Nächstes =)


Review:

Mannequin: Halli Hallo =)

Na, ich halt dich auf dem Laufenden. Sicherheit ist dennoch besser als Unsicherheit. Auch wenn ich jetzt noch nicht drauf angewiesen bin, irgendwann werde ich und ich will das lieber nicht ausreizen. Ich glaub auch nicht, dass das so gut ankommt, wenn ich beim Bewerbungsgespräch erklären muss, warum ich solange nichts getan habe zwischen Uni und Arbeit X.x

Oh je, das hört sich ganz nach der Beschaffenheit eines öffentlichen Gebäudes an ^^ In der Schule war es auch immer so, dass das Klassenzimmer sich unnötig aufgeheizt hat, weil die Sonne herein knallte. Oder in der Uni der Hörsaal oder die Übungsräume. Stickig und viel zu heiß. Habt ihr wenigstens nen Ventilator? Wie nehmen es denn die Kleinen auf? Oder macht denen die Hitze gar nichts aus? Wobei, jetzt ist es ja wieder kühler XD Das war schon heftig. Von ein auf den anderen Tag um 15 Grad runter.

Lyssa geht nach Hogwarts, um ihren Abschluss zu machen, so wie jeder normale andere Schüler in der Zaubererwelt. Also eigentlich beides. Sie wird da auch versteckt, weil sie unter allen, die dort sind, auch beschützt werden kann.

Lach, Shajille sieht sich ja Auren an und er hat so merkwürdig geschaut, weil Hagrid plötzlich nicht nur seine eigene Aura hatte, sondern auch die von Harry, Jilli, Brian und Ron. Das Gemisch hat ihn für ein Moment verwirrt, aber dann hat er gemerkt, dass es mehrere sind. Er sah aber auch keine Gefahr von ihnen ausgehen, weshalb er nichts sagte.

Anna wird es bestimmt probieren XD Die Frage ist dann eben nur wann und was passiert. Stimmt ja leider, dass wenn du eine Zutat durch eine andere ersetzt, das schon Auswirkungen haben kann. Bei Medikamenten eh.

Zu deiner Vermutung – siehe dieses Kapitel =) Ich mag's, wie gut du meine Charaktere mittlerweile einschätzen kannst. Werd mal noch nichts dazu sagen.

Eigentlich schon. Kaylar hat zum Beispiel Diana am Ende von Black Heart eingenommen, um mit ihr zu fliehen und Diana war ja auch eine Phowlyris, wenn auch damals noch nicht bekannt. Es kommt eben auf die Stärke der jeweiligen Phowlyris an. Wenn die ewige Phowlyris stärker ist, könnte sie Kaylar ebenfalls einnehmen.

Oh, ich mag wilde Gedanken XD

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle


Chapter 44 – The good behind the bad II

Nachdem die Nachwirkung der Phowlyrisstarre endlich genug nachgelassen hatte, überprüften Harry und Brian jeden Winkel des Zimmers in dem Versuch eine Lücke zu finden, durch die sie den Raum doch irgendwie noch verlassen könnten. Nutzlos, alles war verschlossen und verzaubert und das nicht zu knapp. Als Harry zornig versuchte das Fenster mit dem Stuhl zu zerschlagen prallte dieser wie Gummi ab, auf ihn zurück, verpasste ihm eine blutende Lippe und hüpfte wieder an seinen vorherigen Platz. Danach humpelte er die nächsten Minuten, um einen Weg nach draußen zu finden.

„Kay hat ja doch Humor," witzelte Brian schmunzelnd. Harry fand das überhaupt nicht lustig und gab dem Freund auch ein entsprechend dämlichen Blick.

„Kannst nicht zufällig schon ohne Zauberstab mit Gryffindor's Magie zaubern?"

„Nein?" sagte Harry unsicher. Brian gluckste süffisant.

„Ist das ehrlich eine Frage? Solltest du nicht selbst am besten wissen, was du kannst und was nicht?"

„Ich hab es noch nie versucht," erklärte Harry verwundert. „Du weißt nicht zufällig wie so was geht?"

„Ich bin klug, nicht megatalentiert. Gäbe es für so was ein Handbuch könnte das die halbe Zaubererschaft. Ist glaub ich eher eine Mentor – Schüler – Sache. Dumbledore konnte das sehr gut. Voldemort glaub ich auch, sehr mächtige Zauberer und Hexen eben. Hab das als Kind mal aus Versehen gemacht. Mum und Dad waren vielleicht sauer. Allerdings ist das für Kinder normal und kann auch ziemlich schief laufen – so wie bei mir."

„Was hast du gemacht?"

„Ne Stufe weggezaubert. Mich hat ein Fleck irritiert. Doof nur, dass Tonks nach oben schritt als ich das tat. Sie nimmt mir das bis heute übel, wenn du mich fragst. Jedes mal wenn wir ne Treppe gemeinsam beschreiten lässt sie mich vorausgehen."

Harry lächelte mild.

„Ich glaub, Anna kann das auch."

„Ohne Zauberstab zaubern?" fragte Harry.

„Yop. Ihre Empathie passiert ja komplett ohne Zauberstab. So viel zu Mentor – Schüler – Sache. Wenn du es erlernst, dann wohl von ihr."

„Kann sie dir das nicht auch beibringen?"

Brian gluckste heiter.

„Nicht, ohne dass sie daran verzweifelt."

„Err?"

„Ist ne Gefühlssache. So was krieg' ich nicht so leicht gebacken."

„Err -"

„Sag ja. Klug, aber kein Megatalent. Hat Hermine noch nicht so begriffen."

„Dass du kein Megatalent bist?" fragte Harry verdutzt, aber Brian grinste frech.

„Dass sie kein Megatalent ist. Hermine ist klug, ohne Zweifel, aber sie arbeitet auch hart dafür. Gibt andere, denen fallen gewisse Dinge leicht ohne dass sie groß Bücher durchackern müssen. So wie du und Verteidigung gegen die Dunklen Künste."

Harry zog eine schiefe Grimasse.

„Also arbeite ich nicht hart dafür?"

„Tust du das denn?" entgegnete Brian und grinste immer noch breit und frech. Harry nickte schließlich einsichtig. Ihm fiel es immerhin tatsächlich leicht Remus' Flüche und Zauber auszuführen, die er ihnen beibrachte.

„Okay, Punkt für dich. Aber ich kann Anna's Zauber nicht sofort und da arbeite ich hart."

„Das ist was anderes," sagte Brian jedoch ehrlich. „Mit dem würde sich jeder schwer tun und viele wären nicht mal dazu fähig die überhaupt zu erlernen. Ich könnte das nicht."

„Du bist Dumbledore's Ur...Urenkel?"

„Yap, richtige Anzahl von Ur."

„Und Anna ist deine Mutter?"

„Echt? Seit wann das?"

„Ich mein, sollten diese Zauber dir dann nicht auch im Blut liegen oder so was?" sagte Harry und ignorierte den schwarzen Humor des Freundes. Brian lachte bellend auf.

„Dir ist schon klar, dass Dumbledore über 100 war als du ihn kennenlerntest? Selbst der brauchte einige Jahre bis er das konnte."

„Snape konnte das auch und der ist garantiert nicht 100."

„Snape hatte Dumbledore, der ihm das beibrachte und das ging bestimmt auch nicht von heute auf morgen. Remus kann es zum Beispiel nicht. Sirius auch nicht."

„Aber du sagtest gerade Anna kann das. Ist sie nicht auch so alt wie die beiden? Und wenn sie so viele Jahre im Koma lag wird sie wohl kaum von Dumbledore wie Snape unterrichtet worden sein."

Brian lachte erneut bellend auf.

„Harry, Anna wurde von Dumbledore auf die Anwendung dieser Zauber schon als kleines Kind vorbereitet, wenn auch ohne ihr Wissen."

„Häh?"

„Wusstest nicht, dass die beiden früher ebenfalls nicht sehr eng waren?"

„Uhm, nein," antwortete er ehrlich überrascht.

„Dumbledore hat sie erst kennengelernt als sie nach Hogwarts kam. Vergiss nicht, dass ihre Eltern Todesser waren und auf Voldemort's Seite standen. Dumbledore glaubte aber daran, dass sie für mehr bestimmt war als diesem zu folgen. Ohne, dass sie es mitbekam, hatte er sie schon als Schülerin in Hogwarts trainiert. So wie Anna dich seit ihrem auftauchen trainiert."

Harry runzelte irritiert die Stirn. Allein die Vorstellung war merkwürdig. Trainieren ohne, dass man es mitbekam?

Gefühlstraining," erklärte Brian mit dem Anflug eines Lächelns angesichts Harry's verdutzter Miene. „Ist das A und O um Magie ohne Zauberstab zu beherrschen. Ähnlich wie du zu Beginn ihr gegenüber drauf warst, war sie 6 Jahre lang Dumbledore gegenüber drauf."

„Woher weißt du das? Ich mein, sie wird dir das kaum erzählt haben, oder etwa doch?"

Brian lachte bellend.

„Nope, Dumbledore war's. Hab ihn früher oft über sie ausgefragt, bevor ich Sirius traf."

Er brauchte einen Moment, um zu verstehen, warum der Freund ihm das erzählte. Nun verstand Harry auch die Forderung von Professor White.

„Magie ohne Zauberstab zu erlernen braucht für normale, die nicht Gryffindor's Magie besitzen, ne gewisse Zeit – selbst mit Mentor."

„Aber du könntest?" wiederholte Harry, denn er war sich sicher, dass der Freund dazu fähig war, wenn er nur wollte. Brian lächelte mild.

„Ja, ich könnte.. vielleicht. Aber ob es das wert ist. Ich mein, diejenigen, die es können, beherrschen vielleicht grundlegende, kleinere Zauber, die man im Alltag gebraucht. Richtig angreifen und so, das bedarf schon härtere und längere Zeit zum erlernen."

Die Jungs gaben es auf irgendwie ein Loch in dem Zauber zu finden und setzten sich wieder in die Nähe von Jilli, welche nach wie vor tief und fest schlief.

„Sie sieht friedlich aus," stellte Brian überrascht fest. Harry beobachtete seine Schwester kurz, musste dem Freund aber recht geben. Ihre Gesichtszüge waren weich, sehr sanft, als ob sie etwas schönes träumte.

„Wenigstens das..." sagte er ein wenig beruhigter. Das alles war so frustrierend, es ging gar nicht anders als die Schultern hängen zu lassen.

„Hey, komm schon," sagte Brian jedoch und rüttelte ihm aufmunternd die Schulter. „Noch steht Voldemort nicht vor der Tür und hat einen von uns alle gemacht. Erst dann hast du die Erlaubnis den Kopf hängen zu lassen."

„Witzig," kommentierte er trocken. „Also was nun? Nen Vorschlag? Jilli kriegen wir wohl nicht so einfach wach."

„Ist vielleicht besser so," sagte Brian und diesmal ganz ohne Sarkasmus oder den Anflug von Ironie. Er meinte das ehrlich ernst. „Sie hat Kay auch vertraut – Was schon ein Wunder ist angesichts ihrer Vergangenheit."

„Die beiden haben eine Vergangenheit?" fragte Harry verwundert.

„Jilli hat's dir nie erzählt?" entgegnete Brian überrascht. „Nun... Ist nicht viel. Sie war ja noch klein – 3 Jahre. Kay kann wiedergeboren werden, wenn sie dazu einem weißen Ponester das Leben nimmt."

Er zuckte unweigerlich zusammen.

„Aber sie tat das nicht," sagte Harry nach dem ersten Schock.

„Wegen eurem Dad. Hat sie dazu überredet es nicht zu tun und dass er einen anderen Weg finden würde. Jilli ist immer noch weiß, Harry. Ich mein, ich bin nicht sehr gut im deuten von Auren und so. Aber es braucht kein Hellseher, um zu bemerken, dass sie immer noch besonders ist. Sie kann dunkle Magie sehr gut umwandeln."

„Du denkst, Kay will sie für sich, um wiedergeboren zu werden?"

„Vorausgesetzt sie schafft es bevor Voldemort sie wieder einsperrt."

Harry war so entsetzt, die Fassung zu wahren war gerade unmöglich. Stattdessen stand er auf und rüttelte noch mal fest an alles, was sich hätte aufreißen lassen können.

„Irgendwas muss doch aufgehen!" bellte er wütend, doch egal wie stark er dran zog, nichts bewegte sich. Stattdessen wandte er sich mit fassungslosem Blick zurück zu seiner Schwester. Wieso hatte ihm keiner davon erzählt?

„Und Jilli hat Steward trotzdem vertraut? White hat Steward vertraut?!"

„Ich auch," sagte Brian und wartete auf eine Reaktion. Harry wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er war wütend, sogar zornig, alles in ihm kochte über vor Unverständnis und dem Wunsch dem endlich ein Ende zu setzen.

„Ich verspreche dir, Harry – Ich sterbe eher bevor ich zulasse, dass Kay Jilli tötet."

Es half nicht viel, aber es half. Er war immer noch voller Wut, aber es war wichtiger endlich einen verdammten Weg aus diesen vier Wänden zu finden. Die Wut kochte weniger, weil ihm im selben Moment klar wurde, dass sein Vater ihn darum bat Steward zu helfen, doch Harry sich geweigert hatte und es einfach vergaß. Hätte er dies nicht getan, sondern mit der gefallenen Phowlyris gesprochen, vielleicht wäre dann alles anders gekommen. Vielleicht hätte sich Steward nicht wieder mit Voldemort verbündet... und sie säßen heute nicht in dieser Falle. Er war somit nicht nur wütend mit ihnen – Er war auch wütend mit sich selbst. Mehr als er zugeben wollte.

„Glaubst du, die suchen schon nach uns?" fragte Harry schließlich. Er wollte nicht länger darüber nachdenken, dass er dies auch hätte verhindern können.

Brian lachte trocken.

„Selbst wenn, finden werden sie uns kaum. Schon vergessen, dass vorher auch alles nur mit viel Glück durch Kay gut ausging? Bezweifle, dass sie uns hier her verschleppt hat, um noch mal Glücksbotin zu spielen und uns retten zu lassen."

„Und was hat sie dann vor? Gehen Reisen über die Phowlyris Ebene nicht schnell? Voldemort hätte sie doch schon längst herholen können. Warum hat sie das noch nicht? Professor White vermutete damals, es gäbe jemand, der eigene Ziele verfolgen würde. Was, wenn Steward gar nicht die Zusammenarbeit mit Voldemort als oberstes Ziel hat, sondern Wiedergeboren werden und zwar indem sie Jilli tötet?"

„Du denkst, sie bereitet gerade alles dafür vor?" fragte Brian in seltsam belustigtem Tonfall als ob er ihn nicht wirklich ernst nahm. Harry regte das glatt noch mehr auf, doch Brian bemerkte den Stimmungsumschwung im Freund und setzte daher eine Erklärung hinzu.

„Diese Wiedergeburt durch das Opfer eines höheren Wesens wie Jilli bedarf einiges an Vorbereitung. Einiges davon kannst du nicht verstecken, nicht wenn jemand sein wachsames Auge auf dich wirft. Ich hätte es mitgekriegt, wenn Kay die Vorbereitungen bereits getroffen hätte. Hat sie nicht, das heißt, so schnell kann sie Jilli auch nicht dafür benutzen. Ergo – Ist das ihr Ziel, wird Jilli in naher Zukunft noch nicht sterben. Mach dir lieber Sorgen um dich selbst, denn das gilt nur für Jilli."

Harry war kurz wie versteinert. Ob Brian eigentlich bewusst war, was er ihm hier gestand? Womöglich wusste er das sogar sehr gut, sonst gelte er nicht als unglaublich intelligent. Ihm, Harry, jedenfalls zeigte er damit, dass er sich mehr um Jilli sorgte als er zugab oder wieso wusste er sonst wie der Zauber für so eine Wiedergeburt funktioniert und wonach man die Augen offen halten sollte, falls jemand so etwas durchführen wollte? Brian wollte Jilli schützen und man nahm nicht so viel Mühe auf sich, wenn derjenige einem nicht wirklich sehr viel bedeutete.

„Weißt du, was du versuchen könntest?" schlug Brian auf einmal vor und Harry blickte ihn hellhörig an.

„Was?"

„Unkontrollierte Magie."

„..."

„..."

„Kommt noch mehr?"

„Anwenden."

„Witzig."

Harry warf ihm einen dämlichen Blick zu aber Brian grinste spitz wie eh und je.

„Wie soll ich so was anwenden? Und was ist unkontrollierte Magie?"

„Hast du bestimmt als Kind oft schon unabsichtlich benutzt. Hat jede magische Person schon mal. Wir lernen in der Schule unsere magischen Fähigkeiten konzentriert einzusetzen – mit dem Zauberstab. Heißt aber nicht, dass wir sie nicht schon mal unabsichtlich eingesetzt haben. Oft verbunden mit tiefen Emotionen. Angst, Panik,... Aufregung. Deswegen fordert dich - Professor White -" Er warf Harry einen vielsagenden Blick zu. „Auch ständig auf dass du dich besser beherrschen sollst. Du nennst sie wieder Professor White."

„Nicht absichtlich," sagte Harry ehrlich, er konnte sich nur nicht daran gewöhnen einen Lehrer beim Vornamen zu nennen. Bei Anna war es noch schwerer zumal ihre Lehrer-Schüler-Patentante-Patensohn-Beziehung förmlich Achterbahn fuhr.

„Also wie mach ich das? Unkontrollierte Magie anwenden?"

„Puh," machte Brian kurz und dachte einen Augenblick lang angestrengt nach. „Ist nicht so einfach. Wenn du etwas erst mal kontrollieren kannst, tust du es nicht mehr unkontrolliert. Normalerweise. Ich mein, wenn du zum Beispiel mittlerweile auf dem Besen fliegst, kannst du schließlich auch nicht mehr aus Versehen dämlich fliegen. Du fliegst natürlich und gut, weil du es eben kannst."

„Okay..." sagte Harry, sein Gesicht war jedoch ziemlich schräg. Er hatte den Freund schon verstanden, viel klüger war er trotzdem nicht.

„Du fliegst jedoch unabsichtlich schlecht, wenn du in Gedanken bist oder dich etwas stark bedrückt," erklärte Brian und Harry sah ihn skeptisch an. „Wenn deine Gefühle außer Kontrolle geraten, könntest du unabsichtlich selbst ohne Zauberstab Magie anwenden. Ist jedoch gefährlich, weil es nicht unbedingt das ist, was wir eigentlich beabsichtigen wollen. Angesichts dessen was uns gerade bevorsteht, haben wir aber glaub ich keine wirkliche Wahl.

Was soll schon groß passieren... Außer, dass du hier alles in Schutt und Asche legst."

„Witzig."

„War keins."

Brian grinste erneut sehr frech und spitz, aber irgendwie war sich Harry sicher, dass er es tatsächlich ernst gemeint hatte.

„Okay, versuchen wir's. Ob nun Kay und Voldemort kommen und uns alle machen, oder du, bevorzuge ich dich."

„Brian!"

„War ein Scherz!" sagte er endlich. „Komm her."

Beide stellten sich vor dem Fenster auf.

„Ich werd dir jetzt verschiedenes sagen, um Emotionen hervorzurufen. Du starrst auf das Fenster und denkst schön an Zerstörung."

„Zerstörung, okay."

Er stand da, starrte das Fenster an und dachte an Zerstörung. Zerstörung. Zerstörung.

„Du bist der Auserwählte," begann Brian und starrte Harry von der Seite an. „Der Auserwählte," wiederholte er diesmal spöttischer. Keine Reaktion. Ein wenig beleidigt war er, aber auch nur ein wenig, denn er wusste, Brian meinte das nicht ernst, sondern versuchte ihn nur aus der Fassung zu bringen. „Deine Mutter war ein Schlammblut." Nichts. „Du hättest Sirius retten müssen, stattdessen hat Bellatrix ihn getötet, weil du ein jämmerlicher Schwächling bist." Nichts. Gut, langsam spürte er Wut in sich aufkeimen, das löste aber nur den Drang aus Brian mit der Faust die Fresse zu polieren.

„Professor White findet du bist unterste Schublade." Nichts. „Jilli wird jeden Moment von Kaylar Steward getötet und es ist deine Schuld." Nichts. Er kochte zwar mittlerweile förmlich über vor Zorn – das Fenster bewegte sich jedoch kein Millimeter. „Dein Vater hat verdient was er bekommen hat." PING! Die Scheibe bekam den ersten kleinen Riss an der unteren Ecke. So sauer wie er gerade auch noch war, die Überraschung überwog und Harry sah freudig zur Seite. Brian blickte verwundert vom Fenster zurück zum Freund.

„Ehrlich jetzt? Von allen, die ich beleidigt habe, kommt es erst bei deinem Vater zustande?"

„Uhm... Keine Ahnung wieso. Ich wollte dir vorher schon eine scheuern, aber als du das von meinem Vater gesagt hast, bin ich innerlich explodiert."

„Okay..." sagte Brian, wenn auch immer noch verdutzt. Er deutete Harry an wieder zum Fenster zu blicken, damit sie endlich hier raus kamen. „Bringen wir's zu Ende. Dein Vater war ein Feigling." Nichts. „Er war ein schlechter Mensch. Ein böser Mensch." Nichts. „Er war ein arroganter Schönling ohne jegliches Talent." Nichts. Brian verzog eine unzufriedene Grimasse. „Am Abend als er dich und deine Mutter hätte beschützen sollen, hat er absichtlich gegen Voldemort verloren."

KLIRRRRRRRRRRRRRRRRRRR! Das Fenster war komplett in lauter kleine Scherben zerbrochen. Schweigen. Harry schluckte und starrte Brian entsetzt an. Alles was man hörte war die Eule von draußen. War das sein Ernst?! Nein... der Freund wollte ihn bestimmt nur aufregen...

„Geschafft," sagte Brian ein wenig zu unschuldig für seinen Geschmack. Der Freund eilte zu Jilli, nahm die junge Hexe auf seine Arme und trug sie zurück zum Fenster. „Los, schnell! Bevor Kay uns aufhalten kann." Er kletterte mit Jilli in seinen Armen voran nach draußen, Harry folgte, wenn auch immer noch in seinen Gedanken vergraben. War es sein ernst? Brian hatte ihm im Bezug auf den Tod seines Vaters etwas absichtlich verschwiegen. War es das und es war nichts ausgedachtes sondern die Wahrheit?


Sie eilten in das Feld hinein und liefen eine Weile bis Brian mit Jilli auf dem Arm stoppte.

„Was ist?" fragte Harry.

„Kay kann uns aufspüren, wegen der Verbindung, die sie zu uns beiden hat. Ich kann mich verschließen, so dass sie sich schwerer tun wird uns zu finden. Kannst du das auch?"

„Wie mach ich das?"

„Also nicht."

„Wenn du mir sagst, wie das geht?"

„Gibt kein Geheimrezept, Harry. Einmal eine Verbindung geschaffen, können sie dich überall finden. Versuch... Versuch keine Sympathie für sie zu empfinden. Bleib kalt, wenn du an sie denkst. Sollte ein wenig funktionieren."

„Und wenn nicht?"

Sie setzten ihren Weg durch das Dickicht fort.

„Dann hilf mir paar Kräuter zu finden. Den Schlafzauber auf Jilli kann ich aussetzen, wenn ich die richtigen Kräuter finde."

„Ach, deswegen hast du die Blätter abgerissen," sagte Harry und nickte verstehend. Brian dagegen gluckste.

„Ein Blumenstrauß sollte das bestimmt nicht werden," entgegnete er schmunzelnd. „Ich brauch noch 3 Löwenzahnblätter, roten Klee und etwas Weißdorn."

„Err – okay..."

Harry kam sich dumm vor, denn er konnte zwar etwas mit Löwenzahn anfangen, roten Klee hätte er vielleicht auch noch finden können, aber Weißdorn? Wie soll er bitte sehr wissen, welches Blatt hier Weißdorn ist?

„Gefunden!" sagte Brian heiter. „Fehlt nur noch Löwenzahn und roter Klee."

Puh! Glück gehabt. Es dauerte nicht lange, da hatte Harry Löwenzahn gefunden und es für den Freund ausgerissen und auch der rote Klee ließ nicht lange auf sich warten. Sie lehnten Jilli an einem Baum an und der Freund begann mit einem Stein direkt die Kräuter in einem großen Blatt zu zerkleinern und zu mischen. Harry sah ihm dabei zu, auch wenn er eher den Freund betrachtete als die Art, wie dieser die Kräutermischung zubereitete.

Er konnte nicht aufhören an die Worte von Brian über seinen Vater zu denken. War das sein ernst gewesen? Hatte sein Vater absichtlich gegen Voldemort verloren?

„Brian?"

„Hm?"

„Meintest du das vorhin eigentlich ernst?... Über meinen Dad?"

Der Freund stoppte und sah ihn schmunzelnd an.

„Natürlich nicht. Dein Vater war kein böser oder schlechter Mensch. Arrogant kann ich nicht viel sagen, ein Schönling wohl schon. Untalentiert auf keinen Fall."

Er machte weiter mit der Kräutermischung, aber Harry gab sich damit nicht zufrieden.

„Auch nicht, dass er absichtlich gegen Voldemort verloren hat?"

Brian stoppte erneut, diesmal aber ohne zu schmunzeln. Stattdessen stocherte er langsamer mit dem Stein über die Kräuter ohne zu antworten.

„Brian?"

„Du lässt dich tatsächlich nicht abwimmeln. Zu blöd," warf er leicht frustriert ein. Er blickte wieder auf, diesmal sichtlich betrübt.

„Es war also die Wahrheit," sagte Harry fassungslos. Es fühlte sich an als ob jemand Eiswasser in sein Innerstes gegossen hätte. Ein Kloß hatte sich in seiner Kehle festgesetzt.

„Harry," sagte Brian, ließ die Kräuter los und legte ihm stattdessen die Hand auf die Schulter. „Ich wollte dir das noch nicht sagen, bevor ich selbst nicht mehr wusste, weil ich genau ahnte, wie du darauf reagieren würdest."

„Wieso?" fragte er als er seine Stimme nach einer gefühlten Ewigkeit wiederfand. „Wieso hat mein Dad... das getan?"

„Ich hab keine Ahnung," sagte Brian leise. „Hatte ein Gespräch mit Kingsley aber er sagte dasselbe was ich mir schon dachte. Dein Vater war ein guter und mutiger Zauberer und er hätte bis zum letzten Atemzug gegen Voldemort gekämpft, um euch zu schützen. Fakt ist aber, dass er ohne seinen Zauberstab kämpfte. Er hätte ihn nehmen können, aber er ließ ihn liegen. Er trat Voldemort ohne Zauberstab entgegen. Ich dachte, er verlor, weil er nicht mit Gryffindor's Magie umgehen konnte. Ich bin mir aber sicher, dass er das tat. Er hat Schutzzauber angewandt ohne Zauberstab. White Breath. Dem Todesfluch kann man damit nur nicht aufhalten. Das wusste er selbst auch.

So, wieso duelliert sich jemand wie James Potter, der die Magie Gryffindor's hat und einsetzen kann, ohne Zauberstab und nur mit Abwehrzauber? Dass er mit Dark Breath umgehen konnte stand schließlich fest und damit hätte er angreifen können. Tat er nur nicht."

„... Wieso?" fragte Harry, doch Brian schüttelte frustriert den Kopf.

„Hab keine Antwort darauf außer die offensichtliche."

„Er wollte Voldemort nicht angreifen."

„Offensichtlich... Nicht unbedingt richtig."

„Er wollte Voldemort nicht töten?"

„Harry."

„Obwohl er wusste, dass dieser da war, um mich zu killen?"

„..."

„Und dass er auch vor meiner Mum nicht halt machte!"

„Du könntest ihn fragen," sagte Brian, da der Freund auf jeden anderen Versuch nicht reagierte.

„Fragen?"

„Friedhof?"

„..."

Stimmt ja, das hatte er fast vergessen. Er könnte fragen... aber...

„Ich bin leider zu keiner guten Erklärung gekommen," gab Brian betrübt zu. „Keine, die Sinn macht. Ich mein, ich hab deinen Dad nicht gekannt, aber jeder, der ihn kannte, Sirius, Remus, Hagrid, Yuno, Kingsley, Kay, jeder würde seine Hand dafür ins Feuer legen, dass er alles auf der Welt tun würde, um euch zu schützen. Nur hat die Erinnerung genau das Gegenteil gezeigt."

Brian nahm das Blatt mit den gemischten Kräutern und ging zu Jilli rüber. Sehr sanft und vorsichtig goss er es ihr in den Mund.

„Jetzt heißt es warten und hoffen."

„Warten und hoffen?" wiederholte Harry kritisch.

„Darauf, dass Jilli zuerst aufwacht bevor Kay und Voldemort uns erwischen," sagte Brian mit dem Anflug eines Lächelns.

Das warten stellte sich als Ewigkeit heraus. Nicht halbe, als ganze Ewigkeit. Was Harry beschäftigte war ein und dieselbe Frage immer und immer wieder. Warum hat sein Vater nicht angegriffen? Brian blickte besorgt zu ihm rüber und schüttelte kurz den Kopf.

„Ich hätt's dir nicht sagen sollen."

Als Harry ihn ansah, fügte er mit einem traurigen Lächeln hinzu: „Das über deinen Dad."

„Nein," sagte er jedoch leise. „Ist schon okay. Ich werd ihn fragen, sobald das hier vorbei ist."

„Leg dir lieber etwas zurecht."

„Was meinst du?" fragte Harry verwirrt, aber Brian lächelte schwach.

„2 Szenarien. Entweder der Zauber reicht nicht soweit, dass sich sein Abbild an das was kurz vor seinem Tod passiert ist erinnert. Oder er weiß es und behauptet aber es nicht zu wissen. Selbstschutz. Wobei das nicht zu dem Zauberer passt, den man kennt. Allerdings hätte auch keiner gedacht, dass er Voldemort nicht angreift – also... Leg dir lieber etwas zurecht, um ihm die Wahrheit zu entlocken."

Harry nickte bedrückt. Wieder fühlte er sich durcheinander, verraten – allein. Er war nicht allein, das wusste er rational, aber sein Herz fühlte sich so. Es fühlte sich irrational betrogen und mit dieser unmöglichen Last, Voldemort zu töten, alleine gelassen.

„Netter Versuch," ertönte Steward's Stimme. Die Jungs sprangen sofort auf die Beine und standen Auge in Auge der gefallenen Phowlyris gegenüber. Es trennte sie höchstens 2 Meter und sie waren nach wie vor unbewaffnet. „Brian kann die Verbindung sehr gut unterbrechen. Zu dumm dass Harry sich einfach nicht kontrollieren kann."

Sie hatte beide Männer mit arrogantem Blick bedacht, dann hob sie ihre Hand und machte deutlich, dass sie wieder dabei war anzugreifen.

„Warte!" rief Harry und wollte versuchen sie noch mal auf ihre Seite zu ziehen, ihr vorschlagen, dass er ihr helfen würde und sie nicht Jilli zu töten brauche, doch Steward gab ihm nicht mal die Chance dazu. Ein Windstoß und beide Männer riss es zu Boden.

„Ihr werdet es wirklich nie lernen, oder?" sprach sie amüsiert. „Glaubst du wirklich, ich könnte die Vorbereitungen nicht hinter deinem Rücken vollziehen? Ich bin eine gefallene Phowlyris. Keine normale Phowlyris, keine normale Hexe. Ich werde das hier und jetzt zu Ende führen. Das letzte was ich noch brauche ist ihr Leben. Ihr Herz."

Beide Jungs rissen entsetzt die Augen auf. Brian konnte sich noch vor Harry wieder auf die Beine kämpfen und stellte sich schützend vor Jilli auf.

„Du kriegst sie nur über meine Leiche," sagte er entschlossen. Steward lachte verachtend. Harry erkannte, dass Jilli langsam wieder zu Bewusstsein kam. Ihre Augenlider flatterten und ihre Finger bewegten sich.

Sie war seine Schwester – ohne wenn und aber. Seitdem Tag, an dem sie in sein Leben getreten war, fühlte er es. Es war dasselbe schöne, wohlige Gefühl, dass er spürte, nachdem Ron und Hermine seine Freunde wurden, dasselbe Gefühl, wenn er mit Ginny zusammen war und sie miteinander lachten, wenn Sirius ihm mit diesem väterlichen, fürsorglichen Blick betrachtete.

Brian rannte auf Steward zu als ob er schneller als sie sein könnte, um sie anzugreifen, doch die Phowlyris stieß ihm in der Luft ihre Handfläche entgegen und der junge Zauberer wurde dadurch förmlich mit gewaltiger Kraft gegen einen Baum gefetzt. Er ächzte und keuchte und versuchte sich erneut unter größter Anstrengung auf die Beine zu kämpfen, doch Steward ignorierte ihn und wandte sich stattdessen an Jilli.

Die Phowlyris löste sich in einem Moment in Luft auf und kam im nächsten Moment direkt neben seiner Schwester wieder heraus. Steward platzierte ihre Hand auf die Brust der jungen Hexe als diese ihren Kopf schwach in die andere Richtung drehte.

„Nein!" schrie Harry aus voller Kehle als sein Wille förmlich aus ihm herausschießen wollte. Steward hatte sich ihm zugewandt, ihr finsterer Blick war listig, glänzte aus Gier und Dunkelheit. Harry spürte förmlich wie die Angst, um das Leben seiner Schwester, und der Zorn, verraten worden zu sein, sich in ihm in einem noch nie dagewesenen intensiven äußerst einnehmendem Gefühl manifestierte und es steuerte seinen Willen. Alles was er in diesem Moment wollte war Steward aufzuhalten, egal mit welchen Mitteln, egal wie, egal was es ihn kostete. Wenn es seine Schwester nur vor dem Tod durch ihre Hand schützte – Jilli war seine Schwester! Seine Schwester. Seine Familie! Ihr Tod war unakzeptabel! Der Tod von jedem von ihnen war unakzeptabel und er würde nen Scheiß tun und das akzeptieren!

Steward's Körper gab plötzlich ein heftigen Ruck als ob sie jemand angestoßen hätte. Brian konnte sich gerade wieder auf die Beine kämpfen und erkannte verdutzt, dass sich keiner rührte. Weder Steward, noch Harry. Sein Blick wanderte zögerlich weiter zu Jilli, die endlich ihre Augen öffnete. Sie sah alle verwirrt an und als ob sie es auf einmal verstanden hätte, sprang sie wie von der Tarantel gestochen auf und von Kaylar weg. Sie war mit einem Mal hellwach und sah entsetzt von der Phowlyris rüber zu Brian und schließlich zu Harry.

Dieser war so erleichtert, dass sie wach war, das einnehmende, zerfressende Gefühl von eben verging mit der nächsten Sekunde. Steward rührte sich, doch statt anzugreifen, wie Harry und Brian es erwartet hatten, senkte sie ihre Hand und lächelte überraschenderweise.

Es war das Lächeln, dass beide von ihr kannten. Ihre dunklen Augen verwandelten sich wieder in das übertrieben hellleuchtende Blau und sie wandte sich Harry mit dem bekannten vertrauten Blick zu.

„Du hast gerade Dark Breath benutzt," sagte sie anerkennend. Sie erhob sich wieder, blieb jedoch stehen ohne sich auf Jilli oder Harry zuzubewegen. „Anna hat also wie immer recht behalten."

„Anna?!" sagten alle drei gleichzeitig irritiert.


Es war in der Tat noch immer derselbe Abend. Jilli brachte Harry und Brian mit sich zurück nach Hogwarts in das Büro der Schulleiterin, wo Anna, Sirius, Remus und Steward die drei bereits erwarteten. Es war außerdem eine hübsche, ältere Hexe mit langen, blonden Haaren anwesend, die Lyssa sehr ähnelte.

„Elle Vinegar," stellte die Direktorin die Besucherin vor. „Harry und Jilli Potter, Brian Tonks."

Die ältere Hexe lächelte freundlich und nickte, doch weder Brian, noch Harry war groß nach freundlichen Floskeln zumute. Allein Jilli nickte mit einem freundlichen Lächeln zurück, wandte sich dann aber wie auch die beiden Jungs direkt an Professor White.

„Das ganze war also nur ein Trick?" begann Harry und klang hörbar verärgert.

„Eine Lektion," sagte White und klang weder verärgert, noch angegriffen, sondern absolut ruhig und gefasst. Harry wäre am liebsten geplatzt.

„Eine Lektion? Eine Lektion? EINE LEKTION?!"

White lächelte auf einmal sanft und das sehr zu Harry's Unverständnis. Fand sie es wirklich so toll, wenn er sich aufregte und vor Zorn förmlich überkochte?!

„Für das Lauschen," fügte die Schulleiterin hinzu und so sehr er eben auch noch brannte – der Schock hatte alles gelöscht. Jilli, Brian und Harry sahen sie überrumpelt an und das ohne auch nur ein Ton von sich gegeben zu haben.


Was in der Stille wirklich passierte...

„...Ich dachte durch Shajillé kann ich nach dem Ausschlussverfahren vorgehen, aber -" White stoppe und runzelte die Stirn. Gut, sie war noch sehr schwach nach ihrem Zusammenbruch und obwohl Lyssa sie geheilt hatte, spürte sie immer noch hier und da Schwächen, besonders was ihre Empathie anging. Das Gefühl jetzt aber war fast schon zu auffällig, um es der Schwäche zuzuschieben.

„Aber was?" fragte Sirius, da sie extrem lange denselben misstrauischen Ausdruck im Gesicht trug. White nahm Feder und Pergament und schrieb los – sehr zur Überraschung ohne jegliches Geräusch dabei zu produzieren. Sirius las sich die paar Zeilen durch als sie es umdrehte.

Wir werden belauscht. Jilli und Harry sind hier drin...

Sirius zog eine schiefe Grimasse, nahm ihr die Feder aus der Hand und kritzelte seinerseits tonlos auf den Block.

Remus und Ich haben ihr verboten noch mal zu lauschen! Und wieso unterhalten wir uns nun auf Papier? White wollte gerade die Feder nehmen und antworten, da schrieb Sirius weiter. Und wieso hört man diese Feder beim schreiben nicht?! Er reichte sie ihr rüber, doch bevor sie es ergreifen konnte hatte er wieder weitergeschrieben. Hast du die verhext? White riss sie ihm schließlich genervt aus der Hand.

Ein Geschenk von Fred und George. Funktioniert offenbar wie gewünscht. Erinnere mich daran ihnen das mitzuteilen. Oh! Ist nicht nur Jilli und Harry. Ron ist auch dabei. Das geht langsam echt zu weit.

Sirius nahm die Feder in die Hand.

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir Dumbledore und die anderen belauscht haben zu unseren Zeiten.

White schrieb weiter.

Ihr habt nicht gelauscht, weil ihr mich immer vorgeschoben habt, ihr Deppen!

Ah! Stimmt ja. Empathie. Okay, klingt logisch.

White schüttelte schmunzelnd den Kopf.

Beste Gelegenheit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Fliegen?

Sie dazu zu bringen nie wieder zu lauschen und endlich den Fortschritt in Harry's Training zu bekommen. Spiel einfach mit.

Bei was?

„Shajille ist sehr gut und entweder konnte derjenige seine Aura außergewöhnlich gut verändern, so dass es selbst Shajillé nicht auffiel..." sprach White wieder laut und deutlich.

„Oder?"fragte Sirius, dessen Ausdruck weniger Sicherheit aussagte als Hilfe,wo bin ich hier?

Sie gaben die Vermutung von sich, dass Steward die Verräterin sein konnte und nachdem Sirius seinen Part dazu beitrug, nahm er Feder und Schreibblock in die Hand.

Gut so? Ich geb mir echt Mühe?

„Ja," sagte sie schließlich. „Ich weiß..."

Kommt noch mehr oder war's das?

Das war's.

Kann also wieder frei reden?

Sofern es nichts ist, was die drei nicht mitkriegen sollen – Tu was du nicht lassen kannst.

Beide starrten einander an, aber je länger sie sich gegenseitig anstarrten, je länger White's herausfordernder Blick anhielt, umso länger blieb es leer in seinem Hirn. Er schmollte und kritzelte erneut auf den Block.

Hab nichts zu sagen.

„Hast du schon mit Jilli gesprochen?" sagte sie daraufhin mit einem offenen Lächeln. Nachdem sie sich darüber eine Weile lang unterhalten hatten verließen sie das Büro, damit die kleine Bande rauskommen konnte. Draußen im leeren Gang blieben sie schließlich stehen.

„Wieso lassen wir sie nicht einfach dran teilhaben? Ich mein, Jilli und Harry sind beide erwachsen."

White schüttelte jedoch den Kopf.

„Das sind unsere Probleme, Sirius. Harry und Jilli sind erwachsen, aber – haben sie kein recht auf ihre Zeit. Erinnerst du dich noch daran wie wir das halbe Jahr nach Hogwarts verbracht hatten?"

Ein Lächeln kroch dem Zauberer über die Lippen.

„Das war schön," sagte er heiter und auch White lächelte. „Genau. Ich will sie alle nicht mit dem belasten, was wir auch ohne sie klären können... Kaylar?"

Es dauerte ein kurzen Moment, dann tauchte die Phowlyris aus dem Nichts neben ihnen auf.

„Hi... Kleine Vorwarnung – Harry und Jilli könnten sich merkwürdig verhalten und in dir eine Verräterin sehen."

„Aha," war alles was Steward machte.


Jilli hatte einen hochroten Kopf und blickte peinlich berührt zwischen allen Erwachsenen hin und her. Brian war ohnehin sprachlos und kratzte sich daher lediglich unangenehm hin und wieder am Kopf. Harry hingegen war die Kinnlade herabgefallen und er fand sich hin und hergerissen zwischen sofort wegrennen und richtig knallhart die Tür vor Zorn hinter sich zuschlagen und einmal laut aus Verzweiflung aufschreien, weil seine Paten ihn den letzten verbleibenden winzigen Rest an Nerven raubten!

Bevor er sich entscheiden musste, räusperte White sich hörbar und blickte zu Remus und Sirius.

„Sprecht ihr bitte mit Jilli, dass so etwas wirklich nicht noch mal vorkommt? Und mit Brian, der offenbar auch dazu gehört hat."

Beide Männer nickten und zogen Jilli und Brian mit sich aus dem Büro. Elle lächelte sanft und folgte den vieren hinaus.

„Kaylar, danke für dein Handeln. Ich werd das mit Harry klären."

„Sicher," sagte die Phowlyris und mit letztem Blick an Harry verschwand sie durch die Phowlyris Ebene. Im Raum befanden sich nur noch Harry und White.

„Ich weiß, was in dir vorgeht," begann die Direktorin sanft. Ihr Ton war nicht hart oder rügend, wie man es in dieser Situation vielleicht erwartet hätte. „In dieser Hinsicht bist du wie deine Eltern. Und ich weiß, wenn ich die anderen nicht weggeschickt hätte, wärst du geplatzt und hättest Dinge von dir gegeben, die du im Nachhinein bereuen würdest."

„Ach ja?" grummelte er immer noch brodelnd.

„Nach unserem Gespräch wurde mir klar, dass ich dich nie dazu bringen könnte, Dark Breath in dir zu entfachen, so dass du es zulässt. Wir stehen uns mittlerweile zu nah als dass du je zulässt, dass ich diesen Teil in dir berühren könnte. Ich bin mir sehr wohl bewusst, wie fremd und erschreckend sich Dark Breath anfühlt. Es ähnelt Black Heart, wenn auch noch mal um eine große Stufe mächtiger.

Obwohl es mich sehr rührt und ich es auch mag, wie du zu mir stehst, war es für deine Kontrolle über deine Magie alles andere als hilfreich. Mit Kaylar sah es schon ganz anders aus. Ich hoffte, dass ich richtig damit lag und diese Tatsache nutzen kann. Es hat in der Tat funktioniert."

„Funktioniert?" fragte Harry verwirrt. „Was?"

„Es gibt nicht viele Zauberer, die gegen besondere Phowlyris ankommen. Noch weniger von ihnen leben noch. Voldemort ist einer von ihnen. Seine Magie ist gewaltig und er könnte Kaylar bezwingen. Heute Abend, als du sie daran gehindert hast Jilli ihr Herz zu rauben, da hast du Dark Breath angewandt und zwar ganz ohne Zauberstab. Allein durch deinen Willen. Du gehörst damit nun auch zu denen, die diese Wesen aufhalten können. Nicht nur Kaylar, sondern auch die ewige Phowlyris auf Voldemort's Seite."

Er war für einen Moment zu überrascht, um überhaupt reagieren zu können. Fassungslos starrte er zu Boden und nickte. Ja, er erinnerte sich an diesen Moment als sich der Wille in ihm so intensiv manifestierte. Nie hatte ihn etwas mehr eingenommen und nie erlebte er ein erschreckenderes Gefühl als das.

„Das ist Dark Breath?" fragte er entsetzt. White nickte.

„Das ist Dark Breath."

Seine Knie wurden weich und er musste sich auf eines der Stühle niedersetzen, um nicht den Halt zu verlieren. Ihm war extrem übel zumute. Verstört starrte er immer noch den Boden an. Er fand sich wie in Trance vor, obgleich er es nicht aussprechen wollte, verließen die Worte einfach so seinen Mund.

„Dark Breath ist erschreckend. Es fühlt sich grausam an – Ich wollte Steward weh tun... Egal wie... Ich hätte sie auch getötet, damit..."

„Weil du Jilli beschützen wolltest."

„Ist das die Rechtfertigung?"

„Es ist die Erklärung," sagte Anna sanft. Sie setzte sich neben ihm nieder und Harry hob seinen Kopf, um sein Gegenüber anzusehen. Ihr Blick war so warmherzig und liebevoll, es verdrängte das unangenehme Gefühl in ihm. Obgleich er es immer noch nicht verstand, fühlte er sich nicht mehr schlecht. Das Verständnis in ihren Augen verjagte die Furcht, die er bis eben noch fühlte.

„Du sagtest mal, mein Vater konnte mit Dark Breath natürlich umgehen... Aber um das zu tun... Es war nicht gut. Ich hab mich über mich selbst erschrocken."

„Harry," sagte sie verständnisvoll. „Dark Breath ist einnehmend, stark, gewaltig... intensiv. Es ist nicht schlecht oder hat etwas mit den Dunklen Künsten zu tun. Es ist ein Teil der Magie Gryffindor's. Genauso wie White Breath, welches sanftmütig, zart und warm ist. Gryffindor war kein Tyrann, noch ein schlechter Zauberer. Er war eine gutherzige und rechtschaffene Person.

Du kannst auf natürliche Weise mit White Breath umgehen und musstest es nicht erst erlernen, weil

du wirklich sehr viel Liebe und Fürsorge erfahren hast und es dir daher leicht fällt, dieses Gefühl in dir zuzulassen."

„Und mein Dad nicht?" fragte er irritiert. Anna blickte ihn traurig an.

„Du hast sehr viel Liebe und Fürsorge erfahren," wiederholte sie behutsam. „Und durftest es behalten. Deine Eltern, Sirius, Remus, die gesamte Familie Weasley, Dumbledore selber, Hagrid, deine ganzen Freunde, Ginny, deine Schwester, Brian.

Dein Vater hat ebenfalls sehr viel Liebe und Fürsorge erfahren und leider auf prägende Weise wieder verloren. Seine Großmutter wurde getötet als er noch ein kleines Kind war, seine Schwester ließ sich vor seinen Augen von Voldemort töten. Sein Vater, Großvater wurden ihm nur wenige Zeit später am selben Tag genommen. Freunde, die ihm nahe standen wurden in seinem Beisein ermordet.

Daher fühlte er sich Dark Breath näher. Manchmal kann man den Schmerz in sich selbst nur dann erdrücken, wenn man ihn mit Schmerz bekämpft. Kaylar war in diesem Moment für dich ein Feind. Du wolltest sie nicht verletzten, um ihr zu schaden. Du wolltest es tun, um deine Schwester zu schützen.

Harry, du musst verstehen und akzeptieren, dass Dark Breath nichts schlechtes ist. Nur dann wirst du auch seine volle Mächtigkeit nutzen können."

Er nickte abwesend, aber verstanden hatte er es nicht. Es würde seine Zeit brauchen, das wussten beide und insofern machte es keinen Sinn darüber noch länger zu diskutieren. Stattdessen wollte er etwas anderes geklärt haben. Auch wenn es irgendwie auf der Hand lag, aber er musste die Worte ausgesprochen aus ihrem Mund hören.

„Steward ist nicht die Verräterin?"

Anna nickte sanft.

„Nein, Kaylar Steward ist nicht die Verräterin. Sie stand auch nie unter Verdacht."

„Wie kannst du dir da so sicher sein? Was, wenn -"

„Ich hätte sie niemals zurückgeholt, wenn ich geglaubt hätte, dass auch nur die geringste Gefahr bestand, dass sie sich wieder Voldemort anschließt."

„Was macht dich da so sicher?" fragte er immer noch verständnislos. So wie der Abend verlaufen war, brauchte er einfach eine richtige Erklärung. Anna lächelte sanft.

„An einem Punkt, ich weiß nicht wann, nur, dass er kommen wird, führe ich die Beschwörung durch, die ihre Seele erneuert. Es ist das, was sie wollte. Jemand wie Kaylar, der schon so viele Qualen in seinem Leben erlitten hat, will nichts anderes als Seelenfrieden und diesen wird sie von Voldemort niemals bekommen."

Harry atmete erleichtert auf und der breite Kloß in seiner Kehle lockerte sich endlich.

„Dad wusste nicht, ob du das durchführen würdest," sagte er leise. „Er bat ich es selbst zu tun, aber ich wollte nicht. Als sie uns heute Abend angriff bereute ich meine Entscheidung, weil ich dachte, all das wäre meine Schuld gewesen. Es wäre meine Schuld gewesen, wenn du nicht... richtig?"

Beide sahen sich einen Moment lang an, doch White hatte ihm nicht geantwortet. Stattdessen zuckte er zusammen als es ihm auffiel was er gerade von sich gegeben hatte.

Er hatte ihr bisher noch gar nichts von seinen Gesprächen mit seinen Eltern und dem Zauber der Lhayphsas erzählt. Selbst nicht als es enger zwischen ihnen wurde und der Grund war, dass er befürchtete, sie würde ihn darauf drängen den Becher zu zerstören. Harry schluckte hart.

„Ich -" Er wollte etwas sagen, sich rechtfertigen, vielleicht sogar entschuldigen, aber es kam kein weiteres Wort aus seiner Kehle heraus. Die Panik war größer, dass sie ihm einen Vorwurf daraus machte, es nicht schon früher mitgeteilt zu haben.

„Jilli hat mir bereits davon erzählt," sprach die Hexe auf einmal und er konnte einfach nicht verhindern, dass sein Herz noch heftiger pochte als zuvor. Wenn sie von ihm verlangte den Becher jetzt zu zerstören... er konnte es nicht. Er würde es nicht. Nicht jetzt schon... Er spürte ihre Hand auf seiner Schulter und sah vorsichtig auf.

„Irgendwann wirst du den Zauber beenden müssen. Ich würde jedoch nie von dir verlangen es jetzt zu tun, noch einen Zeitpunkt für dich wählen. Dies wirst du alleine tun, wenn du es für richtig hältst."

Unweigerlich kroch ihm ein Lächeln über die Lippen. Er konnte es gar nicht in Worte fassen, was ihre Reaktion für ihn bedeutete.

„Und nein," fügte sie entschlossen hinzu. „Wenn ich die Beschwörung nicht vollziehe und du es nicht von dir aus vorschlägst, würde Kaylar sich Voldemort dennoch nicht wieder anschließen."

„Du bist dir sicher?"

„Bin ich. Dein Vater wollte sichergehen, dass sie ihren Frieden findet und sie weiß das. Die beiden waren am Ende sehr enge Freunde und Freundschaft ist kostbar. Voldemort würde so etwas nie verstehen, noch wertschätzen. Dein Vater tat es und Kaylar ebenfalls.

Deswegen vertraue ich ihr auch deinen und Jilli's Schutz an. Ein Verrat von ihrer Seite ist das Letzte, worüber du dir nun Sorgen machen musst."

Harry nickte vorsichtig.

„Wenn sie es nicht ist, wer dann?"

„Wir werden denjenigen finden, aber auch darüber solltest du dir zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken machen. Das ist eine Aufgabe, die du beruhigt uns überlassen solltest."

Er nickte erneut, wenn auch nur zögerlich.

„Nimm dir die Zeit, dich mit Dark Breath anzufreunden. Wenn du glaubst, dass du bereit bist, komm auf mich zu und wir werden das Training fortsetzen. Es macht keinen Sinn es vorher zu tun."

Sie stand auf und er tat es ihr gleich.

„Ach -" setzte sie noch hinzu und hatte sich ihm wieder zugewandt. „Noch etwas am Rande. Du und die anderen, insbesondere Jilli, solltet wirklich aufhören uns zu belauschen. Wenn wir euch nicht in alles einweihen ist es nicht, weil wir euch nicht vertrauen. Ihr seid noch sehr jung und der Kampf gegen Voldemort ist anstrengend. Wir wollen, dass ihr das bisschen Freiheit, was ihr noch besitzt, ausleben könnt, bevor er euch einholt und ganz in diesen hässlichen Krieg hineinziehen wird.

Nutze die letzten Wochen bis zu deinem Abschluss. Es wird danach noch schwer genug für euch alle werden."

Harry nickte und verließ das Büro. Er war gerade in den Flur getreten, da blieb er vor dem Wasserspeier stehen. Elle Vinegar stand da und hatte offensichtlich auf ihn gewartet. Er schritt langsam auf sie zu und stoppte als sie sich ihm mit offenem Lächeln zuwandte.

„Hallo, Harry," sagte sie sehr warmherzig.

„Hallo..."

Ihr Blick war merkwürdig... liebevoll.

„Du siehst wirklich genauso aus wie dein Vater."

„..." Nichts, was er nicht schon mal gehört hätte.

„Ich würde dich gerne unter vier Augen sprechen, wenn du später Zeit hast. Ich werde die nächsten Tage noch hier im Schloss bleiben. Wir werden uns bestimmt noch mal über den Weg laufen und dann würde es mich freuen, wenn wir diese Unterhaltung führen. Bis dann, Harry."

Sie lächelte sanft und ging weg. Harry blieb etwas verdutzt stehen und starrte ihr hinterher. Er wollte eigentlich sagen, dass sie es auch jetzt tun konnten, wenn sie schon dabei waren, aber bevor er überhaupt dazu kam, war sie bereits hinter einer Ecke verschwunden.


Kaylar saß auf den Ländereien an demselben Platz an dem sie und Brian in den letzten Wochen oft verweilt hatten. Von diesem Punkt aus konnte man die aufgehende Sonne am schönsten beobachten und genauso den Sonnenuntergang am Abend genießen. Es war gut von Bäumen versteckt und doch konnte man andere sehr gut beobachten.

„Schätze, das war unser erster Streit?" Brian hatte sich neben ihr hingesetzt. Sie lächelte sanft und doch auch traurig. Der Sonnenaufgang war wirklich sehr schön und beruhigend.

„Und unser letzter," fügte sie leise hinzu.

„Kay, komm schon. Das war nicht fair. Ihr habt uns eine Falle gestellt."

„Nicht euch, Brian. Nur Harry und Jilli. Anna wusste nicht, dass du auch dabei warst. Deine Okklumentischen Fähigkeiten sind sehr stark, stärker als dir bewusst ist.

Und es war keine richtige Falle. Anna wollte euch alle aus der Schusslinie bringen."

„Also ist doch etwas passiert? Die Explosion bei Hagrid's Hütte?"

„Wie gesagt, sie wollten euch in Sicherheit wissen. Nur für den Fall, falls du dich fragst, warum ich euch so hart anging. Hätte ich die Starre nicht eingesetzt, ich hätte euch drei nie von dort fernhalten können."

Die beiden blickten einander an und obwohl er immer noch nach Worten suchte und lässig blieb, so schien es ihr nicht wirklich schlecht zu gehen. Sie war nicht wütend oder verärgert, genauso wenig aber war sie kalt oder gefühllos. Es war mehr als ob sie Verständnis für ihn aufbrachte und doch verletzt war.

„Nun," sagte er schließlich schmunzelnd. „Du bist eine gute Schauspielerin. Ich habe dir abgenommen uns verraten zu haben. Das wusste ich zum Beispiel noch nicht und das können wir in Zukunft gut für uns nutzen. Spaß an Rollenspielen?"

Er zuckte vielsagend mit den Augenbrauen und grinste frech. Steward lachte, lehnte sich zu ihm rüber und hauchte ihm einen Kuss die Wange. Dann drückte sie ihn wieder von sich weg und lächelte.

„Ich bin keine gute Schauspielerin," sagte sie betrübt. „Dein Vertrauen war nur das, was du jedem normalen Freund entgegen bringst. Nicht das, was wir beide gerne hätten."

Er öffnete den Mund, um etwas entgegen zu bringen, aber gesprochen hatte er nichts. Denn so gerne er es geleugnet hätte, es war nichts als die Wahrheit, die sie aussprach.

„Es war schön. Ich danke dir für die letzten Wochen. Ich freue mich darauf, das eines Tages richtig fühlen zu können. So, wie du es im Moment tust – nur für jemand anderen."

„Jemand anderen?" wiederholte er verwundert. Kaylar lächelte traurig.

„Hör auf dir etwas vorzumachen, Brian. Wenn du nicht über deinen Schatten springst, könnte es doch noch zu spät sein und ich wünsche dir, dass du rechtzeitig aufwachst. Du bist blind, wenn du glaubst, dass es anderen nicht auffällt, wie wichtig sie dir wirklich ist."

„Sie?" fragte er verwirrt und beide wussten, dass er nur so tat als ob er sie nicht verstand.

„Du wolltest ein Abenteuer. Das hatten wir. Du solltest dich nun genug ausgetobt haben. Wird Zeit das anzugehen, was du wirklich willst. Sie wird nicht den ersten Schritt machen. Du musst das tun."

Steward stand auf und war gerade einige Schritte gegangen ohne dass Brian sie aufhielt, da drehte sie sich noch mal zu ihm um.

„Wir bleiben Freunde," sagte sie mit dem Anflug eines Lächelns. „Nicht wahr? Das ist glaub ich zumindest das, was man normal sagt..."

Brian lächelte traurig.

„Ja... klar," sagte er und auch, wenn ihn das alles überrumpelt hatte, meinte er es auch so. Steward lächelte erneut und verschwand durch die Phowlyris Ebene. Brian blickte zum See rüber und beobachtete lächelnd Jilli, die das Ufer gerade mit Harry entlang schritt.