Kapitel 18:
Ihr Schädel pochte unbarmherzig. Der ganze Stress, die Streitereien und die allgemeine Anspannung sorgten dafür, dass sie immer häufiger an Kopfschmerzen litt.
Natürlich konnte man ganz einfach eine Phiole mit einem Trank dagegen leeren, es war einfach und Madame Pomfrey hatte ihnen mehr davon angeboten. Sie konnten jederzeit zu ihr kommen. Hermione war jedoch kein Mensch, der gerne solche Dinge in Anspruch nahm. Sie bekämpfte viel lieber die Ursache für ein solches Problem – sie packte es an der Wurzel an, so dass es nicht weiter wachsen konnte sozusagen. In diesem Fall war sie leider nicht in der Lage dazu.
Die Brünette hatte sich auf die Bettkante gesetzt und massierte sich die noch immer pochenden Schläfen mit geschlossenen Augen. Sie öffnete sie erst wieder als sie eine Hand auf ihrem Knie spürte. Malfoy kniete vor ihr, in der Hand eine der Phiolen mit dem Trank gegen die Kopfschmerzen. Sie presste ihre Lippen zusammen, als sie ihm die Phiole ab nahm, dabei berührten sich ihre Finger flüchtig und sie spürte das seltsame Kribbeln in ihrer Magengegend. Sie ignorierte es einfach. Was sollte sie auch sonst tun?
„Nimm es und zieh dich um. Du weißt, dass du davon schläfrig werden wirst, richtig?", sagte er in einem ruhigen Ton, so als wolle er ihre Kopfschmerzen nicht weiter fördern. Manchmal war er netter und fürsorglicher, als sie es erwartet hatte.
Nicht das sie irgendetwas von ihm erwartet hatte.
Hermione entkorkte die Phiole und ließ die helle, milchige Flüssigkeit in ihren Mund laufen, ehe sie das leere Gefäß bei Seite legte und sich wieder vom Bett erhob.
Sie zog sich völlig ungeniert um. Nicht weil es ihr nicht mehr peinlich war vor Malfoy nackt zu sein, sondern weil ihre Kopfschmerzen sie viel mehr beschäftigten, als der blonde Slytherin. Er war ihr in diesem Moment völlig egal. Sie blendete ihn so gut es eben ging aus.
Auch er hatte sich schnell aus seiner Bekleidung geschält und schlüpfte ins Bett. Es interessierte sie nicht wirklich was er tat, doch in diesem Fall wusste sie es zu schätzen was er für sie tat. Es war früh am Abend und er ging mit ihr aufs Zimmer und machte sich fürs Bett fertig, weil sie Kopfschmerzen hatte. Es war mehr als sie erwarten konnte und wäre sie zu mehr als einem schwachen, gequältem Lächeln in der Lage würde sie ihm wohl auch noch danken. Sie konnte es nur nicht. Sie war zu erschöpft und ihr Kopf fühlte sich so schwer an.
Hermione hatte ihren Kopf kaum auf ihr Kissen gebettet und hatte ihren Körper in die Decke geschlungen, als die Müdigkeit sie schon übermannte.
Eine Hand hatte sich unter ihr Shirt geschlichen und lag nun auf ihrem Bauch. Es war letztlich auch der Grund wieso sie plötzlich wach wurde und alles um sich herum mitbekam. Die Finger dieser Hand malten sanfte Kreise auf ihrer Haut und der Körper hinter ihr schmiegte sich eng an ihren Rücken.
Hermione schluckte schwer als sie spürte wie das Becken der anderen Person – also Malfoy – sich an sie drückte und ein Schauer fuhr durch ihren Körper. Sie spürte den sanften Atem in ihrem Nacken und sie konnte fühlen, wie sich eines seiner Beine zwischen ihren hindurchschob. Es war eine intime Position in der sie da lagen und irgendwie war sie nicht im Stande diese Position zu lösen.
Sie biss sich auf ihre Unterlippe und rutschte etwas hin und her, wobei ihr Po seine Hüften immer wieder leicht streifte. Es hatte Auswirkungen, die sie deutlich spüren konnte. Sie sog die Luft scharf zwischen ihren Zähnen hindurch ein und da spürte sie auch schon wie seine freie Hand sich auf ihre Hüfte legte und sie zum Stillstand brachte.
Die Frage ob er wach war, ging ihr durch den Kopf.
Doch die Frage beantwortete sich beinahe von selbst, als sie seine Lippen in ihrem Nacken spürte. Er küsste ihren Nacken entlang und Hermione konnte die Stromschläge in ihrem ganzen Körper fühlen. Es war als würde er sie elektrisieren, dabei berührten seine Lippen ihre Haut eigentlich kaum. Sein Becken presste sich nun fester gegen ihren Po und Hermione seufzte leise, aber zufrieden auf. Es war ein unglaublich gutes Gefühl so nahe bei ihm zu sein.
Ihre Wangen waren ganz heiß geworden und sie war dankbar für die Dunkelheit in ihrem Schlafzimmer. Vor allem als seine Hand von ihrem Bauch abließ und langsam nach oben wanderte. Sie biss sich auf ihre Unterlippe und wartete erwartungsvoll auf die kommende Berührung. Und als sie seine Hand letztlich auf ihrer Brust spürte, entlockte es ihr ein wohliges Stöhnen. Sie legte ihren Kopf leicht in den Nacken und lehnte sich mehr gegen seinen Oberkörper, als seine Finger sich um ihre Brust schlossen und diese leicht zu massieren begann.
Vergessen war ihre Abwehrhaltung. Vergessen war ihr Vorsatz schlauer zu sein. Vergessen war ihr Vorhaben nicht mehr auf ihn reinzufallen.
„Du zitterst.", sagte er in seinem rauchigen, erregten Tonfall, den sie so mochte. Sie nickte nur unfähig einen Ton zu produzieren. Sie konnte spüren, dass er grinste und ausnahmsweise machte es ihr auch nichts aus. Sollte er ruhig wissen, was er mit ihr anstellte.
Sein Zeigefinger und Daumen spielten mit ihrer Brustwarze, sie ließen sie leicht drehen und zogen ab und an sanft an ihr, was Hermione wohlige Töne der Erregung entlockte. Diese Töne schienen ihm zu gefallen, denn je öfter sie diese von sich gab, umso mehr spürte sie seine Erregung gegen ihren Po pressen. Es war als wäre ihr Gehirn völligst vernebelt. Und er war der Grund dafür.
Sie drückte ihr Becken immer mehr und mehr gegen seine Hüften. Sie genoss die Reibung, die zwischen ihren Körpern entstand. Irgendwie genoss sie es auch seine Erektion an ihrem Körper zu spüren und zu wissen, dass sie der Grund für diese war.
Er schien es genauso zu genießen, denn auch er stöhnte immer wieder und presse seine Lippen härter an ihren Hals. Vielleicht um sich etwas abzulenken, vielleicht um das Stöhnen etwas in Schach zu halten. Ein Kichern entfuhr ihr bei diesem Gedanken, welches er sofort bestrafte. Er kniff sanft in ihre Brustwarze und die Brünette zischte leicht auf. Es schmerzte, doch es war ein wohliger Schmerz, der sich schnell in ihrem Inneren auflöste und diese wohlige, erregende Wärme in ihrem Unterleib zurückließ.
„Sag mir das ich aufhören soll.", knurrte er in ihr Ohr, doch sie sagte nichts. Sie konnte nicht. Sie wollte nicht. Sollte sie doch einmal einen Fehler machen. Sie war nicht Miss Perfect und sie konnte gut damit leben, dass er es wusste. Sie wollte einfach nur das er weiter machte. Sie weiter berührte und so presste sie ihren Körper nur noch mehr gegen ihn, während sie eine ihrer Hände wandern ließ. Sie legte sie auf seine und bewegte sie dann zu ihrer anderen Brust. Auch diese massierte er mit größter Sorgfalt, was ihr immer wieder erst sanfte, dann immer erregtere, heisere Stöhner entlockte.
Und dann spürte sie wie seine andere Hand, die sie bis eben noch an der Hüfte festgehalten hatte, zwischen ihre Beine wanderte. Ihr stockte der Atem, doch sie wollte auch nicht das er aufhörte. Im Gegenteil, sie spreizte ihre Beine leicht für ihn und als seine Finger über den Stoff ihres Höschens wanderten, seufzte sie so erregt und ungeduldig, dass er auflachte. Schnell schob er seine Finger unter den Stoff und als er selbst aufstöhnte, hielt die Brünette es nicht aus und auch ihr entfuhren mehrere erregte Laute.
„Merlin Granger … ich will dich.", flüsterte er in ihr Ohr und das Mädchen wimmerte als seine Finger sich zwischen ihren Lippen hindurchschoben und eine besonders empfindliche Stelle fanden. Sie sah regelrecht Sterne vor ihren Augen.
„Ich glaube sie hat Schmerzen."
Malfoy blickte zu Hermione herüber, die mit ihrem Rücken zu ihm lag. Sie hatte ihr Gesicht im Kissen vergraben und dennoch hörte man das schwere Atmen und das Wimmern.
„Ja, glaube ich auch.", sagte er langsam an Tracey gewandt, ehe er sich aufrechter hinsetzte. Sein Blick war dennoch auf Hermione gerichtet.
„Was war das überhaupt? Was läuft da zwischen euch?", fragte das Mädchen direkt und Malfoy rollte mit seinen Augen.
„Mir kannst du nichts vormachen Draco. Wie lange kennen wir uns schon? Du bist wie ein Bruder für mich und auch wenn du nicht willst, dass alle wissen wie nah wir uns stehen, ich weiß es. Also, was ist da los?"
„Es ist nichts."
„Es sieht nicht nach nichts aus Draco. Es sieht nach einer mittelschweren Katastrophe aus. Ihr schlagt euch noch die Köpfe ein und das nur weil ihr Beide nicht in der Lage seid offen und ehrlich zu sein."
„Und diese Informationen hast du von wo genau?"
„Ich sehe es dir an Draco. Ich kenne dich noch länger als Zabini oder Pansy. Ich weiß wie du tickst. Und sie zu lesen ist nicht schwer."
„Könnten wir das Thema wechseln?"
„Warum? Hast du Angst, dass ich bemerke was hier los ist? Verdammt Draco …", Tracey sah ihn lange und durchdringend an. Es war schwer ihr nicht immer sofort alles zu sagen. Zumindest ging es Malfoy so.
„Ich will sie flachlegen okay?"
„Und?"
„Was und?"
„Was du noch willst. Denn wenn du sie nur flachlegen wolltest, würdest du nicht so Rücksicht auf sie nehmen. Oder diese ganzen Streitereien mit ihr anzetteln. Es widerspricht deiner typischen Herangehensweise."
„Du weißt wie ich an One Night Stands herangehe?"
„Ich glaube das, mein lieber Draco, weiß die ganze Schule. Bis auf Granger offensichtlich, denn sie denkt offenbar sie wäre nur eine weitere Eroberung deinerseits."
„Wie kommst du darauf?"
„Weil sie offensichtlich auf dich steht, aber sich immer wieder distanziert, dass heißt sie sieht ein Problem. Ich bezweifle es, dass sie immer noch ein Problem in deinem Namen oder dem Haus sieht. Also muss es dein Image sein."
Malfoy schüttelte seinen Kopf und leckte sich über seine Unterlippe. Tracey konnte man nichts vormachen.
„Sie hat soetwas gesagt ja. Sie hat mich gefragt … wenn ich sie nicht als Spielzeug betrachte, was sie denn sonst für mich wäre. Ich konnte ihr nichts darauf antworten. … Autsch!", zischte er als sie ihn nach seinen Worten gekniffen hatte. „Was soll das denn?"
„Du bist so ein Idiot. Wenn ihr Beide so weiter macht, dann werdet ihr noch wahnsinnig. Du denkst, du wärst nicht für eine Beziehung geeignet und sie denkt, sie wäre zu gut für einmal Sex. Soll mich nicht weiter interessieren...kann mir ja egal sein. Geht ja um euch Beide und nicht um mich ..."
Diese gleichgültige Art, die sie an den Tag legte, machte Malfoy fuchsig, doch er sagte nichts. Nicht mehr zu diesem Thema zumindest.
„Also wollen wir wieder über dein Problem sprechen?"
„Ich sagte doch, es ist kein Problem.", beharrte sie und Malfoy verdrehte seine Augen.
„Ich bitte dich, du hast was mit Nott, Nott will eigentlich was von Turpin und die will was von ihm, kommt damit zu dir und du Genie sagst ihr, sie soll was mit Boot anfangen um Nott eifersüchtig zu machen."
Tracey wurde rot und seufzte laut aus.
„Ich weiß, ich hab mich nicht mit Ruhm bekleckert, aber was mich wirklich ärgert ist, dass sie nicht auf mich gehört hat und anstelle mit Boot anzubandeln ...", sie biss sich auf ihre Unterlippe und Malfoy zog eine Augenbraue hoch.
„Sag bloß sie krallt sich den einen Typen, den du haben willst?", fragte er dann beinahe schadenfroh grinsend.
„Du bist ein Arschloch. Ich hätte dir niemals sagen sollen, dass ich ihn mag. Jetzt ziehst du mich immer nur damit auf."
„Verdammt noch mal Trace, wer steht auch schon auf Longbottom?"
Sein Lachen war laut und es machte Hermione neben ihnen unruhig. Beide bemerkten, wie sie sich herumwälzte.
„Ich verschwinde, sonst sieht sie mich hier noch einmal und dann … dann habt ihr eure Chance endgültig vertan.", sagte Tracey rasch und sprang vom Bett auf.
„Es gibt keine Chance."
„Ja, natürlich nicht. Ich vergaß. Der Eisprinz hat ja keine Gefühle. Naja...schlaf gut und pass auf sie auf.", sagte die Blondine und nickte in Hermiones Richtung, ehe sie aus dem Schlafzimmer verschwand.
Malfoy sah ihr noch eine Weile nach und ihre Worte hallten in seinem Kopf noch viel, viel länger wider.
Irgendwann hatte er sich herumgedreht und beobachtete Hermione. Sie hatte gerötete Wangen und sie wimmerte noch immer. Immer wieder. Ihr Körper wirkte irgendwie angespannt und für eine Sekunde fragte er sich, ob sie wieder die Albträume hatte wie ganz am Anfang, als er etwas verdächtiges hörte.
„Bitte … Draco ..."
Er zog eine Augenbraue hoch und plötzlich machte alles Sinn. Sie hatte rote Wangen, sie wimmerte, ihr Körper war angespannt und als er genauer hinsah, konnte er ihre Arme und Hände nicht sehen.
Das Mädchen hatte feuchte Träume. Und er kam darin vor.
Wäre er noch der alte Malfoy, würde er sich jetzt darüber die nächsten Wochen lustig machen. Er würde sie damit aufziehen, es seinen Freunden erzählen und sich wie der Größte fühlen weil gerade Granger solche Dinge träumte.
Doch irgendwie erschien ihm ein solches Verhalten nicht mehr angemessen.
Seine Augen lagen immer noch auf ihr, als sie immer hastiger atmete. Sie schnappte regelrecht nach Luft und er konnte sehen wie sich ihr Becken unter der Decke bewegte. Allein die Vorstellung, was da in ihrem Traum passierte, machte ihn wahnsinnig.
Er hatte genau das zu Tracey gesagt, er wollte sie flachlegen. Gerade mehr denn je. Und sie schien es auch zu wollen, denn sie träumte immerhin von ihm.
Er ließ seine Augen nicht von ihr, während ihr wimmern immer unkontrollierter wurde. Er fragte sich, ob sie sich im Traum bis zum Orgasmus bringen würde. Er hatte soetwas noch nie miterlebt. Es hatten ihm schon einige Mädchen erzählt, dass sie mit ihrer Hand zwischen ihren Beinen wach geworden waren und ähnliches, aber er hatte es nie ernst genommen. Er hatte immer gedacht, dass diese Mädchen sich anziehender darstellen wollten. Sie wollten für ihn vielleicht erfahrener, oder sexuell interessierter wirken, aber geglaubt hatte er nicht immer alles was ihm gesagt wurde.
Nun lag er hier neben Granger und sie hatte feuchte Träume und so wie es schien, brachte dieser Traum sie noch zum Höhepunkt. Sie atmete immer flacher und schneller, sie vergrub ihr Gesicht in ihrem Kissen und er konnte sehen wie sie unter der Decke zu zittern begann. Und dann vernahm er einen leisen, hohen Ton, der ein undefinierbarer Mix aus Wimmern, Stöhnen und Schreien war und der sich in seinen Ohren einfach nur göttlich anhörte. Es jagte ihm richtige Schauer über den Rücken.
Hermione entspannte sich langsam und er konnte es deutlich an ihrer Körperhaltung sehen. Sie war weniger verkrampft, sie atmete zuerst noch schnell, doch auch das ließ schnell nach und sie wirkte ausgeglichen und zufrieden. Soweit man das im Schlaf sein konnte.
Malfoy hingegen war nun mehr als unzufrieden. Er spürte seine pochende Erregung in seiner Shorts und er hatte sie bis eben nicht einmal bemerkt, weil er so gebannt zugesehen hatte. Dabei hatte er noch nicht einmal wirklich etwas gesehen.
Wenn Nott oder Zabini das wüssten, sie würden ihn als Weichei oder Mädchen bezeichnen. Und irgendwie wäre es ihm egal, denn es war ihr Problem, wenn sie nicht verstanden wie unglaublich sexy und erregend es aussah, wenn Hermione Granger im Schlaf kam. Vor allem wenn sie kurz zuvor seinen Namen stöhnte und wimmerte. Es war ein tatsächliches Highlight.
Der Slytherin konnte sie dennoch nicht ansehen, als seine eigene Hand in seine Shorts wanderte. Er konnte sie nicht dabei ansehen, als seine Finger sich um seine Erektion schlossen und schnell und absolut emotionslos an seinem eigenen Höhepunkt arbeiteten. Es fühlte sich falsch an sie dabei anzusehen und deswegen hatte er sich dafür von ihr weg gedreht.
Er war so erregt gewesen, dass es nicht lange dauerte, bis er erschöpft zurück in die Kissen sank. Er war dennoch nicht befriedigt. Ganz im Gegenteil, er hatte das Gefühl er wäre immer noch genauso erregt wie vorher auch. Es war als hätte es nichts gebracht und es hatte sich auch noch falsch angefühlt.
Sein Gesicht drehte sich langsam zur Seite und er sah Hermione wieder einmal an, ehe er den Kopf schüttelte und die Augen schloss.
Es war alles zum verrückt werden.
Als er das nächste Mal die Augen öffnete, lag Granger in seinem Arm. Sie hatte sich an ihn gekuschelt und ihr Gesicht hatte sie an seine Brust gepresst. Sie hatte eins ihrer Beine zwischen seinen hindurchgeschoben und sie atmete friedlich, was ihm verriet, dass sie noch immer schlief.
Malfoy erinnerte sich sofort wieder an die letzte Nacht und was er gehört und gesehen hatte, vor allem jetzt da sie in seinen Armen lag, und sofort wurde ihm warm bei dem Gedanken. Er spürte das unbändige Bedürfnis sie zu wecken in dem er sie in die Kissen drückte, seine Zunge in ihren Hals schob und dann unter sich begrub. Er wollte spüren wie sie ihre Nägel in seine Schultern krallte, wie sie seinen Namen stöhnte und wie ihre glatten, strammen Schenkel sich um seine Hüften schlangen.
Diese Gedanken taten ihm nicht gut, denn sofort meldete sich wieder die schmerzende, morgendliche Erektion und spätestens da, regte sich auch Granger wieder. Sie wand sich in seinen Armen und bei den Bewegungen ihres Körpers – vor allem ihres Beckens – sog er scharf die Luft zwischen seinen Zähnen ein.
Es weckte sie endgültig. Langsam, aber stetig.
Sie hatte ihre Augen langsam geöffnet und für einen kurzen Augenblick, dachte er, dass sie ihm eine verpassen würde, als sie feststellte wo sie war und wessen Arme um sie geschlungen waren, doch das geschah nicht. Stattdessen sah sie zu ihm hoch und ein schüchternes Lächeln umspielte ihre Lippen.
Er fragte sich, was in ihrem Kopf vorging. Vielleicht war sie ja noch so verschlafen, dass sie gar nicht wusste, was hier vor sich ging?
Ihr Arme, die um seinen Oberkörper geschlungen waren, lockerten sich etwas und während sie einen an Ort und Stelle beließ, ließ sie die andere Hand wandern um sich ein paar widerspenstige Haarsträhnen aus dem Gesicht zu streichen.
Sie sah noch immer friedlich und seelenruhig aus. Sie hatte diesen zufriedenen Ausdruck in ihrem Gesicht und Malfoy wagte es nicht den Mund zu öffnen und es vielleicht mit seinen Worten zu zerstören.
Erst als sie sich wieder in seinen Armen räkelte und ihre Bewegungen ein Stöhnen bei ihm hervorrief, sah sie zu ihm auf. Ihre Augen lagen lange aufeinander und es war als würden sie alles um sich herum vergessen …
Doch da hörten sie schon die Geräusche von draußen. Es polterte und krachte, irgendwer stritt sich auf dem Flur und der magische Moment verflog.
Hermione räusperte sich etwas und befreite sich aus Malfoys Armen, auch wenn sie die Berührung im gleichen Moment auch schon wieder vermisste. Sie setzte sich leicht auf und strich sich durch ihre zerzausten Haare und ließ ihren Kopf im Nacken kreisen.
Auch Malfoy setzte sich auf und als sie einen kurzen Blick zu ihm herüber wagte, sah sie nicht nur diesen Ausdruck in seinem Gesicht, der ihr sagte, dass er sie wollte … nein sie bemerkte auch wie unglaublich sein Körper sie wollte. Ihre Zähne vergruben sich in ihrer Unterlippe und ein seufzen entfleuchte ihren Lippen als sie an die letzte Nacht dachte. Ihre Wangen färbten sich rot bei dem Gedanken und sie schluckte schwer, ehe sie ihre Augen schnell wieder abwandte.
„Wir sollten duschen, sonst … kommen wir zu spät zum Unterricht.", murmelte sie. Sie versuchte von seiner Erregung abzulenken, denn wenn sie weiter darauf starrte und über diese nachdachte, würde sie wohl mit ihm im Bett liegen bleiben.
Malfoy nickte kurz und machte eine Bewegung auf sie zu. Für einen Moment dachte sie, er wolle sie in den Arm nehmen, oder küssen oder noch mehr tun, doch er schob sie lediglich aus dem Bett. Als sie letztlich vor dem Kleiderschrank stand, hatte er sich hinter ihr platziert und sie konnte seine Nähe spüren. Am liebsten würde sie wirklich wieder zurück ins Bett schlüpfen, doch allein dieser Gedanke klang falsch in ihrem Kopf.
„Du solltest dir etwas zum anziehen nehmen.", raunte er in ihr Ohr und beugte sich dabei so weit vor, dass seine Lippen beinahe ihre Haut berührten. Nur beinahe.
Hermione erschauderte und erinnerte sich an seine heißen Küsse in der Nacht. Wie er ihren Nacken liebkost hatte. Sie biss sich auf ihre Lippe und presste ihre Schenkel zusammen. Er sorgte wieder dafür, dass ihr ganz warm wurde und das anspannen ihrer Schenkel gewährte ihr zumindest ein wenig Erleichterung.
„Granger...", seine Stimme klang noch immer dunkel und rau und Hermione schluckte schwer.
Das Mädchen drehte sich zu ihm herum und als ihre braunen Augen auf seine sturmgrauen trafen, drückte er sie gegen die Schranktür und küsste sie. Sie stöhnte in den Kuss, als er seine Finger in ihren Haaren vergrub und seine freie Hand über ihre Seite gleiten ließ. Er griff fest in ihre Kniekehle und ließ ihr Bein an seinem Körper hochgleiten, bis sie ihr Bein geschickt um seine Hüfte schlingen konnte und damit seinen Körper enger und näher an ihren ziehen konnte.
Die Brünette hatte ihre Arme um seinen Hals geschlungen und bald vergruben sich ihre Nägel sanft in seinem Nacken, als seine Küsse immer drängender und leidenschaftlicher wurden. Sein Becken presste sich mehr gegen ihres und Hermione stöhnte in den Kuss hinein.
Atemlos unterbrachen sie den Kuss. Er betrachtete sie, während Hermione ihre Finger über seinen Nacken gleiten ließ, so als wolle sie sich für das Hineinkrallen entschuldigen.
Sie wollte sich gerade wieder vorbeugen und seine Lippen mit ihren einfangen, als er ihre Hände von seiner Haut löste und einen Schritt zurück machte.
Hermione war erstaunt und sah den blonden Jungen überrascht an. Was hatte sie falsch gemacht?
„Wir sollten das nicht machen. Ich sollte das nicht machen.", sagte er nach einer kurzen Pause und Hermione zog ihre Augenbrauen irritiert hoch.
„Dafür ist es zu spät. Das hättest du dir früher überlegen können.", sagte sie leise aber bestimmt und Malfoy schüttelte nur seinen Kopf.
„Du willst das nur, weil ...", er stoppte und machte nun wieder einen Schritt auf sie zu und legte ihr eine Hand auf die Wange. Die Berührung war sanft und beinahe liebevoll und Hermione spürte ihr Herz schneller schlagen. „ … du erregt bist. Du bist schon so wach geworden. Du bist nicht bei Verstand und wirst es bereuen."
Seine Worte irritieren sie noch mehr. Malfoy seufzte als er ihren verwirrten Blick bemerkte.
„Granger, … Hermione, dein erstes Mal sollte nicht so sein. Es sollte mit jemandem sein den du gern hast. Du hast wirklich mehr verdient.", sagte er sanft, aber bestimmt und sein Daumen strich sanft über ihre Wange. „Ich weiß von deinem … Traum und das ich involviert war. Ich habe dich gehört. Wie du meinen Namen gesagt hast und...ich habe gemerkt wie erhitzt du warst. Ich fühle mich geschmeichelt und glaub mir ich würde dir gerne nachgeben und dich gegen diese Schranktür drücken und...", er stoppte wieder.
Hermione schluckte schwer und drehte ihr Gesicht letztlich weg. Seine Hand lag noch immer auf ihrer Wange, aber sie sah ihn nicht mehr an. Sie konnte nicht.
Sie hatte sich immerhin in mehrfacher Sicht lächerlich gemacht. Zum einen weil sie sich ihm so an den Hals geworfen hatte, dann weil sie erneut mit ihm hatte schlafen wollen und zu guter letzt weil sie geglaubt hatte sie hätten schon miteinander geschlafen. Sie hatte nicht einmal Traum von Wirklichkeit unterscheiden können und er wusste auch noch davon.
„Solltest du … es wirklich wollen. Auch wenn du nicht so erhitzt morgens wach wirst, meine ich. Dann werde ich dich nicht wegschieben.", fuhr er fort und seine Lippen legten sich auf ihren Haaransatz und sie konnte fühlen, wie schwer es ihm fiel so ernst zu bleiben, so stark zu bleiben.
„Warum?", fragte sie leise, ihre Stimme war brüchig und sie wollte am liebsten unter ihrer Decke verschwinden.
„Ich meine … du hast zu Zabini und Nott gesagt, du musst nur zusehen wo du bleibst. Wieso tust du es dann nicht auch."
„Du bist kein Spielzeug Granger."
„Was bin ich denn dann?"
Die gleiche Frage. Es war die gleiche Frage und er wollte nicht wieder eine unzufriedene Antwort geben, oder gar keine. Er erinnerte sich an den Kniff von Tracey und an den traurigen Blick der Gryffindor.
„Ich weiß es nicht, aber definitiv kein Spielzeug und keine einfache Eroberung.", sagte er schließlich und Hermione drehte ihr Gesicht zu ihm herum. Ihre Wangen waren noch immer ganz gerötet, aber in ihren Augen war nichts mehr von der Erregung zu sehen. Dort war Verwirrung und Angst und Erstaunen zu sehen.
„Draco..."
Ein Lächeln huschte über seine Lippen, als er hörte wie sie seinen Namen aussprach.
„Ja?"
„Es ändert nichts daran, dass du ein arrogantes Arsch bist."
Sie schmunzelte und er lachte leise.
„Und es ändert bestimmt nichts daran, dass du eine nervige Besserwisserin bist."
„Fein."
„Fein."
„Wir sollten jetzt wirklich ...", sagte er dann und die Brünette nickte langsam und er löste sich schließlich von ihr.
Beide schwiegen als sie ihre Kleidung bereit legten und auch die Dusche verlief schweigend.
Es gab eben vieles über das man nachdenken musste.
