Nächstes =), oops, hatte vergessen das Update Datum im Profil zu ändern. Dachte mir doch, dass ich nicht 2 Wochen für das neue Kapitel gebraucht habe ^^


Review:

Mannequin: Heyho =)

Was studiert dein Bruder denn? ^^

Hehe, Kinder und ihre Energie halt. Da können wir erwachsenen nicht mithalten. Mal sehen, wie es in diesem Sommer wird. Ich hab schon etwas Angst, dass es richtig ungemütlich heiß wird und die Pollen machen mir gerade auch zu schaffen. Zwar nicht so schlimm, wie bei anderen, die ich kenne, daher sollte ich wohl froh sein, aber es stört dennoch. Wie geht's denn dir gerade mit den Pollen? Ich hatte das Gefühl als ob letzte Woche etwas in der Luft war, wogegen fast jeder irgendwie allergisch reagierte, weil überall um mich herum genießt wurde.

Uihhhh, freu mich für dich =) Ich wollte dich letztens schon fragen, ob du dir ne neue Katze holen willst, weil man ja sagt, wenn man eine Katze verliert, soll man sich die nächste holen, um den Verlust besser zu verarbeiten. Wie kommts, dass du dir gleich zwei holst? =) Wären zwei Kater schlimm? Ich glaub, Kater sind verschmuster XD Lässt du sie dann auch raus oder werden das diesmal Hauskatzen? Ich glaub, irgendwie hieß es, dass man Katzen erst 12 Wochen oder so zu Hause halten muss, bevor man ihnen freilauf gibt. Stimmt das? Viel Spaß mit den kleinen =) . Verrätst du mir, wie du sie nennst?

Das mit James wollte ich in Black Heart unbedingt anders haben als in BtF. Rowling sagte ja in einem Interview, dass James ohne sein Zauberstab Voldemort gegenüberstand und verlor. Wollte das anders machen als dass er seinen Zauberstab einfach vergaß.

Harry weiß nun, wie er Dark Breath nutzt. Ohne Zauberstab geht es immer noch nicht von selbst. Das war so einmalig und ja auch eher unkontrolliert. Brian hatte Glück, dass Harry nicht das ganze Haus zum Einsturz brachte.

Ich glaube, man wird im Laufe der FF's (alle drei FF's) sehr oft sauer auf Anna, weil sie oft zu Methoden greift, zu denen Dumbledore nie gegriffen hätte. Daher ist ihr Charakter für mich auch schwer zu schreiben, weil ich nie weiß, wie ihr darauf reagiert oder wie übel ihr ihr etwas nehmt. Aber aufgrund ihrer ganzen Geschichte wandert sie sehr oft immer im Grauton herum. Auch hierbei waren Sirius und Remus nicht einverstanden, aber sie lassen sie tun, weil sie ihre Ziele sonst auch immer erreichte.

Wer weiß, wer weiß XD Wenn Jilli und Harry endlich gut genug in der Okklumentik werden, wer weiß schon, ob sie nicht doch noch mal ein Versuch des Lauschens wagen, wenn sie etwas unbedingt wissen wollen. James hat es auch nie davon abgehalten etwas dennoch zu tun, obwohl ihm Anna den Kopf dafür abriss.

Es sind nur noch wenige Kapitel bis derjenige entlarvt wird, denn es hängt durchaus mit James' und dem zusammen, warum er am Abend seines Todes nicht angegriffen hat. Warum Jilli und Brian nicht in Hogwarts sein durften als das mit Hagrid's Hütte passierte, wird in diesem Kapitel glaub ich deutlich.

Uh, schön =) War mir nie sicher, ob ich das mit Kaylar hinkriege, also sie von der hinterlistigen, bösartigen, gefallenen Phowlyris zu jemanden zu machen, den man doch gern mag und auch gutes gönnt. Es ist noch nicht vorbei. Ich mein, sie haben zwar Schluss gemacht, aber Brian empfindet dennoch einiges für sie. Das soll jetzt zwischen ihnen keine On-off-Beziehung werden wie es bei Brian's Eltern der Fall war. Kann aber durchaus auch noch ein Happy End mit den beiden haben. Je nachdem, was ich mit Jilli anstelle, was alles irgendwie noch in den Sternen liegt. Ich hatte ursprünglich zwei Enden für die HP Fortsetzung im Sinn, mit Sirius Rückkehr und der Entwicklung der ganzen Charaktere tun sich gerade mehrere Entwicklungsmöglichkeiten auf und mehrere Enden auf und ich muss mal sehen, wie die Geschichte am passendsten enden soll.

Jilli und Brian zu schreiben wird nicht einfach werden und ich weiß noch nicht genau, in welche Richtung das zwischen ihnen gehen soll. Dachte, dass ich das in diesem Kapitel schreiben könnte, aber hab mich dann doch umentschieden. Muss mir erst noch mal Gedanken darüber machen und merk dann schon beim schreiben, wie es zwischen ihnen am besten rein passt und ob es dann auch wirklich passt oder es am Ende doch auf ein anderes Ende mit ihnen hinauslaufen muss. Es war eigentlich am Anfang nicht geplant, aber Jilli stellt sich als sehr gebrochen heraus, durch das, was bei ihr alles passiert ist.

Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüße und schöne Knuddelzeit mit deinen zwei Kleinen =)


Chapter 45 – Storm is brewing

Jilli und Harry saßen auf den Ländereien und er erzählte ihr, was er von Brian über den Tod ihres Vaters erfahren hatte. Eine Weile lang herrschte bedrückende Stille zwischen den beiden. Jilli starrte fassungslos die Wiese an.

„Das ist... Das macht doch kein Sinn," sagte sie schließlich und blickte verwirrt wieder zu ihm auf. Harry nickte als Zeichen, dass er ganz ihrer Meinung war.

„Wieso sollte Dad Voldemort nicht angreifen? Ich mein, er kann nicht geglaubt haben, dass er Voldemort ewig nur ausweichen kann. Ich glaub auch nicht, dass er willentlich das Leben von Mum und dir aufs Spiel setzten würde.

Er war sich wohl sicher, dass Voldemort Mum nicht angreift, wegen des Schwurs, den sie damals eingegangen waren und du solange in Sicherheit bist, wie sie bei dir ist."

„Aber Voldemort hat Mum angegriffen," erinnerte Harry sie, woraufhin Jilli unzufrieden auf ihren Lippen rumkaute.

„Was bewirkt hat, dass sie durch ihren Tod ein Schutz über dich aufgebaut hat, was ihm wiederum zum Verhängnis wurde."

„Glaubst du, Dad hat das geahnt und es deswegen zugelassen?"

„Erklärt nur immer noch nicht, warum er nicht angriff," sagte sie nachdenklich und schüttelte schließlich den Kopf.

„Es ergibt einfach kein Sinn, Harry. Bei all den anderen Erinnerungen, wenn ich Voldemort daran gehindert habe, Mum und Dad umzubringen hat Dad immer gekämpft..."

„Angegriffen?"

„... Ja..." sagte sie unsicher, beim näheren nachdenken jedoch zog sie es zurück. „Nein... Jein."

„Jein?"

„Er hat sich Voldemort nicht vor die Füße geworfen und darum gefleht endlich gekillt zu werden," sagte sie übertrieben zynisch. „Aber ich kam auch immer entweder erst als es schon zu spät war oder bevor es überhaupt zum Angriff kam... Es passt aber einfach nicht zu ihm, Harry."

Jilli sah ihren Bruder entschlossen an und es gab keinen Zweifel daran, dass sie ihre Worte ernst meinte.

„Dad hat für uns gekämpft! Er mag damals etwas traurig gewesen sein wegen Anna, aber aufgeben und sich töten lassen?"

Sie schüttelte betrübt den Kopf.

„Ich will das nicht glauben..."

„Brian sagte, ich solle Dad einfach darauf ansprechen," sagte er leise. Er hätte nicht gewusst, was er sonst dazu sagen konnte. Er wollte dasselbe glauben wie auch seine Schwester, aber in Bezug auf seinem Vater war er sich eigentlich in nichts sicher. Jilli sah ihm das auch sofort an und seufzte verletzt.

„Es ist ein schrecklicher Gedanke," sagte sie traurig. „Wie sollen wir das denn tun? Dad, hast du überhaupt gekämpft, um am Leben zu bleiben oder hast du dich von Voldemort töten lassen? Könntest du ihn das wirklich fragen? Ich mein, es mag nicht wirklich Dad sein, sondern nur ein Abbild, aber... irgendwie ist er es doch. Seine Reaktion, seine Mimik, das ist das, wie Dad reagieren würde..."

Sie senkte traurig ihren Kopf.

„Ich kann das nicht, Harry... Wäre es nicht Dad, sondern Sirius. Könntest du ihn das fragen?"

Er schwieg. Nein, womöglich nicht... Jilli hatte recht. Es war eine unmögliche Frage. Er verstand es nicht und er würde es vielleicht auch nie verstehen. Vielleicht sollte er es einfach dabei belassen und es so hinnehmen.

„Danke," sagte Jilli auf einmal und Harry sah überrascht auf.

„Wofür?" fragte er verwundert.

„Dass du mich eingeweiht hast, mit dem Tod von Dad. Ich wusste ja, dass etwas nicht in Ordnung war und du und Brian das lieber für euch behalten habt. Ich bin nicht blöd, weiß, dass ihr mich nicht unnötig damit belasten wollt. Aber... ich bin nicht aus Glas. Und Mum und Dad... sind Mum und Dad. Ich will alles wissen. Erst recht nachdem uns 16 Jahre mit ihnen gestohlen wurde.

Ich weiß, dass es dir noch schwerer fällt und wenn ich könnte, würde ich dir so vieles zeigen, was wir mit ihnen hatten... Ich will einfach nicht, dass uns beiden noch mehr genommen wird."

Harry nickte. Wenn sie jemand in dieser Hinsicht verstand, dann er.

„Vielleicht... Vielleicht sollten wir es Anna erzählen?"

Harry blickte sie verwirrt an.

„Na ja, neben Sirius und Remus, kennt sie Dad am Besten. Im Gegensatz zu den beiden ist sie diejenige, die allem am neutralsten gegenüberstehen kann. Das hat Sirius und Dad früher immer aufgeregt -" fügte sie mit dem Anflug eines Schmunzelns hinzu. Er sah sie irritiert an. „Vielleicht kann sie sich darauf einen Reim machen? Vielleicht kann sie es sogar erklären..."

Harry nickte einverstanden.

„Hast du eigentlich schon mit ihr über den Trank gesprochen?" fragte er als es ihm wieder einfiel. Jilli lachte sarkastisch.

„Ich hab noch nicht mal die Standpauke von Sirius und Remus verwunden. Das war dieses Mal echt übel. Haben sogar Mum und Dad erwähnt, wie undankbar ich ihnen gegenüber bin, weil ich mit meinem Leben spielen würde. Ehrlich, ich hab mich nicht getraut irgendetwas zu meiner Rechtfertigung von mir zu geben aus Angst, dass sie noch tiefer in die Schuldgefühlsschiene gehen."

Harry grinste verlegen. Ja, das hatte Remus damals bei ihm auch bereits getan.

„Ich will gar nicht wissen, was für Geschütze Anna auffährt, um mir den Kopf zurechtzurücken – und vor Anna muss man noch mehr Angst haben."

„Wieso das?" fragte Harry und musste sich das lachen stark verkneifen. Jilli zog eine Schnute.

„Nun, während Remus und Sirius viel reden, redet Anna, wenn sie enttäuscht von dir ist und dir das klar machen will, so gut wie gar nicht. Sie hat diesen unglaublich fiesen Blick drauf, wenn der dich erwischt – Man kann kein noch schlechteres Gewissen haben als in diesem Moment."

„Hast es also schon mal gehabt?" fragte er amüsiert. Jilli nickte schmollend.

„Als ich noch ganz klein war. Ich weiß nicht, ob sich das mittlerweile geändert hat, Angst hab ich trotzdem noch davor. Ich hab Anna wirklich richtig gern, aber diese Art an ihr macht mir Angst. Weißt du, bei Mum und Dad wusste ich immer, was ihre Absichten waren. Selbst bei Remus und Sirius. Aber Anna – ich hab oft nicht verstanden, warum sie Dinge tat. Ich mein, am Ende schon, aber in dem Moment nicht und ich erwischte mich dabei, wie ich sauer auf sie war deswegen. Als alles gut wurde tat es mir wieder leid. Es ist schwer mit ihr umzugehen, egal wie gern man sie hat."

„Deswegen zögerst du jetzt auch wieder mit ihr zu reden," sagte er nachvollziehbar.

„Ja, aber das ist nicht gut. Glaub mir, ich denke, Anna könnte damit am ehesten etwas anfangen als jeder andere."

Harry nickte kurz.

„Apropos – Ich werd Hogwarts wieder verlassen. Auftrag für den Orden."

„Wann?" fragte er unangenehm überrascht. Er hatte sich so daran gewöhnt sie um sich zu haben, der Gedanke sie auf einmal nicht mehr jeden Tag zu sehen und zu sprechen erwischte ihn eiskalt.

„Morgen. War sehr kurzfristig. Sie ist vorhin auf mich zugekommen – ging sehr schnell. Hi – Hi – Sie: Auftrag – Du – morgen. Ich: Okay. Bye – Bye."

Er runzelte die Stirn und sah sie kritisch an. Meinte sie das ernst?

„Kurzfassung," erklärt sie mit einem milden Lächeln angesichts seines überrumpelten Ausdrucks. Natürlich wechselten die beiden nicht nur die paar Wörter, aber auch nicht unbedingt viel mehr, was erwähnenswert gewesen wäre. „Ich hab den Trank nicht erwähnt, sie nicht meine unerlaubte Lauscherei. Es war nun auch nicht kalt oder gefühllos. Was Hermine sagt ist nachvollziehbar, auch wenn es mir schwer fällt das so hinzunehmen. Ich will es Anna aber nicht noch schwerer machen als alles ohnehin schon ist. Wenn sie das tut, damit es mir gut geht, dann... nehm ich das so an. Muss ich..."

„Was ist mit dem Trank, wenn du jetzt weg gehst?"

„Oh, die Zutaten müssen noch ziehen und Hermine und Ginny überwachen das. Ich vertrau den beiden also keine Verzögerung. Ich glaub die beiden haben Lyssa ganz gern."

„Uhm..."

„Ich find das echt süß, dass sie sich so gut verstehen. Ist nicht selbstverständlich so spät in die Zaubererwelt einzutreten und akzeptiert zu werden. Naja, melde dich, wenn etwas ist, okay? Egal was."

„Eule."

„Oder du denkst einfach ganz fest an mich. Das spüre ich auch und dann bau ich die Verbindung zu dir auf. Geht schneller. Ist als ob du bei mir klingelst."

„Geht auch in die andere Richtung?"

„Tuts. Jetzt."

„Jetzt?"

„Ich lerne," trällerte sie freudig.

„... Err.. okay."


Die Ferien waren zu Ende und die Schule füllte sich wieder mit hunderten von Schülern. An allen Ecken und Kanten war es wieder laut und überall herrschte Tumult. Man unterhielt sich über die Ferien, über die Abschlussprüfungen und – ein Gerücht, dass Harry bis dahin noch gar nicht beschäftigt hatte, auch wenn er am Rande mitbekam, dass etwas passiert war. Er stieß zu seinen Freunden im Gemeinschaftsraum dazu und setzte sich auf die Couch.

„Schon gehört?" sagten Harry und Ron gleichzeitig zueinander.

„Nicht hier," zischte Hermine und zog die Jungs mit sich raus in den Flur. Ginny dicht hinter ihnen her während Neville ihnen unentschlossen hinterhersah.

„Komm schon," rief sie ihm rüber und der Freund sprang augenblicklich ebenfalls auf und stolperte mehr schlecht als recht aus dem Porträtloch zu ihnen hinaus auf den Gang. Sie liefen wie so oft in den letzten Tagen Richtung Raum der Wünsche. Jedes Mal, wenn die Jungs ansetzen wollten, um sich darüber zu unterhalten, fiel ihnen Hermine ins Wort und verdonnerte sie noch zu schweigen. Sie waren gerade am Wandteppich angekommen, da wären sie fast mit einem weiteren Mitschüler zusammengestoßen, der von der Seite heraus eilte. Draco Malfoy.

„Hey," sagte dieser überrascht.

„Hey," sagte Harry ebenfalls.

„Dich hab ich gesucht," fügte Malfoy hinzu. Harry sah ihn überrascht an als der Mitschüler misstrauisch hinzufügte: „Du hast es doch auch gehört?"

„Das ist kein Gerücht?" sagte Ginny entsetzt. Malfoy wandte sich daraufhin ihr zu.

„Nicht nachdem was mir zu Ohren gekommen ist. Wollte sie gerade darauf ansprechen."

„Hey!" zischte Hermine eindringlich. „Nicht hier!"

Sie schob alle in den Raum der Wünsche hinein, so dass sie auch endlich unter sich reden konnten.

„Glaubt ihr nicht, dass hier genug herumlaufen, die nur darauf warten, dass wir etwas ausplaudern, was sie Voldemort weitergeben können? Sprecht in Zukunft gefälligst leiser!"

Malfoy lachte höhnisch.

„Hier versteckt ihr euch, um zu tratschen? Kann es noch peinlicher sein?!"

„Ja, mit dir hier," warf Ron beleidigt ein.

„Angst vor mir Weasel?" spuckte Malfoy zurück. Harry zögerte nicht dazwischen zu gehen, bevor das hier doch noch ausartete.

„Okay, zurück zum wesentlichen!" sagte er laut und bestimmend. Er hatte sich so zwischen die beiden gequetscht, dass sie sich zumindest nicht mehr gegenseitig an die Gurgel springen konnten. Es lag auf der Hand, dass die beiden niemals die besten Freunde wurden, aber Todfeinde musste nun doch auch nicht unbedingt sein.

„Wir haben es alle gehört, nicht wahr? Haben wir alle dasselbe gehört?"

Harry blickte zuerst Ron an und forderte ihn auf sein Gehörtes preis zu geben.

„Todesser waren letztes Wochenende in Hogwarts."

Ein Blick zu Malfoy reichte, um zu wissen, dass dieser dasselbe gehört hatte und es war auch das, was Harry zu Ohren gekommen war.

„Es ist jedoch kein Gerücht," sagte Draco. „Ich hab das von Goyle und der würde mich nicht belügen."

„Was hat er gesagt?" fragte Harry, obgleich er sich unsicher war, ob er dies überhaupt glauben sollte. Goyle war für ihn nicht der Intelligenteste und es war ihm schon immer schwer gefallen den Slytherin Mitschüler überhaupt ernst zu nehmen. Malfoy lachte kurz trocken.

„Dass es ein arrangiertes Treffen hier in Hogwarts gab und der Dunkle Lord mit einigen seiner Anhänger hier war. Das Treffen ging von White selber aus. Es wurde etwas ausgetauscht, dabei ging etwas schief und es gab Verletzte."

„Verletzte?" wiederholte Hermine entsetzt. „Wer?"

„Seh ich aus als ob ich jeden von euch Hirnis kenne?!" blaffte Draco sie dämlich an, woraufhin Harry erneut die Augen rollte.

„Als größter Idiot auf Erden, der sich nur für sich selbst interessiert, meinst du?" blaffte Ron zurück und wieder stellte sich der Gryffindor zwischen die beiden Jungs und drückte sie auseinander.

„Draco! Wer wurde verletzt?" fragte Harry laut.

„Hab ich grad etwa mit mir selbst gesprochen?!" fragte er genervt. „Ich sagte doch ich kenn keine Namen."

„Ron hat recht," entgegnete er sarkastisch. „Du bist ein Idiot."

Draco zuckte lediglich mit dem Mundwinkel und ließ erkennen, dass ihn das so gar nicht kratzte.

„Ich weiß nur das eine," fuhr der Slytherin schließlich gleich herablassend fort. „Der dunkle Lord hat weswegen er gekommen ist."

„Und natürlich hast du keine Ahnung was das ist," knurrte Ron. Malfoy ignorierte ihn und blickte stattdessen Harry an, welcher fürs erste in seinen eigenen Gedanken vergraben war.

„Ich wollte mit White reden und fragen was das war, aber traf sie nicht an. McGongall sagte, sie sei vorübergehend nicht zu sprechen. Dachte, wenn nicht für mich, dann vielleicht zumindest für dich?"

„Wieso sollte Professor White dir sagen, worum es bei dem Treffen ging?" blaffte Ron und war sichtlich verärgert, dass Malfoy ihn einfach überging. Der Slytherin wandte sich mit höhnischem Blick zurück zu ihm.

„Weil ich nicht wie du ein hirnloser Mitläufer bin, der nur läuft, wenn man ihn in den Arsch tritt."

„Was war das?!"

„HEY!" schrie Ginny und diesmal war sie diejenige, die beide Jungs auseinanderstieß. „Hört auf euch wie zwei Idioten zu verhalten. Das hier ist ernst!"

„Das Treffen war arrangiert," überlegte Hermine, da von Harry nichts kam und sie das Gespräch auch nicht auf die Auseinandersetzung zwischen Ron und Malfoy belassen wollte. Auch ihre Aufmerksamkeit war mehr auf Harry gelegt, als auf jemand anderen im Raum. „Es fand bestimmt an dem Abend statt als sie uns alle mit Tonks aus Hogwarts rausgeschafft haben. Aber wieso Hogwarts? Und was war das, was sie verloren haben? Und wieso haben sie es zugelassen? Ich mein, sie haben Voldemort hereingelassen."

Die besondere Betonung auf dem letzten Wort war keinem entgangen und so auch nicht Harry, der sich aus seinen Gedanken rausriss und die Freundin grimmig ansah.

„Als ich damals mit Dumbledore sprach waren wir uns einig, dass Voldemort zurück nach Hogwarts kommen wollte, weil er hier etwas suchte. Damals dachten wir, es sei wegen -" Er hielt inne, denn von den Horkruxen wussten zumindest Neville und Malfoy nichts und er wollte nicht mehr als unnötig einweihen. „Es wolle hier etwas suchen... Nun gut," sagte Harry entschlossen. „Gerade habe ich Professor White versprochen mich rauszuhalten aus diesen Angelegenheiten und zu vertrauen, dass die das schon regeln. Aber das? Voldemort in Hogwarts lassen?!"

„Und wenn wir mit Remus und Sirius reden? Die beiden waren an dem Abend auch da," schlug Hermine vor. Harry nickte abwesend.


Es war Montag und das Letzte worauf sich Harry konzentrierte war sein Abschluss in wenigen Monaten. Er sollte wohl – Professor White, Hermine, Ginny, Sirius, Remus, sie alle haben ihn in den letzten Wochen stets dazu ermahnt sich darauf zu konzentrieren und es nicht aus den Augen zu verlieren. Die Wahrheit war, es ging nicht. Es war zu schwer, vor allem wenn man bedachte, was sich alles in der letzten Zeit auftat. Er brauchte Antworten. Nicht auf alles, aber er brauchte Antworten und so klopfte Harry an der Bürotür der Schulleiterin. Obwohl keine Antwort kam, öffnete er die Tür und trat ein.

Sie hatten versucht Sirius und Remus darauf anzusprechen, aber Sirius war laut Karte nicht in Hogwarts und Remus wich ihnen stets sehr geschickt aus. Sofort als Harry White auf der Karte in ihrem Büro sah, brach er alles ab und lief zu ihr ins Büro.

„Professor White?"

Nichts. Er sah Fawkes und lächelte kurz.

„Hey, Fawkes. Professor White?"

Der Phönix gab ein kurzes krächzen von sich und so nickte er verstehend. Sie war also schon wieder weg. Er wollte es nicht riskieren mit der Karte herumzulaufen und aufzufliegen, aber dass White innerhalb von wenigen Minuten einfach abhauen konnte, wenn er sie sprechen wollte war schon extrem blöd. Wieso wurde er das Gefühl nicht los, sie macht das mit Absicht?

Er seufzte und wollte das Büro wieder verlassen als sein Blick auf Dumbledore's Porträt fiel und sein ehemaliger Mentor ihn freundlich anlächelte. Stimmt, da gab es ja noch etwas... Er schritt zum Porträt rüber und stellte sich davor.

„Hallo, Harry," sagte dieser erfreut. „Lange nicht gesprochen."

„Hallo, Professor," sagte er ebenfalls mit einem kurzen Lächeln. „Kann ich Sie etwas fragen?"

„Immer doch," sagte er freundlich.

„Brian hat mir das Fläschchen mit der roten Flüssigkeit gegeben," begann Harry direkt.

„Ah, sehr schön. Ich war mir sicher, dass ihr das beide geregelt bekommt."

„Jiah," sagte Harry schmunzelnd und verkniff es sich zu erwähnen wie unnötig lang das gedauert hatte. „Was ist da drin?"

„Noch nicht herausgefunden?" fragte der alte Zauberer überrascht, dennoch blitzten seine Augen vielsagend und es wurde sofort klar, dass dies eine rhetorische Frage sein sollte.

„Es ist der Schlüssel zur letzten Erinnerung, die du bestimmt bisher noch nicht einsehen konntest."

„Schlüssel?" fragte er skeptisch. Dumbledore aber blickte ihn vielsagend an.

„Du wirst verstehen, wenn du es trinkst."

„Also... trinke ich es und dann kann ich mir die letzte Erinnerung im Denkarium ansehen?"

„Nicht ganz. Du wirst es sehen, wenn du es öffnest. Allerdings solltest du sichergehen, dass du die Zeit hast und vielleicht auch besser alleine bist. Es könnte sonst für Fremde etwas verwirrend werden."

Harry hatte langsam genug von den ungenauen Antworten.

„Darf ich Sie etwas fragen, Sir?"

„Die Antwort ist immer noch dieselbe – Immer doch."

„Wozu die ganzen Erinnerungen? Ich mein -" Er lehnte sich am Schreibtisch an und fuhr gefasster fort. Er wollte das richtige sagen, um eine richtige Erklärung zu erhalten und das konnte er nicht, wenn er unüberlegt seine Gedanken von sich gab. „Die ersten drei Erinnerungen, zu der ich Zugriff hatte, diese waren doch nur dafür gedacht, damit ich ihre Urenkelin finde? Aber sie hat mich gefunden, nicht ich sie."

Dumbledore nickte, um zu zeigen, dass er ihm folgte.

„Im Bezug auf meine Horkrux Suche oder Voldemort bin ich kein Stück weiter durch die Erinnerungen gekommen. Und die letzte brachte mich zu Brian, was auch ohne Erinnerung gegangen wäre. Sie hätten es doch einfach schreiben können? Finde meine Urenkelin und frag Brian nach nem Päckchen. Also wozu das alles mit den Erinnerungen? Dient die letzte Erinnerung auch nur der Suche nach ihr, denn dann ist es doch Zeitverschwendung. Wir kennen uns bereits."

Dumbledore wartete einen Moment, bevor er ihm ruhig und bedacht antwortete.

„Zu dem Zeitpunkt als ich dir die Erinnerungen überließ, glaubte ich nicht daran, dass meine Urenkelin zurückkehren und dich aufsuchen würde. Ich denke, du weißt mittlerweile, was zwischen uns passiert ist."

Harry nickte kurz.

„Mit diesem Wissen verstehst du sicherlich, dass ich mir nicht sicher sein konnte, es aber von größter Wichtigkeit war, dass ihr euch begegnet. Voldemort wusste nicht, dass sie noch lebt und für den Fall, dass Mr Snape kein Verräter war, wollte ich niemanden unnötig auf sie aufmerksam machen und sie so in Gefahr bringen. Ich wusste nicht, dass der Trank nicht so wirkte, wie erhofft und dachte, sie würde irgendwo verweilen, um meinen Verrat an ihr und Sirius zu verarbeiten."

„Verrat?"

„Sie empfand es als Verrat, dass ich ihr ihren Sohn vorenthalten hatte. Zu dem Zeitpunkt hielt ich es für angemessen. Die Gefahr, dass die beiden sich nicht von ihrem Sohn fernhalten können, war zu groß. Beide waren damals sehr emotional und ihre Handlungen oft ungestüm und unüberlegt. Ich konnte das Leben des Jungen nicht riskieren, auch wenn es die Liebe meiner Urenkelin zu mir kostete. Wie auch immer... Einen besseren Mentor als Professor White gibt es für den Träger von Gryffindor's Magie nicht."

„Brian sagte, Sie haben Professor White trainiert."

„In der Tat."

„Und sie hat mein Vater trainiert."

„Auch das ist wahr."

„Wieso haben Sie das nicht getan? Wenn sie Professor White trainieren konnten, warum nicht auch mein Vater?"

„Aus demselben Grund, warum ich es auch bei dir nicht getan habe," antwortete Dumbledore leise und Harry kam nicht umhin ihn verständnislos anzusehen.

„Aus welchem Grund?" fragte er irritiert.

„Erinnerst du dich, was ich dir vor fast 2 Jahren in meinem Büro erzählt habe, nachdem Sirius starb? Ich sagte, ich würde dir alles erzählen. Alles, was ich dir schon vor Jahren hätte erzählen sollen. Vor Jahren tat ich es nicht, weil ich mich zu sehr um dich sorgte, um dein Wohlergehen.

Es mag sich merkwürdig anhören, aber genauso sorgte ich mich auch schon um das Wohl deines Vaters. Zu sehr, um euch beizubringen mit eurer Magie Kämpfe zu bestreiten.

Um dies zu tun bedarf es einer Kälte dem Schüler gegenüber, einer Kälte, die ich dir und James gegenüber nicht aufbringen konnte."

„Aber ihrer eigenen Urenkelin gegenüber schon?" fragte Harry ungläubig. Es hörte sich nicht nur merkwürdig an, es hörte sich gar unfassbar an. Dumbledore antwortete nicht sofort, aber sein Gesicht sprach Bände. Langsam fand er es nicht mehr so komisch, dass Brian zu seinen Eltern keine richtige Verbindung aufbauen konnte, wenn es schon so kompliziert zwischen seiner Mutter und ihrem Urgroßvater verlief. Wie konnte man fremden Kindern gegenüber näher stehen als dem eigenen Fleisch und Blut?

„Ich habe sie erst kennengelernt als sie bereits 11 Jahre alt war und sie verhielt sich mir gegenüber nicht sehr willkommend. Das macht es schwer für jemanden Sympathie für denjenigen zu entwickeln, wenn derjenige dich wie sein Feind behandelt. Ähnlich wie es dir mit den Dursleys ergangen ist.

Ich bereue es durchaus, ihr damals nicht näher gestanden zu haben," sagte der Schulleiter sanft. „Aber es hatte auch etwas gutes. Ich konnte ihr helfen ihre Magie zu dem zu entwickeln, das es heute ist. Ich war mir sicher, wenn ihr euch trefft, würde sie dir die Mentorin sein, die du brauchtest. Ich habe versucht sie im letzten Jahr zurückzuholen, doch jeder Versuch von meiner Seite blieb erfolglos. Verständlich, nachdem was mit Sirius passiert war. Sie gab und gibt mir nach wie vor die Schuld an dem was mit Sirius und Brian passiert ist. Bedauerlicherweise spricht sie auch jetzt nicht sehr viel mit mir. Von dem, was ich mitbekomme jedoch, läuft es zwischen euch wie erwartet."

„Sie haben also geahnt, dass es übel läuft?"

Dumbledore gluckste vergnügt.

„Ich würde es nicht als übel bezeichnen. Kompliziert ist das passendere Wort. Du verstehst sie nicht, fühlst dich ausgeschlossen und benachteiligt. Es fällt dir schwer ihr zu vertrauen, denn mit ihrer Art zurechtzukommen ist alles andere als leicht. Ich selber brauchte Jahre bis ich verstand, dass alles, was sie tat, dem Schutz derer diente, die sie liebt – selbst wenn dies noch so schmerzhaft war."

„Ich verstehe nicht," sagte Harry ehrlich.

„Sie greift zu sehr harten Mitteln, obwohl es ihr selbst das Herz zerbricht. Es bedarf großer Stärke denjenigen weh zu tun, die man liebt, um sie zu stärken. Ich hätte nicht die Kraft dazu gehabt. Nicht bei dir und nicht bei deinem Vater."

„Sie reden von dem, was letztes Wochenende passiert ist mit Steward?"

„Du weißt nun, wie du Dark Breath nutzen kannst. Und Anna weiß selbst am besten, zu welchem Preis sie dies erreicht hat. Sie weiß, dass du sie dafür verurteilst, genauso wie du es ihr auch immer noch ankreidest, dass sie sich dir als Feind vorgestellt hatte und dich wie einen solchen auch behandelt hatte."

Harry seufzte betrübt.

„Voldemort -" sprach Dumbledore behutsam weiter, sein Blick nach wie vor fürsorglich auf den jungen Schüler gerichtet. „Hat ihr vieles weggenommen. Ihre Kindheit, ihren Bruder, ihre Familie, ihren Sohn, ihre Freunde – Und sie ist bereit dich und Jilli zu verlieren, wenn sie dadurch euer Leben schützen kann. Ich würde mir sehr wünschen, dass du es nicht zulässt – und dennoch überlebst. Das nämlich, Harry, liegt ganz bei dir."


Harry wollte eigentlich mit Anna sprechen und erfahren was an dem Wochenende passiert ist, aber sie kam nicht zurück und Dumbledore durfte ihm nichts darüber erzählen. Statt in den Gryffindor Turm zurückzukehren, ging er zu den Gästeabteilen zu seiner Schwester. Zum einen, um ihr von dem Gespräch mit Dumbledore's Porträt zu erzählen und zum anderen, um sich von ihr zu verabschieden.

Sie saß größtenteils auf ihrem Bett und hörte ihm lediglich zu bis er schließlich geendet hatte und sie erwartungsvoll ansah.

„Was denkst du?"

„Hm..." machte sie schmollend und wippte ihren Kopf hin und her. „Ich stimme ihm zu."

„Huehn?"

„Also, nicht mit dem Rest, das er gesagt hat, von wegen, dass sie zu solchen Mitteln greifen muss und so, aber das Ende schon. Mir wäre es auch lieber, wenn du nicht zulässt, dass sie dich verliert und du dennoch überlebst."

„Err -"

„Hey," sagte sie mit einem sanften Lächeln. „Du, Sirius, Anna, Yuno und Remus seid alles, was ich an Familie habe. Ich will keinen von euch verlieren und ich würde es gerne sehen, dass ihr euch alle lieb habt und wir eine große, glückliche Familie sind... Eines Tages..."

Harry pustete heiße Luft zwischen seinen Lippen hervor und setzte sich zu ihr aufs Bett. Wenn er ehrlich war, dann wollte er es selbst auch nicht, aber er konnte seine Gefühle nun mal nicht einfach abstellen. Zwischen ihm und White war es kompliziert...

„Weißt du, wer verletzt wurde bei dem Treffen zwischen Voldemort und Anna?"

Jilli schüttelte leider den Kopf.

„Diejenigen, mit denen ich reden konnte, schweigen zu dem Vorfall. Ich hab übrigens auch versucht mit Remus zu reden, aber er ist mir genauso ausgewichen. Tonks sagt, sie wisse nichts davon. Als Brian und Ich sie darauf ansprachen, ob sie eine Vermutung hätte, meinte sie bloß, wir sollten uns nicht darum kümmern. Wusstest du, dass es aus ist zwischen Brian und Kaylar?"

„Kein Wunder," sagte Harry. „Sagten zumindest Ginny und Hermine."

„Und da haben sie recht," sagte Jilli traurig. „Ich hab versucht mit ihm darüber zu reden, weißt du. Aber er hat sich verschlossen und lässt es gar nicht zu. Machte wieder seine üblichen sarkastischen Witze. Ich hab auch mit Kaylar gesprochen. Dachte, ich kann sie dazu überreden Brian's Standpunkt zu verstehen und sich wieder mit ihm zu versöhnen."

„Err – okay?"

„Hat nicht funktioniert. Ich werd aus der Frau irgendwie nicht schlau, egal was ich versuche."

Harry lächelte traurig.

„Ihr seid Freunde, obwohl sie versucht hat dich zu töten?"

„Du und Draco Malfoy seid doch nun auch Freunde, obwohl ihr vor wenigen Monaten noch Todfeinde wart."

„Err -"

Jilli grinste amüsiert, beschloss es dann aber auszuführen, um ihn nicht im Unklaren zu lassen.

„Dinge passieren eben, Harry. Und wenn man bei Yuno aufwächst, aber in Beauxbatons zur Schule geht – knallen zwei Welten aufeinander. Als ich begann im Zaubereiministerium zu arbeiten fand ich in Kaylar eine gute Freundin. Als Hexe ist sie wirklich ganz anders gewesen. Lustig, hilfsbereit und wirklich offen."

„Wirklich?" fragte Harry amüsiert. Die Kaylar Steward, die er kennengelernt hatte, war alles andere als lustig, hilfsbereit und offen und er konnte sie sich so auch nur schwer vorstellen.

„Wirklich," sagte Jilli lächelnd. „Kaylar ist jetzt zwar wieder eine Phowlyris, aber die Erinnerungen aus ihrer Zeit als Hexe hat sie behalten. Schätze, es fällt ihr schwer beides zu kennen und miteinander zu vereinbaren. Mit Brian war sie ein wenig wieder die Hexe Kaylar."

„Du hast sie echt gern, hm?" fragte er seltsam nachdenklich. Jilli sah ihn sanft an.

„Irgendwie schon... Es ist kompliziert," gestand sie scheu. Harry nickte, um zu zeigen, dass er es so hinnahm. „Versprichst du mir etwas?"

„Klar," sagte er sofort. „Was?"

„Konfrontier Dad nicht mit dem, was Brian erzählte. Er wäre so unendlich verletzt und... Ich mein, es ist nur sein Abbild, ich weiß, aber... Tu's nicht, ja?"

Harry nickte ohne zu zögern, denn wenn er ehrlich war, wusste er auch gar nicht, ob er den Mut dazu überhaupt aufgebracht hätte, es doch zu tun, wenn er ihm erst mal gegenüber stand. Es war anders, wenn er bei ihnen auf dem Friedhof war und auch wenn er verärgert mit seinem Vater über manche Dinge war, so verflog dies sobald er sie traf.

Er konnte sich vorstellen White darauf anzusprechen, aber seinen Vater? Er glaubte nicht mal, dass er Remus oder Sirius hätte darauf ansprechen können. Ihre Gesichter, wenn es sie schockierte oder enttäuscht waren, hätte er nicht ertragen können.

„Was ist das eigentlich für ein Auftrag?" fragte Harry, um endlich von dem Thema wegzukommen.

Jilli lächelte sanft.

„Es ist nicht gefährlich," antwortete sie, sehr wohl in dem Wissen, worauf er eigentlich hinaus wollte. „Anna will nur ein paar Augen mehr auf ein Versteck haben. Ist wohl etwas wichtiges dort und wir sollen Kingsley helfen es in ein anderes Versteck zu bringen. Was immer es auch ist.

Ich habs aufgegeben wissen zu wollen, was hin und hergeschoben wird, wenn es so oder so nur ein paar wenige wissen und das auch für sich behalten."

„Wir?"

„Ich weiß nicht, wer alles dabei ist. Deswegen wir. Damit meinte ich nicht jemand besonderen."

„Brian?"

„Der bleibt noch hier. Sirius sagte, Anna hätte ihn dir zur Seite gestellt für die Suche nach den Horkruxen und das bleibt so bis ihr beide sagt, dass es nicht mehr nötig ist. Wie läuft es denn an dieser Front?"

„Uhm – okay. Wir glauben zu wissen, was der letzte Horkrux ist. Jetzt müssen wir ihn nur noch finden."

„Das schafft Brian schon," sagte Jilli zuversichtlich. „Wenn er ihn nicht findet, dann niemand. Er ist hat die Intelligenz von Dumbledore, die Entschlossenheit von Anna und den Charme von Sirius."

Harry grinste, verkniff sich jedoch ein Kommentar zu ihrer Beschreibung. Er gab ihr jedoch recht, wenn jemand den Horkrux fand, dann Brian. Vertraute er in dieser Hinsicht doch auch komplett auf den Freund und hatte sich auch keine großen Gedanken mehr darum gemacht. Die beiden unterhielten sich noch etwas länger bis es für Jilli schließlich Zeit war aufzubrechen. Sie versprach ihm auf sich aufzupassen und sich so bald es geht auch zu melden.

Er ging wieder zurück in den Gryffindor Turm, doch es war spät und überraschenderweise war nur noch Hermine wach. Sie saß auf der Couch am Kamin und sah ihn lächelnd an als er sich zu ihr gesellte. Dass er müde war sah man ihm offenbar an, denn ihr Lächeln wandelte sich in Besorgnis um. Sie schlug ihr Buch zu, das auf ihrem Schoß lag, und legte es beiseite.

„Ginny und Ron haben die Runden für uns übernommen," sagte sie leise. Seine Hand wanderte sofort an seine Stirn.

„Mist," brummte Harry. Er hatte die Zeit gar nicht wahrgenommen als er sich mit Jilli verquatschte. „Tut mir leid. Das hab ich ganz vergessen."

„Schon gut," sagte sie und klang auch ehrlich verständnisvoll. „Du hast viel um die Ohren. Das sehen wir doch alle."

Er schnaufte und starrte missmutig an die Decke. Das war einfach unmöglich alles unter einem Hut zu bekommen. Kümmerte er sich um das eine, musste etwas anderes zurückstecken. Sein Training, die Horkrux Suche, sein Abschluss, Schulsprecher und Quidditch Kapitän zugleich sein... Wie konnte White von ihm verlangen wirklich alles zu schaffen?

„Weißt du, Harry. Wir wollen dir wirklich alle nur helfen, aber du machst es einem nicht gerade einfach."

„Ja... Ich weiß," gestand er mit dem Anflug eines Lächelns und blickte wieder zurück zu ihr. „Tut mir wirklich leid."

„Das soll es aber nicht," sagte Hermine sehr zu seiner Überraschung und Harry kam nicht umhin irritiert zurückzuzucken. Was hatte er denn jetzt schon wieder falsch gemacht, um ihren harschen Blick zu verdienen? „Jeder von uns hilft dir, weil er helfen will. Ginny reißt sich förmlich ein Bein aus, um mit uns mitzuhalten, was alles andere als leicht ist. Schließlich fehlt ihr ein ganzes Jahr und dennoch hätten wir den Trank für Professor White niemals auf 4 Wochen runterbrechen können ohne ihre Hilfe.

Neville, Ron, Luna, alle helfen wo sie nur können und das sogar ohne überhaupt zu wissen, wofür sie das tun, denn du und Brian behält alles für euch. Es reichte für Luna und Neville, dass wir das für dich brauchen und schon haben beide geholfen Zutaten zu besorgen. Ron und Ich sind auch okay damit, dass ihr vieles unter euch zwei diskutiert. Es ist schließlich Brian."

„Ich weiß, Hermine," wiederholte er müde. Das letzte was er jetzt brauchte war eine Predigt.

„Dann hör auf dich so zu benehmen als müsstest du alles alleine tun."

„Mir war nicht mal klar, dass ich das tue!" sagte Harry genervt.

„Dann hör auf dich ständig zu entschuldigen und sag uns, wenn wir etwas tun sollen. Aber brüte nicht für dich selbst und grummel alleine vor dich hin, denn das ist undankbar!"

Harry schnaubte einmal tief durch und statt genervt zu platzen, nickte er mit einem schwachen Lächeln. Hermine strahlte, erleichtert, dass er sie verstand und nicht dazu zwang noch weiter auf ihn einzureden.

„So und jetzt zu deinem Essay für Professor McGonagall. Das kannst du unter keinen Umständen so lassen – Nein, nein! Hör mir erst zu! Das sind nur Kleinigkeiten, aber so kannst du es einfach nicht stehen lassen. Also -"

Harry konnte gar nicht anders als zu stöhnen.


Verteidigung gegen die dunklen Künste fiel in dieser Woche aus und da man auch Tonks nirgendwo mehr sah lag der Verdacht eigentlich auf der Hand.

„Nö, Baby ist noch nicht da," sagte Brian beim Abendessen in der großen Halle. „Soll aber jeden Moment soweit sein. Sie ist nicht mehr in Hogwarts, sondern in einem Versteck, wo auch Shajille und Stradford sind."

„Warum das?" fragte Ginny entsetzt und hatte wie jeder andere der Freunde auch aufgehört zu essen.

„Weil in der Geschichte der Zauberei in keiner Geburtsurkunde Hogwarts als Geburtsort bisher stand und auch niemals stehen darf."

Brian grinste von einem Ohr zum anderen, aber Ginny sah ihn dämlich an.

„Echt?" fragte Ron stattdessen und Brian prustete lachend los. „Also nicht. Man, lass den Mist, Brian!"

„Also warum jetzt?" wiederholte Ginny ihre Frage.

„Warum sind Shajille und Stradford dort?" fügte Hermine hinzu, als Vorbeugung, falls der Freund erneut versuchte sie auf den Arm zu nehmen. Brian grinste dennoch breit.

„Vorsichtsmaßnahme. Laut Remus jedenfalls."

„Und White ist auch dort?" fragte Harry.

„Nicht die ganze Zeit. Reist hin und her mit diesem Cobe. Unauffälliger und schneller, wenn ich das richtig verstanden habe."

„Deswegen trifft man sie hier nicht mehr an..." murmelte Harry mehr zu sich selbst als zu jemand anderem. Er aß weiter als sei nichts gewesen, aber Brian musterte ihn dennoch mit kritischem Blick eine ganze Weile lang.

Nachdem Essen teilte sich die Gruppe auf. Hermine und Ginny wollten sich mit Lyssa treffen, um ihr bei der Eingewöhnung zu helfen. Es stellte sich heraus, sie belegte Pflege magischer Geschöpfe als UtZ Fach und war damit eine von 3 Schülern von Hagrid. Um sie in Hagrid's Unterricht zu halten, obgleich er sehr gewöhnungsbedürftig war, versuchten sie ihr alles andere zu erleichtern. So einfach wie ihr Pflege magischer Geschöpfe fiel, so schwer tat sie sich in allen anderen ihrer Utz Fächer.

Brian hatte noch etwas wichtiges zu tun und war ohne groß zu reden abgehauen. Neville und Luna wollten lernen und Harry und Ron nicht. Stattdessen machten die beiden Freunde ein wenig extra Training miteinander über dem Quidditch Feld.

Es tat gut nicht zu reden und einfach nur den Quaffel in Richtung Ringe zu werfen, damit Ron das Fangen üben konnte. Harry hatte dieses Training in der letzten Zeit so vernachlässigt, es war ihm gar nicht klar gewesen wie sehr er diese Zeit für sich brauchte, um nicht komplett zu ersticken. Selbst die Zeit wurde dabei zur Nebensächlichkeit und eh er sich versah war er schon wieder fast zu spät für seine Runden mit Hermine.

„Lass gut sein," sagte Ron als sie sich umzogen. „Ich übernehm schon."

„Danke," sagte Harry. Sein Freund klopfte ihm auf die Schulter und verschwand eilig mit dem Hemd falsch herum angezogen. Höchstwahrscheinlich um schneller bei Hermine zu sein, damit sie einem nicht wieder den Kopf für die Verspätung abriss. Harry nahm sich Zeit, um sich in Ruhe umzuziehen und die Umkleidekabine zu verlassen. Er war gerade erst aus der Tür geschritten, da stoppte er vor der blonden Hexe direkt vor ihm.

Elle Vinegar lächelte wie auch schon am Abend als er sie kennengelernt hatte. Freundlich und als ob die beiden sehr dicke Freunde waren und sie nur darauf wartete, dass er sie umarmte oder so was.

„Hallo?" fing er stattdessen verwirrt an.

„Hallo, Harry," erwiderte sie höflich... Er sah sie erwartungsvoll an, aber das hinderte sie offenbar nicht daran dasselbe zu tun. Was folgte war äußerst peinliche Stille. Er räusperte sich auffällig.

„Kann ich etwas für Sie tun?" fragte er schließlich. Er konnte sich nicht an ihr vorbei quetschen und sie einfach zur Seite stoßen wollte er auch nicht. Vinegar war ja nicht aufdringlich oder nervte ihn irgendwie. Ihre Art war nur gewöhnungsbedürftig.

„Ich war spazieren," sagte sie verträumt. „Irgendwie hatte ich das Gefühl es ist gut, wenn ich hier entlang gehe und tatsächlich. Es hat mich hier her zu dir geführt. Wir treffen uns. Ich ahnte, dass wir uns noch mal begegnen würden."

„Err – okay..." sagte er vorsichtig. Kam noch mehr? Offenbar nicht, denn Elle fuhr fort ihn lediglich anzulächeln. War er nun etwa dran etwas von sich zu geben? Offenbar...

„Wollten Sie über etwas bestimmtes mit mir reden?"

„Nö," antwortete sie fröhlich. Wieder nichts und diesmal konnte sich Harry eine schiefe Grimasse nicht verkneifen.

„Dann... kann ich?" Er deutete ihr an, dass er heraustreten wollte und hoffte inständig, dass sie ihm das nicht unnötig schwerer machte. Er war sich nicht sicher, ob er dieses Mal die Geduld noch dazu aufbringen hätte können. Glücklicherweise stand Vinegar nicht auf dem Schlauch und trat einen Schritt zur Seite, um ihn durchzulassen. Dummerweise ging sie mit ihm mit und nun schritten beide in unangenehmer Stille Seite an Seite das Feld zum Schloss hinauf. So toll ihm das Training mit Ron gerade getan hatte, Vinegar war dabei ihn wieder zu ersticken.

„Ich wollte, weißt du," sagte sie plötzlich bevor sie zurück ins Schloss traten und Harry sah sie verwundert an. Er hatte nicht mehr damit gerechnet, dass die Frau tatsächlich noch mal auf den Punkt kam und so blieben sie mitten auf dem Feld stehen. Sie sah ihn jedoch nicht mehr höflich und freundlich an, ihr Ausdruck hatte mehr etwas von Schuld und Last.

„Vor 16 Jahren wollte ich wirklich dem Orden beitreten und helfen. Lilli und James waren... so gut zu mir und ich mochte sie beide. Ich vertraute ihnen beiden. Lilli und Ich wären bestimmt gute Freundinnen geworden... Ich hatte wirklich jede Intention dazu. Es war nicht nur leeres Gerede..."

Harry fühlte sich von ihren Worten förmlich überrumpelt und brauchte ein Moment, um nachzukommen und zu verstehen, wovon sie hier eigentlich sprach.

„Aber... Da war diese Dunkelheit, die sie beide umgab. Diese Gefahr, die stärker geworden war als beim ersten Mal als ich sie traf. Ich konnte fühlen, dass ich helfen konnte und dass es gut werden kann, wenn ich das tue. Aber da war meine Tochter und ich... diese Gefahr, die deine Eltern umgab, ich konnte förmlich sehen, wie sie sich auf meine Tochter ausbreitete. Ich bekam Angst... Und tauchte nicht mehr auf."

Sie atmete tief durch und blickte traurig zu Boden.

„Ich wusste, dass es deinen Eltern das Leben kosten könnte, aber ich wollte das Leben meiner Kleinen nicht aufs Spiel setzen. Was für ein Fehler ich begangen habe, bemerkte ich noch in derselben Nacht als sie starben. Die Gefahr lauerte immer noch auf der Welt und sie spreizte ihre Hand weiterhin nach meiner Tochter aus.

Stattdessen war das Licht weg. Nicht weg weg, aber es war nicht mehr fühlbar. Da verstand ich, was ich getan hatte."

Elle sah wieder auf und erneut blickte er in tief schuldbewusste Augen.

„Ich hätte ihren Tod verhindern können. Deine Eltern hätten an diesem Abend nicht sterben müssen, aber ich war so feige. All die letzten Jahre lungerte diese Gefahr weiterhin über die Zaubererwelt, aber kaum jemand nahm sie wahr. Es war... frustrierend in diesem gespielten Frieden zu leben und diese Dunkelheit wahrzunehmen, die niemand anderes zu sehen schien... und nun versucht es meine Tochter erneut zu verschlingeln.

Das Leben meiner Tochter ist in Gefahr. Um ihr Leben nach dem Tod deiner Eltern zu schützen hatte ich sie Shajillé überlassen und obwohl mir das Herz blutete – habe ich mich von ihr ferngehalten. Aber die Gefahr, die sie ergreifen wollte, entfernte sich damals als ich sie weg gab und das war der Grund, warum ich es all die Jahre überhaupt durchhielt.

Es minderte jedoch all die Jahre nicht die Schuldgefühle, die ich empfand. Ich werde nie das Gesicht deiner Mutter vergessen als ich sagte, ich würde helfen und wie enttäuscht sie gewesen sein musste, als ich einfach nicht auftauchte. Sie und dein Vater hatten diese Art an sich miteinander zu streiten und dennoch wusste jeder, dass sie einander liebten.

Ich war.. feige und egoistisch und nun habe ich Angst, dass ich mein Fehler bezahlen werde."

Er sah sie unsicher an als Elle niedergeschlagen lächelte, verzweifelt in dem Versuch ihre Angst nicht in Tränen zu zeigen.

„Harry, seit einigen Monaten spüre ich, dass diese Gefahr meine Tochter erfasst hat. Deswegen hab ich meine eigenen Leute verlassen, um sie und Shajillé zu finden. Wir sind uns einig, dass der einzige Weg, ihr Leben zu schützen, der ist, dir zu helfen, diese Dunkelheit zu besiegen.

Ich habe deine Eltern sterben lassen und es tut mir wirklich unendlich leid. Bitte glaube mir, wenn ich sage, dass ich es noch am selben Abend bereute als sie starben und wenn ich das ungeschehen machte könnte, ich es auch tun würde."

„Wie?" fragte er sehr zu ihrer Überraschung. Sie hatte offensichtlich mit dieser Frage nicht gerechnet. „Ich mein... Wie hätten sie den Tod meiner Eltern verhindern können? Voldemort hat sie an dem Abend getötet und sie waren durch den Fidelius Zauber geschützt. Pettigrew hatte sie verraten. Wie hätten Sie das verhindern können?"

„Ich bin eine Dhschoara," sagte sie gebrochen. „Wir fühlen intensiver, nehmen Zeichen im Gesicht unseres Gegenübers wahr, dass andere nicht mal sehen. Ich fühlte, dass deine Eltern in Gefahr waren und ich fühlte, dass ich mit ihnen gegen diese Gefahr stehen sollte. Aber genauso spürte ich, was ich aufs Spiel setzte und ich konnte das nicht. Ich konnte nicht das Leben meiner Tochter aufs Spiel setzen. Du verstehst es vielleicht nicht aber... meine Tochter war einfach alles für mich.

Wenn ich geblieben wäre, hätte ich es Pettigrew vielleicht angesehen. Ich habe ihn nie getroffen. Hätte ich, hätte ich diese Gefahr erkannt und deine Eltern gewarnt. Deine Eltern hätten an diesem Abend nicht sterben müssen. Vielleicht hätte ich auch Anna retten können. Ich sah, dass etwas bei ihr passieren würde, aber ich konnte es nicht richtig deuten. Ich war zu durcheinander, um etwas zu tun... Wie erwähnt... ich war feige."

„Warum sagen Sie mir das ausgerechnet jetzt?" fragte Harry. Es spielte keine Rolle ob er ihr glaubte oder nicht, auch wenn sich durchaus ein Groll in ihm entwickelte, wenn es der Wahrheit entsprach.

„Weil das Leben meiner Tochter an einem seidenen Faden hängt."

Harry sah sie misstrauisch an und noch hatte er nicht entschieden, wie er zu ihren Worten stand.

„Ich kann es nicht richtig deuten, was passieren wird. Ich fühle es, aber es ist nicht klar, sondern verwirrend. Ich glaube diese Gefahr, die deinen Vater umgab, ist die Person, nach der Professor White sucht. Und sie wird diese nur finden, wenn sie mit dir gesprochen hat. Das kann ich fühlen."

„Tja, das würde ich gern," sagte er sarkastisch. „Wenn sie denn hier wäre."

„Nein, Harry," sagte Vinegar und blickte den jungen Schüler eindringlich und mit flehenden Augen an. „Du musst wirklich mit ihr reden."

Sie hatte ihn erneut eindringlich angesehen, doch Harry hatte weder zugesagt, es zu tun, noch wirklich reagiert. Elle versuchte zu lächeln, auch wenn es sehr bedrückt herauskam, dann verließ sie ihn und ging wieder auf das Feld zurück von dem sie gekommen waren. Er blickte ihr eine Weile lang hinterher und bemerkte durchaus, dass ihre Haltung sehr niedergeschlagen war.

Obwohl er Sympathie für sie empfand, weil er Lyssa eigentlich gern hatte, spürte er dennoch Zweifel in sich. Womöglich lag das auch daran, dass sie sich selbst die Schuld am Tod seiner Eltern gab und in diesem Punkt war er sehr empfindlich. Er gab Sirius keine Schuld, er gab auch Professor White keine Schuld an ihrem Tod, aber er gab sie Pettigrew, weil der seine Eltern verraten hatte und es Voldemort so ermöglichte sie zu töten. Er gab sie auch Snape, weil dieser Voldemort erst auf die Spur seiner Eltern brachte und dieser sie deswegen töten wollte. Und nun gab er sie auch Elle Vinegar, weil sie ihren Tod in Kauf nahm, obwohl sie es hätte verhindern können.


Irgendwie war ihm klar, dass White auch an diesem Abend nicht in Hogwarts auftauchen würde. Und es half nichts, dass er mürrisch feststellte, dass er wieder zu White statt Anna zurückgekehrt war. Die Woche zog sich hin ohne dass Professor White, Remus oder Sirius je auf der Karte erschienen waren. Nicht, wenn er ein Blick drauf warf jedenfalls. So ging er in den Unterricht, schrieb seine Essays und machte seine Hausaufgaben, seine Runden mit Hermine und Quidditch Training mit seinem Team, um sich auf das letzte Spiel vorzubereiten.

„Harry!" Brian hatte ihn gerufen als er mit Ron, Hermine und Ginny gerade auf dem Weg zu Verwandlung ging. Sie blieben stehen bis der Freund aufgeholt hatte.

„Ich hab einen Weg gefunden -" begann er eilig und senkte die Stimme, so dass nur die kleine Gruppe es hören konnte. „Den Horkrux zu finden."

„Wie?" fragte Harry sofort, achtlos der Tatsache, dass um sie herum immer noch andere Schüler standen oder an ihnen vorbei gingen. Hermine, Ron und Ginny achteten dafür um so intensiver darauf die beiden vor neugierigen Lauschern abzuschirmen.

„Erklär ich dir später. Machen wir uns lieber auf den Weg ihn zu finden und zu zerstören."

„Wann?!"

„Jetzt."

„Jetzt?!" kam es von allen gleichzeitig und jeder der Freunde starrte Brian erschrocken an.

„Ich weiß nicht wie lange der Zauber noch anhält und auch nicht, ob er ein zweites Mal anschlägt. Entweder wir brechen sofort auf und folgen der Beschwörung trotz der Gefahr verfolgt zu werden oder gar aufzufliegen oder riskieren es die Spur dieses Mal zu verlieren und hoffen, dass es das zweite Mal funktioniert, wenn wir genug Hilfe haben. Ich würde das nicht tun, denn ich bezweifle sehr stark, dass es noch mal funktioniert und wenn dieser Arsch gar nicht weiß, dass wir wissen, wo das Teil steckt, könnte es nicht mal schwer werden es zu beschaffen."

„Aber -" sagte Hermine und hatte ebenfalls alle anderen um sich herum vergessen als sie sich mit eindringlichem Blick an Harry wandte.

„Was, wenn etwas passiert? Solltet ihr nicht vorher Professor White oder jemandem Bescheid geben?"

„Die sind nicht erreichbar," drängte Brian. „Hab ich schon versucht."

Harry hatte sich bereits entschieden, bevor Hermine überhaupt an sein Gewissen appellieren konnte. Er wandte sich Ginny zu und lächelte so zuversichtlich wie es ging.

„Bleib hier und sobald jemand von ihnen auftaucht, sag ihnen Bescheid."

„Du willst wirklich gehen?" fiel Ginny ihm jedoch ins Wort und hatte sofort ihre Hand in seinen Ärmel gekrallt, um ihn am gehen zu hindern. Harry aber nickte entschlossen.

„Ja, jetzt oder nie," sagte er fest und wandte sich Hermine und Ron zu.

„Ich erwarte nicht, dass ihr mitkommt, aber falls doch -"

„Spinnst du?" brach Ron sofort los. „Natürlich kommen wir mit, Mann!"

Hermine wirkte weniger sicher als sein bester Freund, nickte dann aber ebenfalls.

„Okay. Gehen wir," sagte sie sichtlich mit banger Miene.

Brian nickte und schritt ihnen voraus. Ginny sah ihnen mit tief besorgter Miene hinterher. Unweit von ihr entfernt stand auch Elle Vinegar unscheinbar hinter einer Säule und blickte der Gruppe ebenfalls verzweifelt nach. Eine Träne rollte über ihre Wange als sie sich förmlich an die Säule klammerte.

„Wieso ist es so viel stärker als ich? Wieso rennst du genau in die Gefahr hinein, vor die ich dich warne, Harry? Wenn du verlierst, verlieren wir alle..."