Mit viel Verspätung - das nächste Kapitel ^^
Review:
Mannequin: Hallou =)
Yap, mir wurde zwar im Studium die Grundlagen mitgegeben, aber das Verfeinern war mir überlassen. Wenn man jetzt 3 oder 5 Jahre als Programmierer arbeitet, bin ich mir nicht sicher, ob mich zum Beispiel Allianz oder so einfach in eine Wima Position einstellen würde. Die würden mich wohl wenn dann eher in den IT Bereich stecken, obgleich sie viele Wima's einstellen. Genauso schwer kann ich nach 3 bis 5 Jahren als Wima als Informatiker in ner Firma einsteigen. Mir würde die Erfahrung in der Programmierung fehlen und das ist wesentlich schwerer, wo ständig neues in dem Bereich kommt. Ich komm ja schon jetzt kaum nach und war am WE wirklich froh ein wenig Hilfe zu haben. Da standen Dinge in der Stellenbeschreibung, wo bei mir lauter Fragezeichen erschienen. Nach einer Erklärung war's dann mehr – Müst, ich hab noch nie auch nur mit einem davon gearbeitet! Allerdings meinte der Freund, ich solle mich dennoch bewerben. Er konnte es am Anfang auch nicht.
Ne, bin nicht drauf angewiesen und brauch es auch nicht sofort. Aber ist halt ne Sicherheit, wenn man nen Job hat. Der Mensch ist dann auch ruhiger, wenn er einen geregelten Ablauf hat statt durcheinander und Unentschlossenheit. So jobbe ich halt nur ab und zu und warte auf Reaktionen auf meine Bewerbungen.
Würde denen jeder raten XD Machen die nur nicht, weiß der Geier warum. Die Temperaturen zur Zeit sind schon übelst warm. Ich mein, ich genieße das warme Wetter so gut es geht, beschweren bringt eh nichts, aber mich graust es dann doch vor dem Sommer, wenn es noch heißer wird. Die 30 Grad zur Zeit sind schon heftig, wenn man im Auto sitzt, dass keine Klimaanlage hat =.=
Och, Lilli hätte damit leben können, schließlich war sie auch für den Schutzzauber damals. Sie war ja auch einverstanden damit gewesen ein unpassendes Hochzeitskleid anzuziehen, hihi. Begeistert wäre sie nicht, aber wenn es wirklich nicht anders ginge, hätte sie das mit sich machen lassen. Anna genoss es nur die beiden aufzuziehen.
Yap, James hat Elle nach diesem Tag noch mal getroffen. Etwa 3 Jahre später was zur jetzigen Zeit in CofX spielt.
Und ebenfalls yap, die gute Freundin, von der Anna spricht, ist Talya. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wo ich ihr Ende setze. CofX oder doch erst hier oder gar nicht. X.x
Anna wäre auch so nicht lange böse mit Harry oder Sirius gewesen. Sie konnte auch nie lange böse mit James sein, egal was er bei ihr schon verbrochen hatte.
Hehe, ja, Sirius hat erreicht was er wollte XD
Bevor ich mit der Story begonnen habe, hatte ich mir das zwischen ihnen sehr oft vorgestellt bzw. zwischen Anna und Brian. In jedem Szenario fiel es mir schwer sie als eine heile Familie zu sehen. Brian hat beide erst kennengelernt als er bereits erwachsen war und für Anna wie auch jetzt Sirius ist das Wissen, was da passiert ist, nicht so leicht zu verarbeiten. Wenn sie genug verarbeitet haben, was ein wenig Zeit miteinander benötigt, werden sie am Ende, so ist es zur Zeit jedenfalls vorgesehen, aufeinander zugehen und auch endlich als Familie dastehen. Natürlich ist Brian auch seine Adoptivfamilie sehr wichtig, aber er weiß auch, dass seine richtigen Eltern ihn nicht freiwillig weggegeben haben, sondern er ihnen gestohlen wurde. Die Sache ist also durchaus ein wenig anders, weswegen er es auch zumindest versucht sich ihnen zu nähern.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
Chapter 43 – The good behind the bad I
Die Osterferien neigten sich dem Ende zu und es war nur eine Frage der Zeit bis die Schule wieder randvoll mit allen Schülern sein würde und es genauso laut und Tumultartig vor sich geht wie eh und je. Harry wollte die ruhige Zeit genießen so gut es ging – nicht mehr alleine. Brian hatte recht. Seine Freunde und seine Schwester hatten es nicht verdient von ihm ignoriert und verstoßen zu werden, gleich mit was er zu kämpfen hatte.
Wann immer sie konnten saßen sie alle beisammen und überlegten sich, wie man besser an Zutaten ran käme oder wie man Zutaten miteinander tauschen könnte. Bisher hatten sie es erst geschafft den Trank auf 8 Woche Brauzeit runterzuschrauben.
Dass Brian mit Hermine und Jilli oft unendlich diskutierte war unvermeidbar. In einer ihrer endlosen Diskussionen an einem ruhigen Fleck auf den Ländereien tauchte überraschenderweise sehr plötzlich Kaylar hinter allen aus der Phowlyris Ebene auf, verursachte dabei der halben Mannschaft fast einen Herzinfarkt, und klärte schließlich alle auf, dass Eierschalenweiß entgegen Brian's Aussage nicht immer dasselbe war wie weiß.
Gemächlich, als ob es ganz normal wäre, dass man mal eben aus dem Nichts auftaucht, alle dabei erschreckt und wieder verschwindet, schritt die Phowlyris seelenruhig und elegant durch die Wiese hindurch von ihnen weg – nicht ohne, dass Brian ihr schmunzelnd nachblickte, wenn auch seine Augen mehr an ihrem Hintern hafteten als auf ihren ganzen Körper. Er pfiff ihr nach, aber die Phowlyris hatte ihn ignoriert und war ohne sich noch mal umzudrehen weitergesschritten. Dass sie dennoch erfreut lächelte, weil es ihr gefiel, konnte nur keiner von ihnen sehen.
Jilli wandte sich mit fassungslosem Blick an Brian.
„Kannst du deine Freundin nicht dazu bringen das zu unterlassen? Das nächste Mal könnte ich mich sonst aus Versehen wieder in Luft auflösen."
Er zuckte verdutzt zurück.
„Ich soll sie dazu bringen? Ich kann meine Freundin nicht mal dazu bringen mir recht zu geben! Weiß ist weiß! Ob nun Eierschale oder Wolkenweiß. Weiß ist weiß!"
Jilli lachte kopfschüttelnd.
„Und deine Tränke gingen bisher wirklich noch nie daneben?!" neckte sie schmunzelnd.
Tage später, es waren die letzten freien Tage bevor die Osterferien zu Ende gehen würden, saßen die Freunde in der relativ leeren Bibliothek und diskutierten flüsternd über eine neue Verkürzungsmöglichkeit.
„Das funktioniert nicht," sagte Jilli so leise wie möglich, damit sie nicht wieder von der Bibliothekarin ermahnt wurden.
„Was soll schon großartig passieren?" entgegen Brian nicht ganz so leise.
„Dass der Trank unwirksam wird zum Beispiel?" sagte Hermine im selben leisen Ton wie auch Jilli.
„Kommt schon, Mädels!" sagte Brian entnervt.
Harry, Ginny und Ron wechselten ihre Blicke zwischen den Dreien als ob sie ihnen beim Ping Pong spielen zusehen würden, wobei Brian auf der einen Seite stand und Hermine und Jilli auf der anderen. Eigentlich waren es hauptsächlich die drei Freunde, die wirklich diskutierten. Harry, Ginny und Ron gaben nur, wenn sie gefragt wurden, ihre Meinung ab – meistens ein: Ja, find ich auch oder Nein, glaub ich auch nicht.
„Das sind beides Kräuter mit derselben Wirkung. Der Zusatz könnte höchstens Warzen verursachen – das fällt nun eh nicht mehr auf bei Anna."
Hermine und Jilli starrten ihn beide entrüstet an und waren drauf und dran ihm den Kopf für diesen Kommentar abzureißen, hätte er nicht bereits weitergesprochen.
„Dafür müssen wir nicht 2 Monate warten, um an die Zutat ranzukommen. Du wolltest eine Substitution. Hier ist sie."
„Ich wiederhole -" zischte Jilli fest. „Das funktioniert nicht. Der Zusatz setzt die Wirkung der Wurzeln aus, die ebenfalls für den Trank gebraucht werden."
„Und es verstärkt die Wirkung der Knolle und zwar im Überdruss!" sagte Hermine.
Brian rollte entnervt die Augen. Da waren sie schon soweit gekommen und nun scheiterte es an lediglich einer kleinen Zutat, die länger zum blühen brauchte?
„Phönixkristallpulver," flüsterte eine weibliche Stimme in der Nähe.
„Phönixkristallpulver?" wiederholte Brian nachdenklich. Er, Hermine und Jilli tauschten einen kurzen Blick miteinander aus und auf einmal strahlten alle Drei als hätten sie endlich die Lösung schlechthin.
„Das ist genial!" sagten sie simultan.
„Das neutralisiert die Zusatzwirkung der Wurzel!" sagte Hermine begeistert. „Und es schwächt gleichzeitig die Stärkung der Knolle!"
„Warum sind wir nicht schon vorher darauf gekommen?" fragte Brian nachdenklich. Jilli runzelte die Stirn und sah gleichfalls aus als ob sie angestrengt überlegen musste.
„Oh nein!" sagte Hermine plötzlich. „Phönixkristallpulver? Das kriegt man doch nicht einfach so her, weil es nur alle 25 Jahre einmal auftaucht und dann auch nur für einige Jahre aufbewahrbar bleibt. Wir sind in der Mitte und es gibt doch gar kein Phönixkristallpulver zur Zeit."
Alle in der Runde stöhnten und ließen wieder die Köpfe hängen. Und dann – als ob es ihnen erst jetzt klar wurde, sahen alle wieder misstrauisch auf und wandten sich zur Seite, von wo der Vorschlag kam.
Da stand die blonde, junge Dhschoara Lyssa hinter einem Bücherregal und lugte mehr oder weniger zwischen einer dicken Bücherlücke sehr scheu mit ihren dunkelblauen Augen hervor.
„Hi," sagte sie peinlich berührt.
„Hi," sagte Harry überrascht.
„Hi?" sagte Brian irritiert.
„Hi," sagte Lyssa Richtung Brian, immer noch peinlich berührt.
„Hi," sagte Jilli und sah Harry um eine Erklärung suchend an.
„Hi," sagte Lyssa Richtung Jilli, nicht mehr ganz so peinlich berührt sondern eher bewundernd und erfreut, dass sie angesprochen wurde.
„Hi," sagte Hermine freundlich.
„Hi!" sagte Lyssa ebenfalls freundlich und strahlte.
„Hi," sagte Ginny amüsiert.
„Hi!" sagte Lyssa lachend.
„Hi?" sagte Ron und sah ziemlich verwundert alle in der Runde an.
„Hi?" sagte Lyssa in seine Richtung und lächelte immer noch freudig.
„PSCHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!" zischte Madam Pince.
„Schuldigung," murmelten die Mädels und Harry sofort. Brian hingegen zuckte amüsiert den Mundwinkel. Weit und breit war eigentlich kein anderer Schüler, den sie hätten stören können – wenn nicht gerade Wände sich darüber beklagen konnten, dass man sich zu laut unterhielt. Kaum, dass die Bibliothekarin weg war, wandte er sich wieder Lyssa zu, die sich selbst jetzt nicht vom Fleck gerührt hatte.
„Wer bist du?"
„Ich... ehm... bin..."
Nichts.
„Lyssa," sagte Harry schließlich und sah Brian vielsagend an. „Shajillè's Lyssa."
„Ah," machte der verstehend. „Shajillé's Lyssa."
„Shajillé's Lyssa wie Dhschoara Shajillé's Lyssa?" vermutete Jilli vorsichtig. Harry und Brian antworteten nicht und das war aussagend genug. Sie lächelte, wandte sich der jungen Hexe zu und deutete ihr an sich zu ihnen zu gesellen. Das tat sie auch sehr vorsichtig und langsam.
„Hi," sagte sie als sie sich zu ihnen stellte.
„Hi," sagte Jilli lächelnd.
„Hi," sagte Lyssa erneut und hatte sich lächelnd Brian zugewandt.
„Hi?" sagte der verwirrt.
„Hi," sagte Lyssa und wandte sich Ron zu.
„Hi?" sagte der genauso irritiert.
„Lyssa," sagte Harry bevor sie weiter jeden von ihnen erneut begrüßen konnte. „Einmal reicht."
„Oh..." machte sie eingeschüchtert und lief rot an. „Tut mir leid."
„Nein, nein," sagte er sofort. „Das war kein Vorwurf. Uhm..."
„Oh... Tut mir leid," sagte sie erneut. Ron gluckste amüsiert. Ginny bekam Mitleid mit Lyssa, stand daher auf und stellte sich zu ihr hin, damit sie nicht so alleine und ausgeschlossen in der Gegend herumstand.
„Dein Vorschlag mit dem Phönixkristallpulver war wirklich gut. Es bringt uns nur leider nichts, weil wir da nicht ran kommen. Woher wusstest du, wonach wir suchen?"
„Ich las mir ein Buch dort durch und ihr seid... sehr hörbar."
Jilli und Hermine warfen einen dämlichen Blick zu Brian, doch der grinste breit.
„Es ist nur Lyssa!" verteidigte er sich gespielt beleidigt. „Sie weiß eh schon alles. Wisst schon Dhschoara und Hellsehr und so."
„Dhschoaras sind keine Hellseher," sagte Jilli empört.
„Egal," winkte er jedoch ab und wandte sich der jungen Hexe zu. „Vielleicht hast du noch ein anderen Vorschlag, der helfen könnte? Offenbar weißt du ja, woran wir gerade hängen?"
„Ich hätte es... Also... Phönixkristallpulver," sagte Lyssa leise. Jilli und Brian hüpften so schnell von ihren Stühlen auf, dass Lyssa zusammenzuckte und sich halb hinter Ginny versteckte. Diese warf kurz einen verwunderten Blick zurück zu Lyssa, dann wandte sie sich Hilfesuchend an alle anderen. Sie war ja ziemlich schnell jemanden's Schutzschild geworden.
„Was meinst du mit du hättest es?" fragte Brian laut.
„PSCHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!" zischte Madam Pince erneut, diesmal eindeutig feindseliger.
„Schuldigung," sagte Brian freundlich, aber nur, damit sie schnell wieder das Weite suchte. Er wandte sich zurück an Lyssa und sah sie erwartungsvoll an. Der Kopf der jungen Dhschoara war mittlerweile rot wie eine unglaublich reife Tomate.
„Was meinst du mit du hättest es?" wiederholte er in einem angemesseneren, leiseren Tonfall.
„N-Nun," flüsterte sie schüchtern und hatte immer wieder mal Blicke mit Harry und Ginny getauscht als ob sie beide damit bat einzuschreiten falls ihr jemand an die Gurgel sprang.
„Keine Sorge," sagte Harry mit dem Anflug eines Lächelns. „Brian sieht nur aus wie ein Tyrann. Er tut niemanden was."
Immer noch ziemlich unsicher nickte Lyssa jedoch zaghaft, ihr panischer Blick ließ allerdings nicht nach.
„Es ist richtig, dass man nur alle 25 Jahre an das Kristallpulver herankommt, weil auch nur der eine Ort und Zeit bekannt ist, wo sich die Phönixe treffen. Das Kristallpulver selber entsteht schließlich, wenn mehrere Phönixe aufeinandertreffen. Mein Vater und Ich waren jedoch dazu im Stande zu sehen, wo sie sich auch wann anders treffen. Es sind dann weniger und daher unauffälliger, aber – so kamen wir an das magische Pulver heran und haben es auch immer eingesammelt, wenn wir konnten. Es hat so starke Heilkräfte, dass wir es nicht ins Nichts versickern lassen wollten und daher... uhm... hätten... wir... es..."
Jilli strahlte und sah von Lyssa zurück zu Harry.
„Wir können den Trank tatsächlich in 4 Wochen fertig brauen," sagte sie erleichtert und lachte glücklich. Harry, Brian, Hermine, eigentlich jeder von ihnen freute sich mit ihr und strahlten gleichfalls über das ganze Gesicht.
Um Madam Pince nicht gegen sich aufzubringen hatten sie sich alle aus der Bibliothek verzogen und zum Essen in die Große Halle begeben. Hier und da saßen bereits einige Schüler und Lehrer, sonst war es auch hier immer noch sehr ruhig. Ginny fand Lyssa so interessant, dass sie fast die ganze Zeit mit ihr sprach und mehr von ihr und ihrer Herkunft wissen wollte. Hermine beteiligte sich zwar an ihrem Gespräch, versuchte aber möglichst neutral zu bleiben und nicht zu sehr über Lyssa's Fähigkeiten zu urteilen. Sie selbst war noch immer von Trelawney, der Lehrerin für Wahrsagen aus der dritten Klasse, vorbelastet gewesen, versuchte aber angestrengt das nicht auf Lyssa abfärben zu lassen.
„Weißt du," begann Jilli an Harry gewandt, um nicht weiter Ginny, Lyssa und Hermine zu beobachten. „Eigentlich ist es gut, dass Sirius, Remus und Kingsley davon wissen. Sirius kann Anna viel leichter dazu bringen den Trank zu trinken und wenn es so viele wissen wird sie sich nicht mehr weigern."
„Ich glaub nicht, dass sie sich vorher geweigert hätte," sagte er jedoch mit dem Anflug eines Lächelns. Er hätte es zwar nicht beschwören können, schließlich kannte Jilli die Professorin wesentlich länger und besser als er. Von dem, was er bisher von ihr mitgekriegt hatte, hielt er sie jedoch nicht für eine Person, die gerne schnell sterben wollte. Erst recht nicht, wenn das verhindern durch ein Trank möglich war, der von jemanden gebraut wurde, den man gern hatte.
„Wie geht es ihr?" fragte Jilli zaghaft und Harry kam nicht umhin verwundert eine Grimasse zu ziehen. Es brauchte keine Frage, damit seine Schwester wusste, was er damit bezweckte.
„Ich war noch nicht bei ihr seitdem sie aufgewacht ist," gestand sie schließlich verdrießlich. „Zum einen zu beschäftigt mit dem Trank... und zum anderen..." Sie kräuselte ihre Lippen und zog eine schiefe Grimasse. „Wir haben noch nicht darüber gesprochen... Ich... der Trank... Ich weiß nicht, worauf ich mich einstellen soll..."
Brian gluckste vergnügt, woraufhin Harry nun ihn verwundert ansah. Was gab es da zu glucksen?
„Hast du nun Panik, dass sie dir den Kopf deswegen abreißt oder dass du ihr den Kopf abreißen könntest, weil sie keine Luftsprünge machte?"
„Niemand reißt irgendwem hier den Kopf ab," sagte Jilli fest. Ihr weiterhin scheuer Blick zeigte nur das genaue Gegenteil. Brian hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. „Sie war nur nie da, wenn ich mal in der Nähe war, um sie zu besuchen..."
„Sie ist bei Shajillé," erklärte Brian die seltene Anwesenheit der Schulleiterin in ihrem eigenen Büro. „Sie ist ziemlich oft bei Shajillé im Gästeabteil. Ist euch aufgefallen, dass in der letzten Woche verdammt viele Mitglieder vom Orden hier ein und aus gingen? Ich mein, normal sind da vielleicht zwei oder drei am Tag. Vorgestern waren es sieben. Oder bilde ich mir das nur ein?"
Jilli und Harry tauschten einen unangenehmen Blick und dass dieser Brian nicht entging hätte beiden klar sein müssen.
„Was?" fragte er misstrauisch, aber beide schüttelten nur den Kopf.
„Nichts," antworteten sie gleichzeitig und möglichst gleichgültig.
Natürlich verdächtigte keiner von beiden Brian, geschweige denn Hermine, Ron oder Ginny, aber je weniger von der Existenz eines Verräters wussten, umso weniger Unruhe verursachte dies unter allen Beteiligten. Und wie Anna zu Sirius und Remus schon sagte, sobald einer von ihnen davon wusste, würden sie ihr Verhalten ändern und der Verräter könnte davon Wind kriegen und sich dem anpassen. Es war klüger nichts zu sagen und es für sich zu behalten.
Nach dem Essen hatten sich Hermine und Ginny die Zeit genommen, Lyssa ein wenig Gesellschaft zu leisten und sie in die Zauberer und Muggelwelt einzuführen. Es stellte sich nämlich heraus, dass Lyssa ihr ganzes Leben lang kaum andere Zauberer und Hexen getroffen hatte und Hogwarts und die Gruppe die ersten in einer Ewigkeit war, mit denen sie interagierte. Sie hatte auch nie eine Schule besucht und wurde nur von ihren Eltern unterrichtet. (Weder Lyssa, noch Harry oder Brian sagte, dass Lyssa das Kind zweier Dhschoaras war.)
Harry, Ron, Jilli und Brian hingegen schritten gemeinsam zurück Richtung Bibliothek, um die letzten Feinheiten für den Trank abzurunden. Hagrid kam ihnen entgegen und winkte heiter.
„Hey, ihr kleinen Racker," sagte er zu den Vieren. Die Jungs schmunzelten. Klein war wohl das Letzte, was sie alle waren – zumindest von ihrem Alter.
„Wohin des Weges?" fragte Brian.
„Professor White," war die simple Antwort. „Muss auch weiter. Bin auch so schon spät dran. Also, haltet die Ohren steif und eure Köpfe aus dem Ärger raus. Besucht mich mal wieder!"
Pfeifend schritt er weiter während die vier stehen blieben und ihm hinterher blickten.
„Orden?" warf Brian in die Runde. Wieder tauschten Jilli und Harry einen Blick miteinander aus. Es reichte, damit sie wussten was im anderen vor sich ging. Jilli nickte ihm zu und so nickte auch Harry verstehend. Brian gehörte zu den klügsten Menschen, die beide kannten und er würde sich bestimmt zu verhalten wissen. Ron hatte doch kaum etwas mit den meisten Mitgliedern zu tun und würde schon nicht auffallen, um das Misstrauen des Verräters zu wecken.
„Anna glaubt, es gibt einen Verräter im Orden," sagte Harry schließlich leise nachdem er sicher gegangen war, dass sich kein anderer Schüler in ihrer Nähe aufhielt. Ron's Kinnlade war herabgefallen und Panik breitete sich in seinem Gesicht aus. Auch Brian's Miene ließ die Überraschung erkennen.
„Wie jetzt?" sagte Brian irritiert.
„Na ja," setzte Harry für eine Erklärung an und verzog unangenehm eine Grimasse. „Sie glaubt, dass alles zu gut läuft und jemand im Orden alle manipuliert und eigene Ziele verfolgt. Deswegen -"
„Das mein ich nicht," fiel ihm Brian ins Wort und winkte ab. Nun war es an Harry überrascht zu sein. „Das mit dem Verräter ist klar. Aber seit wann nennst du sie Anna? Bisher war es doch immer Professor White oder White."
„Stimmt," sagte Jilli und hatte sich ihrem Bruder ebenfalls mit angenehm verwunderten Blick zugewandt. Genauso tat es auch Ron und alle drei grinsten breit. „Duzt ihr euch etwa?"
„Err – ja..." sagte er kurz und versuchte das ganze so gut es ging wegzulächeln. Er wandte sich mit ernster Miene zurück an Brian. „Was meinst du mit: Das mit dem Verräter ist klar?"
Der Freund gluckste amüsiert.
„Na, dass das eben klar war. Also nicht klar klar, aber klar. Jetzt zumindest. Ich mein, wenn man bedenkt, was in der letzten Zeit alles hätte schief laufen müssen, aber es nicht tat. Als wir Aufträge für Dumbledore erledigten kamen wir nie mit so nem blauen Auge davon.
Wir hatten wirklich sehr viel Glück und das ziemlich oft. Als ob wir vorher schon wussten, was Voldemort tun würde – nur dass wir es nicht wussten. Wir waren nur zufälligerweise vorher da und konnten ihm so ins Handwerk pfuschen.
Mir schoss es auch schon durch die Gedanken, dass da etwas nicht stimmen kann oder unsere Schutzengel müssten wirklich verdammt aufmerksam und fleißig sein. Erklärt mir jetzt aber auch, warum so viele aus dem Orden hier ein und ausgehen. Shajillé Parc soll sie sich ansehen, um zu prüfen, bei wem etwas nicht stimmt."
„Können Dhschoaras das?" fragte Ron verwirrt. „Ich dachte, sie sind eher wie Zentauren oder Wahrsager. Aber jemanden ansehen und sagen können, dass der ein Verräter ist?"
Brian lächelte mild.
„Normale Dhschoaras nicht. Da hast du recht, dass sie ähnlich wie Zentauren oder Wahrsager sind. Shajillé Parc ist aber kein normaler Dhschoara. Er kann Auren stärker wahrnehmen und sieht dadurch auch mehr. Abnormalitäten, was dem normalen Auge nicht mal auffallen würde. Ich frag mich, ob sie schon mehr wissen..."
Brian warf einen vielsagenden Blick Richtung Jilli, doch die junge Hexe machte lediglich ein ertapptes, unschuldiges Gesicht.
„Was?" fragte sie verwirrt. Als Harry begriff, worauf sein Freund hinaus wollte, blickte auch er seine Schwester vielsagend an.
„Okay," sagte sie nach wie vor irritiert. „Ich bin nicht Anna und kann keine Gedanken lesen. Was geht in euren Köpfen vor sich?"
„Wie viele Personen kannst du in nem Flug zum lauschen mitnehmen?" fragte Harry und prompt hatte sich die Miene seiner Schwester gewandelt. Sie schüttelte ungläubig den Kopf.
„Sirius und Remus sagten, sie würden Fenster nun abschließen. Schon vergessen? Es gibt keine Möglichkeit mehr zu lauschen. Außerdem, vielleicht ist das auch das Beste? Das ist deren Sache, was sie da tun und was los ist. Nicht unsere... Nein... Solange ihr keine Möglichkeit seht anders zu lauschen... Die Fenster sind bestimmt verschlossen."
5 Minuten später stampfte Hagrid in das Büro der Schulleiterin hinein. In seinen Haaren versteckt – ein klitzekleiner, blauer Lichtkäfer.
'Wieso lass ich mich nur immer auf so nen Schwachsinn ein...' dachte Jilli verzweifelt.
'Weil du genau weißt, dass es einem guten Zweck dient," mischten sich Brian's Gedanken mit ein.
'Das ist echt cool!' ertönte Ron's Stimme.
'Das ist alles andere als cool!' entgegnete Jilli jedoch. 'Wenn die herauskriegen, was wir hier tun, kriegen wir großen Ärger!'
'Wie sollen die das mitkriegen? Wir tanzen ja nicht vor ihrer Nase herum,' sagte Harry.
'Ich bin überrascht, dass ich 3 Leute mitnehmen konnte,' grübelte Jilli schließlich. 'Ich kann mich nicht daran erinnern das jemals schon mal gemacht zu haben.'
'Solang's nicht wieder zu ner Bruchlandung führt,' kommentierte Brian und auch ohne sein Gesicht zu sehen wusste jeder, er grinste und das nicht zu wenig.
'Hey, das kam weil wir angegriffen wurden und du wie ein Blödmann gezappelt hast!'
'Etwa so?'
'AHHHHH!'
'Wuah!'
'Hey!'
'Hilfe!'
'Lass das!' zischte Jilli ernst.
„Da bin ich," sagte Hagrid und schloss die Tür hinter sich. Professor White lächelte ihn an, im Raum standen außerdem Sirius und Shajillé. Letzterer runzelte auf einmal die Stirn und musterte den Halbriesen mit kritischem Blick. „Freu mich, dass es dir wieder besser geht, Anna."
„Danke, Hagrid. Der Grund, warum ich dich hab herkommen lassen ist – Hagrid?"
Große Tränen rollten plötzlich aus den runden Knopfaugen heraus und tropften über das Kinn auf den Boden nieder. Sowohl Sirius wie auch Anna blinzelten verwirrt. Shajille`s Ausdruck wurde noch mal um ein großes Stück konfuser.
„Tut mir leid," sagte der Halbriese sofort und wischte sich prompt mit dem Ärmel die Augen wieder trocken. „Is' nur – Wir ham uns alle solche Sorgen gemacht. Nach Dumbledore – Du bist alles, was von ihm noch übrich is."
Sie lächelte liebevoll und strich ihm fürsorglich über den Ärmel.
„Das ist wirklich sehr lieb von dir," sagte sie sanft. Er schniefte laut, räusperte sich auffällig und riss sich wieder zusammen.
„Jetz' aber. Was wollteste von mir?"
„Könntest du Shajillé bitte mit nach Grimmauldplatz 12 nehmen?" fuhr sie mit gleich freundlicher Miene fort. „Er soll sich dort eine Weile lang verstecken. Teile Elphias doch bitte mit – Er ist ein neues Mitglied des Orden des Phönix und ich möchte, dass er dort eine Weile bleibt. Es werden in Kürze auch noch seine Familie dazustoßen. Zumindest seine Frau. Es ist wichtig, dass niemand Außenstehender von ihrem Aufenthalt dort weiß."
„Okay, mach ich," sagte Hagrid sofort ohne wenn und aber. Seine Brust schwoll an und war er vorher schon riesig, so ragte er jetzt erst recht über alle hinaus. „Du kannst dich ganz auf mich verlassen. Ich mach das! Komm mit Shajillé. Wir kriegen dich sicher und heil ins Versteck."
Der Dhschoara hatte einen ziemlich schrägen Blick zu Anna geworfen, aber sie lächelte peinlich berührt und winkte kurz mit der Hand. Während Hagrid Shajillé Richtung Tür zog (grob wie eh und je) und Anna sich Sirius zuwandte, packte Jilli die Gelegenheit beim Schopf und flog in ein nahegelegenes Regal. Flix versteckte sie sich hinter einem Buch und hoffte auch nicht aufgefallen zu sein. Sie hatte Glück! Anna und Sirius begannen zu sprechen und schienen sie tatsächlich nicht bemerkt zu haben.
„Hagrid ist es auch nicht, aber das war mir von vornherein klar," sagte die Hexe und klang hörbar erschöpft und müde.
„Also stehen wir wieder da, wo wir vorher waren?" fragte Sirius missmutig.
„Ja und nein. Verwunderlich ist es nicht. Ich hätte es keinem von ihnen zugetraut, was nicht ausschließt, dass Voldemort nicht einen von ihnen irgendwie umgedreht haben könnte. Seine Methoden kennen wir schließlich nur zu gut."
„Du dachtest also, einer von ihnen wäre unter Folter eingeknickt?"
„Es ist nicht nur das, Sirius. Voldemort hat andere Methoden. Mal ehrlich, wer hat von uns damals Pettigrew verdächtigt? Wir dachten, er wäre unser Freund. James hat seine Hand für ihn ins Feuer gelegt. Geschworen, dass er ihm vertraute."
„Chiah," machte Sirius frustriert. „Kein Wunder, dass er gegen Voldemort verliert mit dem Wissen im Kopf, von wem er hintergangen wurde. Das feige Schwein. Ich bin immer noch der Meinung, Harry hätte uns ihn töten lassen sollen."
„Hm..."
„Hm?" machte Sirius überrascht. „Hm, was? Was soll dieser Gesichtsausdruck?"
„Nichts..." sagte Anna zögerlich. „Ich dachte nur, ich hätte etwas gespürt."
'Hört auf zu fühlen, verdammt! Anna ist Empathin!' zischte Jilli in Gedanken, hoffend, dass sich jeder daran hielt und versuchte seine Gefühle abzustellen. Das letzte was sie wollte war sich den Kopf abreißen zu lassen, weil sie einfach nicht auf andere hören wollte.
„Ich trage nicht minder Schuld daran," fuhr Anna frustriert fort. „Hätte ich in ihm gelesen, so wie es mir möglich war, hätte das Ganze verhindert werden können."
„Du hattest uns geschworen es nicht zu tun. Wer kann dir ernsthaft einen Vorwurf daraus machen dein Versprechen nicht zu brechen?"
„Wann glaubst du hat er die Seiten gewechselt?"
„Das fragst du mich?" scherzte Sirius hörbar amüsiert. „Bist du nicht die Gedankenleserin. Bist ihm nach deiner Rückkehr nicht mehr begegnet?"
„Ich bin nicht stark genug, um mich in die Gedanken von ihm zu kämpfen. Er war... ein Freund."
Sie seufzte.
„Vielleicht fürchte ich mich auch nur vor dem, was ich in Erfahrung bringen könnte."
„Zum Beispiel?" fragte Sirius. Er klang verständnisvoll, seine Stimme war weich, mitfühlend, nicht hart und vorwurfsvoll.
„Er war unser Freund, Sirius. Wir haben zusammen über 3 Jahre Seite an Seite im Orden gekämpft, gingen 7 Jahre lang zusammen zur Schule, verbrachten ständig Zeit gemeinsam. Wir waren alle zusammen nach Hogwarts im Urlaub, als wir wegen James zurückkamen, wusste ich – wir konnten uns auf ihn verlassen. Egal, worum es ging – Ohne nachzudenken haben wir ihn sofort miteinbezogen. In so gut wie allem. All die Nächte, die er auf Harry und Jilli aufgepasst hat... Wir hatten Glück, dass wir in Bezug auf Jilli den Mund hielten."
„Siehst du -" sagte Sirius. „Glück. Vielleicht hat der Orden kein Verräter, sondern nur enorm viel Glück?"
„Damals hatte keiner von uns auch nur den leisesten Verdacht, dass Pettigrew für Voldemort spioniert hat. Was ist, wenn es jetzt wieder der Fall ist. Wir haben nicht den leisesten Verdacht, wer es sein könnte – das heißt nicht, dass dieser jemand nicht existiert. Ich dachte durch Shajillé kann ich nach dem Ausschlussverfahren vorgehen, aber -"
„Aber was?" fragte Sirius.
Stille. Stille... sehr lange... Stille.
'Wieso sagt keiner mehr was?' fragten Ron's Gedanken.
'Vielleicht sind sie ja schon weg?' warf Harry ein.
'Hab niemanden gehen gehört,' kam es von Brian.
'Vielleicht überlegen beide angestrengt?' schlug Harry vor.
'Vielleicht knutschen sie auch schon?' witzelte Ron.
'Ihhhhhhhhhh!' kam es gleichzeitig von Brian und Harry.
'Hört auf mit dem Mist. Anna kann Gedanken lesen!' zischte Jilli entsetzt.
„Aber wenn es keiner von ihnen ist, dann bleiben nicht mehr viele," fuhr Anna's Stimme auf einmal fort. Sie hatten nichts bemerkt. Noch mal Glück gehabt!
„Shajille ist sehr gut und entweder konnte derjenige seine Aura außergewöhnlich gut verändern, so dass es selbst Shajillé nicht auffiel..."
„Oder?"
„Es gibt da einige wenige, die er nicht sehen kann – weil sie anders sind."
„Zum Beispiel?"
Stille. Harry lauschte gebannt. Neugierde war wirklich schlimm und er konnte es einfach nicht unterlassen mehr wissen zu wollen, ganz gleich wie heftig sein Herz schlug oder sein Puls raste. Ruhe bewahren war nicht möglich.
„Steward?" fragte Sirius laut und deutlich.
Harry's Herz setzte für einen Schlag aus. Kaylar Steward? Die gefallene Phowlyris Kaylar Steward? Brian's Freundin, mit der er seit geraumer Zeit zusammen war, Kaylar Steward?
„Du verarscht mich hier doch?"
„Sirius -"
„Du willst mir wirklich sagen, dass der Verräter die Frau ist, die seit tausend Jahren lebt, damals mit Slytherin gegen Gryffindor kämpfte, von dem in einem Stein eingesperrt wurde, tausend Jahre später befreit wurde, nur um dann an Voldemort's Seite gegen uns zu kämpfen, dann von James auf unsere Seite gezogen wurde, nur um wieder in ein Stein eingesperrt zu werden, diesmal von Voldemort, von uns wieder gerettet wird, ein normales Leben ermöglicht bekommt, Jahre später von uns wieder zurückgeholt wird, nur um noch mal die Seiten zu wechseln und wieder mit Voldemort vereint gegen uns zu kämpfen?! Ehrlich?"
„Könnte sein?"
„In dem Fall – Ich habs euch doch gleich gesagt!"
„Sirius!"
„Ihr wolltet damals ja nicht auf mich hören. Ich hab euch gesagt, ihr macht ein großen Fehler!"
„Sirius! Es reicht!"
„Und wenn sie es wirklich ist? Was dann? Du hast ihr Harry's Schutz anvertraut."
„Ich weiß."
„Und Jilli's."
„Ich weiß."
„Okay," sagte Sirius und klang immer noch ein wenig verrückt. „Ich bin nicht der größte Fan von ihr, war ich nie, aber... kann es nicht sein, dass es nicht sie ist sondern jemand vielleicht aus Versehen manipuliert?"
„Aus Versehen?" sagte sie amüsiert. „Wie soll man aus Versehen manipulieren? Hoppla, ich hab dich aus Versehen dazu gebracht Harry zu retten, kommt nie wieder vor, meine Schuld?!"
Sirius grummelte.
„Aber Steward? Du weißt, wie gefährlich das ist, wenn es tatsächlich sie ist? Prongs hatte ihr vertraut."
Wieder Stille.
„Ja," sagte sie schließlich. „Ich weiß..."
Erneut Stille. Wie oft konnte man bitte sehr schweigen, wenn man eigentlich miteinander ein Gespräch führte. Mochten die beiden etwa betretenes, peinliches Schweigen?
„Hast du schon mit Jilli gesprochen?" ertönte die Stimme der Schulleiterin endlich wieder und alle hörten auf der Stelle gebannt zu. „Du musst ihr endlich diese Flausen ausreden den Trank unbedingt zu brauen. Sie steigert sich da in etwas hinein, was keinem gut tut. Ihr selbst am wenigsten."
„Dir ist schon klar, dass sie vorhaben den Trank in den nächsten 4 Wochen fertig zu brauen? Ist ne ziemliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Snape 14 Jahre gebraucht hat."
„Was bedeutet, dass es womöglich nicht wirken wird."
„Jilli will dich nicht gehen lassen. Und ich genauso wenig. Probier den Trank wenigstens. Das Beste was passieren kann ist – Es funktioniert und du bist geheilt."
„Das Schlimmste was passieren kann ist – Sie verkürzen den Trank, indem sie irgendetwas ausgetauscht haben, was sie nicht hätten austauschen dürfen, weil sie alle noch wahnsinnig grün hinter den Ohren sind, ich verliere meine Magie direkt nach Einnahme des Trankes und Harry ist auf der Stelle auf sich alleine gestellt ohne dass ich sein Training beenden kann."
„Sie sind volljährig! Jilli und Brian sind seit 3 Jahren ausgebildete Zauberer."
„Hast du vergessen, was bei mir alles 3 Jahre nach Hogwarts schief lief bei so manchen Zauber? James wollte mir so manches Mal den Kopf dafür abreißen, ganz zu schweigen von Dumbledore's Verluste. Wie viele Verstecke hab ich noch gleich zerstört?"
„Nimm doch nicht gleich das Schlimmste an?" sagte Sirius und versuchte eindeutig nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.
„Du meinst, weil in Harry, Jilli und Brian's Fall nie das Schlimmste eingetroffen ist?"
Dass Anna dies mit mächtig viel Sarkasmus sprach war selbst für die Freunde nicht zu überhören.
„Okay, wo du recht hast... Wie läuft es denn mit Harry's Training?"
„Er macht es seinem Vater nach."
Sirius gluckste.
„Also nicht gut?"
„Gar nicht gut."
Sie hörten Schritte und das Öffnen und Schließen einer Tür ließ vermuten, dass die beiden das Büro verlassen hatten. Der kleine blaue Leuchtkäfer flog aus dem Regal hervor und verwandelte sich zurück in die kleine Gruppe.
„Na toll," murmelte Jilli sichtlich zerrüttet.
„Na ja," witzelte Brian mit dem Anflug eines Lächelns. „Wenigstens wissen wir, was sie von deinen Zaubertrankkünsten hält und dass Harry offenbar scheiße vorankommt beim Lernen."
„Scheiße vorankommt?" wiederholte er beleidigt.
„Sie hat nicht scheiße gesagt;" verteidigte Ron den Freund. „Nur, dass es nicht gut läuft."
„Sie sagte, Harry macht es seinem Vater nach. Glaubt mir, nachdem was ich gehört habe, ist es ein anderes Wort für scheiße. James hat Anna ständig an den Rand des Wahnsinns getrieben – waren jedenfalls die Worte, die Remus benutzt hat."
Harry verzog eine Grimasse. Nur weil er sich weigerte mit dem Tod eines Freundes oder seiner Schwester klar zu kommen? Weil er sich nicht kalt stellen konnte, so wie sie es von ihm verlangte, kam er plötzlich nicht mehr gut voran? War er schon mit Dumbledore überfordert, gab ihm Anna als Lehrerin den Rest. Wie sollte er sie bitte je verstehen, wenn sie in einem Moment sagte, er mache Fortschritte und im nächsten, nur weil er etwas nicht machen wollte, plötzlich unterste Schublade war?
„Bist du gar nicht verärgert?" fragte Ron Brian. „Sie verdächtigen deine Freundin?"
„Hm..." machte dieser nachdenklich und sah kurz schief in die Leere. „Logisch gesehen... ist es eher nachvollziehbar."
„Ist das dein ernst?" fragte er ungläubig. „Ich dachte, ihr seid zusammen?"
„Was hat das eine mit dem anderen zu tun?" entgegnete Brian überrascht.
„Na... ihr seid zusammen!" wiederholte Ron und sah Harry hilfesuchend an. „Und sie ist vielleicht die Verräterin wie Pettigrew es war?"
„Was, wenn sie recht hat?" sagte Jilli auf einmal und blickte entsetzt in die Runde. Alle drei Jungs hatten sich ihr besorgt zugewandt, fiel ihnen doch erst jetzt auf, wie aufgelöst und verzweifelt sie tatsächlich in dem Moment war.
„Was, wenn wir uns nur was vormachen und wir hätten vieles gar nicht so tauschen dürfen? Anna hat recht! Severus Snape hat 14 Jahre für den Trank gebraucht und er hat wesentlich mehr Erfahrung als ich. Er tut das seit einer halben Ewigkeit und ich? Was, wenn sie der Trank ihrer Magie beraubt oder noch schlimmer? Gleich tötet, weil irgendetwas plötzlich giftig ist?"
„Hey!" fiel Brian ihr jedoch ins Wort und hatte sie mit beiden Händen an ihren Armen festgehalten, damit sie ihm auch wirklich ansah. Sie überrumpelte selbst Ron und Harry damit und hatte jedem von ihnen Panik eingejagt. „Stopp, stopp, stopp, Ji!"
Beide starrten einander an, er – fest und eindringlich, sie – entsetzt und verängstigt.
„Erstens: Ich hab alles mitangesehen und ich bin mir sicher, dass nichts davon Nebenwirkungen hat, die Anna ihrer Magie berauben oder sie sofort sterben lässt. Hermine hat alles mitangesehen und auch auch sie war wachsam genug, um sich über alle Nebenwirkungen zu informieren. Es waren drei Augenpaare, die ein solchen Fehler zu verhindern wussten, Snape war allein.
Glaub mir, dass ich das niemals zulassen würde, wenn auch nur die geringste Gefahr dazu bestanden hätte und ich bin gut. Ich mag nicht die Erfahrung von Severus Snape haben, aber ich bin sehr gut in dem was ich tue und ich kenne Hermine mittlerweile gut genug, um sagen zu können, dass sie ebenfalls sehr gut ist in dem was sie tut."
Er lächelte charmant und Harry bemerkte erleichtert, dass Brian damit auch Jilli wieder beruhigen konnte. Die Angst und Panik ließ tatsächlich nach und ihre Gesichtszüge gewannen wieder weichere Konturen.
„Und zweitens: Snape hatte keinen Grund den Trank so schnell herzustellen. Je länger er es hinauszögerte, umso länger behielt er Dumbledore's Vertrauen und Schutz. Es ist doch nicht so als ob wir mit dem Finger geschnipst haben und der Trank ließ sich in 4 Wochen brauen? Du hast vorher schon Zutaten gesammelt und wir haben hier die letzten Tage unsere Köpfe zerbrochen, um das hinzubekommen. Außerdem war vor 16 Jahren doch vieles noch nicht erforscht oder so leicht zu bekommen, wie es heute der Fall ist. Alles wird gut werden, Ji."
Ein zaghaftes Lächeln bildete sich auf dem sanften Gesicht seiner Schwester. Die beiden Freunde blickten einander tief in die Augen und Harry kam einfach nicht umhin festzustellen, wie gut beide einander taten. Es freute ihn zu wissen, dass sie sich so gut verstanden und vor allen Dingen aber auch, dass sie einander bereits vorher hatten. So schwer wie es für sie beide manchmal auch war zu wissen, dass sie nicht zusammen aufwachsen konnten, es machte alles weniger schwer zu wissen, dass der andere nicht allein war.
„Kaylar Steward, ehrlich?" fragte Ginny als sie sich später unter sich im Raum der Wünsche ohne Jilli und Brian und auch ohne Lyssa trafen. Harry und Ron hatten ihnen alles von dem belauschten Gespräch erzählt.
„Ja," sagte Ron. „Und Brian schien das zu kümmern als hätte ihm jemand erzählt es gäbe morgen kein Müsli sondern nur Waffeln."
„Das war echt dumm von euch!" warf Hermine jedoch ein ohne auf Ron's Kommentar eingegangen zu sein. „So zu lauschen. Was, wenn sie euch erwischt hätten? Was hätte das für Ärger gegeben?"
Harry und Ron tauschten einen dämlichen Blick miteinander aus, hatten sie diese Reaktion doch irgendwie schon kommen sehen, aber Hermine boxte Ron entrüstet gegen die Schulter.
„Ow! Wofür war das?!"
„Dafür, dass ihr die Sache nicht ernst nehmt!"
„Wieso malträtierst du dann nur mich?!"
„Ehrlich, das war unverantwortlich! Besonders Jilli gegenüber!"
„Wieso das?" fragte Harry verdutzt.
„Komm schon, Harry. Hast du es denn wirklich noch nicht begriffen? Jilli ist so emotional im Bezug auf Professor White, dass sie gar nicht klar denken kann sobald es um sie geht. Professor White weiß das und hält deswegen auch ein wenig Abstand, damit sich Jilli langsam an alles, was in diesem Jahr bei ihr passiert ist, gewöhnen kann.
Und was tut ihr? Zieht sie mit Absicht auch noch in euren Unsinn hinein. Sirius und Remus haben ihr verboten zu lauschen, weil Professor White bestimmt Gründe hat, weswegen sie so etwas nicht mit jedem von uns bespricht."
„Hermine!" fiel ihr Ron jedoch laut ins Wort. „Das ist nicht der Punkt!"
„Ach? Und was ist der Punkt?"
„Kaylar Steward," sagten alle drei gleichzeitig.
„Sie ist eine Phowlyris," fuhr Harry fort. „Eine sehr starke Phowlyris und das wohl mächtigste Mitglied im Orden. Ich mein, ihr habt sie nicht kämpfen sehen. Sie hält ohne Probleme mal eben dutzend Todesser auf ohne überhaupt den Zauberstab zu ziehen."
„Und Brian war es egal, dass sie eine Verräterin sein könnte," fügte Ron hinzu. „Ehrlich jetzt?" sagte er Harry gewandt. „So stark?"
Harry nickte heftig.
„Ziemlich. Wenn sie wirklich die Verräterin ist... Ich weiß nicht, wer dann noch gegen sie ankommt, wenn sie und Voldemort zusammen angreifen."
Der Gedanke war wirklich erschreckend und wenn er ehrlich war, wollte er ihn am liebsten auch wieder vergessen. Es hätte jeder andere sein können, aber ausgerechnet die Person, die ihm vor kurzem noch davon überzeugte, auf seiner Seite zu sein und der er das auch tatsächlich glaubte? Nun soll ausgerechnet sie wie Pettigrew den Orden ausspionieren? Hatte sich so sein Vater damals gefühlt?
„Was wirst du jetzt tun?" fragte Ginny besorgt über Harry's tiefes Schweigen und beendete damit endlich auch Ron's und Hermine's sinnlose Diskussion, die beide sonst wohl ewig weitergeführt hätten. Er atmete schwer durch.
„Keine Ahnung... Beobachten?"
„Wie willst du bitte jemanden beobachten, der selbst beobachtet ohne dass man es mitkriegt?" warf Ron begründet ein. „Ich mein, die taucht einfach mal so über ihre Ebene auf und wer weiß -" Er wurde ruhig und sah sich vorsichtig um. „Ob sie nicht gerade lauscht," flüsterte er plötzlich. Hermine rollte die Augen.
„In dem Fall wäre es jetzt schon zu spät und dein flüstern überflüssig," kommentierte sie mit dämlichen Blick.
„Das hier ist der Raum der Wünsche. Phowlyris können nur da aus ihrer Ebene auftauchen und sein, wo man es ihnen erlaubt. Professor White hat ihr bestimmt Zutritt zur gesamten Schule gegeben, aber der Raum der Wünsche ist anders. Zauber verhindern dass hier einfach jemand auftaucht oder lauscht. Selbst wenn es noch so starke Wesen sind wie eine Phowlyris."
„Und Brian hat sich nicht darüber aufgeregt?" fragte Ginny in die Runde. „Ich mein, die sind ja nicht gerade erst zusammengekommen. Die gehen doch schon eine Weile miteinander?"
„Null," antwortete Ron. „Er sagte sogar, es sei nachvollziehbar."
„Klingt nach ihm," sagte Hermine zögerlich. Ginny, Ron und Harry blickte sie gleichzeitig verwundert an, aber sie lächelte lediglich mild. „Ist ja nicht so als ob er und Kaylar Steward sonderlich groß ihre Beziehung an die Glocke gehängt hätten. Er ist eben eher der rationale Typ und nicht der Super-Emotionale.
Wen ich weniger einschätzen kann ist Kaylar Steward. Ich mein... Ich hab bisher kaum ein Wort mit ihr gewechselt. Wenn sie den Orden ausspioniert, dann manipuliert sie womöglich nicht zu knapp und das Ganze wird sehr böse ausgehen... Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass sie das tun kann und Professor White das nicht schon vorher gesehen hat. Professor White hat sie doch zurückgeholt? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie diese Gefahr eingeht sich einen so großen Feind zu schaffen... Oder doch?"
Unsicher blickte sie vor allen Dingen Harry an, welcher nachdenklich finster in die Leere starrte. Er schüttelte schließlich den Kopf.
„Wir sollten auf jeden Fall die Augen aufhalten," sagte er entschlossen.
Und das tat Harry an jenem Abend auch. Seine Augen aufhalten. Egal, was er tat, schlafen war das Letzte, was möglich war. Zu viele Gedanken kreisten in seinem Kopf umher, zu viele Bilder liefen vor seinem geistigen Auge vorbei. Steward... Kaylar Steward...
„Kaylar ist ein gutes Wesen, Sohn...,"erklang die Stimme seines Vaters während er den klaren Himmel durch das Fenster betrachtete. „Alles was sie wollte war wiedergeboren werden... Kaylar ist kein berechnendes Wesen... Sie hat ihren eigenen Kopf..."
„Ich habe für Voldemort gearbeitet..." Nun war es Steward's Stimme, die seine Gedanken füllte. „Ich habe daraufhin viele Morde in seinem Auftrag begangen. Bei jedem einzelnen davon ging ich ohne Gefühle heran und mir machte es auch nichts aus, dass ich sie dabei quälte, dass sie um Hilfe schrien oder wie schrecklich es für irgendeinem von ihnen war. Ich hielt mich nicht zurück sondern genoss es ihnen das Leben zu entreißen."
Waren das die Worte einer Person, die auf ihrer Seite stand? Die Härte und Kälte erinnerte ihn mehr an Voldemort oder seine Todesser. Aber dann... Ihre Stimme wurde weicher, so wie sie dieser Tage oft klang, wenn er sie mit Brian zusammen antraf. Sie zeigten ihre Affinität nicht oft und auch kaum öffentlich, aber Harry hatte sie durchaus das ein oder andere Mal in einer sehr eindeutigen innigen Position erwischt. Sie fuhren dann entsprechend schnell auseinander und verhielten sich als ob das ein Versehen und einmalig gewesen war.
„Stärker als Rache ist das Gefühl, das dir zuteil wird, wenn du jemanden wichtig bist... Ich kann die Zeit nicht rückgängig machen. Ich kann nur versuchen das richtige zu tun."
Unweigerlich sah er ein Bild vor sich: Kaylar Steward, die junge Hexe, die ... (er würde es fast schon als ziemlich niedlich bezeichnen) mit Brian umging und Kaylar Steward, die Phowlyris, kalt und verschlossen. Im verzweifelten Versuch endlich nicht mehr darüber nachzudenken, schweifte seine Erinnerung ab zum Gespräch mit der Direktorin.
„Es muss einen Weg geben!" sagte er entschlossen und starrte sie mit festen Blick an. Sein Gegenüber hatte denselben entschlossenen Ausdruck auf seinem Gesicht und ließ kein Zweifel daran, dass eine Diskussion mit ihr zu einem Ergebnis führen würde, welches nicht dem entsprach, was sie ohnehin schon klar ausgesprochen hatte.
„Es muss einen Weg geben Voldemort daran zu hindern einen von ihnen zu töten. Bisher haben sie doch auch überlebt?"
White seufzte und schüttelte mit bedauernd den Kopf.
„Es war leichter als du mich noch verachtet hast," sagte sie traurig. „Wenn du mit dem Verlust von einem nicht umgehen kannst, wirst du alle verlieren, die du liebst."
„Warum?" fragte er verständnislos, bedacht darauf nicht harsch oder angreifend zu wirken, denn dies war das Letzte, was er wollte. Nicht nachdem sie endlich so weit gekommen waren. Genauso wenig konnte er es aber auch darauf belassen, nicht ohne seinen eigenen Standpunkt klar rübergebracht zu haben.
„Ich bin keine Maschine, die auf Knopfdruck einfach Gefühle abstellen kann. Meine Freunde, meine Schwester, Sirius, Ginny, sie alle sind mir wichtig und ich kann nicht gefasst und kalt bleiben, wenn ich zusehe, wie einer von ihnen vor mir stirbt. Ich mein, welcher normale Mensch soll das können? Das ist doch wahnsinnig? Wer, der noch ganz bei Sinnen ist, kann bitte in so einer Situation einfach seine Gefühle abstellen?"
Anna hatte ihn weder empört angesehen, noch beleidigt oder angegriffen reagiert. Sie blieb ruhig, gefasst, gar ausdruckslos und unweigerlich keimte in Harry ein paralysierendes Gefühl auf.
„Ich -"
Er wollte sich rechtfertigen, sich entschuldigen, aber stattdessen hielt er inne und starrte auf den Boden. Es wäre falsch gewesen, denn er fühlte sich nicht im unrecht.
„Ich erwarte nicht von dir kalt und gefühllos zu werden, Harry. Mit all dem, was bisher in deinem Leben passiert ist, mit dem du zurecht kommen musstest, mit den Verlusten, die du schon ertragen musstest, könntest du nie zu einem Menschen werden, der von Natur aus kalt und gefühllos reagiert.
Aber Voldemort wird diesen Umstand gegen dich verwenden. Glaubst du wirklich, er wird halt vor ihnen machen? Vor Ginny? Hermine? Ron?... Jilli?
Gefasst zu bleiben, wenn einer von ihnen stirbt, war nur ein Beispiel, um dich dazu zubewegen deine Gefühle zu hinterfragen und dich dazu aufzufordern deine Selbstbeherrschung zu stärken. Jemanden töten, der dir wichtig ist, das ist nur eines von dem, was er tun kann und wird.
Menschen auf seine Seite ziehen, die dir wichtig sind... Dazu ist er ebenfalls im Stande und wenn er das nicht kann, hat er eine Phowlyris auf seiner Seite, die das für ihn erledigt.
Sie fährt in dich und sie nimmt dich gefangen... Du bist vielleicht stark genug, um sie auszusperren. Hermine, Ron, Ginny – Ich garantiere dir, sie sind es nicht. Ich möchte nicht, dass du nichts für deine Freunde fühlst. Ich möchte, dass du dich beherrscht, selbst wenn etwas passiert."
Obwohl er ihre Worte verstand, ihre Intention nachvollziehen konnte, fühlte es sich dennoch falsch und fremd an. Er seufzte frustriert.
„Und wie soll ich das tun? Gibt es dafür etwa eine Anleitung und die wird nur von Gefühlskalten zu Gefühlskalten weitergegeben?"
Okay, das war zu viel und er bereute es nur eine Sekunde später. Wieder hatten ihn seine Gefühle übermannt ohne, dass er es beabsichtigte.
„Sorry," fügte er sofort hinzu und das meinte er auch so. Sie war nicht verärgert und blickte ihn weiterhin sehr verständnisvoll und warmherzig an.
„Ich fürchte nicht. Jeder von uns musste es für sich selbst herausfinden. Ich tat es. Dein Vater tat es. Deine Mutter. Du wirst deinen eigenen Weg ebenfalls finden."
Finden... Finden... Finden... Ihre Stimme echote nach. Irgendwann schaffte er es endlich einzuschlafen, wenn auch die Gedanken sich anfühlten als ob sie gar kein Ende dabei nahmen.
„Harry, Ron... wacht auf."
Mit einem Ruck saß er kerzengerade in seinem Bett und starrte mit weit geöffneten Augen zur Seite. Ron saß gleichfalls in seinem Bett auf mit demselben erschrockenen Ausdruck wie Harry. Hermine war bei ihm, ihr Blick wanderte jedoch zwischen beiden panisch hin und her.
„Zieht euch sofort an. Wir müssen weg. Etwas ist passiert."
„Was? Was ist passiert?" fragte Harry während er sich hastig seine wenigen Sachen anzog. Ron fiel mehr oder weniger unbedarft von seinem Bett auf seine Schuhe vor Panik.
„Ich weiß es nicht," sagte Hermine mit banger Miene. „Ich erklär euch alles später. Kommt schnell! Brian holt Jilli, Ginny und Lyssa warten schon auf uns im Büro von Professor White."
„Wieso das?" wiederholte Harry, aber Hermine antwortete nicht, sondern zog ihn, kaum dass er seine Schuhe anzog, mit hinaus. Auf dem Weg griff sie sich auch Ron, der einen seiner Schuhe sogar noch in der Hand hielt. Mit einem flauen Gefühl im Magen realisierte Harry, dass das Porträtloch offen stand und die Fette Dame nicht an ihrem Ort war.
„Hermine!" sagte Harry ernst während sie die Korridore entlang spurteten. „Was ist los?"
„Ich bin mir nicht sicher," sagte sie verängstigt. „Aber Professor White sah richtig besorgt aus als ich sie aus ihrem Büro kommen sah."
Sie erreichten schließlich endlich den Wasserspeier, eilten die Wendeltreppe hinauf und stürzten ins Büro hinein. Ginny und Lyssa wandten sich ihnen sofort zu und nur eine Sekunde folgten auch Jilli und Brian.
„Harry," sagte Jilli besorgt. „Was -"
„Alle da," sagte Sirius auf einmal und trat eilig aus dem anderen Raum zu ihnen heraus. An seiner Seite waren Remus und Tonks.
„Sirius, was -" setzte Harry an, doch dieser hob auf der Stelle die Hand und stoppte ihn mitten in der Frage.
„Ich weiß, ihr habt viele Fragen, aber uns bleibt keine Zeit. Hier wird es gleich sehr unschön zur Sache gehen und wir wollen keinen von euch in der Schusslinie haben. Tonks bringt euch von hier weg und wieder zurück, sobald die Gefahr vorüber ist."
„Aber -" versuchte Harry es erneut, wieder wurde er unterbrochen. Diesmal von Remus, der sich zwischen die beiden stellte.
„Nicht jetzt, Harry. Tonks erklärt es euch. Begebt euch in Sicherheit bis das hier vorüber ist."
Sirius und er nickten einander zu, dann verließen sie die Gruppe und schlossen die Tür zum Büro hinter sich. Harry wandte sich wie auch alle anderen Tonks zu, die auf die Schreibfeder auf dem Tisch neben ihnen deutete.
„Portschlüssel," sagte sie kurz. „Auf drei."
Sie alle stellten sich um den Schreibtisch herum, doch die besorgten und bangen Blicke rissen nicht ab. Harry und Jilli sahen einander beklommen an und beide hatten denselben Gedanken. Noch konnten sie sich dagegen entscheiden und den Portschlüssel nicht anfassen.
„Eins... zwei... drei."
Tonks, Ginny, Hermine, Ron und Lyssa verschwanden durch den Portschlüssel. Harry und Jilli blieben stehen und immer noch waren ihre Blicke auf den jeweils anderen geheftet. Er nickte ihr zu und Jilli lächelte leicht.
„Als ob ich's geahnt hätte," sagte Brian und beide bemerkten überrascht, dass auch er noch bei ihnen stand. So unentschlossen die beiden vorher auch gewesen waren, ein Blick zwischen den dreien reichte aus, um die Unsicherheit zu vertreiben. Sie hatten alle drei denselben Entschluss gefasst und würden es nun auch durchziehen.
„Gehen wir," sagte Jilli und alle drei verließen eilig das Büro.
„Weiß jemand von euch, wohin wir müssen?" warf Harry ein während er den beiden mehr oder weniger folgte, denn er selber hätte nicht gewusst in welche Richtung sie gehen sollten.
„In den verbotenen Wald," sagte Brian. „Ich bin mir sicher, sie stellen den Verräter."
„Also Steward?" sagte Harry überrascht. „Im verbotenen Wald? Jetzt?"
„Sieht so aus."
„Sie sind sich also sicher, dass sie es ist?" fragte er immer noch ungläubig. Etwas in ihm konnte es nach wie vor nicht glauben und fand es einfach nur schwer zu verstehen.
„Wieso im verbotenen Wald?"
„Keine Ahnung warum," sagte der Freund und zog eine Grimasse. Sie hatten endlich das Schlosstor erreicht und liefen auf die Wiese. „Aber ich weiß, dass einige Mitglieder sich dort aufgestellt haben."
„Und wir gehen da jetzt wirklich einfach hin und... und was?" warf Jilli panisch ein. „Tauchen auf? Stellen uns einfach unauffällig dazu und was? Wenn Kaylar ausflippt – wer kann sie bitte aufhalten?"
„Wir müssen es trotzdem versuchen!" sagte Harry entschlossen. „Egal, wie – aber -"
Ein Windstoß hatte die drei mit einem Schlag erwischt und von ihren Füßen gerissen. Harry, Jilli und Brian drückten sich mühsam wieder auf, verstanden aber sofort im nächsten Moment, was passiert war. Vor ihnen stand Kaylar Steward, ihre Handfläche ausgebreitet und ihnen entgegen gestreckt. Die Phowlyris hatte sie von den Füßen gerissen.
Die drei tauschten entsetzte Blicke miteinander aus, bevor sie sich wieder wieder auf die Beine kämpfen konnten und ihre Zauberstäbe zogen. Die Phowlyris lächelte amüsiert.
„Glaubt ihr tatsächlich, dass ihr mir gewachsen seid?" höhnte sie herablassend. Keiner der drei hatte sich jedoch bewegt und auch ihre Mienen blieben gleich verschlossen. Harry verstärkte seinen Griff um den Zauberstab, denn eine nie dagewesene Wut keimte in ihm auf. Nicht nur Wut, auch Enttäuschung und Hass. Er hatte sich also wirklich von ihr täuschen lassen und ihre gelogenen Worte geglaubt. Dabei war sie nichts als eine Verräterin wie Pettigrew. Sein Vater wollte sogar noch, dass er ihr half! Wieder hatte ihn also jemand verraten, dem er vertraute. Steward war die Verräterin.
„Wieso?" fragte Jilli, ihre Augen spiegelten ihre Fassungslosigkeit wider. Nichts. Die Phowlyris hatte ihr nicht geantwortet, noch auf ihre Worte groß reagiert. Lediglich ein kurzer, kalter Blick, das erkennen ließ, dass ihre Worte gehört wurden.
„Was nun?" sagte Brian und blickte sie mit finsterem Blick an. Auch er hatte den Griff um seinen Zauberstab verstärkt und die Wut und Enttäuschung kochte nicht minder über in dem jungen Zauberer. „Lieferst du uns etwa alle an Voldemort aus? Du magst uns heute hier kriegen, aber du bist dumm und blind, wenn du wirklich glaubst, dass Voldemort dich danach in Ruhe lässt.
Jemand wie er ist nicht zufrieden, wenn er jeden beseitigt hat, der ihm gefährlich werden kann. Harold und Michael Potter, Harry's Dad, Dumbledore – Denkst du wirklich er dankt dir das heute? In dem Moment, in dem du ihm den Rücken kehrst, wird er dich wieder einsperren und diesmal gibt es keinen, der dich wieder befreit, weil du die verraten hast, die wirklich auf deiner Seite standen und dich ehrlich gern hatten."
Die Phowlyris starrte die drei an, wenn auch mehr und intensiver Brian. Harry glaubte, dass die Worte sie nicht kalt ließen, wenn man ihr auch nichts davon ansah. Sie blieb kalt und reglos, ihre Handfläche, die bereit war die drei anzugreifen, hatte sich um kein Millimeter gerührt. Steward stand fest an ihrem Punkt ohne ein Zeichen von Schwäche erkennen zu lassen. Sie lachte höhnisch auf.
Auf einmal gab es ein explodierendes Geräusch unweit von der Gruppe entfernt mitten in der Richtung wo Hagrid's Hütte stand. Rauch stieg zwischen den Baumkronen empor. Ein grüner Lichtblitz, ein zweiter...
„Hagrid!" rief Harry panisch. Er rannte ohne groß nachzudenken los. Alles was er wollte war zur Hütte seines Freundes zu gelangen, doch er war vielleicht 4 Meter gelaufen, da zog sich ein Schmerz durch seinen Körper und stoppte ihn an Ort und Stelle – Noch nie zuvor hatte er das in dieser Intensität gefühlt. Seine Kehle schnürte sich zu und obwohl er schreien wollte vor Qual kam nicht ein Ton heraus. Er fiel auf die Knie, auf alle Viere, sank komplett mit der Brust voran zu Boden – es war nicht zu ertragen.
Er hatte nur einmal etwas ähnliches gefühlt, wenn auch mit viel weniger Intensität und Qual verbunden. Es war als die ewige Phowlyris ihn erstarren lassen wollte. Diesmal musste es Steward gewesen sein und nie ahnte er auch nur ansatzweise um wie viel stärker und grausamer dies von ihr sein konnte.
Dumpf hörte er Jilli und Brian nach ihm schreien, erspähte aus den Augenwinkeln wie sie ihre Zauberstäbe zogen, doch bevor sie überhaupt dazu kamen anzugreifen, gaben ihre Körper ein heftigen Ruck und sie erstarrten so wie es Todesser taten. Harry verstand nicht... Wieso konnte er sich dennoch rühren? Zusammenbrechen? Wieso blieben Jilli und Brian bewegungslos auf ihrem Fleck stehen, er aber sank in sich zusammen? Seine Augen rollten sich nach innen und alles in ihm platze förmlich über als ob das Feuer gar kein Ende mehr finden würde. Alles wurde schwarz und er verlor das Bewusstsein.
Es kam ihm vor wie eine Sekunde, dass er mit einem Ruck wieder zu sich kam. Er saß kerzengerade und mit weit geöffneten Auge da... auf einem Bett. Nicht auf einem Boden in einer Zelle... Es war nicht sein Himmelbett, aber es war ein Bett in einem normal eingerichteten Gästezimmer. Seine Hände waren auch nicht gefesselt und nichts hinderte ihn daran sich zu bewegen. Sein Zauberstab war nirgendwo in seiner Nähe, dafür erblickte er Brian auf dem Bett neben sich. Er stöhnte und wachte nur eine Sekunde nach Harry auf. Er sah sich nach seiner Schwester um und atmete beruhigt auf als er sie auf einem weiteren Bett fand. Er wollte zu ihr rüber hasten, spürte aber nur einen Moment später, dass dies fast unmöglich war.
Jede Faser seiner Muskeln schmerzte bei der geringsten Bewegung und er hätte sich kaum aus dem Bett bewegen können ohne sofort zu Boden zu kippen.
„Ow!" machte Brian laut und das zeigte Harry, dass es dem Freund in dieser Hinsicht nicht besser ging.
„Brian?"
„Harry?" krächzte er schwach. Er rollte sich zur Seite und stützte sich auf seinen Ellenbogen auf. Mit blinzeln versuchte er seine Sicht zurückzugewinnen und stöhnte schließlich erneut.
„Phowlyris können wirklich böse sein. Fühlst du dich ebenfalls gerädert? Als ob dich eine ganze Horde Todesser durch ihren persönlichen Reißwolf gedreht hat?"
„Yeah," stimmte Harry dem Freund zu und stützte sich gleichfalls auf einem Ellenbogen ab. Er sah zu seiner Schwester rüber, aber sie war im Gegensatz zu den beiden noch nicht wieder zu sich gekommen.
Durch das Fenster sah er den Abendhimmel. Entweder waren sie ein ganzen Tag weg gewesen oder kaum eine Stunde und es war noch immer derselbe Abend. „Kaylar Steward ist eine Verräterin..." krächzte er ungläubig. Es war genau das. Ungläubig. „Sie arbeitet tatsächlich mit Voldemort zusammen... Hat sie uns hier gefangen?"
Brian zog eine Grimasse, drückte sich ächzend auf die Beine und schritt zur Tür rüber. Wie erwartet ließ es sich nicht öffnen – egal, wie brachial er am Türknauf rüttelte.
„Yap, hat sie," antwortete der Freund ihm und sank dort auf den Boden hinab. Mit dem Rücken an der Tür gelehnt und angewinkelten Beinen blickte er grimmig zu Harry rüber.
„Entwaffnet, angegriffen und eingesperrt. Das volle Programm – Nein! Noch nicht ganz das volle Programm. Sie hat uns noch keinen Cruciatus Fluch auf den Hals gehetzt, auch wenn ihre bescheuerte Starre dem schon ziemlich nah kommt."
Sein tiefer Frust war unüberhörbar. Das letzte Mal, dass Brian so frei und sarkastisch sprach, war er schwer verletzt gewesen und hatte viel Blut verloren. Der Freund sprach selten über seine Gefühle, das hatte ihm Ron erzählt und Bill, Jilli und Tonks hatten es bestätigt. Harry selbst aber fand, dass Brian zumindest ihm sehr wohl das ein oder andere Mal ein Einblick in seine Gefühlswelt gab. So wie in diesem Augenblick. Er mochte rational und ruhig reagiert haben als sie zum ersten Mal von dem Verdacht über Steward's Verrat hörten, dass er jedoch alles andere als ruhig und rational war, das zeigte er mit sarkastischen Reaktionen – so wie jetzt.
„Du hattest absolut keine Ahnung..." vermutete Harry verständnisvoll. Brian lachte frustriert und schüttelte den Kopf.
„Ich dachte," sagte er seltsam abwesend. „Ich hielt es für eine logische Vermutung – und es würde sich als falsch rausstellen. Ähnlich wie es zwischen Anna und Sirius war."
„Ähnlich?" fragte Harry verwirrt. Brian lachte erneut, diesmal klang es jedoch nicht mehr frustriert, sondern direkt als ob der Freund damit eine schöne Erinnerung verband.
„Du weißt, dass sie die Tochter zweier Todesser ist? Es gab auch zwischen ihnen oft die Vermutung, dass sie eigentlich auf Voldemort's Seite stand. Gab oft Gerüchte im Orden, Misstrauen unter ihnen allen – am Ende stellte sich heraus, sie war es nicht. Pettigrew war es."
Harry nickte nachdenklich. So war das also zwischen den beiden. So merkwürdig wie er es auch immer fand, dieses Wissen erklärte ihm so einiges im Umgang zwischen der Schulleiterin und seinem Patenonkel.
„Sollte Jilli nicht auch langsam wieder aufwachen?" grübelte Brian kritisch und nun keimte auch Sorge in Harry auf. Seine Schwester rührte sich kein einziges Mal. Sofort eilten beide Jungs von ihren Plätzen zu der jungen Hexe ans Bett. Brian rüttelte an ihrer Schulter und versuchte sie wach zu rufen – Nichts. Wenn sie nicht geatmet hätte, Harry's Panik wäre ins unermessliche gestiegen.
„Sie wird nicht aufwachen," kam es plötzlich von hinten. Beide Jungs drehten sich mit einem Ruck um und blickten die gefallene Phowlyris finster an. Sie stand mitten im Raum, ihre Augen waren komplett schwarz, ihr Umhang war nicht mehr der einer Hexe, sondern der seidene Kimono, ähnlich prunkvoll der der ewigen Phowlyris. Alles in allem war ihre Präsenz der eines Feindes. „Schlafzauber."
„Und womit haben wir die Ehre verdient aufwachen zu dürfen?" entgegnete Brian hörbar sarkastisch. Steward lächelte, doch angesichts der komplett schwarzen Augen war es alles andere als ein nettes, freundliches Lächeln.
„Ob nun wach oder nicht, aus diesem Raum kommt ihr so oder so nicht. Jilli dagegen schon – zumindest, wenn sie bei Bewusstsein wäre. Ihr werdet hier bleiben solange es nötig ist – macht es euch so bequem wie möglich."
Sie hatte sich gerade umgedreht und war bereit wieder zu verschwinden als Harry das Wort ergriff und sie davon abhielt.
„Ich hab dir geglaubt!" brüllte er zornig. Sein Herz pochte so hart vor Wut, es tat beinahe weh. Er riss sich zusammen und beschloss nicht wie ein idiotischer Bengel zu reagieren. Es war passiert – er sollte sich verhalten wie seine Eltern es sich gewünscht hätten.
„So ein Fehler passiert mir kein zweites Mal," fügte er entschlossen hinzu.
Sie drehte sich nur zur Hälfte um, und obwohl er ihr Gesicht nicht sah, erkannte er an ihrer Silhouette, wie wenig ihr das alles bedeutete.
„Das werden wir sehen... Harry."
Sie verschwand aus dem Zimmer über die Phowlyrisebene und wieder war es totenstill geworden. Brian und Harry sahen einander verärgert an, wissend, dass sie in der Falle saßen. Es gab kein Weg hinaus und was immer Steward vor hatte, sie waren ihnen ausgeliefert. Sie alle, inklusive Jilli.
„Was glaubst du hat sie vor?" fragte Harry, mehr um die unangenehme Stille nicht länger ertragen zu müssen, weniger weil er an der Antwort interessiert war. Wie man es auch drehte oder wandte, es konnte nichts gutes passieren.
„Kaylar weiß wer ich bin," sagte Brian und schüttelte deprimiert den Kopf. „Sie weiß, dass Jilli ein Ponester ist. Wenn sie es Voldemort weitergegeben hat schätze ich – sind wir jetzt alle geliefert."
Der Freund sank wieder zu Boden, lehnte sich am Bett an und schnaubte frustriert.
„Vielleicht kommen sie uns auch rechtzeitig zur Hilfe und wer weiß... Tonks wird schon was getan haben nachdem sie gemerkt hat, dass wir nicht mitgereist sind... Wer weiß."
„Ja..." stimmte Harry ihm zu in dem Versuch etwas Zuversicht aufkommen zu lassen. „Vielleicht..."
