Nächstes =)


Review:

Mannequin: Huhu =)

Oh je =/ Das hört sich übel an. Hab eine Freundin, die davon immer Migräne bekommt und ich möcht ja schon los heulen, wenn ich nur Kopfschmerzen hab. Will gar nicht wissen, wie übel dann erst Migräne ist. Ist bei der Kälte grad aber auch kein Wunder. Der Frost hält sich in Bayern ja hartnäckig. Hats die letzten 2 Wochen überhaupt schon mal wieder 0 Grad gehabt? Ich glaub, wir kamen nie über -7 Grad... Ich hab teilweise draußen schon in mein Schal geatmet oder in mein Handschuh, weil die reine Luft so was von eisig war. Ein Glück gehe die Temperaturen langsam wieder hoch. Geht's dir denn nun besser? Wenn man krank ist, sollte man sich ja eher ausruhen als sich noch mit schreienden, kleinen, anstrengenden Kindern auseinandersetzen =/

Ist schon blöd, weil es glaub ich mehr an den beiden Schauspielern liegt, dass da eben null Chemie aufkam. Man hätte aber Ginny unmöglich einfach umbesetzen können. Das wär schon fies gewesen, zumal sie alle damals ja noch kleine Kinder waren als sie die Rollen annahmen und damals passte die Chemie zwischen den Kindern ja irgendwie. Zwischen Cho und Harry fand ich die Chemie eigentlich gut XD

Ja, das wär schon sehr traurig geworden, wenn in einem Buch gleich zwei Vaterfiguren für Harry sterben. In dem Fall ist meine Version von HP 7 hier ja fast komplett das Gegenteil von Rowling's beabsichtigter Vision Öö Harry hat hier nämlich sehr viel Unterstützung und Hilfe. Auch wenn er vieles dennoch alleine tun muss und wird, sich auch hier und da im Stich gelassen und alleine fühlt, aber ich wollte ihn ungern komplett über das ganze letzte Buch alleine wissen. Das hätte ich nicht schreiben können. Das wäre mir viel zu schwer gefallen. Ich fürchte mich ja immer noch davor James' und Lilli's Tod zu schreiben, wenn es soweit ist.

Ich muss gestehen, dass ich zu keinem Moment dachte, Dumbledore wäre schwul. Daher hatte es mich doch überrascht, als ich davon hörte. Muss aber auch zugeben, dass ich was das betrifft schon immer auf der Leitung stand ^^ Musste von zwei Freunden förmlich mit der Nase drauf gestoßen werden, damit ich verstand, dass sie auf Männer standen. Ist also für mich selbst nicht überraschend, dass ich so was nicht mitkriege, wenn es nicht wortwörtlich dran steht.

Dass Aufklärungsgespräch zwischen Harry und Anna bezüglich James war mir in dieser FF auch sehr wichtig und war ganz froh als ich es endlich fertig hatte. Ist für mich selbst auch so eine Aufarbeitung von allem, was ich in den Büchern vermisst habe. Ist halt keine normale HP Fortsetzung, sondern eine Marauder – James – zentrierte ^^

Yap, Brian ist das letzte Black Heart. Er war ja von Anfang an als eine Hauptperson eingeplant. Es war nur nicht sicher wie tief es mit ihm gehen sollte ohne das ganze ausarten zu lassen. Harry soll ja immer noch die zentrale Person sein.

Ich weiß nicht, ob Sirius so zufrieden mit Kaylar als Schwiegertochter wäre, hab mir dahingehend aber auch noch keine Gedanken gemacht, ob er überhaupt etwas dabei zutun haben wird. Ist im Moment ja mehr eine Absicht von Brian und noch nichts festes. Weiß nämlich auch noch nicht, wie eng das zwischen Brian und Kaylar tatsächlich wird und je nachdem wird Sirius dann auch entweder nur wenig oder gar nichts mit ihr zu tun haben.

Nö, muss keiner ^^ Ich oder Dumbledore selber erklärt ja seine Intentionen später.

Hehe, Brian und Kaylar sind ja noch nicht zusammen also nix fremd gehen. Natürlich hat er Jilli sehr gern, weswegen sie auch sehr viel Zeit zusammen verbringen. Im Moment würde ich sagen, ist Jilli für Brian weitaus mehr als eine gute Freundin, denn als es darum ging, Jilli's Leben zu gefährden um Sirius zurückzuholen, wollte er lieber Jilli's Leben schützen. Da hat er auch gemerkt, dass sie ihm mehr bedeutet als ihm bis dahin bewusst war.

Brian ist nun nicht dumm und hat auch gemerkt, dass Jilli mehr für ihn empfindet. Die Freundschaft, die beide mittlerweile jedoch haben, bedeutet ihm aber zu viel, um es einfach zuzulassen und zusehen, was passiert. Er ist sich dessen wie auch Sirius und Lilli es waren bewusst, dass es andernfalls die Freundschaft zerstören könnte. Kaylar ist daher mehr ein Versuch für ihn eine Katastrophe zwischen Jilli und ihm zu verhindern. Weiß nicht, ob man das nachvollziehen kann. Ist natürlich Kaylar gegenüber nicht fair, aber ist auch nicht so, dass sie sich einfach so von ihm um den Finger wickeln lässt und am Ende tut ihr ein wenig menschliche Erfahrung ebenfalls gut XD

Thx fürs liebe Review. Gute Besserung =)


Chapter 29 – Like father, like son

Der Dampf der aus der Tasse Tee empor stieg, war fast hypnotisierend. Sirius hatte viele Gedanken, vor allen Dingen aber besaß er sehr viel Zeit. Die Genesung schritt nur langsam voran und noch immer war es anstrengend bestimmte Zauber auszuführen oder sich gar daran zu erinnern. Sich zu erinnern war schwer...

„Brian lehnt es noch immer ab mit euch zu reden?" fragte Remus. Der Freund saß gleichfalls mit einer Tasse Tee auf einem Sessel gegenüber und seinem Blick nach, hatte er ihn gerade längere Zeit beobachtet. Remus machte sich große Sorgen um den Freund, denn sein Zustand war nach wie vor kritisch. Das jedenfalls hatte Stradford ihnen nach einer Untersuchung mitgeteilt. Sirius mag es selber nicht spüren, weshalb es an ihnen, seinen Freunden, blieb die Augen offen zu halten und über ihn zu wachen.

„Entschuldige," sagte Sirius und legte die Tasse nieder. „Hab ich mich schon wieder verloren?"

„Ein wenig," erwiderte er leichthin, schmunzelte dann aber mild. „An was hast du gedacht?"

Sirius atmete einige Male ein und aus, versuchte sich zu erinnern, sich zu fangen. Es war nicht einfach, sich nicht erneut im Nirgendwo zu verlieren.

„Brian," antwortete er schließlich und wirkte seltsam in sich gekehrt. „Warum ich nicht schon früher erkannt habe, wer er ist."

„Er geht euch immer noch aus dem Weg?"

Sirius nickte bedrückt.

„Ironie," stellte Remus mild fest. „Als Anna zurück kam, hat er noch den Kontakt zu ihr gesucht. Nun, wo sie bereit wäre, sich mit ihm auseinanderzusetzen, geht er auf Abstand. Sie sind sich ähnlicher als sie sich bewusst sind."

„Genau das meine ich," stimmte Sirius ihm zu und sah den Freund vielsagend an. „Dass ich diese Ähnlichkeit nicht schon früher erkannt habe. Da ist viel mehr was er von seiner Mutter hat... Prongs sagte einmal, dass wenn An und Ich Kinder haben, sie jeder sofort erkennen würde. Sie hätten dann bestimmt ihren unangebrachten Humor und mein dämlichen Blick."

Beide lachten erinnerungsseelig. Ja, das klang nach dem verstorbenen Freund.

„Was bin ich für ein Vater, dass ich meinen eigenen Sohn nicht erkenne? Wir haben miteinander geredet, Abende lang und mir ist es dennoch nicht aufgefallen."

„Ihr wusstet nicht, dass er überlebt hat," sagte Remus leise. „Und mir ist es immerhin auch nicht aufgefallen."

Beide Männer sahen einander lange schweigend an.

„Wussten es Prongs und Lilli?"

Sirius nickte betrübt. Wieder herrschte eine Weile lang stille, Remus nippte an seinem Tee und legte es schließlich beiseite.

„Wenn sich hier überhaupt jemand dumm vorkommen sollte, dann bin es ich, Padfoot. Ich hab mit Brian noch länger zusammengearbeitet und habe es nicht mal selbst erschlossen."

„Jilli?"

Remus nickte.

„Yap. Und dass sie es wusste war weniger verwunderlich."

Sirius gluckste plötzlich amüsiert.

„Sicher, dass da draußen keine Kinder von dir herumlaufen, von denen du nichts weißt?"

Remus gluckste gleichfalls.

„Diana ist tot, Sirius. Tote bringen keine Kinder mehr auf die Welt."

Dann aber blickte er tief in seine Tasse, die beinahe leer war und betrachtete die Teeblätter, welche am Boden im restlichen Tee noch hin und her schwammen.

„Andererseits, wann tauchen auch schon mal zwei totgelaubte Freunde wieder auf?" fügte er sanft dazu. Sirius nickte seinem Freund mit einem milden Lächeln zu. Vergeben und vergessen was auch immer an Geheimnissen ihre Freundschaft belastet hatte.

Die Tür des Schlafzimmers daneben stand ein Spalt weit offen und beide warfen einen Bick hinein. Auf dem Bett sah man Anna, die mit dem Rücken ihnen zugewandt da lag. Beide Männer sahen nicht, dass ihre Augen offen waren und sie ihnen zugehört hatte. Ein trauriges Lächeln war auf ihren Lippen erschienen. Sie schloss ihre Augen und erinnerte sich an die letzten Monate.


Es war kurz vor Remus und Tonks Hochzeit. Sie und Remus saßen einander gegenüber vor dem wärmenden Feuer in einem brennenden Kamin bei einer Tasse dampfenden Tee und leckeren Keksen, die sie von Molly Weasley bekommen hatten. Seit ihrer Rückkehr überschüttete ihre Tante sie fast täglich mit solchen Aufmerksamkeiten und Anna hätte alles unmöglich selber essen können. Weigern ging gleichfalls nicht und genauso wenig wollte sie es aber auch wegschmeißen oder verderben lassen und so war sie dankbar, dass Remus sie besuchte und das meiste aß. Seit ihrer Rückkehr lebte sie in Dumbledore's Haus in London, in dem sie auch schon nach Hogwarts eine Weile lang wohnte.

„Du und Tonks wollt heiraten?" wiederholte Anna sanft.

„Ich weiß, das ging schnell, aber Nymphadora ist... sie ist die Richtige," sagte Remus leise.

Anna lächelte und Remus kam nicht umhin ebenfalls zu strahlen. Er hatte dies schon sehr lange nicht mehr auf dem ihm so vertrauten und wichtigem Gesicht gesehen. Seit ihrer Rückkehr verging kein Tag, an dem er sich nicht große Sorgen um ihren tatsächlichen Zustand gemacht hatte und am größten war die Angst, dass es die Freundin, die er seit Kindertagen kannte, nicht mehr gab.

Sie war seit ihrer Rückkehrt oft unnahbar und fremd und während sie das früher nur als Maske trug, war sie es heute auch äußerlich. In diesem Moment sah er die Freundin, die er so gut kannte, zum ersten Mal wieder an der Oberfläche auftauchen. Sie existierte also doch noch hinter der kalten, verschlossenen Mauer, die sie für die Öffentlichkeit aufgelegt hatte.

„Ich habe einen Priester gefunden, der übermorgen Zeit hat. Wir wollen in deiner alten Wohnung heiraten."

„... Wieso das?" fragte sie sanft und nach wie vor warmherzig während sie ihnen heiße Tee in die Tassen nachgoß.

„Je schneller desto besser. Man weiß in diesen Tagen doch nie, ob man den nächsten Morgen noch überlebt. Und wenn dies nicht der Fall ist, so möchte ich vor Gott und euch allen geschworen haben, dass ich Nymphadore immer lieben werde."

Nun zuckte sie jedoch mit dem Mundwinkel und bekam durchaus etwas amüsiertes im Gesicht.

„Ich meinte, wieso in meiner alten Wohnung."

„Oh, ach so," machte er leicht unangenehm berührt. „Nun, es ist gefährlich zu offensichtlich zu heiraten. Vor allen Dingen wenn man auf der Abschussliste der Todesser auf der Topliste steht. Deine Wohnung verbinde ich zudem mit schönen Erinnerungen und das Einrichten geht schnell voran. Die Wohnung ist ohnehin fast leer. Nymphadora war auch dafür und nachdem du die Wohnung in meine Obhut übergabst nach -" Er stoppte kurz, um nichts unüberlegtes wieder aufzuwirbeln. „Obhut übergabst und nun an Harry übergeht, hielten wir es für eine gute Idee, es dort zu tun. Wir heiraten im kleinen Kreis. Der Priester, Brian, weil Tonks ihn bat ihr Trauzeuge zu sein, ihre Eltern, Jilli natürlich, Harry und – weil sie ohnehin immer im Rudel auftauchen – seine Freunde und du."

„Entschuldigung?" sagte die Hexe mit verwundertem Blick, aber der Freund nippte ruhig und genüsslich an seinem Tee in der Hoffnung, dass sie nicht all zu sehr dagegen sein würde.

„Remus!" sagte Anna ernst.

„Ich und Nymphadora wollten heiraten, bevor ich auch noch den letzten meiner alten Freunde verliere und natürlich wollen wir beide, dass meine beste Freundin dann auch dabei ist.

Und Jilli und Brian würde sich auch freuen, dich zu sehen. Vor allem Brian."

Sie seufzte und nahm langsam einen Schluck Tee. Nachdenklich hatte sie einen Moment gewartet, um auf seine Worte einzugehen.

„Ich kann nicht," entgegnete sie schließlich frustriert. „Harry und Ich, das ist keine gute Kombination. Ihn zu sehen – Es zu verarbeiten ist noch immer schwer genug. Ihn zu sehen macht es nur schwerer. Er sieht James so ähnlich, es ist als ob er direkt vor mir steht. Seine Augen, sie sind wirklich die von Lilli. Wenn ich ihn ansehe, sehe ich sie beide."

„Wem sagst du das," lachte Remus herzlich. „Ich hab Harry ein Jahr unterrichtet und glaub mir, selbst da ist er genau wie sein Vater. James ist da aber nicht ganz unschuldig. Harry hat seinen Tarnumhang, die Karte, die wir erstellt haben -"

„Er hat die Karte von Hogwarts?" wiederholte sie mit kritischem Blick „Hat Filch die nicht eingesteckt als ihr sie bei eurem letzten Streifzug verloren habt? Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich geweigert habe, mich da rein zu schleichen, um sie euch wieder zu holen."

Remus lächelte warm.

„Jiah. Harry hat sie irgendwie an sich gebracht und Severus hat ihn damit erwischt. Ich hab sie ihm zwar abgenommen, aber – ähm – zurückgegeben als ich die Schule verlassen habe."

Auf ihren verblüfften Blick hin, lächelte er verlegen.

„Ich war kein Lehrer mehr," versuchte er sich sanft zu erklären. „Und wäre James noch am Leben, er hätte mich ohnehin dazu überredet, sie Harry wiederzugeben."

Er lachte und sie lächelte ebenfalls leise.

„Dann sieh mal, wie du das wieder ausmerzt, Professor Lupin."

Sie hob ihre Tasse Tee und prostete dem erstarrten Freund zu, dessen Ausdruck entsetzter nicht hätte sein können.

„Entschuldigung?" sagte nun er mit kritischem Blick.

„Oh, mir fehlt der Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste und da du schon Erfahrungen darin hattest ein Jahr lang, hole ich dich nun offiziell wieder zurück an die Schule für den Posten."

Sie nippte genüsslich an ihrem Tee während sich sein Ausdruck von entsetzt zu tief schockiert steigerte.

„Du weißt, der Grund warum ich den Posten damals verließ war, weil nun jeder weiß, dass ich ein Werwolf bin. Die Gesellschaft hat sich in den wenigen Jahren nicht geändert und wird nun nicht weniger dagegen sein."

„Und du weißt, wie viel Wert ich auf die Meinung der anderen lege."

„Anna!" sagte er entrüstet.

„Remus, ich brauch dich in Hogwarts," sagte sie noch bevor er erneut zum Widerspruch ansetzen konnte. „Noch glaubt Voldemort, dass ich im Besitz meiner vollen Magie bin. Das bin ich nicht. Wie ich euch gesagt habe, habe ich Phasen der Erschöpfung, in denen ich mich zurückziehen muss, um meine Magie wieder zu sammeln. Wenn er unerwartet genau zu der Zeit angreift, wenn ich nicht da sein kann, ist jeder der Kinder in Hogwarts in Gefahr. McGonagall, Hagrid, all die anderen Lehrer, sie werden nicht im Stande sein, die Kinder rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Auroren, die ich für die Schule bekomme, die Mitglieder, die ich noch hinein schleusen kann, all das wird vielleicht trotzdem nicht genug sein. Ich brauche dich, damit du mir genug Zeit verschaffst, damit ich aus dieser Phase komme."

Er sah sie dennoch verwirrt an. Er verstand zwar ihre Argumentation, dennoch glaubte er, dass sie mit Absicht ignorierte, was alles dagegen sprach. Außerdem gab es auch noch den Restzweifel, den jeder im Orden hatte...

„Kannst du ihn wirklich aufhalten?" fragte er besorgt. Sie schüttelte den Kopf.

„Nein, kann ich nicht. Ich kann uns Zeit verschaffen, ich kann ihn bei Laune halten – aber aufhalten, das kann ihn nur einer. Harry."

„Harry?!" rutschte ihm harsch heraus. „Anna, er ist noch ein Kind."

„Er hat Gryffindor's Magie," sagte sie im Gegensatz zu ihm immer noch sehr sanft. „Ich spüre es ganz eindeutig. So wie auch Dumbledore es gespürt haben muss, vielleicht auch Voldemort. Das werden wir noch sehen. Harry muss jedoch lernen damit umzugehen. Nur dann hat die Zaubererwelt eine wirkliche Chance Voldemort aufzuhalten."

Remus sah sie überrascht an.

„Du wirst ihn also unterrichten?"

„Wir werden sehen," sagte sie ehrlich und nippte erneut an ihrem Tee.

„Doch noch irgendwo ganz die alte Anna White," stellte er erfreut fest. Sie aber wurde prompt traurig und verlor auch das Lächeln, woraufhin er sich sofort wünschte das nicht ausgesprochen zu haben. Das hatte er nicht beabsichtigt.

„Anna, Ich -"

„Schon okay," sagte sie schnell und sah ihn wieder wie zuvor schon verschlossen und kalt an. Er verstand, dass sie nicht weiter darüber reden würde und es sinnlos war noch mal darauf einzugehen. Es würde nur mehr Schaden anrichten als wirklich zu helfen.

„Aber du kommst?" fragte er, um zumindest nicht unangenehme Stille zwischen ihnen walten zu lassen. „Ich möchte wirklich im Beisein meiner besten Freundin heiraten. Wenigstens den einen letzten Freund noch dabei haben..."

Sie zögerte, musterte ihn einen langen Moment lang in dieser puren Stille und nickte dann sehr vorsichtig. Remus strahlte erfreut.


Am Tag seiner Hochzeit. Sie hatte wirklich die Absicht zu kommen, wollte es schließlich auch selber. Anna mochte Tonks sehr gerne, brauchte auch nicht lange, um sicher zu sein, dass die junge Hexe ein gutes Herz besaß. Brian und Jilli zu begegnen würde nicht einfach für sie sein, war es doch das letzte Mal bereits alles andere als leicht gewesen. Aber für Remus wollte sie es tun... Sie hatte nur nicht damit gerechnet, dass sie ihre Kraft verließ.

Remus stürmte auf das Zuhause von Dumbledore zu. Es war sein Hochzeitstag und eigentlich sollte er mit all seinen Freunden, seiner Braut und ihrer Familie feiern, aber ungeheure Enttäuschung konnte in einem nie gekannte Eigenschaften hervor bringen. Eines davon in ihm war Ungeduld.

Remus konnte nicht warten. Er musste sie jetzt zur Rede stellen, erfahren, warum sie nicht gekommen war, trotz ihres Versprechens. Hatte sie sich wirklich so sehr verändert? War es ihr egal, was in seinem Leben vor sich ging? War er ihr egal? Er dachte, sie wären Freunde gewesen..

Er wollte nicht lange bleiben, da dies die erste Nacht von ihm und Tonks als Ehepaar war, aber er musste kommen, um von ihr zu erfahren, warum sie eingewilligt hatte zu kommen, wenn sie es am Ende doch nie vor hatte.

Das war früher nie der Fall gewesen. Man konnte sich immer auf ihr Wort verlassen und er hatte es auch dieses Mal gehofft. Sie bei seiner Trauung dabei zu haben war ihm wichtig gewesen, sehr wichtig sogar. Es war eines der wenigen Dinge, die ihn ablenken konnten...

Er drückte auf die Klingel aber es kam absolut kein Ton. Wirklich jetzt? Wollte sie ihn wirklich zur Weißglut treiben? Jetzt ließ sie es nicht mal mehr zu, dass man sie aufsuchte? Er ließ es sich nicht bieten und hämmerte mit der Faust gegen die Tür. Nichts. Er legte die Hand an den Türknauf und wollte seinen Frust daran auslassen, doch statt dass er daran wütend rütteln konnte, ging sie ohne Probleme auf. Er war so überrumpelt davon, mit einem Mal war seine gesamte Wut in den Hintergrund gedrängt worden. Sie war doch sonst nicht so unvorsichtig?

„Anna!" Sein Herz blieb stehen als er sie am Boden liegen sah und stürmte sofort zu ihr runter. Er hob sie auf seine Arme. Sie war ohnmächtig, blass, atmete nur noch sehr schwach - Panik kroch in ihm auf. Sie musste ins St. Mungo! Sie brauchte einen Heiler. Er war fast an der Tür angekommen, da hörte er sie stöhnen. Sofort hielt er an und sah zu ihr hinab. Ihre Augen waren halb geöffnet.

„Anna," sagte er erleichtert. Sie lebte. Sie lebte... Sie lebte... „Ich bring dich ins St. Mungo."

„Nein," hauchte sie leise. Er sah sie irritiert an, aber sie wiederholte es leise. „Nein."

„Aber du -" Er stoppte als er verstand, was sie damit sagen wollte. Das mussten diese Phasen sein von denen sie sprach. Phasen der Erschöpfung und nun verstand er auch, warum sie ihn unbedingt in Hogwarts haben wollte. Sie war tatsächlich verwundbar in dieser Verfassung.

Lupin hatte die Hexe in ihr Bett gelegt, sie zugedeckt und schließlich warmen Tee gekocht, falls sie aufwachen und Durst haben sollte. Er hatte Tonks seinen Patronus geschickt mit der Nachricht, dass er die Nacht hier bleiben würde.

Der Schock saß tief. Für einen Moment hatte er geglaubt, sie wieder zu verlieren. Hier zu bleiben und zu sehen, dass sie langsam wieder stärker wurde, war das Einzige, was ihm half das Entsetzen wieder aus seinem Herzen zu verbannen und sich zu beruhigen. Er war irgendwann in ein Halbschlaf neben ihr geglitten aus dem er immer wieder aufwachte, wenn sie sich rührte. Es war annähernd bereits morgen als sie sich aufzog und er sich sofort kerzengerade im Sessel neben ihr aufrichtete. Mit einem Schlag war er hellwach.

„Hey," sagte er erleichtert. Die Farbe in ihrem Gesicht war zurück. Ein Glück.

„Hey," hauchte sie schwach, brauchte aber offenbar ein Moment, um sich wieder zu fangen.

„Ich hab deine Hochzeit verpasst... nicht wahr?"

„Ist egal," erwiderte er sofort. Das war es jetzt wirklich. Er kam sich sogar dumm vor so wütend mit ihr gewesen zu sein. Das war ungewohnt selbstsüchtig von ihm gewesen.

„Wieso wolltest du nicht, dass ich dich ins St. Mungo bringe? Sie könnten dir vielleicht helfen."

White schüttelte traurig den Kopf.

„Stradford hat mich schon untersucht. Ich weiß, was ich habe. Im St. Mungo kann mir keiner helfen. Voldemort hat seine Spitzel dort. Er darf nichts von meiner Verfassung wissen."

„Du sagtest, dass du krank bist, aber... wie krank bist du wirklich?" fragte er bedrückt. Irgendwie glaubte er die Antwort bereits zu kennen. Anna sah ihn tief und fürsorglich an.

„Ich bin nicht die, die ich einmal war, Remus. 15 Jahre können sehr zerstörerisch in einem sein. Ich weiß nicht, wie lange mir bleibt."

Er schluckte hart und senkte den Blick. Remus hätte sie nicht ansehen können, wo er genau wusste, dass all seine Gefühle in seinen Augen ablesbar gewesen wären. Es wäre auch zu schön gewesen, wenn das Schicksal ihm einen Freund gelassen hätte...

„Lass uns nicht weiter darüber reden, ja? Erzähl mir lieber wie deine Trauung war? Warum bist du nicht bei Tonks geblieben?"

Nichts. Er konnte noch nicht sprechen. Es war anders, zu wissen dass man dabei war einen Freund zwei mal zu verlieren. Es war schwerer.

„Remus," sagte sie mitfühlend und legte ihre Hand auf seine. „Du hattest Angst um mich, nicht wahr?"

„Kannst du mir das verübeln?" fragte er traurig und versuchte offenbar nicht zu beleidigt zu wirken. Hatte sie das wirklich angezweifelt? White seufzte und zog ihre Hand zurück. Die Hexe lehnte sich an die Wand und atmete tief durch, um sich wieder zu fassen. Eine Weile lang blickte sie zum Fenster hinaus und beobachtete die stille Gegend. Keine Menschenseele, kein Wind, einfach gar nichts, was an das Fortschreiten der Zeit erinnerte.

„Ich vermisse sie auch," hauchte sie nach einer Weile. Sie hatte ihn nicht angesehen, ihr Blick war weiterhin in die Leere gerichtet, dennoch konnte sie spüren, dass ihre Worte ihn berührten, weil sie die Wahrheit wiedergaben. „Ich weiß, wie du dich fühltest und ich wollte nicht zurückkommen und es dir noch schwerer machen... Einmal war genug. Wenn man bedenkt, wie oft Lilli schon glaubte James wirklich verloren zu haben, war es am Ende wirklich ein Wunder, dass sie dennoch bis zum Ende zusammen blieben, wo es kaum jemand zwei mal aushält, jemanden so zu verlieren... Ich konnte nun nur nicht mehr anders als zurückkommen. Wegen Harry."

„..."

„Ihm nicht zu helfen, trotz der Tatsache, dass er diese Hilfe dringend braucht, wäre Verrat an Lilli und James – und Sirius."

„Ich weiß," sagte Remus sanft.

Beide verfielen für einen kurzen Moment in tiefes Schweigen, dann aber sah Remus zu ihr zurück.

„Als das Gerücht aufkam, dass du noch leben könntest – wegen Sirius, bevor er starb – da hab ich eine Zeit lang gehofft, dass du plötzlich wieder vor mir stehst. Ich hätte es gewollt, dass du wieder zurück kommst, egal wie kurz die Zeit gewesen wäre.

Die Wahrheit kommt früher oder später immer heraus. Ich hätte herausgefunden, dass du noch lebtest und irgendwo alleine ohne einen Freund an deiner Seite gestorben wärst. Das wäre genauso schlimm gewesen, wenn nicht noch schlimmer."

Anna sah vom Fenster zum Freund zurück. Es dauerte ein Augenblick, dann lächelte sie leicht.


Heute

Es wurde Zeit. Das Training mit Harry musste Fortschritte machen. Als dieser schließlich am Montag in das Klassenzimmer für Geschichte schritt, überraschte es ihn als er White nicht alleine dort antraf.

„Sirius? Remus?"

„Yap, ich bin auch hier," sagte Sirius mit einem amüsierten Schmunzeln auf den Lippen, während Remus ihn freundlich mit „Hallo Harry" begrüßte.

„Ich werde heute Abend dabei sein. Überraschung!" trällerte sein Patenonkel heiter weiter.

„Jaah, schon," stimmte Harry verwundert zu. Auch wenn er die beiden sehr gern hatte, so kam er nicht umhin dennoch verwirrt über ihre Anwesenheit zu sein. Was sollten sie denn bitte tun? Ihn ebenfalls dazu auffordern sich zu konzentrieren? Harry bezweifelte, dass es besser ging, wenn drei auf ihn einredeten.

„Sirius und Remus werden deine Gegner im Duell sein," erklärte White und Harry zuckte misstrauisch zurück. Sirius und Remus?! Harry hatte noch nie gegen einen von beiden gekämpft. War Sirius überhaupt schon wieder gesund?

„Keine Sorge," fügte White schließlich hinzu. „Richtig duellieren sollst du dich nur mit Remus. Das mit Sirius wird kein richtiges Duell. Er spielt nur den Dummy, damit du die neuen Flüche gegen jemanden anwenden kannst."

„Err -" machte Harry immer noch irritiert. Sirius gluckste heiter.

„Ich bin ihr solange auf die Nerven gegangen bis sie mich hat mitkommen lassen – Das will sie dir damit sagen."

Sirius zwinkerte ihm zu und Harry kroch unweigerlich ein Grinsen über die Lippen. Er hatte seinen Paten wirklich vermisst und mochte es ihn wieder so heiter zu sehen. White rollte mit den Augen. Es war das erste Mal, dass Harry das bei ihr sah und kam nicht umhin überrascht die Augenbraue hochzuziehen. Sie deutete auf einen alten Schuh unter dem Tisch.

„Besonderer Portschlüssel. Es wird Zeit an einen verborgenen Ort in Hogwarts zu reisen."

Sie berührte den Portschlüssel als erstes und Harry sah, wie sie mit einem Schwung aufgesaugt wurde. Auf seinen erschrockenen Blick hin, grinste Sirius breit.

„Jah, sie wartet auf nichts und niemanden," kommentierte er spitz und deutete Harry an, den Schuh ebenfalls zu berühren. Es dauerte keine Sekunde, da spürte auch er den Sog. Das Schleudern und drehen dauerte jedoch nicht länger als ein Wimpernschlag. Er kam an einem Ort wieder heraus, der ihn leider hätte vertrauter nicht sein können.

Es war die Kammer des Schreckens.

Während er immer noch entsetzt von der Feststellung war, tauchten Sirius und Remus hinter ihm auf. Während Remus bei White stehen blieb, sah Sirius sich um als wäre dies hier ein Museumsbesuch und selbst der tote Basilisk wäre nichts als ein Ausstellungsstück.

„Interessant," sagte er beiläufig. Harry dagegen fiel halb die Kinnlade herab.

„Sollte der nicht eigentlich verwesen?" platzte ihm in seinem Entsetzen heraus. Er hatte sich zwar nie wirklich Gedanken um die Kammer gemacht, glaubte aber durchaus, dass sie hier zumindest aufgeräumt hätten?!

Basilisken verwesen nicht," teilte White ihm mit und Harry wandte sich ihr immer noch ungläubig zu. „Professor McGonagall teilte mir mit, dass Dumbledore es für gut befand die Kammer wieder zu versiegeln, jedoch einen Portschlüssel hier her aufzubauen, für den Fall, dass uns das tote Wesen noch mal nützlich sein könnte. Ein Basilisk ist schließlich eine sehr mächtige Kreatur, die tot genauso von Nutzen ist, wie sie lebend gefährlich war."

Harry schaffte es endlich zumindest den Mund wieder zu schließen, runzelte aber dennoch misstrauisch die Stirn. Was sollten sie hier unten? Glaubte sie etwa, wenn er sich an die schlimmen Ereignisse aus dem Kampf erinnerte, würde er sich besser konzentrieren können? War sie wirklich so schräg, dass sie zu solch unmöglichen Mitteln griff?

„Hier unten ist es sicherer. Was immer du auch für Flüche benutzt, es hat keinen Einfluss auf das Schloss oben."

Flüche benutzt?! Er benutzte doch gar keine bei diesen Konzentrationsgedöns?!

White wandte sich Harry mit ernstem Blick zu und obwohl auch Remus und Sirius bei ihnen standen, richtete auch er seine Aufmerksamkeit nur der Professorin zu.

„Nun, Harry, wie ich mitbekommen habe, hattest du ja bereits Konfrontationen mit Voldemort."

„Ja... hatte ich."

„Haben die angewandten Flüche überhaupt Schaden verursacht?"

„..." Er wollte nicht antworten, wo die Frage kaum anders zu beantworten war als mit nein. Sirius verzog kritisch die Augenbrauen, aber Remus hatte seinen Ausdruck nicht verändert. Für ihn war der kalte Umgang der beiden normal.

„Voldemort besitzt sehr starke Magie," fuhr White in der selben strengen Stimme fort, Sirius' Ausdruck hatte sie einfach ignoriert. „Ein einfacher Impedimenta, das jeder Schüler beherrscht, wäre nie im Stande ihn aufzuhalten oder überhaupt Schaden zuzufügen. Der Expulso Fluch, den du erlernt hast, tut es genauso wenig, obgleich er, wie du sicher gemerkt hast, erheblich stärker ist."

Remus lachte aus Versehen bemerkbarer als gedacht. Da sich sowohl White, wie auch Harry und Sirius dem Freund zuwandten, winkte dieser mit unangenehmen Blick ab.

„Verzeihung," sagte er mit dem Anflug eines Lächelns. White und Harry führten ihr Gespräch fort, während Sirius sich für White unbemerkbar mit neugierigem Blick zu Remus beugte, welcher ihm auf halbem Wege hinter ihrem Rücken entgegen kam.

„Blaue Flecke," murmelte Remus so leise wie möglich. „Sie ist mir humpelnd und fluchend aus dem Duell mit Harry entgegen gekommen."

„Ah ja," sagte Sirius, nickte sichtlich verstehend und beide Männer beugten sich wieder in ihre Ausgangsposition.

„Um gegen einen Zauberer wie Voldemort ein Duell führen zu können ist es wichtig, dass du Erfahrung im Duell mit ebenfalls älteren Gegnern sammelst. Insbesondere bedeutet dies – kein Duell mehr mit Schülern, sondern Duelle mit ausgebildeten Zauberern – ausgebildete Zauberer, die mehr beherrschen als plumpe Sprüche und den Cruciatus Fluch," fügte sie hinzu und jedem war klar, wen sie damit meinte. White drehte sich um und hatte die Sicht auf Remus frei gemacht. Harry war zwar immer noch irritiert, verstand andererseits aber auch ihre Intention.

„Du wirst hier unten jedes Mal ein Fluch und den Gegenfluch dazu lernen. Indem du dich mit erfahreneren Zauberern wie Remus hier duellierst, wirst du auch lernen dich selbst einzuschätzen. Das heißt, bei wem du die Zauber wie stark anwenden solltest, um eine Wirkung zu erzielen. Dies zu wissen ist wichtig, denn nur so lernst du deine Magie angemessen einzusetzen.

Dein Gegner wird nicht immer Remus sein. Er dient nur heute als dein Gegner. Über die Wochen hindurch wirst du mit weiteren Mitgliedern aus dem Orden hier unten duellieren und so deine Kenntnisse erweitern und dich selbst einzuschätzen lernen.

Bist du bereit?"

„Ja, bin ich," sagte Harry fest und überraschend für ihn selber fühlte er sich aufgeregt und neugierig. So hatte er sich das Training mit Dumbledore eigentlich vorgestellt und es nahm ihm nun auch etwas Angst, die ihn ständig umgeben hatte. Es war eine Frage gewesen, mit die er ständig rang. Wie sollte er Voldemort überhaupt besiegen, wenn er seine Flüche ständig abschmetterte?

Es fühlte sich seltsam erleichternd an, dass diese Frage ihn ab nun an nicht mehr bedrücken würde.

„Dann starten wir," sagte White und nickte Remus zu.

Die beiden stellten sich einander gegenüber, so dass sich die beiden aber auch ein gutes Stück entfernt von Sirius und Harry befanden. Beide hoben zeitgleich ihre Zauberstäbe.

Incursio," sagte White zur selben Zeit zu der Remus „Praestes" sprach. Es war ein gewaltiger, heller Blitz, der aus dem Zauberstab der Professorin heraus kam und dennoch wurde er vom weißen Schutzzauber absorbiert.

„Du bist dran," sagte White zu Harry. Er runzelte kritisch die Stirn, tauschte dann aber die Plätze mit ihr. Der Griff um seinen Zauberstab wurde fester und obwohl er sich den Spruch merken konnte, fragte er sich, ob sein Angriff ansatzweise genauso stark sein würde.

„Fertig?" fragte Remus. Harry nickte. „Los."

Incursio!"

Praestes."

Aus Harry's Zauberstab kam... nichts. Remus' Schutzschild war da, das weiße Zelt hätte alles aufgehalten. Es kam nur nichts.

„Hm," machte Remus auf Harry's verwirrten Blick hin. Sirius und White waren nicht weniger verdutzt. „Professor White? Sieht aus als ob du doch noch mehr Magie als normale Schüler in dir trägst," merkte der Freund mit dem Anflug eines milden Lächelns an.

„Ja, Professor White," witzelte Sirius mit besonders belustigter Betonung. „Professor Lupin könnte recht haben."

White warf Sirius einen dämlichen Blick zu, aber er hatte weder sein breites Grinsen abgeschraubt, noch schien er es überhaupt vorzuhaben. Stattdessen gluckste er heiter weiter.

„Versuch es noch mal, Harry," sagte White und wandte sich wieder dem Schüler zu. „Hebe deine Stimme nicht an. Erinnerst du dich an die letzten Stunden? Konzentriere dich. Fühle die innere Magie."

Harry schluckte, hob den Zauberstab erneut und stellte sich mit Remus zu einem weiteren Duell auf.

„Fertig?" wiederholte Remus. „Los."

Incursio!"

Praestes."

Dasselbe Spiel. Aus Harry's Zauberstab kam absolut gar nichts.

„Wie der Vater so der Sohn?" kommentierte Sirius leise, was für Harry und Remus nicht hörbar war, zumal er und White doch ein gutes Stück entfernt von beiden standen. White gab ihm erneut einen dämlichen Blick.

„Wenn du nicht deine Klappe hältst, wende ich den Silencio Zauber auf dich an," zischte sie ihm zu. Sirius zuckte heiter mit den Schultern.

„Na gut," sagte er ruhig, dann aber bekam er ein breites Grinsen und fügte sehr pompös hinzu : „Professor White."

Remus und Harry übten den Fluch und den Gegenfluch dazu weitere Male und stets versuchte er auf White's Aufforderung etwas zu verändern. Es klappte kein einziges Mal. Sie wusste nicht, wie lange oder wie oft sie das schon versucht hatten als sie schließlich eine Pause einlegten. White zog sich von den dreien zurück und hatte sich in ihren eigenen Gedanken verloren.

Obwohl Sirius Harry und Remus eine Flasche Wasser reichte, konnte Harry kein Schluck trinken. Zu enttäuscht und wütend war er über sich selbst und dass es einfach nicht klappte bedrückte ihn mehr als er sich selbst eingestehen wollte.

„Was mach ich falsch?" fragte er an beide gewandt, aber weder Sirius noch Remus fanden eine Erklärung. „Professor White sieht verärgert aus."

„Neeeeeeein," sagten beide jedoch übertrieben sicher.

„Sie – uhm – denkt nur nach," versuchte Remus Harry zu beruhigen. Das war so halb die Wahrheit. Anna dachte schließlich tatsächlich nach.


Damals

Incursio!" rief James laut und klar. Nichts kam aus seinem Zauberstab. Remus stand vor ihm und hatte das schützende Zelt immer noch aufgebaut. Sirius, Lilli, Diana und Anna standen, teilweise saßen auch unweit daneben auf der Treppe. Sirius lehnte lässig sitzend an der Wand mit einem Butterbier in der einen Hand. Mit der anderen Hand fischte er immer wieder mal Bohnen aus einer Schachtel und warf sie in die Luft, um sie mit dem Mund zu fangen.

„Das ist doch Schwachsinn!" fluchte James und ließ den Zauberstab sinken. Remus tat es ihm gleich und beendete den Schutzzauber. White stand auf und schritt als einzige zu den beiden rüber.

„Das ist kein Schwachsinn," sagte sie verärgert. „Es ist die Basis, die du für alle anderen Flüche gegen Voldemort brauchst."

„Wie kann es die Basis sein, wenn es nichts tut?"

„Es tut nur bei dir nichts."

„Sag ich doch! Es tut nichts."

„Es tut nur bei dir – Egal," sagte sie schließlich und schnaubte. Sirius grinste vergnügt hinter ihrem Rücken und warf sich erneut eine Bohne in den Mund.

„Versuchs noch mal, okay? Wir ändern den Gegner."

Sie drehte sich zu den Freunden um, sah alle nacheinander an und beschloss schließlich, dass Lilli den Platz mit Remus tauschen sollte. Beide hoben ihre Zauberstäbe und machten sich für das Duell bereit.

Incursio!" sagte James laut.

Praestes." sagte Lilli klar.

Wieder baute sich das schützende Zelt ohne jegliche Probleme auf und wieder kam aus James' Zauberstab rein gar nichts heraus.

„Nicht mal ein Lüftchen!" spuckte er sarkastisch zu den Freunden zurück und hatte wie auch seine Frau den Zauberstab wieder herunter genommen.

„James, komm schon," stöhnte Anna müde. „Lilli schafft es doch auch?"

„Ja ja," entgegnete er augenrollend. „Alle schaffen das. Nur James Potter nicht."

„Das hab ich nicht gesagt," raunzte sie empört. „Du strengst dich nur nicht genug an."

„Ich streng mich sehr wohl an!"

„Du nimmst das hier nicht mal ernst!"

„Weil ich diesen blöden Fluch nicht hinkriege?" blaffte er verärgert. „An! Nicht jeder schafft diese idiotischen dunklen Flüche so wie du. Manche müssen sich nun mal überwinden dazu zu greifen!"

„Ach? Und ich schaff das natürlich weil ich voll von dunkler Magie bin?!"

„Ja!"

James wurde sofort bewusst, was er da gerade gesagt hatte und schluckte hart.

„Nein!" verbesserte er sich sofort ernst. „Natürlich nicht. Das war eben – Ich meinte das nicht so. Ich bin nur -"

Er schnaubte und warf seinen Zauberstab mit voller Wucht in eine leere Ecke.

„Frustriert..."

„Okay," sagte sie, zog ihren Zauberstab und richtete ihn auf den am Boden liegenden Zauberstab in der Ecke. „Accio Zauberstab."

Er flog in ihre Hand und sie reichte ihn dem Freund zurück. James sah sie verwirrt an, aber Anna deutete ihm an ihn wieder an sich zu nehmen.

„Ich bin jetzt deine Gegnerin."

James nahm seinen Zauberstab in die Hand und sah irritiert zu, wie sie sich vor ihm hinstellte und ihre Position für das Duell einnahm.

„Glaubst du wirklich, dass sich jetzt irgendetwas ändert?!"

„Kommt drauf an. Versuchs. Fertig?"

Er zögerte, dann nickte er jedoch, wenn er sich auch ein genervtes Augenrollen nicht verkneifen konnte und nahm seinerseits die Position ein.

„Los."

Incursio!"

Praestes."

Ein heller Blitz schoss aus seinem Zauberstab empor, doch die Wucht war so stark, dass es James selber nach hinten riss und der Blitz statt von Anna's Schutzschild absorbiert zu werden an die Decke knallte und mit einem gewaltigen Knall ein Loch hinein riss. Holzsplitter krachten in alle Richtungen hinab und wären die Freunde nicht rechtzeitig zur Seite gesprungen, einige Balken hätten sie unter sich begraben.

Anna beendete ihren Schutzzauber und sah James, der auf seinem Hintern am Boden saß und entsetzt das riesige Loch an der Decke anstarrte, genauso ungläubig an, wie es auch Lilli, Remus und Diana taten, die unweit entfernt an einer Wand in Deckung gesprungen waren. Sirius hingegen war nur zur Seite gerollt, war zwar auch für ein Moment schockiert, dann aber lachte er bellend. James stieg ein und lachte gleichfalls. Als auch Lilli, Diana und Remus mitlachten, schüttelte Anna mit dem Anflug eines Lächelns den Kopf.

„Wäre ich nicht seine Urenkelin, Dumbledore würde mich feuern für all die Häuser, die wir demolieren."

„Aber hallo!" lachte James vergnügt. „Ich habs geschafft!"


Heute

Es war ein Versuch wert. Schließlich handelte es sich um Gryffindor's Magie. Was beim Vater klappte, konnte auch beim Sohn funktionieren. Bei James war es der Frust gewesen, der die Magie dazu antrieb, bei Harry würde sie sich nun etwas anderes einfallen lassen, um ein intensives Gefühl aus ihm herauszuholen, was die Magie bewegen könnte.

„Okay," sagte White, woraufhin sich alle drei Männer ihr zuwandten. „Wir tauschen Plätze. Harry, du duellierst dich nun mit mir."

„Mit ihnen?!" fragte er verwundert und auch Remus und Sirius waren überrascht.

„Ja," wiederholte White und warf den jungen Zauberer einen herablassenden Blick zu. „Oder hat der Auserwählte Harry Potter etwa Angst? Ich bezweifle, dass du in dem Fall das nächste Duell überlebst. Sei es gegen Voldemort oder gegen Severus Snape."

Sie ging zur Seite und stellte sich für das Duell auf Position. Harry zögerte verärgert und schritt erst los als sie ihn erneut ansah.

„Zu warten und zu hoffen, dass sich der Gegner zu Tode langweilt ist auch keine wahrscheinliche Option. In dem Fall brauch ich mir nicht mal die Mühe zu machen überhaupt einen Gegenzauber überhaupt aufzubauen, wenn du ihn sowieso nicht schaffst."

Verärgert hob er seinen Zauberstab und machte sich gleichfalls bereit. Musste sie den Namen erwähnen? Snape... Wie er ihn doch verachtete. Allein der Gedanke an ihn löste in Harry erneut eine Welle von unkontrollierbaren Zorn aus.

„Fertig? Los!"

Incursio!"

Ein heller Blitz schoss aus Harry's Zauberstab heraus. White hatte tatsächlich kein Schutzzauber ausgesprochen und Harry riss es im Gegensatz zu seinem Vater nicht von den Füßen. Der Blitz traf die Hexe mit aller Kraft, wirbelte sie durch die Luft und schleuderte sie förmlich durch die Gegend nach hinten wo sie gegen eine Wand aufschlug und ächzend zu Boden fiel.

„An!" riefen Sirius und Remus gleichzeitig und eilten ohne zu zögern zur Hexe. Harry war so entsetzt, er konnte sich nicht mal vom Fleck rühren. Sirius und Remus halfen der Schulleiterin wieder auf und auch wenn er ihr schmerzverzerrtes Gesicht nicht gesehen hätte, an ihrer Körperhaltung konnte jeder erkennen, wie viel Schaden von seinem Fluch kam.

Sehr vorsichtig schritt Harry zu ihnen rüber, denn White war nach wie vor nicht auf ihren Beinen und je näher er kam, um so verständlicher wurde ihr Keuchen. Er hörte das schwere atmen und als er in ihr Blickfeld trat und sah, dass durch sein Fluch sogar Schnittwunden entstanden waren, kam ihm sofort das schlechte Gewissen.

„Professor White, Ich -"

„Es tut dir nicht leid," fiel sie ihm jedoch ins Wort und blickte ihn bestimmend an. Sirius runzelte verwirrt die Stirn und auch Remus verstand nicht, was hier vor sich ging. Harry aber hatte es die Sprache verschlagen und er wagte es nicht mal sich weiterhin zu verteidigen. Sie hätte leider recht. Als er den Fluch nämlich anwandte, da tat er das mit voller Absicht, ganz gleich welcher Schaden entstehen würde.

„Aber das ist gut."

Harry sah auf einmal überrascht zurück und White lächelte tatsächlich. Es war nicht das heimtückische, das er eigentlich erwartet hatte von ihren früheren Aufeinandertreffen. Es war ein stolzes Lächeln.

„Die Magie Gryffindor's lässt sich wie ich dir schon mal erzählt habe durch Gefühle kontrollieren. Du hast Zorn gewählt. Da du nun weißt, wie es sich anfühlt, diesen Fluch anzuwenden, sollte es kein Problem sein, es erneut zu tun. Ohne erzwungenen Zorn."

White drehte sich nach rechts wo Remus sie gestützt hatte.

„Du bist dran," sagte sie und der Freund nickte.

Die beiden Männer halfen White sich aufzurichten und sich auf einen Felsvorsprung anzulehnen. Remus wandte sich dann an Harry und deutete ihm an sich mit ihm wieder für das Duell vorzubereiten. Sie stellten sich auf ihre jeweiligen Plätze und richteten die Zauberstäbe gegeneinander.

Incursio!"

Praestes."

Und in der Tat kam aus Harry's Zauberstab der Fluch mit derselben Wucht wie zuvor, nur wurde er dieses Mal von Remus' Schutzschild absorbiert. Auf Harry's Lippen bildete sich sofort ein breites, erfreutes Lächeln. Er sah zu Sirius und White und auch in ihren Gesichtern sah er das zufriedene Lächeln. Was für ein Gefühlschaos er vorher auch durchlebt hatte, dieses Erfolgserlebnis hatte alles in den Schatten gestellt. Er hatte es geschafft!

Remus konnte gar nicht anders als ebenfalls stolz auf ihn zu sein. Er wandte sich Anna zu und irgendwie musste es keiner von beiden sagen, dennoch war es offensichtlich, dass sie beide dasselbe dachten.


Vor einiger Zeit

Remus klopfte vorsichtig an der Bürotür der neuen Schulleiterin und trat nach ihrer Aufforderung herein.

„Hey," sagte sie überrascht während er die Tür hinter sich wieder schloss. Sie stand beim Phönix an der Stange und strich Fawkes zärtlich über das Gefieder.

„Hi, hast du eine Minute?"

„Hab ich."

Er zögerte, woraufhin sie etwas verwirrt die Augenbraue verzog.

„Remus, was ist los?"

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich dir das wirklich sagen soll – Angesichts der Tatsache, dass Harry immer noch glaubt, der Orden des Phönix wird von Elphias Doge geleitet und du bist Voldemort's neuester auf ihn angesetzter Todesser."

„Es geht also um Harry," sagte sie sanft.

„Und ich auch nicht verstehe, warum du von mir wolltest ihn in seinem Verdacht auch noch zu bestärken. Trotzdem – werde ich einfach mal das tun, was jemand tut, der auf beiden Seiten steht."

Remus beschloss es einfach gerade heraus auszusprechen ohne weiter um den heiße Brei zu reden.

„Er will in dein Büro einbrechen, weil er irgendetwas braucht und ich soll dich für 2 Stunden ablenken."

Sie grinste und Remus kam nicht umhin etwas irritiert zu sein und schließlich auch den Anflug eines Lächelns zu bekommen. Er mochte diese Seite an seiner besten Freundin lieber als die verschlossene, dunkle, grüblerische Art, die sie seit ihrer Rückkehr sonst so an den Tag gelegt hatte.

„Deswegen lungerte er also unter den Tarnumhang vor meinem Büro herum," sagte sie amüsiert, woraufhin er sie jedoch kritisch ansah.

„Tut er das?"

„An sich sehr klug. Er weiß ja nicht, dass ich ein Empath bin und Kenntnis vom Tarnumhang habe. Sonst wäre er damit wohl durchgekommen. Okay, dann tu's. Sag mir Bescheid wann."

„Ehrlich?" fragte Remus überrascht. Anna nickte.

„Wenn etwas in dem Büro ist, was ihm hilft, soll er es sich holen. Ich bin die Letzte, die im Steine in den Weg legen wird. Er soll jedoch weiter denken, dass ich das tue."

„Du weißt, was er tut, nicht wahr?"

Sein Blick zeigte, dass dies keine richtige Frage, sondern mehr eine Feststellung war. Anna wandte sich wieder Fawkes zu und lächelte sanft.

„Wie soll ich ihm denn sonst helfen, wenn ich es nicht wüsste? Anders als sein Vater ist es er ziemlich schwer einzuschätzen. Bei James wusste ich es genau, aber Harry? Ich trau mich manchmal gar nicht Hogwarts zu verlassen, weil er einfach so abhauen könnte, weil es ihm gerade in den Kram passt.

Ich weiß das, was auch Dumbledore wusste, weil er mir das mitteilte bevor er starb."

„Ihr habt euch doch noch aussprechen können?"

Sie schüttelte traurig den Kopf.

„Er hat es mir geschrieben. Ein sehr langer Brief... Darin hat er mir alles erklärt und – Ich konnte nicht nicht zurück kommen."

Remus nickte mit einem milden Lächeln.

Und so saßen die beiden Tage später bei Remus im Büro und versuchten die Zeit totzuschlagen.

„Dir ist klar, dass er uns auf der Karte beobachtet?" sagte Remus leise. White nickte mit schiefem Blick.

„Er hat die Karte, er hat den Tarnumhang, gibt es irgendetwas, was ich noch wissen sollte?"

„Hm..." machte Remus nachdenklich. „Er weiß, wie man Vielsafttrank braut."

„Toll," warf sie sarkastisch ein. „Ist als ob ein Mini-James in Hogwarts herum läuft... nur hab ich ihn jetzt tatsächlich zum Feind."

Remus lachte zärtlich, räusperte sich jedoch als er sah, dass White das so gar nicht witzig fand.

„Verzeihung," sagte er mit einem wesentlich leichteren Grinsen.

„Wieso sagst du Harry nicht einfach die Wahrheit? Früher oder später wird er die Wahrheit womöglich ohnehin erfahren?"

„Tatsächlich?" fragte sie und der spöttische Unterton war eindeutig nicht zu überhören. „Jeder konnte es ihm die letzten 6 Jahre verheimlichen und plötzlich nicht mehr?"

„Die letzten 6 Jahre liefst du auch nicht direkt vor seiner Nase herum," entgegnete Lupin leise. „Ich sage nur – Hagrid."

White verengte unzufrieden die Augen.

„Ich hab zwar eigentlich allen gesagt, dass sie Harry gegenüber nichts erwähnen sollen, aber vielleicht sollte ich besser noch mal mit Hagrid privat reden. Wenn Harry so wie James ist, dann tanzt er ihm genauso auf der Nase herum."

Remus gluckste vergnügt.

„Du hast es allen gesagt?" wiederholte er mit skeptischen Blick und für einen kurzen Moment herrschte erdrückende Stille. Natürlich hatte er damit auf zwei bestimmte Personen angesprochen, denen die Hexe seit Wochen aus dem Weg ging.

„Worauf willst du hinaus, Remus?" fragte sie schließlich leise und er ließ es sich auch nicht nehmen mit ihr darüber zu sprechen. Es war etwas, was er vorher nie so wahrnahm, erst nachdem Jilli ihn darauf angesprochen hatte.

„Wieso gehst du ihnen aus dem Weg? Der eine ist dein Sohn und die andere liebst du wie eine Tochter... oder... liebtest du wie eine Tochter?"

Sie schwieg und ihr Ausdruck blieb kalt.

„So wie du dich verhältst, könnte man das durchaus annehmen," fügte er leise vorsichtig hinzu. White schüttelte traurig den Kopf.

„Natürlich liebe ich Jilli nach wie vor wie eine Tochter. James und Lilli haben sie uns anvertraut. Ich fürchte nur, ich habe nicht die Kraft mich ihnen zu stellen," sagte sie leise. Ein Satz, den er so nicht erwartet hatte und auf das er auch nichts erwidern konnte.

„Ich wünschte, ich hätte es. Dann wäre ich früher zurückgekehrt. Alles, wozu ich noch die Kraft habe, verwende ich gerade auf, um Harry auf seine nächste Begegnung mit Voldemort vorzubereiten. Und selbst das wird eine Herausforderung. Ihn einzuschätzen stellte sich als schwerer heraus als gedacht."

Remus lachte sanft.

„Wem sagst du das," stimmte er ihr amüsiert zu.


Als Anna aus dem Duell mit Harry humpelnd und fluchend, übersät mit Holzsplittern aus dem Klassenzimmer heraus kam, blieb sie mitten im Gang direkt vor Remus stehen, der eigentlich auf dem Weg zu seinem Büro gewesen war, nun aber sichtlich Mühe hatte passende Worte zu finden. Ihr Gesicht sprach Bände.

In seinem Büro verarztete er ihre Wunden so gut es ging, wenn sie auch bei der Berührung mit der Medizin ständig immer wieder mal aufzuckte.

„Tut mir leid," entschuldigte er sich mit dem Anflug eines Lächelns und es gab kein Zweifel daran, dass er die Situation mehr amüsant als besorgniserregend fand. White verengte skeptisch die Augen.

„Sag's schon," zischte sie mit knirschenden Zähnen. Remus aber schüttelte schmunzelnd den Kopf, während er die Medizin beiseite legte und sanft mit einem Wattebällchen die Wunden an ihrer Hand abtupfte.

„Ich werde mich davor hüten Öl ins Feuer zu gießen," sagte er leise. Sein Gesicht wurde dennoch nicht ernster.

„Als ob ich nicht selbst gesehen hätte, dass dies nach hinten los gegangen ist," entgegnete sie unzufrieden und schmollte halb. Remus lachte.

„Nun es ist Harry. Er lernt nicht von Professoren, von denen er glaubt, dass sie ihm nur böses wollen."

„Er hätte nicht von mir gelernt, wenn es anders wäre. Er hat den Fluch nur deswegen so stark anwenden können, weil seine Gefühle übergeschwappt sind."

„Was für ein Fluch war es?"

Expulso," sagte sie mürrisch, zog ihre Hand aber vom Freund weg und lehnte sich im Sessel zurück. Remus zuckte nur mit der Schulter und legte das Wattebällchen beiseite.

„Ah, der Fluch, der von Zorn geleitet wird. Ging wohl ein wenig nach hinten los?"

„Eigentlich nicht... Er konnte ihn anwenden, obwohl er ihn vorher noch nicht mal kannte. Lernen tut er außergewöhnlich schnell und gut – Ow! Hey?"

Remus hatte mit dem Wattebällchen erneut eine Wunde angetupft und es zog direkt ein kaltes Brennen durch ihre Venen.

„Sicher? Dass es nicht nach hinten los ging?" wiederholte Remus seine Frage mit vielsagendem Blick. White sah ihn dämlich an.

„Wenn er nur lernt in dem ich einstecke, soll es so sein. Ich kann damit leben..."

„Wie der Vater so der Sohn?" vermutete Remus und White nickte. Er seufzte.

„Der Unterschied, Anna, ist jedoch, dass es bei Harry nicht nötig wäre, so wie es bei James der Fall war. Und ich weiß, so wie du auch, dass wenn James gewusst hätte, was es für Folgen nach sich zog, er es nicht zugelassen hätte. Dasselbe, so bin ich mir sicher, gilt auch für seinen Sohn, wenn er denn die Wahrheit wüsste."

„Welche er nicht wissen wird," sagte sie eindringlich. Remus seufzte erneut.

„Weißt du," begann er schließlich frustriert. „Wenn du es versuchen würdest, könnte er dich noch überraschen. Du magst glauben, dass seine Abneigung gegen dich der Einzige weg ist, um eine Magie wie Gryffindor anzuregen, aber vielleicht gibt es einen anderen Weg, den du nur deswegen nicht in Betracht ziehst, weil du Harry unterschätzt."

„So?" sagte sie und er konnte anhand ihres verschlossenen Blickes nicht sagen, ob sie ihn damit verspottete oder wirklich ernst nahm. Er nahm ein Wattebällchen in die Hand und hielt es demonstrativ auf Augenhöhe.

„Erinnerst du dich noch? James hat sich oft darüber beklagt, dass Dumbledore, sein Großvater, sein Vater, seine Paten, dass sie alle ihn in Watte einpacken würden, weil sie die Wahrheit vor ihm versteckten, und er sich von dem Nichtwissen förmlich erdrückt fühlte. Er sagte damals, er hätte mehr tun können, wenn sie ihm mehr zugetraut hätten. Tust du nicht genau das nun auch mit Harry? Vielleicht solltest du dich weniger wie Dumbledore verhalten und mehr wie – du selbst?"

Sie ging auf darauf nicht ein. Stattdessen hielt sie dem Blick stand und beide sahen einander tief an.

„Ich denke," fuhr Remus schließlich sanft fort. „Er wird dich überraschen, wenn du es zulässt."


Heute

Remus sollte recht behalten. Harry hatte es danach immer wieder geschafft den Fluch zu produzieren und obwohl White nach einiger Zeit meinte, dass sie aufhören sollten, wollte er weiter machen. Er schaffte es sogar den Fluch von Mal zu Mal stärker zu produzieren, was man daran merkte, dass Remus' Schutzzauber von Mal zu Mal schneller wieder verschwand. Es dauerte bis in die Nacht hinein und wurde auch erst dann beendet, weil Harry plötzlich bemerkte, wie erschöpft er am Ende tatsächlich war.

„Das war sehr gut," sagte White und bedachte ihn mit einem stolzen Lächeln. Harry strahlte förmlich ohne es überhaupt beabsichtigt zu haben. „Für heute machen wir Schluss."

Durch den Portschlüssel kamen sie wieder zurück ins Geschichtsklassenzimmer und Harry fiel schließlich einfach nur so tot ins Bett ohne sich überhaupt umgezogen zu haben. Dennoch – Er fühlte sich verdammt gut. Im Halbschlaf fiel ihm ein, dass er doch Porträt Dumbledore noch fragen wollte, was das für ein Trank war. Harry war jedoch viel zu erschöpft und zufrieden mit sich selbst als dass ihn das länger aufhielt und so schlief er ein und machte sich eine Randnotiz, das einfach noch nachzuholen.