Nächtes =)
Review:
Mannequin: Huhu =)
Und dich regt das nicht auf, wenn sich dann doch wieder herausstellt, dass sie ihre 1 hatte und du eben nicht, weil es dir ja wirklich schlecht ging, wenn du sagst, dass es schlecht ging? Regulär hatte ich nämlich schon meine schlechte Note, wenn ich sagte, dass es schlecht war Öö
Hm... Ich muss zugeben, dass ich die neuen Disney Filme auch nicht wirklich anschaue. Stimmt schon, dass ihnen viel von den alten Filmen fehlt. Star Wars wird ja nun auch von Disney produziert XD Schöne und das Biest. Ich mag Emma Watson eigentlich auch gern, mal sehen, ob ich den Film anschaue. Eigentlich mag ich die Schöne und das Biest nicht so gerne von der Geschichte her, muss aber auch zugeben, dass ich nie das Ende gesehen habe XD Also wer weiß. Emma Watson mochte ich total in dem Film Vielleicht lieber morgen. Habs halt auf englisch angeschaut (The perks of being a wallflower) weil ich den britischen Akzent so gern mag =).
Na ja, etwas Schnee kommt ja doch eigentlich jeden Winter noch, oder? Ist nicht viel, aber so ein klitze kleines bisschen ^^ Zu Weihnachten liegt halt regulär nichts. Schade, aber irgendwie auch gut, denn dann muss ich nicht kratzen oder Schnee schaufeln. Kann mich an einem Winter erinnern als der Schnee nicht mehr aufhörte und das Schnee schaufeln so gut wie nichts brachte, weil ne Stunde später alles wieder voll war.
Ich hab mein Zeugnis erst seit letzter Woche ^^ Ich werd die ersten Bewerbungen erst im Januar los schicken, sobald die Feiertage vorbei sind und ich mir klar darüber bin, was ich eigentlich machen will.
Yap, hast du richtig in Erinnerung mit der Zeit in der auch das Haus zerstört worden ist.
Schon =) Das mochte ich an Mrs Weasley auch immer richtig gern. Harry hat ja sofort im ersten Jahr ein Pulli bekommen bevor er Mrs Weasley überhaupt richtig kennengelernt hat, hihi.
Ja, das ist definitiv James zu verdanken, dass Kaylar auf Harry aufpasst. Mit Diana wäre das ganze schon etwas schwerer gewesen. Harry hat eigentlich viele seiner Verbündeten seinem Vater zu verdanken. War aber auch beabsichtigt mit CofX.
Die Schutzzauber sind gebrochen, weil Anna ihre Gefühle nicht im Griff hatte. Siehe in diesem Kapitel =) Die Schutzzauber sind nur so stark wie derjenige, der sie ausspricht und Anna ist zwar stark, aufgrund ihres Zustandes aber eben manchmal auch nicht.
Yap, richtig. Nur wissen das Anna, Brian und Harry nicht, dass Jilli ein Alexandrit hat und Jilli weiß nicht, dass so ein Stein hätte helfen können. Der Stein wird noch im Laufe der FF wichtig.
Auch zu dem, was Jilli's und Harry's Band aus dem Gleichgewicht brachte gibt es in diesem Kapitel mehr. Sie ist ja selber eine sehr emotionale und Gefühlsbetonte Person, während alle um sie herum eher zurückhaltend und in sich gekehrt waren. Remus, Yuno, Fleur, Dumbledore. Harry dagegen ist wie Jilli, lebt seine Gefühle auch aus und das machte ihr das sich selbst beherrschen schwer, zumal dann auch noch das Chaos mit Anna um sie herum zur selben Zeit passierte. Sozusagen hatte sie 16 Jahre lang ein relativ geregeltes Leben und mit einem Schlag bricht alles auf sie ein. Ist für sie nicht leicht damit umzugehen, erst recht nicht, wo ihr die Eltern fehlen, die ihr hätten die Stütze sein sollen. So gern ich Remus und Yuno auch habe, aber sie sind keine guten Stützen was das angeht.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
Chapter 24 – Voldemort, who stole Christmas III
Es fühlte sich an... Sie wusste nicht, wie es sich anfühlte. Es gab kein Wort, das dieses Gefühl hätte beschreiben können. Verängstigt? Verwirrt? Taub? Verloren?
„Ich fass es nicht," hörte sie eine vertraute Stimme neben sich. Anna wandte ihren schweren Kopf zur Seite und sah in ungläubige, dunkle Augen. Obgleich sie ihr vertraut waren, so hatte sich das Gesicht zu dem sie gehörten verändert, war älter, müder und sie war sich nicht sicher, dass er wirklich die Person war, die sie glaubte. Sirius setzte sich zu ihr ans Bett und half ihr sich aufzurichten, sein Blick war dabei stets fest in ihre Augen gerichtet.
„Du hast recht behalten," sagte er zu einer anderen Person, die sich offenbar ebenfalls in unmittelbarer Nähe befand. Anna drehte sich vorsichtig nach hinten und erkannte eine bekannte Person nicht unweit bei ihnen stehen. Albus Dumbledore. Er hatte sie einen langen Moment intensiv beobachtet bevor er den kleinen Abstand zwischen ihnen überwand und sich neben Sirius stellte, sein Ausdruck war verschlossen.
„Ich bin mir sicher, du hast sehr viele Fragen," begann Dumbledore umsichtig. „Und wir werden dir auf alle antworten. Es ist jedoch wichtig, dass du es langsam angehst. Ich bitte dich daher mich sprechen zu lassen, bevor du deine Fragen stellst. Machst du das bitte für mich?"
Anna wandte sich zuerst an Sirius, doch nachdem er offenbar dafür war, nickte sie sehr langsam. Sie hatte Fragen... und sie hatte keine. Ihr Gehirn war wie leergefegt als ob sie nicht mal im Stande dazu wäre überhaupt ein Wort zu formen. Dumbledore deutete Sirius an sich zu setzen und während sich dieser neben Anna auf das Bett niederließ und ihre Hand ergriff, nahm Dumbledore auf einen Stuhl daneben platz.
„Vor beinahe 14 Jahren bist du in ein Hinterhalt geraten. Du wurdest von Dementoren angegriffen... und getötet."
Er wartete, um ihr Zeit zu geben, das Gesprochene zu verdauen. Anna reagierte nicht und doch zeigte ihr Blick, dass sie ihm zuhörte.
„Du warst zu schwach, um dich zu wehren und sie waren zu viele. Einer schaffte es den Kuss des Dementors an dir zu vollziehen. Dies ist nun 14 Jahre her.
Wie du weißt, kann ein Körper ohne Seele existieren. Das ist das, was du getan hast. Du existiertest ohne Seele.
Es gab ein Weg den Prozess des Kuss des Dementors rückgängig zu machen und die Seele zurück in den Körper zu führen. Auch wenn dieser noch nicht sehr ausgereift oder bekannt war, so beschloss ich den Versuch zu wagen. Es war ein langwieriger Prozess und doch, letzten Endes wie nun eingetroffen, ein erfolgreicher."
Wieder pausierte Dumbledore in seinen Ausführungen, diesmal jedoch hatte Anna gesprochen. Ihre Stimme war sehr leise, gebrochen, aber sie war vorhanden.
„14 Jahre," hauchte sie ungläubig und schluckte hart. „Will ich... will ich überhaupt wissen, was darin passiert ist?"
Dabei hatte Anna nicht Dumbledore angesehen, sondern Sirius. Denn so wenig wie sie stets im Gesicht des einen ablesen konnte, genauso offen stand alles im Gesicht des anderen. Sie schluckte erneut hart und wandte sich von beiden Männern ab.
„James und Lilli sind tot..." flüsterte sie verzweifelt und plötzlich rang sie um Fassung.
„Ich sehe, deine emphatischen Fähigkeiten sind noch immer so stark vorhanden wie vorher," stellte Dumbledore indes stolz fest ohne auf ihre Aussage einzugehen. „Das ist sehr gut. Das bedeutet, der Trank wirkt wie er sollte."
„Wer hätte gedacht, dass Snape tatsächlich mal zu etwas gut ist," warf Sirius spöttisch ein, ebenfalls in dem Versuch vom eigentlichen Thema wegzukommen.
„Snape?" wiederholte Anna verwirrt.
„Severus Snape ist es zu verdanken, dass wir deine Seele zurück in deinen Körper bringen konnten," sprach Dumbledore ruhig. „Er kam mit der Idee zu mir und er hat dies die letzten 14 Jahre lang getan ohne je aufgegeben zu haben."
„Snape..." wiederholte sie verwirrt. Dann aber hatte etwas ihr Herz aufgerüttet. „Was ist mit Harry? Und Jilli? Und Brian?"
Sirius zuckte überrascht auf.
„Du kennst Brian?"
Anna hatte den Mund geöffnet, um etwas zu sagen, ihn dann aber wieder geschlossen als ihr etwas klar wurde. Das letzte, woran sie sich erinnerte war vieles, aber ein Gespräch mit Sirius, in dem sie ihm von ihrem gemeinsamen Sohn erzählte, das war nicht dabei.
„Brian, Sirius, ist euer Sohn," erklärte Dumbledore sanft, wissend, dass dies sonst zu viel für seine Urenkelin war. Er wollte nichts zulassen, was ihre Genesung hätte gefährden können. Aber durch seine Worte war es nun nicht mehr nur Anna, dessen Gefühle im Chaos lagen. Sirius wusste genauso wenig damit umzugehen und starrte Dumbledore entsetzt und nach einer Erklärung fordernd an.
„Brian ist unser Sohn? Brian Tonks?!"
„Bitte, beruhigte dich, Sirius," sagte Dumbledore eindringlich. „Ihr beide habt das recht die Wahrheit zu erfahren und so möchte ich euch diese auch mitteilen. Ich bitte euch aber auch, mich vollständig anzuhören, so dass ihr versteht, warum alles so hatte kommen müssen."
Anna und Sirius tauchten einen kurzen Blick, doch hatte keiner von beiden danach genickt oder gesprochen. Dumbledore nahm dies als Zeichen, dass sie einverstanden waren und fuhr fort.
„Wie ihr beide wisst, haben wir nach Anna's Rückkehr aus Voldemort's Gefangenschaft ihre Erinnerungen manipuliert. Wir taten dies in dem festen Glauben, dass es die einzige Möglichkeit war, damit sie auch wieder gesund wird. Du warst am zerbrechen und das war nicht verwunderlich, nach allem, was passiert war. Andere hätten das nicht überlebt.
Bei diesem Vorhaben stellten wir jedoch fest, dass etwas mit den Erinnerungen nicht in Ordnung war. Jemand anderes hatte sie bereits manipuliert und es brauchte nicht viel, um zu ahnen, wer es war.
Voldemort.
Es bedurfte einige Zeit, aber wir fanden schließlich heraus, was wirklich in der Gefangenschaft passiert war. Er hatte bei Anna eine schwarzmagische Geburt eingeleitet und ihr das Baby direkt nach der Geburt weggenommen. Er hatte es also nicht getötet, wie es in der ursprünglich von ihm veränderten Erinnerung der Fall war.
Ich spielte zu jenem Zeitpunkt durchaus mit dem Gedanken euch beiden davon zu erzählen, entschied jedoch, dass es besser war, zuerst die ganze Wahrheit herauszufinden, bevor ich euch damit belaste. Was folgte war eine Zeit mit sehr vielen Widersprüchen.
Die Wahrheit jedoch kommt stets ans Licht. Früher oder später. Ich suchte und ich fand die Wahrheit. Voldemort wollte es erneut tun. Sein eigenes Black Heart erschaffen, wie er es auch schon mit Anna's Geburt tun wollte. Er hatte seinen Plan James die Magie Gryffindor's zu rauben nie aufgegeben.
Nachdem ich wusste, dass der Kleine noch am Leben war, tat ich alles in meiner Macht stehende, um ihn von Voldemort wegzuholen. Ich möchte euch versichern, dass ich nie die Absicht hatte, euch euren Sohn vorzuenthalten. Nicht in diesem Ausmaß jedenfalls. Aber er war am Anfang zu zerbrechlich, die Weise, auf die Voldemort den Jungen geholt hat, war gefährlich und hatte grauenhafte Folgen für den Jungen und für euch. Ich musste erst sicher gehen, dass er mit seinem Vorhaben kein Erfolg hatte und ich euch drei heil wiedervereinigen kann.
Ich entschied, dass es das beste war, euch vorerst nichts davon zu erzählen. Zugegeben, der Zeitpunkt an dem ich Anna davon erzählt habe, war im Nachhinein gesehen der wohl ungünstigste, den es hätte geben können. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, so würde ich es rückgängig machen und einen anderen Zeitpunkt wählen.
Du fragst dich richtig, Anna, warum Sirius bisher nichts davon wusste. Dies hängt jedoch mit einer anderen Gegebenheit zusammen, die einem anderen Ereignis geschuldet war."
„Ich saß 12 Jahre in Askaban," warf Sirius ein, bevor Dumbledore überhaupt dazu ansetzen konnte. Anna hatte sich ihm ungläubig zugewandt. In ihrem Gesicht konnte er das unfassbare Entsetzen sehen und mit einem Mal kam alles zurück was er in den letzten zwei Jahren zu verdrängen versuchte. All die Gefühle, die ihn förmlich erdrückten. Dieser eine kurze Blick zwischen ihnen war genug, damit sie verstand.
„Weil du unschuldig warst..." flüsterte sie abwesend. „Und dir aber keiner geglaubt hat."
Sie wandte sich wieder Dumbledore zu und auch ihm war eindeutig anzusehen, wie sehr ihn das alles mitnahm und dass er durchaus Schuld empfand. „Deswegen hast du Sirius nichts von unserem Sohn erzählt... Aber... 12 Jahre... warum nicht als du herausfandest, dass er unschuldig war?"
Dumbledore atmete bedrückt aus.
„Sirius hatte eine Menge zu verarbeiten und eine Menge aufzuholen. Ich wollte es ihn Schritt für Schritt tun lassen.
Brian wusste von euch beiden. Andromeda und Ted Tonks haben ihm seit kleinauf erzählt, wer er war und wer seine richtigen Etlern sind. Auch er befand es für richtig, Sirius die Zeit zu geben, um ihn langsam kennenzulernen."
Weder Sirius noch Anna hatten etwas darauf erwidert, Dumbledore verstand und erhob sich. Es war Zeit zu gehen.
„Nehmt euch die Zeit, um dies zu verarbeiten. Ihr habt alles recht der Welt das zu empfinden was gerade in euch vorgeht."
Mit diesen letzten Worten schritt er hinaus und ließ beide in der Stille zurück. Anna und Sirius hatten sich gegenseitig tief in die Augen gesehen und es dauerte wie es ihr vorkam eine Ewigkeit, dass sie sich endlich rühren konnte.
„Meine Haare sind weiß," flüsterte sie aufgelöst. Sirius begann zu schmunzeln und hatte ihr eine weiße Strähne aus dem Gesicht hinter das Ohr gestrichen.
„Dann haben wir jetzt Haarfarben passend zu unseren Nachnamen," witzelte er leise. Anna war nicht darauf eingegangen. Sie fuhr mit ihrer Hand an ihre Wange und hatte es sofort wieder entsetzt weggezogen.
„An, was -"
Er brach als er bemerkte wie sie ihr Spiegelbild im Glas der Fensterscheibe anstarrte und wusste, was sie so schockierte. Sirius schob ihr Gesicht mit einem Finger an ihrer Wange vorsichtig zu ihm zurück, so dass sie wieder einander ansahen und drückte ihr ein innigen Kuss auf die Lippen.
„Lass es egal sein, was äußerlich mit uns passiert ist. Was zählt ist, wer wir innen sind."
„Sirius..." flüsterte sie leise und lehnte ihre Stirn an die seine, bevor sie ihre Augen schloss und langsam ein atmete.
„Wieso ist das passiert?"
„Das frage ich mich auch ständig..." sagte er kurz frustriert, dann aber kroch ihm ein Lächeln über die Lippen. „Jetzt gerade aber nicht."
Sie öffnete ihre Augen und sah ihn verwirrt an.
„Du lebst, An. Du lebst. Weißt du, wie oft ich in der letzten Zeit daran dachte, wie es wäre wenn du noch da wärst? Ich hab annähernd jeden Tag daran gedacht. Jeden verdammten Tag! Und hier bist du und du lebst. Genau jetzt hab ich das Gefühl alles ist okay.
Ich bin nicht sauer auf Dumbledore, weil du hier vor mir sitzt. Ich vermisse zum ersten Mal nicht mehr meine besten Freunde, weil du wieder mit mir sprichst. Ich verfluche zum ersten Mal nicht mehr das Leben, weil ich zu glücklich dafür bin. Du machst mich glücklich, An."
Sie lächelte und Sirius lachte bellend. Es war nichts als die Wahrheit. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte er das Gefühl wieder ein normaler Mensch zu sein und kein unverstandener gejagter Unmensch, der für nichts gut war.
„Du kennst unseren Sohn also?" fragte sie leise. Durch seine Worte konnte auch sie sich langsam wieder fassen. So merkwürdig sie sich nach dem aufwachen auch gefühlt hatte, Sirius brachte Stück für Stück Vertrautheit in ihr zurück und vertrieb dadurch die Leere und das, was ihr die Kraft raubte.
„Er ist toll," sagte Sirius. „Unglaublich klug, gutaussehend, also ganz wie seine Mutter."
Beide lachten gleichzeitig.
„Du wirst ihn mögen. Er hat mich sehr oft über dich gefragt. Nun versteh ich auch warum."
Die Erinnerung verschwamm und White blickte zurück auf den regungslosen Körper auf dem Bett vor sich. Sie lehnte mit verschränkten Armen am Türrahmen und seufzte. Wenn er doch nur ein Zeichen von sich geben würde. Doch alles was er tat war zu blinzeln. Er schlief nicht, er sprach nicht und er rührte sich nicht, aber zumindest atmete er. Sie sah zu wie er seine Augen schloss und wie er sie wieder öffnete und dann schloss er sie aufs Neue... und öffnete sie nicht mehr. Ihr Herz blieb sofort entsetzt stehen als Panik in ihr aufkeimte. Sie eilte sofort zu ihm und überprüfte seine Verfassung.
„Sirius?!"
Nichts. Seine Augenlider schlugen sich nicht wieder auf und sein Atem war kaum noch vorhanden. Seine Brust bewegte sich viel zu langsam.
„Sirius, tu mir das nicht an. Bitte -"
„Anna!" mahnte eine andere Stimme hinter ihr. Acacia Yorick hatte den Raum betreten und Sirius gemustert. Sie war im Gegensatz zu White ruhiger.
„Es sieht nicht gut aus. Er stirbt," teilte Yorick ihr mit.
„Nein," hauchte White aufgelöst. „Nein, nein, nein, nein, nein. Bitte nicht."
„Anna -"
„Das darf nicht wahr sein. Das darf einfach nicht wahr sein. Ich hab ihn nicht zurückgebracht, damit er jetzt vor meinen Augen stirbt."
„Anna!" wiederholte Yorick eindringlich. „Du musst dich wieder fangen."
„Was?" fragte sie irritiert und es brauchte nur den Bruchteil einer Sekunde, damit sich die Verzweiflung in Entsetzen verwandelte.
„Nein. Nein, nein, nein, nein, nein."
„Die Schutzzauber?" fragte Yorick und White nickte entsetzt.
Heute
Charlie und George saßen unweit von Professor White entfernt jeweils auf den Stühlen, Ron dagegen hatte den Platz mit der Direktorin getauscht und saß auf dem Bett, während sie selbst am Fenster stand und nachdenklich in die Ferne hinaus blickte. Jilli, Brian und Harry traten etwas irritiert ins Zimmer herein, was ursprünglich das Schlafzimmer von Lilli und James früher gewesen war. Sie tauschten fragende Blicke mit den Weasley Brüdern aus, aber keiner von ihnen hatte etwas erwidert.
Brian war derjenige, der sich räusperte und so die Aufmerksamkeit von Professor White auf sich zog. Sie drehte sich vom Fenster ab und zu den dreien hin. Für einen Moment hatte sie keine Miene verzogen und sah mehr aus wie immer. Ruhig, gelassen, kalt, dann aber atmete sie tief durch und sah die Drei betrübt an.
„Ich bin froh, dass es allen gut geht," begann sie sanft. Harry war im ersten Moment verwirrt, da aber Brian so überhaupt nicht verwundert war verstand er, dass auch dies in ihren Gesichtern gestanden haben musste und es keine Worte bedurfte, um dies zu erkennen.
„Ich werde unten mit euch sprechen. Ron? Du solltest dich noch etwas ausruhen, bevor ich euch zurück zu euren Eltern bringen kann. Die Wunde könnte sonst wieder aufreißen. Charlie, George, ihr solltet euch ebenfalls einen Augenblick nehmen. Ich muss mit den dreien alleine reden."
Sie schritt an Brian, Jilli und Harry vorbei und war sehr schnell durch die Treppe wieder nach unten verschwunden. Nicht ein Blick hatte sie direkt mit ihnen gewechselt und so wusste auch keiner der drei was sie zu erwarten hatten.
„Sie ist aufgewacht, kurz nachdem Charlie und Jilli rausgegangen waren," sagte George den Freunden. „Hat seitdem nicht viel gesprochen. Hat sich nur kurz um Ron gekümmert und ihn auf das Bett geschoben."
„Alles okay bei dir?" fragte Harry Ron. Der Freund nickte.
„Tut noch weh, aber... Ich lebe," antwortete er und zuckte mit dem Mundwinkel.
Die drei schritten schließlich hinab und ins Wohnzimmer zurück, wo White nun am brennenden Kamin saß und ins Feuer starrte. Die Holzscheitel knisterten und während es bis eben noch eisig kalt war, füllte sich alles um sie herum nun langsam mit Wärme.
„Wie geht es dir?" fragte Brian während Jilli schweigend auf Abstand blieb.
„Den Umständen entsprechend," antwortete White ruhig, sich ihnen zugewandt hatte sie sich jedoch nicht. Stattdessen schloss sie ihre Augen und atmete erneut tief durch. Ein Lächeln war auf ihren Lippen erschienen und Harry und Jilli warfen sich verwunderte Blicke zu.
„Ihr wisst es jetzt also auch," fuhr White mit betrübter Stimme fort. „Und wieder ein Beweis dafür, dass die Wahrheit früher oder später doch ans Licht kommt, egal wie sehr man sie verstecken möchte. Egal, wer sie verstecken möchte."
Und endlich nahm White ihren Blick vom Feuer und hatte die drei zum ersten Mal richtig angesehen. Harry beobachtete aufmerksam wie White und Jilli einander ansahen und aufgrund der Tatsache, dass er ihre Gefühle selber sehr intensiv spürte wusste er auch, wie es in ihrem Inneren gerade tatsächlich aussah. Ein Gemisch aus Glück und Freude, weil die Person, von der sie sich seit Wochen Beachtung gewünscht hatte ihr endlich eine solche zeigte, und Verzweiflung, weil sie nun gleichfalls wusste, dass diese Person ihr früher oder später wieder genommen wurde.
„Wie ernst ist dein Zustand?" fragte Brian.
„So ernst wie man es annehmen kann," antwortete White.
Jilli hielt sich nach wie vor zurück, aber Harry, der das alles bis dahin nur beobachtete, fand, dass sich das Gespräch zwischen Brian und White weniger wie das zwischen Mutter und Sohn anhörte, mehr wie das unter zwei Kollegen. Seine Fragen waren interessiert, aber ohne jegliches tiefere Gefühl, ohne Verzweiflung oder Traurigkeit, wie man es erwarten würde, und ihre Antworten kamen klar und höflich.
„Seit wann weißt du das?" fragte Brian weiter.
„Ich bemerkte das noch am selben Abend, nachdem ich wieder aufgewacht war. Meine Seele war nicht wieder komplett. Beim Versuch ihn wieder zurück in den Körper zu führen, wurde ein Teil zerstört und ohne diesen Teil kann es der Rest nicht überleben."
„Wie lange bleibt dir noch?"
„Ich kann keine Zahl nennen. Ginge es aber um eine Zeitspanne, so würde ich sagen, noch einige Monate... vielleicht etwas mehr, aber kein Jahr mehr."
„Du hättest etwas sagen sollen..."
Brian schüttelte mit enttäuschtem Blick den Kopf. Seine Stimme hatte die Kälte verloren.
„Wissen die anderen vom Orden Bescheid?"
„Nein," antwortete White erneut völlig ruhig und war somit weder auf Brian's vorherigen Vorwurf eingegangen, noch hatte sie ihre Besonnenheit verloren.
„Nicht jeder. Remus, Kingsley, Kaylar Steward und Acacia Yorick sind die Einzigen, die es wissen. Harry fand es vor kurzem heraus und nun auch ihr beide."
„Hast du Schmerzen?"
Harry zuckte überrascht auf, hatte seine Schwester doch tatsächlich endlich gesprochen. White sah von Brian zu ihr rüber und lächelte sanft.
„Nein," antwortete sie ehrlich. „Zu manchen Zeiten lässt mich mein Körper im Stich, dann passiert das, was du gesehen hast. Zugegeben, heute war es entschieden mehr, aber... nicht unerwartet."
„Kann man wirklich nichts dagegen tun?" fragte Jilli traurig. Im Gegensatz zu White und auch zu Brian war sie voll von Gefühlen und zeigte diese auch.
„Was man tun kann, das wird bereits getan," sagte White sanft. Sie hatte Jilli beobachtet, dann jedoch ihren Blick auf Harry geheftet.
„Du hast es ihr nicht gesagt, nicht wahr?"
„Uhm," machte Harry verwirrt, da er wirklich gerade nicht wusste, wovon sie sprach. Es gab nämlich sehr vieles, was er nicht gesagt hatte, weil er ihr das versprochen hatte.
„Dass du ihre Gedanken in deinen Träumen gesehen hast."
Ach das! Nein... das hatte er seiner Schwester nicht rechtzeitig gesagt... White lächelte erneut sanft.
„Das Band zwischen euch beiden ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es gibt jedoch kein Grund zur Besorgnis -" Jilli und Harry sahen beide verwundert auf. Hatten sie nämlich noch Untergangsstimmung im Bezug auf dieses Geschehnis waren diese Worte wie ein heller Sonnenschein gewesen. „Dies ist angesichts der Geschehnisse sehr nachvollziehbar. Jilli wird ihre Stärke wieder finden, da bin ich mir sicher. Wenn sie es wünscht, werde ich sie gerne ebenfalls unterrichten. Es ist im Grunde genommen dem Training von Harry nicht unähnlich."
Seine Schwester war nun wieder in Schweigen verfallen, obgleich es diesmal mehr aus Verblüffung geschah.
„Vieles hat sich verändert," fuhr White fort. „Unvorhersehbares traf ein und die Auswirkungen sind auf lange Sicht noch nicht einsehbar. Habe ich es vorher abgelehnt, so möchte ich mich jetzt revidieren und mich an eurer Ausbildung beteiligen. Wenn ihr es denn erlaubt, so möchte ich euch drei trainieren.
Trainieren, nicht etwa, um mehr Zauber oder Flüche zu erlernen, was ihr auch gar nicht nötig habt. Sondern trainieren, um die Magie in euch gezielt zu nutzen. Die Magie Gryffindor's in Harry, die Ponester Magie, die Jilli mit sich trägt, so wie deine Magie, Brian."
Wieder hatte sie sich ihrem Sohn zugewandt und ihn aufmerksam angesehen. Brian war nun genauso überrascht wie alle anderen gewesen.
„Du bist wirklich sehr klug, daran besteht kein Zweifel. Doch so klug wie du auch bist, ich weiß, dass du meine jetzigen Worte noch nicht verstehen wirst. Die Magie in dir wird sich schon sehr bald ändern. Manchmal, kann man Dinge nicht aufhalten, und in dem Fall ist es besser, wenn man sich nicht dagegen wehrt, sondern es zu seinem Vorteil nutzt. Ich möchte dich trainieren, damit du zur gegebenen Zeit vorbereitet bist. Sofern du es mir erlaubst."
Brian nickte vorsichtig, dann aber wandte er sich zur Seite, wo Jilli und Harry standen. Auch White hatte sich zu ihnen gedreht. Eigentlich lagen alle Blicke nun auf Jilli, welche als Einzige noch nichts auf White's Vorschlag erwidert hatte. Sie wirkte aufgelöst und gar als ob sie komplett neben der Spur stände.
„Du musst nicht sofort antworten," sagte White in dem Versuch die junge Hexe zu beruhigen, aber Jilli reagierte noch bevor die Professorin weitersprechen konnte.
„Doch... Natürlich will ich," sagte sie ungeduldig. „Hauptsache, ich bring das Band wieder ins Gleichgewicht."
White nickte verstehend und lächelte sanft. Brian hatte beide Frauen kurz angesehen, dann aber schritt er zu Harry rüber.
„Wir lassen euch mal lieber alleine und sehen nach den Jungs da oben."
Harry war zwar verwirrt über Brian's plötzliche Aufbruchstimmung, ließ sich aber ohne Wiederworte von ihm aus dem Wohnzimmer hinauf führen. Erst als sie außer Hörweite der Frauen waren, sprach Brian seine Absicht aus.
„Ich glaub, Professor White ist jetzt soweit, dass Jilli und sie sich endlich aussprechen können. Wir wären nur im Weg."
Nachdem die Jungs das Wohnzimmer verlassen hatten, setzte sich Jilli auf eine Couch nieder, gesprochen hatte sie jedoch nicht und genauso wenig sah Professor White die junge Hexe an. Im Gegenteil, White's Blick war wieder in das knisternde Feuer gewandt.
Jilli's Gedanken waren alles andere als klar, sie waren einfach nur durcheinander, lagen komplett im Chaos und egal, was sie sagen wollte, nichts davon wäre ihr über die Lippen kommen. Dies war der Moment gewesen, der richtige Augenblick, um die Luft zu klären und wieder zu dem zurückzukommen, das sie kannte und wollte. Das Stück Familie zurückzugewinnen, was die letzten Monate zum Greifen nah war und doch nie von ihr gefasst werden konnte. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie sehr sie sich unbewusst an Harry deswegen geklammert haben musste, so dass das Band zwischen ihnen in dem Ausmaß aus dem Gleichgewicht schwang.
Es war einfach zu viel, 16 Jahre lang niemanden von ihnen zu haben und zum selben Zeitpunkt Bruder und Patentante wieder zu begegnen, wobei Letztere ihr das nicht entgegen brachte, was sie vom Ersteren aber bekam. Vertrautheit.
Sie konnte damit leben, zumindest glaubte sie das die letzten Monate über. Dachte, es gäbe noch Zeit dafür. Es gab keine Zeit... Anna würde sterben.
„Ich erinnere mich noch genau an den Tag eures Einzugs in dieses Haus," begann White auf einmal. Jilli sah überrascht auf und plötzlich sah sie sich sehr vertrauten dunklen Augen gegenüber. Augen, die für so viele in der Welt nichts als Kälte und Misstrauen aussagten, für diejenigen, die sie kannten jedoch, leuchteten sie liebevoll und stark. Sie hatte es nicht mehr gesehen, nachdem Anna zurück in ihr Leben kam, erst heute hatte die Hexe die Mauer vor ihrem Schützling fallen lassen.
„Du hast mich getragen, weil ich zu schwach war, um selber zu gehen..." sagte Jilli leise. Auch sie erinnerte sie noch sehr gut an diesen Tag. White lächelte sanft.
„Jilli, dich trifft keine Schuld. Was passiert ist, hättest du nicht verhindern können."
„Aber ich war da..."
„Ich habe dich fortgeschickt."
„Wenn ich geblieben wäre -"
„Wärst du gestorben," fuhr White ihr dazwischen. „Du warst viel zu schwach. Ich wollte nicht, dass du in diesem Zustand mit Dementoren zu tun hast. Aber selbst wenn das nicht gewesen wäre, du warst ein Kind.
Ich hätte nie zugelassen, dass du es mit etwas zu tun bekommst, mit dem selbst Erwachsene ihre Probleme haben."
„Aber... du bist gestorben..."
„Ich bin nicht gestorben, weil du nicht da warst, Kleines."
Beide Frauen sahen einander tief in die Augen und Jilli sah es Anna an, wie sehr sie ihre Worte auch meinte. Sie gab ihr tatsächlich nicht die geringste Schuld.
„Die Dementoren hatten diesen unglaublichen Effekt auf mich, weil ich kurz vorher von Dumbledore die Erinnerung von Brian's Geburt zurückbekommen hatte. Das war der einzige Grund, weshalb es an diesem Abend so schief lief. Nicht, weil du meiner Aufforderung gefolgt bist und zurück zu deinen Eltern gingst.
Es tut mir leid. Ich hätte dir das von Anfang an sagen sollen, nachdem ich zurückgekommen bin. Ich gebe zu, ich habe nicht gesehen, wie sehr dich tatsächlich die letzten 16 Jahre belastet haben. Ich sah nur eine sehr starke, gebildete und wunderschöne junge Frau vor mir und ich war so stolz auf die Hexe, die du geworden bist. Selbst ohne Eltern an deiner Seite."
„Und jetzt bist du enttäuscht von mir," sagte sie betrübt. White schüttelte mit liebevollem Blick den Kopf.
„Nein," sagte sie eindringlich. „Nicht von dir. Von mir."
Jilli sah irritiert auf, White's Blick jedoch war selbst jetzt noch immer warmherzig und fürsorglich auf die junge Hexe gerichtet.
„Ich habe mir eingeredet, dass es besser für euch ist, wenn wir keine erneute Bindung zueinander aufbauen, wenn wir alte Gefühle begraben lassen und keine neuen heraufbeschwören, die früher oder später unausweichlich wieder enden werden müssen und dadurch nichts als grausamen Schmerz zurücklassen. Schmerz, dem ich dich, Brian und Harry nicht aussetzen wollte. Nicht nach dem, was ihr schon alles in diesen 16 Jahren erdulden musstet.
Aber die Wahrheit war, dass es nicht besser für euch war, sondern nur für mich.
Ich wuchs auf und war es gewohnt eine Mauer um mich herum zu tragen. Gefühle zeigen war eine Schwäche und zog nichts als tiefe Qual mit sich. Das war das woran ich glaubte. Und dann kamen Sirius und James und sie zeigten, dass Gefühle nicht nur tiefe Qual mit sich brachte, sondern auch etwas unersetzbar Schönes.
Ich redete mir ein, dass die Zeit vor ihnen beiden besser war. Für alle Beteiligten. Das war feige. Und ich entschuldige mich dafür, weil mir nun klar wird, wie sehr ich dir damit weh getan haben musste."
Jilli strich sich mit der Hand über die Augen, wissend, dass sonst Tränen geflossen wären. Sie schniefte und schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter.
„Also... bist du jetzt wirklich wieder zurück?" fragte sie mit gebrochener Stimme. Anna nickte mit mütterlichem Lächeln.
„Ja, das bin ich."
Jilli war sofort aufgesprungen und ihr um den Hals gefallen. Sie drückte so fest zu wie sie nur konnte und wieder unterdrückte sie das aufkeimende Gefühl zu weinen. White lächelte traurig, schlang dann jedoch ihre Hände ebenfalls um Jilli's zierlichen Körper und drückte sie gleichfalls in ihre Arme.
„Es tut mir leid, Kleines," sagte White zärtlich. Jilli aber schüttelte nur den Kopf als Zeichen, dass alles gut war und krallte sich gleichzeitig noch fester am Umhang der Professorin fest. White sah von der jungen Hexe in ihren Armen auf. Da standen die Abbilder ihrer beiden verstorbenen besten Freunde. James und Lilli, Hand in Hand, und sie nickten ihr zustimmend zu. Anna nickte mit sanftem Blick zurück. Alles was sie wollte war, dass es den dreien gut ging, dass sie überleben. Sie hatte erst eben gesehen, wie sehr sie gerade Jilli damit verletzt hatte. Etwas, das nie von ihr beabsichtigt war.
Beide Frauen kamen gemeinsam nach oben zu den Jungs zurück, die alle im Schlafzimmer gewartet hatten, um ihnen Zeit für sich zu geben. Harry sah als erstes seine Schwester an, aber als er ihr tiefes Strahlen sah, lächelte er beruhigt. Es musste ein gutes Gespräch gewesen sein, das ihr dieses Leuchten zurück in ihre Augen gab.
„Ron? Wie geht es dir?" fragte White. Ron, der bis dahin nach wie vor auf dem Bett lag, einen bandagierten rechten Arm und Kopfbinde trug, nickte.
„Gut. Nur etwas Kopfschmerzen."
„Gut... Dann bringe ich euch jetzt zurück zu euren Eltern. Auch wenn Kingsley ihnen gesagt hat, dass ihr in Sicherheit seid, so bin ich mir sicher, dass ihre Sorgen erst beruhigt werden, wenn sie euch sehen."
„Was ist mit den Todessern?" fragte Brian.
„Sie werden sich wieder auf ihre Posten begeben haben, nachdem zum Fuchsbau kein Vordringen mehr ist. Harry? Jilli?"
Beide sahen erwartungsvoll auf.
„Ihr wolltet doch ohnehin hier her? Wenn etwas sein sollte, so wisst ihr ja, wie ihr uns erreichen könnt. Der Fuchsbau steht noch, aber bevor die Schutzzauber völlig wieder stehen, sollte keiner von euch dorthin zurückkehren. Die Familie Weasley wird bis auf weiteres bei Bill und Fleur unterkommen. Zu Neujahr aber denke ich sollten die Schutzzauber auf den Fuchsbau wieder intakt sein. Nun denn – Passt auf euch auf."
White nickte Harry und Jilli zu, dann drehte sie sich um.
„Anna -" rief Jilli plötzlich ohne wirklich zu wissen warum. Sie hatte sie schon lange nicht mehr mit ihrem Vornamen angesprochen, noch hatte sie sie direkt angesprochen. Ihr war nur so als ob sie es tun müsste, um sicherzugehen, dass dies auch wirklich kein Traum gewesen war oder nur in diesem Augenblick passierte und weg sein würde, sobald sie sich wiedertrafen. White hatte sich wieder zurückgedreht und ihr bestätigend zugenickt.
„Wir sehen uns. Du kannst zu mir kommen, wann immer du das Bedürfnis dazu hast," sagte sie zuversichtlich und Jilli strahlte erleichtert. Charlie, Ron, Fred und Brian verabschiedeten sich ebenfalls von den beiden, bevor sie White folgten. Charlie hielt beide dazu an an Silvester doch vorbeizuschauen und etwas von sich hören zu lassen. Harry und Jilli versprachen, dass sie das auch tun würden, dann sahen sie zu wie White einen Portschlüssel vor der Tür aufbaute und ihre Freunde abreisten.
Jilli und Harry wandten sich danach wieder einander zu.
„Alles gut zwischen euch?" fragte Harry und Jilli nickte erneut, diesmal jedoch mit einem Lächeln, das Harry noch nie bei ihr gesehen hatte. Es war ein glückliches Lächeln.
„Ja," antwortete sie zärtlich. „Alles gut. Anna hat versprochen da zu sein... Wirklich da zu sein."
Sie musste nicht mehr sagen. Er hatte es auch so verstanden. Unter normalen Umständen wäre es womöglich anders gewesen. Harry fühlte für White nicht dasselbe, was Jilli fühlte. Sie hatten keinen guten Start gehabt und das Gefühl von damals hing bis heute nach.
Aber durch dieses Band, was im Moment intensiver denn je war, da fühlte er das, was seine Schwester fühlte. Es war dasselbe, was er für Sirius empfunden hatte und wie er sich fühlen würde, wenn Sirius wieder lebendig zu ihnen zurückkommen würde.
Harry verstand, dass Jilli für Professor White dasselbe fühlte, wie sie auch für ihn, Harry, für ihre Eltern und für Sirius empfand. Familiäre Liebe und irgendwie bewirkte dieses Band, dass auch Harry dasselbe für Professor White nun empfand, denn es war ein schönes Gefühl. Ein warmes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
„Wollen wir zu Mum und Dad aufbrechen? Es ist immer noch Heilig Abend."
„Ja, das sollten wir tun," stimmte Harry ihr zu. Die beiden verließen gemeinsam das Haus und schritten eher etwas gemütlich die Straße hinab Richtung Friedhof. Die Straßen waren aufgrund des heftigen Schneefalls fast komplett leergefegt und nur hier und da erwischte man eine Ratte die von einem Loch in ein anderes huschte.
„Jedes Mal, wenn ich eine Ratte sehe unterdrücke ich den Drang den Zauberstab zu ziehen, um zu sehen, ob es nicht Pettigrew ist," sagte Harry nach einer Weile. Jilli lachte.
„Ja, ich auch. Er ist immer noch da draußen irgendwo. Ich hab ihm vertraut, so wie Mum und Dad, weil Dad ihm vertraut hat... Weil Pettigrew sein Freund war. Dad dachte, Pettigrew stände hinter ihm... Dachte, er wäre mutig und würde, wenn es darauf ankäme, stets das Richtige tun. Aber er hat ihn verraten. Dad hat es nicht kommen sehen, weißt du. Er hat ihn bis zuletzt vertraut. Ich kann bis heute nicht verstehen, wie er das tun konnte."
„Dad?"
„Nein, Pettigrew. Dass Dad ihm vertraut hat ist... Naja, ist eben Dad. Er hatte glaub ich ein schlechtes Gewisse, weil er Anna so oft misstraut hat, dass er womöglich Anzeichen bei Pettigrew nicht sehen wollte. Aber das weiß ich nicht, denn... Mum hat ihm genauso vertraut. Und Sirius. Und Remus... Und Anna. Und ich... - Oh nein!"
„Was?" fragte er erschrocken.
„Ich hab die Kekse nicht dabei," sagte Jilli und zog einen Schmollmund. Harry runzelte verwundert die Stirn. „Sind nur die doofen Todesser schuld. Einer hat mich entwaffnet und mir blieb keine andere Wahl als Mum und Dad's Kekse nach ihm zu schmeißen, um mich zu verteidigen."
Harry lachte aus Versehen lauter als beabsichtigt, denn Jilli hatte ihm einen bösen Blick zugeworfen, woraufhin er schnell aufgebend mit den Händen winkte. Er lachte sie ja nicht wirklich aus auch wenn das Bild einer Hexe, die sich verteidigte indem sie große Kekse auf ihren Gegner schmiss, wo mit lila Farbe Daddy, wir haben dich lieb drauf steht, durchaus etwas witziges an sich hatte.
„Wie gesagt, Abbilder können eh nicht essen. Der Gedanke zählt."
Jilli schmollte nach wie vor, bevor sie sich dann jedoch der Umgebung zuwandte und plötzlich stehen blieb.
„Was ist?" fragte Harry verwirrt.
„Mir fällt das gerade erst auf, weißt du," sagte sie und war teilweise in Gedanken versunken. „Aber hier ist es richtig friedlich, nicht wahr? Anders als in London oder Hogsmeade, wo es selbst bei einem Schneesturm noch immer kracht. Und die Einwohner hier haben sogar ihre Häuser und die Straßen geschmückt."
Harry musste zugeben, dass er dies auch erst jetzt realisierte, wo seine Schwester es ansprach. Es herrschte hier in der Tat eine viel ruhigere Stimmung, als ob der Krieg weit weg von diesem Dorf war. Selbst der heftige Schneefall hatte etwas beruhigendes an sich.
„Vielleicht sind es Mum und Dad's und Albus Dumbledore's Geister, die sich um das Dorf kümmern und es schützen?" sagte sie melancholisch.
„Jaah, vielleicht," stimmte Harry ihr zu. Es war zumindest ein schöner Gedanke. Beide nahmen sich einen weiteren Moment, um den Frieden hier aufzunehmen und zu genießen, dann schritten sie weiter zum Friedhof hinein.
Was mit Magie so alles möglich war, das sah Harry nun mit eigenen Augen. Jilli zauberte mitten auf dem leeren Friedhof einen weihnachtlich geschmückten Tannenbaum in ihrer Nähe her, außerdem eine Decke, auf die sich die Familie setzten konnte und die beide Kinder die ganze Zeit über wärmte. Sie zauberte um sie herum kleinere Lagerfeuer, so dass es selbst in der Dunkelheit noch hell genug für sie alle war und ein Schutzschild, der den herabfallenden Schnee über ihren Köpfen außerhalb der Decke herabgleiten ließ.
Da saß die kleine Familie Potter eng beisammen auf der Decke in mitten der vielen Gräbern und obgleich es das wohl merkwürdigste Weihnachten war, das Harry je erlebt hatte, so wollte er es mit nichts anderem tauschen. Es gab kein Ort an dem er gerade lieber war, denn hier konnte er mit seinen Eltern und seiner Schwester eine Familie sein. Sie redeten viel und lang und das über alles mögliche.
Harry mochte es, Geschichten über seine Eltern von ihnen direkt zu erfahren. James erzählte seinen Kindern von seiner Vergangenheit mit Byen, von ihrer Hochzeit, bei der er Trauzeuge war, aber auch von Sirius und Anna's Hochzeit, bei der er als Trauzeuge vorgesehen war, jedoch nicht zum Zuge kam („Das ist doch keine Hochzeit?!" sagte Harry irritiert. Jilli kicherte. „Das dachte Sirius bestimmt auch.").
Sie sprachen auch über ernstere Dinge, wie Voldemort's Horkruxe. Harry hatte sie leider etwas vernachlässigt, aber James meinte nur, dass sie keine Beine hätten und nicht davon laufen würden. Harry dürfe nicht die Welt retten wollen, aber sein eigenes Leben dabei vernachlässigen. Es sei normal und gut, dass er sich auch um das kümmerte, was in seinem Leben nicht mit Voldemort zusammenhing.
Jilli teilte mit ihrer Familie an diesem Abend auch ihre Sorgen darüber, dass sie nicht wüsste, wie ihre Zukunft eigentlich aussehe und sie Angst habe, ihre Ponester Seite würde eine freie Zukunft verhindern. Das war auch der Grund, warum sie bisher nie länger mit jemandem zusammen geblieben war. Ihre Eltern aber ermutigten sie dazu diese Seite nicht als Last, sondern als eine gute Besonderheit anzusehen, welches sie von anderen unterschied, so wie Harry Gryffindor's Magie in sich nicht als etwas schlechtes, sondern Gutes ansehen solle.
Lilli erklärte beiden, dass es sie in ihrem Innersten ausmachen würde und wenn sie es akzeptierten auch sehen würden was für Möglichkeiten sie dadurch noch gewinnen könnten.
Natürlich konnte James das scherzen mit seinen Kindern nicht unterlassen, denn er meinte mit absoluter ernster Miene, dass Lilli und er das perfekte Beispiel dafür wären, dass nicht normal etwas Gutes war. Hätte Lilli nämlich normal sein wollen, hätte sie einen Mann mit einer normalen Frisur geheiratet statt ihn.
Ihre Mutter rollte dagegen nur mit den Augen und meinte, dass ihr Vater recht hatte und nicht normal war, aber nicht wegen seiner Frisur, sondern weil er und Sirius wohl bestimmt die Einzigen waren, die sich freiwillig von einem Ponester haben Magie absaugen lassen, um es zu heilen. („Ihr habt was getan?!" warf Harry mit verrücktem Blick ein. James aber grinste breit. „Wir waren Kinder!" verteidigte sich sein Vater. „Und es war... naja... ein gutes schräges Gefühl... naja... Wir waren Kinder!")
Sie sei aber sehr froh darum, denn nur dadurch lernten sie auch Jilli's Ponestermutter kennen und kamen so zu ihrer gemeinsamen, wunderschönen Tochter. Sie beruhigten ihre Kinder auch im Bezug auf das Band, dass aus dem Gleichgewicht war und stimmten zu, dass mit Anna an ihrer Seite alles wieder gut werden würde. Sie wüsste genau, was zu tun war.
Die Zeit verflog in solcher Geschwindigkeit, dass es schon nach Mitternacht war kam nur auf, weil Harry gähnte. Lilli und James schickten ihre Kinder zurück in ihr Haus, um zu schlafen. Morgen war schließlich auch noch ein Tag.
So spazierten die beiden Potter Kinder zurück Richtung Dorf und hatten auch keine Angst vor irgendeinem Angriff. Irgendwie fühlten sie hier keine Gefahr, eher als ob ihre Eltern über sie wachten, egal wo sie sich hier auch befanden.
Jilli und Harry schliefen auch an diesem Abend nicht in ihren eigenen Zimmern. Ein Hauptgrund war unter anderem, dass sie so gar nicht mehr in ihre Kinderbetten passen würden und so nahmen sie sich Decken und Kissen und machten es sich im Wohnzimmer gemütlich. Harry erkannte erst jetzt, dass es größtenteils entstaubt war. Seine Schwester erklärte, dass Charlie, Fred und sie etwas sauber machten, während sie darauf warteten, dass Anna wieder zu sich kam, nur für den Fall, dass sie länger in dem Haus hätten bleiben müssen als nötig.
„Ich würd morgen gerne bei Sirius vorbei schauen," sagte Jilli plötzlich und Harry sah sie überrascht an. „Ich denke, ich bin jetzt bereit dazu..."
„Sicher?" fragte Harry noch mal besorgt. Er hatte Angst, dass sie sich zu viel vornahm und eine Enttäuschung durch Sirius sie wieder unnötig aus der Bahn warf. Jilli aber nickte eindringlich und strahlte.
„Harry, Ich glaube, ich kann ihm helfen."
Das verwirrte ihn nun doch sehr und wieder sagte sein Ausdruck alles, denn sie ließ es sich nicht nehmen sich aufzubeugen und näher zu erklären.
„Mir kam das schon vorhin als Mum das erwähnt hat, war mir aber noch nicht sicher. Jetzt schon. Als Ponester hab ich doch die Möglichkeit Magie zu absorbieren. Der Atem des Todes ist nichts anderes als schwarze Magie. Ich könnte sie absorbieren und so Sirius zurück holen!"
Zum zweiten Mal ertappte sich Harry dabei, dass er sich gewünscht hätte sich früher über Ponester informiert zu haben, denn dann würde er jetzt nicht komplett überrumpelt wie ein Idiot da sitzen. Jilli zog ihn auf die Beine.
„Ich kann nicht schlafen. Lass uns zu Sirius gehen."
„Du willst es jetzt tun?"
„Ich kann helfen, Harry! Willst du das denn nicht auch?"
„Doch! Natürlich! Aber... glaubst du nicht, wenn es gegangen wäre, dass Professor White es bereits erwähnt hätte? Oder Brian?"
Sichtlich nachdenklicher war sie wieder in sich eingesunken.
„Ich weiß nicht, warum sie das nicht getan hat... Vielleicht glauben sie ja, dass meine Ponesterseite zu schwach dafür wäre? Aber das ist sie nicht. Sie ist durchaus noch da."
Jilli sah ihren Bruder erneut eindringlich an, sogar fast ein wenig flehend.
„Lass es uns doch einfach versuchen? Versuchen kostet nichts, nicht wahr?"
Harry zögerte. Er hatte Angst, dass Jilli sich vom Moment mitreißen ließ und es zu viel für sie werden könnte, dann aber nickte er. Fakt war, dass er wohl auch nicht hätte schlafen können und er sehnte sich Sirius genauso sehr zurück. Jilli strahlte begeistert.
Dass sie im Haus von Acacia Yorick um 2 Uhr nachts auftauchten wäre wohl normalerweise das merkwürdigste und unpassendste gewesen, was um diese Zeit darin hätte geschehen können. Als sie es an diesem Abend jedoch betraten, war es das nicht.
Es brannte noch immer Licht und im Wohnzimmer befanden sich neben der Hexe Acacia Yorick auch Professor White, Brian, Remus und Kingsley Shacklebolt. Dass dies dennoch unangebracht war, stellten die beiden fest, als sie bemerkten wie verwundert sie von allen angestarrt wurden.
„H-Hi," stotterte Harry und winkte vorsichtig. Jilli tat es ihm gleich und winkte mit der rechten Hand einmal von links nach rechts. Sie hatten nicht mit so vielen hier gerechnet als sie einfach herein stürmten.
„Sieht aus als ob Jilli dich beim Wort nahm als du sagtest, sie könnte jederzeit zu dir kommen," witzelte Brian mit einem breiten Grinsen und Seitenblick auf White. Dass sie das nicht so amüsant fand konnte man an ihrer müden Reaktion ableiten.
„Harry? Jilli? Solltet ihr nicht in Godric's Hollow sein?" begann White stattdessen und deutete ihnen beiden sich zu allen dazuzugesellen. Die beiden taten wie gewünscht, was nicht leicht war, angesichts der weiterhin verwirrten Blicke aller Anwesenden plus dem breiten, süffisanten Grinsen von Brian, der sich auch keine Mühe machte das irgendwie zu verbergen.
„Was führt euch zu uns?" forderte sie die beiden auf zu sprechen.
„Ich glaube, ich weiß, wie wir Sirius helfen können," begann Jilli ohne zu zögern und prompt wurde aus den verwunderten Blicken Neugierige. Remus und Kingsley tauschten verwirrte Blicke, während Brian und White hellhörig wurden und vor allen Dingen Jilli ansahen. Sie ließ sich jedoch nicht beirren und hielt an ihrer Entscheidung fest.
„Ich möchte meine Fähigkeiten als Ponester einsetzen, um die schwarze Magie in Sirius zu absorbieren, die durch den Atem des Todes in ihm entstanden ist. Ich weiß wie das geht und wenn ich mich konzentriere, dann bin ich mir sicher, dass ich auch nur die schwarze Magie entnehme. Der Atem des Todes ist nichts anders als pure schwarze Magie. Sirius wäre dann wieder frei und könnte sich endlich erholen."
Die Reaktion war irgendwie von Harry fast befürchtet.
„Nein," sagte White entschieden. Jilli war sofort verärgert aufgesprungen.
„Wieso nein?!" rief sie verständnislos. „Anna, ich weiß, wie man Magie von jemanden absorbiert. Ich kann das immer noch willentlich tun."
„Das bezweifle ich auch nicht," entgegnete White ruhig. „Trotzdem. Nein."
„Erklärst du mir wenigstens, warum nein? Es geht hier um Sirius!"
„Gerade deswegen," entgegnete White eindringlich. „Jilli, deine Magie ist bis jetzt noch absolut rein. Du hast noch nie auch nur den geringsten Teil an dunkle Magie absorbiert. Duellieren tust du dich ausschließlich mit deiner Magie als Hexe. Keiner von uns weiß, wie überhaupt eine geringe Menge an dunkler Magie mittlerweile auf dich wirkt, ganz zu schweigen von einer großen Menge.
Der Atem des Todes ist intensiver und gewaltiger als die normale schwarze Magie, die ein Ponester sonst im Alltag absorbiert und wir wissen nicht mal, wie viel davon bereits in Sirius steckt.
Eine berechtigte Annahme ist, dass es zu viel ist, um von dir absorbiert zu werden. Es könnte dich am Ende komplett einnehmen und das in dir auslöschen, was dich ausmacht. Dein Herz, deine Reinheit.
Schlimmer noch. Der Atem des Todes ist höchst giftig. Es könnte dich sogar töten. Sirius würde nie zurückkehren wollen, wenn es dein Leben dafür kostet."
„Ich könnte so viel absorbieren, wie möglich, damit es ihm besser geht und höre auf, wenn ich spüre, dass es zu viel wird," schlug sie vor. „Vielleicht ist es ja nicht zu viel und ich kriege am Ende sogar alles aus ihm raus."
„Nein."
Es war nicht White, die widersprach. Zur Überraschung Harry's war es Brian gewesen. Jilli sah ihn fassungslos an, aber Brian war wie White auch sehr ruhig und gefasst als er sprach.
„Jilli, es würde nichts bringen, nur ein Teil zu absorbieren. Der Atem des Todes ist kein Virus, der nach und nach weniger wird, " erklärte er ernst „Ich hab auch schon darüber nachgedacht, aber Anna hat recht. Es ist zu gefährlich. Du wärst voll mit schwarzer Magie und Sirius' Zustand würde sich dennoch nicht ändern."
„Vorausgesetzt, ich entnehme nicht alles. Aber was ist, wenn ich alles entnehmen kann? Ich bin auch eine Hexe! Ich kann Magie absorbieren und verschließen. Die schwarze Magie könnte mich dann gar nicht einnehmen, weil ich sie einsperre. Ich kann das! "
„Die Gefahr ist zu groß," wiederholte Brian.
„Und wenn ich es dennoch machen will? Kann mich keiner von euch abhalten. Ich weiß wie man Magie absorbiert und wie man sie verschließt und wenn ich damit Sirius helfen kann, warum soll ich das dann nicht tun? Selbst gegen eure Bedenken?"
„Du lieber Merlin!" sagte Remus laut, woraufhin sich ihm jeder überrascht zuwandte. Er war normalerweise niemand, der solche Ausrufe von sich gab. „Jilli, du bist wie dein Vater. Dickköpfig und stur. Wir sagen das doch nicht, nur um gegen dich sprechen zu können und weil wir es dir nicht zutrauen würden. Wir sagen das, weil wir uns um dich sorgen und nicht wollen, dass du etwas tust, was nur schlecht für dich ist und du im Nachhinein bereuen könntest."
„Nur bin ich kein Kind mehr," sagte sie deutlich und zeigte auch, dass sie weder böse noch verärgert mit ihm war. Natürlich verstand sie, dass alle nur ihr Bestes wollten, aber es zermürbte sie, dass keiner verstand, dass für sie das Beste etwas ganz anderes war.
„Ich bin 20 Jahre alt. Sollte ich da nicht das recht haben selber zu entscheiden, was ich tragen kann und mit meinem Leben tue?"
Es war klar, dass damit etwas ausgesprochen wurde, was auch jedem von ihnen klar gewesen war. Harry versuchte aus den Gesichtern herauszulesen, wozu sie tendierten. Nach dem was er nun gehört hatte, wusste er selber nicht mehr, was nun besser war. Natürlich wollte er Sirius helfen und zurückholen, aber der Gedanke seine Schwester dabei zu verlieren dämpfte seinen Willen erheblich. Er hatte auch schnell begriffen, dass alle anderen sich mit Jilli's Ponesterseite viel besser auskannten als er.
„Gibt es keine Möglichkeit Schutzzauber oder so was zu machen?" warf Harry vorsichtig ein, da die Stille bestehen blieb und keiner der Anwesenden auch nur ein weiteres Wort von sich gegeben hatte. Das anhaltende Schweigen aber ließ Jilli erneut hoffen, erst recht als sie den Blick ihrer Patentante traf.
„Es gibt eine Möglichkeit!" sagte sie zu White und obwohl es als ein Ausruf herauskam, war es dennoch auch eine Frage. White lehnte sich an die Wand und blickte erschöpft zur jungen Hexe.
„Ich fasse es nicht, dass ich das überhaupt in Erwägung ziehe," sagte sie mehr zu sich selbst als zu einer der Anwesenden. „Gryffindor's Magie."
„Harry?!" riefen Jilli und Remus gleichzeitig während auch Harry selbst überrascht aufgesehen hatte. Kingsley wirkte nach wie vor verwundert über alles, Yorick war die ganze Zeit über ruhig und zurückhaltend geblieben und lediglich Brian schien angestrengt nachzudenken.
„Gryffindor's Magie wäre stark genug," sagte er und überlegte scharf. „Aber ist Harry nicht erst noch dabei damit richtig umzugehen? Die Beschwörung ist zwar möglich... aber Harry und Jilli wären komplett auf sich alleine gestellt. Wenn da etwas schief läuft... Das könnte Sirius den Gnadenstoß liefern mitsamt ihnen zwei dazu."
„Oder es könnte ihn retten!" sagte Jilli entschlossen. „Harry und Ich würden beide ohne zu zögern alles tun, um Sirius zu helfen. Sag uns nur was."
Harry brauchte nichts zu sagen, damit White verstand, auf wessen Seite er stand. Ohne wenn und aber hatte Jilli das ausgesprochen, was auch er dachte.
„Anna -" sagte Brian ernst. „Das ist gefährlich."
„Ich weiß," erwiderte White jedoch genauso ernst. Remus, Kingsley, Yorick, jeder außer Jilli und Harry im Raum schien dasselbe zu denken. „Okay," kam es dann aber sehr zur Überraschung aller von White. „Geben wir ihnen eine Chance."
Jilli und Harry strahlten einander an. War White erst mal auf ihrer Seite, war der Rest so gut wie gegessen.
„Das kann nicht dein ernst sein?!" fuhr Remus sie jedoch streng an. „Das ist keine Lehrstunde, aus der sie mit einer Lektion wieder herauskommen. Du gefährdest willentlich ihr Leben!"
„Es ist vielleicht Sirius' einzige Chance," entgegnete White und hatte ihre Stimme genauso erhoben wie der Freund. Nicht etwa, weil sie aufgebracht war, aber weil sie den ernst der Lage betonen musste.
„Harry's Magie alleine wirkt nicht, weil er nicht durch die Mauer kommt, die der Atem des Todes aufgebaut hat. Jilli's Vorschlag ist im Moment die einzige Hoffnung, die uns bleibt. Was haben wir denn sonst noch für eine andere Wahl? Jetzt?"
Remus schüttelte nur den Kopf, obgleich auch er den Widerstand damit aufgegeben hatte. Wie sollte man auch das Leben derer, die einem wichtig waren, gegeneinander aufwiegen?
„Bevor ihr hereingestürmt seid hat Anna uns gerade erzählt, dass sich Sirius' Zustand rapide verschlechtert hat," erklärte Brian seinen beiden Freunden, die verwirrt von dem kleinen Wortgefecht der beiden Professoren waren. Nun aber erklärte das so einiges. „Er ist dabei zu sterben."
Jilli trat zu Anna und Remus dazu und sah abwechselnd beide mit flehendem Blick an.
„Lasst uns helfen. Bitte."
Remus und White tauschten einen kurzen, tiefen Blick, dann nickten beide.
