Nächstes =) , kam schon wieder später. Sorry. Aber die letzte Woche war genauso schwer. Jetzt sollte es endlich wieder etwas leichter werden.
Review:
Mannequin: Hoi hoi =)
Ich hatte schöne Weihnachten trotz der Bombenentschärfung und einer Grippe X.x Bin den ganzen Tag bei Freunden untergekommen und das trotz Grippe ^^ Schon blöd, wenn man genau an der Grenze wohnt und die Augen rollt, weil es eben an der Grenze ist. Ne Straße weiter und alles wäre okay Aber man kann die Wohnung halt nicht umpflanzen für nen Tag... Öö Ich feiere Weihnachten immer sehr lange in die Nacht hinein mit meiner Familie und dann ist das aufstehen so früh echt blöd. Hieß ja, dass man bis 10 weg sein muss. Wie war bei dir Weihnachten und Silvester so?
Hehe, ja, Schlaf ist schon wichtig. Im Moment schlaf ich auch sehr viel. Wird sich alles ändern, wenn ich erst mal nen Job in München oder wo auch immer finde. Das Pendeln wird mich schön in Stücke zerreißen.
Hihi, das wär schon genial und klasse XD Rowling, die meine FF liest. Sollte in den nächsten Filmen eine Phowlyris oder ein Ponester auftauchen, dann wissen wir Bescheid XD Aber im ernst, freu mich nun noch mehr auf die Filme. Hört sich richtig super an, je mehr man davon erfährt =)
Es ist der schwerere Weg. Aber Sirius ist Erwachsen, eigentlich ^^ und wir entscheiden uns auch für den schwereren Weg, wenn es sein muss. XD Ich geb zu, das mit Sirius hätte noch etwas länger gehen sollen, mit mehr Interaktion zwischen ihnen allen und mehr Überzeugungsarbeit (Beim erneuten lesen fiel mir auf, dass Brian mit keinem Wort erwähnt wurde, der ja auch ein wichtiger Grund sein sollte für Sirius zurückzukehren), aber da ich krank war, hab ich wohl vieles vergessen und es ist ohnehin gekürzt worden. Ich wusste einfach nicht, wie ich das schreiben sollte, damit es sich auch gut anhörte und genauso wenig wollte ich es aber 2 Wochen aufschieben. Daher kam es wohl etwas zu plötzlich, dass Sirius mitkam.
Oh, die Interaktion mit der Anna in Sirius wird später noch mal aufgegriffen werden XD Es gibt ein Grund, warum sie die einzige ist, die mit Harry und Jilli gesprochen hat und James, Lilli und Remus nicht.
Ich muss wirklich aufpassen, dass ich Jilli und Brian nicht zu sehr in den Mittelpunkt schiebe. Harry ist ja die Hauptperson. Jetzt wird es erst noch mal etwas steinig für alle, aber ich glaub, danach bekommen sie eine Zeit für sich zusammen als Familie. So wie Sirius es wollte =)
Hm... mir tut Lucius Malfoy schon auch leid, andererseits gehört er zu den Charakteren, wo ich sage, nach allem was er getan hat, hätte es gar nicht anders laufen können. Karma halt und nur wenn er wirklich von seinem hohen Ross runter kommt und einsieht, was falsch ist, könnte es wirklich wieder besser laufen. Es kann auch sein, dass er unbelehrbar bleibt. Derjenige, der darunter leidet, ist dann aber leider Draco.
Thx fürs liebe Review =) Ah, hat es bei euch auch so heftig geschneit? Muss für die Kleinen in deiner Kita ein richtiges Vergnügen sein endlich mal Schneemänner bauen zu können XD Hier ist fast auf jeder Wiese ein Schneemann XD
Liebe Grüßle
Chapter 26 – Relationship matters
Die letzten Tage der Weihnachtsferien vergingen vergleichsweise ruhiger vorüber. Harry durfte im Haus von Yorick bleiben, während sich Sirius und Jilli erholten. White war am Tag nach Sylvester noch bei ihnen geblieben und Harry bekam zum ersten Mal eine sehr sanfte und liebevolle Seite an der Hexe mit, von der er bisher stets glaubte, dass sie diese gar nicht besaß. Mit Sirius aber zeigte sie ihm, dass er sich irrte.
Sein Patenonkel hatte noch etwas Mühe sich alleine fortzubewegen und musste stets von jemanden gestützt werden, was White auch tat. Egal, ob er mal kurz in den anderen Raum schritt oder einfach nur aufstehen musste. Sie war an seiner Seite und egal, wann Harry hinsah, beide hielten die Hand des anderen. Zum ersten Mal sah er Wärme in den sonst so kalten Augen, was er selbst mochte. Sie war ihm gegenüber fürsorglicher als gegenüber jedem anderen von ihnen. Es war eine sehr kümmernde Art, wie Harry sie noch nie zuvor erlebt hatte. Von niemandem.
Sirius ließ sich von Harry und Jilli auf den Laufenden bringen, war auch entsprechend erschüttert von Dumbledore's Tod zu hören, gleichzeitig aber auch stolz, dass Jilli und Harry es alleine geschafft hatten so eng miteinander zu werden.
Brian hatte überraschenderweise mit Kingsley das Versteck noch am selben Silvesterabend verlassen und ließ sich auch die folgenden Tage nicht blicken. Sirius schien das nicht zu kratzen, zumindest zuckte er nur mit den Schultern als Harry das ansprach.
White verschwand am Tag nach Neujahr, nachdem sie zumindest den vorherigen Abend mit ihnen im Wohnzimmer verbracht hatte. Harry erwischte sich ab und zu dabei, wie er White und Sirius anstarrte, weil das Bild der beiden eng aneinander gekuschelt für ihn so fremd war. White und Sirius dagegen schienen das entweder nicht zu bemerken oder es kümmerte sie nicht, denn sie hatten ihn weder ermahnt noch aufgefordert das Starren zu unterlassen.
Die letzten Tage der Weihnachtsferien nutzte Harry zudem, um noch mal privat mit seinen Eltern auf dem Friedhof sprechen zu können ohne seine Schwester, denn nur so konnte er mit seinen Eltern auch über sie sprechen. Es war sein Glück, dass Sirius und Jilli an dem Tag ebenfalls unter vier Augen sprechen wollten und Harry tat nichts lieber als ihnen die Privatsphäre zu gönnen und seinerseits seine Eltern aufzusuchen.
Nachdem er ihnen erzählt hatte, was die letzten Wochen über passiert war, wo sie nun standen und was ihm im Bezug auf Jilli auf dem Herzen lag, tauschten Lilli und James besorgte Blicke miteinander aus, bevor sie sich ihm wieder zuwandten.
„Muss ich mir Sorgen machen?" fragte Harry sorgenvoll und sah beide mit bangem Ausdruck an.
„Nun, Anna weiß ja von allem Bescheid, nicht wahr?" begann seine Mutter umsichtig. Harry nickte.
„Sie sagte, es gäbe kein Problem, wenn ich das Gleichgewicht in Gryffindor's Magie hinkriege."
„Na dann gute Nacht," stieß James aus und sowohl Lilli als auch Harry sahen ihn ungläubig an.
„Du machst deinem Sohn wirklich Mut, DAD!" sagte sie mit verengten Augen und sofort begann James unangenehm mit der Hand durch seine Haare zu fahren.
„Err – Sorry, Kleiner. War nicht so gemeint. Jaaah, weißt du... das hat Anna zu mir auch immer gesagt und – err – ich hatte meine Probleme damit. Bin es gewohnt, dass sie sagt, dass man einfach nur das und das macht und was für sie einfach ist, ist für jeden anderen – err – nicht ganz so einfach. Aber du wirst damit bestimmt keine Probleme haben. Du hast die Intelligenz und die Geduld deiner Mum und sie hatte auch nie Probleme. Hahaha."
Harry musste irgendwie mitlachen so unbeholfen wie sich sein Vater anstellte, kam aber auch nicht umhin festzustellen, dass er ihn gerade wegen seiner Art wirklich gern hatte. Er war nicht so wie ihn manch andere, allen voran Snape, beschrieben hatten. Nicht arrogant oder von sich selbst überzeugt. Den Zauberer, den Harry hier kennengelernt hatte, war das komplette Gegenteil und er war stolz, dass er sein Vater war.
Lilli schüttelte argwöhnisch den Kopf, wandte sich dann aber wieder ihrem Sohn zu.
„Wenn Anna sagt, dass es kein Problem gäbe, dann ist dem auch so. Sie ist ein sehr ehrlicher Mensch und solange sie noch Erfolg sieht, ist nichts verloren."
„Kann sie wirklich alles lesen, was ich denke?! Ich mein... wirklich alles alles?"
Da seine Eltern Professor White so gut kannten, nahm Harry einfach mal die Gelegenheit wahr, um sich Antworten zu holen, die ihn bereits seit Monaten beschäftigten.
„Nein," sagte Lilli beruhigend während James gleichzeitig amüsiert „Ja," sprach. Auf ihren dämlichen Blick hin aber grinste sein Vater dämlich zurück.
„Als ob sie in dir nicht wie in einem freiliegendem Denkarium gelesen hätte," kommentierte James mit amüsiertem Schmunzeln. Lilli rollte mit den Augen und dennoch erkannte Harry ein winziges Lächeln auf ihren Lippen.
„Könntest du endlich mal ernst werden, Dad? Dein Sohn ist bestimmt nicht zum scherzen hergekommen."
„Sicher nicht?!"
Harry lachte als er den gespielt bedröppelten Blick seines Vaters sah. James grinste stolz von einem Ohr zum anderen und zwinkerte seinem Sohn zu.
„Ich glaube schon," warf er mit spitzem Blick an seine Frau ein. Lilli schüttelte nur den Kopf und wandte sich wieder Harry zu.
„Anna nutzt ihre Empathie nicht als Spielerei, noch würde sie etwas erzwingen, nur um sich Vorteile zu verschaffen. Sie respektiert die Privatsphäre anderer und ganz besonders derer, die ihr Nahe stehen und das bist unter anderem auch du."
„Da bin ich mir nicht so sicher," murmelte Harry unbeabsichtigt. Eigentlich wollte er das gar nicht laut aussprechen. Nun wo es jedoch raus war und ihn Lilli und James überrascht ansahen, wurde es ihm unangenehm heiß. Er wollte es nie sagen, weil er wusste, wie dumm und unreif sich das anhörte. Seit Sirius' Rückkehr aber war dies für ihn offensichtlicher denn je.
„Woher rühren deine Zweifel, Kleiner?" fragte James und auf einmal war sein Vater absolut ernst. Ernst, aber nicht streng oder herrisch. Trotz seines veränderten Ausdrucks erschien er Harry noch immer offenherzig und vertrauensvoll. Als er seinem Vater nicht antwortete, hatte Lilli die Initiative ergriffen und von sich aus eine Vermutung geäußert.
„Ihr zwei hattet einen steinigen Start. Ich kann dein Misstrauen und deine Zweifel verstehen."
„So?" fragte James skeptisch. Lilli lächelte sanft.
„James, du und Anna seid von Anfang an Freunde gewesen. Ich und sie dagegen nicht."
„Nicht?" stieß Harry überrascht aus und wieder lächelte Lilli sanft. Jeder andere mit dem er gesprochen hatte schien mit White genauso gut auszukommen und er hatte das Gefühl der einzige zu sein, der mit ihr einfach nicht grün wurde.
„Es hat sehr lange gedauert bis wir Freunde wurden. Sie ist nicht leicht und das weiß sie selber. Gib euch beiden Zeit. Wenn es darauf ankommt, dann vertrau darauf, dass wir ihr vertraut haben. Sie liebt dich und würde nie zulassen, dass dir etwas passiert, wenn sie es verhindern kann."
Harry nickte abwesend.
„Wieso wart ihr keine Freunde, Dad und Professor White aber schon?"
Lilli und James zogen beide merkwürdige Grimassen und ihm wurde schnell klar, dass er darauf wohl keine klare Antwort bekommen würde.
„Es war eine andere Zeit," sagte seine Mutter lediglich und James begann erneut mit seiner Hand durch seine Haare zu streichen.
Harry kehrte daraufhin zurück in das Versteck, um kein Misstrauen bei Jilli zu erregen. Er hatte nicht gesagt, dass er zu ihren Eltern gehen würde, sondern nur draußen spazieren wollte. Als er das Haus betrat, traf er überraschenderweise nur Sirius im Wohnzimmer an, welcher ihn ihn mit einem warmen Lächeln begrüßte.
„Na?"
„Na," warf Harry mit einem leichten Lächeln zurück, nahm seine Jacke ab und setzte sich zu seinem Patentonkel auf die Couch dazu.
„Gutes Gespräch gehabt?"
Sirius nickte.
„Jilli musste leider weg. Sie wollte warten, aber die Zeit drang. Du sollst dir keine Sorgen machen. Wenn was ist, schreib ihr einfach eine Eule."
„Wohin ist sie gegangen?"
Er lächelte mild.
„Orden," war die sehr kurze Antwort und so nickte Harry.
„Professor White hat sie weggeschickt?"
Sirius lachte bellend, öffnete dann aber zwei Flaschen Butterbier und reichte Harry eins rüber.
„Professor White," wiederholte Sirius schmunzelnd. „Ich hätte nie gedacht, dass An mal Lehrerin wird, ganz zu schweigen davon Hogwarts zu übernehmen. Ein Glück hab ich nie ne Wette abgeschlossen."
Er grinste breit, aber Harry wirkte mehr verloren als dass er den Sinn verstand. Sirius schien das bemerkt zu haben, denn er schraubte das Grinsen direkt ab und wurde wieder ernst.
„Wieso nennst du sie eigentlich Professor White? Ist es nicht zu förmlich für Patentante und Patenkind?"
Harry wusste nicht, wie er es überhaupt erzählen sollte. Natürlich war er glücklich Sirius wieder zu haben und ihn gesund und am Leben zu sehen. Es bestand jedoch kein Zweifel daran, dass er und White sich sehr nahe standen und sehr vertraut miteinander waren und Harry konnte nicht verhindern, dass es ihm seinen Patenonkel entfremdete.
Sirius seufzte und legte betrübt sein Butterbier auf den Tisch.
„Sie hat mir erzählt, was zwischen euch passiert ist," begann er vorsichtig. Harry sah erstaunt auf.
„Ich hab ihr gesagt, dass es nicht richtig von ihr war."
Endlich, Vertrautheit. Sirius verstand ihn und war auf seiner Seite. Es war als ob ihm ein Stein vom Herzen fiel und Harry kroch ein zaghaftes Lächeln über die Lippen.
„An und Ich sind auch schon sehr oft aneinander geraten, weil wir anderer Meinung waren. Sie ist ein Dickkopf. Trotz allem aber auch deine Patentante. Deine Eltern haben sie nicht dazu gemacht, um dich zu ärgern... - vielleicht, um sie zu ärgern – Nein. Scherz. Harry, wenn du willst, dass es sich zwischen euch ändert, musst du ihr vergeben."
Harry verzog eine unzufriedene Grimasse. Das war leichter gesagt als getan. Er wollte ihr ja gar nicht mehr böse sein oder ihr misstrauen. Es passierte einfach von selbst jedes Mal, wenn sie einander gegenüber standen. Er konnte in ihr nicht den Mensch sehen, den er in all seinen Freunden, in Jilli oder Sirius oder auch Ginny sah.
„Ist mit Brian im Moment dasselbe. Ihr könntet euch gegenseitig austauschen und Tipps geben."
„Ich hab Brian die letzten Tage gar nicht mehr gesehen," sagte Harry und lächelte Sirius traurig.
„Er kommt da eher nach seiner Mutter. Wenn alles zu viel wird, ziehen sie sich zurück, um sich zu fangen. Er kommt, wenn er dazu bereit ist. An weiß das. Mit dir ist das schon anders. Sie weiß selbst ebenfalls nicht, wie sie mit dir am besten umgehen soll."
Harry nickte niedergeschlagen. Sirius seufzte erneut.
„Wo wirst du wohnen? Grimmauldplatz?"fragte Harry, denn er hatte keine Lust weiter über seine angespannte Situation mit White zu sprechen.
„Nah, zu gefährlich. Ich bin offiziell tot und leider -" Sirius atmete etwas schwer ein und Harry fühlte plötzlich große Sorge in sich auftauchen. „Leider wäre ich im Moment keine große Hilfe, wenn man auf Todesser trifft."
„Dann..." Angst mischte sich mit ein. Sirius wollte doch nicht irgendwo alleine untertauchen? Er hatte ihn gerade erst wieder und wollte ihn unter keinen Umständen wieder verlieren. Es war zu schmerzhaft gewesen ihn einmal für tot gehalten zu haben.
„Dann kannst du dich bei mir verstecken? Ich hab eine Wohnung in der Innenstadt von London."
Sirius lachte bellend.
„In der Innenstadt von London," wiederholte er amüsiert die Worte. „Ist leider genauso gefährlich."
„Aber -"
„Keine Sorge," sagte sein Patenonkel nachdem er begriff, was den Jungen bedrückte.
„Ich verschwinde nicht wieder. Ich brauch nur noch etwas Zeit, um wieder zu werden. Ich denke, ich bleibe erst mal hier. Die Gegend ist ruhig, abgeschieden."
Das erleichterte ihn zumindest etwas und Harry löste sich aus seiner angespannten Haltung wieder. „In einem Jahr hat sich sehr vieles verändert. Remus und Tonks sind verheiratet und bekommen bald ein Kind. Fudge ist nicht mehr Zaubereiminister. Dementoren bewachen nicht mehr Askaban. Dumbledore ist tot. Snape ist tatsächlich das Arschloch für das dein Dad und ich ihn gehalten haben. Wieder eine Wette gewonnen. Hehe."
Harry lächelte zaghaft. Er wusste, dass Sirius das nur sagte, um ihn aufzuheitern. Er hatte Erfolg. Harry fühlte sich in der Tat besser. Er nahm ein Schluck Butterbier und begann zu erzählen, was letztes Jahr in Hogwarts mit Snape passiert war und schon sehr bald fand er sich in einem gewohnten Gespräch mit seinem Patentonkel, was er das ganze letzte Jahr über vermisst hatte.
Mit dem Wissen, dass Sirius weiterhin erreichbar blieb und dass es ihm und Jilli gut ging, kehrte Harry schließlich mit Remus und Tonks zurück nach Hogwarts. Er hatte Professor White nicht mehr getroffen, Remus versicherte ihm aber, dass er sie früher oder später in der Schule wieder sehen würde. Schließlich hatte sie ihm versprochen ihn zu trainieren.
Als er dann in den Gemeinschaftsraum eintrat und Ginny, Hermine und Ron am Kaminfeuer sitzen sah überkam ihm direkt das vertraute Gefühl von Wärme. Er war wieder zu Hause. Die kleine Gruppe hatte sich sofort in den Raum der Wünsche verzogen und machte es sich dort mit ein paar süße Häppchen aus der Küche gemütlich. (Ron hatte Dobby darum gebeten und der Hauself führte dies mit glänzenden Augen und entschlossenem Blick aus.)
„Harry, das ist echt wundervoll!" sagte Hermine euphorisch und strahlte überglücklich. „Sirius ist am Leben und wohlauf! Ihr konntet ihn retten! Ohhhh, ich wünschte, ich wäre dabei gewesen. Die Beschwörung hört sich nach richtig starker Magie an! So was erlernt man nicht aus Büchern. Dazu braucht man jemanden, der es einem zeigt."
„Wir wären echt gerne gekommen," fuhr Ron dazwischen, da Hermine's Euphorie nicht ansteckte, sondern eher die Stimmung dämpfte. Es ging bei der Beschwörung schließlich nicht darum, wie einzigartig es war, sondern darum, dass sie dadurch Sirius' Leben retten konnten. Hermine war außerdem nicht von Anfang an dabei gewesen und sie hatten aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen auch keine Eulen ausgetauscht, um ihren Aufenthaltsort nicht zu verraten.
„Aber Mum ließ uns nicht gehen. Dad meinte, das wäre unter Absprache mit Professor White geschehen und wir hatten keine andere Wahl als zu bleiben. Mum war eh ziemlich hysterisch die ganze Zeit."
„Schon okay," sagte Harry ehrlich. „Wäre eh nur ein herumgesitze geworden."
„Aber dann wärst du wenigstens nicht alleine gewesen," merkte Ginny leise an. Harry lächelte ihr jedoch abmildernd zu.
„Erzählt lieber wie es bei euch weiter ging."
Es stellte sich heraus, dass es bei Ron und Ginny ziemlich ereignislos ablief. Der Fuchsbau stand noch, hatte zwar hier und da ein paar Schäden, aber Mitglieder des Ordens halfen es wieder zu reparieren. Auch Hermine's Ferien mit ihren Eltern war sehr ruhig und ohne erwähnenswerte Vorkommnisse. Sie kamen somit sehr schnell wieder auf das zurück, was bei Harry passierte und sprachen noch darüber als es schon ans Abendessen in der Großen Halle ging.
Dort gesellte sich Neville zu den Freunden und strahlte genauso wie Hermine es vorher getan hatte. Nur glatt noch ein kleines Stück intensiver, was eigentlich kaum möglich war.
„Du scheinst ja richtig gute Ferien gehabt zu haben?" sagte Ron verdächtig und Neville nickte heftig.
„Mum und Dad geht's viel besser. Wir haben die ganzen Ferien miteinander verbracht und es war einfach toll. Wir haben geredet. Über ganz viel! Meine Omi kam aus dem Weinen gar nicht heraus, weil Dad wieder mit ihr sprechen konnte. Harry! Wusstest du, dass sich unsere Eltern gekannt haben?"
Harry, der gerade begonnen hatte sich Spaghetti reinzuschaufeln, fror mitten in der Bewegung ein und blinzelte irritiert.
„Err -"
„Mum möchte dich gerne kennenlernen. Sie hat ganz viel über dich gefragt. Oh! Und ich bin zufällig Luna begegnet und – aber sagt mal, wo ist sie denn?!"
Erst jetzt fiel auch den anderen auf, dass die Rawenclaw Schülerin fehlte. Sie war ihnen weder irgendwo auf dem Hogwarts Gelände über den Weg gelaufen, noch sah man sie weit und breit irgendwo in der Großen Halle.
„Ach, sie taucht bestimmt irgendwann noch auf und erzählt uns wieder irgendeine Geschichte über rote Kakerlaken oder so was," sagte Ron, wenn auch nicht ganz so sicher wie sonst.
„Ja... genau," stimmte Hermine ebenfalls leicht zweifelnd zu. Während sie aßen, sprach jedoch kaum einer mehr und jeder von ihnen hielt stattdessen vergeblich Ausschau nach der Freundin. Sie tauchte nicht auf.
Sie kehrten danach in den Gemeinschaftsraum zurück und machten es sich vor dem Kaminfeuer gemütlich. Harry hielt dabei stets die Karte in seiner Tasche und blickte gelegentlich rauf. Luna's Name aber erschien nicht wie gehofft.
„Ihr wird schon nichts passiert sein, oder?" warf Ginny ein, nachdem Harry zum gefühlt tausendsten Mal einen Blick in die Karte geworfen hatte.
„Bestimmt nicht," sagte Ron. „Wieso sollte man ihr etwas antun?"
„Luna war damals im Zaubereiministerium dabei," murmelte Harry, denn er fühlte sich mit jedem Mal schuldiger, wenn er in die Karte sah und ihr Name nicht auftauchte. Die Wahrheit war nämlich, dass er sich bis zum heutigen Tag gleichfalls nie Sorgen um ihre Sicherheit gemacht hatte und erst jetzt erkannte, dass sie die ganze Zeit nicht weniger in Gefahr war als all seine anderen Freunde für die wesentlich mehr Sicherheitsvorkehrungen vom Orden getroffen worden war.
„Vielleicht -" setzte Hermine schließlich an, da kein anderer mehr gesprochen hatte und Neville wie Harry auch sehr betrübt und niedergeschlagen aussah. „Vielleicht kommt sie ja erst morgen? Da sind doch auch sämtliche Gespräche mit den jeweiligen Hauslehrern über die Resultate der Prüfungen."
„Stimmt ja!" sagte Neville und lächelte verlegen. „Hatte ich fast vergessen. Mein Termin ist erst um 14 Uhr. Wann habt ihr eure Gespräche?"
„Gespräch?" fragte Harry verwirrt, stellte jedoch sehr schnell fest, dass er der Einzige war, der mal wieder von nichts wusste und sich von Hermine ausführlich alles erklären ließ. Er hatte nicht mal mitbekommen, dass es ein Aushang vor den Weihnachtsferien gab, wo jeder Schüler seine Zeit für das Gespräch mit dem Hauslehrer hätte ablesen können. Wieder mal war es Glück, dass Hermine sich Harry's Zeit gemerkt hatte. In Gedanken sah er bereits McGonagall vor sich, die ihn streng ansah und erbost eine Standpauke hielt, weil er sie nach seiner Zeit fragen musste.
Harry fand kaum Schlaf in dieser Nacht und das lag nicht nur an den Sorgen, die er sich um Luna machte. Seine Schwester ging ihm genauso wenig aus dem Kopf und fast hoffte er sogar wieder ihre Gedanken im Traum wahrnehmen zu können. Nichts davon passierte und so saß er am nächsten Morgen übermüdet mit den anderen wieder in der Großen Halle zum Frühstück.
„Und?" fragte Ginny besorgt, aber Harry schüttelte den Kopf.
„Nichts,"antwortete er. Luna's Name war immer noch nicht auf der Karte aufgetaucht und wieder stieß die Sorge in jedem von ihnen auf.
Zwar waren nun fast alle Schüler wieder in der Schule, Unterricht fand jedoch aufgrund der Gespräche nicht statt. Da die Kälte und der Schnee noch immer eisig war, blieben die meisten in ihren Gemeinschaftsräumen. Draco Malfoy war wie von White vorhergesagt tatsächlich nicht nach Hogwarts zurückgekehrt und obwohl sich Harry mehr Sorgen um Luna's Abwesenheit machte, so stieß ihm diese Feststellung genauso auf. War der Zustand seines Vaters noch immer kritisch oder war Lucius Malfoy gar bereits tot?
Die Karte verriet, dass auch White sich nach wie vor nicht auf dem Schulgelände aufhielt. Außer Remus und Tonks befand sich kein anderes bekanntes Mitglied aus dem Orden auf dem Gelände, dafür begegnete man sehr oft fremden, streng aussehenden Auroren hier und da.
Während Ron sein Gespräch mit McGonagall hatte, befanden sich Neville und Hermine in der Bibliothek und lernten aus einem für Harry und Ginny unerfindlichen Grund für Zauberkunst. („Es waren doch Ferien? Wir hatten noch nicht mal Unterricht! Was gibt's da zu lernen?") Die beiden selbst hatten sich in eine stille Ecke im Gemeinschaftsraum verzogen, um so ungestört wie möglich bleiben zu können.
„Langsam mache ich mir wirklich Sorgen um sie," sagte Ginny leise. Harry nickte verstehend.
„Ja, ich auch. Es stand aber nichts im Propheten, oder?"
„Das nicht, aber ich hab mal herum gefragt. Der Kittler ist diese Woche auch nicht erschienen, so wie er sollte. Da ist irgendetwas faul. Sollen wir Remus oder Tonks darauf ansprechen? Sie müssten doch etwas wissen?"
„Ja, das sollten wir," sagte Harry zustimmend. „Nach deinem Gespräch dann?"
Ginny nickte. Sie verfiel bedrückt in eine tiefe Stille genauso wie Harry sich ebenfalls einfach nur nach hinten lehnte und den unaufhörlichen Schneefall auf das Gelände beobachtete.
Harry hatte sein Gespräch mit McGonagall vor Ginny und betrat entsprechend aufgeregt das Büro der stellvertretenden Schulleiterin. Ron und Hermine's Gespräche hätten unterschiedlicher nicht laufen können. War die eine Feuer und Flamme über das geführte Gespräch, hätte der andere nicht noch mürrischer sein können und von dem unverständlichen Brummen konnte Harry auch absolut nichts ableiten – außer dass es alles andere als so ablief wie sein bester Freund es sich gewünscht hätte.
„Setzen sie sich, Potter," sagte McGonagall streng als er hinein schritt und die Tür hinter sich schloss. Nachdem sie einander gegenüber saßen, passierte eine ganze Weile lang nichts. Die Professorin musterte lediglich sehr intensiv das Pergament, auf dem er seine Noten vermutete und warf zwischen drin immer mal wieder einen sehr kritischen Blick auf ihren Schüler.
„Nun denn," fuhr sie schließlich nach einer Ewigkeit fort. „Ich muss sagen, ihre Noten sind – unerwartet."
Unerwartet?! Harry verzog das Gesicht. Was sollte denn das bedeuteten? War das nun gut oder schlecht? Offenbar wusste McGonagall dies selber nicht, denn sie wirkte als ob sie sich nicht entscheiden könnte zwischen enttäuscht sein und rügen zu wollen und überrascht sein und zu loben.
„Sie haben ein Ohnegleichen in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Professor Lupin war sehr zufrieden. Allerdings haben sie sich in Kräuterkunde verschlechtert. Es hat nur zu einem Annehmbar gereicht. Dasselbe gilt für Zauberkunst. Annehmbar.
Hätten sie dies nicht in Verwandlung und Zaubertränke wieder ausgeglichen, hätte ich ihnen jetzt mitteilen müssen, dass sie damit niemals Auror werden können.
Zu ihrem Glück ist ein Ohnegleichen in Verwandlung und Zaubertränke erstaunlich."
Harry blinzelte ungläubig. Er hatte ein Ohnegleichen in Zaubertränke? Wie war ihm denn das gelungen?! Ach stimmt ja! Jilli hatte ihm dabei geholfen und mit Brian zusammen hatten sie ihm bei den Vorbereitungen für Verwandlung geholfen. Dass dies jedoch so viel ausmachte, hätte er nicht gedacht.
„Es kann jedoch schwer werden einen Ausbilder zu finden. Nicht jeder empfindet eine solch kuriose Notenverteilung als gut. Heißt aber auch nicht, dass es jeder als schlecht empfindet. Sie sollten sich in den nächsten Wochen mit einem Auror ihrer Wahl auseinandersetzen und sich bewerben. Je eher desto besser für sie. Sollten sie abgelehnt werden, könnten sie sich noch an einen anderen Auror wenden.
Ich gebe ihnen eine Liste der Auroren mit, die für eine Ausbildung ab Juli zur Verfügung stehen. Ihre Bewerbung sollte schriftlich erfolgen. Im anschließendem Gespräch wird dann geklärt werden ob und wann sie in das Programm aufgenommen werden.
Ich rate ihnen jedoch sich nicht auf ihre Leistungen auszuruhen. Sollten sie in Zauberkunst und Kräuterkunde noch mehr schwächeln, kann es ihnen selbst bei einer vorzeitigen Zusage passieren, dass ihr Ausbilder sie doch wieder ablehnt. Das ist schon so manch einem arroganten Hitzkopf passiert, der sich zu sicher fühlte."
„Verstanden," sagte Harry, blinzelte jedoch irritiert. Er hatte keine Sekunde daran gedacht sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, war aber wenn er ehrlich war auch noch viel zu überrascht davon in Zaubertränke tatsächlich die Bestnote erreicht zu haben.
„Schön schön, Potter. In dem Fall ist das Gespräch damit beendet. Sollten sie noch Fragen haben, kommen sie auf mich zu."
„Okay, Professor."
Er war gerade aufgestanden, da fiel ihm ein, dass er auch gut McGonagall hätte nach Luna fragen können, wenn er schon hier war.
„Professor?"
„Ja, Potter," murmelte sie relativ desinteressiert und hatte auch schon begonnen die Noten des nächsten Schülers durchzugehen.
„Ich habe Luna Lovegood noch nicht gesehen. Wissen sie zufällig, warum sie noch nicht zurück in der Schule ist?"
Die Reaktion der Professorin war klar und deutlich. Sie fror mitten in der Bewegung ein. Es war also tatsächlich etwas passiert.
„Ich kann ihnen keine Auskunft darüber geben," sagte sie jedoch so streng und gleichgültig wie möglich ohne ihn angesehen zu haben. „Schönen Abend, Potter."
„Schönen Abend, Professor."
Harry verließ das Büro und gesellte sich im Flur zu Ginny, welche auf ihn gewartet hatte.
„Wie war's?" fragte sie sanft und beide schritten lediglich um die Ecke, wo sie sich an einem ruhigen Fleck hinsetzen konnten. Da Ginny's Termin direkt nach Seamus Finnigan war, welcher nach Harry in das Büro schritt, machte es kein Sinn noch weiter weg zu gehen.
„Okay," antwortete Harry wahrheitsgemäß. „Ich hab versucht McGonagall auf Luna anzusprechen. Sie wollte mir aber nichts sagen. Ich glaub, es ist definitiv etwas passiert. McGonagall ist förmlich eingefroren als ich sie nach Luna fragte."
Ginny biss sich auf die Lippen und er konnte sehen, wie sehr sie das aufregte und ihr Sorgen bereitete.
„Tut mir leid," murmelte er bedrückt. Ginny sah ihn überrascht an.
„Was tut dir denn leid?" fragte sie mit pessimistischer Miene. „Hast du Luna und ihren Vater etwa entführt?"
Harry lächelte leicht.
„Siehst du," sagte Ginny bestimmend. „Dir muss nichts leid tun."
„Aber du bist besorgt."
Sie schüttelte traurig den Kopf und atmete einmal tief durch.
„Ich bin schon seit Monaten ständig besorgt," sagte sie leise und wirkte plötzlich schwach und klein. Ein Bild, dass ihm förmlich das Herz zerriss. Nach Dumbledore's Beerdigung hatte er beschlossen nicht nach Hogwarts zurückzukehren, um seine Freunde, vor allen Dingen aber Ginny, zu schützen. Nun war er wieder in Hogwarts und ihn ließ das Gefühl nicht los dass es seine Schuld war, dass ihnen diese schrecklichen Dinge passierten.
„Du, meine Familie, jetzt auch noch Luna. Ich mach mir immer Sorgen, wenn ich nicht bei euch bin und nichts von euch höre."
„Ginny -"
„Das soll kein Vorwurf sein, Harry," sagte sie noch bevor er sich rechtfertigen konnte oder etwas anderes sagte, was er nicht hätte aussprechen sollen. „Ich bin eigentlich sogar dankbar, dass ich mir nur Sorgen mache. Ihr seid alle noch wohlauf und euch ist nichts passiert. Es ist nur... Du bist so oft weg in der letzten Zeit und ich weiß -" fuhr sie direkt fort, da Harry bereits angesetzt hatte sie zu unterbrechen. „Dass es sein muss. Ich weiß, dass du das tun musst, weil du eben... weil du es eben tun musst, damit jeder andere, der mir ebenfalls etwas bedeutet, wohlauf sein kann. Ich mein nur... es darf dir nicht leid tun, okay? Denn... du bist mein Fels."
Ginny hatte seine Hand mit ihrer ergriffen und ihre Finger zwischen seine geschlungen. Ihr Lächeln war so bildschön, dass er für einen Moment alles um sich herum vergaß und nur in ihre hübschen Augen blickte.
„Und mein Fels darf es nicht leid tun, dass er alles tut damit es allen anderen gut geht. Okay?"
„Okay," sagte Harry fest und schmunzelte.
Nach Ginny's Gespräch mit Professor McGonagall, welches sichtlich sehr gut verlaufen sein musste, denn sie war genauso begeistert wie Hermine nach deren Gespräch, suchten sie gemeinsam Remus in seinem Büro auf. Leider war er nur nicht da und auch Tonks war nicht im Zimmer. Harry holte die Karte heraus und ein Blick verriet ihm -
„White ist zurück! Sie sind alle da! Remus, Tonks, Sirius! Komm mit!"
Harry zog Ginny mit sich die Korridore entlang zum Wasserspeier, brabbelte schnell das Passwort, dass ihn jederzeit Zugang zum Büro der Direktorin gab und sprang mit ihr die Stufen hoch. Er war gerade drauf und dran hinein zu stürmen, da stoppte er noch bevor seine Hand den Türknauf berührte.
„Was ist?" flüsterte sie verwirrt.
„Was soll ich sagen, wenn sie fragt, woher ich wusste, dass sie da sind?" flüsterte er zurück. „Ich glaub nicht, dass White von der Karte weiß. Oder zumindest nicht, dass ich sie habe."
„Dann sag ihr nichts von der Karte."
„Wie erkläre ich dann, dass ich ausgerechnet jetzt hier her komme?"
„Dir war eben danach?!"
„Hä?"
„Sie hat dir doch ohnehin Eintritt zu jederzeit gegeben?"
„Auch wieder wahr."
Beide zuckten erschrocken zusammen als vor ihnen die Tür aufging und Sirius zwischen Tür und Angel erschien. Sein Blick hätte vergnügter nicht sein können und zeigte eindeutig, dass man sie drinnen gehört hatte.
„Wollt ihr euch nicht zu uns gesellen?" schlug Sirius vor und schwang die Hand willkommend hinein. Ginny und Harry liefen peinlich berührt rot an, traten jedoch vorsichtig in das Büro hinein.
„Hi, Sirius," sagte Ginny leise.
„Ginny," sagte sein Patenonkel sanft, schob beide aber wenn auch etwas humpelnd mit sich zu den anderen und Harry sah eindeutig den amüsierten Ausdruck in seinem Gesicht als er White ansah. Er zuckte so vielsagend mit den Augenbrauen, Harry war sich sicher, sein Pate verhöhnte White auf seine eigene Weise. Ihr Augenrollen sprach Bände.
„Stell ruhig die Frage, An."
Sirius schraubte sein Grinsen selbst dann nicht ab als White's Augen sich giftig verengten. Sie schüttelte den Kopf und wandte sich mit ernstem Blick an Harry.
„Ich kann mir vorstellen, weswegen du hier her geeilt bist. Ich befürchte jedoch, dass ich nichts tun kann -"
„Geht es um Luna Lovegood?" fiel ihr Harry ohne Umschweife ins Wort. „Was ist mit ihr passiert? Lebt sie noch? Sie ist nicht in die Schule zurückgekehrt. Und ihr Vater? Keiner hat etwas von ihnen gehört?"
„Ha!" sagte Sirius triumphierend, räusperte sich dann aber sofort als Harry und Ginny ihn überrascht ansahen und schüttelte abwinkend die Hand. „Sorry."
„Luna Lovegood -" fuhr White schließlich bedacht fort. „Ist verschwunden. Gleiches gilt für ihren Vater."
„Was heißt verschwunden?!" fiel Harry ihr erneut ins Wort. „War es Voldemort?!"
„Harry!" sagte Remus mahnend. „Hör Professor White bitte vollständig an."
„Professor White?!" sagte Sirius amüsiert. „Ehrlich?! Du auch, Remus?!"
Der Zauberer zuckte lediglich mit den Schultern während Tonks kicherte.
„Verschwunden -" fuhr White erneut fort und hatte sich ein weiteres Mal mit sehr ernstem Blick an Harry gewandt. „Heißt, keiner weiß wo sie sich befinden und man kann sie mit keinem Zauber aufspüren. Es kann mehrere Gründe dafür geben und Voldemort ist nur eine Möglichkeit von vielen."
„Aber wieso ist sie verschwunden?! Wie kann man einfach so verschwinden?! Hatten Sie keine Wachen, die auf sie aufpassten?!" griff er sie wütend an.
„Harry," mahnte Remus, aber diesmal wurde er einfach überhört.
„Luna war dabei als wir im Ministerium gegen Todesser gekämpft haben! Voldemort wusste, dass sie meine Freundin ist. Warum haben Sie nicht auf sie aufgepasst?!"
„Harry!" Auch Tonks versuchte ihn zur Vernunft aufzurufen doch sie wurde gleichfalls ignoriert.
„Was tun Sie nun?! Was tun wir nun? Was kann ich tun, um zu helfen? Sie haben doch einen Plan? Sie überlassen sie Voldemort nicht einfach so? Sie holen sie da raus, nicht wahr?! Sie können sie nicht bei ihm lassen!"
Auf einmal lag eine unangenehme und intensive Stille in der Luft, mit der Harry so gar nicht gerechnet hatte. Er wurde vorher so oft unterbrochen, er hatte erwartet dass White ihn diesmal unterbrach oder zumindest etwas sagte, um sich zu verteidigen. Stattdessen blieb sie still und erst als es sicher war, dass er nicht weiter schreien würde, begann sie ruhig zu sprechen.
„Remus, Tonks. Ihr solltet euch für heute zurückziehen."
„Sicher?" fragte Remus skeptisch. White nickte.
„Tonks braucht Ruhe," sagte sie bestimmend.
Nachdem die beiden das Büro verlassen hatten, deutete White Harry und Ginny an sich auf die freien Stühle neben Sirius zu setzen.
„Tonk's Schwangerschaft verläuft etwas holprig. Was sie braucht ist Ruhe und das hier ist ganz offensichtlich alles andere als Ruhe," begann sie mit dem Anflug eines Schmunzelns. Harry wurde augenblicklich rot. Er war zwar noch aufgebracht und wütend, gleichzeitig fühlte er sich aber auch schlecht, weil er sich nun auch noch Sorgen um Tonks machte. Er wusste gar nichts davon, dass es ihr und dem ungeborenen Baby nicht gut ging.
„Was bedeutet holprig genau?" fragte Ginny besorgt und klang auch wesentlich höflicher als Harry vorher.
„Bedeutet, Tonks sollte aufhören sich mitten ins Geschehen zu stürzen, besonders wenn Todesser involviert sind," antwortete Sirius.
„Aber ihr geht es doch noch gut, oder?" fragte Ginny an die Schulleiterin gewandt. White nickte.
„Im Moment geht es ihr gut," sagte sie beruhigend, dann wandte sie sich Harry zu.
„Was Luna Lovegood betrifft – Ich wusste, dass ihr befreundet seid und obwohl ich nicht jeden einfach überwachen oder unter Schutz stellen kann, mit dem dich etwas verbindet, habe ich ein Mitglied des Orden des Phönix gebeten sie und ihren Vater im Auge zu behalten.
Es sind nicht nur Miss Lovegood und ihr Vater verschwunden. Das Mitglied des Orden ist ebenfalls unauffindbar. Es kann bedeuteten, dass sie gefangen wurden. Es kann aber auch bedeuten, dass sie sich auf der Flucht befinden und untergetaucht sind. In beiden Fällen können wir nichts tun als abwarten."
„Wieso das?" fragte Harry finster. „Wieso suchen Sie nicht nach ihnen?"
„Es gibt keine Spur, der wir folgen könnten," antwortete White geduldig. War nämlich die Haltung des jungen Zauberers eindeutig feindselig und verärgert, so blieb die Professorin dennoch mild und gelassen. Trotz dessen, dass ihre absonderliche Ruhe ihn aufregte, gab es ihm in diesem Moment auch einen gewissen Halt. Es hieß zugleich auch, dass sie den Kopf behielt und der ganzen chaotischen Situation gewachsen war.
„Wir haben keine andere Wahl als abzuwarten. Wenn es ihnen gelungen ist unterzutauchen, werden sie zur gegebener Zeit einen Weg finden Kontakt mit uns aufzunehmen. Jeglicher weiterer Versuch von unserer Seite sie aufzuspüren würde ihnen mehr Schaden als helfen. Mitglieder des Orden haben gewöhnlicherweise mehrere Wege Kontakt untereinander aufzunehmen."
„Und wenn sie nicht untergetaucht sind? Was, wenn Voldemort sie hat?"
„In dem Fall," fuhr White genauso bedacht fort. „Ist es sehr wahrscheinlich, dass er sie nur aus dem Grund entführt hat, um an dich ran zu kommen. In beiden Fällen, bitte ich dich, dich zu verschließen."
Harry runzelte die Stirn. Wieso zum Henker sollte er nun das ausgerechnet jetzt tun?
„Hat Voldemort sie tatsächlich entführt, so wird er dich zu sich locken wollen. Wie ich weiß, hat er es schon einmal geschafft in deine Gedanken einzudringen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er dies erneut versucht. Hat er sie nicht in seinen Händen, weil sie es geschafft haben unterzutauchen, so wird er es womöglich dennoch tun. Hoffend, dass du naiv genug bist das zu glauben, was er dir zeigt.
In dem du dich vor dem Eindringen verschließt, verhinderst du jegliche Kontaktaufnahme von ihm direkt mit dir. Hat er sie nicht in seinen Händen, macht es nichts. Es wird nichts passieren. Hat er sie gefangen, wird er sich an mich wenden, wenn er merkt, dass er an dich nicht ran kommt.
Der einzige Weg deiner Freundin und ihrem Vater zu helfen ist, wenn du dich verschließt. Nur so ermöglichst du uns die Chance, sie zu retten."
Harry nickte, wenn auch sehr zögerlich. Ihre Worte klangen logisch und nachvollziehbar, dennoch mochte er es nicht nur abzuwarten und nichts zu tun. Oder sich nur zu verschließen, womit er immer noch seine Probleme hatte.
„Ich weiß, dass es dir schwer fällt," sagte White leise. „Deswegen ist Sirius auch hier. Es sollte deine Gefühle ein wenig beruhigen und dich selbst stärken, wenn du weißt, dass er ganz in deiner Nähe ist."
Ursprünglich wollte er sich darüber aufregen, weil sie erneut das aussprach, was in seinen Gedanken vor sich ging, doch der Gedanke Sirius die ganze Zeit über in Hogwarts bei sich zu haben hatte den Ausbruch sofort aufgehalten.
„Okay," sagte Harry besänftigt. „Und Jilli?"
„Ihr geht es gut," kam es von Sirius statt von White. „Sie kann aber nicht weg wo sie gerade ist."
Harry nickte verstehend, Zweifel blieben dennoch bestehen. Er wandte sich erneut an White.
„Wenn sie etwas herausfinden und -" Und was? Er wusste nicht, wie er es sagen sollte, damit es auch richtig klang. „Ich will helfen," endete er schließlich. „Ich kann nicht einfach nur tatenlos da sitzen und nichts tun."
White zögerte einen Moment, dann nickte sie zustimmend.
„Einverstanden," sagte sie sanft und Harry sah erleichtert auf. „Wenn wir etwas hören und gehandelt werden muss, so kannst du mitkommen."
Wenigstens behandelte sie ihn nicht wie ein Kind, sondern nahm ihn ernst und schloss ihn nicht aus. Das hatte er die letzten Jahre zu genüge erlebt und hatte es auch dementsprechend satt.
In der Tat fiel es Harry leichter an nichts zu denken und sich zu verschließen, nachdem er wusste, dass Sirius ganz in seiner Nähe war und es Jilli gut ging. Durch die Karte der Rumtreiber konnte er nämlich durchaus mitverfolgen, wo sich sein Patenonkel so aufhielt. Das war an dem Abend hauptsächlich Remus Büro oder White's Büro und Harry fand irgendwann endlich tiefen Schlaf, trotz der Sorgen um die Freundin.
„Du kannst protestieren solange du willst," sagte Kaylar Steward. Sie, Jilli, Brian, Bill und Charlie wanderten gemeinsam durch einen Wald. Es war dunkel, kalt und schneite nach wie vor.
„Ich protestiere doch gar nicht!" sagte Jilli entrüstet. Brian lachte bellend.
„Sich aufregen, durchkauen und gegen eine Entscheidung reden, eingeschnappt sein, Trübsal blasen – Nenn es wie du willst. Am Ende ist es protestieren," sagte er amüsiert.
„Anna will doch nur sichergehen, dass es dir gut geht," warf Charlie vorsichtig ein und wünschte sich sofort, das nicht getan zu haben. Jilli schmollte beleidigt und starrte mürrisch zur Seite.
„Ich brauche kein Beschützer," murmelte sie fast unhörbar für die meisten. Die meisten, außer Charlie.
„Okay, müssten wir nicht langsam da sein?!" sagte Bill ungeduldig und beschleunigte seine Schritte.
„Da ist aber jemand ungeduldig?!" grinste Brian mit Blick auf Steward. „Hast nicht Lust uns ein wenig zu helfen, damit mein bester Freund zurück zu Frauchen kann?!"
„Nein," entgegen Steward ohne auch nur eine Miene verzogen zu haben. „Ich bin nur hier -"
„Schon klar, schon klar," unterbrach er sie vergnügt. „Als ob das einer von uns noch nicht begriffen hätte, so oft wie es schon ausgesprochen wurde. Nur hier um ein Auge auf Jilli zu haben."
Jilli schnaubte und ließ sich schließlich absichtlich nach hinten fallen, um nicht mit der Gruppe mitzulaufen. Charlie war gleichfalls langsamer gelaufen, um eher auf ihrer Höhe mitzugehen.
„Anna meint es doch wirklich nur gut," versuchte er es erneut vorsichtig und sah Jilli auch sehr umsichtig und scheu an, offenbar hoffend, dass eine solche Miene sie besänftigte statt noch weiter aufzuregen.
„Und Kaylar Steward ist nicht die schlechteste Aufpasserin? Hättest es mit nem Auror schlechter treffen können. Sie dagegen ist wortkarg und so gut wie unsichtbar, wenn du mich fragst," setzte er mit einem scheuen Grinsen hinzu und bewirkte wie gewünscht auch ein zartes Lächeln auf ihren Lippen. Jilli schüttelte traurig den Kopf.
„Es liegt nicht an Kaylar," sagte sie schließlich. Charlie nickte, denn er hatte das auch so verstanden.
„Es liegt an Anna," sprach er leise seine Vermutung aus und nun nickte Jilli. Die beiden hatten sich mittlerweile etwas weiter von der Gruppe wegfallen lassen und es schien die anderen auch nicht zu kümmern, dass sie nicht bei ihnen waren.
„Du hättest lieber noch etwas Zeit mit ihr verbracht, stimmts?"
Jilli nickte erneut, war nun jedoch entschieden weniger eingeschnappt. Die beiden kannten sich nun schon so lange. Anna hatte Charlie und die Zwillinge ab und zu zu sich genommen als sie noch klein waren, damit Arthur und Molly Weasley weniger gestresst waren mit so vielen Kindern. Es war aber auch oft dieselbe Zeit, wo auch Jilli sich bei ihr aufhielt. Charlie war nicht viel älter als sie und so war es fast natürlich, dass die beiden Freunde wurden. Nachdem Jilli's Eltern starben und sie zu Yuno weg zog, hatten sie sich noch ab und zu getroffen. Als sie später dann nach Frankreich zog, behielten sie Eulenkontakt miteinander und sie fand in dem Zauberer über die Jahre hindurch stets eine Person mit einem offenen Ohr für ihre Sorgen. Er verstand sie und heute war es keine Ausnahme.
„Wir hatten eine Aussprache," sagte sie gefühlvoll. „Eine wirklich sehr schöne Aussprache. Sie sagte, sie wolle mir helfen. Mich trainieren. So wie früher, weißt du. Ich hatte mich darauf gefreut und dann... haut sie erneut einfach so ab. Ohne mich trainiert zu haben.
Ich mein, zu sagen – Tu dies und das und jenes – Das ist nicht helfen! Und bestimmt nicht trainieren. Es ist nicht das, was sie vor 16 Jahren gemacht hat..."
Jilli blickte bedrückt zu Boden.
„Ich vermisse die Anna von vor 16 Jahren weißt du... Ich dachte, ich würde sie wieder bekommen... Stattdessen ist sie ein Tag später wieder abgehauen. Und nun hab ich das Gefühl als ob sie mich nur deswegen auf diesen Auftrag geschickt hat, weil sie mich so weit wie möglich von sich fern halten will."
Charlie hatte sie verständnisvoll angesehen und Jilli fühlte sich direkt besser. Zumindest er verstand sie und verurteilte sie nicht für diese unpassenden Gefühle, die normalerweise wohl nur ein kleines, verwöhntes Kind hätte, das sich darüber aufregte nicht das zu bekommen, was es unbedingt wollte. Sie wusste doch, dass Anna nicht nur ihre Patentante sein konnte, wo sie den Orden des Phönix leitete, gegen Voldemort stand und sie vor ihm beschützte, sich um Harry kümmerte, um Hogwarts, um Brian... und dennoch wollte sie nichts anderes als dass Anna ihre Patentante war...
Charlie und Jilli wollten gerade wieder zu den anderen aufholen, da hörten sie Bill's Stimme. Panisch rief er sie zur Vorsicht auf, doch es war zu spät. Überall um sie herum tauchten mit einem Mal Todesser auf. Jeder hatte den Zauberstab gezogen, doch die Flüche schossen nur so über ihre Köpfe hinweg, keiner konnte sehen welcher Fluch von wem kam und suchte sich Deckung hinter Bäumen. Alles versank im Chaos, war komplett durcheinander und egal wo Jilli hinsah, sie sah nichts als Todesser an Todesser. Die kleine Gruppe wurde förmlich überrannt. Charlie war eigentlich neben ihr gewesen, doch ein Fluch riss ihn zur Seite und von ihr weg. Sie wusste nicht, wie ihr geschah da wurde die Gegend blendend grell.
Harry schlug seine Augen auf und keuchte kurzatmig mit starrem Blick an die Decke. Es war noch immer Nacht, draußen war es dunkel und jeder der anderen Jungs im Zimmer schnarchte heiter tief und fest um ihn herum. Harry drückte sich auf und versuchte sich wieder zu fangen.
Es musste gerade passieren... Es waren nicht mehr Jilli's Gedanken, die er mitkriegte. Es war das, was sie gerade erlebte... gerade? Oder erst vor kurzem? Es konnte noch nicht solange her sein.
Was er nicht verstand, war das helle Licht. War sie in Ordnung? Konnte seine Schwester überhaupt in Ordnung sein, wenn um sie herum lauter Todesser apparierten? Wohl kaum.
Harry schluckte hart. Er sprang aus dem Bett, zog sich schnell seine Klamotten an und rannte durch das Porträtloch raus aus dem Gemeinschaftsraum. („Hörst du unverschämter Schlafallergiker endlich mal auf mich immer zu dieser unmenschlichen Zeit zu wecken?" donnerte die Fette Dame erbost.)
Er hatte in der Eile ganz vergessen zu schauen wo sich Sirius befand, entschloss sich dann aber einfach in das Büro von White zu stürzen, um ihn aufzusuchen. Er sagte das Passwort und stürmte ins Büro hinein.
„Sirius?!" rief er panisch.
„Harry?!"
Der Zauberer war kaum eine Sekunde danach auf dem oberen Stockwerk aufgetaucht und sah ihn verwundert an.
„Was tust du denn um diese Uhrzeit hier?"
Es war nicht schwer zu erkennen, wie aufgebracht der Gryffindor war und so führte Sirius ihn mit sich zur Seite und drückte ihn auf eines der Stühle hinab.
„Du zitterst ja? Was ist passiert?!"
Harry erzählte ihm alles was er im Traum gesehen hatte und wollte gerade seine Vermutung äußern, dass dies mit dem Band zwischen ihm und seiner Schwester zusammenhängen könnte und es tatsächlich geschehen war, da hatte sich das Gesicht seines Gegenübers bereits entsetzt geändert. Sirius runzelte finster die Stirn. Harry, der erst jetzt bemerkte, dass White sich nirgendwo im Büro befand, sah seinen Patenonkel schließlich ernst an. Das konnte nur eines bedeuten.
„Es ist wirklich passiert, nicht wahr?! Gerade erst?"
Sirius nickte ernst.
„Steward kam vor kurzem, um Anna zu holen."
„Sind sie okay?"
„Das weiß ich leider nicht. Sie sind erst vor wenigen Minuten aufgebrochen."
„Was hat Steward gesagt?" drängte Harry weiter. Sirius gab sein Bestes, um angemessen zu reagieren, aber er war noch immer schwach und brauchte daher auch mehr Zeit, was nicht unbedingt half, denn Harry war ungeduldiger denn je. Erst recht da es hier um seine Schwester ging und jeder von ihnen ihm vorher versichert hatte, dass es ihr gut ging.
„Nicht viel. Nur dass sie angegriffen worden sind und sie Jilli aus den Augen verloren hat.."
Toll, dachte Harry grimmig. Das hatte er doch schon aus dem Alptraum geschlossen.
„Anna schickt bestimmt gleich eine Antwort, dann wissen wir mehr."
Harry nickte und obwohl er im Büro nicht alleine saß, so fühlte sich jede Sekunde an wie eine Ewigkeit, in der nichts passierte.
„Was war das für ein Auftrag eigentlich?!" fragte er nach einer Weile. Er hätte nicht noch länger da sitzen und die Leere anstarren können. Sirius verzog kurz eine Grimasse.
„Es ging eigentlich nur um Jilli und die dunkle Magie in ihr. Anna meinte, dass dieser Auftrag ihr bei der Ausstoßung helfen würde. Der Auftrag selber war glaub ich eher nebensächlich und eigentlich ungefährlich.
Sie sollten in Iargrove mit einer Dhschoara Kontakt aufnehmen."
„Dsch – was?"
„Dhschoara," wiederholte Sirius mit einem milden Lächeln. „Zauberer und Hexen mit der besonderen Eigenschaft zu heilen und das ganz ohne Zauberstab, Zaubertrank oder Kräuter. Wir haben immer mehr Verletzte und Stradford kann das alleine nicht mehr stemmen.
Anna wollte Kontakt zu einer Dhschoara aufnehmen, die vor 16 Jahren wohl schon mal kurz davor stand dem Orden des Phönix beizutreten. Kam nur leider nicht mehr dazu.
Als es wieder los ging hat Dumbledore gleichfalls versucht wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen, aber die Dhschoara war wie vom Erdboden verschluckt. Sie hat sich erst vor kurzem gemeldet und wir hoffen nun, dass wir sie als Mitglied gewinnen können. Wäre eine echte Bereicherung. Sie kann Verletzungen sehr schnell und wesentlich schmerzfreier heilen."
Harry nickte nachdenklich. Er wollte gerade fragen, ob sie auch Hexen heilen konnte, die todkrank waren so wie White, da unterbrach ihn ein helles Licht, dass auf einmal im Raum erschienen war. Sirius stand auf und nahm den Patronus in Form eines großen Hundes in Empfang. Harry wartete gespannt und ungeduldig bis der Patronus wieder kehrt machte und verschwand. Sein Patenonkel wandte sich ihm mit bedrückter Miene zu und Harry spürte, wie ihm das Herz in die Knie sank.
„Was ist?"
„Jilli und Brian sind verschwunden. Wahrscheinlich von Todessern gefangen worden. Ich soll dich wecken und ins Büro bringen. Sie kommt zurück sobald sie kann."
Harry hatte das Gefühl als ob er jeden Moment erstickte. Jilli war verschwunden und wahrscheinlich von Todessern gefangen worden. Ihr Gespräch damals... Sie war ein Ponester. Wenn Voldemort das herausfand, würde er sie benutzen, um sein Black Heart zu erschaffen. Sie war in Gefahr...
Er spürte ein Windzug und sah plötzlich White und Steward im Büro stehen. Die Direktorin sah Harry überrascht an, wandte sich dann aber an Sirius.
„Harry kam zu mir," erklärte er den Umstand, dass der Schüler bereits hier war, obgleich die Nachricht noch keine Minute alt war. „Er hatte es bereits im Traum gesehen."
„Das Band," sagte White finster.
„Professor White! Jilli ist in Gefahr!" stürmte Harry sofort auf die Hexe ein. Geduld gehörte nach wie vor nicht zu seinen Stärken. „Sie hat mir erzählt -"
„Ich weiß," sagte sie jedoch laut. Harry verstummte und sah sie verständnislos an. „Ich weiß sehr wohl in welcher Gefahr sie schwebt. Deswegen bin ich hier. Wir müssen sie in Sicherheit bringen, bevor Voldemort bemerkt, wen er da gefangen hat. Du sagtest, du willst mitkämpfen, weil du helfen kannst? Hier ist deine Chance zu zeigen, was du drauf hast."
