Kapitel 36:
„Du benimmst dich wie ein Idiot."
„Und du bist wie immer auf seiner Seite."
„Ich … bin doch nicht auf Dracos Seite.", brachte Pansy aufgebracht hervor, wusste aber woher Blaises Gedankengang kam. Wann ist sie nicht auf seiner Seite gewesen? Sie hatte immer Partei für ihn ergriffen – warum sollte es auf einmal anders sein?
„Glaub ich dir einfach nicht Pans. Ich glaub dir auch nicht, dass du so plötzlich über ihn hinweg bist. Du bist ihm jahrelang hinterher gelaufen. Und auf einmal soll es anders sein? Nie im Leben.", murrte der Dunkelhäutige und warf sich auf sein Bett. Er würde nicht raus gehen und mit den Anderen etwas trinken. Er würde nicht so tun als hätten ihn Dracos Worte nicht getroffen. Das hatten sie nämlich.
„Du musst mir auch nicht glauben. Aber du solltest mal über etwas nachdenken Blaise … wir können alle keine Gedanken lesen. Irgendetwas stimmt nicht mit dir und wir sind nun einmal wie wir sind – wir werden dir nicht hinterher rennen und versuchen an deiner Seele rumzudoktorn, wenn du uns nicht drum bittest. Wenn du nicht mit mir reden willst, oder Draco … dann doch mit Trace oder Daph oder von mir aus auch mit Theo oder Greg. Wir haben alle unsere Probleme und seit einigen Monaten haben wir wohl alle einen Fluch weg – aber wir sind Freunde Blaise. Wenn wir nicht füreinander da sind, wer dann?"
Pansy hatte sich Gregorys Worte zu Herzen genommen. Sie hatte über alles nachgedacht und sie hatte beschlossen seine Ansichten ernst zu nehmen. Sie wollte nicht diejenige sein, die irgendetwas übersehen hatte und am Ende Schuld an etwas war, was man hätte verhindern können. Sie würde sich dennoch treu bleiben und so hatte sie ihm einfach nur ins Gewissen geredet und ein Angebot geäußert. Sie war nicht feinfühlig genug für mehr. Das wussten sie wohl Beide.
„Lass mich einfach allein Pans."
„Wie du willst. Denk drüber nach oder lass es. Mir gleich. Aber lass mich noch diese eine Sache sagen Blaise – ihr Zwei seid Freunde seit ich denken kann. Lass dein Ego das nicht kaputt machen."
Mit diesen Worten verschwand sie aus dem Zimmer und hoffte, dass sie ihm zumindest einen kleinen Stoß in die richtige Richtung verpasst hatte.
„Wer hat eigentlich schon seine Listen fertig geschrieben?", fragte Daphne, als sie sich zu der schon fast vollzähligen Meute im Gemeinschaftsraum setzte. Nur einige hoben ihre Hände und die Blondine nickte kurz.
„Ich dachte ich kann die ersten jetzt schon einsammeln und den Rest dann morgen? Aller spätestens Montag dann aber, so dass Potter und die Weasleys mitmachen können.", fügte sie hinzu und innerhalb weniger Sekunden flogen unzählige Pergamentröllchen in der Luft umher, bevor sie langsam in eine kleine schwarze Schachtel segelten, die Daphne auf ihrem Schoß liegen hatte.
„Wollten wir nicht etwas trinken? Wenn wir weiterhin über dieses komische Spielchen reden, dann geh ich doch lieber in mein Zimmer und amüsiere mich alleine ...", setzte Theo an und bemerkte dann was er gesagt hatte. Es war aber schon zu spät, denn sofort begann das Gegröhle.
Daphne räusperte und erhob sich, in ihren Händen hatte sie eine Flasche Feuerwhiskey und schon bald flogen Gläser in ihre Richtung, die sie mit dem Getränk füllte. „Da wir natürlich vermeiden wollen, dass Theo sich alleine amüsieren muss …", sagte sie mit einem leichten Grinsen – Theo kommentierte dies nur mit einem Augenrollen – und verteilte dann die ersten Gläser an ihre Mitschüler. Bald hatte jeder von ihnen ein Glas in den Händen.
„Und worauf trinken wir nun?", fragte Susan, die sich zusammen mit Hannah und Megan auf den Boden gesetzt hatte. Direkt vor dem Kamin war ein guter Platz, selbst wenn man auf dem Boden saß.
„Auf eine weitere Woche ohne Verletzte ...", murmelte Hermione vor sich hin und Draco neben ihr musste grinsen.
„Ich glaube darauf können wir wirklich trinken – wer hätte gedacht, dass wir alle zusammen wohnen können ohne uns gegenseitig zu verhexen?", stimmte Theo zu und hob sein Glas.
„Also trinken wir auch auf die Zusammenarbeit und das Näherkommen der Häuser ...", pflichtete Tracey bei.
„Oh Trace – und wie du einem anderen Haus näher kommst.", grinste Daphne nur und bevor neugierige Fragen aufkommen konnten, stieß Daphne mit ihrer Freundin an und nippte an ihrem Drink. Natürlich tat man es ihnen nach und so verblieben die meisten Fragen erst einmal unausgesprochen.
Es war kurz vor Mitternacht als Draco sich zu Hermione herumdrehte. Sie unterhielt sich angeregt mit Pansy und um ehrlich zu sein gefiel ihm dieser Anblick. Es war unerwartet aber irgendwie passte es. Vor allem wenn Hermione etwas getrunken hatte schien sie all ihre Bedenken zu vergessen und wurde offener und das schien dem Gespräch gut zu tun. Und dennoch wollte er sie von Pansy losreißen.
„Können wir hoch gehen?"
„Mh?", machte Hermione nur und wendete sich nur widerstrebend von Pansy ab.
„Wieso?", fragte sie dann und er konnte in ihren Augen sehen, dass sie wohl doch ein zwei Drinks zu viel gehabt hatte.
„Ich bin müde."
„Spielverderber.", nuschelte die Brünette, nickte dennoch in seine Richtung. „Ich muss gehen … Monsieur ist müde. Er wird langsam alt.", murmelte sie in Pansys Richtung, die kichern musste. Auch sie hatte genügend intus. Das erkannte Draco schon an ihrem Kichern. Er kannte Pansy in und auswendig.
Hermione wollte aufstehen, doch so richtig mitspielen wollten ihre Beine nicht, weswegen Draco ihr aufhalf. Er legte einen Arm um ihre Hüfte und hielt sie eng an sich gepresst, als sie sich so unbemerkt wie es nur möglich war an den Anderen vorbei schlichen.
Die Brünette fühlte sich wie auf einem Karussell und sie war sich doch so sicher, dass sie mit beiden Füßen fest auf dem Boden stand. Dennoch drehte sich alles in ihrem Kopf und sie war sich auch nicht mehr ganz sicher wie sie hoch gekommen war.
„Alles okay?"
Seine Stimme sorgte dafür, dass sie sich herum drehte und da wurde ihr auch bewusst wie sie hochgekommen war. Er hatte ihr geholfen. Bestimmt hatte er das.
„Schwindelig."
„Du hast zu viel getrunken."
„Ach wirklich Papa?", fragte sie amüsiert und bei ihrem Blick musste er lachen. Sie war so viel lockerer wenn sie getrunken hatte und irgendwie gefiel ihm das. Aber er wollte ihre Situation dennoch nicht ausnutzen.
„Du hast nichts getrunken huh?", fragte sie weiter und legte dann ihre Arme um seinen Hals. Sie kam ihm dabei noch näher, als ohnehin schon. Ihr Duft vermischte sich mit dem von dem Feuerwhiskey und das machte es für ihn umso schwerer.
„Irgendjemand muss doch auf dich aufpassen.", sagte er leise und die Brünette verzog ihr Gesicht.
„Vielleicht will ich das ja nicht? Vielleicht möchte ich ja was anderes.", murmelte sie und spielte dabei mit dem Kragen seines Hemdes und ihr Körper drängte sich mehr gegen seinen.
„Was willst du denn dann?"
Die Brünette stellte sich auf ihre Zehenspitzen und ließ ihre Lippen über seine Wange zu seinem Ohr gleiten. Ihre Stimme war hauchend und verführerisch und das erstaunte Draco, denn die meisten angetrunkenen Mädchen klangen eher verzweifelt. Sie klang wie die Verführung in Person für ihn.
„Rede nicht so viel. Benutz deinen Mund für was sinnvolles."
Ein tiefes, hungriges Knurren verließ seine Lippen und das letzte bisschen an Selbstbeherrschung verabschiedete sich. Er drängte das Mädchen gegen den Schreibtisch auf welchen sie auf eher ungeschickte Art und Weise hoppste. Ihre Beine teilten sich instinktiv und er zog sie so nah an sich heran, dass sie aufstöhnte. Er presste seine Lippen hungrig auf ihre und sie stöhnte nur noch lauter in den Kuss hinein, als sie sich in seine Schultern krallte. Seine Zunge drängte sich in ihren Mund und die Brünette presste ihr Becken gegen seines, während ihre Hände zu seinem Hintern wanderten um ihn zusätzlich gegen sie zu pressen. Sie brauchte mehr. Sie wollte ihn näher bei sich haben.
„Merlin was machst du mit mir?", fragte er nach einigen Augenblicken, als er den Kuss lösen musste. Er schnappte lautstark nach Luft, während seine Augen sie hungrig ansahen. Sie schon beinahe auszogen.
„Dich verführen.", antwortete sie trocken und wollte seine Lippen wieder mit ihren einfangen, doch er wich zurück. Nur einen Schritt, aber es war genug um ihre Augenbraue nach oben schießen zu lassen.
„Warte nur einen Augenblick mit deiner Verführung.", murmelte er und strich sich durch seine Haare. „Ich wollte das anders machen. Es sollte nicht so sein … aber es läuft nichts so wie es soll, oder?", begann er zu murmeln und Hermione verzog ihr Gesicht – sie war verwirrt von seinem seltsamen Gerede. Warum redete er überhaupt, wenn sie ihn doch so offensichtlich wollte.
„Alles gute zum Geburtstag Mione.", sagte er so sanft und leise, dass sie sich erst nicht sicher war, ob sie es nicht träumte. Doch er hatte es gesagt. Es drang irgendwann bis zu ihr durch. Ihr Blick glitt zu der Uhr an ihrem Handgelenk und er hatte tatsächlich Recht – es war nach Mitternacht. Sie hatte Geburtstag. Und er wusste es auch noch. Das Brennen auf ihrer Haut wurde durch ein Kribbeln in ihrer Magengegend ersetzt und sie spürte wie ihr Herz schneller zu schlagen begann.
„Woher … ?"
„Ist doch egal oder? Ich will nur der Erste sein. Deswegen hab ich dich mit nach oben genommen. Deswegen wollte ich früher gehen. Ich wollte mit dir alleine sein.", sagte er so sanft, dass es ihre Sinne noch mehr benebelte als der Alkohol.
„Draco ...", flüsterte sie leise und der Platinblonde strich mit dem Daumen über ihre Unterlippe um sie am Weitersprechen zu hindern.
„Du musst nichts sagen. Ich will einfach nur, dass du dich wohl fühlst … dass du es genießt mit mir hier oben zu sein.", sprach er weiter und ihr Kopf begann zu schwirren von den lieben Dingen, die er ihr sagte.
Er küsste über ihren Hals und seine Hände lösten den Reißverschluss an ihrem Rücken, während ihr Kopf immer schwummeriger wurde.
Sie wusste nicht genau was es war: der Alkohol oder das was er gesagt hatte. Vielleicht die Mischung aus Beidem, aber ihr wurde plötzlich so entsetzlich übel. Und als er hauchzart mit seinen Fingerkuppen über ihre Wirbelsäule fuhr, hob sie eine Hand zu ihrem Mund, schnappte seine Hand und stolperte vom Schreibtisch. Sie schaffte es nicht einmal zur Tür als ihr Magen sich geräuschvoll entleerte und damit den Moment zerstörte.
„Morgen.", grinste eine sehr gut gelaunte Tracey als sie Nevilles Zimmer ohne Klopfen am frühen Morgen betrat.
Der Gryffindor lag noch in seinem Bett, den Kopf in sein Kissen gedrückt und die Decke halb auf dem Boden, halb über seine Beine ausgebreitet.
„ … was?", murmelte er als er spürte wie sich jemand neben ihn auf das Bett setzte und in seine Seite knuffte. Erst als er den Kopf hob und Tracey erkannte, wurde er schlagartig hellwach und zog die Decke hoch.
„Was machst du denn hier?"
„Ich wollte dich wecken. Wir müssen doch alles vorbereiten für das gemeinsame Frühstück. Die Anderen bereiten schon alles vor. Potter und die Weasleys sind da und eingeweiht. Der Gemeinschaftsraum sieht aus wie eine Mini Version der Großen Halle und Pansy hält Wache vor dem Zimmer der Beiden. So … und du bist der Letzte, der noch fehlt. Ich dachte ich gebe dir ein paar Minuten länger, da du ja doch etwas getrunken hattest, aber jetzt wird es Zeit zu duschen."
Es prasselten zu viele Informationen auf einmal auf ihn ein und das sorgte dafür, dass er Tracey mit einem verwirrten Blick ansah. Diese lachte aber nur darüber und strich ihm liebevoll durch seine zerzausten Haare.
„Geh duschen. Und den Rest besprechen wir gleich okay?"
Sie wollte schon aufstehen, als sie fühlte wie sich seine Finger um ihr Handgelenk schlossen. Sie drehte ihr Gesicht wieder zu ihm herum und ein fragender Ausdruck machte sich auf ihrem Gesicht breit.
„Ich hab gestern etwas vergessen."
„Ach ja? Was denn?", fragte sie irritiert und ließ sich wieder auf seinem Bett sinken. Sie rechnete mit allem – auch damit dass er ihr sagte, dass er keinen Spaß mit ihr gehabt hatte – doch mit dem was er tat, rechnete sie nicht. Er setzte sich etwas mehr auf und beugte sich vor. Er küsste sie nicht auf die Lippen, aber seine Lippen berührten ihre Wange so nah an ihren Lippen, dass es sie rot werden ließ. Es war besonders. So anders als das was sie gewohnt war.
„Ich hatte viel Spaß gestern.", sagte er und die Blondine fühlte wie ihr Herz schneller schlug.
„Ich auch.", sie biss sich nach diesen Worten auf die Unterlippe und sah hinab auf ihre Hände – seine Finger hatten sich mittlerweile mit ihren verflochten. Es fühlte sich so gut und richtig an.
„Gehen wir gleich zusammen runter?"
Tracey hatte das Gefühl ihr Herzschlag würde sich gar nicht mehr normalisieren.
„Soll ich also hier auf dich warten?"
„Bitte."
„Wie kann ich denn da schon Nein sagen?"
„Ich hoffe gar nicht."
Ihre Mundwinkel zogen sich zu einem Lächeln hoch und als er langsam zum Bettrand rutschte um aufzustehen, wurde dieses nur noch breiter. Sie sah ihn zum ersten Mal in Boxershorts und sie musste sagen, dass er sie überraschte. Er sah deutlich sportlicher aus, als sie vermutet hätte.
„Trace?"
„Ja?"
„Ich … weiß, dass … naja … das es alles langsamer geht als wenn du mit wem Anders ausgehen würdest.", begann er dann und Tracey schüttelte sofort ihren Kopf. Energisch.
„Beende diesen Satz nicht. Bitte. Ich mag dich Neville. Und ich will mit dir ausgehen. Nicht nur um einen Geburtstag zu planen. Ich will auch so mit dir ausgehen." Sie fühlte wie ihr Herz schneller schlug und wie ihre Wangen sich wieder krebsrot färbten. Es war ihr jedoch egal.
Sie stand auf, damit er nicht so vor ihr stand und auf sie runter schauen musste. Mit zwei Schritten war sie auf ihn zugekommen und zu ihrem Erstaunen machte er keinen einzigen Schritt zurück. Er blieb so stehen und ließ es zu, dass sie ihre Hand hob und über seine Wange strich.
„Und wenn ich bis zur zwanzigsten Verabredung warte bis du mich küsst...", fügte sie leise hinzu. Sie wusste, dass es sie irgendwann frustrieren würde. Sie würde sich fragen, ob er sie denn auch wirklich mochte – denn sie war es einfach nicht gewohnt, dass Männer … oder besser Jungs sich zurückhielten. Sie war nur diese direkte, offensive Art gewohnt. Sie kannte nichts anderes.
Und da umfasste er ihr Gesicht mit seinen Händen und presste seine Lippen auf ihre. Es war überraschend. Es war plötzlich. Und es ließ ihre Knie weich werden wie Feuer Wachs weich werden ließ.
Sie fühlte zwei starke Arme um ihren Körper geschlungen. Sie spürte die Atmung der anderen Person – die warme Luft, die er ihr gegen ihren Hals pustete. Sie spürte seinen Herzschlag ganz ruhig und regelmäßig. Sie konnte seinen verführerischen Duft wahrnehmen. Sie fühlte das Kribbeln auf ihrer Haut, welches er verursachte und das einfach nur weil er neben ihr lag.
„Bist du wach?", fragte er dann sanft und sein tiefer, ruhiger Ton, ließ sie zittern.
Ihr Gesicht drehte sich etwas, so dass sie ihn ansehen konnte. Er betrachtete sie mit seinen sturmgrauen Augen, die sie noch immer so absolut faszinierten.
„Ja."
„Geht es dir denn besser?"
Die Frage versetzte sie in Erstaunen, denn sie wusste nicht mehr … und da kam die Erinnerung auch schon wieder zu Tage.
Sie hatte sich vor ihm Übergeben.
Ihre Augen weiteten sich bei der Erinnerung. Sie fühlte sich plötzlich unsicher. Und absolut widerlich. Sie hatte ihn verführen wollen, hatte sich an ihn rangeschmissen wie eine läufige Hündin und dann hatte sie nachdem er so lieb zu ihr gewesen war, die Stimmung getötet, in dem sie auf den Boden ihres Zimmers gekotzt hatte.
„Draco … ich … es tut mir ..."
„Sag nicht das es dir Leid tut. Es ist okay. Du hattest zu viel getrunken. Das kann passieren.", sagte er so viel sanfter und verständnisvoller als sie vertragen konnte. Es sorgte dafür, dass sie sich umso schlechter fühlte.
Er sah es ihr wohl an, denn er beugte sich über sie und strich über ihre Wange. Beruhigend. Mitfühlend. So gar nicht wie sie es von ihm gewohnt war.
Obwohl … er tat so viele Dinge, die sie nicht gewohnt war, die sie überraschten. Vielleicht war es an der Zeit sich an so etwas zu gewöhnen?
„Alles Gute. Noch einmal. Weil wir das heute Nacht nicht … weil es nicht so gewesen ist wie ich mir erhofft hatte.", sagte er leise und seine Lippen berührten ihre Stirn.
„Warst nicht der Einzige, der es sich anders ausgemalt hatte ...", sagte sie leise und seine Finger strichen ihr eine Strähne hinters Ohr. Wenn er so mit ihr umging, malte sie es sich schon beinahe aus wie es wäre, wenn sie sich nicht nur körperlich näher kämen. Absurd, aber sie konnte nichts für ihre Fantasien.
„Lass mich dir vernünftig gratulieren. Und dir dein Geschenk geben.", forderte er sie auf und Hermiones Herz schlug schneller.
„Du hast etwas für mich?"
„Natürlich."
„Aber … ich wüsste nicht … wann … Draco … ich brauche nichts.", stotterte sie vor sich hin und das sorgte dafür, dass er lachte. Leise. Aber ehrlich und das machte sie glücklich. Sie liebte es wenn er lachte. Es ließ ihn weniger kalt und berechnet wirken. Es machte ihn menschlicher.
„Entspann dich einfach.", sagte er wiederum leise als er über ihre Seiten strich und dann langsam unter der Decke verschwand. Sie wollte protestieren, doch als sie seinen Kopf zwischen ihren Schenkeln spürte, krallte sie sich nur noch in die Bettdecke fest und stellte fest, dass ihr solche Geburtstagsglückwünsche gefielen.
„Sag mal sind die zwei immer noch nicht wach?"
„Wach sind sie."
„Und sie stehen nicht auf?"
„Ich glaube ja, die haben gerade noch Anderes zu tun. Seid ihr denn soweit fertig?"
„Jap."
„Dann komme ich mit runter, ich denke Mal, sie werden gleich von alleine auftauchen und aufhalten muss ich sie ja nicht mehr.", sagte Pansy an Blaise gerichtet.
Blaise war an diesem Morgen sehr früh wach gewesen und hatte sich bei Pansy für sein Verhalten entschuldigt. Sie hatte es nur mit einem Nicken zur Kenntnis genommen, aber innerlich war sie froh, dass Blaise den ersten Schritt gemacht hatte. Nun da er nach ihr sah und das vor Dracos Zimmer, zeigte ihr, dass er bereit war noch weitere Schritte zu machen.
„Gut. Vielleicht warten wir ja nicht mehr allzu lange. Ich glaube Daphne wird ungeduldig."
„Werden wir das nicht alle so langsam?"
Pansy grinste und Blaise schüttelte den Kopf, verzog sein Gesicht aber amüsiert.
„Warum soll ich mich denn an einem Sonntag Morgen schick anziehen?"
„Weil es dein Geburtstag ist."
„Ja damit es jeder weiß oder was? Draco ich will in einer Jogginghose und einem deiner Quidditch Sweatshirts nach unten in die große Halle gehen und mich mit Pfannkuchen vollstopfen. Ich will auf keinen Ball."
„Aber das würde nur halb so schön über einem Sweatshirt aussehen."
Draco öffnete ein samtenes Kästchen und als Hermione sah, was in diesem lag weitete sie ihre Augen.
„Bist du verrückt geworden?", fragte sie ihn und schlug seinen Oberarm unsanft. Sie wusste schon immer, dass er sie nicht alle beisammen hatte, aber das war zu viel.
„Übertreib nicht – ich hab sie nur ausgeliehen. Nur für heute. Sie ist doch schon reserviert, du hast die Frau doch gehört, oder etwa nicht?"
Hermione fühlte wie ihr Magen sich verkrampfte bei dem Gedanken, dass er ihr eine so wertvolle Kette auslieh. Das er sie etwas so kostbares tragen ließ.
„Warum?"
„Weil ich das erste Mal gesehen habe, wie du etwas so anstarrst wie du sonst nur Bücher anstarrst. Du hast dich verliebt und wurdest zum kleinen Mädchen und jedes kleine Mädchen würde gerne und sollte einmal Prinzessin sein."
Die Geste war so unerwartet und so vollkommen übertrieben, dass sie spürte wie Tränen zu ihren Augen hochschossen.
„Weine nicht. Zieh dich an und lass mich dir dieses Collier umlegen. Und dann gehen wir frühstücken und du wirst dich fühlen wie eine Prinzessin und ich werde dich heute auch den ganzen Tag so behandeln."
„Draco ..."
„Frag nicht nach. Sag nichts. Mach es nicht kaputt Mione. Lass diesen Tag vergehen, genieße ihn und morgen können wir wieder über den Sinn diskutieren und die Bedeutung dahinter und über alles was du sonst noch wollen könntest. Aber nicht heute."
Es fiel ihr schwer, doch sie nickte zustimmend. Zögerlich zwar, aber sie tat es.
Und er hatte Recht – als sie angezogen war, ihre Haare hochgesteckt waren und das Collier sich an ihren Hals schmiegte, fühlte sie sich wie eine Märchenprinzessin.
