Hallou =) Da bin ich. Hat wieder länger gedauert, aber in 3 Wochen kommen hoffentlich mehr Kapitel. Geplant ist jetzt, dass ich da 2 bis 3 Kapitel für BH III schreibe und 2 von CofX updaten kann. Ob das gelingt ist was anderes, denn die nächsten 3 Wochen wird es in der Arbeit für mich nach wie vor stressig. Das hört echt nie auf =/ Aber, ich hab dafür in diesem Jahr gelernt, dass es nichts bringt sich immer nur ne halbe Woche zu nehmen, um nicht zu viel liegen zu lassen. Andererseits hatte ich auch noch nie 2 Wochen frei genommen von der Arbeit also wer weiß, wie übel es dann ist, wenn ich im September wieder zurück komme und dann könnte es schon anders aussehen fürs nächste Jahr X.x Wie dem auch sei. Hier endlich ein neues Kapitel. Baba!


Reiews:

Mannequin: Halli Hallo =)

Puh! Dieses Mal dachte ich echt: Och nö, ein Leser vergrault, weil du zu lang gebraucht hast, aber dann - eines Tages - Ha! Sie liest es doch noch =) Freu mich wie ein irrer Keks, dass du doch noch dran bleibst =) Bei der Hitze zu schreiben ist allerdings halb unmöglich gewesen. Ich bin so froh, dass es nun endlich wieder erträglichere Temperaturen haben soll. Wie war es bei euch so? Mit Kindern ist das doch glatt noch schlimmer, denn die haben ja irre viel Energie. Selbst bei dieser Hitze? Ah, du bist jetzt schon im Urlaub, richtig? Geht's wohin?

Jiah, bei mir ist es ununterbrochen stressig geblieben. Einige Kollegen sagten aber zu mir, dass es daran liegt, dass ich nicht nein sage und ich muss halt nur nein sagen und es liegen lassen, selbst wenn man es mir dennoch aufdrückt. So bin ich nur nicht... Ab September hab ich 2 Wochen frei =) Und ich habe absolut vor das zu genießen und endlich auch wieder mehr für die beiden FF's zu tun. CofX hat eigentlich 2 fertige Kapitel aber ich komm nie dazu sie richtig zu überarbeiten und dann bleiben sie bei der Hälfte und unfertig. Für nächstes Jahr hab ich mir vorgenommen öfters Wochenurlaube zu nehmen, statt wie bisher nur 2 bis 3 Tage. Was fast ein wenig traurig klingt, dass ich beide FF's dieses Jahr nicht fertig kriege Öö

Och mensch =/ Das hört sich schlimm an. Ich mein, es ist irgendwo „allgegenwertig". Die Medizin hat sich ja doch sehr weiter entwickelt und die Menschen werden auch viel älter, was nicht unbedingt heißt, dass sie alle „gesund" altern. Dann war es am Ende wohl doch eher eine Erleichterung, dass dein Großvater sich nicht mehr weiter zwingen musste? Da bin ich gerade froh, dass es Pflegeheime gibt und die sich dann auch gut kümmern und für deine Oma ist es dann tatsächlich denk ich das Beste, dass sie nicht mitbekommt, was tatsächlich ist. Hier könnte das "nicht gesund altern" auch von Vorteil sein. Ich denk mir manchmal schon, dass es schlimm ist, wenn man selbst mal so alt ist und so was passiert, aber wenn wir ohnehin nur noch die Hälfte mitkriegen ist es irgendwie wieder etwas anderes.

Hm... würdest du sagen, dass die Kinder, die so früh schon in die Kita kommen, später auch weniger ängstlich sind? Oder gibt es kein Unterschied ob sie mit 1 in die Kita kommen oder mit 3. Ich grübel halt nur, weil, ich denk mir, dass Kinder diese Zeit doch eigentlich schon mit ihren Eltern brauchen? Ich hab eine Freundin, die hat einen Jungen zur Welt gebracht und ihn noch nicht in die Kita gegeben. Sie sagt selbst, sie ist Vollblut Mama und will die Zeit auch für den Kleinen aufbringen bis er dann in den Kindergarten kommt. Eine andere Freundin hat ihre Tochter mit 1 ½ Jahren in die Kita gebracht und gesagt, wenn sie das nicht jetzt macht, dann wird sie doch später viel ängstlicher.

Hehe, gibt doch auch die eine Geschichte, wo ein Hund ein Kind anfallen wollte und die Katze hat den Hund vertrieben? XD Katzen können schon was.

Und auch schon nen neuen Vertrag für September gemacht? XD Wenn du Vodafone gekündigt hast, zu welchem Anbieter wolltest du dann wechseln? Ich denke, Telekom? M-Net hat glaub ich auch nicht so das beste Netz.

Ich versuch Hermine und Ron so gut wie möglich mit einzubinden. Ich merke nämlich, ich rutsche glaub ich dahin Jilli und Brian zu sehr in den Vordergrund zu schieben und eigentlich sollten Hermine und Ron schon weiter mit Harry im Mittelpunkt stehen. Die FF soll ja irgendwie ein Ersatz Buch 7 für mich werden und Ron und Hermine gehören ohne Zweifel dazu. Hab ich dich eigentlich je gefragt, was du von der Aussage von Rowling hieltest, dass sie nun der Meinung ist, Hermine und Harry hätten am Ende doch zusammen kommen sollen? Das kam glaub ich vor einigen Jahren, nachdem Buch 7 Jahre lang draußen war.

Hast du eine Theorie zu Sirius und Anna's Verschwinden? =) Also, das offensichtliche ist natürlich, dass sie nicht tot sind, aber sonst?

Tote wohl leider schon, aber ich habe mir fest vorgenommen sie nicht reihenweise zu killen wie Rowling das gemacht hatte ^^ Es werden also eher mehr überleben als sterben. June's Tod war nur eher etwas unvermeidbar gewesen. Ist ein wenig wie Cygnaius, der in Black Heart zwar irgendwie dabei war, aber ohne, dass man es wusste, dass er es war und in CofX dann auftauchte und da auch starb und für BH III nun auch nicht mehr erwähnt wird. June war auch schon in CofX da, aber nie erwähnt, und ihre Geschichte wird nun hier beendet.

Ich muss immer aufpassen (auch das verzögert vieles), dass ich die Geschichte richtig erzähle. Ich hab die Angewohnheit meine Gedankengänge zwar aufzuschreiben, aber seeeeeeeeeeeeeehr merkwürdig und muss mir dann selber noch mal Gedanken darüber machen, was ich mir damals gedacht habe dabei. Irgendwie war es tatsächlich viel leichter als ich täglich die Geschichten schrieb und noch genug Freizeit dafür hatte...

Dummerweise habe ich das auch in der Arbeit Öö Ich kann meine eigene Schrift manchmal nicht mehr lesen und hab auch keine Ahnung, was ich mir dabei gleich wieder gedacht habe.

Danke fürs liebe Review =) und noch mehr danke, dass du dran geblieben bist, hehe.

Liebe Grüßle (und womöglich gerade einen schönen Urlaub?)


Guest: Hallöchen =),

Danke =) Freu mich, dass dir meine HP FF gefällt. Ich bin dabei, aber leider kommt momentan alles etwas langsam voran. In 3 Wochen dann, ab dem 1. September hab ich 2 Wochen frei und dann sollte auch mehr kommen. Freu mich immer über Reviews. Ich kann ja nur „erahnen" wie viele meine FF lesen und wenn sie euch gefällt ist es noch besser. Also egal wann, ich freu mich immer über Reviews.

Liebe Grüße =)


Chapter 52 - playmaker

Jilli saß in der kalten, modrigen Höhle und hatte ihren Kopf hinter ihren angewinkelten Beinen versteckt. Hier war sie in Ordnung, unfähig irgendjemandem weh zu tun, der ihr so viel bedeutete. Sie konnte hören, wie Harry nach ihr rief, aber sie sperrte sich dagegen darauf zu reagieren. Vor ihrem geistigen Auge sah sie das Blut an ihren Händen kleben, das Blut ihres Vaters, ihre tote Mutter direkt daneben, die vielen Stimmen, die ihren Namen in dieser Erinnerung riefen. Ihre Eltern, Anna, Sirius, Remus, Yuno... Sie wollte es nicht mehr hören, nicht mehr denken, nicht mehr fühlen. Es war zu tief, zu schmerzvoll... zu...

Schritte... Jilli sprang sofort auf die Beine und ergriff ihren Zauberstab. Ihr Atem raste und für einen Moment fand sie sich an Ort und Stelle gefesselt.

„Brian?"

Sie sah ihn ungläubig an, aber ihr Gegenüber lächelte verschmitzt. Er breitete seine Hände aus als Zeichen, dass er nicht für ein Angriff hier war und Jilli ließ den Zauberstab sinken, wenn sie auch sichtlich immer noch verblüfft über sein Auftauchen war.

„Was... Wie... Wie hast du mich gefunden?!"

„Ich bin sehr klug," war die simple Antwort, doch das rief in ihr nur noch mehr Unmut auf. Sie fühlte sich merkwürdig aufgebracht und blieb auf Abstand zu ihm. Uneins darüber was in ihr vorging, fror sie an Ort und Stelle ein und versuchte ihre Gedanken zu ordnen.

„Netter Schlafplatz," kommentierte er jedoch sarkastisch und durchbrach die aufkeimende kalte Stille. „Viel besser als deiner letztes Zuhause. Das hier ist immerhin ne Höhle und nicht nur Schutt und Asche."

„Wieso bist du hier?" fragte sie jedoch leise ohne auf sein Versuch eines sinnlosen Ping Pong Gesprächs einzugehen, was sie früher nur all zu oft geführt hatten. So gern sie es wieder wollte, sie zwang sich dazu es nicht zu wollen.

Der junge Zauberer pustete die Luft zwischen seinen halb geschlossenen Lippen hindurch und wirkte gespielt ratlos bevor er jedoch schlagartig schelmisch grinste.

„Ich hab's ja versucht dich in Ruhe zu lassen, aber... Ehrlich, Ji, ich kann ohne dich nicht leben. Alles blöd ohne dich – irgendwie."

Ihr Herz blieb für ein Moment stehen – ein Herzschlag fehlte einfach so. Meinte er das ernst? War es Spaß? War es etwas zwischen drin? Sie beschloss – dass es nichts war und so seufzte sie und wandte sich kopfschüttelnd ab.

„Du hättest nicht kommen sollen..."

„Ja ja," verwarf er ihren Versuch ihn von sich zu stoßen. Damit hatte er bereits gerechnet. „Seien wir ehrlich, wenn du wirklich nicht gefunden werden wolltest, dann hätte ich dich auch nicht finden können. Egal, wie klug ich bin und ich bin wirklich sehr klug."

„Brian," sagte sie traurig. Wenn der Wille doch nur groß genug wäre ihn zu stoppen all diese Worte zu sagen. Aber er hatte recht – ein Teil von ihr wollte es hören, wollte, dass er dies zu ihr sagte und sie fand.

„Versteck dich nicht, Jilli. Komm zurück. Harry braucht dich."

„Harry kommt sehr gut alleine zurecht," entgegnete sie betrübt. „Er kam die letzten 16 Jahre sehr gut ohne mich aus... Er ist ohne mich besser dran."

„Weil er ohne dich da durch musste, nicht weil er es wollte," sagte Brian fest, aber Jilli hatte ihn weder angesehen, noch beachtet. Ihr Blick war stur zu Boden gerichtet.

„June ist tot," sagte er schließlich.

Sie hatte ihren Kopf nicht angehoben. Stattdessen schluckte sie hart und starrte nur noch härter ins Nicht hinein. Sie wusste es also. Gut, irgendwie war es klar, dass sie auch ein Band zu June Stone gehabt haben musste und es dann auch spürte, wenn diese gestorben war.

Brian schüttelte nur den Kopf über ihre Sturheit. Er ahnte, dass er sie nicht umstimmen konnte, wenn er nicht mehr preis gab. Er wandte sich kurz nachdenklich zur Seite und selbst während dieser Stille lehnte sie schweigend an der Mauer ohne ihn auch nur ein einziges Mal gerührt zu haben. Sie sah verletzlich und in sich gekehrt aus.

„Tust du das, weil du das willst oder weil dir jemand diesen Floh ins Ohr gesetzt hat?" fragte er schließlich. Es war die letzte Frage, mit der sie gerechnet hatte und so blickte sie verblüfft auf.

„Schon mal daran gedacht, dass das, was du tust, gar nicht du bist?"

Ihr verwirrter Blick sprach Bände und so lachte er kurz traurig auf. Sie hatte also tatsächlich nicht den geringsten Zweifel an die Absichten dieser Person.

„Ji, dieser jemand manipuliert dich für seine eigenen Ziele und du tust genau das, was diese Person beabsichtigt. Diese Person mag das in guter Absicht für dich tun, aber das heißt nicht, dass es auch das Beste für andere ist. Zum Beispiel für Harry oder Anna und Sirius, die, wie ich genau weiß, dir genauso viel bedeuten, wie es deine Eltern taten."

„Brian, niemand hat mir irgendeinen Floh ins Ohr gesetzt. Niemand hat gesagt, ich solle mich verstecken. Ich tat das, weil ich es für das Beste hielt. Für alle Beteiligten."

Er schüttelte erneut den Kopf und lächelte frustriert.

„Ji, du bist alles andere als auf den Kopf gefallen und naiv. Vielleicht manchmal ein wenig zu impulsiv und du neigst zur Übertreibung – aber dumm bist du garantiert nicht. Also denk noch mal nach und hinterfrage die Motive der Personen, die ihren Senf zu deinen Entscheidungen gegeben haben... Ganz gleich, ob ungefragt oder gefragt."

„So wie Juny? Fleur? Kila? Remus?"

Brian lachte verbittert.

„Würdest du diese Person wirklich mit ihnen auf eine Stufe stellen? Vertrauen ist wichtig. Ohne könnte der Orden überhaupt nicht überleben, aber du solltet dir gut überlegen, wem du wie weit dein Vertrauen schenkst.

Dein Dad hat Pettigrew vertraut ohne die schlechten Absichten zu sehen. Er hat seine Motive nicht ein einziges Mal hinterfragt – Hast du dich je gefragt warum? Aufgrund ihrer gemeinsamen Freundschaft? Geschichte?... Mach nicht denselben Fehler wie er. Du hast schließlich genauso viel zu verlieren.

Damit habe ich alles gesagt, was ich zu sagen hatte und werde dich wieder deiner einsamen, trüben, merkwürdigen Stimmung lassen."

Er wandte sich von ihr ab und war bereits einige Schritte gegangen, da rief sie ihm nach. Er stoppte und drehte sich wieder zu ihr um.

„Sagst du mir... warum diese Person mich manipulieren sollte? Mir fällt nämlich so überhaupt kein Grund ein."

Brian lächelte sanft.

„Sorry, Ji. Das liegt an dir, das herauszufinden. Aber solange du dieser Person blind vertraust, sind all diejenigen, die dir am Herzen liegen, diejenigen, die darunter zu leiden haben."

Er nickte ihr ein letztes Mal zu, dann verließ er die Höhle. Zurück blieb eine Mischung aus Kälte, Verwirrung und gleichzeitig einem unendlich mulmigen Gefühl... Weglaufen und sich verstecken, um Voldemort zu schwächen, das war ihre Absicht gewesen... War es nicht das Richtige? Wäre sie geblieben, hätte Voldemort sie benutzt – egal, in welche Zeit sie blickte, es war immer dasselbe. Wenn sie blieb, dann war sie diejenigen, die alle um sich herum schwächte und ihren Tod herbei führte. Harry, Sirius, Anna – sie liebte sie zu sehr, um das zuzulassen...

Sie schloss ihr Augen und krümelte sich wieder in ihrer Ecke ein... War es das Richtige? Was, wenn Brian recht hatte... Wenn sie denselben Fehler wie ihr Vater machte? Hätte er jemanden gehabt, der ihm ins Gewissen redet, hätte er dann anders gehandelt? Wären er und ihre Mum dann jetzt noch am leben?


Mit Brian in Kontakt zu treten erwies sich dieses Mal als echte Herausforderung. Harry hatte ihm Eulen geschickt, seinen Patronus, Nachrichten über andere Mitglieder im Orden ausrichten lassen – aber von keinem kam Rückmeldung. Fleur hatte ihn lediglich als „dummen Jungen" bezeichnet, weil er nicht mehr nach Jilli fragte (Von der er mittlerweile jedoch wusste, dass es ihr gut ging).

Bill hatte ihm versprochen Brian Bescheid zu geben, dass Harry ihn suchte, gleichzeitig aber auch zugegeben, ebenfalls zur Zeit keinen Kontakt zu haben. Das hieße aber nichts, da beide zur Zeit viel für Gringotts und dem Orden gleichzeitig zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Gegenden unterwegs waren. Tonks und Remus waren voll und ganz mit ihrem Sohn beschäftigt, der keinen von beiden durchschlafen ließ – und irgendwie trieb es Harry ein Lächeln ins Gesicht. Bedeutete das schließlich dennoch etwas Normalität, selbst unter dem entfachten grausamen Krieg von Voldemort.

Dass Anna und Sirius nach wie vor wie vom Erdboden verschluckt waren, trat mit Brian's krampfhaften ignorieren seiner Versuche ihn zu erreichen glatt in den Hintergrund.

„Das ist gar nicht üblich für Brian," sagte Ron am Mittag. Die Freunde saßen auf den Ländereien nahe dem Fluss und obwohl viele Mitschüler (sehr viele waren Slytherins), mal auffällig, mal unauffällliger, um sie herum schlichen, sprachen sie offen über alles, was sonst geheim bleiben sollte. Warum?

Hermine hatte ein ausgezeichneten Fluch gefunden, der jeden unerwünschten Passanten nichts anderes als Bienensummen hören ließ. So mussten sie sich nicht mehr darum kümmern, wo sie sich unterhielten und über was. Kaum, dass sie sich gemeinsam irgendwo hinsetzten, hatte Hermine den Fluch ausgesprochen und die Freunde hatten ihre Ruhe vor sämtlichen Eindringlingen.

„Also, dass er sich nicht meldet, meine ich. Bill sagte mal, dass man nach Brian die Uhr stellen könne. Wenn er einem etwas verspricht, hält er es auch."

„Du glaubst doch nicht, dass ihm etwas passiert ist, oder?" fragte Hermine unsicher und biss sich angespannt auf die Lippen. Harry zuckte kurz mit der Schulter.

„Keine Ahnung. Brian ist glaub ich nicht so der große Duellierer."

„Habt ihr euch denn schon mal duelliert?" fragte Ginny überrascht, woraufhin er leicht den Mundwinkel verzog. Ihr zu gestehen, dass sie sich zum abreagieren miteinander duelliert hatten, kam ihm gerade nicht richtig vor und so schwieg er. Die Wahrheit war jedoch, dass ihm dabei durchaus aufgefallen war, dass Brian nicht ganz die Stärke besaß, wie einige andere, mit denen Harry sich bereits gemessen hatte. Selbst Draco Malfoy's Flüche waren kräftiger und wirksamer. So abwegig war die Gefahr somit nicht, dass Voldemort ihn geschnappt hatte.

„Remus und Tonks würden sofort reagieren, wenn Brian vermisst wäre" fuhr Hermine sehr eindringlich fort. „Er ist ihr Adoptivbruder und Tonks und Brian sind total eng."

„Tonks hat im Moment nur ihren Sohn im Kopf," warf Harry ein. „Und Professor White und Sirius sind immer noch verschwunden. Der Orden hat also andere Dinge im Kopf."

„Harry, komm schon" sagte Ron unsicher. „Es könnte eine Millionen Gründe dafür geben, dass Brian dir nicht antwortet oder sich sofort hier blicken lässt."

„Was für einen zum Beispiel?" konterte Harry. „Was soll er für einen guten Grund haben? Ich schreibe ihm, dass Voldemort's Horkrux an Jilli's Hals hängt und er legt den Brief beiseite um was zu tun?! Ein Buch zu lesen? In Ruhe ne Tasse Tee zu trinken?"

„Vielleicht hat er sich das Bein gebrochen als er aus der Dusche kam und ihm ist das zu peinlich zu gestehen?" sagte Ron unangenehm. Hermine rollte die Augen und Harry war hin und hergerissen zwischen das ernst nehmen, weil es so schräg klang, dass es doch wieder hätte stimmen können, oder seinem besten Freund für diese bescheuerte Erklärung eine runterzuhauen.

„Wieso gehst du nicht hin und schaust nach?" schlug Ginny auf einmal vor.

„Was?" fragten Ron, Hermine und Harry gleichzeitig. Ginny grinste breit, während Harry beim weiteren Nachdenken die Idee gar nicht mal schlecht fand und auch Ron hatte das Gesicht verzogen.

„Stimmt eigentlich," sagte er einsichtig.

„Harry!" sagte Hermine jedoch deutlich verärgert. „Das kannst du nicht einfach machen!"

„Wieso nicht?" fragten alle drei.

„Na," versuchte sich Hermine ungewöhnlich auffallend herauszureden und das war auch keinem der drei entfallen. Harry verzog misstrauisch das Gesicht und blickte die Freundin verdächtig an.

„Hermine! Weißt du etwa etwas, was wir nicht wissen?" fuhr Ron genauso eindringlich fort. Ihm gegenüber schien Hermine nicht zurückzuhalten, denn sie warf ihm einen sehr zickigen Blick zu.

„Ich weiß sogar sehr vieles, was du nicht weißt, Ron! Allein Arithmantik und Alte Runen sind zwei von vielem was du nicht weißt!"

„Hermine?" wiederholte Harry eindringlich, denn ihre Art war sogar sehr verdächtigend. „Was verheimlichst du uns?!"

„Nichts!" sagte sie jedoch entschieden. „Nichts, was euch etwas angehen würde, jedenfalls. Wichtig ist nur, dass es sich nicht gehört unangemeldet bei einem Freund einfach so vor der Tür zu stehen."

„Ich denke ich hab mich mit all meinen Kontaktversuchen bereits angemeldet," entgegnete Harry sarkastisch und sprang auf die Beine.

„Wenn du also nicht sagst, was sonst noch dagegen spricht, dann geh ich jetzt zu ihm nach Hause und stell ihn zur Rede."

Hermine blieb sitzen und starrte ihn mit banger Miene unentschlossen an. Ron und Ginny sahen beide gebannt an, aber gerührt hatten sie sich nicht. Als klar wurde, dass Hermine kein Grund nennen konnte, drehte sich Harry ab und schritt davon – exakt ein Meter.

Mit mürrischem Blick wandte er sich seinen Freunden wieder zu.

„Wo wohnt Brian genau?"

Ginny und Ron sahen nicht minder ratlos aus und nur Hermine schien eindeutig nur so zu tun als ob sie von nichts wüsste. Harry sah sie daraufhin fest an und sein Blick ließ ihr gar keine andere Wahl als einzuknicken.

„Na gut," murmelte sie unzufrieden.


Ginny und Ron kannten Brian zwar länger als Harry und Hermine, da er aber sehr oft seine Bleibe änderte, war Bill der einzige Weasley, der wirklich immer wusste, wo der Freund gerade wohnte. Dass er mittlerweile in der Stadt lebte hatten sie auch nur mitbekommen, weil er es Harry gegenüber preisgab.

„Warum weißt du eigentlich, wo Brian wohnt? Und wir nicht?" schnappte Ron auf dem Weg durch die Schule. „Habt ihr etwa was am Laufen?"

„Was?" schmiss Hermine lächerlich zurück und dass sie das so meinte war unverkennbar. Nur vielleicht nicht für Ron, der weiter ein Gesicht zog als ob er betrogen wurde.

„Jetzt sag nicht, das ist lächerlich."

„Das ist aber lächerlich!"

„Woher weißt du sonst, wo er wohnt?!"

Sie schritten bis zum Wasserspeier vor Professor White's Büro.

„Marauder," sagte Harry und der Wasserspeier machte den Weg für die Freunde frei.

„Ich interessiere mich eben für meine Freunde und rede nicht nur die ganze Zeit über mich."

„Ach und ich tu das?!"

Ginny und Harry sahen sich peinlich berührt an. Hermine und Ron stritten oft und viel und mittlerweile taten beide sehr gerne so als ob sie ihren Freunden gar nicht zuhörten. Das machte es leichter keine Seite zu wählen, wenn der Streit im nächsten Moment ohnehin vergessen war, sobald sich herausstellte, dass Ron wieder übertrieb und Hermine recht hatte.

Hermine trat als erstes in den Kamin.

„Brian Tonk's Wohnung!" sagte sie klar und deutlich und schmiss das Flohpulver hinab. PUFF! Grüner rauch.

„Darauf hätten wir auch kommen können," sagte Ron mit schiefer Grimaasse.

„Ehrlich? So einfach?" fragte Harry verblüfft.

PUFF! Grüner Rauch. Hermine stand wieder im Kamin.

„Offenbar nicht," kommentierte Ginny grinsend.

„Normalerweise funktionierts," sagte Hermine während sie wieder ausstieg. „Er will niemanden im Moment sehen."

„Oder er ist zufällig nicht zu Hause!" entgegnete Harry.

„Dann versuchen wir es zu einem späteren Zeitpunkt," sagte sie.

„Oder wir versuchen es jetzt und fliegen zu ihm hin!"

„Harry! Vielleicht will er im Moment einfach kein Besuch!"

„Oder er hat vergessen die Sperre an seinem Kamin wegzumachen!"

„Harry!"

Er war jedoch bereits aufgebrochen ohne dass sie noch mehr Einwände geben konnte und zog sie auch einfach gegen ihren Willen mit. Da sie nun doch mit dem Besen fliegen mussten, ließ Ginny die drei alleine los ziehen und blieb stattdessen in der Schule. Einen längeren Weg lohnte sich bei all der Arbeit, die sie noch aufzuholen hatte nicht.

Über den Wolken flogen die drei schließlich auf ihren Besen Richtung London Innenstadt.

„Woher weißt du jetzt, wo er wohnt?!" rief Ron unter dem peitschenden Wind. Hermine schien ohnehin sehr schnell zu fliegen und Harry ahnte, dass sie noch schneller flog, um Ron's Fragen auszuweichen. Ohne ihm zu antworten oder zu reagieren war sie mal scharf nach rechts abgezogen, mal scharf nach links und nur all zu oft beschleunigte sie so stark, dass Harry selber aufpassen musste auch mitzuhalten und sie nicht aus den Augen zu verlieren.

„Die beiden haben doch was," grummelte Ron zu ihm rüber als sie endlich wieder auf dem Boden aufkamen und von ihren Besen abstiegen. Harry warf dem Freund einen dämlichen Blick zu.

„Es sind Hermine und Brian, von denen wir hier reden, Ron."

„Was soll denn das bitteschön heißen?!" fauchte Hermine auf einmal und Harry fand sich fast direkt Nasenspitze an Nasenspitze mit ihr.

„Err – Nichts," versuchte er sich zu retten, denn wenn sie tatsächlich Feuer hätte speien können wäre er nun mächtig verkohlt da gestanden.

„Du denkst, dass ich zu verklemmt bin und Brian und Ich nichts als Bücher und Lernen im Kopf haben. Du hältst uns für langweilige Streber, richtig?!"

„Err – Nein."

Das war die Wahrheit gewesen, aber Hermine war nach wie vor nicht zurückgewichen und jedes falsche Wort hätte sein Ende bedeuten können. Er wollte lieber nichts riskieren. Hermine schnaubte und schritt schließlich weiter.

„Das heißt, die beiden haben nichts miteinander, oder Hermine würde nicht so ausflippen. Aber danke fürs aufklären, Kumpel," grinste Ron, der vorher offenbar rechtzeitig ausgewichen war als Hermine ihre Wut an Harry ausließ. Dazu konnte Harry gar nicht anders als die Augen zu rollen, den Kopf zu schütteln und Hermine mit Ron zu folgen.


Brian's Wohnung war tatsächlich ganz in der Nähe von Harry's Wohnung gewesen, wenn die Gegend auch etwas unheimlich war. Es war sehr ruhig bis auf einige wenige Eulen, die einen sehr intensiv Schritt für Schritt beobachteten. Selbst die Ratten oder Katzen, die hin und wieder ihren Weg kreuzten, schienen keine Angst vor Menschen zu haben und hatten stattdessen angehalten, um die drei sehr lange zu mustern.

„Oh, okay. Er ist da. Es brennt Licht," sagte Hermine und betrat mit den Jungs das Hochhaus.

„Woher weißt du nun, wo Brian wohnt?" stocherte Ron weiter nach und endlich lenkte Hermine ein. Vielleicht auch, weil es ihr gefiel, dass Ron noch immer eifersüchtig werden konnte.

„Er hilft mir bei den Abschlussprüfungen. Dank Harry komme ich sonst nicht voran, wenn mir nicht jemand hilft, der das alles schon mal hatte und vieles abkürzt. Brian ist ein sehr guter Lehrer. Er mag sehr nach Sirius kommen, aber genauso kommt er auch nach Dumbledore oder seiner Mum." Sie stoppten vor einer Tür im siebten Stock und selbst im Treppenflur waren ihnen das ein oder andere Haustier begegnet.

„Hier ist es."

Ron und Harry verzogen beide die Augenbrauen. Auf dem Klingelschild stand Sianna Grey.

„Ein Deckname," erklärte Hermine kurz.

„Und was ist dann Jilli's Deckname? Lija Evpo?" sagte Ron mit irrer Miene, bekam dafür jedoch von beiden Freunden einen extrem dämlichen Blick.

„Jilli hat bereits einen Decknamen. Jimà Sayé," erinnerte Hermine ihn mit mächtig genervten Unterton.

„Stimmt ja," sagte Ron und nickte geradezu zustimmend. Harry schüttelte nur mit einem Grinsen den Kopf und drückte stattdessen die Klingel. Nichts. Kein Ton, kein Ringen, kein Glockenton. Er warf einen fragenden Blick Richtung Hermine, aber sie wirkte nicht minder ratlos und überrascht.

„Vielleicht... ähm... hat er den Klingelton abgestellt, aber hat es dennoch gehört? Er kommt bestimmt gleich."

Sie wandte sich zurück zur Tür und wartete mit einem Lächeln darauf, dass ihnen die Tür geöffnet wurde... nach einer sehr unangenehmen langen Minute in der absolut nichts geschah außer ein hörbares Husten von Ron, wurde schließlich klar – die Tür würde nicht gleich aufgehen. Hermine's Lächeln erstarb, hustete ebenfalls leise und drückte den Knopf erneut. Wieder verging eine sehr lange Minute ohne dass die Tür aufging und prompt bildete sich auch auf ihrer Stirn ein Runzeln. Ron konnte es sich kaum noch verkneifen laut losuzuprusten.

„Willst du ein drittes Mal klingeln oder gleich die Tür eintreten?!" warf er stattdessen rüber.

„Es ist nicht jeder so ein Prolet wie du," zischte sie ihm zu und nahm ihren Zauberstab heraus.

„Brian ist selbst auch ein Zauberer, Hermine," sagte Harry, nachdem er ihre Absicht erkannte „Glaubst du etwa er hat solchen Versuchen nicht schon vorgesorgt?"

Alohomora," sagte Hermine trotzdem. Klick! Das Schloss sprang tatsächlich auf. Es fiel nicht nur Ron und Harry die Kinnlade hinab, auch Hermine riss schockiert den Mund auf.

„Err – Vielleicht weiß Brian nicht, wie man den Zauber blockiert?!" versuchte Ron es zu erklären, aber Harry und Hermine waren dadurch nicht beruhigter. Im Gegenteil, sie erblickten das verschmierte Blut an der Wand und tauschten sehr besorgte Blicke. Prompt nahm auch Harry seinen Zauberstab heraus. Ron tat es ihm gleich und zusammen schoben sie vorsichtig die Tür auf. Es war ruhig... zu ruhig vielleicht. Mit einem Mal rissen sie die Tür komplett auf und stürmten förmlich hinein.

Bewaffnet und bereit anzugreifen fielen sie in die Wohnung ein und fanden sich dort schreiend Auge in Auge mit einem Zauberstab wieder. Hermine! Harry! Ron!... und Brian. Es dauerte eine lange kreischende Minute bis alle aufhörten zu schreien und das dann auch nur, weil Hermine die Initiative ergriff und als erstes etwas anderes tat als zu schreien.

„Was soll das?!"

„Was?" rief Brian laut zurück. „Und ist das nicht mein Satz? Ich sollte fragen, was ihr hier macht! Das ist meine Wohnung in die ihr hier eingedrungen seid? Ich hab einen halben Herzinfarkt bekommen."

„Deine Tür stand sperrangelweit offen!" entgegnete Harry, fügte dann aber etwas beschämter hinzu: „Für jeden, der den Alohomora Zauber kennt jedenfalls." Ein Seitenblick zu Hermine deutete dem Freund, wer der Kopf des Eindringkommandos war. Brian ließ seinen Zauberstab sinken und schüttelte den Kopf.

„Harry färbt auf dich ab, Hermine. Nicht, dass du eines Tages noch meine Tür zerstörst, nur weil du vielleicht eine Aufzeichnung bei mir vergessen haben könntest und ich dir nicht gleich aufmache und stattdessen unter der Dusche stehe."

„Err – Tut mir leid," sagte die junge Schülerin mit feuerrotem Kopf.

„Ich würde mir an deiner Stelle Gedanken machen. Das Potterische bringt einen sehr leicht in Schwierigkeiten."

Potterische?!" wiederholte Harry beleidigt. Brian gluckste amüsiert.

„Mein Leben war immer rein ohne Probleme – bis ich deine Schwester kennenlernte. Seitdem rutsche ich von einem Ärger ins Nächste."

„Meine Schwester ist nicht da," sprach Harry das offensichtliche aus, aber Brian blitzte ihn vielsagend an.

„Uns sie bringt mich immer noch in Schwierigkeiten. Komisch, oder?!"

Er schwang seinen Zauberstab und die Tür fiel zurück ins Schloss.

„Wir haben das Blut gesehen und waren in Sorge," erklärte Hermine mit schuldbewusster Miene. Brian lachte kurz bellend auf.

„Ja, ist ein Trick für Todesser, die doof genug sind zu glauben, dass schon jemand von ihnen hier war. Taucht immer auf, wenn nicht ich die Tür aufmache, sondern jemand von außen. Ich bin mir sicher, dass es welche gibt, die das auch glauben und sich wieder verziehen."

„Wäre es nicht leichter, einfach die Tür besser mit Zauber zu sichern?" schlug Harry vor, doch das verschaffte nur ein noch breiteres Grinsen in das Gesicht seines Gegenübers.

„Wo bleibt der Spaß, wenn man zu sicher lebt?!" sagte Brian stattdessen und steckte seinen Zauberstab wieder ein.

„Wieso hast du nicht geantwortet, wenn du okay bist?" fragte Harry, der seinen Zauberstab ebenfalls wegsteckte, wie auch Ron und Hermine es ihnen nach taten.

„Antworten?" fragte Brian ehrlich verwirrt.

„Na, auf meine Eulen? Patronus? Nachrichten, die ich dir über Bill und andere habe ausrichten lassen?!"

Brian sah immer noch so aus als ob er von nichts wüsste, doch nur eine Sekunde später ging ihm ein Licht auf.

„Ach, das hat Bill gesagt..."

Auf den irritierten Blick seiner Freunde hin, grinste Brian breit und es wurde sofort klar, dass er sie nur auf den Arm nahm.

„Wo ist der 4. Musketier?!"

„Ginny?" fragte Ron.

„Nein, Voldemort."

Ron verzog eine beleidigte Miene, doch Harry kam direkt zum Punkt. Er war nicht hier für ne Teestunde.

„Wieso hast du dann nicht geantwortet?"

„Du fragst mich ehrlich, warum ich nicht ein halbes dutzend Briefe, dein Patronus und ne gefühlt Millionen weiterer Nachrichten von Freunde beantwortet habe?"

„Ja!"

„Schon mal was von nem Heuler gehört? Den hätte ich doch sofort beantwortet."

„..."

Wieder ein breites Grinsen, da Brian jedoch selbst klar wurde, dass er es langsam aber sicher zu weit ging, schraubte er es es wieder ab und sah stattdessen seinen Gegenüber sehr vielsagend an.

„Ich wusste nicht, was ich dir dazu schreiben sollte," sagte er schließlich ehrlich und setzte sich auf die Couch. Harry, Hermine und Ron taten es ihm nach und erst jetzt erkannten sie all die Aufzeichnungen und Bücher, die auf den Tischen oder am Boden ausgebreitet lagen. Bücher aufgeschlagen auf einer Seite mit dem Titel Xerchia's dunkle Seite oder Weiße, dunkle Künste?

Auf dem Tisch lag eine Bleistiftzeichnung des Anhängers... Harry fragte sich einen Moment, woher Brian eigentlich wusste, wie Jilli's Anhänger aussah. Ihm wurde schlagartig bewusst, was der Freund nun all die Zeit über getrieben hatte.

„Yuno," sagte Brian sofort. Harry hatte wohl ein wenig zu offensichtlich die Zeichnung angestarrt. Brian nahm es vom Tisch, warf einen kurzen Blick drauf und reichte es an Harry weiter. „Er hat ihr den Anhänger vor Jahren geschenkt."

Harry hatte es ebenfalls kurz angesehen, bevor es ihm Hermine aus der Hand riss, um es sich genauer betrachten zu können. Er hatte sich indes Brian zugewandt, dem man nach wie vor nichts aus dem Gesicht ablesen konnte.

„Und wie kam er nun zu dem Horkrux?" fragte Harry sicherheitshalber. Er traute es dem Freund durchaus zu erneut in Stille zu verfallen und abzuwarten, bis die richtige Frage gestellt wurde.

„Yuno wusste nicht, was es ist und – weiß es auch immer noch nicht," erklärte Brian. „Nachdem du mir geschrieben hast, hab ich beschlossen Nachforschungen anzustellen, ob du richtig liegst. Hat ein wenig gedauert herauszufinden, wie Voldemort's Horkrux an Jilli's Hals gelangt ist."

„Also ist es das Horkrux?!" fragte Harry finster. Brian nickte mit sehr ernster Miene.

„Leider ja. Daran gibt es kein Zweifel," bestätigte der Freund todernst. Jeglicher Humor, den er sonst noch mit sich trug, war aus seiner Stimme verschwunden.

„Wieso bist du dir so sicher?" fragte Hermine.

„Zum einen, weil ich den kompletten Weg des Alexandriten kenne und zum anderen, und das ist die wichtigere Tatsache, es gibt keinen zweiten Alexandriten, der ein Phowlyris Stein ist."

„Aber es könnte doch ein Alexandrit sein, der kein Phowlyris Stein ist?!" schlug sie weiter vor, aber Brian schüttelte entschieden den Kopf.

„Es gibt Alexandriten und es gibt den Alexandrit, der zu eine Phowlyris Stein erschaffen wurde – Hermine, glaub mir, der Alexandrit, der an Jilli's Hals hängt, das ist der Phowlyris Stein – und Voldemort's Horkrux. Und die Tatsache, dass Jilli ihn die ganze Zeit hatte und nichts davon wusste, und ihn jetzt gerade am Hals trägt, das ist ein Übel, das kann man gar nicht in Worte fassen."

„Wieso?" fragte Ron und meinte seine Unwissenheit auch wirklich ernst. „Ich mein, wenn sie das Teil eh schon Jahre mit sich rum schleppte und noch nichts geschehen ist? Ist das nicht sogar etwas Gutes?"

„Jilli hat es definitiv nicht die ganze Zeit über getragen," entgegnete Brian jedoch. „Mir wäre das sonst früher aufgefallen. Yuno sagte auch, dass sie den Anhänger nur sehr sporadisch trägt."

„Wie kam er jetzt überhaupt an den Stein?!" fragte Harry. Brian verzog eine Grimasse, die eindeutig zeigte, dass dies etwas mehr bedurfte als ein paar wenige Worte.

„Puh, also – wenn ich ihn richtig verstanden habe – und es liegt eine sehr starke Betonung auf wenn, denn Yuno ist ein nuschelnder übergrößer Berg für meine Ohren – dann hat er - und das ist zusammengefasst, denn er hat nur all zu unverständlich ausgeholt - den Stein mitgenommen als er am nächsten Tag für Jilli ein paar ihrer Sachen zusammenpackte, weil sie schließlich für längere Zeit bei ihm leben würde."

Harry, Hermine und Ron sahen so überrumpelt aus, sie wirkten als hätte Brian lediglich kurz Buhuuuuu gerufen. Er fand das so amüsant, sich ein lautes bellendes Lachen zu verkneifen war unmöglich.

„Yuno hat den Stein mitgenommen, weil er dachte, Jilli hätte gern etwas von ihren Eltern bei sich," fasste er das Gesprochene noch mal zusammen, diesmal etwas einfacher und nicht in verschachtelten Sätzen.

„Dass Yuno deinen Eltern nahe stand, Harry, das war klar, denke ich? Wieso sollte sonst Jilli bei ihm aufwachsen. Er war auch Teil des Orden vor 17 Jahren, sagte mir, Jilli spielte sehr gerne mit dem Stein und deshalb fand er es gut, wenn sie ihn hatte."

„Also hat er ihn einfach mitgenommen?" wiederholte Hermine zweifelnd. Brian zuckte lediglich mit den Schultern.

„Ist halt Yuno. Was erwartet man von einem Halbriesen? Dass er höflich Tote fragt, ob er es ihrer Tochter geben kann? Jedenfalls, er hat es mitgenommen und es in einen Anhänger verarbeitet, bevor er es ihr schenkte. So kam es vom Tisch an den Hals deiner Schwester."

„Yuno hat es zu einem Anhänger verarbeitet?" fragte Harry verwirrt. Brian nickte mit finsterer Miene, was ihnen auch eindeutig zeigte, dass dies nichts Gutes verhieß."

„Yuno ist am Leben und wohlauf."

„Ist er," stimmte Brian Hermine zu. „Ich hab ihn gefragt, ob irgendetwas merkwürdiges passiert ist, während er den Anhänger gemacht hat."

„Und?" fragte Ron, da Brian nicht sofort weitersprach und er ungeduldig war. „Ist etwas passiert?!"

„Er sagte nein."

„Du glaubst, der Horkrux hat irgendetwas mit Yuno gemacht?" fragte Hermine verängstigt und biss sich gleichzeitig angespannt auf die Lippen.

„Das wäre doch übel?!" sagte Ron genauso angespannt und entsetzt. „Jilli ist bei Yuno aufgewachsen."

„Und er gehört zu den wenigen, die ihr vollstes Vertrauen genießen," fuhr Hermine fort. „Wenn er tatsächlich unter dem Einfluss eines Horkux steht... Das ist nicht umsonst dunkelste Magie. Ich mein, das Tagebuch brachte Ginny unter seine Kontrolle und sie tat Dinge, an die sie sich nicht mehr erinnerte.

Der Ring hat einen Fluch freigesetzt, der Dumbledore, einen der wohl stärksten und mächtigsten Zauberer unserer Zeit, tötete. Das Medaillon hätte uns fast alle erledigt, bei dem Versuch es zu zerstören, wenn Professor White nicht gerade noch rechtzeitig zur Stelle gewesen wäre.

Und wir wissen nicht, mit was wir es zu tun haben, wenn wir den Kelch oder die Schlange zerstören und die Wahrscheinlichkeit, dass Jilli's Halskette sie bereits seit Jahren in seinem Bann hat und manipuliert ist meiner Meinung nach auch nicht mehr so abwegig."

„Jilli würde etwas sagen, wenn sie auf fremde Stimmen hört," sagte Harry entschieden. Er mochte seine Schwester nicht ihr Leben lang kennen, aber er war sich sicher, dass sie klug genug war, um auf keine Geistergestalt in ihrem Kopf zu hören.

„Nur, dass das Tagebuch nur ein Tagebuch mit Voldemort's gespaltener Seele war," sagte Hermine fest. „Hier ist es ein Phowlyris Stein. Ich bezweifle, dass du dir gerade im Klaren darüber bist, was das bedeutet, Harry. Phowlyris Steine werden dazu benutzt, Phowlyris auf ewig lebendig einzusperren und diese Steine geben einem dunklen Zauberer wie Voldemort die Macht dazu ewig zu leben. Und hierbei meine ich ewig. Ich hab Stundenlang mit Brian Bücher über diese Steine aus White Sea gewälzt und man kann einen solchen Stein nicht einfach zerstören. Ist nicht so, dass man ihn einfach so mit nem Hammer zerbröseln kann."

Brian lachte amüsiert über die Diskussion der beiden Freunde, doch auf Hermine's verständnislosen Blick hin, schraubte er sein Lachen wieder ab.

„Harry hat recht, Hermine. Jilli ist zur Hälfte ein Ponester, das gibt ihr einen ziemlich gesunden Geist von Klein auf... Weswegen es wiederum manchmal schon erstaunlich ist, dass sie manches nicht weiter hinterfragt, aber gut, sie ist nur zur Hälfte ein Ponester. Zu anderen Hälfte ist und bleibt sie ein Mädchen."

Auf den verwirrten Blick der drei Freunde hin verzog er kurz den Mundwinkel und winkte ab.

„Jedenfalls, wir hätten es mitgekriegt, wenn sie von Voldemort beeinflusst wird."

„Dann ist es also Yuno, der unter seiner Kontrolle steht?!" fragte Ron, aber Brian schüttelte den Kopf.

„Auch nicht. Nachdem Yuno erzählte, dass er den Anhänger für Jilli gemacht hat, bat ich ihn um die Erinnerung, um mir das ansehen zu können. Das rückte er erst raus als ich ihm schwor, dass ich damit Jilli und Harry helfen will und nicht, weil ich euch damit etwas schlechtes tun könnte.

Witzig, dass er es glaubt, nur weil es jemand schwört, aber na ja, von irgendjemanden muss Jilli ja ihre Naivität haben.

Ich bezweifle jedenfalls stark, dass Lilli und James Potter jemanden einfach so den Rücken gekehrt hätten, nur weil er schwört ihnen nicht in den Rücken zu fallen.

Jedenfalls, er gab mir die Erinnerung, wie er den Anhänger herstellte und ich habe 5 wirklich sehr langweilige Stunden meines Lebens vergeudet, nur um festzustellen, dass nichts passiert ist.

Kein Fluch wurde ausgelöst, keine dunkle Wolke, keine Explosion, nicht mal ein schräger Windhauch, das suggerieren könnte, dass gerade etwas schreckliches passieren könnte. Nichts."

„Also...?!" fragte Harry unentschlossen. „Was jetzt? Ich mein, es ist definitiv ein Horkrux. Und wir können sie schlecht weiter damit herum laufen lassen?"

„Haben wir eine andere Wahl, wenn sie sich vor uns versteckt?" entgegnete Brian.

„Sie hat sich bei mir gemeldet," sagte Harry nachdem er kurz gezögert hatte. Er war sich nicht sicher, wie der Freund darauf reagieren würde.

„Sie hat?" hinterfragte der Freund mit einem merkwürdig verschlossenem Blick und noch konnte Harry nicht sagen, ob es gut oder schlecht war.

„Einige Tage nach June's Tod, sagte, sie müsse noch was anderes erledigen, aber ich solle mir keine Sorgen um sie machen. Sie würde nicht aufgeben. Sie wirkte... okay."

Brian grinste auf einmal stolz.

„Braves Mädchen," sagte er mehr zu sich selbst als zu einem von ihnen. „Ich wusste doch, dass du nicht auf dem Kopf gefallen bist."

Harry verzog misstrauisch die Augenbraue und sah Brian auffordernd an.

„Ich hab sie kurz nach June's Tod gefunden," gestand Brian schließlich sehr zur Verwunderung aller Anwesenden. „Wir hatten ein kurzes Gespräch und offenbar hat es gefruchtet."

„Ihr hattet ein Gespräch?!" wiederholte Harry, sichtlich ein wenig angefressen. „Wieso hast du nichts gesagt?"

„War es nicht wert," antwortete Brian simple. „Sagen wir mal so – eine ganz bestimmte Person wird schon sehr bald das bekommen, was es sich verdient hat. Man manipuliert die Guten nicht für seine eigenen Zwecke – ohne dass es Folgen hat."

Der Freund stand auf, ging in die Küche und kam mit 4 Flaschen Butterbier zurück. Gerührt hatte sich keiner der drei Hogwarts Schüler, stattdessen tauschten sie äußerst verwirrte Blicke miteinander aus.

„Was meinst du mit – welche Person?!"

„Harry, lass es gut sein," sagte Brian bestimmend, öffnete ihm das Butterbier und drückt es in seine Hand. „Ich denke, um Jilli müssen wir uns keine Sorgen mehr machen. Sie kommt, wenn sie bereit ist und solange sie ihren Anhänger nicht mit einem Fluch zerstören will ist sie auch vor dem Horkrux sicher. Und dass sie das nicht tut, darauf könnten wir alle unsere Hintern verwetten, denn wer, der noch bei Verstand ist, zerstört ein geliebtes Erinnerungsstück, das der Adoptivvater einem geschenkt hat."

Obgleich es das Letzte war, was er tun wollte, beschloss Harry dem Freund seinen Willen zu lassen und ließ die Sache mit seiner Schwester auf sich beruhen.

„Stattdessen – warst du schon im Iargrove Heart?"

„Iargrove Heart?" fragte Harry verblüfft.

„Hab gehört, June hat dir das weiße Kettenglied von Xerchia vermacht."

„Err -"

„Und keiner von uns hat eine Ahnung, wieso sie das Teil hatte."

„Err – was ist daran so ungewöhnlich?"

„Was daran so ungewöhnlich ist, dass ein unglaublich seltenes, altes Relikt voller Magie, das eigentlich vor 16 Jahren bei einer Beschwörung pulverisiert wurde plötzlich heil und unbeschadet in den Händen einer gewöhnlichen Hexe auftauchte, die mit der Beschwörung absolut nichts zu tun hatte, geschweige denn auch nur Ansatzweise in der Nähe war? Puh, keine Ahnung, man."

„..."

Harry verengte die Augen und zog eine Grimasse. Brian konnte es echt nicht unterlassen ihn ständig aufzuziehen.

„Okay, kapiert," sagte er stattdessen, damit er nicht noch was nachsetzte, was ihm durchaus zuzutrauen war. „Du hast also mit Remus und Kingsley gesprochen? Also, du standest mit ihnen beiden in Kontakt?"

Brian lächelte schwach.

„Harry, ich hätte mich schon noch bei dir gemeldet. Ich fand es nur wichtiger zu handeln. Du weißt doch, ich bin kein Mensch der vielen Worte."

Einen Moment lang verzog er eine Grimasse, denn Brian war für ihn jemand, der das genaue Gegenteil von jemanden ohne viel Worte war. Er sprach sogar sehr viel, manchmal gar zu viel und nur all zu oft verstand keiner was er wirklich meinte.

„Jilli sagte auch, ich solle nach Iargrove Heart. June hätte womöglich ein Echo, was mir noch was zu sagen hat," sagte er schließlich.

„In dem Fall solltest du definitiv nach Iargrove Heart gehen."

„Jetzt?" fragte Harry pessimistisch und fuhr fort, bevor Brian den nächsten unangebrachten Kommentar von sich geben konnte, um ihn auf den Arm zu nehmen. „Ich mein, der Zeitpunkt ist ziemlich unpassend, um eine Märchenstunde abzuhalten. Schon was neues von Sirius und Professor White gehört?"

„Leider nein. Noch immer verschollen. Und ich glaube auch nicht, dass sich das so schnell ändert."

„Kaylar ist auch weg," sagte Harry frustriert. Er war sich nicht sicher, ob Brian das bereits wusste, aber da keine Überraschung in seinem Gesicht zu sehen war, wurde klar, dass sie sich von ihm auch schon verabschiedet hatte.

„Konnte keiner von ihr erwarten zu bleiben, so wie sich die Umstände auf diese Weise geändert haben," sagte Brian.

Harry's Ausdruck sprach jedoch Bände, denn er verstand es nicht und er hatte durchaus erwartet, dass sie nicht einfach so weg ging. Sein Gegenüber schien das eindeutig zu amüsieren, denn er konnte sich auch das Glucksen nicht verkneifen.

„Kaylar," fuhr er sehr bedacht fort, da auch Hermine und Ron sehr verloren wirkten. „Ist kein leichtes Wesen. Kennt ihr die Art von Freund, der immer hinter euch steht, obwohl er das nicht müsste und der immer dann zur Stelle ist, ohne, dass ihr überhaupt fragen müsst? Jemand, dem ihr ohne wenn und aber vertraut und dessen bloße Anwesenheit für euch die Stärke ist, die ihr braucht?"

Hermine, Ron und Harry waren durch diese Worte wieder sanfter gestimmt. Welche Enttäuschung sie auch immer vorher empfanden, in diesem Moment war es in den Hintergrund geraten.

„Das ist genau die Art von Freund, die Kaylar Steward nicht ist."

Und alle drei warfen ihm einen sehr dämlichen Blick zu. Brian lachte bellend.

„Kaylar ist eines der misstrauischsten und sozial inkompetentesten Wesen überhaupt. Sie weiß nicht, was richtig oder falsch ist. Sie tut das, was ihr gut tut. Aber -" setzte er ernst und vertrauensvoll hinzu. „Es gibt nicht viele, für die sie uneigennützig etwas tun würde, wenn man sie wirklich darum bittet. Du bist einer davon, Harry. Und wenn du sie wirklich mal brauchst und sie wirklich rufst, dann wird sie auch kommen."

Ron und Hermine waren sich unsicher, wie sie darauf reagieren sollten, Harry dagegen wusste es. Er sah Brian zweifelnd an.

„Sicher?" Denn er selber war es nicht. Für ihn fühlte sich ihr Abschied sehr endgültig an.

„Sicher," sagte der junge Zauberer jedoch und das meinte er auch so. Beide tranken ihr Butterbier und verfielen in einer unangenehmen Stille. Es war einfach eindeutig, dass beide hier auf 2 verschiedenen Seiten standen, was Kaylar Stewards Loyalität betraf.

„Was glaubst du, wo deine Eltern gerade sind?" fragte Harry schließlich, um das Thema nicht weiter zu erörtern. Brian lächelte traurig. Harry fiel erst jetzt auf, was er da eigentlich gesagt hatte und die Reaktion des Freundes zeigte, wie kompliziert die Beziehung zwischen ihm und Sirius und Anna nach wie vor war.

„Gibt viele Theorien," sagte Brian. „Gerüchte, Vermutungen. Bestätigt ist nichts."

„Was glaubst du?" fragte Harry erneut. Er wollte nicht wissen, was die anderen dachten, sondern er wollte den Standpunkt des Freundes hören. Brian nahm einen weiteren Schluck Butterbier und richtete sich wieder auf.

„Ich denke – Sie sind aus freien Stücken aufgebrochen. Und was immer der Grund sein mag, im Moment solltest du dir mehr Gedanken um dich selbst machen als um die beiden.

Anna und Sirius haben mehr Erfahrung als wir zusammen und sie wissen schon, was sie tun. Wenn sie niemanden Bescheid gegeben haben, wird auch das seine Gründe haben.

Remus sagte, Anna hätte das früher sehr oft getan, weshalb sie hoffen, dass dies auch jetzt wieder der Fall ist. Keiner von uns kann hier sonderlich viel tun, was die beiden betrifft. Müssen ihnen einfach vertrauen.

Was du tun kannst ist, nach Iargrove Heart zu gehen und June anzuhören. Herausfinden, wie sie an dieses Kettenglied kam."

Harry nickte langsam. Er konnte sehen, dass Hermine und Ron ihn besorgt ansahen und auch, wenn er es nicht wollte, so nickte er verstehend. Es war das Letzte, was er im Moment tun wollte, aber wenn sowohl Jilli wie auch Brian ihm dazu rieten, dann sollte er wohl tatsächlich nach Iargrove Heart gehen.

„Machst du dir überhaupt keine Sorgen um die beiden?" fragte Harry am Schluss und diesmal bekam er keine überspielte Antwort. Er konnte es in den Augen des Freundes ablesen, wie ernst er es meinte.

„Wenn es nur Sirius wäre, der verschwunden ist, dann ja, würde ich mir Sorgen machen. Aber Anna ist bei ihm – wahrscheinlich. Alles okay also."

Die Freunde waren zum Kamin geschritten, von wo aus sie direkt nach Hogwarts zurückkehren konnten. Brian hatte tatsächlich eine Sperre aufgelegt, um nicht über das Flohnetzwerk kontaktiert zu werden.

Nachdem Ron und Hermine als erstes abgereist waren, richtete Brian ein letztes Wort an Harry bevor dieser in den Kamin treten konnte.

„Wenn du nach Iargrove reist, sei vorsichtig und geh um Himmel's Willen auf keinen Fall alleine hin. Nimm mindestens einen Auror mit."

„Auror?"

„Nun, ich würde sagen: Nimm ne ganze Armee von Auroren mit, aber ich weiß, dass du dich mit Händen und Füßen dagegen sträuben würdest."

„Auroren?" wiederholte Harry ein wenig amüsiert. „Hat das Zaubereiministerium keine Arbeit mehr für seine Jäger der dunklen Künste?!"

Leider hatte Brian kein einziges Mal eine Miene verzogen, sondern starrte ihn tief und ernst an.

„Harry, hier herzukommen ohne Schutz war gefährlich genug."

„Ich war nicht alleine."

„Ron und Hermine in Gefahr zu bringen ist eine andere Sache und das solltest du genauso unterlassen."

„Glaubst du, ich hab es nicht schon versucht sie davon abzuhalten? Schon mal versucht den beiden auszureden mit mir zu gehen?"

Brian schüttelte frustriert den Kopf.

„Harry, in der letzten Woche hat Voldemort Kreaturen auf dich angesetzt, mit denen wir bisher nicht gerechnet haben, noch wissen, wie wir dich dagegen schützen können. Anna hat uns davor gewarnt und einige Vorkehrungen getroffen, aber ob diese ausreichen ist eine andere Sache. Voldemort zieht alle Register und er meint es dieses Mal wirklich ernst. Das ist kein Spaß mehr.

Leg es nicht darauf an, okay?"

„Drauf anlegen? Ich leg es nicht darauf an!"

„Du servierst dich ihm förmlich ständig auf einem Silbertablett! Diese Touren mit Hermine und Ron, das ist genau das, worauf seine Kreaturen nur warten. Und damit du uns ernst nimmst - Voldemort will deinen Kopf und ihm ist es egal ob sie dich ihm unversehrt bringen oder nicht. Hermine und Ron sind ihm egal. Sie könnten ins Kreuzfeuer geraten und umkommen. Voldemort will nur dich. Harry Potter, hauptsache lebendig, war das, was wir aufschnappen konnten."

„Aufschnappen? Woher -"

„Wir haben unsere Methoden und Quellen."

„Moment, ist das der Grund, warum Joe mir nicht mehr von der Pelle rückt?"

„Nur Joe rückt dir nicht mehr von der Pelle? Hast wohl Finley Cober noch nicht entdeckt?"

„Wer klebt mir noch auf den Fersen ohne, dass ich davon weiß?" fragte Harry und kam nicht umhin seinem Gegenüber misstrauisch anzublicken. Brian klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und schob ihn in den Kamin.

„Wir wollen nur dein Bestes, Kumpel. Geh du mal nach Iargrove, ich schau, dass wir einen Weg finden den zur Zeit unzerstörbaren Horkrux zu einem zerstörbaren Horkrux zu machen – ohne den Hals deiner Schwester dabei zu riskieren."

„Aber -"

„Nichts, aber," sagte Brian und hatte das Flohpulver bereits in die Hände genommen.

„Brian?" sagte Harry fest und hatte sich ihm noch mal mit eindringlicher Miene zugewandt. „Pass auf dich auf, okay? Ich mein, wegen Voldemort. Du bist das letzte Black Heart also -"

Brian lachte mit einem Zwinker.

„Keine Sorge, Harry. Mich hast du an der Backe kleben. Es sei denn natürlich Voldemort macht mich vorher alle."

Bevor Harry reagieren konnte schmiss Brian das grüne Pulver vor Harry's Füße nieder.

„Hogwarts!" sagte er klar und deutlich. Sein breites Grinsen war das Letzte, was Harry sah, bevor er sich im Schloss wiederfand. Ron und Hermine hatten ihn bereits erwartet als er aus dem Kamin stieg.

„Alles okay, man?" fragte Ron. Die beiden hatten ihn besorgt angesehen, was damit zusammenhing, dass Harry aussah als ob er gerade einen weiteren Freund verloren hätte. Und in der Tat fühlte es sich für ihn auch so an. Brian ähnelte seinem Vater so sehr, es war ihm erst jetzt aufgefallen und wie Sirius auch, neigte Brian dazu sich in unüberlegt in Gefahren zu stürzen, die ihm das Leben kosten könnten. Er hoffte nur, dass Brian auch jemanden wie Sirius hatte, der ihn selbst dann wieder raus holte, wenn keiner es noch für möglich hielt.


„Kreaturen?" fragte Ron mit banger Miene als Harry seinen Freunden von dem Schlussgespräch erzählte. „Was für Kreaturen?"

„Anna hat mir einige gezeigt," sagte Harry nachdenklich. Ginny und Hermine sahen genauso verängstigt aus und er verkniff es sich näher auf diese Wesen einzugehen. Es reichte, wenn er selber wusste, wie übel es mit ihnen werden konnte. Der Gedanke, dass eines davon seine Freunde angriff und ihnen etwas passierte, nur weil diese Wesen an ihn ran wollten – das war in diesem Moment unerträglich.

„Was wirst du jetzt tun?" fragte Hermine besorgt. Er riss sich zusammen und setzte ein tapferes Lächeln auf.

„Weiter machen," sagte er entschlossen. „Und als erstes muss ich nach Iargrove Heart. Alleine."

„Wir kommen natürlich mit," sagte Ron und nickte, wenn auch ein wenig unentschlossen. Hermine nickte gleichfalls.

„Natürlich kommen wir mit. Du kannst nicht alleine gehen."

Ginny war gerade dabei etwas zu sagen, da hatte Harry zuerst gesprochen.

„Du solltest besser hier bleiben."

„Wieso?!" fragte sie verständnislos. Harry lächelte traurig.

„Damit du in Sicherheit bist. Ginny, wenn du mitkommst, könnte ich nicht das tun, was ich tun soll. Nicht, wenn ich weiß, dass du in Gefahr geraten könntest. Ich würde ständig nur sichergehen wollen, dass es dir gut geht."

Es verging ein Moment der Stille, dann aber nickte sie traurig. Er hatte es erwartet und doch war es schön es noch mal bestätigt zu haben, dass sie ihn verstand.

„Wehe dir geschieht etwas," sagte sie stattdessen gespielt drohend. Harry lachte und war dankbar, dass sie ihn nicht dazu zwang weiter darüber zu diskutierte. Wenn sie hier blieb, dann konnte er ein wenig beruhigter sein. Auch wenn Anna nicht mehr in Hogwarts war, irgendwie, so hoffte er jedenfalls, hielt auch Dumbledore noch seine schützende Hand über die Schule.

„Das gilt auch für euch," sagte er zu seinen beiden Freunden gewandt. Auch wenn er ahnte, dass sie dennoch darauf bestanden mitzukommen und sie auch genau das taten, so wollte er ihnen zumindest die Wahl gelassen haben. Nach wie vor verstand er es nicht, wie Kaylar einfach gehen konnte, wo sie um so vieles mächtiger und stärker war als alle anderen und alle anderen aber diejenigen waren, die blieben und sich dem Krieg stellten.

Er hatte Joe darum gebeten als Auror mitzukommen, hatte Kingsley und Remus über sein Vorhaben informiert, sich noch mal ein Ratschlag bei Porträt Dumbledore eingeholt („Ausgezeichnete Idee, Harry. In der Tat ist es sehr erstaunlich, dass Miss Stone die weiße Kette in ihrem Besitz hatte. Brian hat recht – Du solltest herausfinden, wie dieses Kettenglied zu ihr gelangt ist. Und – weitaus wichtiger – warum."), bat Cobe in Hogwarts zu bleiben und auf Ginny aufzupassen („Aber eigentlich war ausgemacht, dass ich dir an den Fersen klebe, Harry?" - „Jetzt klebst du eben Ginny an den Fersen. Ist dasselbe nur in Grün." - „Grün? Sicher?" - „Absolut." - „..." - „..." - „Na gut." - „Err – Danke." - „Gern."), machte noch einen letzten Abstecher zu Lyssa („Gut, dass ich gehe?!" - „Err -?" - „Wenn du sagst, es ist gut, dann passiert nichts schlimmes." - „Harry, so funktioniert das nicht." - „Gib mir einfach deinen Segen und sag, dass nichts schlimmes passieren wird?" - „So funktioniert das nicht. Wirklich!..." - „..." - „... Aber ja... du solltest gehen." - „Gut?" Lyssa packte ihr Buch zusammen und schritt weg. Bevor sie jedoch aus der Tür ging, drehte sie sich noch mal zu ihm um und nickte. Harry grinste.) und brach schließlich mit Ron, Hermine und Joe auf nach Iargrove.