Nächstes =) Sorry, hab gar nicht gemerkt, dass 2 Wochen vergangen sind, aber musste dies und jenes machen. Ich will eigentlich auch CofX schon die ganze Zeit weiterschreiben, weil eigentlich steht das Kapitel, müsste es ja nur noch mal überarbeiten und ein wenig ergänzen, wie gewollt, aber irgendwie komm ich nicht dazu. Grml. Naja, ein Schritt nach dem anderen. Baba =)
Review:
Mannequin: Halli Hallo =)
In ein paar Wochen wird es heftiger? Öö Wenn es warm wird? Im Moment geht es mir nämlich außergewöhnlich gut. Keine Heuschnupfen Symptome mehr.
Hehe, jah, das Meiste zieht sich wirklich über alle drei FF's und die weißen Auroren sind ja immerhin von Michael Potter gegründet worden. Zwar wurden sie in CofX von Baydon zu einer üblen Vereinigung gemacht worden, aber das heißt nicht, dass jeder von ihnen nur schlecht war. Bones und Meadows sind ja sogar dem Orden beigetreten.
Bellatrix und Rudolphus waren ja verheiratet und auch beides Todesser, aber ich glaub etwas gelesen zu haben von wegen Scheinehe, weil Bellatrix eigentlich in Voldemort verliebt war. Ich stell mir das eh schwer vor, dass sich da wirklich Freundschaften bei dem Verhalten entwickeln, was man in den Büchern mitkriegt. Um ihren eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, halten sie einfach den Kopf eines anderen hin.
Yap, so in etwa. Aber der Tod von Allan White wird glaub ich eher in Chains of Xerchia kommen. Würde wenig Sinn machen, wenn ich es dort nur anspreche aber hier zeige. Denke ich ^^ Ich werd sehen.
Ich glaub, hätte Voldemort mehr als nur Allan White eingeweiht, hätte er auch niemals sicher gehen können, dass Dumbledore nicht schon früher von seinen Horkruxen erfuhr. Allan White ist für mich ein besonderer Todesser aufgrund seiner Abstammung und dennoch Loyalität zu Voldemort. Vielleicht hätte er noch Bellatrix eingeweiht, aber das wäre es auch. Ein Horkrux hätte sie nicht erstellen können, zumal ich denke, dass schon große Magie dafür nötig ist und sie hätte nicht diese Magie, wo Dumbledore sie ohne Probleme im Kampf im Zaubereiministerium wieder einfangen konnte. Ich würde sogar sagen, dass sie schwächer ist als Anna und auch damals Lilli. Natürlich ist sie irre, verrückter und wahnsinniger als viele andere, aber nicht unbedingt stärker.
Ich denke, je länger wir nun in der Mitte rumrutschen, umso mehr Geheimnisse werden gelüftet. Das mit Brian ist wohl auch nur noch eine Frage der Zeit und dann weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, wer von den anderen es überlebt und wer nicht. Aber da hab ich glücklicherweise noch ein paar Kapitel Zeit, denn erst werden noch die neu eingeführten Charaktere allen ein wenig näher gebracht.
Sirius wird sich davor hüten Anna weiter auf die Palme zu bringen XD Zumindest vorerst.
Es gibt noch jemand anderen, den Allan White als Feind ansah und zu dessen Blut Voldemort Zugang hatte XD. Dumbledore. Als dieser verletzt zu Snape kam, hat dieser ihm etwas Blut auf Voldemort's Befehl hin abgezapft. Anna sah Allan White weniger als Feind an. Dazu müsste er ihre Person ja respektieren, was er nicht tat. Er hat sie durchaus gehasst und verachtet, aber er sah sie nie mit sich auf Augenhöhe, sondern unter sich als etwas, das er erschaffen hat. Das wird sich auch auf ihre nächsten Konfrontationen auswirken, nur dass Anna älter ist und sich weiterentwickelt hat. Fürchtete sie sich früher noch vor ihrem Vater, tut sie das jetzt nicht mehr. Schließlich ist sie schon mal gestorben. Da verliert man die Angst vor so manchem, was einem vor dem Tod noch Angst einjagte.
Yap, hast mit June richtig um die Ecke gedacht. Ich wollte schon immer die June, die in BtF ja umgekommen ist, in Black Heart herholen. Sie von Stone und Jaivenko selber adoptieren zu lassen kam jedoch irgendwie nicht in Frage und ich hab vergessen ob ich nicht irgendwo über Stone und Jaivenko als Einzelkinder geschrieben habe. Sie hier noch von Maria und Michael adoptieren zu lassen, hätte zu sehr an BtF erinnert und ging mit Jilli später auch schlecht. Also adoptiert von der Cousine von Stone (so was geht immer XD) und Patentochter von James ^^
Thx fürs liebe Review. Liebe Grüßle =)
Chapter 35 – Unforgivable Ponester
Jilli saß auf einem Hügel mitten auf den Ländereien Hogwarts und betrachtete traurig die untergehende Sonne. Sie fühlte sich... elend. Nicht wegen den Wunden durch Allan White, noch weil sie irgendwie krank wäre. Sie fühlte sich elend, weil sie nicht wusste, wo sie stand, was nun passieren würde, was sie überhaupt tun konnte. Weil sie mit jemanden reden wollte... aber mit niemanden konnte. Keiner verstand, was in ihr vorging. Keiner, der noch lebte, jedenfalls...
Harry hatte sie auf der Karte gesucht und sich neben sie gesetzt als er sie fand. Selbst jemand noch so blindes bräuchte nicht lange um zu sehen wie schlecht es ihr wirklich ging und so drückte er ihr aufmunternd die Schulter.
„Ein wenig Gesellschaft gefälligst?"
Sie lächelte sanft.
„Anna ist da. Aber sie hat noch nicht mit mir geredet," sagte sie betrübt. „Ich bin ihr über den Weg gelaufen... Mehrmals. Hoffte, dass sie mit mir reden würde, aber das tat sie nicht. Wir sind wieder zurück zu ignorieren. Denk ich. Dabei möchte ich doch nur wissen, was sie nun tun will mit mir."
Harry nickte verstehend und erneut drückte er ihr Mutmachend die Schulter.
„Du hast Angst, dass sie sagt, du sollst untertauchen, stimmts?"
Seine Schwester schwieg mit bedrückter Miene.
„Jetzt, wo Voldemort die Wahrheit kennt, ist es vielleicht das Beste?" sagte er vorsichtig, aber nun vergrub sie sogar direkt ihr Gesicht hinter ihren Knien und Harry biss sich sofort unangenehm auf die Lippen. Das war eindeutig nicht das, was sie hören wollte und er versuchte sich sofort zu verbessern. „Ich mein nur, wir können uns doch eulen? Oder Professor White lässt es doch bestimmt zu, dass wir dich auch ab und zu sehen? Und wenn dir langweilig ist, dann klopfst du einfach wieder bei mir an und wir unterhalten uns wieder auf die Ponesterweise?! Es ist bestimmt auch nur für eine kurze Zeit?"
Der letzte Satz klang nicht ehrlich und das wusste Harry in dem Moment, in dem er es aussprach. Wer wusste schon, ob es wirklich nur für eine kurze Zeit sein würde? Voldemort hatte Dumbledore getötet und Harry dachte stets, dass es eher umgekehrt der Fall sein würde. Was wäre, wenn niemand von ihnen es gegen Voldemort aufnehmen konnte? Dann würden sie sich alle für immer verstecken müssen.
„Ich weiß, dass ich selbst Schuld bin," murmelte sie plötzlich niedergeschlagen und hatte ihren Kopf wieder erhoben.
„Das hat doch keiner gesagt," sagte Harry sofort um sie aufzumuntern, denn er ertrug es nicht, wenn sie so am Boden zerstört und hoffnungslos war. Jilli schüttelte frustriert den Kopf.
„Nicht laut, aber Anna denkt das bestimmt. Deswegen spricht sie auch noch nicht mit mir. Sie ist enttäuscht und sucht nach den passenden Worten, um diese Enttäuschung nicht miteinzubringen, wenn sie mir sagt, dass ich mich verstecken muss. Und sie hat recht. Ich hätte nicht nachgeben sollen, aber... Weißt du, ich hab gesehen, was Allan White Dad angetan hat. Und der Gedanke, dass er dich genauso... das hätte ich keine Sekunde ertragen können.
Ich hätte das tun sollen. Uns wurde das immer eingetrichtert. Als Dumbledore uns in den Orden des Phönix geholt hat, sagte er, dass eine solche Situation eintreffen könnte und wenn es soweit ist, müssten wir stark bleiben und dürften uns nicht erpressen lassen.
Das Ziel sei wichtiger. Frieden würde für alle sein, Schmerz dagegen nur für einen und von begrenzter Dauer. Wir müssten standhaft bleiben. Ich wusste nur nicht, dass es so hart werden würde, sich daran zu halten.
Ich dachte immer, man muss nur selber den Schmerz ertragen können. Das hätte ich auch. Aber jemanden leiden sehen, den ich liebe? Noch mal... Das ist..."
Sie beendete den Satz nicht. Stattdessen versank sie erneut in dieser tiefen Stille, die er nicht ertrug. Nicht, wenn es um seine Schwester ging. Erst jetzt fiel ihm auf, wie wichtig Jilli für ihn geworden war.
„Hilft es, wenn ich sage, dass es mir genauso ergangen wäre?" sagte Harry vorsichtig, hoffend, dass er endlich mal etwas nützliches von sich gab. Jilli sah ihn verwundert an, aber er nickte entschlossen. Es dauerte nicht lange, da lächelte sie gerührt.
„Was kann ich tun, um dich aufzumuntern?"
Jilli atmete tief durch und blickte wieder nachdenklich in die Ferne.
„Weißt du, was ich gerne tun würde?" sagte sie schließlich sanft. „Mum und Dad sehen. Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, dass wir nicht mehr bei ihnen auf dem Friedhof waren."
„Ich bin mir nicht sicher, ob wir das jetzt tun sollten bei der Gefahr durch Voldemort..."
Dass es wieder das Falsche war, begriff er als sie ihn kurz traurig ansah, verstehend nickte und wieder betrübt ihren Kopf hinter ihren Knien versteckte. Er strich ihr zwar erneut über den Rücken, um sie zu trösten, aber diesmal blickte sie nicht wieder auf. So fühlte es sich also an, wenn die Freunde einen nur helfen wollten, weil sie wussten, was das richtige war, und man selbst es aber nicht sah. Harry verstand nämlich gerade, dass sich diese Situation nur all zu vertraut anfühlte. Der Unterschied war, dass die Positionen nun vertauscht waren. Es tat weh sie so am Boden zerstört zu sehen und zu wissen, dass man dabei war sie in ihrem Leben einzuschränken, aber genauso hätte er es nicht anders halben wollen, wenn es sie nur am Leben und in Sicherheit hielt.
Sirius, Remus und Kingsley saßen mit White in ihrem Büro in einer Runde. Es gab keinen von ihnen, der keine ernste und tief besorgte Miene trug.
„Also weiß Voldemort nun, dass Jilli ein Ponester ist. Und was jetzt?" fragte Remus an White gewandt. Die Schulleiterin atmete tief durch und schüttelte bedrückt den Kopf. „Soll sie untertauchen? Sich verstecken? Es ist die einzige angemessene Möglichkeit, um sie zu schützen."
„Es ist auf jeden Fall gefährlicher für sie geworden," stimmte Kingsley dem Freund zu. „Jeder Todesser wird hinter ihr her sein. Es war bereits gefährlich genug als sie nur als eine adoptierte Potter galt, aber jetzt?"
„Das hat dieser doch auch schon bei James gemacht," entgegnete Sirius jedoch, der offenbar nicht dieselbe Meinung wie die beiden anderen Männer vertrat. „Und dennoch hat er sich nicht versteckt und nichts getan."
Pause und auf einmal verengte er grimmig die Augen. Gut, das war so nicht ganz richtig.
„Zumindest tauchte er nicht ab und hielt die Beine still. James sagte, dass er nicht der Typ ist, der sich versteckt und darauf wartet angegriffen zu werden. Jilli und Harry sind wie ihr Vater. Und bei James ging das einsperren und abschirmen am Ende, wie wir alle wissen, nach hinten los."
„Keiner konnte ahnen, dass Voldemort ihn dort angreift, wo er dachte sicher zu sein," warf Remus verständnislos sofort ein. „Jeder von uns dachte, sie wären dort sicher."
„Weshalb sich auch James sicher genug fühlte und unaufmerksam wurde," entgegnete Sirius. „Tatsache ist, dieses abschotten und aus allem raushalten ging bei ihm und Lilli schief und es ging bei Harry vor 2 Jahren schief. Was lässt euch glauben, dass es bei Jilli anders sein wird?
Statt Fehler zu wiederholen sollten wir sie einbeziehen und daran glauben, dass sie angemessen auf sich aufpasst und wenn es darauf ankommt weiß, wie sie zu reagieren hat um sicher und heil heraus zukommen."
„Daran glauben?" wiederholte Remus kritisch. „Jilli und Harry können eindeutig nicht angemessen auf sich aufpassen. Schon gar nicht wissen die beiden, wie sie zu reagieren haben, damit sie sicher und heil aus einer Gefahr wieder herauskommen können. Vor 2 Jahren hat sich Harry in einen Kampf mit Todesser gestürzt, all seine Freunde mit hineingezogen und den halben Bestand an Prophezeiungen in der Mysteriumsabteilung zerstört.
Und was Jilli schon alles angestellt hat brauch ich an dieser Stelle wohl kaum zu erläutern. Wenn es etwas gibt, was uns die Vergangenheit gezeigt hat, dann dass die beiden nicht auf sich selbst aufpassen können."
„Beide leben," entgegnete Sirius dem Freund jedoch und wirkte auch mehr amüsiert als ernst. „Das zeigt doch, dass sie wissen, wie man überlebt."
„Das sie leben verdanken sie nicht ihrem eigenen Geschick, sondern glücklichen Umständen wie Dumbledore oder Anna's Rettungsaktionen."
„Okay! Jeder zurück in seine Ecke!" sagte White entschieden und brachte beide Männer, wenn auch mit mürrischem Blick, zum Schweigen. Kingsley schmunzelte im Gegensatz zu allen anderen Anwesenden und auf einem auffordernder Blick der Schulleiterin hin hob er lediglich aufgebend die Hände.
„Ich kann nichts hilfreiches dazu beitragen," gestand der Auror.
„Ich verstehe Remus' Standpunkt," begann White schließlich mit ernster Miene. „Jilli ist im Moment in sehr großer Gefahr. Erfahrung hat uns gelehrt, dass Voldemort stets das bekommen hat, was er wollte. Wenn er Jilli will, wird er sie auch früher oder später in die Finger kriegen. Egal, wie gut wir sie abschirmen. Wollte er jemanden tot sehen, ist derjenige ihm auch nicht entkommen. Sogar Dumbledore ist durch die Hand eines Todessers am Ende gestorben."
„Du lebst," warf Sirius ein aber White lächelte nur müde.
„Ich war tot," verbesserte sie ihn, fuhr dann aber mit ihren Ausführungen fort. „Auf der anderen Seite hat Sirius ebenfalls nicht ganz unrecht. Jilli kann man nicht einsperren. Konnte man schon als Kind nicht. Selbst als ihre Eltern ihr verboten auszureisen, hörte sie nicht immer darauf und das waren ihre Eltern.
Als Harry klein war und Dumbledore ihr verbot sich ihm zu nähern, tat sie das trotz des Verbotes. Dumbledore musste sie in ein anderes Land schaffen, damit diese Besuche aufhörten. Nur damals war sie selbst noch ein Kind. Heute ist sie erwachsen. Wir könnten sie in einen anderen Kontinent schaffen und das würde sie nicht davon abhalten nach England zu kommen, wenn sie glaubt, ihr Bruder sei in Gefahr. Ihre Fürsorge füreinander ist die eine Schwäche, die Voldemort stets ausnutzen wird."
Kingsley und Remus nickten zustimmend. Sirius dagegen runzelte finster die Stirn. Dass sie recht hatte lag auf der Hand. Nur was zu tun ist blieb offen.
„Das heißt also?" fragte er erwartungsvoll, aber White blieb ein weiteren Moment in sich gekehrt und nachdenklich sitzen. Die Männer tauschten fragende Blicke miteinander aus aber es war allen drei anzusehen, dass keiner von ihnen wusste was im Kopf der Hexe wirklich vor sich ging oder zu welcher Entscheidung sie tendierte.
„Was der eine als Schwäche ansieht, müssen wir zu ihrer Stärke umwandeln," sagte sie schließlich und alle drei Männer sahen sie verwundert an.
„Wie das?" fragte Remus skeptisch.
„Erinnert ihr euch an das, was wir damals in der 7. Klasse in Fortgeschrittene Verteidigung gegen die Dunklen Künste zum Thema Ponester gelernt haben? Warum sie so gefährlich sind?"
Sirius und Kingsley hatten sie beide verwirrt angesehen, Remus dagegen wirkte mehr besorgt als er sich daran erinnerte.
„Weil sie sich an unserer Magie nähren und dunkle Magie für sie wie eine Droge ist. Wenn sie zu viel von einer Person nehmen, löscht es alles Gute in ihnen aus und sie werden ebenfalls zu einer Kreatur der dunklen Magie. Sie folgen dann dem, dessen Magie sie aufgenommen haben."
„Mann nennt solche Kreaturen Unverzeihliche Ponester," sagte White als Remus geendet hatte und sich in seine Gedanken eingrub. „Sehr selten, daher auch ziemlich unbekannt und die Professorin hat es damals im Unterricht nur kurz angeschnitten, weil wir es zufälligerweise mit einem Ponester zu tun hatten, aber es gibt sie. Einer davon stand unter der Kontrolle von Grindelwald."
„Grindelwald?" wiederholte Kingsley verwundert. „Sitzt der nicht in Askaban?"
„Tut er," antwortete sie. „Aber er hat keine Kontrolle mehr über den Ponester, denn der ist tot. Was ich bei Jilli gemerkt habe ist, dass sie diese Fähigkeit, die Magie eines anderen zu absorbieren, im Kampf nicht nutzt. So gut wie gar nicht nutzt, um genau zu sein. Sie hat sie benutzt, um Sirius zu helfen, aber die Art und Weise war mehr... Nun, sagen wir, sie war sehr unbedarft."
„Unbedarft?" sagte Remus verwirrt. „Inwiefern das?"
„Nun," erklärte White zögernd. „Sie entnimmt einem die Magie wie ein Erstklässler auf dem Besen steigt oder ein Erstklässler zum ersten Mal ein Zaubertrank braut. Sehr unbedarft eben."
Remus nickte zwar, aber sein Ausdruck sprach Bände, wie auch das Gesicht von Kingsley und Sirius. Keiner von ihnen war das auch nur annähernd aufgefallen, dass Jilli diese Fähigkeit wie ein Anfänger benutzte.
„Ich nehme an, dass sie diese Fähigkeit mit Absicht nicht entwickelt hat und womöglich die ganze Zeit über mehr versucht zu unterdrücken. Ich will, dass sie lernt mit dieser Fähigkeit umzugehen wie ein Quidditchspieler aus der Siebten Klasse auf dem Besen fliegt."
„Moment mal," fiel Sirius ihr unwirsch ins Wort. „Du willst, dass Jilli etwas nutzt, was sie bisher absichtlich unterdrückt hat?"
„Ich will. Ja."
„Sie hat es absichtlich eingeschlossen, weil sie diese Fähigkeiten ihre Ponestermagie nicht benutzen wollte," warf Remus nun ein. Standen die beiden besten Freunde vorher noch auf unterschiedlichen Seiten, so waren sie sich hier einig. Es konnte nicht sein, dass man die junge Hexe zu etwas zwang, was sie nicht wollte. „Sie hat Angst vor diesen Fähigkeiten. Hatte sie schon immer, weshalb sie diese auch nicht einsetzt, wenn es nicht sein muss. Und du willst, dass sie diese nun plötzlich kontinuierlich benutzt, wo sie sich davor fürchtet?"
White hatte sich Sirius zugewandt und ihn herausfordernd angesehen, aber er blickte mit finsterem Blick zurück und atmete schwer aus.
„Ich bin raus," sagte er aufgebend. „Was immer du tun willst, mein Segen hast du."
Sie wandte sich wieder an die beiden anderen Männer in der Runde, denen anzusehen war, dass sie mit ihrem Vorhaben nicht einverstanden waren. Sie wusste, dass es daran lag, dass beide die junge Hexe ins Herz geschlossen hatten und ihr auch nahe standen. Remus gar mehr als Kingsley.
„Ich habe keine andere Wahl," sagte sie mit bestimmendem Blick, nachdem sie fühlen konnte, woher das Zögern der beiden Männer herrührte. Anderen gegenüber hätten sie sich wohl nicht erklärt, Kingsley und Remus gegenüber aber wollte sie diese Haltung nicht einnehmen. Zu eng stand auch sie beiden Männern. „Wenn Jilli es nicht von selber lernt, wird Voldemort sie dazu zwingen."
„Wieso das?" fragte Kingsley misstrauisch.
„Er braucht Jilli als ganzen Ponester. Nicht als einer, der zerstörerische Fähigkeiten unterdrückt. Er kann sie nur dann für seine Zwecke benutzen, wenn diese Fähigkeit an ihr stark genug ist. Nur weil es noch nicht ist, heißt es nicht, dass er nicht Mittel und Wege dazu hat, sie dahin zu bringen. Er wird ihre Schwäche ausnützen und sie dazu zwingen diese Fähigkeit einzusetzen. An ihm."
„An ihm?" fragte Kingsley irritiert.
„Voldemort hat genug dunkle Magie, um Jilli gefügig zu machen."
„Was bedeutet das für Jilli genau? Sie hat keine andere Wahl und wird so oder so zum Unverzeihlichen Ponester? Ist es dann nicht besser, wenn wir versuchen sie zu verstecken?" sagte Remus finster.
„Wieso willst du, dass sie etwas tut, was ihr schadet?" fragte Kingsley und hatte sich erstmals ebenfalls gegen die Freundin geäußert.
„Weil ich ihr nur damit auch beibringen kann, wie sie diese Grenze niemals erreichen wird, um zum Unverzeihlichen Ponester zu werden. Sie wird erlernen, wie sie die dunkle Magie, die sie aufnimmt, schneller zur weißen Magie wandelt, als ihr Körper die dunkle Magie aufnimmt."
Eine simple Antwort und doch staunten alle drei Männer nicht schlecht über ihre Worte.
„Du kannst das?" fragte Kingsley überrascht und sprach das aus, was allen anderen im Gesicht stand.
„Die Frage ist nicht, ob ich das kann, sondern ob Jilli das schafft."
Alle drei Männer tauschten finstere Blicke aus, denn ihnen war durchaus bewusst, worauf die Freundin hier anspielte. Natürlich trauten sie der jungen Hexe viel zu, aber ob sie etwas in den Griff bekam, wovor sie sich seit klein auf fürchtete? Am Ende hatten sie keine andere Wahl und verstanden auch das Anliegen der Freundin. Remus nickte als erstes, wenn auch schweren Herzens.
„Hört zu, ich weiß selbst, was es für sie bedeutet und glaubt mir, dass es auch mir lieber gewesen wäre, wenn es nicht hätte soweit kommen müssen. Aber Voldemort weiß nun, dass er ein Ponester genau vor seiner Nase hat und er wird alles tun, um an sie heranzukommen. Keiner von uns kann sich auch nur annähernd ausmalen, was für Wege er noch bereit ist zu gehen oder zu was für Mitteln er noch greifen könnte. Früher oder später wird es zur Konfrontation kommen. Mir ist es lieber Jilli kann sich dann auch angemessen wehren und überleben, statt von Voldemort zu etwas gezwungen zu werden, was sie nicht unter Kontrolle hat."
Die Männer sahen nach wie vor bedrückt und unzufrieden aus, dennoch wesentlich zustimmender und so setzte sich White wieder zurück in die Runde.
„Jilli und Harry sind keine Kinder mehr. Wir haben sie lange genug in Watte eingepackt. Es ist Zeit."
Remus nickte, da White insbesondere ihn angesehen hatte. Als einer von Jilli's Patenonkel war es für ihn umso schwerer mit dieser Lage umzugehen und sein Einverständnis umso wichtiger.
„Nun von Jilli zu anderen Stellen," sagte White weiter. „Voldemort weiß noch nicht, dass wir von seinen Horkruxen wissen, aber Harry ist dran und ich bin zuversichtlich, dass er es schafft sie alle zu zerstören. Mit ein wenig Hilfe geht es natürlich schneller. Er lässt sich von seinen Freunden helfen und gerade Hermine Granger ist wirklich sehr intelligent. Ich stelle ihm noch Brian zur Seite.
Das ist also weniger das Problem. Bei meinem Vater sieht das schon anders aus. Wir müssen herausfinden, was sein Horkrux ist. Kingsley?"
„Ich übernehm's," sagte er sofort und nickte.
„So unauffällig wie möglich, bitte," fuhr White eindringlich fort. „Sobald Voldemort mitkriegt, dass wir ihm auf der Spur sein könnten, gerät alles außer Kontrolle und ich will mir nicht ausmalen, was dann auf uns zukommt. Noch glaubt er, dass wir nichts von den Horkruxen wissen."
Wieder nickte der Freund verstehend.
„Ich werde vorsichtig sein," versprach er.
„Sag mir, wen oder was immer du brauchst."
„Gut."
White wandte sich wieder an Sirius und Remus.
„Es wird nicht leicht werden. Das ist mir selber auch bewusst, aber ich bin zuversichtlich, dass Harry und Jilli es hinkriegen. Ihr Fürsorge füreinander wird Jilli's Fähigkeit dunkle in weiße Magie zu verwandeln erst möglich machen und wenn alles gut geht – wird Voldemort für all seine Morde bald zur Rechenschaft gezogen werden."
Um Jilli aufzumuntern und abzulenken hatte Harry den Tag mit ihr verbracht. Sie half ihn und seinen Freunden beim lernen, blieb mit ihnen auch beim Essen in der Großen Halle und am Abend war er mit ihr Yuno und Hagrid in dessen Hütte besuchen gegangen.
„Cobe? Du bist noch da?" stellte Jilli überrascht fest. Der Freund lächelte wieder mit Linienartigen Augen und winkte fröhlich. Harry musste sich zusammenreißen, um nicht zu grinsen, denn die drei Männer ergaben zusammen ein lustiges Bild. Sie saßen alle zusammen am kleinen, runden Holztisch und tranken heißen Tee (aus Bechern mit kleinen Löchern. Harry stellte sein Tee wieder ab, weil die heißen Tropfen auf seinem Schoß durchaus unangenehm waren. Jilli dagegen schien so bedrückt zu sein, dass es sie nicht kümmerte und er ihr somit die Tasse aus der Hand nahm und abstellte, bevor es ihre Kleidung noch ganz durchnässte.)
„Muar bat mich darum. Ich bin noch eine Zeit lang hier."
„Sie hat dich auf mich angesetzt, nicht wahr?" vermutete Jilli, aber keine Antwort war eindeutig ein Ja. Linienartige Augen waren gar ein Zugeständnis.
„Ihr hättet nicht hier herab wandern sollen," sagte Hagrid plötzlich und legte einen Schüssel voll (merkwürdig geformter) Kekse in die Mitte. „Ich glaub nicht, dass Professor White es gerne sieht, wenn ihr zwei hier herum streunt."
„Was wir nicht wissen, weil Professor White nicht mit mir redet," murmelte Jilli mehr kleinlaut als wirklich hörbar und griff sich eines der Kekse. Dass sie ungenießbar waren sah Harry, als Jilli zwar zubiss, jedoch nicht abbeißen konnte. Stattdessen legte sie den Keks auf den Tisch neben der undichten Tasse.
„Wieso bist du so bedrückt, Jilli?" fragte Yuno besorgt und hatte seine Patentochter aufmunternd angesehen. Auch er griff nach einem Keks und hatte so überhaupt keine Probleme es abzubeißen und zu schlucken. Obgleich Harry fand, dass sich das Geräusch eher nach dem eines Rasenmähers anhörte, der über Steine statt Rasen fuhr. Jilli lächelte leicht, aber es zeigte nur, wie traurig sie tatsächlich war. Hagrid, Yuno und Cobe versuchten sie ebenfalls aufzumuntern, aber die drei scheiterten genauso wie Harry auch mit Pauken und Trompeten. Jilli hatte selbst ihnen nicht gesagt, was ihr wirklich auf dem Herzen lag und bei Anbruch der Dunkelheit schlenderten Bruder und Schwester wieder zurück zum Schloss und das in tief bedrückender Schweigsamkeit. Auch wenn es alles andere als rational war, aber Harry hätte es nicht länger ertragen können, sie so niedergeschlagen zu sehen
„Okay," sagte er schließlich und beide blieben mitten auf dem Feld stehen.
„Okay, was?" fragte sie verwirrt. Er lächelte amüsiert über ihre lange Leitung.
„Okay, lass uns Mum und Dad besuchen."
Endlich. Ein helles Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus.
„Wirklich?"
Harry nickte entschlossen.
„Du kannst doch wieder fliegen? Also, warum nicht? Das heißt, wir können auch wieder schnell verschwinden."
Jilli strahlte begeistert und damit war sich Harry sicher, dass seine Entscheidung richtig war, wenn es seine Schwester so gut tat. Sie reichte ihm ihre Hand und Harry umfasste sie mit seiner. Beide umgab ein warmes Licht und mit einem Mal fühlte er das vertraute Gefühl der Schwerelosigkeit.
Unten ihnen auf den Ländereien stand Sirius auf dem Balkon und sah das vertraute Leuchten aufblitzen und in den Wolken verschwinden. Er verzog kritisch eine Augenbraue und rümpfte die Nase.
„Ja, An wird das lieben, wenn sie erfährt, dass die beiden tatsächlich schon wieder ohne Erlaubnis und ein Ton von sich zu geben abgehauen sind..."
Der Flug zum Friedhof nach Godric's Hollow ging wie immer schnell und ohne Probleme. Da es entsprechend spät war, befand sich auch kein anderer Besucher mehr auf dem Gelände. Sie betraten den Platz jedoch erst, nachdem sie auch sichergegangen waren, dass sich kein Todesser oder sonstiger Spion in der Nähe aufhalten konnte. James und Lilli tauchten wie erwartet auf als ihre Kinder sie riefen. Lilli hatte sofort gesehen, dass etwas nicht stimmte und sah besonders ihre Tochter besorgt an.
„Was ist passiert?" fragte sie sofort. Gemeinsam mit Harry erzählte Jilli alles was passiert war und obgleich ihre Eltern die beiden kein einziges Mal unterbrochen hatten, wurden ihre Mienen mit jedem Wort grimmiger und grimmiger.
„Allan White lebt?" sagte James fassungslos als seine Kinder geendet hatten und sich ihren Eltern erwartungsvoll und um Rat suchend zuwandten. Mehr kam von dem Zauberer jedoch nicht, weshalb Lilli ihn schließlich Stirnrunzelnd beäugte.
„Mehr hast du nicht dazu zu sagen?"
James zuckte verwundert zurück.
„Wie jetzt?" fragte er irritiert. „Ich kann schlecht vor meinen Kindern sagen: Merlin! Ich hab den widerlichen Dreckskerl mit bloßen Händen umgebracht und yuchuh! Du hast ihn dennoch nicht sterben lassen?"
Lilli rollte mit den Augen und schmunzelte ihn mit dämlichen Blick an.
„Ratschlag, Dad. Nicht ein blöden Kommentar."
„Ach so. Sag das doch gleich, Mum."
Er verschränkte seine Arme und zog ein paar nachdenkliche Grimassen, bevor er sich wieder seinen Kindern zuwandte.
„Allan White ist ein sehr unangenehmer Gegner," sagte er mit sehr ernster Miene. „Sein Wissen im Bezug auf die Dunklen Künste überschreitet selbst das von Snape oder Lucius Malfoy. Gefährlicher noch, wo Snape und Malfoy, und jeder andere Todesser Halt machen, weil man vielleicht noch ein Gewissen besitzt, würde Allan White ohne zu zögern weitergehen. Er ist eindeutig fanatischer als Bellatrix Lestrange und die ist schon eine Nummer für sich."
„Was ist seine Geschichte?" fragte Harry schließlich. Dass sein Vater ihn dem Feind noch grausamer machte war unnötig, denn er glaubte auch so bereits, dass mit dem Todesser nicht gut Kirschen essen war.
„Geschichte?" fragte James überrascht. Harry versuchte sich zu erklären.
„Na, wieso ist er so wie er ist? Ich mein, wenn er Dumbledore's Enkel ist, warum ist er ein Todesser geworden? Was ist passiert?"
„Ach, die Geschichte," machte sein Vater und nickte übertrieben lange. Lilli schüttelte schmunzelnd den Kopf, sprach dann aber das aus, wofür ihr Mann offenbar immer noch keine Worte fand.
„Das ist nicht so einfach zu erzählen, Schatz," sagte sie sehr sanft und gefühlvoll. Da James aber immer noch nicht angesetzt hatte, um etwas zu erzählen, und sein Blick nach wie vor Hilfesuchend an seine Frau gerichtet war, hatte Lilli kaum eine andere Wahl als diese Aufgabe zu übernehmen.
„Weißt du, mein Kleiner. Manchmal tun Menschen Dinge, die sie im Nachhinein bereuen. In früheren Zeiten womöglich mehr als in der heutigen Zeit. Albus hat versucht ein guter Vater für seine Tochter zu sein, aber er konnte nicht verhindern, dass sie den falschen Weg ging. Sie heiratete keinen guten Zauberer. Allan White, der aus ihrer Ehe mit Grant White entstand, wuchs sehr lange mit Idealen auf, die unsereins verachtet und als abscheulich ansieht. Der Mann war sehr kaltherzig und schlecht und diese Eigenschaften gab er auch an seinen Sohn weiter.
Ich wünschte, ich könnte sagen, dass er sich von Voldemort und anderen Todessern nicht unterscheidet, aber die Wahrheit ist, dass es große Unterschiede gibt. Allan White ist gefährlicher und unberechenbarer. Man kann ihn nicht in eine bestimmte Schiene mit anderen schieben oder mit jemand bestimmtes vergleichen.
Dumbledore's Tochter starb sehr früh und auch ihr Mann hatte nicht sehr lange nach ihr überlebt. Ihr Sohn Allan dagegen wuchs unter Dumbledore's und -"
Sie stoppte und warf einen flüchtigen Blick zu James, der jedoch nickte. Er war damit einverstanden, dass sie es erzählte.
„Und Michael Potter's Aufsicht auf."
„Michael Potter's Aufsicht? Großvater?" fragte Harry fassungslos.
Lilli nickte und nun warf sie einen sehr viel besorgteren Blick zu ihrer Tochter, die weniger wie ihr Bruder am Gespräch teilgenommen hatte, sehr wohl aber zuhörte. Sie wirkte bedrückt und traurig. Ein zaghaftes Lächeln sollte ihrer Mutter zeigen, dass sie okay war, aber keine Mutter hätte sich davon beirren lassen, die die Wahrheit hinter dem Lächeln kannte.
In diesem Punkt hatte sie Harry nichts voraus. Auch Jilli kannte ihren Großvater nicht, war ihm zu seinen Lebzeiten nicht mehr begegnet. Es war für sie vielleicht sogar noch ein Stückchen härter, zumal sie zumindest zu ihrer Großmutter eine sehr enge Bindung aufgebaut hatte und von ihr nur von Michael Potter's guten Seiten erfuhr. Ein Bild, dass man sich zurechtgelegt hatte, konnte um so vieles tiefer zusammenfallen als kein Bild zu haben.
„Sie hatten eine harte Zeit, den Jungen zu erziehen und zur Vernunft zu bringen," fuhr Lilli bedacht fort. „Der Einfluss seines Vaters war sehr groß und tief. Obgleich Allan White seine Mutter geliebt hat, sah er auch zu seinem Vater auf und die Tatsache, dass Michael Potter sowohl Allan White's Mutter wie auch den Vater tötete, machte es für den Jungen nicht leicht, ihn als Ziehvater anzusehen."
„Michael Potter hat Dumbledore's Tochter getötet?!" entfuhr es Harry und er starrte fast fassungslos seine Mutter an. Lilli nickte wieder einfühlsam und gab ihrem Sohn etwas Zeit, um das zu verarbeiten.
„Er war Auror und sie war – Sie kam auf Abwegen," sagte sie umsichtig. „Er hat sie nicht ermordet. Es ging nur nicht anders. Ihr Tod war unvermeidbar."
Harry nickte nachdenklich, Jilli hingegen blieb wie erstarrt auf der Stelle stehen.
„Hat Allan White denn irgendwann auf Großvater und Dumbledore gehört?" fragte Harry weiter.
„Ja, hat er," antwortete James und während seine Kinder sich ihm überrascht zuwandten, lächelte Lilli ihn liebevoll an. So gern er ihr die Arbeit überlassen wollte, aber es wäre nicht fair gewesen, das zu tun. Es war schließlich die Geschichte ihrer gemeinsamen Familie.
„Ich denke, es war der Einfluss seiner verstorbenen Mutter. Sie und euer Großvater waren eng befreundet und sie hat das vielleicht irgendwie auch unbemerkt weitergegeben. Euer Großvater gab nicht auf und hat versucht dem damaligen kleinen Jungen zu erklären, warum seine Eltern sterben mussten und dass sein Weg aber noch Zukunft hat. Es dauerte, aber sie schafften es, zu ihm durchzudringen."
James machte eine Pause und sah bedrückt zu Boden, bevor er sich doch wieder an seine Kinder wandte, wenn auch betrübter als zuvor.
„Das ist zumindest das, was Dumbledore und euer Großvater glaubten. Ich bin mir da nicht ganz so sicher."
„Weil er doch zu einem Todesser geworden ist," sagte Harry verstehend, aber James schüttelte den Kopf.
„Nein, mein Kleiner. Weil er es selbst gesagt hat, dass er nie an die Worte von ihnen glaubte und dass es so leicht gewesen war die beiden hinters Licht zu führen. Aber es sind Worte eines Todessers Jahre später. Wer weiß schon, wie viel Wahrheit dann tatsächlich dahinter steckt und wie viel nur aufgesetzt ist.
Man sollte Worten nicht zu sehr in die Waage legen.
Allan White kam nach Hogwarts, durchlief die Klassen, fand Freunde, eine Frau, die er liebte, An's spätere Mutter, und Voldemort. Er schloss sich ihm an, tauchte ab und als er wieder auftauchte war es schon zu spät. Er hatte getötet und folgte Voldemort ohne seine Absichten auch nur in Frage zu stellen."
„Wieso glaubten Dumbledore und Großvater dann an Allan White? Ich mein..."
Lilli und James sahen einander bedrückt an. Wieder war es Lilli die antwortete.
„Allan White wurde vom Sprechenden Hut in das Haus Gryffindor eingeteilt."
„Allan White war ein Gryffindor?!" schoss es von Jilli und Harry entsetzt heraus. James nickte schweren Herzens.
„Er war nicht in Slytherin?!" setzte Harry ungläubig hinzu. James und Lilli warteten, bis ihre beiden Kinder den Schock verwunden hatten, bevor sie wieder auf die Geschichte eingingen.
„Ein Teil von mir möchte daran glauben, dass er Gutes in sich trug, was es natürlich nicht weniger tragisch macht, dass er ausgerechnet auf Voldemort trifft und sich ihm anschließt."
„Kaylar Steward," warf Jilli leise ein und obgleich Harry irritiert von ihrem Einwurf war, James war es nicht. Im Gegenteil, er nickte zustimmend. Lilli blickte ihre Tochter mitfühlend an.
„Es war immer gefährlich ihr dennoch zu trauen," sagte James. „Aber nachdem was ihr mir bisher erzählt habt, hat sich das Vertrauen bezahlt gemacht. Allan White ist ein Beispiel, bei dem es leider schief lief."
„Und Peter Pettigrew," fuhr Jilli gefasst, aber auch sichtlich grimmig fort. „Und Severus Snape. Und wer weiß, wer noch..."
Lilli und James tauschten besorgte Blicke aus, dann aber ging Lilli auf ihre Tochter zu und hatte sie fürsorglich an den Schultern umfasst.
„Jilli, Kleines? Was bedrückt dich wirklich?"
Harry hatte die beiden aufmerksam beobachtet und hoffte, dass seine Mutter mehr aus seiner Schwester herausbekommen würde als das wenige, das er bisher geschafft hatte. Jilli blickte deprimiert zu Boden. Sie konnte es nicht aussprechen und ihre Mutter dabei in die Augen sehen.
„Was, wenn ich die Nächste bin?"
Wieder tauschten ihre Eltern tief besorgte Blicke aus, doch noch bevor ihre Mutter darauf eingehen konnte hatte ihr Vater bereits gesprochen.
„Wie kommst du auf diese absurde Idee?"
Auch James war zu ihr herangetreten, ließ jedoch genug Abstand, damit sie sich von ihren Eltern nicht in die Enge getrieben fühlte. Seine Miene war jedoch eindeutig. Er traute es seiner Tochter keine Sekunde lang zu, so wie Pettigrew oder Allan White zu werden.
„Was, wenn ich nicht ich selbst mehr bin?" sagte Jilli leise und endlich hob sie ihren Blick wieder an. Es brauchte keine Erklärung. Ihre Eltern verstanden auch so, worauf sie hinaus wollte.
„Geht es um diese eine Erinnerung, die du mir aus Versehen gezeigt hast?" fragte James sanft. Jilli nickte bedrückt.
„Welche Erinnerung?" wagte Harry vorsichtig sich ebenfalls noch zu Wort zu melden. Seine Familie wandte sich ihm mit bedrückten Mienen zu. Jilli fiel es schwer etwas zu sagen und nachdem seine Eltern zum wiederholten Male nur mit den Augen miteinander sprachen, war es sein Vater, der das Wort wieder ergriff.
„Es gibt eine Erinnerung deiner Schwester, die eine Zeit zeigt, die glücklicherweise nicht mehr eintreffen kann. Nicht so jedenfalls. In dieser Erinnerung ist sie ein Unverzeihlicher Ponester. Sie hatte zu viel dunkle Magie in sich aufgenommen – die Magie von Voldemort."
Harry sah seine Schwester entsetzt an, aber sie ertrug es nicht ihren Bruder in diesem Moment anzusehen. Zu sehr schämte sie sich für diese Erinnerung. Stattdessen blickte sie wieder zu Boden in der Hoffnung, dass das Gefühl irgendwann wieder vergehen würde.
„Jilli wollte ihn aufhalten und hat versucht ihm die Magie zu entziehen, um ihn zu schwächen. Das ist eine Fähigkeit der Ponester, mit denen sie sich vor der magischen Gemeinschaft schützen können."
„Er hatte jedoch zu viel davon," fuhr die junge Hexe mit abwesender Miene fort. Sie konnte ihre Eltern nicht mehr sprechen lassen, wenn es doch nicht mal ansatzweise die Furcht wiedergab, die in ihr drin herrschte. „Er wusste, dass ich ein Ponester bin und hat mich manipuliert, so dass ich seine Magie in mir aufnahm. Ich dachte, ich würde ihn schwächen, aber ich hab nicht rechtzeitig aufgehört. Seine Stärke blieb und ich hab die Grenze überschritten. Ich war danach nicht mehr ich selbst. Ich war – ihm unterwürfig. Alles was ich noch wollte war seiner Magie zu folgen. Ich hab in diesem Zustand sogar Mum in dieser Zeit vergiftet, weil er es so wollte und sie damit zu seinem Todesser gemacht."
Harry zuckte erschrocken zusammen. Da Jilli nach wie vor den Boden anstarrte, versuchte er mehr aus den Mienen seiner Eltern herauszubekommen, aber sein Vater deutete ihm mit einem Kopfschütteln an seiner Schwester zuerst zu Ende zuzuhören.
„Ich war Schuld, dass Mum zum Todesser wurde und Dad fast umbrachte und für noch so viele andere Schwierigkeiten... und Morde. Das war eine sehr frühe Erinnerung von mir, die mir meine Ponestermutter gezeigt hatte, um mir vor Augen zu führen, wie wichtig es ist mich im verborgenen vor solchen Zauberern zu halten. Deswegen wusste ich auch, wie viel ich bei Sirius aufnehmen konnte ohne die Grenze zu überschreiten. Ich wusste, dass es nicht zu viel war, weil ich durch diese Erinnerung bereits erfahren habe, wann es zu viel wird. Wenn ich mich konzentriere und es in Ruhe tue, dann weiß ich, wann ich an die Grenze stoße. Aber in einem Duell, wenn alles außer Kontrolle gerät, so wie es bei Voldemort der Fall war, kann ich diese Fähigkeit nicht richtig beherrschen. Die Grenzen verschwinden.
Das Gefühl werde ich nie vergessen und es hält mich auch davon ab, diese Fähigkeit im Kampf einzusetzen. Aber Voldemort – Jetzt weiß er was ich bin und diese Erinnerung. Allan White war auch da. Er war nicht tot. Und hier lebt er ebenfalls. Ich weiß was Voldemort nun will und ich hab Angst. Ich hab Angst. Ich weiß, dass diese Situation so nicht mehr eintreffen kann, aber Allan White lebt und Voldemort weiß, wer ich bin. Mum, Dad? Ich hab wirklich Todesangst, dass er mich dazu bringt, zu diesem Wesen zu werden, was ich nicht sein will."
„Meine Kleine."
Lilli hatte Jilli in ihre Arme geschlossen und tröstend fest an sich gedrückt. Zur selben Zeit legte James Harry seine Hand auf die Schulter und während der Blick des Sohnes sehr verwirrt war, nickte sein Vater ihm bestimmend zu. Die beiden schritten zur Seite und ließen Mutter und Tochter einen Moment der Ruhe und unter sich. Was die junge Hexe nun brauchte war Trost und Mut und es würde effektiver sein, wenn sie dies von ihrer Mutter bekam ohne dass ihr Bruder und Vater sie dabei beobachteten.
„Du hast Angst, nicht wahr, Champ?" sagte James außer der Hörweite beider Frauen. „Was du gerade erfahren hast war auch viel."
Harry nickte. Da standen sie, Vater und Sohn, und blickten nachdenklich in die Ferne. Es war nicht sein wirklicher Vater, nur ein Zauber, aber er kam nicht umhin festzustellen, wie gut es ihm dennoch tat, dass seine Eltern dadurch hier waren. Es fühlte sich zumindest echt an und es hatte zumindest seiner Schwester richtig helfen können. Er hätte selber nicht gewusst, wie er auf dieses Wissen am besten hätte reagieren sollen und innerlich verfluchte er sich, dass er immer noch kein Blick ins Buch von Professor White geworfen hatte.
„Dad, was soll ich nun tun? Wie kann ich meine Schwester vor Voldemort und Allan White schützen? Wem soll ich trauen? Wenn ich den Falschen traue..."
Ein riesiger Kloß hatte sich in seinem Hals gebildet und verschlang den Satz auf halbem Wege. Jetzt, wo er wusste, dass selbst ein Allan White mal in Gryffindor war – war überhaupt irgendeiner von ihnen wirklich sicher vor Voldemort's Verlockungen und Magie? Hatte Jilli nicht erzählt, dass auch Brian in einer ihrer Erinnerungen ein Todesser war?
James sah seinen Sohn verständnisvoll an und drückte ihm erneut Mutmachend die Schulter. Es brauchte nur ein Blick in das Gesicht seines Jungen, um zu wissen, was in ihm vorging und woher seine Zweifel kamen.
„Peter als mein Geheimniswahrer zu nehmen, war nicht meine erste Wahl. Ich wollte Sirius. Deine Mutter wollte Sirius. Sirius aber wollte Peter. Seine Argumentation war nachvollziehbar und logisch. Dennoch wollten wir ihn. Er war unser bester Freund und bei Peter – Ich hatte ein Bauchgefühl."
Harry sah seinen Vater überrascht an. Dachte er doch stets, dass auch sein Vater wie Sirius und Remus nie den geringsten Verdacht gegen Pettigrew als Verräter hegten.
„Ich hab ihm vertraut, aber nicht so sehr wie ich Sirius oder Remus vertraut hatte. Ich hab Peter nun nicht den Verrat zugetraut, den er begangen hat, aber befürchtet, dass es dazu kommen könnte, das tat ich durchaus. Nicht etwa, weil ich Verdacht geschöpft hätte, aber aufgrund seines Charakters.
Er war nun nicht schlecht oder falsch. Aber durchaus schwächer im Willen. Das macht es für Leute wie Voldemort leicht, sie zu unterdrücken und für sich selbst stark zu machen.
Es ist gut, wenn du nicht jedem bedingungslos vertraust, weil du ihn einen Freund nennst. Aber Freunde brauchst du. Gegen Voldemort kommst du nicht alleine an. Ich mein, natürlich wird es auf ein Duell du gegen ihn hinauslaufen. Ich möchte jedoch, dass du sichergehst, nicht allein zu sein. Sirius, Remus und An, lass dir von ihnen helfen. Ich habe es nie bereut, den dreien vertraut zu haben."
„Auch nicht Professor White?"
„Bei An hatte ich nie dieses ungute Bauchgefühl und das obwohl über sie schon damals tausend Gerüchte kursierten, sie wäre ein Spion Voldemorts. Da du ihren Vater kennengelernt hast, kannst du sicher verstehen, woher diese Gerüchte kamen. Sie war seine Tochter und er hat sie 11 Jahre lang erzogen. Zweifel kamen in uns auf, weil es durch andere geschürt wurde oder durch dem, was sie selbst tat. Sie hat es uns auch nicht leicht gemacht ihr zu vertrauen, aber das machte sie aus. Sie hat nie auch nur ein Moment daran gedacht, wie es auf uns wirken könnte. Sie dachte nur daran zu helfen. Es war nie ein Bauchgefühl, dass mir sagte, ich solle ihr misstrauen, weil sie tatsächlich für Voldemort arbeiten könnte.
Du fragst dich, ob du ihr vertrauen sollst, hab ich recht? Denn wenn ich mich recht erinnere, hast du in deinem Freundeskreis keine, die An ähnelt."
Harry nickte langsam, sah seinen Vater aber weiter aufmerksam an. James schmunzelte leicht.
„Nun, ich hab es ihr nie sehr einfach gemacht. War sicherlich auch nicht der beste oder ein angenehmer Freund für sie. Dennoch hat sie mir bis zuletzt geholfen, obgleich sie es nicht hätte tun müssen. Ich würde es lieber sehen, wenn du ihr vertraust, aber das ist auch nur meine Meinung. So wie ich sie aber kenne, spielt es für sie ohnehin keine Rolle."
„Wieso das?"
„Sie ist deine Patentante. Sie hat deiner Mum und mir das Versprechen gegeben, auf euch aufzupassen. Ob du ihr also vertraust oder nicht, sie wird einen Weg finden, auf euch aufzupassen."
James grinste verschmitzt und Harry kam nicht umhin gleichfalls zu grinsen.
„Und was deine Schwester betrifft – Ich wusste von dieser Möglichkeit. Dass sie zu einem unverzeihlichen Ponester werden könnte. Nachdem sie mir aus Versehen diese Erinnerung gezeigt hat, hab ich sie dazu aufgefordert mir auch alles darüber zu erzählen. Ich hab es mit deiner Mutter besprochen und wir waren beide der Meinung, dass auch wenn dieses Szenario eintreffen kann, es nichts daran ändert, Jilli so zu erziehen, wie wir es für unsere Kinder immer vorgesehen haben, statt sie irgendwo einzuschließen und zu hoffen, dass dies niemals passieren wird.
Jilli's Angst davor, dass es eintreffen könnte, ist gut. Angst wird sie wachsam halten, so wie auch dich."
„Was, wenn ich versage, Dad? Wenn ich nicht da bin, um sie aufzuhalten? Gibt es einen Weg einen unverzeihlichen Ponester wieder zu einem – uhm – normalen Ponester zu machen?"
„Gute Frage. Wir reden, wenn es wirklich eintreffen sollte. Bis dahin – würde ich dir raten dich an An zu wenden. Sie weiß bestimmt, dass diese Möglichkeit besteht und wird ebenfalls versuchen zu verhindern, dass es überhaupt erst soweit kommt."
Die beiden Frauen traten wieder zu beiden Männern dazu und Harry bemerkte, dass seine Schwester nicht mehr ganz so bedrückt wie vorher aussah. Das Treffen schien ihr tatsächlich geholfen zu haben.
„Alles wieder in Ordnung?" fragte James seine Tochter. Die junge Hexe nickte mit einem zarten Lächeln. Lilli nickte ihr zuversichtlich zu. Dann verabschiedeten sich die beiden von ihren Kindern mit den Worten, dass sie lieber zurück nach Hogwarts kehren sollten. Dass sie nämlich wieder ohne Erlaubnis weggegangen waren, das musste keiner der beiden erst aussprechen, denn das war für ihre Eltern klar gewesen. Lilli hatte sich damit abgefunden, dass ihre Kinder mehr nach ihrem Vater kamen und ihrem eigenen Willen folgten.
Es war kein langer Flug zurück ins Schloss und Jilli kam mit Harry im freien Feld vor den Schlosstoren wieder auf.
„Danke," sagte sie mit einem viel hübscheren Lächeln als das gezwungene, was sie sonst die ganzen Tage über schon getragen hatte und was auch so gar nicht zu ihr passte.
„Ich sollte mich wirklich zusammenreißen, oder? Ich erkenn mich manchmal selbst nicht wieder."
„Nein, quatsch," sagte er und das meinte auch so. „Das ist schon okay. Ich weiß, wie es dir gerade geht."
„Ach ja?" fragte sie traurig. Harry nickte jedoch ernst und deutete auf seine Narbe.
„Stimmt ja..." setzte sie entschuldigend hinzu. „Tut mir leid. Ich hätte es dir schon die ganze Zeit sagen sollen."
„Wie gesagt, ich versteh dich. Ich hab Sirius auch erst sehr spät davon erzählt, dass ich sehe, was Voldemort sieht."
„Hm, ich erinnere mich," sagte sie verständnisvoll. „Ich mein, ich war nicht hier – aber das heißt nicht, dass ich mit Sirius und Dumbledore nicht ständig in Kontakt stand. Du musst schreckliche Angst gehabt haben."
„Hatte ich," stimmte Harry ihr leise zu. Die beiden lächelten einander sanft an bis ein hörbares Räuspern beide auf der Stelle erstarren ließ. Mit schuldbewussten Mienen drehten sie sich sehr langsam zur Seite. Lupin's Blick war sehr aufgebracht und rügend während Sirius ihnen schmunzelnd zuwinkte.
Da saßen die beiden Potter Kinder im Büro des Freundes, welcher bei seiner Standpauke im Raum auf und ab ging und unter deren Worte die beiden immer kleiner und kleiner wurden. Sirius stand zwar daneben, gesprochen hatte er jedoch nicht während sein Freund den beiden den Kopf abriss. Es dauerte eine halbe Ewigkeit und Harry war sich nicht sicher, ob Remus sich nicht sogar einige Male wiederholte. Er hatte jedenfalls das Gefühl, den Satz Ihr zwei seid erwachsen und keine kleinen Sandkastenspielkinder mehr sowie Wenn man einen Knut verdient, indem man sich selbst Ärger einbrockt, dann hättet ihr jetzt mehr Geld als in Gringotts überhaupt rein passt, mehrmals zu hören.
Remus hörte mit einem Kopfschütteln schließlich auf und atmete tief durch, um sich wieder zu fangen.
„Wisst ihr eigentlich, was Professor White riskiert, um für euch beide da zu sein?!" sagte er zwar ein wenig gefasster, dass er nach wie vor enttäuscht von ihnen war, konnten sie ihm dennoch im Gesicht ablesen. „Sie will mit euch beiden reden, aber ihr wart ja nicht da, wo ihr hättet sein sollen."
Ein sehr strenger Blick ihres Patenonkels ließ die junge Hexe noch mal um ein großes Stück in sich zusammen schrumpfen.
„Wir konnten euch decken," sagte Sirius schließlich, denn er wollte nicht länger seine beiden Patenkinder mit dieser schuldbewussten Miene sehen und hoffte, dass ihre Unterstützung sie aufheiterten. Jilli und Harry sahen tatsächlich erleichterter aus.
„Ja?" fragte Harry und Sirius nickte beruhigend, während Remus mehr kritisch die Stirn runzelte. Wenn es nach Letzterem ginge, würde die Standpauke wohl noch länger dauern.
„Sagten, dass ihr noch bei Hagrid und Yuno seid. Also wenn sie fragt, versucht es so ernst zu erzählen wie möglich, denn An ist allgemein sehr gut darin Lügen zu erkennen. Allerdings auch nur, wenn sie Verdacht schöpft. Wir sagten ihr, dass Jilli mehr Vertrauenspersonen um sich herum bräuchte und wer ist eine größere Vertrauensperson als derjenige, der sie die letzten 16 Jahre aufgezogen hat?"
Er wandte sich mit einem Augenzwinkern an seine Patentochter, die nun auch ganz leicht wieder zu lächeln begann.
„Geht jetzt besser zu ihr."
Beide nickten zögerlich und begaben sich zum Büro der Schulleiterin. Sie hatten auf dem Weg dorthin wenig gesprochen, aber ihre Blicke sprachen Bände. Sie hatten beide Angst vor dem, was White sagen würde. Als sie das Büro betraten, saß die Professorin mit sehr ernster und nachdenklicher Miene hinter ihrem Schreibtisch. Ihre Haare waren zu einem Dutt hochgebunden und ließen sie dadurch glatt noch strenger wirken.
„Setzt euch," sagte sie hart und beide folgten auf der Stelle. Sie tauschten immer wieder mal bange Blicke miteinander aus, gesprochen hatten sie jedoch nicht. Stattdessen sahen sie ihre Professorin aufmerksam an, auch wenn sie sich vor dem fürchteten, was sie von ihnen verlangen würde.
„Ich denke, ihr wisst, warum ich heute mit euch beiden sprechen wollte?"
Harry und Jilli tauschten kurz einen Blick miteinder aus, dann nickte sie.
„Du ziehst mich von allem ab und willst, dass ich mich verstecke..." sagte Jilli. Es war keine Frage und dennoch sah sie ihre Patentante fragend an, hoffend, flehend, dass sie dies nicht tun würde und alles anders kommen möge.
„Ich ziehe dich von allem ab," sagte White und Jilli wurde das Herz schwer. Harry sah seine Schwester besorgt an und wollte der Professorin gerade ins Wort fallen, da hatte sie aber bereits weitergesprochen. „Weil ich will, dass du erlernst, wie du die dunkle Magie, die du absorbierst, schneller wieder in weiße Magie umwandeln kannst, als du die dunkle Magie in dir aufnimmst."
Jilli blickte niedergeschlagen zu Boden.
„Ich weiß, wie man dunkle Magie in weiße umwandelt," sagte sie leise. „Aber ich schaffe es nicht, dass die weiße überwiegt. Ich habe es versucht. Es hat nie geklappt. Was, wenn ich zu viel dunkle Magie aufnehme? Anna -"
„Ich weiß, wo vor du Angst hast," sagte die Hexe bestimmend und so sah Jilli vorsichtig auf. Die Augen der Schulleiterin waren fest und zuversichtlich. Sie waren so voller Stärke, Jilli wünschte, sie hätte ebenfalls diese Kraft in sich. „James und Lilli haben mit mir darüber gesprochen. Ich weiß, was du befürchtest. Ich werde dir zeigen, wie du diese Fähigkeit verstärkst, so dass du niemals an diese Grenze stoßen wirst und daher auch niemals Gefahr laufen wirst, tatsächlich zu einem unverzeihlichen Ponester zu werden."
Beide hatten die Schulleiterin verwundert angesehen. So was war möglich?! Jilli hatte keine Ahnung, aber White nickte der jungen Hexe sanft zu. Es war eine unglaubliche Erleichterung, die sie spürte und die alle Last von ihren Schultern nahm. Es gab tatsächlich einen solchen Weg?
„Das einzige, was du dazu brauchst ist die Hilfe von Harry. Weil er Gryffindor's Magie besitzt."
Harry nickte sofort.
„Klar," sagte er, denn dass er ohne wenn und aber seiner Schwester dabei half stand für ihn außer Frage. White lächelte sanft.
„Voldemort weiß nun über Jilli Bescheid. Das können wir nicht mehr ändern. Aber wir können verhindern, dass er dich für seine eigenen Zwecke benutzt. Du kannst in Hogwarts bleiben, aber bleib wachsam. Wir haben keine Todesser hier drin, aber einige, die durchaus zukünftige Todesser sein könnten. Die Auroren, die im Schloss wache halten, werden vom Zaubereiministerium geschickt und auch bei ihnen bin ich mir nicht sicher, inwiefern sie wirklich noch für Scrimgeour arbeiten oder bereits von Voldemort umgedreht wurden. Halte dich also bedeckt und wo immer du dich aufhältst, geh sicher, dass du nicht alleine bist."
Jilli nickte sofort, froh darüber, dass White sie tatsächlich bei sich behielt und nicht einsperrte wie befürchtet. Die Schulleiterin sah sie weiterhin eindringlich und ernst an.
„Remus hat mir gesagt, dass du dich davor fürchtet die Fähigkeit der Magieabsorption zu oft zu nutzen. Es ist jedoch wichtig, dass du lernst mit ihr richtig umzugehen. Verstehst du was ich damit sagen will?"
Wieder nickte die junge Hexe, wenn auch nicht ganz so erfreut wie vorher. Sie verstand sehr wohl, was ihr Gegenüber von ihr verlangte und sie war bereit dazu, wenn es nur bedeutete, dass diese Erinnerung niemals eintraf, die sie an manchen Abenden nie einschlafen ließ.
„Harry?"
Der Schüler wandte sich der Direktorin aufmerksam zu.
„Brian wird gleichfalls hier bleiben und dir bei der Zerstörung der Horkruxe helfen. Noch musst du herausfinden, was der letzte Horkrux ist und alles kämpfen, tun oder widersetzen wird nichts bringen, wenn du diese Aufgabe nicht löst."
Er nickte verstehend. Richtig, er hatte diese Suche irgendwie schleifen lassen, nachdem in der letzten Zeit so vieles Schlag auf Schlag ablief.
„Richte dein Fokus darauf. Das Training rückt in den Hintergrund, da ich mich zuerst um Jilli's Training kümmern werde, was nicht bedeutet, dass du es einfach wegschieben kannst. Trainiere selbst. Nimm dir die Zeit. Dein Fokus sollte jedoch darauf liegen herauszufinden, was der letzte Horkrux ist."
Harry nickte erneut fest. Da sein Training zum Wohl seiner Schwester zurückgesteckt wurde, war es für ihn auch völlig in Ordnung. White nickte ebenfalls, dann stand sie auf, schritt zu einem Schrank rüber und holte etwas aus der Schublade heraus.
„Was mein Vater betrifft, so überlasse dies uns. Kingsley wird sich darum kümmern."
Sie schritt wieder zurück und legte eine weiße Kerze und drei kleine verkorkte Phiolen auf den Schreibtisch nieder.
„Das ist die Kerze, die ich bisher beim Training mit dir benutzt habe. Es ist eine spezielle Kerze, gekoppelt an deine Emotionen. Da es nichts bringt deine Emotionen mit Erinnerungen zu locken, die du schon kennst, habe ich hier drei neue. Du brauchst dazu kein Denkarium. Sobald du sie öffnest, wirst du die Erinnerung sehen. Geh also besser sicher, dass du ungestört bist und bleibst. Du wirst sie nicht einfach anhalten können, wenn es dir passt. Einmal entkorkt, wird sie bis zum Ende durchlaufen."
Er nickte, um zu zeigen, dass er sie verstanden hatte. White schien damit zufrieden zu sein, denn auch sie nickte beiden zu.
„Das wär's für heute," sagte sie und damit war das letzte Wort gesprochen. Harry und Jilli erhoben sich beide wieder und verließen nach einem Abschied das Büro. Sie waren nur kurz den Flur entlang geschritten, da hielt Harry mitten im Gang an und wandte sich seiner Schwester mit besorgtem Blick zu.
„Alles okay?"
Sie zögerte einen Moment, dann aber nickte sie beruhigend.
„Ja, jetzt schon," sagte sie ehrlich und wirkte auch nicht mehr ganz so betrübt wie in den letzten Tagen. Sie lächelte sanft.
„Es fühlt sich nur gerade etwas sehr überwältigend an, weißt du."
„Err -" machte Harry, der wirklich nicht wusste, was genau sie nun meinte. Jilli lachte als sie sein überrumpeltes Gesicht sah, welches in diesem Moment James mehr ähnelte als ihm wohl bewusst war.
„Es ist nur - seit Jahren hab ich diese Angst zu dieser Kreatur zu werden, die Voldemort folgt und die jeder, den ich liebe, verachtet. Ich hatte es nur Mum und Dad erzählt und nachdem sie gestorben waren, konnte ich mit keinem darüber reden. Die Angst war da und ich hab sie eigentlich nur unterdrückt. Bis heute. Zu wissen, dass du es nun auch weißt und Anna es wusste, macht es auf einmal leichter."
Harry nickte verstehend und lächelte gleichfalls erfreut. Er verstand nämlich genau, was sie damit meinte und wie es ihr jetzt ging. Er glaubte nicht, dass er es hätte solange aushalten können es für sich zu behalten ohne jemanden davon zu erzählen. Ganz gleich wie viel Angst er auch davor hatte. Dass man ihr diese Last bisher kaum angemerkt hatte zeigte ihm eher, wie stark seine Schwester tatsächlich war.
