Nächstes =)
Review:
Mannequin: Huhu =)
Urlaub kann immer länger gehen =) Aber, Vorfreude auf den nächsten Urlaub ist ja auch nicht schlecht XD Wann steht denn der nächste Urlaub bei dir an? Ah, aber sag mal, du musst dich schätz ich nach den Schulferien richtigen? A la, immer wenn Ferien, dann kannst auch du Urlaub machen? In dem Fall wäre Ende Februar Faschingsferien, oder? Hat auch was gutes, denn Ferien sind ja relativ viel. Ein Grund, weswegen ich überlegt hatte Lehramt Mathe zu machen XD
Wieso heult man rum, wenn man mit Schnee nichts anfangen kann? Öö Ich versteh Kinder manchmal nicht. Ich bin froh, wenn das alles vorbei ist. Gestern Abend gab es Glatteisgefahr und ich hatte echt Glück. Bin mit dem Auto geschlittert und wäre da an der Seite ein Auto geparkt, was normalerweise fast immer der Fall war, ich wäre direkt hinein geknallt. Glücklicherweise stand da gestern Abend kein Auto. Wäre da ein Auto gestanden, das wäre ein Grund gewesen zu heulen X.x
Wahrscheinlich nicht, heißt aber gleichzeitig auch, dass Sirius weiterhin sein Spaß damit hat Professor White aufzuziehen XD Ich glaub, da Sirius 12 Jahre in Askaban saß und Anna 15 Jahre tot war, fehlte beiden die Zeit, um richtig erwachsen zu werden. Wieder etwas, dass sie gemeinsam haben.
Luna mag ich auch sehr gerne =) Mochte die Schauspielerin ebenso. Stimmt schon. Sie hat eigentlich niemanden etwas getan obwohl sie immer von anderen gehänselt wurde. Erinnere mich daran, dass ihr am Ende der Fünften Klasse doch Sachen geklaut wurden und überall versteckt wurde. Hab grad nachgelesen, was nach Hogwarts aus ihr wurde. Ist ja süß, dass sie den Enkel von Newt Scamander heiratet XD Ich glaub, das belasse ich bei. Das ist niedlich =) Ich dachte, ich hätte irgendwo mal gehört, dass sie Neville heiratet, aber war offenbar nur ein Gerücht. Hab da auch grad gelesen, dass Tonks und Remus ursprünglich hätten überleben sollen ÖÖ Hat sie je gesagt, warum sie die beiden dann doch hat sterben lassen? Oder war es die typische: Es ist halt Krieg und muss extra traumatisch sein – Erklärung?
Was nun genau passiert ist mit Jilli und Brian, siehe dieses Kapitel. Einiges wird auch erst im nächsten Kapitel noch beantwortet werden, weil das doch etwas ist, was eher in Ruhe besprochen oder gesagt werden sollte.
Yap und Anna wusste das auch und daher – Wozu riskieren, dass er sich in Gefahr begibt, wenn sie das auch verhindern kann. Außerdem sieht sie auch sehr oft James in Harry, ähnlich wie Sirius. Nur geht sie da rationaler und bedachter voran. Ist eben jünger als Dumbledore, der ja sehr oft gesagt hat, dass er vielleicht nur zu alt war, um die Jugend richtig einschätzen zu können. Apropos Dumbledore – Weil ich das auch gerade in den beantworteten Fragen von Rowling gelesen habe. Gellert Grindelwald wird ja in den Filmen auftauchen. In den Fragen sagte Rowling, dass Grindelwald Dumbledore's erste Liebe war. Glaubst du, das wird in den Filmen thematisiert werden? Macht mich jetzt schon irgendwie neugierig.
Hoi, thx fürs liebe Review. Das nächste Kapitel sollte keine Probleme darstellen, wo es an dieses hier anknüpft =) Liebe Grüßle
Chapter 27 – close bond
„Sicher, dass ich nicht mitkommen soll?" hakte Sirius noch mal nach. Er stand neben Anna und Steward während sie darauf warteten, dass Harry wieder zurück ins Büro kam. Sie schüttelte den Kopf, sah ihn jedoch entschieden an.
„Ich weiß, du kannst es gar nicht abwarten dich wieder ins Geschehen zu stürzen, aber sei versichert -" Sie hatte sich zu ihm gebeugt und war so nah an ihm dran, dass sich ihre Lippen einander nur um einen winzigen Spalt trennten. Er sah ihr tief in die Augen und blitzte sie spitz an, denn so nah die beiden sich gerade gegenüber standen, hörte man in der Stille gar das atmen des anderen. „Wenn du nicht auf mich hörst, werde ich dich so lange einsperren, bis du wieder gesund bist und solange es nötig ist und werde auch dafür sorgen, dass du garantiert nicht einfach raus spazieren kannst."
Sirius zuckte mit spöttischem Blick die Augenbraue in die Höhe und grinste breit.
„Das ist deine grausamste Anmache, das ist dir schon klar?!" witzelte er herausfordernd. Anna lachte und war gerade dabei ihre Hand um seine Wangen zu schlingen und den winzigen Spalt zwischen ihren Lippen zu überwinden, da -
„Harry kommt," warf Steward hinter und beide erstarrten ohne sich geküsst zu haben. Die Phowlyris selber hatte beiden bis dahin demonstrativ den Rücken zugewandt, die Tür angestarrt und sich offensichtlich dazu gezwungen für ihre Worte taub zu sein.
„Ich bring sie alle wieder zurück," flüsterte sie ihm sanft zu. „Versprochen."
„Dann bin ich beruhigt," flüsterte er zurück und beide traten wieder auseinander als Harry in das Büro gerannt kam – Zusammen mit Hermine und Ron.
„Sirius!" rief Hermine und strahlte ihn wie auch Ron an. Sirius lächelte beiden zu, dann wandte er sich erneut an White.
„Die beiden hätte ich auch gern wieder zurück," warf er ihr amüsiert zu. White grinste, dann wandte sie sich an Hermine und Ron.
„Harry hat euch in alles eingeweiht?"
„Ja, Professor," antwortete Hermine und Ron nickte eifrig. White drehte sich schließlich zu Steward.
„Wir können. Bring uns rüber."
So aufgeregt wie Harry auch war, dass White ihn tatsächlich mit auf die Rettung genommen hatte, die Anspannung und der Wille seine Schwester und den Freund so schnell es ging unbeschadet aus Voldemort's Fängen wieder rauszuholen war erheblich größer. Sie kamen auf dem Waldstück in Iargrove an, den er in seinem Traum gesehen hatte, nur sah man der Gegend nun eindeutig die Kampfspuren an. Überall lagen Splitter und Holzstücke am Boden, der Schnee war von den Flüchen aufgewühlt und dreckig, Bäume wiesen dunkle Flecke von Feuerflüchen auf, abgefallene Äste, Brandflecke auf dem Waldboden... Jeder konnte sich ausmalen was hier für ein heftiger Kampf getobt haben musste.
Bill und Charlie Weasley, welche beide ziemliche Verletzungen am ganzen Körper aufwiesen, kamen der Gruppe entgegen, nickten White und Steward zu, zuckten jedoch beide zurück als sie Harry, Hermine und Ron sahen.
„Anna?" sagte Bill überrascht. „Was machen Hermine und Ron hier? Du hast gesagt, du willst Harry holen, aber Hermine und Ron?"
„Verstärkung," war die kurze Antwort der Hexe. Er wollte eigentlich fragen, ob Remus und Kingsley etwas passiert waren oder sie schwer verletzt von irgendwo nicht weg konnten, dass sie ausgerechnet zwei unerfahrene und halbe Kinder herbrachte, aber irgendwie hatte er zu viel Respekt vor der Direktorin und verkniff sich den Kommentar. „Bill, du kehrst wieder zurück. Lass dir von Stradford die Wunden heilen."
„Ich kann bleiben und helfen. Sieht schlimmer aus als es ist."
„Nein, kehr zurück," sagte sie fest.
„Sicher?" fragte Bill noch mal und hatte eindeutig zweifelnde Blicke in Richtung Hermine und Ron geworfen. Letzterer ließ es sich nicht nehmen erbost zu schmollen. White nickte.
„Ja, sicher. Pass auf dich auf."
Bill nickte.
„Ihr auch."
Nur ein Moment später disapparierte er und die Gruppe war um eine Person kleiner. White hatte Charlie und Steward darum gebeten die Gegend zu sichern, bevor sie sich an ihre drei jungen Schüler wandte.
„Folgendes: Jilli und Brian sind höchstwahrscheinlich in Gefangenschaft geraten. Sicher sind wir uns nicht. Wir konnten sie nicht finden, ich kann sie hier auch nicht spüren. Die Todesser sind weg und suchen nicht, was darauf hindeutet, dass sie haben, weswegen sie hier waren. Kann aber auch bedeuten, dass sie nichts gefunden haben und deswegen wieder abgehauen sind. Es ist gefährlich sich hier aufzuhalten, erst recht, für eine so große Gruppe, wie es Todesser tendieren herumzulaufen. Ich kann erst etwas tun, wenn ich weiß, wo sie sind. Harry?"
Er sah sie angespannt an.
„Das Band zwischen dir und Jilli ist im Moment sehr stark. Normalerweise ist das nicht gut, jetzt aber gerade ist es das, weil es die einzige Möglichkeit ist herauszufinden, wo sie stecken könnten. Du musst das Band nutzen, um mit ihr in Kontakt zu treten. Ich kann dann herausfinden, wo sie sich befinden."
„Wie mach ich das?" fragte er sofort. Es stand für ihn außer Frage, dieser Aufforderung nicht nachzukommen. Er musste nur wissen wie.
„Ich werde es dir gleich zeigen. Hermine, Ron?"
Seine beiden Freunde wirkten gleichfalls angespannt, gleichzeitig aber auch verunsichert und weit aus weniger entschlossen als Harry es war. Für sie war es schließlich das erste Mal, dass sie tatsächlich mit White ein Auftrag erledigten. Kannten sie die Hexe vorher doch nur zurückhaltend und unnahbar in der Schule.
„Wenn ich Harry nun zeige, wie er durch das Band zu Jilli Kontakt aufnimmt, sind wir beide verletzlich. Sollte etwas passieren, sich jemand nähern, brauche ich euch, um rechtzeitig zu reagieren. Das heißt – wecken. Verstanden? Einfach nur rütteln, zupfen, Laute machen, egal was."
„Verstanden," sagten beide. Harry fand ja, dass es ein wenig klang als ob sie vor einem Befehlshaber salutierten während es gleichzeitig eher aussah als ob die beiden am liebsten das Weite gesucht hätten.
„Gut, dann fangen wir an."
White nickte ihnen zu und seine Ron und Hermine verließen die beiden, so dass Harry sie aus den Augen verlor, dann wandte Professor White sich ihm zu und sah ihn ernst an.
„Ich glaube nicht, dass Jilli weiß, was du siehst und was nicht, weswegen sie es auch nicht bestimmen kann, was du siehst. Dass du jedoch das mitbekommst, was sie gerade sieht und denkt und nicht von ihren Augen aus, sondern als Außenstehender bedeutet, dass das Band zwischen euch bereits viel zu stark ist.
Jilli kann es nicht kontrollieren, du aber schon. Durch Legilimentik."
„Ich – Ich hab das noch nie gemacht, Professor," sagte er ehrlich, gleichzeitig fühlte er sich aber auch schlecht, gerade weil er das zugeben musste. Es ging in den letzten Jahren immer nur um Okklumentik und er hatte sich nie die Mühe gemacht, das andere zu lernen.
„Gryffindor's Magie schafft das. Du hast sie bei Voldemort schon mal unabsichtlich eingesetzt."
Das hatte er schon fast vergessen. Dumbledore sagte ihm, dass es durch die Verbindung zwischen ihnen geschehen war, die durch die Narbe entstand, nicht aber, dass es Legilimentik oder Gryffindor's Magie war.
„Es wird dir nicht schwer fallen, wird aber einfacher, wenn du in ihrer Nähe bist. Wir vermuten, dass hier in der Nähe ein Versteck von Voldemort sein muss und diese unsere Leute mehr zufällig als absichtlich erwischt haben. Für sie muss es sich wie ein glücklicher Zufall angefühlt haben, als sie unsere Leute erspäht haben. So gern ich ihre Identität verbergen möchte, aber gerade Severus Snape weiß über viele Bescheid. Voldemort hat ihnen sicherlich direkt die Erlaubnis gegeben, Mitglieder entweder gefangen zu nehmen oder bei Sichtung sofort zu töten.
Es kann dauern bist du richtig in die Gedanken deiner Schwester eintrittst, aber du darfst die Geduld nicht verlieren. Konzentriere dich nur auf Jilli. Auf nichts und niemand anderes. Nicht auf Brian, nicht auf Sirius, nicht auf Ginny, nicht auf deine Freunde. Nur auf Jilli. Sie ist der Mittelpunkt deiner Gedanken."
White trat hinter ihm und Harry wollte ihr eigentlich folgen und sich ebenfalls umdrehen, aber White schüttelte den Kopf als Zeichen, dass er stehen bleiben solle.
„Sieh nicht mich an. Du kannst auf meine Stimme hören, es aber auch ignorieren. Was du für angenehmer hältst. Du darfst dich von nichts und niemand anderem beeinflussen lassen. Jilli gehört deine ganze Aufmerksamkeit."
Jilli... Harry versuchte es wirklich, sagte ihren Namen immer wieder in Gedanken, sah seine Schwester vor seinem geistigen Auge und sperrte alles andere aus... Nichts passierte. Seine Augen starrten auf ein Stück Wald.
„Es passiert nichts," sagte er frustriert. White legte ihre Hand auf seine Schulter und Harry zuckte aus Versehen zusammen. Sie war schwer und kalt... gar unangenehm.
„Hab Geduld. Du beginnst gerade erst. Die Magie muss sich in dir erst sammeln. Noch mal – konzentriere dich auf Jilli. Nur auf Jilli."
Er wusste nicht wann, nur dass er sich irgendwann von dem Boden hypnotisiert fühlte und das Bild vor seinen Augen verschwamm.
Jilli wurde von einem Fluch getroffen und ging mit einem schmerzvollem Schrei zu Boden. Charlie hatte es entsetzt mitbekommen und versuchte verzweifelt sie zu schützen und ihr Deckung zu geben während sie versuchte sich wieder aufzurichten. Ein weiteres Mal apparierten neue Todesser auf dem Gelände und Charlie verlor sie komplett aus den Augen.
Jilli selber wandte einen Schutzzauber auf sich an, um die ankommenden Flüche abwehren zu können. Sie brauchte einen Moment, um die Situation zu verstehen und beurteilen zu können.
„Wir müssen gehen."
Steward war plötzlich neben ihr aufgetaucht und hatte sie am Arm gepackt. Jilli aber riss sich sofort wieder los, bevor Steward es schaffte mit ihr zu verschwinden.
„Nein!" rief sie entschlossen. Charlie und Bill waren beide eingekreist und gerade erst konnte sie Brian erspähen, der von einem Fluch zu Boden gegangen war. Ihre Freunde in dieser Gefahr zu sehen, brachte Panik in ihr hoch und sie war entschlossen keinen von ihnen hier im Stich zu lassen.
„Jilli," mahnte Steward streng. „Ich muss dich von hier wegbringen."
Steward hatte galant ohne auch nur zur Seite geblickt zu haben ihre Hand gehoben und ein dutzend Todesser, die sich ihnen genähert hatten, froren im nächsten Moment mit einem panischen Blick im Gesicht auf der Stelle fest.
Jilli sah die Phowlyris wütend an. Alles in ihr kochte förmlich über und es war das erste Mal, dass sie diese Wut auf eine Person wirklich spürte.
„Wieso tust du das?!" brüllte sie und war mittlerweile außer sich vor Unverständnis. „Wie kannst du hier stehen und nichts tun, wenn du uns alle retten könntest? Wie kannst du so kalt und unbarmherzig sein, wenn diejenigen, mit denen du zusammen kämpfst, drauf und dran sind getötet zu werden, obwohl du helfen könntest! Du hast mit ihnen allen Zeit verbracht! Aufträge erledigt, Seite an Seite mit ihnen gekämpft, Gespräche geführt, Meinungen ausgetauscht, wir sind deine Freunde, verdammt noch mal!"
Steward hatte beim Anfall der jungen Hexe kein einziges Mal ihr Gesicht verzogen, ihre Miene blieb kalt und verschlossen, als ob ihre Worte sie nicht im mindesten kümmern würden, geschweige denn, dass sie auch nur eines davon gehört hätte.
„Wenn es andersrum wäre, wenn du in dieser Gefahr wärst, würden wir keine Sekunde zögern, um dir zur Hilfe zu eilen. Du könntest sie alle mit einem Fingerschnipseln retten, aber stattdessen verhältst du dich weiterhin wie ein steifes, gefühlloses, tausend Jahre altes DING."
Haselnussbraune Augen funkelten die Phowlyris mit verärgertem Unverständnis an und es dauerte kaum eine Sekunde, da war Jilli zwischen den starren Todessern hindurch gerannt, um zu Brian zu gelangen. Steward sah ihr mit kritischem Blick hinterher und zeigte zum ersten Male eine für Jilli unbemerkte Reaktion. Die Phowlyris musste tief einatmen, um den Schock aus ihren Knochen zu verbannen, den die Worte der jungen Hexe in ihr verursacht hatte. Ihre Augen waren es, die dieses bekannte und doch unerwartete Gefühl in Steward hervorrief. Jilli hatte in der Tat dieselben Augen wie ihr Vater und sie appellierten wie die von James auch mit ihrer Ehrlichkeit an etwas in Kaylar, das sie bis heute nicht verstand. Aber wie damals auch, beschloss sie dem zu folgen, weil es sich damals richtig anfühlte und auch, weil sie es bis heute nicht bereut hatte...
Mit entschlossenem Blick schritt Steward auf die Todessermeute zu, die sich um Bill und Charlie gedrängt hatte und stieß ihnen mit festen Augen ihre Handfläche in der Luft entgegen. Auch diese Todesser froren in ihrer Bewegung ein und erstarrten alle mit entsetzten Blicken. Charlie und Bill dagegen brauchten einen langen Moment, um damit klar zu kommen, was gerade passiert war. Eine Sekunde später und Charlie war sich sicher, er und sein Bruder hätten den Gnomen unter der Erde Gesellschaft geleistet. Die Brüder tauschten einen verwunderten und gleichzeitig auch erleichterten Blick, dann drückten sie sich beide wieder auf die Beine und gingen, in Bill's Fall humpelten, sie zu Steward.
„Danke," sagte Bill verwundert, konnte auch seine Überraschung nicht verbergen. Steward nickte ihnen lediglich zu.
Jilli hatte das ganze mit Brian beobachtet, schafften sie es doch zumindest Brian's Angreifer unschädlich zu machen und vor den weiteren Todessern zur Seite und hinter einem dicken Baum zu flüchten. Dass Steward eingegriffen hatte, milderte die Wut in Jilli erheblich. Obgleich sie über das Geschehen sogar erfreut war, überwog die Sorge um Brian, den sie mit ihrer Schulter stützte und welcher von unzähligen Flüchen verletzt wurde. Von da, wo sie standen, hätten sie nach den drei Freunden nicht rufen können und die Todesser kamen immer näher. Jilli lehnte den verwunderten Brian gegen einen breiten Baumstamm, warf einen kurzen Blick zu den Gegnern, die sich nur noch ein kleines Stück von ihnen entfernt befanden, und drehte sich schließlich zurück zum Freund. Sie hoffte, dass der Baum ihnen genug Sichtschutz gab, denn sie riskierte in diesem Moment alles, wovor Dumbledore, Yuno und so viele andere, sie immer gewarnt hatten.
Jilli umfasste Brian mit beiden Händen an den Armen, projizierte ein helles, blendendes Licht um sie beide herum und verschwand mit ihm hoch über der Luft hindurch aus der Gegend.
Harry schlug die Augen auf und sah wild suchend durch die Waldgegend. In der Ferne erspähte er Hermine und Ron, wandte sich aber sofort zur Seite und erblickte White.
„Sie sind nicht gefangen worden!" platzte er aufgeregt los. „Ich habs gesehen! Es hat geklappt, Professor!"
„Beruhige dich, Harry," rief White ihn jedoch zur Ruhe auf. „Erzähl mir, was du gesehen hast."
Er teilte ihr alles in einer Kurzfassung mit ohne jedoch auf Steward oder Jilli's Auseinandersetzung mit ihr eingegangen zu sein und war dementsprechend verärgerter als White nicht wie gehofft sofort reagierte, sonder ihn nur kritisch anstarrte.
„Sie sind nicht gefangen worden!" rief er erneut und versuchte eine Reaktion von ihr herauszurütteln. White schüttelte jedoch bedrückt den Kopf.
„Harry, was du gesehen hast, war wieder nur die Vergangenheit. Etwas, woran Jilli gedacht hat."
Prompt war auch seine Stimmung getrübt und suchte verständnislos nach irgendeinem Strohhalm, an den er sich fassen konnte, um ihr etwas zu entgegnen. White hatte aber bereits weitergesprochen, bevor ihm überhaupt etwas einfiel.
„Probiere es noch mal. Konzentriere dich, lass dich von Gryffindor's Magie leiten und ignoriere alle äußeren Einflüsse. Was hast du vorhin gespürt, bevor du ihre Gedanken gesehen hast?"
„Err -" machte Harry nachdenklich. Er hatte absolut keine Ahnung, von was sie sprach. Plötzlich waren sie eben da?! White lächelte mild und Harry kam nicht umhin sich unsicher zu fühlen. Hatte sie etwa seine Gedanken gelesen?! Wie war das noch mit sie ist höflich genug, nicht ohne Erlaubnis Gedanken zu lesen?! White musterte ihn aufs neue kritisch und fuhr auch diesmal fort ohne dass er eine Antwort erfinden musste.
„Versuche, auf ein bestimmtes Gefühl zu achten. Eine Art Zug, dass dich streift. Nicht äußerlich, sondern innerlich. Und wenn du es spürst, versuche es vor deinem geistigen Auge zu ergreifen. Das ist das Jetzt."
Harry nickte verwirrt. Es klang unverständlich und irritierend und dann doch wieder nachvollziehbar und logisch. Er konzentrierte sich auf die Leere, auf einen Kieselstein am Boden. Da war ein Windzug, aber White hatte womöglich nicht das gemeint. Eine Gänsehaut bildete an seinen Wangen, es war kalt... Nichts passierte. Lange Zeit war der Kieselstein das Einzige, was Harry wahr nahm. Dann kam der Moment – Ein Zug - Oder bildete er sich das Gefühl nur ein?! Er beschloss es einfach zu riskieren, schloss die Augen und griff vor seinem geistigen Auge danach. Was er jedoch danach fühlte, war eisige Kälte, die sich auf einmal über ihn ergab.
Brian lehnte an einem Baumstamm und kniff die Augen zusammen. Jilli hatte einen Verband an seinem rechten Arm angelegt, ihn dabei aber öfters einen tief besorgten Blick zugeworfen.
„Es tut mir leid," sagte sie leise. Brian öffnete seine Augen und keuchte als ein erneutes schmerzhaftes Brennen durch seine Nerven zog.
„Tut mir leid, tut mir leid, tut mir leid," wiederholte sie mit bangem Blick und hielt mitten in der Bewegung an.
„Mach einfach schneller," entgegnete er ungeduldig und kniff erneut die Augen zusammen, während sie den Verband hastiger um seinen Arm wickelte und es schließlich mit einem Knoten befestigte.
„Okay, fertig," hauchte sie leise und Brian schlug die Augen wieder auf. Er war blass und seine Körperhaltung zeigte, dass er nach wie vor damit kämpfte seine Fassung zu wahren.
„Es tut mir leid," sagte Jilli traurig. „Ich bin schon so lange nicht mehr als Ponester geflogen, ich hätte nicht gedacht, dass man das verlernen kann. Es -"
„Hör auf dich ständig zu entschuldigen," unterbrach er sie schließlich und blickte gequält und finster nach oben. Er atmete einmal tief durch, bevor er sein Blick wieder der Freundin zuwenden konnte und runzelte die Stirn als er bemerkte, wie in sich gekehrt und klein sie war.
„Jilli?" fragte er verwirrt und bemerkte erst durch ihren traurigen Blick, wie schlecht sie sich wohl tatsächlich gefühlt hatte. Er erzwang ein Lächeln, um sie aufzumuntern. „Hey, ich leb doch noch? Ne Bruchlandung hätte jedem anderen menschlichen Ponester ebenfalls passieren können."
Er grinste schwach, war aber erleichtert als auch Jilli endlich wieder ein Lächeln verzog. Die Ironie war also nicht untergegangen. Sie war um so vieles hübscher, wenn sie nicht bedrückt war.
„Eine leider vertraute Situation, hm?" sagte sie leise und Brian nickte vorsichtig.
„Ja, leider."
„Wir sollten vielleicht nicht mehr zusammen arbeiten, wenn es ständig darin endet, dass du schwer verletzt wirst und wir irgendwo landen, wo wir nicht mehr von alleine weg können."
Brian gluckste.
„Meine Knochen unterstützen den Vorschlag," witzelte er mit dem Anflug eines Grinsen, aber Jilli blickte niedergeschlagen zu Boden. „Ji, das war ein Scherz -" setzte er ernst hinzu. Sie blickte wieder auf, die Unsicherheit und das Schuldgefühl war jedoch nicht aus ihren Augen verschwunden. Sie regte sich nicht mal darüber auf, dass er ihren Namen erneut abgekürzt hatte.
„Wir sind ein gutes Team. Wir kamen bisher immer lebend heraus, das ist doch die Hauptsache?"
„Ja, genau," murmelte sie leise und es war offensichtlich, dass sie das nicht so meinte. Brian schüttete nur den Kopf und lehnte sich wieder zurück, um seinen Kopf am Baum abstützen zu können. Sein Körper fühlte sich schwer an und er war erledigt, hätte am liebsten einfach ein kurzes Nickerchen gemacht, wenn es nur möglich gewesen wäre.
„Was ist los mit dir?" fragte der Zauberer geradewegs heraus. Er hatte es satt bei ihr nicht durchzublicken und dass es ihr nicht gut ging, dass sah jeder, dem sie auch nur das geringste bedeutete.
„Du und Anna habt euch doch ausgesprochen? Sirius ist aufgewacht und es ist nur eine Frage der Zeit bis er wieder wird. Harry lebt und ist wohlauf. Das mit der schwarzen Magie in dir wird auch wieder werden. Hat Anna doch gesagt? Und Anna sagt nichts, wenn sie es nicht so meint. Hat man mir jedenfalls gesagt. Also wo liegt das Problem? Auf der ganzen Mission über läufst du schon rum als hättest du Angst Voldemort würde hinter dem nächsten Baum hervor springen."
„Wäre diese Angst denn so unberechtigt?" fragte sie niedergeschlagen und sah ihn plötzlich verletzlich an. Ihre Augen glänzten und doch war es kein erfreulicher Glanz, denn es zeigte, wie tief sie etwas bedrückte.
„Weil die Lovegood Familie verschwunden ist?"
„Nein, weil es Kila war, die auf sie aufgepasst hatte und sie wahrscheinlich tot ist."
„Das wissen wir noch nicht," sagte Brian leise. Jilli aber schüttelte deprimiert den Kopf.
„Es hat mich nur an damals erinnert weißt du. Als es mit Dorcas Meadowes passiert ist, hatten Remus und mein Dad denselben Streit... Sie wussten nicht, dass ich auch da war und alles gehört habe."
„Du warst doch erst vier?"
„Und doch kann ich mich an jedes einzelne gesprochene Wort erinnern. Mein Dad war so wütend und Sirius war daraufhin genauso wütend. Dieses Mal hat sich Remus mit Anna darüber gestritten und irgendwie fühlt sich alles genauso an wie damals. Ich hab einfach die Befürchtung, dass es sich wiederholt. Alles schreckliche von damals... Menschen, die ich gerne habe, sterben einer nach dem anderen.
Was, wenn ich Harry nicht helfen kann? Wenn ich nur eine Last für ihn bin? Wenn ich am Ende dafür verantwortlich bin, dass er es nicht schafft..."
„Das ist der größte Schwachsinn, den du je von dir gegeben hast," warf Brian ungläubig ein. „Und das ist schon eine Leistung, wenn man bedenkt, dass ich von dir noch nie Schwachsinn gehört habe."
Jilli seufzte.
„Was, wenn ich es nicht schaffe, diese schwarze Magie aus mir heraus zu bekommen? Der Gedanke ihm zu schaden... der ist unerträglich. Ich will nicht diejenige sein, die am Ende gar dafür verantwortlich ist, dass Voldemort siegt und... Harry und Anna sterben. Ich will nicht noch mal meine Familie verlieren..."
„Anna wird so oder so sterben," sagte Brian leise. Wieder schüttelte Jilli traurig den Kopf.
„Nimm mir das jetzt nicht übel," sagte sie vorsichtig. „Aber ich verstehe nicht, wie du so ruhig und... normal bleiben kannst?"
Brian verzog eine merkwürdige Grimasse und prompt begann es in ihr vor Hitze förmlich zu kochen. Es war ihr unangenehm und doch kam ihre Meinung ungehindert heraus.
„Anna ist deine Mutter und sie ist endlich bereit sich mit dir zusammenzusetzen. Du erfährst, dass sie todkrank ist und... nichts. Sirius ist dein Vater, dem du vorher nie sagen konntest, wer du bist und dann stirbt er. Nun lebt er wieder und ist hier - und du und er... habt euch seit Neujahr nicht mal gesprochen? Ich weiß, er schreibt dir. Wie kannst du so normal bleiben, wenn jeder andere, mich inklusive, komplett ausgerastet wäre?"
Brian hatte sie ausreden lassen, hatte sie nicht unterbrochen, sondern lediglich aufmerksam angesehen und erst als sicher war, dass alles gesprochen wurde, was sie auf dem Herzen hatte oder was kurzzeitig in ihrem Verstand aufgetaucht war, nickte er und ging seinerseits auf das Gesprochene ein.
„Was bringt es, wenn ich ausflippe?" entgegnete er ihr behutsam. „Wem bringt es etwas, wenn ich ausflippe? Sirius? Das ist genau das, was er braucht. Ein Sohn, der genauso wie er, unangebracht alles und jeden auf den Kopf stellt. Anna? Das ist genau das, was sie braucht. Ein zurückgekehrten Ehemann und ein Sohn, die ihr das agieren gegen Voldemort erschweren, indem sie unangebracht alles und jeden auf den Kopf stellen.
Wenn das alles hier vorbei ist, bleibt noch genug Zeit dafür mit meinem Vater gemeinsam eure Welt zu zerlegen."
Er grinste spitz, atmete aber gleichzeitig auch sehr schwer durch. Die Wunden waren viel und belastend und obwohl seine Worte nachvollziehbar waren, so glaubte sie, dass er doch eines übersah.
„Was, wenn Sirius es dieses Mal nicht überlebt? Was, wenn Anna stirbt, bevor wir Voldemort zu Fall bringen können? Schicksal ist unberechenbar und Zeit, die vergeht, kommt nie wieder."
Brian schwieg und doch konnte sie in seinem Gesicht ablesen, dass diese Möglichkeit ihm nicht fremd war.
„Ich dachte immer, ich hätte noch genug Zeit mit meinen Eltern. Daher hatte es mich nicht gekümmert, wenn sie länger weg waren. Ich hatte ja genug Spaß mit Anna und Sirius und Yuno. Ich dachte mir auch nichts dabei, wenn das, was ich tat, ihnen Sorgen bereitete.
Und ehe ich mich versah, starb Anna, an einem einzigen Tag nur kurze Zeit später starben meine Eltern und ich verlor Sirius an Askaban.
Vielleicht macht mich das eher zu einem emotionalen Wrack, aber ich kann das nicht noch mal durchstehen."
„Ich weiß," sagte Brian sanft. Dann aber spürten sie einen eisigen Windzug an sich vorbei wehen und beide sahen einander entsetzt an. Es war dem anderen in den Augen abzulesen, dass sie dasselbe ahnten. Beide wandten sich gleichzeitig zur Seite und ihre schlimmsten Befürchtungen hatten sich in diesem Moment bewahrheitet. Der dunkle Lord stand in ihrer Nähe.
Harry riss entsetzt die Augen auf. Er fühlte sich halb tot, erfroren, als hätte ihn jemand gelähmt. Erst als er eine Hand auf seiner Schulter spürte, die ihn zusammenzucken ließ, rührte er sich wieder. Es war White und sie sah ihn besorgt an.
„S-Sie," stotterte er aufgelöst. Schlug sein Herz überhaupt schon wieder? Es fühlte sich nicht so an. Sein Körper war vollkommen taub.
„Sie sind nicht frei. Voldemort hat sie. Ich hab es gerade gesehen!"
„Harry," sagte White eindringlich und wieder hielt sie ihn mit den Händen an beiden Armen fest. „Bist du dir sicher, dass es die Gegenwart war und nicht die Vergangenheit?"
Er erblasste. Nein, sicher war er sich nicht. Wie konnte er überhaupt? Die Magie Gryffindor's war für ihn nach wie vor ein Rätsel.
„Sieh mich an," sagte sie fest und er blickte zu ihr auf. „Ich werde nun etwas tun, weil die Zeit drängt. Es wird... es wird weh tun, weil ich in deine Gedanken eindringe, aber nur so kann ich herausfinden, ob es die Gegenwart war und wenn ja, wo sie sind. Okay?"
Harry schluckte, nickte dann aber hastig. Hauptsache, sie tat irgendetwas! White schloss schließlich ihre Augen und Harry spürte das schmerzhafte Stechen von vor 2 Jahren als er begonnen hatte Okklumentik von Snape zu lernen. Es war nicht so grausam wie damals, aber schön war das Gefühl auch nicht unbedingt. Er sah die gesamte Szene, die er gerade erst vor seinem geistigen Auge gesehen hatte, erneut, nur war es schneller als ob jemand das Geschehen beschleunigen würde.
Am Ende riss ihn ein starker Zug wieder heraus und er atmete tief ein. Hätte er das nicht getan, er war sich sicher sonst gleich zu ersticken. Er brauchte einen Moment, um sich wieder zu fangen und nicht wie ein Hund nach Luft zu hecheln. Ein Blick zu White jedoch verriet nichts gutes. Sie sah ihn unzufrieden an.
Harry hätte am liebsten laut aufgeschrien, so verärgert war er über sich selbst. Da hatte White ihm schon fast Schritt für Schritt angewiesen, wie er es zu tun hatte, und dennoch vermasselte er es.
„Du bist nah dran," sagte sie sanft. „Aber es war zu kurz."
„Zu kurz?" fragte er verständnislos und blitzte sie verärgert an. Von einer Dauer war bisher nie die Rede gewesen?!
„Aber es war die Gegenwart?!"
„Es war die Gegenwart," antwortete sie ruhig und sofort fühlte er sich besser. Sie waren noch nicht tot, noch nicht gefangen. Noch stand Voldemort nur bei ihnen. Noch gab es eine Chance für sie beide... Es war nicht alles verloren.
„Ich versuch es noch mal," sagte Harry entschlossen. White nickte, trat wieder aus seinem Blickfeld nach hinten und legte diesmal beide Hände auf seine Schultern.
„Du musst dich lang genug an sie halten," sagte sie umsichtig. „Ich werde dir sagen, wenn du loslassen kannst. Dieses Mal, werde ich mit dir in das Band eintauchen. Du brauchst nichts zu tun, außer es zuzulassen."
Harry nickte und konzentrierte sich. Er dachte an seine Schwester, obgleich jede Faser seines Körpers sich kalt und stumpf anfühlte, sein Kopf von der eben angewandten Legilimentik immer noch schmerzhaft pochte und nun fühlten sich seine Schulter sogar irgendwie schwer an als ob ihn etwas zu Boden drückte, dennoch er ignorierte es und sah einzig und allein Jilli vor seinem geistigen Auge.
Er musste sie einfach retten, es musste einfach eine Möglichkeit geben, jetzt oder nie. Jetzt oder nie. Es durfte nicht geschehen, Voldemort durfte ihm nicht auch noch den letzten seiner Familie nehmen... Da! Der Windzug. Er war leicht... kaum spürbar. Harry wartete. Wenn er stärker wurde, würde er ihn erfassen. Er hatte vorhin womöglich zu früh zugegriffen. Jetzt würde er – DA! Er war stark! Und Harry griff in seinen Gedanken mit seiner Hand fest zu.
Jilli war sofort auf die Beine gesprungen und hatte den Zauberstab angriffsbereit in der Hand. Brian, der verletzt war, hielt zwar ebenfalls den Zauberstab fest in der unbandagierten Hand, sich erhoben hatte er sich jedoch nicht. Voldemort stierte beide mit prüfenden Blick an, dann grinste er genüsslich.
„Jilli Potter," sprach er mit besonderer und listiger Betonung auf den Nachnamen. „Und Brian Tonks. So lernen wir uns endlich kennen."
Sie schluckte hart, hatte es aber vermieden Brian anzusehen. Stattdessen starrte sie den Gegner fest an, um auch angemessen reagieren zu können, wenn es darauf ankam. Noch hatten sie keine Ahnung, was er von ihnen wollte und sie mussten sich auf jede Gefahr vorbereiten.
„Potter," wiederholte Voldemort und fixierte die junge Hexe mit seinen Augen. „Adoptiertes Kind von James und Lilli Potter, wie mir zugetragen wurde. Nun James war nie wie seine Vorfahren und in jeder Hinsicht handelte er entgegen dem, was man vermutete. Das war es, was mich an ihm faszinierte. Sein Sohn, also dein Adoptivbruder, kommt sehr nach ihm."
Jilli sah ihn argwöhnisch an, etwas erwidert hatte sie jedoch nicht. Sie verschloss sich, denn was immer der Zauberer auch vor hatte, sie durfte nicht den Fehler machen ihn zu unterschätzen. Sie blieb ruhig, obgleich seine Worte ihr tief ins Herz gingen, denn vor ihr stand der Mann, der ihr ihre Eltern genommen hatte und das auf die abscheulichste Art, die es gab, durch den unverzeihlichen Todesfluch.
Sie hätte ihn direkt fragen können, warum er hier um den heißen Brei sprach, statt direkt auszusprechen, was er von ihnen wollte. Es gab nur einen Grund, warum sie es zuließ, dass er sie weiter mit seinen Worten reizte, und das war das Wissen, dass nach ihnen gesucht wurde. Je länger sie sein Handeln hinauszögerte, umso besser waren die Chancen, dass die Hilfe rechtzeitig kam.
„Ich glaube nicht daran, dass man nach seinen Vorfahren kommen muss," fuhr Voldemort überheblich fort, seine durchdringenden Augen hatten sie keine Sekunde losgelassen. „Nein, ich weiß, dass man nicht nach seinen Vorfahren kommt. Stärke, Entschlossenheit, Können, all das habe ich meinen Erzeugern voraus. Was man erbt ist die Magie. Zu was man fähig ist, was man alles erreichen kann, welchen Weg man einschreitet, dass entscheiden wir selbst.
Jilli Potter. Es heißt, du bist nur adoptiert und würdest nicht mal das Blut der Potters besitzen. Ist dem so?"
Sie antwortete nicht, ihre Haltung aber war eindeutig. Sie war ihm feindlich gesinnt und würde auf seine Spielchen nicht eingehen. Jilli wusste es besser. Voldemort zuckte amüsiert mit dem Mundwinkel als er ihre Entschlossenheit wahrnahm.
„Ich kannte deinen Vater," sagte ihr Gegenüber und Jilli lief es eiskalt den Rücken runter als er das letzte Wort betonte, sein Blick, so voller Finsternis und Tiefe.
Harry! Nicht – Das war White's Stimme, die in seinen Gedanken wie ein Echo klang und Harry zwang sich ruhig zu bleiben, trotz dessen wie sehr es innerlich in ihm brodelte und wie stark sein Hass auf das Monster bei seiner Schwester war. Wenn er ihr auch nur ein Haar krümmte, wenn er ihr zu Nahe trat, er würde sich nicht mehr halten und sich mit bloßen Händen auf Voldemort stürzen. Gut so... Du musst die Verbindung halten. Noch weiß ich nicht, wo sie sind...
„Er war dein Vater," zischte Voldemort.
„Natürlich war er mein Vater," entgegnete Jilli und hatte endlich gesprochen. Es war unmöglich es noch zurückzuhalten, wo es unerträglich war, dass der Mörder ihrer Eltern den Namen ihres Vaters zu beschmutzen versuchte. „Er hat mich bei sich aufgenommen und für mich gesorgt. Er hat mich geliebt. Also worauf wollen sie hinaus?"
„Worauf ich hinaus möchte?"
Voldemort schmunzelte höchst vergnügt. Es machte sie verrückt zu sehen, wie sehr er diese Konfrontation genoss. Er wusste genau, wer hier am längeren Hebel saß.
„Ich bin mir sicher, dass Potter Blut in dir fließt -" Jilli schluckte hart. Keine Reaktion zu zeigen war unmöglich gewesen. Brian blickte immer wieder zwischen den beiden hin und her, um herauszufinden, wer welchen Zug machen würde. Um die Freundin zu schützen, musste er Voldemort gut einschätzen. „Ich will darauf hinaus, dass James Potter dein leiblicher Vater ist."
Sie wollte etwas entgegnen, aber Voldemort hatte sie abgewürgt, noch bevor sie auch nur ein Ton von sich geben konnte. „Du machst dich nur lächerlich, wenn du es leugnest. Die Magie lügt nicht und ich spüre sie eindeutig in dir.
Ich frage mich nur, warum Dumbledore es so lange vor mir verborgen halten wollte. Ich ahnte, dass es etwas gab. Er hat den Jungen aufgrund einer Prophezeiung vor mir abgeschirmt. Warum aber hat er dich versteckt? Was ist dein Geheimnis, Jilli Potter?"
„Wow," sagte die junge Hexe und lachte spöttisch. Dennoch war damit das erreicht, was auch beabsichtigt war. Voldemort verengte die Augen und sah sie verächtlich an. Die Überheblichkeit war aus seinem Ausdruck verschwunden.
„Sie können einfach nicht verlieren, nicht wahr? Ihre alte Fehde. Sie sind kläglich bei Michael Potter gescheitert, genauso haben Sie es nie geschafft seinen Sohn auf ihre Seite zu ziehen. Nein, sie mussten dunkle Magie anwenden und selbst damit haben Sie es nicht geschafft. Es muss sie richtig ankotzen, dass selbst Harry und Ich eher Dumbledore gefolgt sind als ihnen auch nur für eine Sekunde Gehör zu schenken."
Voldemort's Ausdruck hatte sich sofort verändert. Er war zwar nicht erbost, das Schmunzeln hatte sie ihm jedoch aus dem Gesicht gefegt. Er schnaubte verächtlich.
„Es stimmt also: In dir fließt das Potter Blut."
Er hatte seinen Zauberstab gegen sie gerichtet und bevor sie überhaupt reagieren konnte oder auch nur ein Ton von ihm hörte hatte sie der Fluch erwischt und Jilli hätte es förmlich brutal gegen den Baum gedrückt, wenn Brian nicht genau rechtzeitig auf die Beine gesprungen wäre, um sie zu fangen und zur Seite zu reißen, so dass der Fluch sie nur seitlich erwischte und beide dennoch auf den Beinen blieben.
Jilli sah ihn entsetzt an, aber Brian nickte ihr zu und beide wandten sich zurück an Voldemort, dessen Augen förmlich vor Gier glühten.
Harry hörte förmlich jeden Schlag seines Herzens. Angst hatte alles in ihm eingenommen. Er griff sie an und sein Blick ließ kein Zweifel daran, dass er zum äußersten greifen würde. Noch nicht... Halte noch ein wenig durch. White hatte leicht reden. Wenn sie wüsste, wie sehr er sich zusammenreißen musste, um überhaupt Ruhe zu wahren.
Voldemort hob erneut den Zauberstab, doch dieses Mal war Brian schneller und der dunkle Lord wurde durch einen gewaltigen Stoß zur Seite gerissen.
„Schnell," sagte Brian an Jilli gewandt. „Lauf. Ich halte ihn auf."
Die junge Hexe schluckte hart. Diese Worte... James hatte sie Lilli zugerufen, kurz bevor er ermordet wurde. Sie schüttelte entschlossen den Kopf. Niemals würde sie ihn hier alleine lassen, nur um sich selbst zu retten.
Plötzlich hatte sie ein Zug erfasst und sowohl Jilli wie auch Brian riss es zu Boden. Da er noch verletzt war, kam er anders als sie nicht wieder auf, sondern keuchte stattdessen mit schmerzverzerrter Miene auf dem Boden. Jilli richtete ihren Zauberstab gegen Voldemort und griff ihn an. Er parierte ohne große Mühe und wieder zierte das blasse, kalte Gesicht ein hinterlistiges Grinsen.
„Erbärmlich. Das Blut hast du von deinem Vater, deine Magie jedoch ist die deiner schwächlichen Schlammblutmutter."
Fluch prallte gegen Fluch, aber egal was sie tat, wie wütend sie auch über seine Worte war, Voldemort wurde kein einziges Mal getroffen, noch schien er überhaupt irgendwelche Schwierigkeiten zu haben, ihren Angriff abzuwehren. Fast mit einer unglaublichen Leichtigkeit parierte er einen Fluch nach dem anderen.
„Crucio!" zischte Voldemort und Harry riss panisch die Augen auf.
„Nein!" schrie er los, doch er sah nicht mehr das Duell der beiden vor sich. Er sah Charlie, Steward, Ron und Hermine. Seine Freunde sahen aus als ob sie große Angst um ihn hatten. „Nein..." sagte er aufgelöst und suchte nach White. Er sah sie sofort als er sich umdrehte und blickte sie flehend an.
„Hab ich -"
„Es ist okay," sagte sie jedoch und noch wagte er es nicht, sich erleichtert zu fühlen. Zu angespannt war er, zu groß war die Angst, die ihn belastete. „Ich weiß wo sie sind." Sie wandte sich mit ernster Miene an Steward.
„Ich werde apparieren. Halte sie alle auf Entfernung. Voldemort darf nicht wissen, dass sie da sind."
Steward nickte, doch noch während White ihren Zauberstab zog, um zu apparieren, hatte Harry sich ihr in den Weg gestellt.
„Ich will mit! Nehmen Sie mich mit! Bitte!"
„Harry -" versuchte White ihn zur Vernunft zu bringen, aber er ließ es nicht zu. Alles in ihm wollte nichts anderes als dabei sein und sichergehen, dass seine Schwester und Brian heil wieder zurück kamen. „Bitte! Ich werde nicht im Weg sein, ich verspreche es. Ich kann helfen! Voldemort will mich tot sehen! Wenn ich da bin, lässt er vielleicht von meiner Schwester ab. Nehmen Sie mich mit!"
„Okay," sagte White überraschend und noch bevor Harry überhaupt Gelegenheit hatte das zu realisieren und sich darüber zu freuen, hatte die Direktorin seinen Arm ergriffen und das nächste was er spürte war das Gefühl wieder durch Gummi gequetscht zu werden.
Kaum, dass ihn frische Luft umgab und er seine Augen öffnete, versetzte ihm das, was er sah, ein Stich ins Herz. Jilli und Brian lagen beide am Boden, Brian hatte Verletzungen im Gesicht dazu bekommen und lag schwach atmend und sich kaum noch bewegend am Boden. Jilli dagegen lag direkt vor Voldemort's Füßen am Boden und versuchte gerade sich mit letzter Kraft wieder aufzudrücken. Der Zauberer hatte ihr seinen Zauberstab gegen den Rücken gedrückt, in der anderen Hand hielt er ihren Zauberstab und blickte angewidert zu der jungen Hexe hinab.
„Leicht zu brechen," sagte er herablassend und hatte mit nur einer Bewegung ihren Zauberstab zerbrochen und vor ihr auf den Boden geschmissen.
Harry wollte ohne zu zögern zu ihr eilen, da erschien White's Arm direkt vor ihm und hinderte ihn am Handeln. Er hatte sie gerade erst verärgert angesehen, da zuckte er jedoch verwundert zurück. Ihr Blick war aufs Neue voll von Entschlossenheit und Hass, so wie er es schon einmal bei ihr sah, als sie gegen die damalige Phowlyris antrat. Sie disapparierte und tauchte unweit neben Voldemort und Jilli auf.
„Impe -" hatte Voldemort gerade erst angesetzt zu sprechen, da kam ihr Fluch zuerst.
„Locomotor arbor!"
Der Zauberer zögerte keine Sekunde, um zu disapparieren und ein ganzes Stück weit entfernt von der am Boden liegenden Hexe wieder aufzukommen. Hätte er das nicht getan, der Baum, der sich zwischen sie drängte, hätte ihn mit voller Wucht erwischt. Er stierte zur Seite und als er White erblickte, verengte er giftig die Augen.
„Du," zischte er zornfunkelnd. White hatte nichts erwidert, sondern sofort das Duell fortgesetzt und Voldemort so von Jilli weggedrängt. Harry packte die Gelegenheit beim Schopf und wollte zu Jilli rennen, da versperrte ihm ein Feuer den Weg. Es war Voldemort, der in seiner Nähe stand und höchst erfreut aussah.
„Wen haben wir denn hier?!" zischte er mit gierigem Blick. Er griff an, aber Harry hatte diesen mit seinem Zauberstab parieren können. Voldemort war schnell und der nächste Fluch traf ihn ins Gesicht und schlug ihn zu Boden. In der Erwartung noch mal von einem Fluch getroffen zu werden, überraschte es ihn als nichts passierte. Sehr schnell fand er heraus, dass es an White lag und sie erneut das Duell mit Voldemort führte. Harry nahm die Gelegenheit um endlich zu seiner Schwester zu eilen.
„Harry?!" keuchte sie verwundert. Er war einfach nur erleichtert, dass sie noch am Leben war. Ihr ging es nicht gut, das sah er ihr an, aber sie war am Leben und nur das zählte für ihn in diesem Moment.
„Brian," keuchte Jilli und hatte sich der anderen Gestalt am Boden in der Nähe zugewandt. Harry stützte sie auf und half ihr zum Freund rüber. Er hustete als sie versuchten sich zu vergewissern, dass er noch lebte. Harry hatte auch ihm geholfen sich aufrecht hinzusetzen und merkte gleichzeitig, dass er genauso erleichtert darüber war, dass der Freund wie seine Schwester zumindest noch lebte. Sie waren noch rechtzeitig gekommen.
Fluch an Fluch und sie kamen schneller und stärker. Harry sah den Unterschied zum Kampf zwischen Jilli und Voldemort, denn White's Angriffe kamen mindestens mit derselben Stärke heraus, wie die des dunklen Lords, wie die von Dumbledore, den Harry vorher schon mal hatte gegen Voldemort kämpfen sehen. Er verstand die Sorge nicht, die im Gesicht der beiden anderen stand, wo er der Meinung war, dass White eigentlich gut mit dem Gegner mithielt und er ihr es durchaus auch zutraute zu gewinnen. Sie hatte etwas von Dumbleodre's Ausstrahlung in sich, die einem Sicherheit gab.
Eine gewaltige Explosion entfachte sich als zwei Flüche aufeinander trafen und White und Voldemort sprangen auseinander. Die Zauberstäbe nach wie vor gegen den anderen gerichtet und zu einem weiteren Duell bereit standen die beiden sich gegenüber – und hielten still. Sie starrten einander an, einen Finger gerührt hatte indes keiner der beiden. Für Harry war diese Anspannung schrecklicher als der vorherige Kampf. Da wusste er wenigstens, was passierte. Das hier und jetzt dagegen war unberechenbar...
Jilli, Brian und Harry tauschten verwirrte Blicke aus. Wieso rührte sich keiner? Oder hatte ein weiterer Fluch die beiden bewegungsunfähig gemacht? Ihnen kam es vor wie eine halbe Ewigkeit, dass nichts passierte und man nur darauf wartete, dass einer den anderen wieder angriff, da nahm Voldemort den Zauberstab herab und White folgte seiner Tat. Harry verstand nicht und wieder keimte grauenvolle Panik in ihm auf.
„Offenbar hat sich mein Diener geirrt," sagte der dunkle Lord unzufrieden. White hatte kein einziges Mal eine Miene verzogen, ihr Blick, ihre Haltung, alles blieb kalt.
„Sie haben doch auch Dumbledore nie unterschätzt," entgegnete White. Voldemort schnaubte auf hatte kurz einen Blick zu den drei Personen am Boden geworfen, bevor er sich wieder White zuwandte.
„Ich werde bekommen, was ich will. Ich bekomme immer, was ich will."
„Womöglich, Lord Voldemort. Aber nicht heute."
Er schnaubte, wenn auch amüsiert, dann disapparierte er. Für einen sehr langen Moment war es ruhig, keiner rührte sich, keiner hatte auch nur ein Ton von sich gegeben. Alles was sich bewegte waren die Blätter an den Ästen oder der Schnee, der vom Wind durch die Gegend geblasen wurde.
„Du kannst raus kommen," sagte White schließlich und durchbrach die Stille. Wie aus dem Nichts tauchte Steward mit Hermine, Ron und Charlie in ihrer Nähe auf. Charlie, Hermine und Ron stürzten sofort besorgt zu den Verletzten, Steward aber hatte White angestarrt.
„Harry! Dein Gesicht! Du blutest!" rief Hermine entsetzt.
„Was ist passiert?!" rief Ron genauso besorgt.
White indes näherte sich Steward als ob nichts passiert wäre und sie nicht gerade mit aller Kraft gegen Voldemort gekämpft hätte. Steward beobachtete sie eindringlich ohne sich dabei gerührt zu haben.
„Kannst du sie zurück nach Hogwarts bringen?"
„Hogwarts?" fiel Charlie Weasley ihr verwundert ins Wort. „Ist St. Mungo nicht angebrachter?"
„Zu gefährlich," entgegnete die Direktorin ernst. „Es gibt zu viele dort, die sich von Voldemort's Leute haben umdrehen lassen. Selbst unsere eigenen Leute sind dort nicht mehr sicher, weshalb ich sie in verschiedene Verstecke habe unterbringen lassen. Ich werde Stradford Bescheid geben und in die Schule holen. Brian, Jilli und Harry sind verletzt. Sie brauchen alle drei Heilung."
„Genauso wie du," sagte Steward und hatte plötzlich mit einer Hand ausgeholt und White am Arm gepackt. Hätte sie das nicht getan, White hätte das Gleichgewicht verloren und wäre womöglich zu Boden gefallen.
„Anna!" rief Jilli besorgt und die gesamte Gruppe hatte sich nun den beiden noch stehenden Hexen zugewandt. Harry war verwirrt, denn für ihn hatte die Direktorin vor einer Sekunde noch alles andere als schwach ausgesehen. Das Duell gegen Voldemort hatte sie entschieden besser und gar ohne Wunden überstanden und dennoch wäre sie gerade beinahe zu Boden gesunken. Seine Schwester hievte sich zurück auf die Beine und fiel nur deswegen nicht wieder zurück, weil Charlie Weasley ihr half und sie zu White aufstützte.
„Du -" hatte sie begonnen, aber White hob die Hand und würgte sie dadurch ab.
„Nicht jetzt," sagte die Hexe bestimmend. „Nicht vor allen gehen erst heim."
Harry verstand immer noch nicht, warum seine Schwester so besorgt war, aber da dieselbe Angst auch in Brian's Gesicht stand, ahnte er, dass etwas anderes nebenbei passiert sein muss, was er durch das bloße Auge nicht mitbekommen hatte.
Steward hatte sie alle zurück nach Hogwarts gebracht. Alle außer White, die nicht mit ihnen gekommen war. Im Krankenflügel tat Madam Pomfrey unterdessen ihr Bestes, um die Verletzten zu versorgen, was nicht einfach war, denn die Schulkrankenschwester war alleine und die Verletzten zu dritt. Brian bestand aber darauf, dass zuerst Jilli und Harry versorgt wurden, und das obwohl er sichtlich die schwereren Wunden trug. Hermine, Ron und Charlie waren ebenfalls da geblieben. Zwar hatte Pomfrey sie rauswerfen wollen, alle drei behaupteten jedoch felsenfest, dass ihnen auch etwas fehlen könnte und die Krankenschwester es doch sicher nicht riskieren wollte, dass sie draußen ohne Aufsicht plötzlich umfielen.
Steward war ebenfalls im Raum geblieben, denn Pomfrey konnte sie gleichfalls nicht los werden. Wie sollte man auch jemanden aus dem Raum bekommen, der jede Aufforderung zum Verlassen von einem strikt ignorierte und an Ort und Stelle förmlich wie festgeklebt stehen blieb.
Sirius, Remus, Tonks und Ginny tauchten kurze Zeit später auf und auch diese Gruppe war nicht mehr aus dem Krankenflügel herauszubekommen, was aber auch nur daran lag, dass sie sich hinter Steward versteckten, die Pomfrey ohnehin nicht raus bekam.
White tauchte erst nach ihnen mit Stradford auf und die Schulkrankenschwester protestierte endlich mal nicht über weitere Personen im Raum. Hauptsächlich, weil Stradford Ron, Hermine, Charlie und Ginny androhte sie ins St. Mungo für die Untersuchung einzuweisen und Tonks ins Gewissen redete sich für die Gesundheit ihres Kindes auszuruhen und so den Krankenflügel erheblich leerte.
Die beiden Heilerinnen hatten die drei Verletzten wieder einigermaßen hinbekommen, so dass sie zumindest kaum noch Schmerzen fühlen mussten. Stradford war gerade damit fertig Harry's blutende Lippe zu heilen, da hatte Steward gesprochen ohne, dass es vorher jemand überhaupt erwähnt hätte.
„Anna, wie soll es ab nun an weitergehen, nachdem was passiert ist? Hogwarts ist nicht mehr sicher. Jilli und Harry ebenfalls."
White sah nicht so aus, als ob sie drauf antworten wollen würde, Brian und Jilli hatten sie besorgt angesehen, während Sirius indes irritiert die Augenbraue hochzog.
„Was ist denn passiert?" fragte Remus misstrauisch.
„Anna hat sich mit Voldemort duelliert," antwortete Steward, obgleich die Frage eigentlich an White gerichtet war und die Phowlyris nicht mal adressiert wurde.
„Sagtest du nicht -"
„Ja," unterbrach White Remus, der sie nun sehr irritiert, fast gar entsetzt ansah. „Das hab ich."
„Wieso?" fragte er verständnislos. Harry sah, dass er nicht der Einzige war, der nicht wusste, auf was hier angesprochen wurde. Sirius schien genauso verloren zu sein.
„Er hätte Verdacht geschöpft, wenn nicht," sagte sie ernst. „Sieht aus als ob Severus Snape von den Schwächen des Trankes wusste."
„Was für Schwächen?" fiel Sirius ihnen ins Wort und Harry war froh darum, denn hätte er es nicht ungeduldig getan, der Gryffindor hätte nicht gewusst, wie lang er noch hätte still halten können ohne dieselbe Frage auf wesentlich plumpere Art zu stellen. „Verdacht auf was?"
Sirius sah insbesondere White an und sehr zu Harry's Überraschung, hatte sie sanftmütig geantwortet. Gerechnet hatte er damit, dass sie sich abwandte und das Thema wechselte.
„Der Trank, der den Schaden durch die Dementoren an meiner Seele heilen sollte, hat Nebenwirkungen. Er setzt meiner Magie Grenzen. Ich kann nicht so wie früher duellieren und Voldemort wusste das. Als er mich konfrontierte wurde mir klar, dass er mich absichtlich herausforderte, weil er der Überzeugung war, ich würde an die Grenze stoßen und von ihm besiegt werden.
Ich hatte Glück, er stand kurz davor ohne es zu wissen. Er verließ die Gegend, um die Konfrontation zu beenden – fest in dem Glauben, Snape's Information wäre falsch.
Ich nehme an, dieser hat ihm diese Information erst jetzt gegeben, weil irgendetwas passiert sein musste und er wollte entweder in seiner Gunst wieder aufsteigen oder sich von den anderen abheben.
Ohne Lucius Malfoy, der einer von Voldemort's treusten, vor allen Dingen aber auch entscheidungsstarken, Todesser war, herrscht unter seinen Leuten höchstwahrscheinlich ein großes Durcheinander. Jeder will hervorstechen und keiner weiß, wie er es am klügsten anstellt. Stattdessen booten sie sich gegenseitig auf bekloppte Weise aus. Lucius Malfoy war zumindest -"
White schien angestrengt nach einem Wort zu suchen, der Sirius nicht aufregen würde.
„Sagen wir, er wusste, was er tat und tat es nicht nur, weil ihm jemand sagte, dass er es tun soll. Ich denke, Severus Snape wollte diese Stelle bei Voldemort übernehmen. Unser Glück, dass es nach hinten los ging. Wahrscheinlich erfährt er gerade den Zorn seines Meisters."
„Das ist gut?" sagte Sirius nach wie vor irritiert. „Also warum die langen Gesichter?"
„Voldemort hat mich an meine Grenzen gestoßen und er stand kurz davor mir den Gnadenstoß zu versetzen. Einmal an die Grenze gedriftet und meine Magie setzt für sehr lange Zeit aus. Im Moment wäre ich nicht dazu in der Lage Hogwarts zu schützen, wenn wir angegriffen werden. Meine Schutzzauber halten zwar, aber andere – Ein Duell – jeder Schüler hier könnte mich darin besiegen."
„Wie lange brauchst du, um wieder zu Kräften zu kommen?"
„Zu lange, um die Schule ungeschützt zu lassen," antwortete Remus für White. „Also was nun? Die Schule schließen?"
„Nein," sagte White fest. „Voldemort weiß nicht, wie es um meine Magie steht. Noch glaubt er, dass ich im vollen Besitz meiner Magie bin und wenn es nicht aus diesem Raum heraus tritt -" Hierbei hatte sie insbesondere Harry einen ernsten Blick zugeworfen. „Dann wird er Hogwarts auch nicht angreifen."
„Du riskierst das Leben von allen Schülern," sagte Lupin.
„Scrimgeour hat weiterhin Auroren hier und die Mitglieder des Orden schützen die Schüler ebenfalls. Und Harry ist hier."
Jeder hatte hierbei das Gesicht verzogen und White verwundert angesehen. Selbst Harry sah aus als ob ihn jemand mit dem Hammer erwischt hätte.
„Was?" rutschte ihm entsetzt heraus.
„Dein Training wird intensiviert. Wenn es darauf ankommt, wenn er wirklich angreift, bist du der Einzige, der es mit ihm aufnehmen kann – und wird."
Es war unangenehm, denn obwohl es Harry fast gewohnt war, dass alle Augen auf ihn ruhten, sei es im Trimagischen Turnier, im ganzen fünften Jahr als der Tagesprophet in diskreditierte... war es hier etwas anderes. Sonst waren es größtenteils Fremde. Hier waren es alles andere als Fremde. Jilli, Brian und Remus hatten ihn mit gemischtem Ausdruck angesehen. Es war etwas zwischen Mitleid, Sorge und Entsetzen. White dagegen war wie immer nichts im Gesicht anzusehen und lediglich Sirius sah ihn stolz und zuversichtlich an.
„Harry soll gegen Voldemort kämpfen?" fragte Remus ungläubig. „Er ist 17! Er ist nicht Dumbledore oder du, Anna. Ich sage nicht, dass er es nicht schaffen könnte, aber ihm diese Last auf die Schulter legen ist Wahnsinn."
„Ach was!" sagte Sirius jedoch und winkte mit der Hand ab. „Harry ist wie sein Vater. Und James hatte auch nie Schiss vor einem Duell. Erst recht nicht gegen Voldemort. Er schafft das schon. Nicht wahr?!"
Wieder sahen ihn alle an und nach wie vor war es unangenehm. Nun gar noch mehr, denn eigentlich wollte er wirklich sagen, dass er bereit war, dass er wie sein Vater sich nicht vor einem Duell mit Voldemort fürchtete. Raus kam nichts.
„Ich weiß, du hast Zweifel," sagte White umsichtig und Harry wandte sich ihr zu. Es war besser als die Blicke aller anderen auf sich zu spüren und sie nach und nach abzuklappern. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann gab es ihm auch etwas Sicherheit, dass die Direktorin ihm das zutraute und unterstützen würde.
„Ich kenne die Prophezeiung ebenfalls."
Worte, die ihn für einen Moment zusammenzucken ließen, dann aber beruhigte er sich schlagartig. Irgendwie gab es ihm Zuversicht, dass White davon wusste und er es nicht extra noch mal erwähnen musste. Sie kannte also in der Tat alles, was auch Dumbledore wusste.
„Wir kriegen das hin."
Harry nickte, dann wandte er sich seiner Schwester zu und obwohl sie ebenfalls wie alle anderen tief besorgt und verängstigt wirkte, nickte er auch ihr zu und sie nickte zurück. Sie hatten es nicht ausgesprochen, dennoch wussten beide, dass was immer auch passierte, sie es gemeinsam tun würden. Harry war nicht alleine und das wusste er nun auch.
