Plopp. Hier bin ich wieder XD Sehr spät, ich weiß, aber diese Jobsuche - Bewerbungdingens ist zeitraubender als gedacht. Mir fehlen dann auch die Nerven mich auf etwas anderes zu konzentrieren als wie stelle ich mich im Bewerbungsgespräch gut da. Nun kehrte etwas Ruhe ein und ich konnte das Kapitel zu Ende schreiben. Hier ischt esch XD
Reviews:
Mannequin: Huhu =)
Hui, kommt mir das nun lang her vor. Aber die letzten Wochen waren irgendwie übel. Hatte zwei Vorstellungsgespräche und nun warte ich ab, bis sie alle anderen Bewerber gesprochen haben. Müsste Ende dieser Woche sein.
Oh je, Volkswirtschaftslehre? Versteh seinen Bammel in dem Fall. Hoffentlich hat er sich jetzt schon gute Verbindungen aufgebaut. Ich bereu's, dass ich es nicht schon im Studium gemacht habe, denn das macht das Bewerben später schon sehr viel schwieriger, egal wie gut deine Noten sind.
Ich wollte ja ursprünglich in den IT Bereich wechseln, weil sich als Wima einfach nichts ergab, worin ich mich sah. Hatte nun aber doch 2 Bewerbungsgespräche in unterschiedlichen Unternehmen bekommen, wobei beim ersten das schon nach hinten los ging. Ich mein, ich wollte die Stelle und sie hörte sich super an, aber als mein Gegenüber dann sagte, ich würde von 8 Uhr früh bis 19 Uhr Abends arbeiten, gingen bei mir die Alarmglocken an. Ich hoffe gerade eher auf das zweite Gespräch, denn das war wesentlich angenehmer. Die Vorgesetzten hatten aber auch weniger nen Stock im Hintern. War witzig, denn während das erste Gespräch mit zwei Personen ablief, die eher wie sehr strenge, Anzugträger wirkten, war das zweite Gespräch mit drei Personen, die eher den Eindruck von wissenschaftlichen Mitarbeitern zu Unizeiten bei einer Weihnachtsfeier machten. Arbeit und Zeit klangen auch besser. Na ja, jetzt mal abwarten und Tee trinken. Kann gut sein, dass beides nichts wird, aber dann ändere ich mich wirklich in die IT Richtung.
Wie geht es dir mit dem Heuschnupfen gerade? Letzten Mittwoch war es bei mir auch richtig übel und ich bin froh, dass Bewerbungsgespräch ein Tag vorher gehabt zu haben, denn wenn sie mich so kennengelernt hätten mit der laufenden Nase, roten Augen und ständigem Niesen XD Da hätte ich mir keine Hoffnungen mehr machen können. Diese Woche wird es ja auch wieder kühler.
Uih süß =) Und lieb von ihnen. Wie läuft es jetzt mit den beiden? Vertragen sie sich gut? Oder zerkleinern sie dir stattdessen die Wohnung? XD Lässt du sie schon raus oder wartest noch etwas ab? Meine Nachbarin wollte ihre Katze auch raus lassen, aber auch beibringen, nicht so weit vom Haus zu laufen und lässt sie grad nur mit der Leine raus. Sieht witzig aus XD Haben ja normal nur Hunde. Ich bin gespannt, ob sie es schafft und ihre Katze wirklich nur um das Haus herum läuft. Thiago und Milla, klingt gut =) Warum nicht gleich James? XD Wie kamst du auf die beiden Namen?
Warum Anna Voldemort in Hogwarts hereingelassen hat wird noch geklärt werden. Sie geht schon sehr anders als Dumbledore vor, aber das muss sie auch, denn sie ist leider nicht Dumbledore und Voldemort fürchtet sie auch nicht, so wie er Dumbledore fürchtete. Sie braucht also einige Druckmittel, um ihn davon abzuhalten sie alle zu überrennen.
Hehe, yap hat Anna immer genervt, dass Dumbledore abhaute, wenn man ihn brauchte. Heißt aber nicht, dass sie es jetzt nicht versteht, warum er das tat. Und sie hat auch wirklich ein Grund ^^ Tonks kriegt gerade den kleinen Teddy Lupin und da Sirius und sie die einzigen engen Freunde von Remus aus Kindheitstagen sind, sollen sie natürlich auch bei ihm sein.
Sagen wir's mal so. Es gibt zwei Reaktionen von Anna, was passieren kann. Entweder Augenrollen und den Kopf gegen die Wand schlagen, weil Harry es nicht sein lassen kann sich wie James zu verhalten, oder ein Stöhnen und das Gesicht hinter der Hand verstecken, damit keiner mitkriegt, dass sie ernsthaft mit den Gedanken spielt einfach wieder unterzutauchen, weil Harry schlimmer als sein Vater ist und sie in den Wahnsinn treibt. XD
Thx fürs liebe Review. Liebe Grüßle
Chapter 46 – The Brian-Jilli-matter I - Brian
Harry hatte nur noch schnell den Tarnumhang eingepackt für alle Fälle, dann brach er mit Brian, Hermine und Ron auf. Da jeder von ihnen dazu fähig war zu apparieren, taten sie dies auch. Sie reisten zuerst durch den Kamin in White's Büro in eines der Verstecke des Orden und von dort aus in kleineren Zügen von Ort zu Ort. So oft zu apparieren war anstrengend für Hermine, Harry und Ron, die das selten taten und so war Brian damit einverstanden eine Pause in in einem verlassenen Muggelhaus einzulegen.
„Kriegen wir dafür nicht Riesen Ärger?" warf Hermine eigentlich berechtigt ein, aber Brian verwarf ihre Bedenken.
„Wir ruhen uns nur aus und fressen ihnen nicht den Kühlschrank leer. Mit Harry im Schlepptau ist es nicht leicht sich unerkannt in Zauberergegenden zu bewegen ohne, dass Der-der-das-nicht-mitkriegen-soll das mitkriegt.
Wir sind sicherer, wenn wir uns in der Muggelwelt bewegen und zwar so unauffällig wie möglich. Nun, mein Adoptivvater ist ein Muggel, Hermine's Eltern sind Muggel, Harry's Tante und Onkel sind Muggel – Wir werden wenig Probleme haben uns wie Muggel zu benehmen."
Sein Blick fiel auf Ron, der verwundert zurückzuckte.
„Hey! Ich weiß, wie man sich wie ein Muggel benimmt!" sagte er fest.
„Das will ich doch hoffen," erwiderte Brian amüsiert. „Benutzt nur kein Telefon, dann fällt es vielleicht nicht auf."
Er machte sich daran etwas aus dem Kühlschrank zu holen, damit sie etwas Proviant zu sich nahmen.
„Das ist stehlen!" sagte Hermine entrüstet.
„Die werden gar nicht merken, dass etwas fehlt," entgegnete der Freund jedoch schlicht. „Und ich lass Geld da. Also keine Sorge – Muggelgeld! Keine Galleonen."
Obwohl Hermine eine Schnute zog und sichtlich unzufrieden aussah, schien sie dennoch nicht weiter Einwände einbringen zu wollen. Harry gab sich mit der Situation zufrieden, wusste schließlich, dass Brian oft Aufträge für den Orden erledigte und er dies wohl auch nicht zum ersten Mal auf diese Weise ausführte.
„Was ist das für ein Zauber?" fragte Harry nachdem er einen Schluck aus der Flasche Wasser nahm. Sie waren so abrupt aufgebrochen, dass kaum Zeit zum fragen war bis jetzt. „Um diesen Stein zu finden, mein ich."
„Stein?" fragte Hermine verwirrt.
„Der gesuchte Horkrux," antwortete er kurz, wandte sich aber mit auffordernder Miene dem Freund zu. „Also?"
„Hab ich aus einem Lehrbuch, dass mir Dumbledore zum 17. Geburtstag geschenkt hat. War ziemlich kompliziert, aber machbar. Ich hab ne Verbindung zu dem Stein aufgebaut und daher kann ich mich durch apparieren nähern.
Ist ursprünglich dazu gedacht etwas wiederzufinden, was man irgendwo auf der Welt verloren hat. Ging hier auch nur, weil ich die Erinnerung von dir hatte, Harry. Weiß insofern nicht, ob es ein zweites Mal noch mal funktioniert hätte. Diese Zauber sind eigentlich nicht dafür gedacht, öfters ausgeführt zu werden. Normalerweise findet man das, was man verloren hat, mit diesem Zauber auch auf Anhieb."
„Du weißt also gar nicht, wohin wir apparieren?" fragte Hermine ungläubig. „
„Nope."
„Ist das dein ernst?!"
„Immer."
„Wir könnten wer weiß wo landen!"
„Ja."
„Was, wenn das ein Versteck, überfüllt mit Todessern ist?!"
„In dem Fall brechen wir ein, sagen Ätsch-Bätsch und lassen uns schließlich von ihnen jagen, gefangen nehmen und töten. Vergiss nicht dein Testament vorher zu schreiben."
„Brian!" rief Hermine entsetzt, aber Harry rollte nur die Augen angesichts des gespielt ernsten Gesichts des Zauberers. Brauchte kein Wahrsager, um zu wissen, wie wenig ernst er das meinte.
„Ein Schritt nach dem anderen," sagte er schließlich ohne Hermine noch mal auf den Arm zu nehmen. „Sollten wir auf ein Versteck voller Todesser stoßen, finden wir entweder einen Weg unbemerkt hinein, krallen uns das Teil, und kommen wieder hinaus. Oder wir reisen, hoffentlich unbemerkt, wieder ab, wenden uns an Professor White, dass dort der Horkrux ist, und kommen ein anderes Mal wieder.
Wichtig ist jetzt erst mal, dass wir wissen, wo das Teil ist."
„Was ist das Teil?" fragte Ron.
„Ein sehr magischer Stein von White Sea. Ein Alexandrit."
„Was ist ein Alexandrit?"
„Ein sehr magischer Stein von White Sea," wiederholte Brian schmunzelnd. Nun sahen ihn sowohl Ron, als auch Harry und Hermine dämlich an und der Freund lachte bellend auf.
„Das wird nie langweilig," kommentierte er lachend und klopfte Ron versöhnlich auf die Schulter.
„Ein Alexandrit ist ähnlich eines Diamanten, nur leuchtet er weich in weiteren Farben. Aber äußerlich kann man ihn wohl am ehesten noch mit einem Diamanten vergleichen. Wenn wir also suchen – sucht nach etwas, das aussieht wie ein Diamant. Ist nicht groß. Knapp nen Daumengroß - Bessere Antwort?" setzte er mit amüsiertem Blick an Hermine hinzu, welche kurz rot wurde, dann aber nickte. Brian lachte aufs Neue bellend und legte sich gemütlich sehr lässig auf die Couch.
„Solltet ihr auch tun. Ein Alarm wird uns warnen, falls die Besitzer zurückkommen und dann müssen wir in 2 Minuten aufgebrochen sein. Nutzt die Zeit, um ein Nickerchen zu machen."
„Nickerchen?" wiederholte Hermine ungläubig. „Wir hätten jetzt eigentlich Unterricht! Es ist Nachmittags."
„Chrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz."
„Brian?"
„Chrrrrrrrrrrrrrrrrrrrzzzzzzzzzzzzzzzzzz."
Harry und Ron zuckten unschuldig die Schultern als Hermine sie mit irrem Blick fragte, ob das sein ernst war. Dann legten auch sie sich auf jeweils eine Couch nieder und versuchten sich auszuruhen. Hermine schien zwar beleidigt zu sein, dennoch setzte sie sich auf die freie Couch und versuchte sich ebenfalls so gut es ging zu entspannen und nicht die Spaßbremse zu sein. Bran grinste.
„Das macht Jilli auch immer."
„Was?" fragte sie mit verengten Augen und auch Harry wurde hellhörig.
„Widerwillig schmollen, wenn ihr etwas nicht passt, sie das aber hinnehmen muss."
Da weder Hermine etwas dazu sagte, noch Harry, und Brian viel zu entspannt auf der Couch lag und daher auch nicht aussah als ob er großartig Lust zum reden hatte, blieb es einfach totenstill zwischen ihnen allen.
Vor etwas mehr als 3 Jahren
„Die Weltmeisterschaft!" Charlie Weasley war vollkommen aus dem Häuschen und zappelte aufgeregt hin und her. Brian und Bill standen mit ihm in der Küche im Fuchsbau, jeder von ihnen eine Flasche Butterbier in der Hand, aber keiner der beiden teilte wirklich den Enthusiasmus des Zauberers.
„Das wird echt heftig! Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, dass die Quidditch Weltmeisterschaft in England stattfand!"
Brian und Bill grinsten, kommentiert hatten sie die Aussage nicht. Charlie brauchte nicht lang, um zu verstehen, was die Gesichter sollten und zog eine Grimasse.
„Schon klar, zu viel des Guten."
„Neeeeeeeeeeeeeein," machten die beiden Jungs gespielt entrüstet, aber dafür pfefferte er ihnen herumliegende Pommes Frites ins Gesicht. Alle drei lachten als Mrs Weasley hereinstürmte, vor ihnen zum stehen kam und rügend den Kopf schüttelte.
„Mit Essen spielt man nicht!" donnerte sie sehr ernst.
„Ja, Mum," grinste Charlie, da Brian und Bill immer noch Mühe hatten das dreckige Grinsen abzuschrauben.
„Brian, Schätzchen. Bist du sicher, dass du nicht bleiben und dir mit uns die Spiele ansehen willst? Harry wird auch da sein. Zumindest hat Arthur vor ihn abzuholen."
„Hab leider zu tun," sagte er mit einem warmen Lächeln. Mrs Weasley drückte ihm fürsorglich die Schulter und blickte ihn sehr mütterlich an.
„Noch kannst du es dir überlegen. Unser Zelt bietet für dich immer ein Platz."
„Danke, Molly."
Sie streckte sich auf Zehenspitzen, drückte ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn und verließ dann wieder die Küche, um die drei Jungs erneut unter sich zu lassen.
„Kommt Jimá eigentlich?" fragte Bill. Während Charlie rot anlief, wurde Brian neugierig und verzog interessiert die linke Augenbraue.
„Jimá?" wiederholte er vielsagend. „Klingt..." Brian schien angestrengt nach einem Adjektiv nachzudenken und dann - „männlich."
„Jimá ist kein Mann," entgegnete Charlie lachend. „Sie ist meine beste Freundin."
„Du hast eine beste Freundin?!" fragte Brian verblüfft und die Überraschung war diesmal ganz und gar ehrlich gemeint. „Da kenn ich dich seit einer Ewigkeit und hatte keine Ahnung von einer besten Freundin?"
Charlie strahlte förmlich vor Freude.
„Seit dem Sandkasten," sagte er mit breitem Lächeln. „Lebt aber nicht hier und ging auch nie nach Hogwarts."
„Und ihr seid trotzdem beste Freunde?"
„Eulenpost," war die kurze Antwort. Charlie kramte ein Bild aus seiner Brieftasche heraus und reichte sie Brian rüber. Auf dem schwarz-weiß Bild war er mit einer traurig lächelnden, jungen Hexe etwa im gleichen Alter. „Hab es gemacht als ich vor einiger Zeit bei ihr war."
„Hübsch," sagte Brian flüchtig, obwohl ihm klar war wie sehr er seine Meinung gerade untertrieb. Enthusiasmus gehörte jedoch nicht wirklich zu seinen prägenden Eigenschaften. „So wie du allerdings guggst, ist das mehr als gute Freundschaft."
Charlie lief rot an und lachte traurig auf.
„In meinen Träumen," sagte er frustriert. „Jimá spielt ne ganze Liga über mir. Da muss schon einiges passieren, damit jemand wie sie sich auf jemanden wie mich einlässt."
Brian lachte spöttisch.
„Wieso? Reiche Französin mit mächtig viel Asche sucht genauso reichen Macker mit Stock im Arsch?"
Bill und Brian lachten, aber Charlie stieg nicht mit ein. Stattdessen vertiefte er sich betrübt in das Bild von ihm und Jilli und verbesserte den Freund mit einem sehnsüchtigen Seufzer.
„Jimá ist einzigartig, Brian. Sie ist warmherzig, gefühlvoll, hat einen genialen Sinn für Humor und das alles trotz dessen, dass ihre Eltern ermordet wurden. Es ist eigentlich unmöglich sie nicht zu mögen, wenn man sie trifft. Es ist sogar unmöglich sich nicht zumindest ein klein wenig in sie zu verknallen, wenn man sie trifft."
„Aber?"
„Schwer von der besten Freund Schiene wegzukommen und -" Er nahm einen kräftigen Schluck aus seiner Flasche. „Ich bin nicht ihr Typ."
Brian blickte Charlie besorgt an während Bill seinem Bruder Mutmachend die Schulter drückte. Damals hatte sich Brian eigentlich keine Gedanken mehr um Jilli gemacht und die drei verfielen sehr schnell wieder in der Quidditch Euphorie, die den Freund gut abzulenken schien. Dass er Jilli nur wenige Zeit später kennenlernen würde, daran hatte Brian nicht den Hauch eines Gedanken verschwendet.
Er stand Jilli zum ersten Mal ein knappes Jahr später gegenüber. Dumbledore hatte ihn sprechen wollen ohne wirklich mitgeteilt zu haben, worum es ging. Alles was auf der Hand lag war, dass es sich um einen Auftrag für den Orden des Phönix handelte, dem er seit kurzen angehörte. Brian reiste zu einem Haus, das Dumbledore als Treffpunkt wählte.
Er stieg aus dem Kamin und trat in das leere Versteck. Es verwunderte ihn, zumal er zumindest Dumbledore hier erwartet hatte, aber offenbar war Brian der Erste am Treffpunkt. Er sah sich um, entdeckte die Tür zur Küche und beschloss sich etwas zum Trinken zu holen. Warten wäre sonst zu langweilig geworden, wenn man ohne etwas in der Hand Löcher in der Luft produzierte. Brian fuhr mit der Hand aus, um die Tür zu öffnen, da schwang sie in seine Richtung auf und nach einem lauten, heftigen Knall durch die Tür an seinen Kopf, sah er nur noch Sterne.
Jilli schlug entsetzt ihre Hand auf den Mund und quietschte erschrocken. Brian torkelte und wäre zusätzlich gegen die Wand gekracht, wenn Jilli ihn nicht festgehalten hätte.
„Das tut mir ja... sooooo... leid..." sagte sie peinlich berührt. Sie führte ihn auf die Couch und durch langsam blinzeln bekam Brian auch endlich wieder die Sicht zurück. Das und richtig üble Kopfschmerzen.
„Ow," stöhnte er entnervt auf als ihm auffiel, wer sich hier mit ihm befand.
Da saß sie. Ihm direkt gegenüber. Die junge Hexe mit den rotbraunen Haaren und den Haselnussbraunen Augen und er hatte keine Sekunde gebraucht, um sie aus dem Bild von Charlie wiederzuerkennen. So sah sie also in echt aus. Er hätte nicht gedacht, dass es noch hübscher ging. Sie war tatsächlich so hübsch, dass es weh tat... Oder der Schmerz kam von der Beule an seiner Stirn, die er auch ihr zu verdanken hatte.
„Darf ich?" fragte sie vorsichtig und hatte ihren Zauberstab herausgeholt. Brian nickte in Gedanken versunken, konnte er für diesen einen Moment doch nicht anders als sich von ihrer Anwesenheit faszinieren zu lassen. Nun verstand er auch, warum Charlie sie so gerne hatte und was er damit meinte als er sagte, es wäre unmöglich sich nicht ein wenig in sie zu verlieben. Er konnte sich an keine Situation oder andere Person erinnern, die es schaffte, dass sein Herz für einen Schlag beim ersten Blick aussetzte.
Der Heilzauber wirkte, wenn auch etwas langsam.
„Ich habe nicht gehört, dass jemand angekommen ist," versuchte sie sich zu erklären, biss sich aber gleichzeitig auf die Lippen als er auf einmal seine Augen zusammenkniff, um das schmerzhafte pochen an seiner Stirn auszuhalten. Die Wirkung ihres Heilzaubers war irgendwie verpufft und die Kopfschmerzen hatten sich mit einem Schlag sogar verstärkt.
„Ich nehm an," erwiderte Brian nachdem er einmal tief durchatmete. Nun war er auch wieder im Stande normal zu lächeln und sich von ihrer fesselnden Ausstrahlung loszureißen. „Silencio Zauber auf allen Räumen."
„Jiah," gab sie einsichtig zu. „Klingt verständlich. Jedenfalls. Sorry. Ich bin Jimá Sayé. Professor Dumbledore hat mich hier hergerufen."
„Brian Tonks. Nenn mich Tonks."
„Uhm, okay. Jimá Sayé."
„Hast du gerade schon gesagt," grinste er spöttisch, woraufhin sie leicht rot anlief. „Ich meinte nur... nenn mich Jimá. Wieso Tonks und nicht Brian?"
„Wieso Jimá und nicht Sayé?" entgegnete er frech, aber das heimste ihm einen schiefen Blick von ihr ein. Brian spürte sofort, dass es ihm gefiel sie herauszufordern und noch besser – sie war die Erste, die ihm ebenbürtig war. Das bemerkte er sofort weil sie nicht wie alle anderen zu kichern begann, um ihm zu gefallen.
„Okay, Tonks," sagte sie schließlich und steckte gleichzeitig ihren Zauberstab wieder ein. Er verkniff es sich ihr zu sagen, dass ihr Heilzauber verflogen war und seine Stirn nun gar schlimmer pochte.
„Ich brauch Eis," sagte er schließlich und sprang auf die Beine. „Küche?!"
Er hatte zur Tür gezeigt, die Jilli ihm gerade erst ins Gesicht geschmissen hatte. Sie nickte mit entschuldigendem Blick und so schlenderte Brian ins Nebenzimmer, öffnete den Kühlschrank, kratzte sich etwas Eis aus dem Gefrierfach ab und packte dies in einem Tuch auf seine Stirn. Er stöhnte, denn das fühlte sich entschieden besser an als der kaum spürbare Heilzauber von eben. Sie war vielleicht hübsch und vielleicht auch klug, aber ihre Magie war flach ohne Ende. Ging das überhaupt? Klug aber gleichzeitig flach in der Magie? Egal, zufrieden mit der Linderung wanderte er zurück ins andere Zimmer, nur für den Fall, dass Dumbledore jeden Moment auftauchte -
BAMM!
„OW!" brüllte Brian zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit, denn zum zweiten Mal war ihm auch die Tür ins Gesicht geschmissen worden. Wesentlich gereizter öffnete er die Tür dieses Mal in seine Richtung und erneut war es Jilli, diesmal mit beiden Händen auf dem Mund gepresst und ihre Miene war noch mal um eine Stufe schuldiger.
„Es tut mir wirklich wirklich wirklich leid," sagte sie kleinlaut.
„Hast du irgendwie ne Wahnsinns Wut in dir oder wieso hast du das Bedürfnis ständig die Tür aufzuknallen?!" bellte er mürrisch. Glücklicherweise hatte er dieses Mal das Eis bereits in der Hand und konnte es daher auch sofort auf die pochende zweite Beule drücken. Ein weibliches Kichern aus dem Zimmer hatte ihn sofort zur Seite blicken lassen und es wurde auch erst jetzt ersichtlich, dass sie nicht mehr unter sich waren.
Eine junge Hexe mit blonden, langen, lockigen Haaren stand mit ihnen im Raum und sie winkte ihm freudig zu.
„Hallo!" sagte sie überschwänglich heiter. „Kila."
„Kila?" fragte er verwirrt.
„Ich glaub, in der Tür lebt ein Holz-Schwing-Bär," sagte Kila ernst, trat zu den dreien heran und musterte die Tür interessiert. „Jimá wollte mir etwas zu Trinken holen. Sie hat die Tür kaum berührt als sie wie von nem Sturm erfasst aufflog."
„Ach ja?!" fragte Brian und zog eine schiefe Grimasse. Jilli lächelte entschuldigend, schon wieder.
„Ich hab die Tür wirklich kaum berührt," beschwichtigte sie ihn vorsichtig.
„Ah, ich habs!" rief Kila plötzlich. Sehr zu Jilli's und Brian's Verwunderung trat sie in die Küche und drückte die Tür zu. Brian und Jilli standen auf der anderen Seite und tauschten einen verwirrten Blick, doch auf seinen fragenden Ausdruck hin zuckte sie lediglich mit der Schulter. Sie hatte wirklich keine Ahnung, was die Kollegin wollte. Brian rollte mit den Augen und hatte gerade die Hand ausgefahren, um die Tür zu öffnen und nachzusehen, was Kila da drinnen trieb, da – BAMM! - Hatte er die Tür zum dritten Mal im Gesicht. Diesmal klatschte sich Jilli die Hand nicht vor den Mund, dafür fiel ihr die Kinnlade herab. Brian hingegen verengte die Augen und klatschte sich direkt den Beutel Eis auf die Stirn. Egal, an welcher Stelle die neue Beule herauskam, der Beutel bedeckte eh alle drei. Kila hingegen blinzelte verwundert.
„Oh, habs doch nicht... Tut mir leid. Ich hab wirklich gedacht, es sei die Schuld des Holz-Schwing-Bärs, aber er antwortet nicht und normalerweise antwortet er immer."
„Klar," murmelte Brian sarkastisch.
„Ah, wie ich sehe, habt ihr euch schon kennengelernt?" sagte Dumbledore. Alle drei blickten zur Seite und sahen den alten Zauberer zusammen mit einer schwarzhaarigen Hexe mit rosa Wangen vor dem Kamin stehen. Beide lächelten mild. Letztere winkte wie Kila es vorhin getan hatte.
„Hestia Jones," stellte sie sich höflich vor. „Du bist sicherlich Brian. Und ihr beide müsst Kila und Jimá sein."
„Leider falsch," spottete Brian zynisch, legte Eisbeutel beiseite und holte stattdessen seinen Zauberstab heraus. „Ich bin Jimá, das ist Kila -" er deutete auf Jilli. „Und das ist Brian." Er deutete auf Kila. Beide Hexen blinzelten verdutzt während Hestia Jones sichtlich überrascht einen Blick zu Dumbledore warf.
„Oh, entschuldige. Ich dachte, Brian wäre ein Jungenname?"
Während sich der junge Zauberer selber mit einem Heilzauber die Beulen entfernte und Jilli und Kila nach wie vor ein wenig sprachlos waren, lächelte Dumbledore und deutete seiner Kollegin mit einem milden Blick die Wahrheit. Hestia Jones verzog beleidigt eine Schnute.
Heute
Einige Stunden später war die kleine Gruppe wieder zu Fuß unterwegs und marschierten erneut durch ein kalten, schlammigen Waldweg.
„Ich dachte, wir apparieren und nehmen kein Schlammbad?!" blaffte Ron, nachdem er bis zu den Knien in einen Sumpf appariert war und Harry, Hermine und Brian ihn erst gemeinsam rausholen konnten, nachdem Letzterer seinen Lachanfall wieder in den Griff bekam, denn Ron war der Einzige von ihnen, der ausgerechnet in dem Loch landete. Alle drei anderen kamen auf festem Boden auf.
„Na ja," grinste Brian breit. „Wir -" Er deutete auf Harry, Hermine und sich selbst. „- Apparierten auch. Du nahmst ein Schlammbad. Kann es sein, dass du etwas falsch machst beim apparieren?"
„Was kann man bitte sehr falsch machen beim Apparieren?"
„Du könntest eine Augenbraue zurücklassen?" rutschte Harry heraus, denn auch er hatte ein wenig Mühe den Witz der Situation zu unterdrücken.
„Ein Bein zurücklassen?" setzte Hermine tadelnd hinzu.
„Im Sumpf aufkommen," grinste Brian und klopfte Ron auf die Schulter. „Was dachtest du wozu dieser Ziel-Wille-Bedacht-Dingsbums einem eingetrichtert wird? Dir fehlt's an Bedacht, Ron."
„Und warum wandern wir hier jetzt durch den Wald statt zu apparieren?" fragte Harry. Ron runzelte unterdessen die Stirn und zog eine schräge Grimasse, während er immer wieder Mal ein weiteres Insekt von sich wegschnipste.
„Gefühl, Harry, Gefühl. Keine Ahnung, warum der Zauber so wirkt, aber er tut's. Für jemand, der schon mal Felix Felicis gekostet hat, solltest du's besser wissen."
Er musste zugeben, dass Brian damit nicht ganz unrecht hatte, denn wenn dieser Zauber genauso wirkte, dann folgte man in der Tat einfach nur einem inneren Gefühl.
„Das heißt, wir gehen jetzt alles ab, wo dieser Alexandrit auch bereits war?" fragte Hermine verstimmt.
„Sieht so aus," antwortete Brian. „Versteh zwar nicht wieso jemand den Stein quer durch Europa schleppt, aber gut – Hauptsache, wir finden ihn am Ende."
„Wo sind wir hier überhaupt?" sagte Hermine und blickte sich suchend um. „Der Wald sieht aus wie jeder andere Wald auch. Wir könnten wer weiß wo sein!"
„Ich hab nie behauptet, dass ich genau wüsste, wo wir entlang zu gehen haben, Herm."
„Herm?" sagten alle drei gleichzeitig.
Brian zwinkerte ihr zu, doch sie verschränkte lediglich griesgrämig die Arme.
„Ich hab nachgedacht," sagte er schließlich an Harry gewandt. Hermine schien wieder müde zu sein, also stoppte er und reichte ihr eine Flasche Wasser aus seiner Tasche. Er deutete Ron an sich mit ihr auf eine etwas weniger dreckige Wiese zu setzen, damit sie eine Pause einlegen konnten.
„Danke," sagte Hermine weniger missgelaunt, dafür sichtlich erschöpft.
Brian nickte und wandte sich wieder Harry zu.
„Uhm, unter vier Augen?"
„Ich hab keinen Geheimnisse vor den beiden," sagte Harry sofort. Brian zögerte dennoch und schmunzelte amüsiert.
„Sagst du den beiden wirklich absolut alles?"
„Ja?" entgegnete Harry, denn es war eigentlich auch die Wahrheit.
„Geht um deinen Dad und den Abend an dem Voldemort ihn umbrachte."
„Okay."
„Ich hab mich ein wenig schlau gemacht – nicht über deinen Dad," setzte er mit dem Anflug eines spöttischen Grinsens hinzu. „Über Gryffindor's Magie. Gibt ja unzählige Bücher darüber. Ich bin ein wenig weiter gegangen – Hab die Umstände bedacht und – na jedenfalls war es nicht einfach das zu schlussfolgern, aber wenn ich recht habe, dann steckt hinter seinem Handeln erheblich mehr als wir ahnten. Womöglich auch mehr als Dumbledore ahnte, auch wenn ich nicht verstehe, wie er es dann überhaupt erst tun konnte."
„Und zwar?" drängte Harry nervös. Er hatte sich in der letzten Zeit selber oft genug den Kopf darüber zerbrochen und kam nie zu einem nachvollziehbaren Schluss, der die Taten seines Vaters rechtfertigen würde.
„Ist nicht weitverbreitet und ich kenn das auch nur, weil es mir ein Professor im Vertrauen erzählt hat. Okay, nicht richtig im Vertrauen. War spät Abends. Ich hab für ihn eines seiner Experimente beendet und er war so glücklich, dass es geklappt hat, dass er mich belohnen wollte.
Er war ein wenig irre und arrogant und glaubte von sich selbst Wissen zu besitzen, welches andere nicht wert waren von ihm überhaupt zu erfahren. Ich hab dem nicht unbedingt zugehört oder mir sonderlich große Gedanken gemacht. Eine Geschichte handelte davon, dass ihm ein Schrumpfmatz angefallen hat und er seitdem allergisch gegen brünette Hexen ist. Ich denk, er hat es nur mit einer Milbenallergie verwechselt.
Aber wir hatten einen guten Draht zueinander. Selbst wenn du jemanden für verrückt hältst, solltest du es ihm nicht unbedingt zeigen, Herm. Es könnte dir einiges an Weg verbauen."
Hermine lief auf der Stelle rot an und schmollte erneut. Es lag auf der Hand, dass er ihr Verhalten gegenüber Trelawney ansprach.
„Und was sagte er nun?!" fragte Harry unruhig. Brian zog kurz eine schiefe Grimasse bevor er sich Harry wieder mit ernster Miene zuwandte.
„Uhm – Nun, die Magie in einem kann in zwei Prozesse eingeteilt werden. Der eine, den man natürlich durch die Geburt bekommt. Manche bekommen es, manche nicht. Squibs tragen zum Beispiel keinerlei Magie in sich. Muggel auch nicht. Das kann durch den Menschen nicht beeinflusst werden, entscheidet die Magie selber.
Voldemort, auch wenn er sich immer damit brüstet die Magie von Slytherin zu besitzen, hat nicht wirklich die Magie von Slytherin."
Brian und Harry setzten sich zu Hermine und Ron dazu, so dass nun alle vier in einer Art Kreis saßen. Die drei Freunde hörten dem Freund gebannt zu, auch wenn zumindest in Ron's Gesicht ganz klar zu lesen war, wie schwer er sich tat zu folgen.
„Er stammt von seinem Blut ab und hat den natürlich vererbten Teil seiner Magie. Die wahre Stärke von Slytherin aber, die nahm dieser mit ins Grab. Der andere Prozess nämlich ist der Teil, den man tatsächlich weitervererben kann. Gibt mehrere Möglichkeiten und vielleicht hat Slytherin auch eins davon genutzt, aber jedes dieser Möglichkeiten vererbt es nicht zu der Reichweite, zu der es ein bestimmter Zauber tut. Ein bestimmter, den jemand wie Slytherin niemals tun würde. Und genauso wenig Voldemort. Aber nur dieser bestimmte Zauber würde die Magie eines Zauberers soweit weitervererben, dass es tatsächlich seine eigene Magie ist.
Und Gryffindor soll das laut meinem Professor getan haben. Er vererbte seine Magie durch dieses spezielle Ritual, schloss sie ein und belegte es mit diversen Zaubern, so dass nur ein würdiger Erbe diese Magie entnehmen konnte.
Und da Sirius betrunken auch so manches ausplaudert – weiß ich, dass Voldemort deinen Vater vor Jahren so was unterzogen hat, um die Magie Gryffindor's in ihm freizusetzen. Hab mit Porträt Dumbledore darüber gesprochen, um mehr zu erfahren und das erinnert mich sehr an diese Schutzzauber, von dem mein verrückter Professor sprach.
Ich bin mir fast sicher, dass dein Dad diese vererbte Magie Gryffindor's hatte, ob er das nun wusste oder nicht, weiß ich nicht. Dumbledore ebenfalls nicht.
Dieser Teil, den man auf diese spezielle Weise weitergibt, ist jedoch etwas besonderes. Laut meinem Professor, enthält er alles an Stärke und Wissen, was sich derjenige Jahrelang angeeignet hat. Falls ihr immer noch nicht versteht, was so besonderes daran sein sollte: Gryffindor war einer der vier Gründe Hogwarts und er hat das Schloss bestimmt nicht errichtet indem er mit seinen eigenen Händen ein Stein auf den anderen setzte."
„Aber James Potter ist tot," sagte Ron, woraufhin ihn alle drei verblüfft ansahen. „Ich mein ja nur... Offenbar stimmt das nicht, denn Harry's Dad hätte sonst kaum verloren, wenn er die Stärke von Gryffindor's Magie gehabt hätte, oder?"
„Es sei denn, dieser Vererbungsprozess hat etwas damit zu tun, dass sich James Potter bei seiner Ermordung nicht gewehrt hat" wandte Hermine mit vorsichtigem Blick Richtung Harry ein.
„Richtig?"
Brian zuckte mit vielsagendem Blick den Mundwinkel, wandte sich aber gleichfalls an Harry.
„Ich glaube, du hast nicht nur Gryffindor's Magie in dir, weil sein Blut durch deine Adern fließt. Ich glaube, James Potter hat dir seine Magie willentlich vererbt und wenn ich damit recht liege, dann bist du für Voldemort noch mal um ein Vielfaches gefährlicher als diesem bisher bewusst ist."
„U-und was ist das für ein Ritual?" fragte Hermine weiter. Brian pustete heiße Luft zwischen seinen halbgeschlossenen Lippen hervor.
„Willst du das echt wissen, Herm? Jetzt? Ich weiß nicht mal, ob ich noch genau weiß, wie das geht. Ist nicht so, als ob das in tausend Büchern drin stehen würde, so dass man es nachlesen kann. Ich muss mir erst mal diese Erinnerung herausnehmen und es mir noch mal selber im Denkarium ansehen."
„Warum nicht?! Ich mein, wenn das nirgendwo steht, wie soll das jemand dann überhaupt anwenden können?" fragte sie immer noch verständnislos und sichtlich aufgebracht, dass es jemand wagte etwas nicht für sie aufgeschrieben zu haben, damit sie das genau durchlesen konnte. Brian konnte sich das Grinsen einfach nicht verkneifen und so kam seine Antwort auch ein wenig sarkastischer als vielleicht beabsichtigt.
„Herm, das ist ein geheimer Zauber, kein Märchen von Beedle, dem Barden."
Sie schmollte unzufrieden.
„Hör auf mich Herm zu nennen!" sagte sie mürrisch, was ihn erneut ein Grinsen entlockte.
„Wenn es nirgendwo geschrieben steht, sondern du nur kurz davon gehört hast, kann es doch sein, dass du dich irrst? Dumbledore hätte doch etwas mitbekommen und gesagt?"
„Ich wiederhole: Das ist ein geheimer Zauber. Dumbledore glaubte womöglich, dass diese Vererbung normal durch einen der bekannten Vererbungszauber statt fand. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er von diesem speziellen Zauber weiß. Aber Hermine hat recht -" Er wandte sich wieder an Harry, der die ganze Zeit beim Schlagabtausch der beiden seine Klappe gehalten hatte. „Todsicher bin ich mir nicht. Aber das war der Schluss zu dem ich gekommen bin. Wieso sonst sollte jemand wie James Potter, der Jahrelang aktiv in einer Widerstandsgruppe gegen Voldemort kämpfte, einfach so sein Zauberstab beiseite liegen lassen und kein einziges Mal angreifen, obgleich er das könnte – sogar ohne Zauberstab. Ihn einfach vergessen oder sich töten lassen, weil man aufgegeben hat, klingt nicht sehr logisch. Nicht nach dem was man über ihn hört."
Harry nickte nachdenklich. Sein Schweigen war besorgniserregend und das fanden alle seine Freunde in diesem Moment.
„Das scheint dir nicht zu gefallen?" stellte Brian verwundert fest. „Wenn es stimmt, dann heißt es, dein Vater hat sich nicht einfach so töten lassen, Harry. Er wollte dich schützen, indem er dir seine Magie weitergibt, um Voldemort zu besiegen."
Harry seufzte und blickte betrübt auf. Er hatte das Gefühl in diesem Moment zu ersticken und fühlte sich komplett betäubt.
„Läuft immer noch auf dasselbe hinaus, nicht wahr? Meine Eltern starben, damit ich überlebe."
Ohne auf ein Wort der anderen abzuwarten, war er auf die Beine gesprungen und schritt weiter. Er ging in keine bestimmte Richtung, noch folgte er einem Gefühl, er wollte einfach nicht weiter bei seinen Freunden sein und sie sehen lassen, wie schlimm es in ihm tatsächlich aussah. In diesem Moment wollte er mit niemanden von ihnen reden, noch bei ihnen sein. Die einzige, die er in diesem Moment bei sich haben wollte, war seine Schwester, weil sie die Einzige war, die ihn verstehen würde. Seine Freunde, womöglich nicht mal Ginny, hätten es nachvollziehen können, wie es in einem aussah, wenn man nicht mit seinen Eltern aufwachsen durfte, weil ein schrecklicher, gefühlloses Wesen, das von allen anderen gefürchtet wurde, sie einem so früh so grausam wegnahm.
Die Gruppe war erneut einige Male appariert und fand sich schließlich spät in der Nacht irgendwo in Irland wieder. Sie lagen alle um ein kleines Lagerfeuer herum. Harry war ihnen dankbar, dass sie ihn nicht bedrängten oder die Sache wieder ansprachen. Bevor die Sonne aufging hatten sich Ron und Hermine noch mal eine Mütze voll Schlaf geholt. Harry lag mit offenen Augen auf seinem Platz. Schlaf war das Letzte, was er jetzt bekam. Brian hielt lange Zeit die Augen geschlossen und Harry war sich eigentlich sicher gewesen, dass der Freund ebenfalls schlief, bis er sich zur Seite rollte und zu seiner Überraschung einfach die Augen öffnete. Er war hellwach.
„Kannst nicht pennen, hm?" sagte Brian leise, nahm den Zauberstab und hatte ihn einmal sehr elegant in Richtung Ron und Hermine geschwungen. „Wir sollten die beiden nicht wecken. Die werden ihren Schlaf brauchen, wenn es hart auf hart kommt."
Er schwang sich auf und Harry tat es ihm gleich, wenn auch langsamer.
„Kannst nicht aufhören über deine Eltern zu grübeln?"
Er nickte bedrückt.
„So wie Jilli," fügte Brian schmunzelnd hinzu. „Hab etwas gebraucht, um eins und eins zusammenzuzählen. Ihr macht kein Hehl daraus wie viel euch eure Eltern bedeuten und auf welchen Scheffel ihr die beiden stellt. Das sollte dir nicht unangenehm sein, Harry. Die beiden waren außergewöhnlich gute Menschen. Jeder, der etwas anderes sagt, hat keine Augen im Kopf."
Harry's Herz machte ein kleinen Hüpfer und tatsächlich schien es sich weniger belastet zu fühlen.
„Du kanntest sie doch gar nicht?"
„Ich kenne dich, Jilli, Remus, Sirius, Dumbledore, meine Mum. Ihr könnt euch nicht alle gleichzeitig täuschen. Deine Erinnerung von ihrer Ermordung war außerdem sehr aussagekräftig. Muss sagen, dass ich davor nicht überzeugt war. Danach schon. Ich glaub, wäre er noch am Leben, wir hätten uns verstanden."
Harry lächelte traurig. Wären seine Eltern noch am Leben... Wie oft hatte er diesen Satz schon selber ausgesprochen.
„Wie hast du das mit Jilli eigentlich herausgefunden? Ich glaub nicht, dass sie dir gesagt hat, wer sie wirklich ist?"
„Nah," stimmte Brian ihm mit schelmischen Grinsen zu. „Aber ich fand sehr schnell heraus, was sie reizte. Andere bringt man mit Veritaserum zum reden. Deine Schwester hingegen hat einen Punkt dafür, den man drücken kann."
Harry blinzelte verdutzt. Meinte Brian das etwa ernst?
Knapp 2 Jahre zuvor.
Es war eine simple Aufklärungsmission. Brian, Jilli und Kila hielten sich versteckt hinter einem Hügel. Immer wieder mal blickten sie auf ein kleines Dorf in der Nähe hinab.
„Glaubt Dumbledore echt, dass hier jeden Moment Todesser einfallen?" grübelte Brian mit mürrischem Blick. „Was sollte Voldemort in einem so verschlafenen Dorf? Sonnen wohl kaum?"
„Bist du nicht mega klug?" warf Jilli amüsiert rüber. „Wenn Dumbledore glaubt, dass hier etwas passieren kann, wird er womöglich mehr wissen. Die Dinge sind nicht immer so offensichtlich, wie wir sie gerne haben wollen."
Brian schmunzelte, wenn auch beeindruckt. Jilli war für ihr Alter sehr konzentriert und gefasst bei der Sache. Kila nämlich spielte mit ihren Fingern in den Haaren und biss sich immer wieder Mal auf die Lippen. Das letzte was sie tat war aufpassen und sich auf das Dorf konzentrieren.
„Wieso bist du eigentlich so mega klug?" fragte Kila verträumt. Sie blickte dabei nämlich nicht Brian an, sondern ihre Haarsträhne, die sie um ihren Zeigefinger gewickelt hatte. „Bist du vielleicht von einer Intelligenzbestie angefallen worden?"
„Err -"
„Echt?" Sie hatte sich ihm sofort neugierig zugewandt und alles andere um sich herum vergessen. „Wow! Wie sah sie aus? Ich hab nur davon gehört, aber stand noch nie einer Intelligenzbestie gegenüber. Hat es weh getan als sie dich anfiel? Wie lange dauerte es, damit du so klug wurdest?"
„Err -" wiederholte Brian mit verwirrtem Blick zu Jilli. Diese zuckte jedoch lediglich mit mitfühlendem Blick die Schultern. Schwer zu sagen, wer ihr hier mehr leid tat. Kila oder Brian.
„Ich hab die Intelligenz von meinen Eltern geerbt," sagte er vorsichtig. Kila fiel sofort in sich zusammen und begann wieder mit ihren Haaren zu spielen.
„Ach so..." murmelte sie desinteressiert. „Also sind beide Elternteile intelligent. Verstehe. Ich kenn meine Eltern nicht. Weiß nicht, was ich von ihnen habe. Vielleicht die Haarfarbe? Jimá's Eltern waren beide bestimmt bildschön."
„Huehn?!" machte diese überrascht und hatte auch zum ersten Mal nicht mehr konzentriert in das Dorf gestarrt. Stattdessen blinzelte sie mit verdutztem Blick auf Kila, welche heiter zurückstrahlte.
„Du bist bildhübsch. Wirklich richtig richtig bildhübsch. Deine Eltern müssen Schönheitskönigin und König gewesen sein?"
„Uhm," machte Jilli überrumpelt. Brian verzog misstrauisch die Augenbraue, beobachtete beide Hexen aber interessiert.
„Oh nein! Warte! Kennst du deinen Eltern gar nicht? Ich hab dich nie gefragt, was mit ihnen war. Tut mir leid, ich wollte nicht – Das war nicht nett von mir. Tut mir leid! Wirklich! Ich kenn meine biologischen Eltern doch auch nicht."
„Ist schon okay," sagte Jilli eindringlich. Kila hätte sich sonst wohl noch stundenlang entschuldigt.
„Ich kenne meine biologischen Eltern... Sehr gut sogar."
„Oh, also doch?" sagte Kila erleichtert. Jilli lächelte traurig.
„Ja... Sie waren... Sie waren bildhübsch. Beide."
„Ein Mann der bildhübsch ist?!" warf Brian belustigt ein. Jilli biss sich unzufrieden auf die Lippen.
„Er sah gut aus," verbesserte sie ihre Worte so gefasst wie möglich, lenkte das Gespräch dann jedoch von ihren Eltern ab. Sie wollte nicht über sie reden. Es schmerzte mehr als dass es half. „Abgesehen von deiner außergewöhnlichen Intelligenz. Was hast du noch von deinen Eltern?"
Brian lachte bellend.
„Keine Ahnung. Hab meine Mum nie kennengelernt. Es heißt, ich wäre ihr sehr ähnlich."
„Nicht?" fragte Kila und wieder hatte sie aufgehört mit ihren Haaren zu spielen. „Aber ist Andromeda Tonks nicht deine Mutter?"
„Ich bin adoptiert," erklärte er mild lächelnd.
„Ich auch!" sagte Kila begeistert als wäre das etwas, worüber sie beide nun jubeln sollten. Brian lachte, hob seine Hand und ließ Kila einschlagen. Jilli war anfangs überrascht von seiner Freundlichkeit der Kollegin gegenüber, fand es dann jedoch eher sehr liebenswürdig.
„Ich kenne meine richtigen Eltern nicht. Von meiner Mutter hab ich das ein oder andere herausfinden können aber mein Vater? Null. Schon merkwürdig. Ich würde gerne wissen, wer sie waren, denn dann wüsste ich auch, was aus mir wird."
„Warum das?" fragte Brian verwirrt.
„Gene?" erklärte Kila sofort und auf einmal war sie ungewöhnlich ernst und betrübt. „Du sagtest doch gerade selbst, die Intelligenz hast du von deinen Eltern. Hast du keine Angst, dass du nicht auch schlechte Eigenschaften von ihnen annimmst? Irgendwann einmal... sehr schlechte Eigenschaften?"
„Zum Beispiel?" fragte er interessiert. Kila sah ihn kurz eingeschüchtert an, aber als klar wurde, dass Brian sie nicht verurteilte und sie auch keine Angst vor ihm zu haben brauchte, hellte sich ihr Gesicht auch wieder auf.
„Meine Mum war kein guter Mensch. Das habe ich herausgefunden. Sie hat für Ihr-wisst-schon-wer gearbeitet. Wie gesagt, ich weiß nicht, wer mein Vater war – oder ist. Ich weiß gar nichts über ihn. Ich bin lange in einem Waisenhaus aufgewachsen, bevor ich da rausgeholt wurde und in einer Zaubererfamilie unterkam. Die, die mich adoptiert haben, sind sehr gute Menschen. Auroren. Arbeiteten ihr Leben lang sehr hart und ehrlich. Ich will so sein wie sie aber... was ist, wenn mein Vater wie meine Mutter auch kein guter Mensch war? Werde ich dann auch kein guter Mensch? Meine Mum hat die dunklen Künste verehrt."
„Gute Frage," sagte Brian grübelnd. Jilli hatte die beiden beobachtet ohne sich in das Gespräch eingemischt zu haben, obgleich es durchaus erkennbar war, dass sie mit der Kollegin mitfühlte. „Ich denke, Erziehung ist wichtiger. Kinder sehen sich viel von Erwachsenen ab, erst recht, wenn sie zu ihnen aufsehen und sie gern haben. Du kanntest deine richtigen Eltern doch nicht mal also wieso solltest du das tun, was sie tun? Jetzt bist du erwachsen und kannst selbst entscheiden."
„Aber du bist doch genauso klug wie deine biologischen Eltern?"
„Das ist auch schon alles, was ich mit ihnen gemein habe. Ich bin so gar nicht wie mein biologischer Vater. Er mault immer herum, ist in sich gekehrt, verschlossen, todernst, stur und schweigsam. Alles, was ich nicht bin und an Leuten auch genauso wenig leiden kann."
„Du kennst deinen biologischen Vater?!" sagte Kila überrascht. Brian blickte spöttisch zurück.
„Hab ihn kennengelernt. Vor einiger Zeit. Er ist ein kaltherziger, mürrischer Arsch."
„Vielleicht verhält er sich nur dir gegenüber so, weil er dich gar nicht kennt," sagte Jilli plötzlich streng und sah ihn an als ob er gerade eben sie beleidigt hätte. „Du kannst nicht erwarten in seinem Leben aufzutauchen und von ihm warmherzig empfangen zu werden, wenn er gar nicht weiß, wer du bist und wenn man so viel durchgemacht hat, wie Sirius es tat, könntest du ruhig etwas mehr Verständnis zeigen. Er ist enttäuscht von der Zaubererwelt und braucht Zeit, um sich jemandem wieder zu öffnen."
„An welchem Punkt habe ich gesagt, dass Sirius mein Vater ist?"
Jilli biss sich sofort auf die Lippen und sah entsetzt zur Seite.
„Sirius Black ist dein Vater?" fragte Kila überrascht. „Das wusste ich ja gar nicht!"
„Sirius selbst auch nicht," sagte Brian, woraufhin Kila ihn argwöhnisch musterte. Sie schien sich nicht sicher zu sein, dem folgen zu können und runzelte merkwürdig die Stirn.
„Also... ist er nicht dein Vater?" fragte sie unsicher.
„Wer hat dir davon erzählt?" fragte Brian stattdessen an Jilli gewandt, die zwar jetzt wieder zu ihm zurückblickte, ihr Ausdruck jedoch war unglaublich schuldbewusst und unangenehm.
„Dum – ble – do – re," antwortete sie äußerst zaghaft und er sah ihr an der Nasenspitze an, dass dies nur die halbe Wahrheit war. „Aber du liegst mit Sirius wirklich falsch. Er ist eigentlich richtig lustig und liebenswürdig und alles andere als kaltherzig und mürrisch und ihr habt sehr vieles gemeinsam."
„So?" fragte er zweifelnd.
„Wenn ihr lacht, lacht ihr ziemlich ähnlich."
„Hmmm..." machte Kila daneben und sah aus als ob sie angestrengt sich das Bild der beiden vor Augen ausmalte. „Tatsächlich!"
„Er lacht nicht sehr oft," fuhr Jilli verteidigend fort und ging voll und ganz in ihrem Element auf. Sie war sehr sanftmütig und doch konnte man an jedem Wort ihre Entschlossenheit heraushören. „Aber Sirius hatte es wirklich nicht einfach für lange Zeit. Das mürrische, verschlossene, todernst und schweigsam... und so weiter... das ist nicht wirklich er. Sirius war früher immer... heiter. Hat oft Witze gemacht und nahm alles nicht so ernst. Ihr seid euch wirklich ähnlich... und er ist kein kaltherziger Arsch. Er hat nur verlernt glücklich zu sein.."
Brian verzog die Augenbraue und blickte Jilli kritisch an. Dann lachte er bellend.
„Sirius und du steht euch nah."
„W-Was?" stotterte sie in dem verzweifelten Versuch seine Feststellung lächerlich zu machen. „Gar nicht! Wir sind – Freunde. Er ist ein guter Mensch. Meine Eltern waren mit ihm befreundet. Er war immer für mich da, bevor sie starben..."
„So?" wiederholte Brian skeptisch. „Das bedeutet nah, Jimá. Dann kennst du meine biologische Mutter wohl auch?"
Jilli zögerte, aber ihr Gesicht sprach Bände.
„Wer ist deine biologische Mutter?" fragte Kila und blickte neugierig zwischen ihm und Jilli hin und her.
„Jemand, der tot ist," antwortete Brian, wandte sich dann aber von beiden ab und blickte zurück zum Dorf. Kila begann zu summen und wippte verspielt mit ihrem Oberkörper von einer Seite zur anderen. „Behalt es übrigens für dich, Kila. Sirius weiß es nicht."
„Hm..." summte sie verstehend. „Verstehe..."
„Das heißt trotzdem übrigens nicht, dass du nach deinen Eltern kommen musst," setzte er an die Kollegin hinzu. Jilli lief rot an als ihr bewusst wurde, was sie gerade getan hatte und wandte sich mit entschuldigender Miene an Kila.
„Nein, natürlich nicht!" stimmte sie Brian zu. „Das hab ich damit auch gar nicht sagen wollen, Kila. Man bestimmt selber, wer man ist. Ich mein, ich bin das beste Beispiel, dass man nicht wie seine Eltern ist, selbst wenn beide diese Eigenschaft haben, weißt du."
Kila stoppte und blickte Jilli neugierig an.
„Ich komm gar nicht nach meinen Eltern. Sie waren beide richtig mutig und ihre Magie war auch sehr stark. Sie konnten sich hervorragend duellieren. Meine Mutter war sogar Aurorin. Ich dagegen... schaffe nicht mal einfache Heilzauber. Meine Magie ist wirklich... kaum spürbar. Egal, wie sehr ich so sein will wie sie, aber... es soll eben nicht sein. Also – man muss nicht in jedem Punkt nach den Eltern kommen."
Das heiterte Kila tatsächlich auf und sie lächelte scheu. Obwohl Brian anfangs etwas skeptisch war, verflog es schnell nachdem er bemerkte wie dies Kila half.
„Wer waren deine Eltern?" fragte er schließlich. Jilli sah ihn einen Moment lang traurig an, dann schüttelte sie lediglich den Kopf und wandte sich wieder dem Dorf zu.
„Kennst sie eh nicht..." murmelte die junge Hexe niedergeschlagen. Obwohl beide Hexen still schwiegen und ihre Aufmerksamkeit auf das Dorf gelegt hatten, beobachtete Brian eher Jilli. Ihm kam ein Gedanke, den er einfach ausprobieren musste. Er erinnerte sich schließlich auch daran, wie allergisch sie bei ihrem ersten gemeinsamen Auftrag darauf reagiert hatte, als das arrogante Ehepaar über Harry Potter herzog.
„Schon den neuesten Artikel im Tagespropheten gelesen?"
„Welchen?" fragte Kila neugierig.
„Das Zaubereiministerium erwägt Harry Potter in die geschlossene Station einzuweisen und sein Zauberstab zu zerstören."
„WAS?!" platzte Jilli auf einmal los und hatte jegliche Ruhe verloren. „Das können die doch nicht tun! Er hat nichts getan! Was -"
Brian's breites Grinsen zeigte sofort, dass dies erfunden war und so blickte sie ihn mit verengten Augen giftig an.
„Das war nicht witzig!" zischte sie beleidigt, aber das entlockte ihm ein lautes, bellendes Lachen.
„Du bist ziemlich empfindlich, wenn es um ihn geht," stellte er amüsant fest. „Genauso, wenn es um deine eigene Familie geht."
„Empfindlich?" wiederholte sie spöttisch.
„Du gingst sofort in den Verteidigungsmodus als wir damals darüber sprachen, dass reich sein oft mit Arroganz verbunden ist."
„Das heißt nicht, dass ich empfindlich bin. Ich bin unvoreingenommen."
„Die Potters waren reich."
„Aber nicht arrogant," widersprach sie eindringlich.
„Sind die Potters deine biologischen Eltern?"
BAMM. Jilli sah aus als ob er sie mit einem Hammer erwischt hätte. Brian sah sie weiter prüfend an während Kila zusammenzuckte und wie erstarrt plötzlich auf dem Fleck stehen blieb. Jilli hatte den Mund geöffnet, um zu protestieren, zu leugnen, zu lügen... aber sie konnte es einfach nicht. Stattdessen wandte sie sich von ihm ab und fixierte ihren glasigen Blick in die Ferne zum Dorf.
„Du bist Lilli und James' Tochter?" fragte Kila überrascht. Jilli hatte auch auf die Kollegin nicht reagiert und beließ es dabei beiden den Rücken zuzukehren. Nie hatte sie auch nur geahnt wie schwer es sein würde ihre Herkunft zu verleugnen. All die letzten Jahre vergingen ohne dass sie es tun musste. Nie hatte sie bisher jemand mit Harry oder James und Lilli in Verbindung gebracht.
„James und Lilli?" fragte Brian verwundert und hatte kurz Kila angesehen, welche prompt rot anlief. „Kennst du die Potters etwa näher?"
„James gehörte zu denen, die mich aus dem Waisenhaus holten und einige Zeit auf mich aufgepasst haben. Er und Lilli waren wirklich tolle Menschen. Haben sich sehr um mich gekümmert. Jimá hat recht. Sie waren ganz und gar nicht arrogant."
Jilli spürte die sanfte Hand der Kollegin auf ihren Schultern und blickte zögerlich in ihre sensiblen Augen. Kila mag äußerlich kalt wirken, aber ihre Augen waren es nicht. Sie waren sehr gefühlvoll und liebenswürdig und in diesem Moment tat es ihr sehr gut dies zu fühlen.
„Bist du ihre Tochter?"
Jilli schluckte hart. Es war... so hart. Zu hart und sie konnte es nicht. Dumbledore sagte, sie solle es tun, Remus sagte es auch immer wieder, sie dürfe niemals zulassen, dass man eine Verbindung zwischen ihr und der Familie Potter zog, aber sie konnte ihre Herkunft nicht verleugnen, wenn man sie direkt darauf ansprach.
„Sozusagen..." antwortete sie leise. Kila lächelte traurig. „Woher wusstest du das?" fügte sie mit Blick auf Brian hinzu, welcher wesentlich verschlossener aussah.
„Zähle eins und eins zusammen," antwortete er simple. „Du hast sehr viel Ähnlichkeit mit Lilli Potter."
„Stimmt!" sagte Kila als ob es ihr tatsächlich auch erst jetzt auffiel. „Hey! Dann hatte ich recht! Deine Eltern waren bildhübsch!"
Brian lachte kurz, da Jilli für ein Moment verwundert zurückzuckte. Sie war nicht mehr frustriert, sondern lediglich überrascht. War dies doch die letzte Reaktion, mit der sie gerechnet hatte.
„Du hast einen außergewöhnlichen Beschützerinstinkt wenn es um Harry Potter geht," fügte er hinzu, um es ihr näher zu erläutern. „Deine Eltern waren reich. Die Potters waren reich. Sirius ist anders, wenn ihr zusammen seid. Er hat einen außergewöhnlichen Beschützerinstinkt, wenn es um dich geht. Außerdem gibt es den ein oder anderen, dem betrunken rausgerutscht ist, dass die Potters auch ein Mädchen hatten. Und die Art, wie Dumbledore mit dir umgeht, ist ebenfalls außergewöhnlich. Das würde er nicht mit einem normalen Mitglied tun. Wie gesagt, ich bin sehr klug."
Jilli lächelte betrübt. Sie blickten zur Seite als sie Schritte hörten, die sich ihnen näherten. Alle drei hatten ihren Zauberstab gezogen, doch es war lediglich Remus, der zu ihnen dazu stieß. Er blieb vor ihnen stehen und blickte alle verwundert an.
„Störe ich etwa?"
„Nein," sagte Jilli sofort und setzte ein Lächeln auf.
Heute
Harry verzog ungläubig die Augenbraue. Meinte Brian das wirklich ernst? Sein Grinsen sprach Bände.
„Bring es einfach in Verbindung mit ihrer Familie und du bekommst deine Antwort," stellte der Freund schmunzelnd fest. „Ist mit dir nicht anders. Schon bemerkt?"
„Wie jetzt?"
„Schon vergessen wie wir neulich Dark Breath in dir zum Einsatz brachten? Ihr beide könnt eure Gefühle wirklich nicht kontrollieren, wenn es um eure Eltern oder einander geht."
„Ich kann mich kontrollieren," sagte Harry jedoch fest. Brian lachte bellend. „Es würde keinen unberührt lassen, wenn jemand über deine Eltern herzieht."
„Und keiner von uns würde eine Scheibe mit bloßem Blick zum Einsturz bringen, nur weil jemand über deine Eltern herzieht," erwiderte Brian mild, was wiederum bewirkte, dass Harry mürrisch eine Grimasse zog. „Sag lediglich, dass das euer wunder Punkt ist."
Harry schüttelte schmunzelnd den Kopf, flackte sich dann aber wieder auf den Boden nieder. Er war müde geworden. Irgendwo wusste er, was Brian damit meinte und auch, dass er recht hatte. Wenn es um seine Eltern ging, konnte man ihn sehr schnell zum explodieren bringen. War das etwas schlechtes, dass ihm seine Eltern so viel bedeuteten? Wäre das nicht jedem so ergangen?
„Brian?"
„Wach."
„Magst du meine Schwester eigentlich?" Harry richtete sich auf, um den Freund ansehen zu können, doch dieser lag weiterhin mit verschränkten Armen hinter dem Kopf auf dem Boden und starrte stattdessen den klaren Himmel an. „Ich mein, nicht nur als guten Freund."
Nun richtete sich auch Brian auf und schmunzelte.
„Und wenn dem so wäre?" fragte er herausfordernd.
„Solltest du es ihr vielleicht sagen," schlug Harry ohne Umschweife vor. Brian blitzte ihn mit verschlossener Miene an, dann aber lachte er kurz amüsiert auf und legte sich wieder flach hin.
„Wie wär's damit? Du schlägst Voldemort und wenn ich dann tatsächlich noch lebe – dann vielleicht tu ichs."
„Wenn du dann tatsächlich noch lebst?" wiederholte Harry verwundert, aber Brian gab ein spöttisches Glucksen von sich.
„Anna glaubt, ich wüsste es nicht, aber ich weiß es. Ich weiß, was ich bin. Oder zu was mich Voldemort machen wird, sobald er herausbekommt, wer ich bin. Und er wird es herausbekommen. Er ist nämlich auch nicht ganz dumm. Sein Pech, dass ich es ebenfalls nicht bin."
„Brian?" fragte Harry vorsichtig. „Was hast du vor?"
Nichts. Der Freund hatte die Augen geschlossen und damit wurde klar, dass weiteres Nachfragen sinnlos war. Eine Antwort würde nicht kommen.
Nach wenigen Stunden brach die Gruppe auf noch bevor die Sonne vollständig wieder aufgegangen war. Sie apparierten den größten Teil des Weges, auch wenn es Harry vorkam als ob sie von einem Waldgebiet in ein anderes apparierten. Als sie dieses Mal jedoch aufkamen, stoppte Brian abrupt und deutete auch ihnen an stehen zu bleiben. Sein Gesicht hatte sich mit einem Mal verfinstert und er blickte ernst in eine bestimmte Richtung.
„Was?" fragte Ron und wirkte sichtlich beunruhigt während er ebenfalls in diese eine bestimmte Richtung starrte.
„Wir sind da," sagte Brian grimmig. „Der Alexandrit ist hier."
„Und wo genau?" fragte Hermine verwirrt. Sie sah weit und breit nichts als Wälder.
„Dort," sagte Brian und deutete in die Richtung, in die er die ganze Zeit bereits starrte. Sie hörten Schritte, die sich ihnen näherten und Brian und Harry blickten einander sofort ernst an.
„Verstecken ist besser," sagte er und alle vier suchten Deckung hinter dichten Sträuchern. Mit den Zauberstäben fest in ihren Griffen, starrten sie durch die kleinen Löcher der Sträucher hindurch, ahnend, dass gleich womöglich einige Todesser diesen Weg entlang schritten – Todesser oder gar Voldemort höchstpersönlich.
Harry hatte ein ungutes Gefühl und er konnte es auch nicht abstellen, dass jede einzelne Faser seines Körpers sich mit tiefer Furcht füllte. Er hoffte, dass es nicht Voldemort persönlich war, denn hier waren Hermine und Ron dabei und das letzte was er wollte war, seine Freunde bei diesem Mörder zu wissen.
Die Schritte kamen näher und schließlich – verstummten sie wieder. Irritiert blickten sich die Freunde einander an, aber die Stille blieb. Brian und Harry hatten den Griff um ihren Zauberstab noch verstärkt und waren dabei sich vorsichtig zu erheben, da ertönte ein BANG!
„Waffen weg oder das wird hier gleich sehr ungemütlich!"
Die Gruppe sah sich plötzlich einem einzigen Zauberstab entgegen, gehalten von einem alten Zauberer mit einem Holzbein und einer Augenklappe.
„Moody?!" sagte Brian ungläubig. Der Zauberer runzelte finster die Stirn und musterte die Gruppe sehr lange und sehr kritisch an.
„Was soll der Mist? Was macht ihr hier!" bellte er besonders Brian an. Weitere Schritte waren zu hören und auf einmal standen auch Jilli, Kingsley und June hier.
„Harry?!" sagte Jilli entsetzt. „Was macht ihr denn hier?"
„Und was macht ihr hier?!" fragte Brian zurück.
„Auftrag. Was denn sonst?!" sagte Jilli, immer noch fassungslos über das plötzliche Auftauchen derer, die eigentlich Meilenweit entfernt in Hogwarts sein sollten.
„Brian? Wieso hast du die drei hier hergebracht?!"
„Jilli!" fragte Harry jedoch bevor der Freund antworten musste. „Was ist das, was ihr von hier wegbringt?"
„Das geht euch nichts an!" donnerte Moody jedoch. „Ihr habt hier nichts zu suchen. Wisst ihr überhaupt was ihr damit anrichtet hier einfach unerlaubt aufzutauchen?! Das ist gefährlich, verflucht noch mal!"
„Transportiert ihr zufällig ein Alexandrit?" fiel Brian ihm ins Wort. Zum einen verstand er, worauf Harry hinaus wollte und zum anderen, wollte er Moody's Standpauke abkürzen.
„Ein was?!" fragte June verwirrt.
„Nein," antwortete Jilli jedoch und hatte kurz einen flüchtigen Blick zu Moody geworfen. „Wir transportieren den Phowlyris Dolch."
„Verflucht noch mal!" donnerte Moody laut. „Was habt ihr an Kein Wort zu anderen nicht verstanden?!"
„Wieso dachtet ihr, wir transportieren einen Alexandrit?" fragte Jilli ohne auf den Auror eingegangen zu sein.
„Weil -" hatte Brian gerade angesetzt, um zu erklären, da apparierten auf einmal zwei dutzend Todesser um sie herum. Sie waren binnen kürzester Zeit umzingelt. Einer der Todesser war nicht maskiert und ihm hatten sich auch alle mit entsetzen zugewandt – Allan White. Ein finsterer Blick von seiner Seite aus reichte, um sie wissen zu lassen, dass er auf alles vorbereitet war.
„Sinnlos wehren oder seid ihr einsichtig und gebt sofort auf?" fragte der Todesser mit gierigem Blick an Jilli. „Letzteres würde mir allerdings den Spaß verderben. Was wird es werden?"
Kingsley wechselte den Blick zwischen Jilli und White, dann aber hob er im Bruchteil einer Sekunde seinen Zauberstab gegen White und brüllte noch im selben Moment: „Wehren! Lumos Maximus!"
„Jimá!" brüllte Moody im nächsten Moment als sie alle vom hellen Licht geblendet wurden.„Lauf! Sofort!"
Und auf einmal wimmelte es von Flüchen nur so. Die Todesser hatten ohne Erbarmen wild um sich geschossen egal wen es traf oder ob sie überhaupt jemanden trafen. Die Mitglieder selber hatten zwar ebenfalls Zauber ausgesprochen, aber ihre Stimmen gingen im Gemenge der Todesser unter. Durch das blendende Licht konnte Harry nicht mal erkennen, wohin was von wem ging. Die Gegend war binnen kürzester Zeit komplett in dickem Rauch durch die vielen Explosionen gehüllt und die Sicht wechselte damit von blendend hell in tiefschwarz.
Harry hustete, keuchte. Er bekam keine Luft mehr und hätte so auch kein Zauber produzieren können, um irgendwie zu helfen. Jeder brüllte durcheinander. Überall wurde duelliert. Er spürte eine Hand, dann die Schwerelosigkeit, Ron und Hermine, die kurz überrascht aufschrien. Die Helligkeit verschwand und mit einem heftigen Rums kam er mit den Beinen wieder auf dem Boden auf.
Er brauchte eine Sekunde, um sich zu fangen und die Augen wieder zu öffnen. Der Rauch war weg, keine anderen Personen mehr, die sich duellierten. Stattdessen Hermine und Ron, die ihn genauso verwirrt ansahen, wie er sie angestarrt haben musste. Ein Ächzen neben sich ließ ihn zusammenzucken.
„Jilli!"
Seine Schwester stand unweit von ihm entfernt, doch sie war sichtlich verletzt und hielt sich eine blutende Wunde am rechten Arm. Harry, Ron und Hermine waren sofort zu ihr hingeeilt und beide Jungs stützten die junge Hexe vor einem Fall.
„Jilli? Bist du -"
„Ich bin okay," unterbrach sie Harry's Frage, auch wenn es alles andere als der Wahrheit entsprach. Sie sah ihn nicht mal an, stattdessen starrte sie nach Fassung ringend zu Boden. Blut sickerte zwischen den Fingern der Hand, welche die Wunde hielt. „Das war Allan White... Wie konnte ich nur so blöd sein?! Ich verliere gegen Allan White! Ich hab doch geübt... Ich bin so überhaupt nicht wie Mum und Dad... Wieso kann ich nicht... Wieso..."
„Jilli?" sagte Harry fast flehend. Es machte ihm Angst sie in dieser Verfassung zu sehen. Selbst Ron und Hermine wechselten irritiert tiefbesorgte Blicke. Sie wandte sich ihnen endlich zu und wirkte als ob sie erst jetzt richtig realisierte, dass sie auch da waren.
„... Tut mir leid..." sagte sie mit einem aufgesetzten Lächeln, um die drei zu beruhigen.
Sie biss die Zähne zusammen und stellte sich wieder aufrecht auf ihre Beine, aber Harry konnte die Sorge in sich nicht unterdrücken oder verstecken.
„Ich bin okay..."
„Du blutest..."
Jilli lehnte sich an ein Baum an und sank schließlich zu Boden. Harry nahm ein Taschentuch heraus und drückte es zwischen Jilli's Hand und ihrer Wunde. Die beiden sahen sich kurz an, dann aber lächelte sie erneut. Diesmal war es lieb gemeint.
„Danke," sagte sie leise.
„Ich hätte gern ein Heilzauber angewandt, aber irgendwie fällt mir leider keiner ein."
Jilli lachte sanft auf.
„Wenn du so bist wie ich, wird es nicht wirklich wirken... Aber das Tuch bringts auch. Danke."
Sie atmete tief durch, hatte ihren eigenen Blick jedoch nicht von ihm genommen.
„Soll... Soll ich es mal versuchen?" fragte Hermine vorsichtig.
„Schon okay, Hermine," sagte Jilli sanft. „Spar deine Kräfte lieber auf. Wer weiß, was noch kommt. Ich bring euch gleich zum Treffpunkt und das kann auch gefährlich werden, wenn wir wieder auf Todesser treffen. Wenn alles glatt gegangen ist, sind die anderen dort und warten auf uns. War jedenfalls so ausgemacht, wenn etwas schief läuft. Ich brauch nur ein kurzen Moment..."
„Sicher," sagte Harry, musterte sie jedoch tief besorgt. Es war weniger ihr Zustand, mehr die Worte, die sie vorhin gemurmelt hatte. Doch in diesem Moment wagte er es noch nicht, sie darauf anzusprechen. Wenn sie sich wieder gefangen hatte, würde er mit ihr reden... Ron und Hermine setzten sich gleichfalls zu ihnen dazu, wenn auch beide Jilli sehr sorgenvoll beobachteten.
