Kapitel 7:
Sie konnte die Wut noch immer in ihren Ohren rauschen hören. Hermione hatte ja gedacht, dass sie viel mehr Probleme mit Malfoy haben würde, doch im Moment wirkte es so, als würden die Anderen deutlich anstrengender werden als geahnt. Es mangelte ihnen einfach an Verständnis. Malfoy hingegen war genauso beteiligt wie sie und deswegen schien er sie mehr zu verstehen als die Anderen.
Hermione biss sich so hart auf ihre Unterlippe, dass diese sogar zu bluten begann, doch es war ihr gleichgültig. Sie wollte einfach nur aus dieser Bluse raus und vergessen, was sie sich hatte anhören dürfen. Absoluter Schwachsinn.
Der Weg zurück zu ihrem Zimmer verlief sehr ruhig, man hörte nur Hermiones leises, wiederholtes Schnauben ebenso wie die raschen Schritte in dem sonst eher ruhigen Gang. Als sich die Tür hinter ihnen schloss brach es jedoch aus Hermione aus.
„Die sind doch alle vollkommen übergeschnappt."
„Beruhig dich."
„Wie kann man sich denn da beruhigen Malfoy? Die sind wahnsinnig. Alle."
„Da will ich dir wirklich nicht widersprechen, aber was nützt es, wenn du jedes Mal so wütend wirst?"
Sie schnaubte diesmal deutlich lauter. Sie war so in Rage, dass sie nicht einmal wirklich bemerkt hatte, wie sie ihre Tasche abgelegt und nun auch schon begonnen hatte ihre Bluse aufzuknöpfen. Sie stand also mit offener Bluse direkt vor Malfoy und starrte diesen wütend an ohne dies jedoch wirklich wahrzunehmen. Wut konnte bekanntlich blind machen.
„Was es nützt? Nichts, absolut gar nichts. Was nützt es denen mich so auf die Palme zu bringen, huh? Nur das sie was zu Lachen haben. Das ist erbärmlich."
Sie quälte sich aus der Bluse und drehte Malfoy nun den Rücken zu, warf die Bluse auf den Wäschekorb, der neben dem Kleiderschrank stand und griff nach einer neuen, die sie sich langsam anzog. Immer noch absolut nichtsahnend.
„Merlin Granger, die werden dich und damit mich nach St. Mungos schicken, wenn du dir nicht angewöhnst ruhig zu bleiben.", murrte Malfoy und Hermione drehte sich ruckartig wieder zu ihm herum.
„Ach treibe ich dich also in den Wahnsinn ja? Gut zu wissen, dass du es verkraften kannst, dass die Idioten – auch deine Freunde genannt – sagen können was sie wollen und es ist in Ordnung, aber wenn ich mich darüber aufrege es dich wahnsinnig werden lässt."
„Naja sie haben ja zumindest teilweise Recht."
„Wie bitte?"
„Du lässt mich immerhin zusehen wie du deine Bluse anziehst."
Diesmal konnte er es sich nicht nehmen lassen leicht zu grinsen und er deutete auf ihre noch halb offen stehende Bluse und den zart rosanen BH darunter. Es dauerte einen Moment, dann ließ Hermione ihren Blick sinken und sofort drehte sie sich herum und schloss die letzten Knöpfe zügig.
„Du bist so ein… . Warum hast du nicht vorher was gesagt?"
„Ich wollte dich zu Ende toben lassen, wer weiß was du getan hättest, hätte ich dich in deiner kleinen Hassrede unterbrochen. Außerdem...solltest du darauf achten was du mir zeigen willst und was nicht Granger, kann ich ja nicht ahnen, dass es dir was ausmacht, wenn du dich schon so freizügig entblätterest."
So schnell wie sie sich weggedreht hatte, hatte sie sich auch wieder zu ihm zurück gedreht und starrte ihn wütend an. So als wolle sie ihn mit ihren Blicken erdolchen. Sie nahm alles zurück was sie vorher noch gedacht hatte – Malfoy war schlimmer.
„Das kann ja wohl nicht dein ernst sein, als ob ich mich freiwillig vor dir ausziehen würde. Als ob ich es jemals wollen könnte, dass du mich unbekleidet siehst."
„Du würdest dich wundern Granger wie viele Mädchen, dass eigentlich wollen. Warum nicht auch du?"
Sie rollte ihre Augen.
„Als ob ich eine von diesen dummen, oberflächlichen Ziegen bin. Du solltest es eigentlich besser wissen."
„Achja da war ja was, du bist ja ziemlich prüde, hatten wir ja schon festgestellt."
Merlin wie sehr sie ihn gerade verabscheute. Sie wollte am liebsten sein dreckiges Lächeln aus diesem Gesicht schlagen wie im dritten Schuljahr, oder seinen dämlichen Slytherin Schlips in Flammen aufgehen lassen, oder seine Haare explodieren lassen, oder… Ihr vielen zu viele Dinge ein.
„Ich bin nicht prüde...", knirschte sie schließlich.
„Ja das merke ich schon. Du zuckst immer geradezu zusammen, wenn ich nur etwas ansatzweise anzügliches sage."
„Tu ich gar nicht." Sie wusste, dass es gelogen war. Sie zuckte wirklich zusammen. Sie wurde sogar rot dabei.
„Ach nein? Dann würdest du also nicht zusammen zucken, wenn ich dir sage, dass ich vorhin im Bad schon gesehen hab, was du für Unterwäsche trägst – blass rosa mit weißen Pünktchen. Beinahe süß."
Ihre Ohren wurden rot und sie musste sich wirklich zusammen reißen um nicht zusammen zu zucken und das schien ihn weiter anzuspornen.
„Und das obwohl du dich so angestrengt hast, damit ich es nicht sehe. Was ich wiederum dadurch gesehen habe ist, dass du etwas am Steiß hast. Was ist das Granger, mh? Was hast du dir da in deine Haut brennen lassen?"
Hermione schluckte und wich einen Schritt zurück. Malfoy grinste triumphierend.
„Sag ich ja, du zuckst zusammen. Dabei war es noch nicht einmal wirklich anzüglich, anzüglich wäre wenn ich sagen würde, dass du um einiges besser unter der Schuluniform aussiehst als gedacht."
„MALFOY!"
„Mh?"
„Wenn du nicht sofort den Mund hälst..."
„Dann was? Dann fauchst du, oder schlägst mich? Oder rufst Potter um Hilfe?"
Hermione fauchte tatsächlich leise, was Malfoy glucksen ließ.
„Also was ist das da auf deiner Haut? Ich konnte es nicht erkennen, oder besser gesagt dieses Zeichen sagt mir nichts."
Und da verpuffte die ganze Wut wieder. Er hatte sie zwar gesehen, er hatte diese ganzen Dinge zwar gesagt aber die Erinnerung an das Tattoo auf ihrer Haut ließ alles so nichtig wirken.
„Die Umrisse von dem...Kopf eines Koalas.", brachte Hermione langsam hervor. „Mit Eukalyptus im Mund."
Der Blick von Malfoy ließ sie inne halten. Er wirkte zuerst irritiert und dann belustigt. Wie konnte er es bloß wagen sie so anzusehen?
„Ich habe das Gedächtnis meiner Eltern gelöscht und sie nach Australien geschickt. Der Koala steht für Australien, für meine Eltern."
Sie erwähnte den Krieg nicht, doch es war eindeutig, dass er im Zusammenhang stand und das trieb die Belustigung aus Malfoys Gesicht und Stille machte sich zwischen ihnen breit.
Erst nach einer ganzen Weile sagte er schließlich: „Wir sollten gehen." und sie stimmte nickend zu, griff nach ihrer Tasche und sie gingen gemeinsam zum Unterricht.
„Bist du immer noch wütend?", fragte Neville sie in der letzten Stunde. Sie hatten Zaubertränke und er war zu ihr und Malfoy herüber gekommen während sie auf Professor Montgomery warteten.
„Auf dich nicht."
„Aber auf die Anderen?"
„Ich finde es unverschämt, was ich mir alles bieten lassen muss.", gestand Hermione leise und Neville nickte betreten, war jedoch froh, dass sie nicht böse auf ihn war. Er sah sie als eine gute Freundin und er könnte es einfach nicht ertragen wenn sie wütend auf ihn wäre.
„Es wird ihnen bald langweilig werden, glaub mir.", sagte er schließlich noch und ging dann zurück zu seinem Platz,da Professor Montgomery herein kam.
Er sah sich lange um, seine Augen blieben besonders lange auf Draco und Hermione liegen und für eine Sekunde spürte Hermione so etwas wie Wärme in ihr aufsteigen.
„Gefällt er dir etwa?"
Hermione drehte ihren Blick zu Mafloy herum und weitete ihre Augen.
„Unsinn, wie kommst du darauf?"
„Du kneifst deine Beine zusammen, und du hast diesen Blick...so wie du damals Lockhart angesehen hast, diesen Stümper."
Ihre Augen weiteten sich noch mehr. Wieso wusste er wie sie Lockhart angesehen hatte? Und wieso fiel ihm auf, wenn sie ihre…
„Wo schaust du eigentlich hin?"
„Nun ja, meine liebreizende Bettnachbarin hat ein deutlich interessanteres Gesicht und sehr viel attraktivere Schenkel als der Mann dort vorne."
Ihr Gesicht begann zu glühen und sie sprang vor Wut auf.
„VERDAMMT NOCH MAL MALFOY WAS SOLL DER MIST?", schrie sie ihn empört an und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
„Merlin Granger setz dich wieder hin.", versuchte er sie zu beruhigen, doch sie dachte gar nicht dran.
„Erst kommentierst du meine Unterwäsche, dann meinen Rücken und jetzt meine Schenkel, spinnst du?"
Sie blendete aus wie viele Menschen mit ihnen in einem Raum waren, sie war zu empört und wütend und...irgendwie auch überrumpelt. Warum machte er das?
„Ich sagte setz dich.", knurrte er sie an, doch sie schüttelte nur den Kopf und dann hörte sie es auch schon. Das Murmeln hinter ihr und die Blase um sie herum platzte. Sie waren nicht allein. Ihre Augen weiteten sich und sie sah sich mindestens genauso auffällig, wie sie gerade geschrien hatte, um. Alle schienen zu ihnen herüber zu sehen und sich über sie zu unterhalten und wenn sie nicht schon rot im Gesicht gewesen wäre, würde sie es spätestens jetzt werden. Sie setzte sich.
„Entschuldigung.", stammelte sie leise vor sich hin und versteckte sich dann hinter ihrem Zaubertränkebuch. Sie bemerkte den besorgten Blick ihres Lehrers nicht, auch den von Neville spürte sie nicht – sie bekam noch nicht einmal mehr etwas vom Unterricht mit.
„Steh auf."
„Was?", sie blinzelte verwirrt zu Malfoy herüber.
„Der Unterricht ist um Granger, steh auf. Die Anderen sind schon weg."
Sie traute sich endlich aufzusehen und sie stellte fest, dass er Recht hatte. Sie waren alle schon gegangen. Und sie...sie hatte nichts mitbekommen. Gar nichts. Sie seufzte laut und schlug ihr Buch zu.
„Malfoy...", setzte sie an, doch er schüttelte nur den Kopf.
„Sag nichts Granger. Ich kann es selbst nicht fassen, dass ich das jetzt sage aber, ich hab es verdient. Leider musst du damit jetzt auch leben. Alle werden jetzt noch mehr spekulieren – also gut gemacht."
Er klang beinahe müde, so müde wie sie sich fühlte.
„Es tut mir Leid.", sagte sie dennoch und er reagierte noch nicht einmal darauf.
„Hast du Hunger?"
Hermione zuckte zusammen. Sie hatten seit fast zwei Stunden nicht miteinander gesprochen. Sie saßen schweigend in ihrem Zimmer. Malfoy schrieb irgendetwas und Hermione hatte sich in ein Buch vertieft. Seit dem Zaubertränke Unterricht hatten sie sich in ihrem Zimmer verschanzt und bisher hatte sie auch noch keiner gestört.
„Hast du?"
„Man beantwortet eine Frage nicht mit einer Gegenfrage."
„Das sagt wer?"
„Merlin nochmal, jetzt antworte doch einfach."
„Nicht wirklich, aber wir können runter gehen wenn du Hunger hast."
„Wirst du etwas tun, was es mich bereuen lassen würde?"
Sie biss sich auf die Unterlippe. Er hatte zwar gesagt, dass es okay war aber offensichtlich war er ihr dennoch böse und sie konnte es irgendwie nachvollziehen obwohl er so gesehen ja selbst Schuld war.
„Ich versuche es zu unterlassen?"
„Dann muss ich wohl das Risiko eingehen was?"
Er wollte gerade aufstehen, als es an ihrer Tür klopfte.
„Herein.", sagte Hermione automatisch und die Tür öffnete sich sofort.
Es war Neville, der zuerst nur mit dem Kopf hereinschaute, doch beinahe sofort herein trat, in seinen Händen ein Korb.
„Ist es das was ich denke?", fragte Hermione sofort und Neville zuckte nur mit den Schultern.
„Ich dachte, du wirst wohl eher nicht runter zum Essen kommen und du sollst nicht noch mehr Mahlzeiten versäumen.", sagte er schließlich und bewegte sich auf die Beiden zu, so dass er den Korb auf Malfoys Schreibtisch platzieren konnte.
„Ich hätte nie gedacht das ich es einmal sagen würde, aber danke Longbottom."
Neville drehte sich nun mehr zu Malfoy herum und für eine Sekunde hatte Hermione das Bedürfnis einzuschreiten, doch sie konnte sehen, dass es Neville ernst war mit dem was er sagen wollte. Sie konnte es an seiner Haltung sehen und an der Art wie seine Hände sich zu Fäusten ballten. Sie würde ihn lassen. Manchmal war es wichtig gewisse Dinge gesagt zu haben.
„Ich tue das für Hermione nicht für dich. Und wenn du nicht aufhörst sie in den Wahnsinn zu treiben dann...wird es dir Leid tun."
Zu Hermiones Erstaunen, nickte Malfoy daraufhin nur und auch Neville wirkte überrascht darüber. Er entspannte sich sofort sichtlich und schenkte ihr ein herzliches, echtes Lächeln, welches sie nur erwidern konnte.
„Ich lass euch dann mal essen, man sieht sich dann wohl morgen früh."
„Danke nochmal.", sagte Hermione und drückte seine Hand, bevor er schnell aus dem Zimmer verschwand, vielleicht weil er befürchtete doch noch einen gemeinen Kommentar von Malfoy zu hören zu bekommen.
Erst als sie den Korb ausgepackt hatten und jeder ein Sandwich in den Händen hielt, sah Hermione zu Malfoy.
„Du warst ganz schön...versöhnlich zu ihm."
„Er hat uns essen gebracht, wer beißt schon die Hand die einen füttert?"
Hermione rollte ihre Augen. Bald würde sie von dem ganzen Augenrollen noch Kopfschmerzen bekommen.
„Also ist es dir egal was er sagt, du lässt ihn das einfach nur nicht wissen."
„Ist es nicht langweilig, wenn man immer auf alles eine Antwort haben will?"
„Ist es nicht traurig, wenn man zu jedem ein Arschloch sein muss?"
„Wow Granger, du hast mich beleidigt, ich bin beeindruckt."
„Arschloch, Arschloch, Arschloch.", wiederholte sie und funkelte ihn an.
„Richtig sexy, wenn du nicht so tust als hättest du einen Stock in deinem Arsch."
„Fängst du schon wieder an?"
„Mh. Soll ich dir sagen warum?"
„Oh ja, erleuchte mich.", sie zog eine Augenbraue hoch und sah ihn argwöhnisch an.
„Es macht Spaß. Ich kann dich beleidigen, doch da reagierst du gar nicht mehr drauf. Du lässt es nicht an dich ran. Wenn ich so etwas sage, dann wirst du rot, du zuckst zusammen, ich kann förmlich hören wie dein Herz anfängt unkontrolliert zu schlagen und wie dein Puls rast. Es macht mir Spaß dich aus dem Konzept zu bringen Granger."
Er war ehrlich zu ihr und das verblüffte sie. Es verblüffte sie noch mehr, dass er ihre Reaktionen nicht irgendwie bewertete, er sagte lediglich es mache ihm Spaß diese Reaktionen zu beobachten.
„Das heißt, wenn ich nicht drauf reagiere, dann hörst du auf?"
„Vermutlich. Wird aber nicht passieren. Die Heilige Granger wird sich niemals daran gewöhnen."
„Heilige Granger?"
„Oh ja, die Unschuld in Person so zu sagen. So unschuldig und unverdorben, dass sie bei dem Wort Sex alleine schon rot wird und es nicht aussprechen kann."
Er hatte Recht, sie wurde tatsächlich rot. Es war zum verrückt werden.
„Ich...bin gar nicht so wie du glaubst.", stammelte sie schließlich und allein das ließ es unglaubwürdig klingen.
„Achja? Die roten Wangen sagen etwas anderes."
„Glaub doch was du willst Malfoy. Du weißt sowieso nicht wovon du redest."
„Ach ist das so? Ist die Heilige Granger also doch eher verdorben und tut nur so als wäre sie die Unschuld vom Lande? Das wäre natürlich sehr interessant, aber unwahrscheinlich."
Hermione seufzte und griff nach dem Krug mit Kürbissaft und einem der Becher um sich etwas zu trinken einzuschenken. Ihr war ganz warm und sie brauchte Flüssigkeit.
Malfoy beäugte sie eine Weile, dann hob er seine Hände beinahe beschwichtigend.
„Okay für heute reicht es."
„Wirklich? Versprochen?", ihre Stimme zitterte beinahe. Sie war einfach überfordert und sie hasste es.
„Übertreib es nicht Granger. Wenn ich sage es reicht, dann reicht es."
Sie nickte nur und in einvernehmlichem Schweigen aßen sie den ihr Abendessen zu Ende.
Es war mitten in der Nacht und sie wusste nicht einmal wie spät es genau war. Sie wusste nur, dass es noch dunkel war und ihre Knochen sich schwer wie Blei anfühlten. Sie war noch müde und sie wollte schlafen doch etwas hatte sie wach gemacht. Die Person neben ihr bewegte sich zu sehr.
Hermione brauchte einige Momente bis sie sich wach genug fühlte um beide Augen zu öffnen und offen zu halten und zu Malfoy herüber zu schauen. Die Decke bewegte sich und sie konnte hören wie er beschleunigt atmete und da wirbelten ihre Gedanken ganz wild in ihrem Kopf umher. Seine Worte von heute hallten ihrem Kopf wieder und dann das Gespräch was sie vor zwei Tagen geführt hatten und sie weitete ihre Augen entsetzt. Lag er wirklich hier mit ihr im Bett und…?
Ihre Gedanken machten sie wütend, verwirrten sie und so griff sie nach ihrem Zauberstab und ließ Eiswasser über ihm herunterkommen. Ein lautes Japsen ertönte, er fasste sich ins Gesicht und dann begann er zu fluchen. Zu undeutlich für sie, denn noch immer rauschte es in ihren Ohren.
„WAS SOLL DER SCHEIß?", brüllte er sie letztlich an und sie starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
„Ist das dein Ernst Malfoy? Ich sollte dich das wohl eher fragen."
„Wovon sprichst du?", versuchte er dann etwas ruhiger, doch noch immer schwang Wut in seiner Stimme mit.
„Ich wach von deinen seltsamen...Aktivitäten auf. Wenn du sowas schon machen musst, dann ohne mich zu wecken."
Hermione verzog ihr Gesicht.
„Bitte was?"
„Was?"
„Moment mal...", nun klang er dann doch eher belustigt, vor allem da Hermiones Gesicht langsam verriet, dass auch sie erkannt hatte, dass sie im Irrtum war.
„Du hast gedacht ich...", er musste lachen, was ihn mitten im Satz unterbrach. Das Eiswasser war vergessen.
„Merlin Granger, ich nehme zurück das du die Unschuld vom Lande bist, dass ist ja richtig verdorben von dir überhaupt an so etwas zu denken."
Sie spürte wie ihren Wangen rot wurden, heiß wurden, wie sie sich plötzlich ganz schön dumm vor kam. Um Merlins Willen, warum passierte ihr das alles hier? Der erste Tag war schon schlimm gelaufen, doch das hier war der absolute Tiefpunkt.
„Obwohl ich ja beinahe beleidigt bin, dass du mich dabei unterbrechen würdest. Nicht besonders nett."
„Hör schon auf okay. Es tut mir ja leid. Ich lag falsch. Und nun...schlaf weiter."
„Oh nein nein nein, das ist zu gut. Ich hab zwar gesagt das es reicht, aber du hast jetzt selbst wieder damit angefangen, damit gibst du mir jedes Recht weiter zu machen."
Hermione stöhnte frustriert auf und zog die Decke über ihren Kopf.
„Und jetzt stöhnst du auch schon für mich, verdammt Granger, du willst mich wohl wirklich vom Gegenteil überzeugen."
Es war frustrierend. Mehr als das. Hermione konnte seine Augen förmlich auf ihr spüren, auch wenn die Decke es nicht zuließ, dass er sie sah. Ihre Wangen waren noch immer ganz rot und warm und sie fühlte sich so schrecklich dumm. Noch nie hatte sie sich so gefühlt. Außerdem hatte sie noch nie so viel über dieses Thema gesprochen oder so viel darüber hören müssen. Es war zum verrückt werden. Er würde sie in den Wahnsinn treiben.
„Außerdem finde ich es ganz schön unfair, ich würde dich nicht dabei unterbrechen."
Sofort zog sie die Decke wieder herunter und funkelte ihn wütend an, setzte sich dabei sogar auf.
„Malfoy..."
„Wie einfach es ist dich aus der Reserve zu locken."
Sie funkelte ihn noch immer an.
„Ich weiß, dass du das sowieso niemals tun würdest. Zu prüde, zu unschuldig, zu ängstlich...", er gluckste leicht und sie seufzte lautstark.
„Ich bring Seamus um. Ich bring ihn einfach um."
„Ganz schön verletzend das du den Namen eines Anderen nennst, wenn du mit mir im Bett bist."
Und da nahm sie wieder ihren Zauberstab und verpasste ihm eine Ganzkörperklemme und stopfte ihm den Mund. Sie konnte sein Gerede nicht mehr ertragen und sie wollte schlafen.
„Tut mir ja beinahe Leid, aber ich brauche meinen Schlaf und du...du solltest nicht all deine Sprüche in einer Nacht verpulvern, wäre ja traurig wenn dir für die nächsten Monate nichts mehr Neues einfällt."
Er funkelte sie wütend an, doch das ignorierte sie, als sie sich von ihm wegdrehte, einen Schlaftrank schluckte und dann in einen traumlosen Schlaf glitt.
