtliche Blicke der Männer auf ihn. Einer ungläubiger als der andere. Harry realisierte, dass sein Mund noch immer offen stand, und schloss ihn sofort wieder.
„Harry?" fragte Shacklebolt skeptisch. „Sollte er nicht besser hier im Versteck bleiben. Er ist schließlich derjenige, den die Todesser gesucht haben."
„Harry braucht Erfahrung," sagte Brian entschieden. „Professor White hätte das auch getan, wenn sie hier wäre. Und ich pass auf ihn auf."
Shacklebolt sah alles andere als angenehm aus als er schließlich nickte. Mehr als ob er in einem unglaublich sauren Apfel gebissen hätte. Harry dagegen nickte Brian dankbar zu, welcher wiederum zurücknickte und zwinkerte.
Was er vorher nicht aussprach, tat er dann aber als sie gemeinsam aufgebrochen waren. Brian kannte die Strecke und Harry apparierte mit ihm Seit-an-Seit die Kette der Portschlüssel ab.
„Danke, dass du Kingsley dazu überredet hast, mich mitgehen zu lassen."
„Schon gut. Jilli ist deine Schwester. Kingsley versteht das auch."
„Weiß jeder vom Orden Bescheid über Jilli und mich?"
„Nah, nur ein paar wenige. Das heißt... Jeder weiß, dass Jilli und du Geschwister seid. Also Geschwister."
Er hatte bedeutungsvoll mit beiden Händen Häschenohren gezeigt. Auf Harry's irren Blick hin, hatte Brian keine andere Wahl als eine Erklärung hinzuzufügen.
„Deine Eltern hatten damals auf Anfrage erzählt, dass Jilli ein Kind einer Verwandten deiner Mutter war, die jedoch gestorben ist und haben sie daher adoptiert und sie wissen, dass Dumbledore Jilli nach Voldemort's Fall Yuno zum Schutz übergab. Die ganze Wahrheit kennen sie nicht."
„Err, verstehe. Molly und Arthur?"
„Wissen es nicht. Das hat nichts damit zu tun, dass man ihnen weniger vertraut, sondern nur damit Jilli zu schützen. Je weniger die Wahrheit wissen, um so sicherer ist sie. Beide kannten sie aber aus ihrer Zeit bei deinen Eltern."
„Err, okay."
Das erklärte ihm zumindest, warum Molly so seltsam fürsorglich mit Jilli umgegangen war.
„Und das von dir und Professor White?"
Brian lachte.
„Ja, Molly und Arthur wissen davon. Das wars aber auch schon. Für die anderen bin ich weiterhin Brian Tonks. Molly und Arthur wissen es, weil Dumbledore es ihnen erzählt hat, als er mich dem Orden vorstellte. Wollte wohl, dass ich eine Bindung zur Familie Mütterlicherseits aufbaue, wenn schon meine Mum bis dahin als tot galt."
Die beiden apparierten zum nächsten Portschlüssel. In Harry schlummerten so viele Fragen, er wusste gar nicht, welche er eigentlich stellen sollte.
„Warst du schon bei Sirius?"
Brian schüttelte den Kopf.
„Nah, seitdem du mir erzählt hast, dass Professor White ihn aus dem Schleier geholt hat, zermartere ich mir den Kopf, wie man ihm aus diesem komatösen Zustand holen könnte. Bin Tag und Nacht an Büchern und Artikeln dran und such nach einem Zusammenhang, den ich ausnützen könnte. Bevor ich mit Remus zu euch aufbrach, ging ich gerade ein interessanten Artikel durch."
„Das heißt, du hast eine Idee?"
„Ich hab nen Ansatz, mehr nicht. Ich glaub, Professor White kennst sich damit besser aus, aber ich hatte noch keine Gelegenheit mit ihr zu reden. Kennst du die Geschichte über die Steine von White Sea?"
„Err -"
Brian lächelte mild.
„Hat nichts mit Professor White's Namen zu tun," witzelte er mit einem süffisanten Ausdruck. „Kurzfassung: Ist ein magischer Ort mit wertvollen Steinen, voll von weißer Magie und erschaffen durch die Königin der Phowlyris. Mit den Steinen lässt sich so manches ausführen, wo sonst selbst starke Magie versagt. Nachdem, was ich über den Atem des Todes weiß, könnte dies eine Chance sein. Existieren allerdings nicht mehr viele und ist auch nicht so, als ob man sie einfach hinter der nächsten Ecke her kriegt. Meines Wissens nach gibt es nur noch zwei. Ein Alexandrit und ein Rubin. Von beidem kennt man den Aufenthaltsort nicht. – Okay, langsam wird's knapp."
Die beiden blieben mitten in einem verlassenen Waldfleck stehen, wo gerade ein Reh vorbei sprang und Brian hatte sein Gesicht verfinstert und die Arme verschränkt. Harry fiel plötzlich auf, dass er einen vertraut gestrickten schwarzen Pullover mit einem B trug. Brian, dem der verwunderte Blick des Freundes auffiel, sah auf die Ursache und grinste breit.
„Hatte ihn gerade anprobiert als die Nachricht kam," erklärte er kurz. „Also hier sind sie auch nicht. Auch keine Nachricht von Kingsley und Remus oder Arthur soweit."
„Kann es sein, dass Professor White sie alle woanders hingebracht hat?"
„Entgegen des eigenen Plans, den sie selber erstellt hat? Wohl kaum."
„Wissen Jilli und die anderen auch von dem Plan?"
Brian dachte kurz nach, bevor er eine Grimasse zog.
„Glaub nicht. Jilli und Charlie waren nicht dafür gedacht eine Gruppe wegzubringen."
„Dann könnten sie woanders sein, wenn Professor White zum Beispiel gar nicht bei Bewusstsein ist, oder?"
„Ja, schon, aber wieso sollte sie nicht bei Bewusstsein sein? Sie ist erfahren genug, um sich niemals mit einem solchen Fluch erwischen zu lassen. Sie müsste schon sehr krank sein, damit man sie mit einem Fluch außer Gefecht setzen kann."
Harry kam es zu spät, dass er sich wohl viel zu auffällig verhalten haben musste, denn Brian sah ihn auf einmal misstrauisch an.
„Sie ist krank?"
Erwischt! Harry schluckte hart.
„N-Nein..." stotterte er in der Hoffnung es irgendwie noch abwehren zu können, dann aber zog er es wieder zurück „Doch."
Warum auch immer, aber er konnte Brian nicht anlügen, genauso wenig wie er seine Schwester hätte direkt anlügen können, wenn sie ihn gefragt hätte. Es war etwas anderes für ihn die Wahrheit zu verschweigen, aber ins Gesicht lügen war eine andere Sache.
„Sie ist krank... Wie krank?"
„Ich weiß es nicht," sagte er ehrlich. „Aber Snape hat sie mit dem Trank wohl nicht so geheilt, wie gedacht."
Brian hatte nichts darauf erwidert, stattdessen blieb er wie angewurzelt stehen und starrte in die Leere. Es war das erste Mal, dass er ihn in dieser Schockstarre erlebte. Der Freund war so gefasst gewesen, als er von Sirius' Rückkehr erfuhr, Harry hätte nicht gedacht, dass ihn diese Nachricht so aus der Fassung schmeißen konnte. Zumindest für einen kurzen Augenblick. Brian schüttelte schließlich den Kopf und wandte sich gefasst wieder zu ihm zurück.
„Das würde so einiges erklären," sagte er frustriert. „In dem Fall – Charlie oder Jilli... Charlie oder Jilli... Charlie oder Jilli..."
Harry runzelte die Stirn. Das hatte der Freund ja sehr schnell weggesteckt, wenn er nun direkt wieder zur Suche zurückkam. Er hatte erwartet, dass noch etwas nachkam, dass er ihn vielleicht sogar anfuhr, weil er ihm nichts gesagt hatte, aber Brian blieb konzentriert.
„Jilli."
„Jilli, was?" fragte Harry vorsichtig.
„Jilli hat die Führung übernommen."
„Was macht dich da so sicher?" fragte er Brian verwirrt, aber der Freund blitzte ihn spitz an.
„Nun, du magst es nicht glauben, aber Jilli kann sehr temperamentvoll und einnehmend werden, wenn sie aufgewühlt ist. Eine außer Gefecht gesetzte Professor White wäre für mich ein sicherer Grund, dass sie genau das wird.
Fred und Charlie respektieren und mögen sie zu sehr, als dass sie ihr widersprechen würden, obgleich Charlie der ältere von ihnen beiden ist."
„Wie dem auch sei. Komm mit. Ich hab so ne Ahnung, wo Jilli die Gruppe hingebracht haben könnte. Erst recht, wenn ein Teil davon verletzt ist."
Wieder apparierten sie Seit-an-Seit. Diesmal jedoch ging das ganze etwas länger, zumindest hatte Harry das Gefühl nicht ganz so kurz von Gummi durchgequetscht zu werden wie sonst üblich. Sie kamen in einem vertrauten Dorf heraus und standen mitten an einer ebenfalls bekannten Weggabelung. Godric's Hollow.
Ihm blieb förmlich das Herz stehen als ihn eine Befürchtung übermannte. Seine Schwester war mit den anderen doch nicht in den Friedhof gelaufen?
„Keine Sorge," sagte Brian schmunzelnd. Ein Blick reichte aus, um zu zeigen, dass es ihm im Gesicht gestanden haben musste, was er dachte. „Sie ist nicht auf dem Friedhof. Wenn sie hier her sind, dann dort."
Er nickte in eine andere Richtung, in der das zerstörte Haus seiner verstorbenen Eltern stand. Harry nickte erleichtert und beide liefen schnellen Schrittes ins Dorf hinein und zum Haus rüber, wo sie beide vor der Tür stehen blieben. Von außen sah es aus als ob sich nichts verändert hätte und sich auch niemand im Haus befand. Beide Jungs sahen sich bedeutungsvoll an ohne ein Wort gesprochen zu haben. Etwa eine Minute ging das so und dann - „Brauchst du ne extra Einladung, Harry? Mach die Tür auf! Du und Jilli seid die Einzigen, die die Tür öffnen können."
„Err – Stimmt ja. Sorry."
Er gestand ihm lieber nicht, dass er sich noch gefragt hatte, warum sie hier eigentlich stehen blieben. Harry öffnete die Haustür und trat mit Brian neben sich hinein. Es war dunkel, so wie auch beim letzten Mal.
„Sieht nicht so aus, als ob hier jemand ist," sagte Harry frustriert als – KRACH! Er war gegen eine Vase gelaufen, die auf dem Boden gelegen hatte und mit einem ohrenbetäubenden Krachen an der Wand zerbrach. Es folgte lautes Gepolter und nur eine Sekunde später waren zwei Zauberstäbe gegen die beiden gerichtet, während Harry zur selben Zeit seinen gezogen und ebenfalls reflexartig zum Angriff bereit vor sich hielt. Er blickte direkt in die Zauberstäbe von Charlie Weasley und Jilli. Brian, der weder den Zauberstab wie Harry gezogen hatte, noch wie einer der drei eine Kampfposition eingenommen hatte, schüttelte nur Augenrollend den Kopf, als Jilli und Charlie ihre Zauberstäbe erleichtert wieder einsteckten.
„Ein Glück!" rief sie und hatte Harry sofort ganz fest umarmt. „Wir dachten schon, Snape und die anderen hätten uns gefunden."
„Snape und wer immer die anderen auch sind haben kein Zutritt in dieses Haus," warf Brian schmunzelnd ein. Er blitzte die beiden amüsiert an und Charlie und Jilli konnten nicht anders als sich am Kopf zu kratzen und sichtlich peinlich berührt zu lächeln.
„Stimmt ja... Genau..." sagte sie kurz unangenehm, fasste sich aber sehr schnell wieder, angesichts ihrer ernsten Lage. „Wie habt ihr uns gefunden?"
„Ich bin den unsichtbaren Brotkrümeln gefolgt," kommentierte Brian. „Wo ist Professor White und Ron?"
„Oben," antwortete Jilli leise. „Sich ausruhen... Beide. Ron ist okay. Die Verletzung wird schon wieder."
Wieder passierte es, doch dieses Mal schlief Harry nicht mal. Jilli's Gefühle drangen in ihm ein. Es war als ob die Welt für sie unterging und Harry wusste, diese Verzweiflung in ihr bedeutete, dass auch sie dieselbe Schlussfolgerung gezogen hatte wie Brian zuvor. Sie wusste ebenfalls vom ernst über White's Zustand.
„Harry?" sagte Jilli besorgt. Wieder war es ihm zu spät aufgefallen, dass man es ihm vom Gesicht ablesen konnte, wie schlecht er sich fühlte, denn so wie Jilli und Charlie ihn ansahen, befürchteten sie offenbar, dass er gleich ohnmächtig umkippen könnte. Harry schluckte hart und atmete tief durch.
„Ich bin okay..."
„Nein, bist du nicht..." flüsterte Jilli mehr zu sich selbst, obgleich sie ihn angesehen hatte. Brian schüttelte erneut den Kopf, dieses Mal jedoch ohne zu schmunzeln. Im Gegenteil, sein Ausdruck zeigte seine tiefe Frustration.
„Charlie? Könntest du oben Bescheid geben, dass wir hier sind?"
„Klar," sagte er, wenn auch ein wenig verwirrt. Kaum, dass er aus dem Raum verschwunden war, schritt Brian zu Harry und Jilli dazu.
„Ich nehm an, du, Jilli, weißt ebenfalls, wie es um Anna steht und wenn mich nicht alles täuscht, so ist das Band zwischen euch gerade richtig... scheiße, weshalb du, Harry, alles fühlst, was Jilli fühlt. Hab ich recht oder hab ich recht?"
Weder Harry noch Jilli gaben eine Antwort, aber das brauchte es auch nicht. Wieder sprachen ihre Gesichter Bände und Brian konnte es einfach nicht lassen aufs Neue zu schmunzeln.
„Ihr Potters," grinste er amüsiert. „Wenn James genauso war, versteh ich, warum Sirius sagte, James konnte ihm und Anna nie etwas vormachen. Euch ist schon klar, wenn andere ihr Herz auf der Zunge tragen, klebt es euch direkt auf der Nase?"
Ein dämlicher Seitenblick von beiden und Brian schraubte sein Grinsen sofort ab. Er räusperte sich mit einem milden Lächeln.
„Nun denn... Ich sende mal eine Nachricht an die anderen, um sie zu beruhigen und ihr zwei... versucht euer Band in den Griff zu bekommen."
Kaum war Brian hinaus geschritten, sahen sich Harry und Jilli beunruhigt an.
„Es tut mir leid," flüsterte sie betrübt, doch Harry schüttelte nur den Kopf.
„Ist schon gut. Ehrlich. Hat Professor White dir das erzählt?"
„Ja und nein. Ich mein, braucht nicht großartig viel Grips um die Schlussfolgerung zu ziehen, wenn man die Anzeichen sieht. Sie ist noch immer bewusstlos, also hat sie es nicht gesagt. Anna wird jedoch nicht einfach so bewusstlos und schon gar nicht von einem schwachen Fluch wie den Impedimenta. Was passiert ist war Aussage genug. Du wusstest also davon?"
Harry nickte bedrückt und wusste, dass sie ihm deswegen auch nicht böse war. Das zumindest sah er an ihrem Ausdruck und spürte er durch das, was sie fühlte. Jilli lächelte traurig.
„Wenigstens hat Anna nun keine andere Wahl als mit mir zu reden, denn immerhin ist sie womöglich die Einzige, die mir helfen kann das Band zwischen uns nicht ausarten zu lassen."
„Ja, wenigstens..." stimmte Harry ihr leise zu.
