Nächstes =) Da ich am Freitag anfange zu arbeiten, könnte es ab jetzt länger dauern bis ein Kapitel fertig ist. Kann nur noch am WE schreiben und dann, wenn mal Feiertage sind, aber da gibt's im ganzen September null. Ich hoff, dass ich ein Kapitel in 2 Wochen hinkriege. Mir tut es auch so leid, wie dieses Kapitel zu Ende geht, aber es ist fast unmöglich es nicht so zu Ende gehen zu lassen und noch hab ich ja 2 Tage bis ich mit der Arbeit starte. Vll. schaff ich da das nächste Kapitel. Baba!
Review:
Mannequin: Halli Hallo =)
Jah, ich bin noch ganz perplex und hab Panik ohne Ende, weil bestimmt bald der Haken auftauchen wird. Wenn sich etwas zu gut anhört, gibt es garantiert irgendwo ein Haken...
Ich meinte mehr, dass ich nicht vom München Hbf noch direkt rein nach München muss. Jeder andere, den ich kenne, muss noch mit S-Bahn oder U-Bahn ne dreiviertel Stunde weiterfahren und ich hab glücklicherweise nen Fußmarsch von 5 Minuten und bin dann bei meiner Arbeitsstelle =) Das erspart mir zusätzliches lästiges 1 ½ Stunden pendeln pro Tag, ganz zu schweigen von der München Fahrkarte.
Irgendwie konnte ich die letzten Wochen nicht genießen. Musste für die Arbeit noch alle möglichen Unterlagen beantragen, zusammensuchen, schicken, besorgen. Für die Fahrkarte musst ich erst mal ne halbe Stunde anstehen, weil die Schlange am Bahnhof so lang war, grml. Dann kamen noch Freunde und eh man sich versieht ist alles vorbei und man fängt in 3 Tagen an zu arbeiten Öö Ich werd mir wohl frühestens nächstes Jahr im April oder so Urlaub nehmen. Will das während der Probezeit nicht. Andererseits, vielleicht werde ich auch schon vorher gefeuert X.x – bibber -
Wie machst du das mit deinen Kleinen eigentlich, wenn du dann mal für ne Woche in Urlaub fährst? Ich finds schön, dass sich die beiden so benehmen =)
Bei meinem Bruder läuft da auch was schief. Die ganze Zeit haben sie wieder Störungen und müssen bei M-Net anrufen. Die haben dann meistens auch keine Erklärung und das ist schon das schrägste, wenn man keine Erklärung hat. Ich kann mit langsamen Internet ja noch leben, aber gar keins oder wenn es ständig ausfällt? Klar, muss man damit leben, aber mich würds glaub ich schon ärgern. Andererseits fang ich jetzt dann auch an zu arbeiten und vielleicht hat dann anderes Priorität.
Hm, ich denk, es ist nun gar nicht mehr solange hin, bis man den Verräter entlarvt. Aber das ist gerade leichter gesagt von mir, zumal ich die HP Fortsetzung noch mal durchgelesen habe, um besser das Vergangene wieder aufzugreifen und nicht aus Versehen wieder etwas falsch schreibe, was ich damals anders verfasst habe und mir fällt auf, dass wir auch gerade seit fast 10 Kapiteln um den Verräter herum tapsen.
Schon =) Ich würd schon sagen, dass es bei Jilli und Brian gegenseitig Liebe auf den ersten Blick ist.
Jilli hat das offene auf jeden Fall von beiden Elternteilen. James war ja auch schon jemand, der jedem gegenüber offen stand, genauso wie Lilli, welche am Ende ja sogar bereit war, auf Melissa zuzugehen. Ich glaube, wenn Jilli anders reagiert hätte, Kila wäre heute womöglich nicht mehr Mitglied im Orden oder zumindest kein Mitglied, dass sich so einbringt, wie sie es gerade tut. Viele Kinder oder Geschwister, der CofX und BH Charaktere handeln hier nun so, wie ihre Eltern oder Geschwister hätten ebenfalls handeln können. Während BH und auch oft in CofX noch gezeigt wird, was die einen falsch gemacht haben, handelt diese FF davon, dass die anderen eben nicht mehr die Fehler begehen, die ihre Eltern oder Geschwister taten, sondern daraus gelernt haben.
Nope, Brian hat keine Ahnung davon, dass Jilli zu ihm ein Band erschaffen hat, aber mehr, weil er sich um andere Sachen gekümmert hat und auch versucht sich nicht zu sehr in Jilli's Leben zu involvieren. Dass dies nach hinten los geht ist wohl so gut wie sicher ^^
Lach,na ja, bei James lag die Situation ganz anders. Harry hat schon Glück, dass dies schon mal passiert ist und die anderen so auch schneller reagieren konnten. Irgendwie schon komisch. Bei CofX und BH lag der Fokus zu nem Großteil auf James. Eigentlich wollte ich die HP Fortsetzung ähnlich führen, nur halt mit Fokus auf Harry, weil er auch mein Lieblingscharakter in den HP Büchern ist, aber irgendwie ist es nun mehr ziemlich gleichmäßig verteilt zwischen ihm, Jilli und Brian. Vielleicht sollte ich Ginny aus der Beschreibung löschen, zumal sie glaub ich für eine FF, die das Pairing Harry/Ginny hat ein wenig zu sehr in den Hintergrund rückt.
Thx fürs liebe Review =) Sorry, dass ich im Moment länger brauche für Kapitel, aber läuft schon alles verrückt ab und ich will die FF nicht mit langweiligem Zeugs zumüllen, was kein Sinn ergibt und ich nur aufschreibe, um was zu schreiben. Ich hab grad glaub ich ein halbes dutzend Kapitel, beschriftet mit KeineAhnungWas, in dem lauter fertig geschriebene Dinge drin stehen, die ich mal schrieb, dann aber nicht passten und ich dahin verfrachtet habe X.x
Liebe Grüßle
Chapter 48 – The Brian-Jilli-matter III - Everyone else
Versteck des Orden des Phönix Nummer... Zahlunbekannt – 8 Monate zuvor
Jilli lugte versteckt hinter einem Baumstamm hervor, den Blick starr gerade aus auf das kleine Haus fixiert. Die Sonne schien prall hinab, aber die Baumkrone warf genug Schatten über sie.
„Erwischt!" sagte Brian und Jilli zuckte auf der Stelle quietschend zusammen. Er lachte auf ihren entsetzten Ausdruck hin, aber sie boxte ihm direkt verärgert gegen die Schulter.
„Du hast mich zu Tode erschreckt!" protestierte sie entrüstet, aber er lachte immer noch breit und frech.
„War auch Sinn und Zweck," grinste er spöttisch. „Was machst du hier?"
„Und was machst du hier?!" entgegnete sie jedoch und warf einen flüchtigen Blick zur Seite. Es war ihm nicht entgangen, dass sie die Tür sehr scharf beobachtete.
„Wahrscheinlich dasselbe wie du?" warf er frech zurück. „Anna."
Jilli rümpfte unzufrieden die Nase und schmollte .
„Woher weißt du, dass sie hier ist?"
„Und woher weißt du, dass sie hier ist?" fragte er diesmal mit spöttischem Grinsen zurück. Sie rollte die Augen, sehr wohl in dem Wissen, dass er ihre Frage an sie als Provokation zurückwarf. Wie sehr es sie doch wurmte, dass er offenbar genau wusste, wie er sie auf die Palme brachte.
Jilli war normalerweise die Ruhe in Person, seit Jahren und das hatte sie sich hart erkämpft nach dem Tod ihrer Eltern – Brian Tonks gelang es all diese Arbeit in nur einer Sekunde im Keim zu ersticken. Beide sahen einander mit demselben triumphierenden, selbstsicheren Blick an, der dem anderen unmissverständlich zeigte, dass man selbst unter keinem Umstand klein bei geben wird.
„Bill," sagte Brian zur gleichen Zeit in der Jilli „Fleur" sprach.
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass du ihr hier auflauern kannst?" fuhr er fort.
„Wer hat hier bitte etwas von auflauern gesagt?" konterte sie jedoch. „Ich hatte etwas in der Nähe zu tun und wenn ich ihr hier zufällig begegne, ist das nicht auflauern."
„Frankreich ist nicht das, was man als hier in der Nähe bezeichnen würde."
„Es gibt hier in der Nähe ein Portschlüssel, der dorthin führt."
„Gibt es den wirklich?"
„..." Jilli schnaubte, geantwortet hatte sie jedoch nicht, denn es wäre haushoch gelogen gewesen. Brian lachte bellend. Er kannte niemandem, dem es so schwer fiel zu flunkern wie ihr.
„Ich hab mich hier her versetzen lassen..."
„Du denkst doch nicht wirklich, dass sie einfach so durch diese Tür heraus kommt und es so hinnimmt, dass du plötzlich hier stehst und ein Gespräch mit ihr suchst?"
„Wieso nicht?" sagte sie jedoch und klang auch tatsächlich so als ob seine Bedenken komplett aus der Luft gegriffen wären. „Ich weiß, dass sie noch da drin ist und sie muss durch die Tür wieder heraus kommen. Der Kamin in dem Versteck ist aus Sicherheitsgründen nicht ans Flohnetzwerk angeschlossen und im Haus existiert ein Apparierschutz, weswegen sie nicht einfach so von drinnen apparieren kann – und wird."
„Wirklich?" fragte er herausfordernd. War sie wirklich so naiv wie sie gerade für ihn klang? „Und was sollte sie davon abhalten herauszutreten und sofort zu apparieren?"
„Anna mag dich nicht kennen aber mich schon. Sie wird es nicht tun, wenn sie mich sieht."
„Warte, warte, warte, warte, warte, warte!" Brian musste sich wirklich zusammenreißen, um nicht all zu breit zu grinsen, denn er konnte kaum glauben, dass seine Annahme wirklich stimmte. „Denkst du allen ernstes, dass Anna neulich deswegen nicht mit dir sprach, weil sie dich nicht wiedererkannt hat?"
„Es ist 16 Jahre her," erklärte Jilli leise. „Und es waren sehr viele Mitglieder um sie herum..."
Normalerweise fand er so viel Blauäugigkeit dumm und gab sich dann auch mit solchen Menschen nicht mehr ab. In diesem Fall glaubte er jedoch, dass Jilli die Wahrheit genau wusste, sich selbst aber lieber etwas vormachte. Sie erschien ihm im letzten Jahr alles andere als dumm und dies war daher die einzige logische Erklärung für ihre Naivität.
„Jimá," sagte er eindringlich und dennoch so verständnisvoll wie möglich. Das Letzte was er wollte war sie zu verletzten. „Anna wusste ganz genau, wer wir sind. So vehement und absichtlich wie sie genau uns zwei gemieden hat, zeigt eindeutig, dass sie wusste, wer wir sind."
„Das ist doch gar nicht wahr!"
Die Tür des Hauses ging plötzlich auf und zwei Personen schritten heraus. Die eine, war wie erwartet Anna White, die andere war Kingsley Shacklebolt. Da Jilli und Brian nicht mehr versteckt hinter einem Baum standen, dauerte es auch nicht lange, bis sich alle vier erblickten. Es vergingen genau 2 Sekunden und dann – PLOPP – White war weg. Kingsley fiel überrascht die Kinnlade herab und er starrte den nun leeren Platz neben sich an. Sein Blick wanderte zu den beiden Mitgliedern vor sich, doch aufgrund der wirklich sehr peinlichen Situation schaffte auch der Auror nichts anderes als ein kurzes, unangenehmes, schiefes Lächeln.
„Sérieusement? Cest... c'est... Je suis sans voix! Ah! Flûte! flûte, flûte, flûte!" Weiter auf französisch und in erheblich schnellerem Tempo sprechend so dass Brian ihre Worte nicht mal mehr verstand stampfte die Hexe wieder weg und alles was der junge Zauberer tun konnte war überrascht zu blinzeln. Er kannte Jilli nun seit einem Jahr – heute hatte er sie zum ersten Mal auf französisch überhaupt sprechen hören – ganz zu schweigen davon, dass er sie auch zum ersten Mal fluchen hörte. Kingsley trat neben Brian und beide tauschten unangenehme Blicke miteinander aus.
„Alles in Ordnung mit Jimá?" fragte Ersterer vorsichtig. Brian lächelte schief.
„Sicher! Sie will nur ihr Französisch nicht verlernen..." witzelte er schließlich.
Heute
Jilli saß auf einem Stuhl neben Harry, welcher auf dem Bett lag und augenscheinlich schlief. Der Phowlyris Dolch war noch immer in der Wunde und es musste stets jemand bei ihm bleiben, um aufzupassen, dass er sich nicht bewegte.
Sie hatte ihre Knie an ihre Brust gezogen und diese mit ihren Armen umschlungen. In ihrem Gesicht hätte die Sorge nicht noch größer sein können und doch hatte sie ihren Blick von ihm kein einziges Mal abgewandt.
„Es tut mir leid, wenn ich zu sehr geklammert habe," flüsterte sie leise, wissend, dass sie niemand anderes hören würde. Die einen waren noch immer weg und diejenigen, die hier geblieben waren, befanden sich außer Hörweite. Sie fühlte sich nur so schuldig und Harry in diesem verletzten Zustand zu sehen belastete sie mehr als sie anderen zeigen wollte.
„Aber von Anna gemieden zu werden hat mich damals glaube ich mehr getroffen als ich selbst wahrhaben wollte. Sie und du wart nur die wichtigsten Menschen für mich überhaupt und... während sie mich auf Abstand hielt warst du so gut zu mir. Ich habe es irgendwie überkompensiert und nun ist das passiert. Du hättest mich nicht schützen sollen, kleiner Bruder... Der Dolch... galt mir."
„Hätte ich dich etwa sterben lassen sollen?" krächzte Harry schwach. Sie war überrascht, dass er gar nicht schlief und lehnte sich zu ihm ans Bett.
„Hey.." flüsterte sie gefühlvoll. Harry versuchte ebenfalls zu lächeln, nur fühlte er sich absolut nicht dazu in der Lage. Er wollte sich aufrichten, aber Jilli hielt ihn davon ab.
„Der Dolch steckt noch immer in deiner Wunde," sagte sie kurz. Harry nickte und sank mit dem Kopf wieder zurück aufs Kissen. Er spürte kaum irgendeinen seiner Muskel geschweige denn seine Glieder. Dass er auch nicht frei ganz einatmen konnte erschwerte das Ertragen des sporadischen Schmerz, der von seiner Brust aus kam. „Es tut mir leid..." fuhr sie betrübt fort. „Es war mein Plan. Ich dachte nicht daran, dass Allan White den Phowlyris Dolch benutzen würde. Ich hab nicht damit gerechnet, dass er ihn hat oder dass er überhaupt weiß, wie man damit umgeht."
„Jilli, das ist doch Schwachsinn!" Harry versuchte dies so eindringlich zu sprechen, wie es in seiner Verfassung möglich war, aber es schien bei seiner Schwester nicht anzukommen. Wenn es etwas gab, was man ihr von der Nasenspitze ablesen konnte, dann waren es ihre Gefühle. Er atmete tief durch, egal, wie schwer es ihm auch mit der Wunde fiel, dann wandte er seinen Kopf zur Seite und sah sie erneut mit festem Blick an.
„Du bist nicht Schuld. Punkt! - Und außerdem, wenn jemand von uns beiden am anderen geklammert hat, dann ja wohl ich."
Sie zuckte verwundert zurück, aber Harry meinte das wirklich ernst. Jilli war oft weg und er war derjenige, der sich immer wie ein Keks freute, wenn er sie mal sah. Wenn er ihr doch nur verständlich machen könnte, dass sie sich absolut keine Schuld zu geben hatte. Er hatte sie gerne um sich und die Entscheidung sie zu schützen und sich selbst in Gefahr zu bringen war seine eigene gewesen und ganz und gar nicht ihre Schuld.
„Jil..."
Er konnte nicht weiter reden. Auf einmal drehte sich alles vor seinen Augen und er hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Er hatte Glück, dass ihn vorher die Ohnmacht eingeholt hatte.
Jilli biss sich auf die Lippen und sah Harry tief besorgt an. Sie fühlte sich noch immer unendlich schuldig ihn in diese Lage gebracht zu haben und seine Worte konnten diese Last in ihr auch nicht verdrängen.
„Ich hab dich lieb, kleiner Bruder," flüsterte sie betrübt. „Du ahnst gar nicht wie sehr."
„Gönn dir eine Pause, Kleine," sagte Sirius Stimme auf einmal. Sie bemerkte erst jetzt, dass er an der Tür stand, wenn sie auch nicht wusste, wie lange er sich da bereits aufhielt. „Wer weiß, wie oft Harry noch wieder zu sich kommt und erneut wegknickt bis die den Trank endlich fertig haben. Er versteht's, wenn du nicht ständig hier bist. Ginny ist auch schon auf dem Weg hier her. Cobe bringt sie."
Sirius trat herein und stellte sich zu ihr dazu. Fürsorglich und doch bestimmend hatte er seine Hände um ihre Schultern gelegt. Jilli aber seufzte und nur eine Sekunde später hatte er sie liebevoll zu sich gedrückt, um ihr Trost zu spenden.
Für Sirius fühlte sich das hier eher wie ein sehr übles Déjà vue an und das in vielerlei Hinsicht. Das einzig gute war, dass er aus der Situation damals gelernt hatte und es heute entsprechend besser wusste mit allem umzugehen.
„Harry wird wieder gesund werden," sagte er entschlossen. „Ganz sicher."
„Was lässt dich das glauben?" fragte sie traurig, denn sein Optimismus war schwer nachzuvollziehen. Sirius hatte darauf nicht geantwortet. Stattdessen drückte er ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn und drückte sie ein weiteres Mal sehr väterlich in seinen Armen. Jilli schloss für einen Moment die Augen und krallte sich an ihm fest.
„Danke..." flüsterte sie leise. Sie hatte fast vergessen wie gut es tat ihn zu haben. Nachdem sich herausstellte, dass er unschuldig war und zu ihr zurückkam, war er der Einzige, der ihr Licht zurück in ihre Welt gab, nachdem der Tod ihrer Eltern Tag für Tag Schatten geworfen hatte. Seine Umarmung, seine Nähe, seine Stärke, nie war ihr bewusst gewesen wie sehr sie ihn tatsächlich gebraucht hatte. Ein Klopfen riss die beiden aus ihrer Umarmung. Es war Ginny, die zwischen Tür und Angel stand.
Sirius hatte Jilli mit sich rausgezogen, denn Ginny war nun hier und konnte auf Harry aufpassen, so dass sie ein wenig frische Luft schnappen konnte. Sie war seit dem Verlassen der anderen nicht einmal von der Seite ihres Bruders gewichen, wo selbst Ron sich hin und wieder die Beine vertreten musste. Sie setzten sich draußen auf die wenigen Stufen nieder, weiter wollte Jilli nicht gehen für den Fall, dass etwas passieren könnte.
„Du bist deiner Mutter sehr ähnlich, Jilli, das ist fast schon erschreckend."
Sie sah ihn überrascht an, aber Sirius lächelte zart.
„Du und Harry steht euch mittlerweile so nah, wie deine Eltern es für euch gewollt hätten. Er riskiert ohne zu zögern sein Leben, um dich zu schützen und du weichst nicht von seiner Seite, egal, wie viel es dir abfordert wach zu bleiben. Ich seh es dir an, Kleines. Du bist erschöpft. Der Auftrag für den Orden war hart, gerade unter Mad-Eye."
„Es liegt nicht an Mad-Eye," gestand sie jedoch müde. „Ich könnte nicht schlafen...Seit einiger Zeit... sobald ich meine Augen schließe sehe ich die toten Körper von Mum und Dad..."
Sirius seufzte bedrückt.
„Remus hat mir erzählt, dass du sehr oft ihren Tod erneut durchgegangen bist, in dem Versuch sie doch noch zu retten. Wieso hast du dir das nur angetan, Jilli?"
Sie schüttelte genauso traurig den Kopf und senkte ihren Blick zu Boden.
„Wenn ich wüsste, was falsch lief, dachte ich, könnte ich mit einem Zeitumkehrer zurückreisen und ihren Tod verhindern."
„Ein Zeitumkehrer bringt dich nicht soweit in der Zeit zurück," sagte Sirius leise. Jilli lächelte traurig und blickte zu ihm zurück. Ihre Augen waren so voller Gefühle und voller Wärme, es brach ihm das Herz zu sehen wie verletzt sie gerade war.
„Es gibt einen speziellen Zeitumkehrer, der das tut..." sagte sie genauso leise. Sirius schüttelte entsetzt den Kopf.
„Du kannst ihn nicht benutzen, Jilli. Das sollte dir klar sein."
Die junge Hexe schluckte hart, nickte dann jedoch.
„Ich weiß," gestand sie niedergeschlagen. „Mittlerweile jedenfalls. Aber damals wollte ich nichts lieber als Mum und Dad wieder haben... und dich und Anna."
Sirius legte seinen Arm um ihre Schulter und drückte sie erneut bestimmend zu sich. Jilli lehnte ihren Kopf an seine Schulter und blieb eine Weile lang in dieser tröstenden Position. Sie wollte ihrem Patenonkel beichten, wie schlimm es wirklich in ihr aussah, wie zerrüttet und nutzlos sie sich fühlte und dass sie das Gefühl hatte zu verschwinden. Aber wenn sie bei ihm war, dann fühlte sie das nicht. Dann umgab sie nichts als Wärme und Geborgenheit, dann wollte sie diese Sicherheit einfach nur genießen und nicht an die grauenvolle Angst denken, die sie sonst noch ständig begleitete.
Vor 3 ½ Jahren
Sirius hatte nach seiner Flucht aus Askaban und seiner Wiedervereinigung mit Jilli einen Tag bei ihr und Yuno in der abgelegenen Hütte im Waldgebiet in Frankreich verbracht. Sie holten vieles auf, was in den letzten Jahren passiert war und Yuno ließ ihnen diese Zeit miteinander, indem er nur mit ihnen kurz frühstückte, sich dann für den restlichen Tag in den Wald verzog und erst sehr spät Abends wieder zurückkehrte. Remus war bereits verschwunden, nachdem er Sirius bei ihnen abgesetzt hatte, aber Jilli machte das nichts aus. Sie war viel zu glücklich darüber ihn wieder bei sich zu haben und genoss jede einzelnen Augenblick.
Die Zeit mit Sirius verflog viel zu schnell und sie wollte Abends nicht mal schlafen gehen, sondern lieber mit ihm durchmachen. Selbst als er sich duschte und sich neue, frische Klamotten anzog, blieb die Hexe vor der Tür und redete heiter über dies und jenes.
Sirius lachte bellend als sie erzählte dass ihre Freunde sich nie in die Hütte trauten aus Angst Yuno könnte sie fressen. Fleur hatte das Gerücht verstreut, er wäre der Aufpasser und jeder Typ, der Jilli nicht gut behandelt, landete am nächsten Morgen auf dem Teller des Halbriesen.
Sirius genoss es sich endlich wieder wie ein normaler Zauberer fühlen zu dürfen. Jilli hatte ihm wirklich gar nichts übel genommen und hing stattdessen an ihm wie eine Klette.
Erheblich besser duftend und rasiert kam er aus dem Bad heraus und grinste breit. Jilli strahlte ihn nach wie vor überglücklich an.
„Kaum zu glauben, dass mir die Klamotten deines Vaters noch passen nach – einer halben Ewigkeit."
Jilli lachte.
„Du hast sie nicht weggegeben?"
Die junge Hexe schüttelte ein wenig betrübt den Kopf.
„Nicht alles..." sagte sie leise und beließ es auch dabei. Jilli hatte durchaus die Befürchtung, er könnte das für nicht gut heißen, dass sie die paar wenigen Sachen von ihren Eltern behalten hatte, um sich so an sie zu erinnern. Sirius nickte jedoch und zwang sie nicht näher darauf einzugehen. Stattdessen legte er seinen Arm um ihre Schulter und führte sie mit sich zurück ins Wohnzimmer.
„Ich werde morgen wieder aufbrechen," sagte er auf einmal, sehr zu ihrem Missfallen und das konnte die junge Hexe auch nicht verbergen. Das Entsetzen stand ihr im Gesicht geschrieben.
„Was? W-Wieso? Wohin? Warum? Hab ich etwas falsch gemacht?"
„Nein!" sagte Sirius auf der Stelle und ließ auch kein Zweifel daran, dass sie absolut keine Schuld trug. „Es liegt nicht an dir, Kleines. Es ist nur nicht sicher für mich zu lang an einem Ort zu bleiben. Das Zaubereiministerium sucht noch immer nach mir. Und ich sollte mich möglichst weit weg von Harry zeigen, damit sie die Sicherheitsvorkehrungen in der Schule aufheben. Du verstehst das sicherlich?"
„Ist Frankreich denn nicht weit genug entfernt? Immerhin soll ich mich auch weit genug von Harry fern halten und bin hier."
Sirius lächelte traurig als sie sich Seite an Seite auf die Couch setzten.
„Pettigrew kannte dich Jilli. Er ist nicht dumm und wird eins und eins zusammenzählen. Wenn wir Glück haben, ist er dumm und tut das nicht, aber ich kann dich der Gefahr nicht aussetzen. Wenn ich hier bleibe – gefährde ich deine Sicherheit. Das ist das Letzte was ich will. Er wird sofort erkennen, wer du bist."
„Aber..."
„Ich komme wieder," sagte er sofort eindringlich, denn es tat ihm womöglich mehr weh sie so zu sehen als ihr vielleicht bewusst war. Harry und Jilli hatten wirklich keine Ahnung wie stolz Sirius auf beide Kinder war. Erleichtert hatte er festgestellt, dass keiner von beiden Schaden von seinen Fehler genommen hatte. Sie hatten sich beide ein gutes Leben aufgebaut.
„Ich verspreche es. Das ist nicht das Letzte mal, dass wir uns sehen. Ich muss erst etwas Ruhe hier in Europa einkehren lassen und ich verspreche dir, Kleines, ich werde jede deiner Eulen beantworten."
„Selbst, wenn ich dir täglich welche schicke?" fragte sie leicht bockig, aber Sirius lachte bellend.
„Selbst wenn du mir tägliche Hunderte schickst."
Jilli lächelte wieder etwas weicher.
„Okay..." sagte sie ein klein wenig zufriedener. „Wohin gehst du?"
„Puh, keine Ahnung. Dumbledore hat mir die Adresse von einem jungen Zauberer gegeben, bei dem ich eine Weile untertauchen kann. In Ägypten. Brian Tonks."
Jilli sah überrascht auf, aber Sirius bemerkte ihre merkwürdige Reaktion nicht.
„Meine Cousine Andromeda und ihr Mann Ted haben wohl vor langer Zeit einen Jungen adoptiert. Wusste nichts davon und weiß auch nicht wieso. Wir hatten leider kaum noch Zeit uns zu unterhalten in den Jahren vor Askaban. Aber wenn ich dadurch dich und Harry schützen kann – was solls. Versteck ich mich bei ihm. Wer auch immer er ist."
„Professor Dumbledore hat dir sonst nichts von ihm erzählt?" fragte Jilli unsicher und erst das weckte Sirius' Misstrauen.
„Kennst du den Jungen?"
„Nein," gestand sie irgendwie wahrheitsgemäß. Die beiden waren sich schließlich wirklich noch nie wissentlich begegnet oder waren einander überhaupt vorgestellt worden. „Ich dachte nur... er würde dir mehr von diesem Brian Tonks erzählen, wenn du schon bei ihm untertauchen sollst."
Sirius lachte erneut, diesmal eindeutig frustrierter.
„Ich bin aus Askaban ausgebrochen und noch glauben alle, dass ich schuldig bin. Hab keine große Auswahl an Leuten, die mir Glauben schenken und mich bei sich verstecken. Da sollte ich nehmen, was ich kann."
„So war das nicht gemeint," sagte Jilli schnell. Es lag ihr auf den Lippen und sie musste sich zusammenreißen, um nicht laut herauszuplärren, dass Brian Tonks sein totgeglaubter Sohn mit seiner verstorbenen großen Liebe Anna war. Wie konnte Dumbledore das nur zurückhalten und die beiden zusammenbringen ohne etwas von ihrer wichtigen Verbindung preiszugeben?
„Jilli?" fragte Sirius verwundert. Sie war ungewöhnlich lange still und das passte nicht zu der sehr quirligen jungen Frau, die er gerade kennenlernen durfte.
„Wann brichst du auf?" fragte sie, um nicht noch mehr Misstrauen zu erwecken. Es war erfolgreich. Sirius und sie sprachen wieder über dies und jenes, wie sie es schon die ganzen letzten Stunden taten. Innerlich verfluchte Jilli die Tatsache, dass sie Brian's wahre Identität kannte, äußerlich ließ sie sich nichts anmerken. Sirius war dabei seinen Sohn kennenzulernen und weil er ihr mit das Wichtigste im Leben war, wollte sie dies für ihn mehr als alles andere.
Heute
Sirius stützte mit seiner Hand die Stirn und ächzte leise. Jilli wich sofort zurück und sah ihn erschrocken und tief besorgt an.
„Sirius? Was ist mit dir? Was -"
„Alles okay," sagte er kurz, die Hand jedoch blieb weiter vor seinen Augen. Panik keimte in ihr auf.
„Sirius?"
„Ich bin okay," wiederholte er und richtete sich endlich wieder auf. Er lächelte schief und es misslang ihm jegliche Anzeichen von Unbehagen aus seiner Miene verschwinden zu lassen. „Mach dir keine Sorgen. Sind nur ein wenig Kopfschmerzen. Das haben Erwachsene so, wenn Kinder ihnen Kopfzerbrechen bereiten."
Sirius grinste spitz, aber Jilli lachte.
„Witzig," kommentierte sie schmunzelnd, hoffte aber, dass es wirklich nichts war. Sie war sich nicht sicher, ob sie zusätzlich zur Sorge um Harry nun auch noch Sorgen um Sirius ertragen könnte.
„Nimmst du es mir eigentlich übel?" fragte sie auf einmal vorsichtig mit einer sehr schuldbewussten Miene. Sirius aber sah sie verdutzt an.
„Was meinst du?"
„Ich wusste damals als du zu Brian aufgebrochen bist, dass er dein Sohn ist und dennoch habe ich geschwiegen. Ihr hättet vielleicht eine bessere Zeit gehabt, wenn du es damals gewusst hättest?"
Sirius schüttelte lediglich den Kopf.
„Das liegt doch alles längst in der Vergangenheit, Jilli. Zugegeben, mit dem Wissen hätte ich mich ihm gegenüber anders verhalten. So war ich leider ein ziemlicher Idiot."
Er lachte frustriert.
„Brian ist seiner Mutter sehr ähnlich," sagte Sirius und Jilli musste einfach lächeln. Ja, ihr war das auch sehr früh aufgefallen wie viel Ähnlichkeit er eigentlich mit seinen Eltern hatte und das, obwohl er nicht bei ihnen aufwuchs und obwohl er seine Eltern nie überhaupt kennengelernt hatte.
„Und ich konnte das damals nicht ertragen. Seine Art erinnerte mich an sie und was ich durch eigene Schuld verloren hatte."
„Was wirst du nun tun?" fragte sie umsichtig. Sirius lächelte lediglich mild. „Brian will, dass du sein Vater bist. Er sagt es nicht, aber es ist so. Er ist einfach nur... übervorsichtig und stur."
„Sag ja," lachte er ein weiteres Mal trocken. „Wie seine Mutter."
Ein Räuspern direkt hinter ihnen hatte beide zusammenzucken lassen. Vorsichtig drehten sie sich um und wer hätte es auch anderes sein sollen als derjenige, über den man gerade sprach.
„Brian," sagte Sirius freundlich.
„Sirius," erwiderte Brian in derselben freundlichen und dennoch verhaltenen Art.
Jilli sah zwischen beiden Männern hin und her, dann aber seufzte sie traurig auf und erhob sich.
„Der Trank ist fertig," teilte Brian ihnen mit und schritt als erstes wieder ins Haus hinein.
Im Wohnzimmer waren die anderen ebenfalls wieder zurückgekommen und gerade als Jilli, Sirius und Brian zu ihnen dazustießen, trat auch Anna aus dem Zimmer heraus, in dem Harry lag.
„Und?" fragte Sirius. Sie nickte kurz beruhigend, wenn auch Zuversicht eigentlich anders aussah.
„Wir werden sehen, wie es wirkt," antwortete sie sanft und steckte den Blutverschmierten Dolch in eine Schatulle. Mit einem kurzen tippen ihres Zauberstabs darauf verkleinerte es sich und White steckte es schließlich ein. Sie wandte sich an Hermine und Ron, die gebannt auf der Couch gesessen hatten.
„Ginny ist bei Harry geblieben. Ich verstehe, wenn ihr beide ebenfalls hier bleiben wollt – in dem Fall werde ich euch für den Unterricht vorübergehend frei stellen."
„Ja, bitte!" sagten beide ohne zu zögern und White nickte verstehend.
„Falls ihr euch doch noch umentscheidet, so gebt Tonks oder Sirius Bescheid. Die beiden werden gleichfalls hier bleiben. Harry's Zustand könnte eine Weile so bleiben und ich vermag auch nicht zu sagen für wie lange. Bei seinem Vater hatte es eine Zeit lang gedauert. So gern ich es möchte, aber ich kann euch keine Sonderbehandlung was euren Abschluss angeht geben – genauso wenig Harry. Ich hoffe jedoch für euch alle, dass alles gut wird. Ich erreicht mich in Hogwarts, falls etwas sein sollte."
Sie nickte den beiden zu, schritt dann zu Sirius rüber und deutete ihm an ihr nach draußen zu folgen. Während die beiden das Zimmer verließen, stellte sich Jilli zu Brian dazu und beide blickten ihnen mit kritischem Blick hinterher. Jilli lenkte ihren Blick schließlich zu Brian und bemerkte wie besorgt er tatsächlich wirkte. Sie wollte gerade fragen, was in ihm vorging, da schritt er von ihr weg und war in einem anderen Raum verschwunden.
Vor 3½ Jahren, Ägypten
„Er ist unschuldig?" wiederholte Brian die Worte und blickte sichtlich verwirrt und ungläubig alles an, nur nicht sein Gegenüber. Dumbledore stand bei ihm, seine Aufmerksamkeit war die ganze Zeit über sehr behutsam und besorgt auf den jungen Zauberer gerichtet.
„Sirius ist unschuldig? Unschuldig? Ist das dein ernst?"
Dumbledore nickte fest und deutete ihm an sich hinzusetzen. Es war Brian's Wohnung, sein Wohnzimmer, und doch befand sich nichts außer einem kleinen runden Tisch und zwei Stühle darin. Er setzte sich wie der alte Zauberer es ihm anbot, doch seine Fassung zu wahren war fast unmöglich.
„Ich kann mir vorstellen, wie es in dir nun aussehen muss," begann Dumbledore umsichtig, aber Brian schnaubte verächtlich auf.
„Nein," widersprach er verärgert. „Das weißt du nicht."
Dumbledore hielt sich einen Moment zurück und nickte verständnisvoll. Er hatte keine Absicht den Jungen Zauberer vor sich eines besseren zu belehren oder ihn zu berichten, sehr wohl aber sich selbst zu erklären.
„Nein, womöglich nicht," gestand der alte Zauberer einsichtig. „Ich versuche es dennoch, wenn ich darf?"
Brian sagte nichts, stattdessen starrte er seinen Gegenüber mit festem Blick an und Dumbledore nahm dies als Aufforderung fortzufahren.
„Du bist außergewöhnlich klug. Das haben wir sehr früh festgestellt. Anderen in dem Alter die Wahrheit zu erzählen, wäre nicht gegangen. Du jedoch hast verstanden und es getragen. Du hast dich früh mit deinen biologischen Eltern auseinandergesetzt und dennoch gleichzeitig deine Adoptivfamilie und dein Leben nie aus den Augen verloren. Du hast gelebt und dich nicht vergessen. Eine Tatsache, die mich sehr stolz auf dich macht.
Ich erinnere mich daran, wie ich dir von deiner Mutter erzählt habe, nachdem du von deiner Adoptivfamilie über deinen Vater genug gehört hattest. Ich erinnere mich auch daran, wie du später zu mir kamst, und mir deine Schlussfolgerungen mitgeteilt hast – Es könnte mehr hinter dem ganzen Vorfall stecken als wir glauben."
„Du bist mit mir alles durchgegangen," fuhr Brian frustriert fort. „Und sagtest, es klingt nachvollziehbar, aber der Einzige, der die Wahrheit kennt ist und bleibt Sirius. Und solange er stillschweigt, kannst auch du nichts tun."
„Ich wollte nicht, dass du stehen bleibst und dich an einer Hoffnung klammerst," sagte Dumbledore sanft.
„Nun, Ziel erreicht," entgegnete er grimmig. Der alte Zauberer nahm den feindlichen Ausdruck hin und fuhr stattdessen fort mit der eigentlichen Bitte, weshalb er den Jungen aufgesucht hatte.
„Da Sirius für eine Weile untertauchen muss, dachte ich mir, ich schicke ihn zu dir. Hier her. Es ist weit genug weg von England und er wäre hier erst einmal sicher. Zudem gibt es euch beiden die Gelegenheit verlorene Zeit aufzuholen."
„Weiß er von mir?" fragte Brian sofort und klang kälter als beabsichtigt. Selbstschutz war das, was da aus ihm sprach, denn für einen Moment hatte der Gedanke seinen biologischen Vater tatsächlich von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen mehr Furcht in ihm heraufbeschworen als Freude.
„Noch nicht," antwortete Dumbledore behutsam.
„Tu's nicht," sagte Brian schließlich. Sein Ausdruck war freundlich, höflich, aber es versteckte nur die Unsicherheit, die tatsächlich in ihm herrschte. „Ich tu's... irgendwann. Mein gutes recht, nicht wahr?"
„In der Tat," stimmte er ihm wohlwollend zu. Sein Blick war durchdringend und doch hielt Brian dem stand. Er wusste schließlich, was der Zweck sein sollte. Alle kümmerten sich um sein Zustand, seine Gesundheit, sein Glück. Dies war Dumbledore's Art sicherzugehen, dass er in Ordnung war.
„Er kommt also hier her? Sirius?"
Dumbledore nickte.
„Er weiß, dass du adoptiert wurdest von seiner Cousine. Das ist alles."
„Gut..."
Wieder blickten sich beide Männer schweigend tief in die Augen. Es war Dumbledore, der schließlich das Wort ergriff.
„Du fürchtest nicht in seine Welt zu passen. In den letzten Jahren hast du dir ein Bild deines Vaters erschaffen – und nun stellt sich heraus, dass dieses Bild, welches deine Umwelt geprägt hat, nicht stimmt. Im Gegenteil, das Bild, welches sich dein Herz erschaffen hat, könnte der Wahrheit entsprechen. Du fürchtest diesen Schritt zu gehen, obwohl dein Verstand dich dazu ermutigt, zögert dein Herz."
Erneut herrschte Stille und erneut blickten sich beide schweigend an. Dann war es Brian, der den Blickkontakt unterbrach und betrübt den Kopf schüttelte.
„Das ist nicht nachvollziehbar... Das ist verrückt."
„Du fühlst, wie du fühlst, Brian. Und es ist nachvollziehbar, weil du genauso... wie deine Mutter fühlst."
Auf einmal blickte der junge Zauberer verwundert auf. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Dumbledore genau das aussprach, was in seinem Inneren vor sich ging und noch weniger damit, dass er dies mit seiner biologischen Mutter erklärte.
„Ihre Gefühle stellten sich auch stets entgegen dem, was ihr Verstand ihr sagte. Ich gebe dir denselben Ratschlag, den ich auch ihr damals gab. Es liegt in deinem eigenem Ermessen, was du folgst. Keines von beidem wird falsch sein."
Heute
Anna hatte das Versteck verlassen und war zu einem nahegelegenen Portschlüssel geschritten, um mit diesem nach Hogwarts zu reisen. Sie blieb jedoch stehen, statt den dreckigen Stein zu berühren. Ein Moment lang blickte sie nachdenklich und tief in sich gekehrt in die Leere, dann aber atmete sie müde tief durch. Als sie sich umdrehte, stand sie Brian gegenüber.
So wie auch Dumbledore starrten sie einander schweigend an und Brian kam nicht umhin grimmig festzustellen, wie ähnlich sie sich doch tatsächlich waren. Er verstand nun auch eher, warum Dumbledore so gut wusste mit ihm umzugehen.
„Ich wollte nur sagen..." Er zögerte eine Sekunde. Sie hatten in der letzten Zeit im Gegensatz zu früher miteinander gesprochen, aber es ging stets nur um belangloses oder Nichtigkeiten, die den Orden oder die Arbeit betrafen. Beide waren dabei stets höflich und unnahbar miteinander umgegangen. Kila meinte sogar, dass ihr Umgang mit Anna weitaus vertrauter war als zwischen ihnen beiden. Der Hauptgrund von seiner Seite war, weil er dieses Gespräch heute immer gemieden hatte bis es nicht mehr ging.
„Ich wollte nur sagen, ich weiß es," fuhr er ruhig und gefasst fort. Es war merkwürdig ihr direkt in die Augen zu sehen und genau das zu fühlen, wovor er die ganze Zeit über davon gelaufen war. „Ich weiß, du glaubst, ich wüsste es nicht, aber ich weiß es. Und ich wollte, dass du es auch weißt.
Denn nur dann kann Harry auch das tun, was wir schließlich alle wollen. Voldemort besiegen. Du hilfst ihm und ich weiß, dass du nur dann dazu fähig bist, wenn du wirklich alle Fakten kennst. Das ist also meine Unterstützung. Ich verheimliche dir nichts mehr. Ich weiß es."
Wieder starrten sich die beiden einen ganzen Moment lang schweigend an und genauso wenig hatte sich einer von ihnen vom Fleck gerührt. Die Wolken zogen sich langsam vor die Sonne und ein kühler Wind zog auf. Herabfallende Blätter glitten an ihnen vorbei und doch Anna schwieg. Brian lächelte traurig. Gut, wenn es so sein sollte, dann sprach er es eben aus.
„Ich bin das letzte Black Heart. Was du nicht weißt ist, er hatte damals Erfolg mit dem, was er tun wollte. Er weiß es selber ebenfalls nicht. Es ist wie eine Lawine. Sie überrollte alles, stand nun eine Weile lang still und ist dabei erneut in Gang gesetzt zu werden. Diesmal jedoch wird es alles zerstören, was nicht bei drei in Sicherheit ist. Ich sage es dir, weil ich glaube, dass du genug von uns in Sicherheit bringen kannst."
Er atmete erneut tief durch und wandte sich ab. Es war alles gesprochen, was gesprochen werden musste und um das jetzige erdrückende Gefühl nicht länger zu ertragen, war es für ihn Zeit zu gehen. Brian hatte bereits den ersten Schritt getan, da spürte er ihre Hand auf seiner Schulter und stoppte erschrocken. Er hatte nicht mal gehört, wie sie sich ihm näherte... Er konnte sich nicht umdrehen. Noch nicht.
„Wann hast du es gespürt?" fragte Anna. Ihre Stimme klang sanft, vertraut, fürsorglich. Brian war sich nicht sicher, das wirklich ertragen zu können. Nie hatte er auch nur ansatzweise damit gerechnet, wie sehr es ihn tatsächlich berühren würde, wenn er mit ihr als seine Mutter sprach. Da er sich nicht zu ihr umdrehte, schritt sie zu ihm vor und wieder blickten sich beide einander an, doch es war längst nicht mehr kalt und unnahbar. Der Glanz in ihren Augen, nie hatte er erwartet, wie sehr es ihn tatsächlich berührte. „Brian?"
„Schon vor ner ganzen Weile," gestand er und klang im Gegensatz zu ihr immer noch fremd. „Ich hab gelernt es zu unterdrücken. Deswegen dachtest du auch, dass Voldemort es noch nicht geschafft hätte."
„Beeindruckend," sagte sie umsichtig, doch Brian lachte trocken. Mit diesem Wort hatte er irgendwie am wenigsten gerechnet. „Warum hast du das getan?" fragte sie sanft und klang kein bisschen vorwurfsvoll.
„Weil ich weiß, was es bedeutet, das letzte Black Heart zu sein."
Anna atmete betrübt aus und drückte auf liebevolle Weise seine Schulter. Der warmherzige Glanz in ihren Augen war beinahe unerträglich für ihn geworden. Es schmerzte innerlich ihr Gegenüberzustehen – als ihr Sohn. Abstand zu wahren war als solcher nicht mehr möglich. Auf einmal fand er sich in ihrer Umarmung wieder und während er überrascht und starr in dieser Position einfror, nahm er dennoch ihre geflüsterten Worten klar und deutlich wahr.
„Ich werde ihn nicht gewinnen lassen. Ich werde nicht zulassen, dass er euch das nimmt, was er uns genommen hat, noch dass ihr das büßen werdet, was eure Vorfahren getan haben, ganz gleich dessen, was immer ich auch dafür opfern muss. Ihr werdet es nicht tun."
Sie hatte sich sanft wieder von ihm weggedrückt, seine Wangen sanft mit ihren beiden Händen umschlossen und ihn liebevoll angelächelt. Brian fand sich nach wie vor nicht im Stande sich zu rühren oder sich auch nur im mindesten zu bewegen. Anna ließ ihn los, schritt zurück zum Portschlüssel und verschwand.
Nachdenklich starrte Brian den offenbar schlafenden Harry an. Er saß mittlerweile bei ihm am Bett, damit sich seine anderen Freunde ausruhen konnten. Skeptisch und mit verengten Augen musterte er den Freund eine lange Zeit lang, dann aber lehnte er sich wieder im Sessel zurück.
„Schläfst du eigentlich wirklich?" fragte Brian offen heraus. Harry öffnete daraufhin müde die Augen und wandte den Kopf in seine Richtung.
„Ich versuch's?" antwortete Harry erschöpft. Dann aber zog er sich auf und bemerkte gleichzeitig, dass der Dolch nicht mehr in seiner Wunde steckte. Stattdessen war seine Brust mit einem festen Verband bandagiert worden. „Ich werd also nicht sterben?"
„Sieht ganz so aus," sagte Brian und zuckte kurz mit dem Mundwinkel. „Du hattest Glück, dass der Dolch nicht von einer Phowlyris benutzt wurde."
„Ich hab ziemlich oft Glück..."
Brian lachte bellend.
„Jiah, irgendwie schon."
Er zögerte einen Moment, doch es war genug für Harry, um zu spüren, dass der Freund etwas auf dem Herzen hatte. Obgleich er sich immer noch ziemlich benommen und orientierungslos fühlte, versuchte er sich zusammenzureißen und sich zu fangen.
„Alles okay?" fragte Harry vorsichtig. Brian schüttelte langsam und entschieden den Kopf und sah ihn mit tief ernster Miene an.
„Ich hatte ein Gespräch mit Anna und ich fürchte, ich hab genau das Gegenteil von dem erreicht, was ich bezweckte."
„Wieso das?" fragte er verwirrt. Brian lächelte traurig.
„Ich weiß, dass Voldemort mich zum letzten Black Heart machen will. Ich hab das schon vor langer Zeit herausgefunden. Fakt ist, dass ich es längst bin. Er weiß nur nichts davon und Anna wusste es bis heute auch nicht. Was er damals tat, war erfolgreich."
Harry wollte fragen, wie das möglich war, wie Brian das sein konnte, aber er brachte kein richtigen Satz heraus, um seine Fragen stellen zu können. Seine Fassungslosigkeit musste ihm im Gesicht gestanden haben, denn Brian lächelte erneut sehr frustriert und blickte ihn traurig an.
„Als ich alles über meine Vergangenheit herausfand, die Art meiner Geburt, meine Eltern, ihre Geschichte, die Geschichte meiner ganzen Vorfahren, Dumbledore, da lag die Schlussfolgerung nah.
Wieso sonst hätte Voldemort das tun sollen? Anna zu einer schwarzmagischen Geburt zwingen, das Baby wegnehmen, aber es am Leben lassen statt es tatsächlich vor ihren Augen zu töten. Bestimmt nicht, weil er plötzlich ein Herz für Schreihälse entwickelt hat oder sein Hass gegen Dumbledore auf einmal weniger geworden ist.
Sicher wurde ich mir erst als ich mir vor einiger Zeit eine bestimmte Erinnerung der Zeit nach meiner Geburt entnahm. Ich war mir zuerst nicht sicher, ob ich sie tatsächlich habe. Schließlich weiß ich nicht, inwiefern ich überhaupt da war nach meiner Geburt. Dachte, probier's einfach aus und et voilà – In der Tat."
„Moment mal," fiel Harry ihm fassungslos ins Wort. „Wieso weiß Voldemort dann nichts davon? Hat er es nicht selbst getan? Dich zum Black Heart gemacht, mein ich."
„Hat er. Es ist nur nichts, was von heute auf morgen passiert. Es ist ein Prozess über eine längere Zeit hindurch, je nachdem wie man an die Mittel herankommt. Emmeline Vance hat mich aus seinen Fängen geholt bevor er sichergehen konnte, dass es funktioniert hat.
Da Dumbledore meinen Namen änderte und Anna und Sirius nichts von mir wussten, gelang es auch Voldemort nicht mich wiederzufinden. Du musst wissen, nur ein Black Heart kann ein anderes Black Heart ohne weiteres erkennen. Hat was mit der Magie in einem zu tun. Zauberer und Hexen, alle andere Wesen tun sich schwerer, brauchen Zauber, um das zu tun und selbst das wirkt nicht immer, wenn genug Antizauber dazu bestehen. Selbst Phowlyris brauchen ein weiteres Black Heart, um eines zu erkennen.
Nun waren die Black Hearts tot, die Voldemort nach seiner Rückkehr hätte benutzen können. Ich benutzte die Magie meines Black Hearts nie, nachdem ich herausfand, dass ich sie habe, genau wissend, dass sobald ich das täte, er es sofort spüren würde."
„Wie hast du herausgefunden, dass du diese Magie hast? Ich versteh bis heute nicht, was Gryffindor's Magie in mir sich von meiner normalen Magie unterscheidet."
„Du hast auch nicht auf der Xerchia Akademie studiert," sagte Brian mit dem Anflug eines milden Lächelns. „Alles eine Frage dessen, was man dir beibringt."
Harry versuchte nicht ganz so schockiert zu sein und stattdessen das Gesprochene zu verstehen.
„Heißt das... wenn Voldemort Jilli brauchte, um sein eigenes Black Heart zu erschaffen, dass er sie jetzt nicht mehr braucht? Sie wäre nicht mehr in Lebensgefahr, wenn er das wüsste, oder?"
„Leider ist das genaue Gegenteil der Fall," gestand der Freund frustriert. „Jilli wäre nicht nur in Lebensgefahr. Sie, Du, Ich, wir wären so gut wie tot."
Harry zuckte unwillkürlich zusammen. Dies war das Letzte was er im Bezug auf seine Schwester hören wollte.
„Allan White hat Voldemort bisher noch nichts von Jilli's Herkunft erzählt. Er wollte sie wahrscheinlich erst selbst fangen und sie ihm persönlich bringen. Das ist gut, weil Voldemort somit seine anderen Todesser nicht auf sie angesetzt hat, aber das macht diesen einen Todesser nicht unbedingt ungefährlicher. Von dem, was ich in Erfahrung bringen konnte, ist Allan White gar der gefährlichste von allen. Er schreckt vor rein gar nichts zurück.
Mit Jilli's Ponestermagie hätte Voldemort sich sein perfektes letztes Black Heart erschaffen können.
Geraten wir zwei in seine Fänge wird er sehr schnell merken, dass ich es bereits bin. Nur nicht das perfekte mit Ponestermagie Erschaffene.
Er wird wissen, dass er dadurch jedoch etwas anderes tun kann. Etwas weitaus für ihn selbst erheblich Bedeutenderes, was er sonst nicht hätte tun können."
Er sah den Freund aufmerksam an, denn Brian sah nach wie vor sehr ernst aus. Normalerweise umspielte sein Gesicht stets etwas spitzes oder freches, aber in diesem Moment war nichts davon zu erkennen. Diese Ernsthaftigkeit machte ihm zu schaffen und bereitete ihm tiefes Unbehagen.
„Ich hab dir vor kurzem gesagt, dass dein Vater dir Gryffindor's Magie auf spezielle Weise vererbt hat. Insbesondere hat er dafür gesorgt, dass Voldemort niemals mehr an diese Magie herankommt. So wie er dir die Magie vererbt hat, ist sie für Voldemort verloren.
Jilli würde als dunkler Ponester jedoch genau die Zerstörungskraft besitzen, die Voldemort braucht, um die Magie Gryffindor's in dir zu vernichten. Er braucht dazu sie und mich. Und wenn er das tut, überlebt das keiner von uns drei."
Nun verstand Harry worauf der Freund hinaus wollte und augenblicklich verfinsterte sich seine Miene.
„Und du weißt das woher genau?"
Harry fühlte sich so kraftlos, sein Körper wollte sich am liebsten wieder hinlegen und nichts tun, damit der zwickende, penetrante Schmerz aufhörte. Was er jedoch hörte ließ ihm einfach keine Ruhe und weckte stattdessen ungeahnte Stärke in ihm drin.
„Geschlussfolgert," antwortete Brian simple und lächelte mild. „Ist nicht so, dass ich in Voldemort's Gedanken Einblick habe. Es wäre jedoch das, was ich tun würde, wenn ich er wäre.
Ich nehme an, dass ist auch derselbe Schluss, zu dem Anna kommen wird oder gekommen ist und deswegen brauch ich deine Hilfe."
Harry nickte zwar vorsichtig, es war ihm jedoch anzusehen, dass er Mühe hatte zu verstehen, worauf Brian eigentlich hinaus wollte.
„Ich hatte gehofft, wenn ich Anna davon erzähle, wir zusammen versuchen Allan White aufzuhalten, bevor es Voldemort erfährt, aber ich fürchte, sie wird auf eigene Faust handeln. Das ist zumindest das, was ich aus ihrer Reaktion herauslese. Und ich befürchte, es wird nicht das Resultat bringen, was wir alle hoffen, sondern genau das, was keiner von uns will."
„Sirius sagte, Anna hätte Angst vor ihrem Vater. Wieso sollte sie in alleine konfrontieren?"
„Ich würde eher sagen, Anna hatte Angst vor ihrem Vater. Sie hat sich verändert. Remus, Kingsley, Molly, Arthur, Mad-Eye, Kila, absolut jeder ist sich darin einig, dass sie sich verändert hat. Sie ist verschlossener, kälter und was man ihr früher nicht zutraute, ist man sich heute nicht mehr sicher.
Sie konnte ihren Vater damals nicht umbringen, weil sie sich nicht mal in seine Nähe traute, aber heute? Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass sie es nicht kann und müsste ich wetten, würde ich sagen, keiner kann das. Selbst Jilli sagt, dass sie Anna nicht mehr einschätzen kann."
Harry nickte nachdenklich. Was die beiden Jungs nicht mitbekamen war, dass die Tür zwar verschlossen war, Jilli jedoch unweit davor stand. Es lag kein Silencio Zauber auf einem der Räume und obwohl die Tür verschlossen war, hörte sie beide Jungs klar und deutlich sprechen. Es war ihrer mittlerweile verstärkten Ponesterseite zu verdanken, dass sie hören konnte, was hinter verschlossenen Räumen gesprochen wurde. Es war gar keine Absicht von ihr gewesen zu lauschen und mehr eine Spielerei gewesen zu hören was hinter verschlossenen Räumen von anderen so gesprochen wurde. Als sie jedoch hörte, wie Brian Harry erzählte, dass er bereits ein Black Heart war, gefror sie auf der Stelle zu Eis und es war ihr einfach nicht mehr möglich sich noch zu rühren. Sie bekam jedes einzelne Wort der beiden mit und mit jeder weiteren Sekunde bekam ihr Herz tiefe Risse. Jilli entfernte sich wieder als die beiden über Anna sprachen.
Ihr Herz pochte mittlerweile so schnell und stark, sie hatte das Gefühl zu ersticken. Schnellen Schrittes lief sie vor die Tür und stoppte. Sie hielt sich am Geländer fest und versuchte sich vergeblich wieder zu beruhigen.
Brian war bereits ein Black Heart. Das letzte Black Heart. Voldemort würde sie zum dunklen Ponester machen und sie beide dazu zwingen Harry zu töten. Alle drei würden nicht lebend herauskommen. Es war Voldemort, ihm gelang es stets seine Ziele zu erreichen.
Sie sank kraftlos am Geländer hinab auf die Knie. Egal, was sie auch versuchte, aber Jilli konnte sich nicht beruhigen. Die Luft wurde immer dünner, ihr Herz immer schwerer.
'Das darf nicht passieren... Das darf nicht passieren, bitte... Ich will meinem Bruder nicht weh tun wie dir Dad. Ich will nicht zu diesem Wesen werden. Brian und Harry dürfen nicht wegen mir sterben... Dad... Mum... Was soll ich nur tun?'
„Jilli?"
Sie schreckte auf als sie die ihr vertraute Stimme hörte, doch es ließ sie nicht wieder atmen. Im Gegenteil, es machte es noch schwerer. Sie drehte sich um und richtete sich mit Sirius Hilfe wieder auf die Beine. Jilli versuchte ihre Verzweiflung zu verstecken, aber wenn sie und Harry etwas nicht konnten, dann war es ihre Gefühle nicht zu zeigen. Sirius hatte sie nicht dazu gezwungen etwas zu sagen, stattdessen sah er sie einen Moment lang besorgt an und nahm sie schließlich tröstend in seine Arme.
Sie ahnte, dass er glaubte, dies wäre nur ihrer Sorge um Harry geschuldet, sie hätte ihm die Wahrheit nicht sagen können. Es kostete sie schon genug es ihren Eltern mitzuteilen, Harry wusste es doch auch nur durch ihre Eltern und mit Anna hatte sie nie darüber gesprochen. Sie hatte den Gedanken an das Geschehen verdrängt und mit einem Mal war es durch Brian's Worte wieder heraufgekommen. Es hatte sie mit sich gerissen und nun befand sie sich eingesperrt in seinem Griff und es schien unmöglich zu sein sich zu befreien.
Jilli drückte sich so fest sie konnte an Sirius. Alles was sie wollte war, dass es endlich aufhörte und sie sich nicht mehr gejagt und verloren fühlte, sich nicht mehr vor sich selbst fürchten musste. Nach einer Weile ließen sie einander los, Sirius sah sie aufmunternd an und schlug vor, dass sie zu Harry gehen sollten, um zu sehen wie es ihm ging.
„Er ist wach," sagte sie und Sirius' Gesicht hellte sich auf der Stelle auf.
„Das ist sehr gut. Siehst du, Kleines. Harry ist schneller wieder auf den Beinen als du glaubst."
Sie nickte lächelnd und gemeinsam schritten sie schließlich zu ihm hinein.
In kürzester Zeit hatten sich auch Ginny, Hermine und Ron zu ihnen gesellt und alle waren sichtlich erleichtert zu sehen, dass der Trank die gewünschte heilende Wirkung bei Harry hatte. Tonks war gleichfalls zu ihnen dazugestoßen. Tonks und ihr Baby. Es war ein Junge und während jeder von ihnen den Kleinen mal hielt, erzählte sie ihnen davon, wie schwer die Geburt war und dass es sehr lange dauerte. Remus und sie haben sich am Ende für den Namen Ted Remus Lupin entschieden.
Jeder hatte sich in das Gespräch eingebracht und Tonks versichert, dass ihr Sohn viele Beschützer und Onkeln und Tanten haben würde, die sich um ihn kümmerten. Jeder – außer Jilli. Harry fiel schnell auf, dass sie ungewöhnlich still und in sich gekehrt war. Obwohl sie ihn sanft anlächelte, sah man ihr an, dass etwas nicht in Ordnung war.
„Hat Remus schon Neuigkeiten von den vermissten Mitgliedern?" fragte Brian, gerade als er seinen Neffen in seinen Händen hielt, und Harry wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Gespräch zu.
„Nah, leider nicht," antwortete Sirius. „An tut ihr Ding und versucht ebenfalls herauszufinden, was mit ihnen ist."
„Hoffentlich geht es ihnen gut," sagte Tonks sorgenvoll.
Harry verzog kurz das Gesicht als eine Bewegung unerwartet einen Krampf auslöste. Sirius nahm das sofort zum Anlass alle hinauszuschicken, damit Harry sich nicht zu sehr anstrengte. Jilli gab ihm recht und hatte das Zimmer als erstes verlassen. Er wollte seine Schwester eigentlich aufhalten, aber sie war bereits im nächsten Moment verschwunden.
Jilli konnte es nicht ertragen länger bei ihnen zu sein. Ständig klingelte es in ihren Ohren, dieselbe Worte, ständig sah sie dieselben Bilder vor ihrem geistigen Auge. Dunkler Ponester. Voldemort würde sie zwingen, diese Kreatur zu werden. Diese Kreatur, die es in einer anderen zeit schaffte ihre Mutter zu vergiften und den Tod ihres Vaters zu verantworten hatte. Als solcher war sie gefährlich, hatte keine Kontrolle mehr über sich selbst, liefe gar Gefahr Tonk's neugeborenem Baby das Leben zu nehmen... Sie hatten alle keine Ahnung wie gefährlich sie dann tatsächlich war.
Jilli folgte den anderen nicht ins Wohnzimmer, stattdessen ging sie in ein anderes Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Sie nahm Feder und Pergament in die Hand und schrieb den Brief mit zitternden Händen.
Harry,
Ich hab euer Gespräch mitangehört. Ich werde nicht zulassen, dass so etwas passiert. Bitte such mich nicht. Ich werde untertauchen und mich verstecken. Das ist das Einzige, was ich tun kann, um euch alle zu schützen. Tut mir leid, dass ich dich als Schwester so enttäusche. Ich werde dich immer lieb haben. Danke, dass du mir Familie warst.
Jilli.
Sie faltete den Brief zusammen, schrieb seinen Namen oben drauf und ließ es auf dem Tisch liegen. Jilli warf einen letzten Blick zurück zur verschlossenen Tür und festigte ihren Entschluss. Wenn sie noch mal ein Blick zu ihnen warf, würde sie die Stärke nicht besitzen, um ihnen den Rücken zu kehren und zu gehen. Sie musste sie schützen, was in dieser anderen Zeit passiert war, durfte hier nicht auch passieren. So atmete sie einmal tief durch, schloss ihre Augen und umklammerte mit der rechten Hand den Blumenförmigen Anhänger mit dem Alexandrit in der Mitte an ihrer Halskette. Sie verwandelte sich in den kleinen Leuchtkäfer und verließ das Versteck durch das Fenster. Für immer, so beschloss sie mit blutendem Herzen.
