Kapitel 26:

Das Klopfen war leise, aber irgendwie klang es nachdrücklich. Hermione spürte wie die Hitze bei jedem weiteren Klopfen abnahm, bis sie komplett verging. Es entlockte ihr außerdem ein weiteres frustriertes Geräusch. Nie schienen es ihnen vergönnt zu sein allein zu sein und es auch zu bleiben. Es war als würden die Menschen um sie herum riechen, wenn etwas zwischen ihnen passierte. Sie schienen es auf Merlin komm raus verhindern zu wollen.

Sie sah zu dem Platinblonden über ihr, der seine Augenbrauen nachdenklich zusammenzog. Er bewegte sich kein Stück von ihr weg, als er ‚Herein' sagte und damit seine Mutter in den Raum ließ.

Das Schweigen war erdrückend. Es dauerte eine gewisse Weile, bis Hermione sich nicht mehr wünschte einfach vom Erdboden verschluckt zu werden. Es half ihr, den Kopf von Narzissa Malfoy weg zu drehen und so zu tun als wäre sie nicht da. Es war ihr sichtlich unangenehm so von der älteren Frau gesehen zu werden. Vor allem mit ihrem Sohn.

„Woher wusstest du, dass wir hier sind?", fragte Malfoy lediglich und seine Mutter räusperte sich leise, doch auch dann bewegte Malfoy sich noch nicht. Er behielt seinen Körper über Hermiones und dachte offenbar noch nicht einmal darüber nach etwas daran zu ändern. So als wäre es für ihn absolut nichts schlimmes so von seiner Mutter gesehen zu werden. Es hinterließ definitiv viele offene Fragen in Hermiones Kopf und sie würde sie ihm stellen. Sie wusste nur noch nicht wann.

„Ich habe in deinem Zimmer nachgesehen, ihr ward nicht dort und da lag es nahe, dass ihr euch hierher zurück gezogen habt. Zumindest denke ich, dass es nahe lag."

Sie klang ganz sachlich und neutral, doch Hermione konnte förmlich ihren Blick spüren und wie er sie erzittern ließ. Es war ihr immer noch unangenehm, weswegen ihr nun Tränen des Schamgefühls in die Augen traten.

Seine Finger glitten plötzlich über ihre Seiten und er ließ seine Daumen sachte über ihre Haut gleiten. Es war eine beruhigende, beinahe tröstliche Geste, die Hermione sichtlich genoss. Sie entspannte sich etwas, wenn auch nicht viel.

„Ich wollte euch Bescheid geben, dass wir in einer Stunde essen wollen. Ich war mir unsicher, ob ihr euch nicht vorher noch frisch machen wollt. Diesem Anblick nach zu urteilen … solltet ihr das wohl tun."

Hermiones Wangen färbten sich bei ihren Worten rot und sie fühlte wie sich ein Kloß in ihrem Hals formte. Es war nicht so, dass sie sich noch immer für so unglaublich prüde hielt, wie Malfoy es immer darstellte. Sie dachte tatsächlich, dass sie sich in der Hinsicht gebessert hatte und vielleicht nicht mehr ganz so extrem reagierte, aber diese Situation war ihr unangenehm. Vor allem wenn sie die Worte von Narzissa hörte, die etwas mahnendes aber auch abfälliges hatten. Zumindest hörte Hermione es heraus … vielleicht war es auch nur das was sie heraushören wollte. Was sie vielleicht erwartete und deswegen auch hörte.

„Wir werden pünktlich sein. Und Mutter ..." Malfoy sprach deutlich, fest und mit einem Nachdruck, der Hermione zumindest ein wenig Sicherheit gab. So wie die sanften Berührungen ihrer Haut und die Wärme, die sein Körper ausstrahlte.

Narzissa blickte ihren Sohn fragend an, sie hatte sich schon halb herumgedreht und hatte den Raum verlassen wollen, doch nun hielt sie noch einmal inne. „Solche Aussagen kannst du gerne für dich behalten. Ich schätze deine Meinung, aber sie ist in diesem Moment unangebracht. Eigentlich ist sie in diesem Fall prinzipiell unangebracht."

Narzissa zog erstaunt eine Augenbraue hoch, als ihr Sohn so mit ihr sprach, doch sie sagte nichts. Sie wartete ab ob er noch etwas zu sagen hatte.

„Du kannst ruhig gehen und Vater berichten, was du glaubst zu wissen. Aber spekuliert nicht zu viel … wir wissen Beide wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Spekulationen und Vermutungen kompletter Unsinn sind."

Narzissa entgegnete nichts, sie verließ den Raum lediglich und ließ die Beiden allein zurück.

Es dauerte eine ganze Weile, bis Hermione sich langsam wieder begann zu entspannen. Es dauerte bis sie ihren Kopf wieder herumdrehen konnte um ihn anzusehen. Es dauerte außerdem bis sie in der Lage war den Kloß hinunterzuschlucken und dieses unangenehme Gefühl in ihrer Brust zu vertreiben.

„Ich ..."

„Nein, sag nichts. Bitte.", flüsterte der Platinblonde über ihr und presste seine Lippen auf ihre Schläfe. Es war nicht wie die Küsse, die Berührungen, die er ihr sonst zuteil werden ließ. Es war sanfter und liebevoller. Es machte Dinge mit ihr, die sie kaum beschreiben konnte, denn mit Schmetterlingen war es nicht zu vergleichen. Auch nicht mit einer ganzen Armee von Schnatzen in ihrem Bauch wäre es getan. Es war mehr. Es war intensiver und es ließ sie auf etwas hoffen, was sie für unmöglich hielt. Sie hatte sich vorgenommen es nicht zu tun. Nicht zu hoffen und ihre Energie mit solchen Träumen zu verschwenden. Doch dann tat er immer wieder solche Dinge. Dinge, die sie zu einem kleinen, träumendem Mädchen machten.

Seine rechte Hand hatte sich langsam hoch bewegt und er umfasste nun ihr Gesicht damit. Er sah sie lange an und Hermiones Herz begann zu flattern, als wäre sie das erste Mal in ihrem Leben verliebt.

„Es tut mir Leid. Ich bringe dich immer in solche Situationen. Mit Blaise und Theo damals und heute mit meiner Mutter.", flüsterte er sanft und strich mit seinem Daumen über ihre Wange. „Aber ich kann mich dann einfach nicht von dir lösen. Ich kann es nicht. Ich will es auch nicht."

Allein diese Worte waren magisch und hinterließen diesen süßen Nachgeschmack. Es war als wollte er ihr damit etwas sagen, was er noch nicht in Worte fassen konnte. Vielleicht wünschte sie sich das aber auch nur.

„Lass mich es gut machen. Ich weiß wie unwohl du dich gefühlt hast. Lass mich dafür sorgen, dass du es vergisst.", flüsterte er gegen ihre Lippen und sie schloss ihre Augen als er diese letztlich auf ihre presste. Er war diesmal um einiges stürmischer. Seine Lippen bewegten sich mit viel mehr Kraft gegen ihre und seine linke Hand griff in ihre Kniekehle und ließ ihr Bein an seiner Seite hochgleiten. Sie legte das Bein ganz um ihn – um seine Hüfte-, was ihm ein zufriedenes Stöhnen entlockte. Sie hatten eine Stunde, raste es durch ihren Kopf, doch auch das war bald vergessen als sie spürte wie Malfoy begann an ihrer Unterlippe zu knabbern. Es war so, als hätte Narzissa sie nie gestört.

Natürlich spürte er sofort, wenn jemand sein Arbeitszimmer betrat. Es war nicht schwer Schritte auf dem dunklen Holz zu hören. In diesem Fall spürte er aber nicht nur die Anwesenheit einer Person, nein er spürte auch wer es war. Lucius sah von seinen Unterlagen auf und sah die große, schlanke Figur im Türrahmen. Sie lehnte gegen diesen, ihren Kopf leicht seitlich geneigt und ihr Blick war auf ihn gerichtet. Er mochte es, wenn sie ab und an einfach so in sein Arbeitszimmer spazierte und ihn beim Arbeiten beobachtete. Es fühlte sich an, als wäre er nicht den ganzen Tag allein. Das war der große Nachteil an dem Hausarrest und dem Arbeiten von Daheim.

Lucius legte das Stück Pergament bei Seite und lehnte sich etwas in seinem Stuhl zurück, was Narzissa als Einladung erkannte. Sie stieß sich von dem Türrahmen ab und machte die wenigen Schritte zu ihm herüber. Sie bewegte sich um den Schreibtisch herum und lehnte sich gegen diesen, als sie direkt neben ihm stand. Der Platinblonde drehte sich leicht in seinem Stuhl, um sie direkt ansehen zu können, nahm ihre Hände in seine und schenkte Narzissa eines seiner wenigen, seltenen Lächeln.

„Es gefällt mir nicht.", sagte die Frau lediglich und Lucius strich über ihre Handrücken, so als wollte er sie mit dieser Geste beruhigen. Er wusste es würde nicht gelingen, aber einen Versuch war es wert.

„Dann sag mir was dir genau missfällt."

„Diese Scharade. Ich würde ihm liebend gerne mehr sagen, aber er ist ausgerechnet an sie gebunden."

Lucius war ebenso unerfreut über den Verlauf der Dinge, doch er war um einiges realistischer und er stand der Sache nicht ganz so emotional gegenüber wie seine Frau. Er wusste, dass sie nicht aus den Gründen gegen Hermione Granger war, die manche Menschen annehmen würden. Narzissa hatte immer hinter ihm gestanden, aber nur weil sie ihn liebte. Das politische Geplänkel und die Ideologie, die sie verfolgt hatten, war für sie niemals das Wichtigste gewesen. Narzissa hatte ihre Familie an oberste Stelle gesetzt und auch wenn er einige Male in den letzten Jahren ärgerlich mit ihr geworden war – weil sie genau dies getan hatte – so bewunderte er sie nun umso mehr für ihren felsenfesten Willen. Und genau das war der Punkt, weswegen sie unglücklich mit der Situation war. Sie wollte das Beste für ihre Familie. Sie wollte ihr überleben sichern und sie hatte es auch geschafft. Sie alle verdankten Narzissa, dass sie noch immer atmeten und Lucius fand bis heute keine Worte, die jemals seinen Dank ausdrücken könnten. Hermione Granger war in ihren Augen nicht das Beste für ihren Sohn. Im Grunde genommen, war niemand das Beste für ihren Sohn und egal wie streng Lucius war und wie kritisch er sein konnte, Narzissa war umso schlimmer. Er war ihr einziges Kind und Lucius hatte schon immer den Tag gefürchtet an dem der Junge erwachsen wurde und eine ernsthafte Beziehung anfing. Lucius hatte schon immer gewusst, dass egal welches Mädchen er nach Hause brächte, sie niemals gut genug in ihren Augen wäre. Narzissa Malfoy würde immer etwas in ihr finden, was sie untauglich aussehen ließe.

„Du weißt, dass du mir nichts vormachen kannst. Es wäre ähnlich, wenn er sie nicht mitbebracht hätte sondern Pansy. Oder Daphne. Oder Tracey. Du hättest so oder so hier gestanden und wärst unzufrieden.", sagte er mit sanfter, aber doch leicht amüsierter Stimme. Er liebte seine Frau und wie sehr sie ihre Familie beschützen wollte. Es amüsierte ihn aber auch zu sehen, dass sie sich selbst etwas vormachte. Und ihm auch.

„Mag sein. Draco ist eben noch nicht fähig zu einer festen Partnerschaft Lucius. Er ist doch noch ein halbes Kind.", erwiderte die Frau und ihr Mann schüttelte seinen Kopf um ihr zu widersprechen.

„Nein ist er nicht. Der Krieg … die Geschehnisse haben ihn erwachsen werden lassen. Er wäre bereit dir eine Schwiegertochter zu finden, wenn du ihn lassen würdest."

„Aber es muss doch nicht …"

„Da allerdings stimme ich dir zu. Es müsste nicht unbedingt Hermione Granger sein. Und vielleicht endet es ja auch anders als wir vermuten."

Narzissa schüttelte ihren Kopf und seufzte lautstark.

„Ich habe sie zusammen gesehen. Ich wollte sie nur informieren, dass wir in einer Stunde essen. Lucius … da ist etwas zwischen ihnen. Wir haben es vorhin schon so deutlich gesehen. Er hat ihre Hand gehalten. Und nun habe ich ihn über ihr gesehen. Merlin weiß was sie getan hätten, wäre ich nicht rein gegangen."

Zu ihrer Überraschung wurde Lucius nicht wütend oder aufbrausend. Es verwunderte ihn nicht einmal.

„Wieso sitzt du da und siehst so aus, als wäre es vollkommen normal für dich das zu hören?", fragte sie ihn dann nachdrücklich und Lucius erhob sich von seinem Stuhl und schlang seine Arme um seine Frau. Sie waren vielleicht nicht das nach außen hin liebevollste Paar, aber wenn sie alleine waren, da zeigte Lucius durchaus seine Zuneigung zu seiner Frau.

„Weil es mir ähnlich ging. Erinner dich doch, wie es war. Ich habe die Finger nicht von dir lassen können. Und das waren vollkommen andere Zeiten.", flüsterte er ihr sanft ins Ohr und die blonde Frau schloss ihre Augen für einige, lange Augenblicke.

„Wir haben uns vorher schon gemocht Luc."

„Und ich glaube, dass Draco schon immer eine Schwäche für sie hatte."

„Was?", entfleuchte es Narzissa und sie schob ihren Gatten von sich um ihn irritiert, ja beinahe schockiert anzusehen.

„Erinnerst du dich an die ersten drei, nein sogar vier Jahre in Hogwarts? Er hat jedes Mal von dem Wundermächen gesprochen. Er hat immer wieder betont wie verschwendet ihr Potential wäre, weil sie die Tochter von Muggeln ist. Ich glaube, dass seine Obsession besser sein zu wollen als sie und der Trieb ihr das Leben schwer zu machen nicht daher kam, weil er daran geglaubt hat, dass sie minderwertig ist ..."

„Du weißt, was du da sagst oder? Das ist doch vollkommen absurd. Es bedeutet, dass er nicht daran glaubt woran du immer geglaubt hast. Wie kannst du daran zweifeln?"

„Weil ich glaube, dass er klüger ist als ich es war."

„Luc ..."

„Ich sage nicht, dass ich meine Einstellung geändert habe, du weißt, dass ich immer noch denke, dass wir ihnen überlegen sind. Sein sollten. Aber vielleicht ist es falsch so zu denken. Sie haben uns gerettet Narzissa."

Die Frau wusste, dass es eigentlich ihre Worte gewesen waren, die er hier wiederholte. Sie hatte ihm damals genau das gesagt, als sie unter Arrest gesetzt wurden. ‚Sie haben uns gerettet, Luc.'

„Alle Welt erwartet, dass wir uns ändern, damit wir irgendwann dieses Haus wieder verlassen können. Man erwartet es von allen – und unsere Kinder werden zurück nach Hogwarts geschickt und sie sollen demonstrieren, dass sie sich geändert haben. Aber haben wir das? Lucius, es sind nur wenige Monate verstrichen … du kannst doch nicht von heute auf morgen solche Dinge sagen und ich soll es dir glauben. Du hast Potter gehasst. Und Menschen wie sie ..."

„Es spielt keine Rolle Narzissa. Wir haben gehasst – ich habe gehasst. Und sieh wie weit es uns gebracht hat. Ich will mich nicht verstellen und so tun als wäre ich besser als ich bin. Ich glaube kaum, dass ich sie jemals als Gleichberechtigte ansehen kann. Es entspricht nicht meinem Weltbild. Aber es entspricht auch nicht meinem Weltbild – und deinem auch nicht – meinen Sohn für etwas zu verurteilen und ihn von mir zu schieben, was er noch nicht einmal zu wissen scheint. Denk darüber nach Narzissa. Wenn es so kommt wie wir vermuten, kannst du es ihm dann antun, dass er sich entscheiden muss?"

Narzissa schloss ihre Augen bei dem Gedanken und atmete tief durch um nicht emotional zu werden. Allein die Vorstellung ihr Sohn könnte sich für eine Fremde entscheiden und sie von sich stoßen bereitete ihr Herzschmerz. Sie ließ ihren Kopf gegen die Brust ihres Mannes sinken.

„Wann bist du so weise geworden? Wann hattest du Zeit über so etwas nachzudenken und so … sachlich zu sein?"

„Wir sind hier seit Monaten eingesperrt. Man hat viel Zeit. Und als ich die Beiden heute gesehen habe, da verbanden sich all diese Gedanken zu einem Einzigen."

„Ich liebe unseren Sohn und ich will, dass er glücklich ist.", erwiderte Narzissa leise. Mehr zu sich als zu ihrem Mann und doch fragte er nach. „Und was bedeutet das?"

„Das wir ihnen sagen sollten, dass wir ihnen nicht alles gesagt haben. Ich ihnen nicht alles gesagt hab."

„Du hast Angst ihn weiter in ihre Arme zu treiben und ich verstehe es. Aber du solltest eine Sache nicht vergessen – es kann anders kommen. Aber wir sollten ihm nicht im Weg stehen, sondern an seiner Seite."

„Wenn ich dich so sprechen höre, denke ich doch langsam, dass du viel mehr versteckte Vaterqualitäten hast, als ich geahnt habe. Zu schade, dass wir unseren einzigen Sohn schon groß gezogen haben und du diese Qualitäten nicht weiter unter Beweis stellen kannst."

Natürlich hatte sie gewusst, was ihre Aussage mit ihm tun würde. Sie kannte ihren Mann und dennoch lachte sie leise auf, als er sie auf seinem Schreibtisch absetzte und ihr einen langen Kuss gab.

„Es ist nie zu spät, Zissa. Wir könnten es besser machen.", sagte er leise und verriegelte dann die Tür mit einem Zauberspruch.

Sie unterbrach den Kuss ungerne. Es war als würde sich ihr ganzer Körper dagegen sträuben und dennoch entzog sie ihm ihre Lippen.

„Wir müssen aufstehen … sonst wird deine Mutter noch böse mit uns. Also mit dir. Mit mir ist sie es wohl sowieso. Egal was ich tue.", murmelte das Mädchen, wobei ihre Stimme mehrfach versagte. Sie war noch ganz atemlos.

„Mach dir keine Gedanken wegen meiner Mutter.", flüsterte er leise und ließ seine Hände auf ihrer Hüfte ruhen. Sie war sich irgendwie sicher, dass er es nicht dabei belassen würde. Sie hatte im Gefühl, dass er auch nicht aufstehen würde.

Natürlich bestätigte er ihre Vermutung und ließ seine Lippen über ihren Hals gleiten. Ihr Kopf drehte sich automatisch zur Seite und ein unsicheres, zittriges Seufzen entfloh ihren Lippen. Sie wollte ja standhaft bleiben und ihn von sich schieben aber das war leichter gesagt als getan.

„Du bist nicht gerne vernünftig mh?", hakte sie nach, aber ihre Stimme verriet, wie egal es ihr mittlerweile war ob sie nun pünktlich beim Essen erschienen oder nicht. Das hier war deutlich entspannender. Deutlich angenehmer.

„Ich bin schon viel zu lang vernünftig in deiner Gegenwart.", murrte er und zu ihrem Erstaunen saugte er an ihrem Hals. Sie war zu überrascht um ihn von sich zu schieben, und irgendwie musste sie sich auch eingestehen, dass es ihr gefiel. Die Idee von ihm markiert zu werden war irgendwie aufregend. Jeder würde den Abdruck sehen können, denn so feste wie er an ihrer Haut saugte, musste es einfach einen Knutschfleck geben. Es war beinahe unvermeidbar.

„Was heißt das?"

„Merlin, dass du das nicht weißt."

Er sah sie wieder mit diesem verführerischem Blick an. Sie konnte sehen wie seine Augen sich dunkler verfärbten und die Lust zeigten, die er wohl in diesem Moment empfand. Aber nicht nur seine Augen zeigten ihr wie sehr er sie wollte. Sie konnte noch andere Dinge sehen und spüren, die sie darauf schließen ließen.

„Wir sollten wirklich ...", flüsterte sie und er knurrte leise. So als wolle er diese Worte einfach nicht hören. Er verschloss ihren Mund mit seinen um sie zum Schweigen zu bringen. Natürlich half es. Und als er sich nach einer ganzen Weile zurückzog, wirkte sie so, als wollte sie gar nicht mehr darüber nachdenken tatsächlich aufzustehen.

„Du hast mir vorhin nicht mehr antworten können und ich finde, wir sollten Gespräche nicht einfach so in der Luft schweben lassen.", grinste er dann nach einer Weile und das Mädchen weitete ihre Augen. Sie wusste natürlich sofort worauf er hinaus wollte. Er wollte von ihr hören, was sie wollte. Was sie begehrte und sich vorstellte. Allein die Vorstellung es in Worte fassen zu müssen, versetzte sie jedoch in Panik.

„Ich ...", begann sie leise und seine Lippen formten sich zu einem breiten Grinsen.

„Schließ die Augen."

Sie wirkte im ernsten Moment ganz überrascht von der Aufforderung, doch sie tat was er ihr sagte und als sie ihre Augen geschlossen hatte, küsste er sie noch einmal sanft. Er zog sich jedoch viel schneller wieder zurück als ihr lieb war.

„Erzähl es mir. Sag mir was ich machen sollte. Stell dir vor wir sind alleine. Keiner kann uns stören. Du darfst dir alles wünschen … mich alles machen lassen was du dir nur vorstellen kannst.", flüsterte er ihr sanft ins Ohr und das Mädchen schnappte regelrecht nach Luft.

Sie kaute zunächst auf ihrer Unterlippe herum und er war schon kurz davor ihr diese Aufgabe zu erlassen. Er wollte sie immerhin nicht quälen. Dann sah er aber wie ihr Gesicht sich etwas veränderte und sie ruhiger wurde. Ihre Atmung wurde ruhiger, ihr Körper unter ihm entspannte sich etwas und er wusste, dass sie es tun würde. Er konnte sie gut genug lesen, um das zu wissen.

„Ich kann das nicht gut … glaube ich. Also hab Geduld mit mir ja?", bat sie ihn lediglich und Draco nickte auch wenn er wusste, dass sie es nicht sehen konnte. Sie seufzte leise aus und suchte dann nach seiner Hand und führte sie dann zu ihren Lippen. Sie traute sich nur, weil sie ihre Augen geschlossen hatte und sie seine Reaktion nicht sehen konnte und musste. Sie presste ihre Lippen gegen seine Fingerspitzen und ließ sie dann über ihren Hals gleiten.

Natürlich war er erstaunt über diese Geste, er hatte mit Worten gerechnet. Er hatte damit gerechnet, dass sie ihm etwas sagen würde – vielleicht durch die Blume und auch stockend, aber das hier hatte er nicht erwartet. Und schon gar nicht wie sanft sie ihre Lippen auf seine Finger gelegt hatte. Es war nicht das erste Mal, dass er begann zu glauben Hermione könnte tatsächlich etwas für ihn empfinden. Die Art und Weise wie sie ihn manchmal ansah und auch als sie damals eifersüchtig wegen Tracey geworden war, da hatte er diese Vermutungen schon gehabt. Er hatte sie aber immer bei Seite geschoben und als Unsinn abgestempelt. Doch so wie sie jetzt unter ihm lag und so zärtlich wie sie mit ihm umging, da fragte er sich doch wirklich, ob es nun Unsinn war oder nicht.

Seine Finger wurden über ihre Brust hinab geführt. Er berührte sie dabei kaum. Seine Finger glitten nur so über das Material der Bluse, bis sie ihn zu ihren Schenkeln führte. Dort spürte er ihre warme, weiche Haut unter seinen Fingerkuppen und ihre Atmung begann wieder schneller zu werden. Er beobachtete sie, sah wie ihre Gesichtszüge sich leicht veränderten und ihr die Röte wieder ins Gesicht schoss. Ihre Zähne vergruben sich in ihren Lippen als ihre Hand die seine zwischen ihre Schenkel nach oben schob. Diesmal keuchte er überrascht auf, denn das war viel besser als alles was sie ihm hätte erzählen können.

„Draco ..."

„Ja?"

„ich weiß du hast gesagt es wird spaßiger je länger man wartet …", setzte sie an doch er unterbrach sie mit einem stürmischen Kuss. Sie war überrascht davon und ihr Herz pochte umso schneller. Sie würden hemmungslos zu spät kommen, aber es war ihr egal. Sie wollte sich nicht von ihm lösen. Noch nicht.

„Ich werde dich nicht mit allem warten lassen.", flüsterte er lediglich gegen ihre Lippen und dann entfloh Hermione ein tiefes, wohliges Seufzen als seine Finger sich selbständig gemacht hatten und über ihre Mitte strichen. „Darf ich … dir etwas zeigen was besser ist als fliegen?"

Hermione öffnete ihre Augen langsam, aber als sie schließlich in seine Augen sah und sehen konnte wie er sie anschaute, da konnte sie nicht anders als nicken. Und wie froh sie war, dass sie es getan hatte, als seine Finger geschickt ihren Slip bei Seite schoben und sie ohne das störende Stück Stoff berührten. Sie wimmerte regelrecht, als er seine Finger sachte zwischen ihre Lippen gleiten ließ.

„Merlin ...", flüsterte er gegen ihren Mund, legte dabei seine Stirn an ihre. Er ließ seine Finger einige Male ganz langsam hindurch gleiten, was sie immer wieder aufkeuchen ließ. Er beobachtete sie genau, bei jeder Bewegung und Berührung und es war wie ein Geschenk des Himmels als er sehen konnte wie sie erzitterte, als er seinen Zeigefinger langsam eindringen ließ. Sie spannte ihren Unterkörper merklich an, hob dabei ihr Becken um es seiner Hand entgegen zu drücken. Es war ein Bild, welches er wohl so schnell nicht aus seinem Gedächtnis würde bekommen können. Und als sein Daumen ihren Kitzler fand, da zuckte sie so stark unter ihm zusammen, dass es ihn zum Grinsen brachte. Sie reagierte so empfindlich auf ihn und er liebte es.

„Wie fühlt es sich an?", fragte er sie dann. Seine Stimme war dunkel, erregt und er konnte es nicht verbergen.

„Unbeschreiblich...", flüsterte sie ihm entgegen und öffnete dabei ihre Augen um ihn ansehen zu können. Seine Finger begannen sich zu bewegen – der Daumen rieb an ihrem Kitzler während sein Zeigefinger sich langsam aus ihr zurück zog nur um sich wieder in sie schieben zu können. „Es ist wie … ein Feuerwerk, so warm wie ein Kaminfeuer im Winter, so prickelnd wie … Brausepulver auf der Zunge, so unbeschreiblich wie … fliegen.", wimmerte sie und ihre Finger krallten sich in seine Schultern, denn bei jedem ihrer Worte hatte er etwas an Intensität gewonnen. Nun da sie geendet hatte, ließ er einen zweiten Finger in sie gleiten, was das Mädchen laut aufstöhnen ließ. Sie bäumte sich regelrecht unter ihm auf und er konnte fühlen … wie sie sich fühlte. Wie nah sie an der Grenze sein musste. Es war ein unglaublicher Anblick. Ein unglaubliches Gefühl dafür verantwortlich zu sein.

„Dann lass mich noch etwas hinzufügen. Ich will, dass es ist, als würdest du die Sterne am Himmel berühren können."

Hermione sah ihn mit einem fragendem Blick an, doch sie verstand sofort was er vorhatte, als er an ihr hinab glitt. Sie wollte ihn aufhalten, sie hatte sich sogar aufgesetzt – auch wenn es ihr schwer fiel so wie sie im Moment zitterte – doch schon hatte er sich zwischen ihren Schenkeln positioniert und ersetzte seinen Daumen mit seinen Lippen.

Das Mädchen ließ sich zurück ins Bett fallen und so als hätte er es gewusst, sah sie plötzlich Sterne vor ihren Augen tanzen. Ihr Körper begann unter ihm zu beben und als sie letztlich spürte wie er sie nur noch näher zu den Sternen brachte, verlor sie die Kontrolle über ihren Körper vollkommen.

Sie wimmerte und stöhnte seinen Namen, als ihre Muskeln vor Erregung zu zittern begannen und es sich tatsächlich so anfühlte, als könnte sie die Sterne berühren.