Kapitel 41:
„Einen wunderschönen guten Morgen.", grüßte die Schulleiterin ihre Schüler am Morgen beim Frühstück. Es war nicht üblich, dass die Schulleiterin schon am Morgen eine Rede hielt, und genau deswegen wurde es schlagartig ruhig in der großen Halle.
„Sie fragen sich sicherlich alle, warum ich schon so früh hier stehe und um ihre Aufmerksamkeit bitte. Das werde ich ihnen hiermit mitteilen.", begann sie langsam und ernst, aber etwas an ihrer Stimme verriet Hermione sofort, dass sie sich über das, was sie verkünden wollte, freute.
„Viele von ihnen belegen das Fach Muggelkunde und gerade nach den tragischen Ereignissen in den letzten Jahren freue ich mich festzustellen, dass auch viele Schüler dieses Fach dieses Jahr neu belegt haben. Wir zeigen uns offener und interessierter denn je. Ich habe bisher nur gutes von den Unterrichtsstunden gehört und ich habe mich deswegen ganz offen dafür ausgesprochen eine kleine Themenwoche zu beginnen. Viele von ihnen – natürlich nicht alle – sind mit Muggelmedien, ihrer Kultur und anderen Gewohnheiten vertraut und werden sich keineswegs über die Besonderheiten der nächsten Woche wundern. Die Anderen werden hoffentlich sehen, dass es vielerlei Dinge zu entdecken gibt. Vielleicht auch Dinge, die für einen selbst interessant sind."
Es war noch immer vollkommen still. Keiner traute sich zu sprechen, auch wenn man die Spannung im Raum spüren konnte. Hermione konnte nicht einmal deuten, ob es eine gute Spannung war … oder eher eine negative.
„Wir beginnen am Montag mit typischen Muggelspezialitäten zum Frühstück – aus aller Welt. Wir haben Muggelzeitungen bestellt und sie werden zum Frühstück geliefert – darunter finden sie sowohl die aktuellen Tageszeitungen wie auch Zeitschriften und Ratgeber. Über die Tage hinweg werden sie mit Muggelbüchern, Musik und auch Sportarten in Berührung kommen. Wir haben sogar Wege gefunden sie am Abend zu Filmvorstellungen hier in der Halle einzuladen. Die Bänke und Tische werden geräumt und durch Kissen und Matten ersetzt und an der Decke werden sie anstelle der typischen Himmelsprojektion alte Muggelklassiker, oder neue Blockbuster – wie man sie wohl nennt – sehen können. Und Sonntag endet die Themenwoche mit einem Fest hier in der großen Halle. Thema ist … Rockabilly. Ich weiß zwar nicht genau was es ist, aber mir wurde gesagt, dass es Spaß machen würde es herauszufinden. Dementsprechende Leckereien, Getränke und Musik werden sie hier vorfinden.", endete Professor McGonagall ihre Ankündigung und sah zu ihren Professoren herüber, die sie stolz anstrahlten. Sie schienen lange an dieser Idee gearbeitet zu haben.
„Was Professor McGonagall vergessen hat zu erwähnen ist – dass das Fest mit einem Kostümwettbewerb endet. Sie alle dürfen – ja sollen sich sogar – im Rockabilly Stil kleiden und dann werden eine Schülerin und ein Schüler gewählt, die natürlich einen Preis gewinnen. Der Gewinn bleibt bis dahin aber absolut geheim.", fügte die Muggelkundelehrerin Amelia Trainor hinzu. Sie war neben Montgomery eine der wenigen neuen Lehrkräfte und soweit Hermione es einschätzen konnte, war sie motiviert und freundlich. Außerdem war sie jung und ein absoluter Blickfang. Sie wunderte sich nicht, warum viele männliche, pubertierende Schüler ihr Fach belegten.
„In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch guten Appetit.", sagte McGongall noch und zog sich dann an ihren Platz zurück.
„Was haltet ihr davon?", fragte Pansy sofort neugierig und schlug ihre Beine unterm Tisch übereinander. Sie war offensichtlich Feuer und Flamme, obwohl Hermione nicht genau wusste weswegen. Ob es die Aussicht auf eine Party war, oder auf einen Preis. Sie konnte es nicht einschätzen.
„Ich freue mich ehrlich, dass sie versuchen das Verständnis für Muggel mehr zu thematisieren … und das nicht nur in Muggelkunde sondern bei uns allen. Um ehrlich zu sein freue ich mich sogar auf so einiges …", gestand Hermione und lächelte vor sich hin, als sie nach ihrer Teetasse griff.
„Worauf genau?", fragte Blaise sie dann und Hermione zuckte nur kurz mit den Schultern. „Naja zum Beispiel sagte sie ja, dass es Leckereien aus aller Welt geben würde. Ich würde mich bestimmt nicht beklagen, wenn ich mal wieder einen Pop Tart essen würde. Oder so ein richtig schönes Stück New York Cheesecake. Und dann wollen wir nicht von den Büchern, von der Musik und den Filmen anfangen. Dann komme ich gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.", sagte die Brünette. Sie fühlte sich deutlich zur magischen Welt hingezogen. Sie liebte es zaubern zu können, doch sie vermisste es auch einfach nur ein Muggel zu sein. Sie vermisste es Abends auf ihrer Couch zu sitzen – so wie sie es in den Ferien häufig tat – und Filme oder Serien zu schauen.
„Dann werden wir das alles also in einem Schnellkurs kennen lernen. Nicht schlecht.", grinste Blaise schließlich nur und sah zu Hermione, die sich mittlerweile vollkommen ihren Tagträumen hingegeben hatte. Er erwartete auch keinerlei Antwort mehr.
„Die Frage ist jetzt … was ist Rockabilly und was muss ich tun um zu gewinnen.", murmelte Pansy vor sich hin und das ließ sowohl Blaise, als auch Theo lachen.
„Du weißt nicht einmal was der Preis ist, aber hauptsache gewinnen oder?"
Pansy nickte eifrig und sah zu Harry herüber, da Hermione ja immer noch ihren Tagträumen nachhing.
„Potter … erklär mal was Rockabilly ist."
„Sagtest du nicht selber … dass du Berichte über Elvis liest. Da müsstest du es doch wissen.", gab er von sich und Pansy war um ehrlich zu sein erstaunt, dass er sich das gemerkt hatte. Sie zog eine Augenbraue hoch.
„Und was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?"
„Soweit ich weiß – und ich weiß nicht viel, ich bin nicht Mione – ist Rockabilly eine Musikrichtung. Elvis sang in dieser Richtung. Ich glaub das war so in den 50ern."
„Und wie kleide ich mich dementsprechend?", fragte Pansy weiter und lehnte sich etwas mehr in seine Richtung. Ginny, die neben Harry saß, versteifte sich wieder einmal. Es fiel ihr selbst auf und sie wusste, dass auch Blaise es sehen konnte. Er saß ihr immerhin gegenüber.
„Das musst du wirklich Hermione fragen. Ich weiß nur das es einen sehr typischen Stil gab, aber beschreiben könnte ich ihn nicht."
Pansy seufzte frustriert und widmete sich wieder ihrem Frühstück. Nicht ohne immer wieder zu Hermione zu sehen, die aber immer noch zu träumen schien.
Da fiel ihr auf, dass sie deutlich wacher wirkte als gestern noch. Sie sah nicht so müde aus und ihr Gesicht hatte Farbe. Draco hatte ähnlich gut ausgesehen, als er am Morgen fliegen gegangen war. Pansys Gedanken rasten … auch noch als sie sich alle langsam auf den Weg zum Unterricht machten.
„Hey.", sagte Hermione nur als sie sich neben Megan setzte. Sie hatte noch nie neben dem Mädchen im Unterricht gesessen und heute würde eben das erste Mal sein. Sie sollten in Partnerarbeit nach einem Zauber suchen, der einen verzauberten Schlüssel wieder funktionsfähig machte. McGonagall hatte die Paare gebildet und so hatte Hermione das erste Mal das Vergnügen mit der Brünetten zusammen zu arbeiten. Irgendwie fühlte es sich dennoch beklemmend an.
„Alles okay?", fragte Megan sofort, denn Hermione starrte sie an – zwar unauffällig und aus den Augenwinkeln – aber Megan hatte es sofort bemerkt.
Hermione spürte wie ihre Wangen sich erhitzten. Sie nickte nur.
„Dann lass uns mal anfangen. Ich möchte gerne als erstes fertig sein, du nicht? Ich wette Malfoy und Daphne werden würdige Gegner sein – beide sind gut in Verwandlungen.", sprach Megan ehrgeizig wie sie war weiter und sofort wurden Hermiones Wangen wieder rot. Sie konnte nichts dafür.
„Sicher das alles okay ist?", fragte Megan noch einmal nach und Hermione atmete daraufhin tief ein und aus, nickte dann aber.
„Ja schon gut. Ich … glaube meine Gedanken schweifen einfach nur ab. Lass uns anfangen, ich sollte mich von meinen seltsamen Gedankenreisen ablenken.", gab Hermione dann motiviert von sich und krempelte ihre Ärmel hoch. Sie würde sicherlich nicht gegen Daphne und Draco verlieren. Wäre doch gelacht.
„Wisst ihr was wir bei der ganzen Aufregung vergessen haben?", fragte Daphne als sie sich neben Tracey an den Mittagstisch setzte.
„Was denn?"
„Die restlichen Listen. Mir fehlen eigentlich nur noch … naja die von Potter, den Weasleys und dann könnten wir auch endlich starten."
Hermione sah nachdenklich zu dem Mädchen herüber und legte ihren Kopf schief. Sie bekam dieses Bild einfach nicht aus ihrem Kopf. Wieso nicht? Hermione spürte wie ihre Wangen wieder rot wurden. Es war mehr als peinlich, weswegen sie versuchte sich schnell mit etwas Kürbissaft abzukühlen.
„Dann können wir starten, denn hier ist meine.", sagte Ginny sofort und händigte ihre Rolle an Daphne aus. Harry und Ron taten es ihr gleich. Sie hatten offenbar wirklich vor sich in die Gruppe zu integrieren und das freute Daphne doch ziemlich.
„Schön, dann kann ich ja heute Abend wieder verteilen und wir starten das Spielchen. Es wird lustig.", sagte sie ganz aufgeregt und klatschte in ihre Hände.
„Sag Mal Mione … träumst du wieder vor dich hin?", neckte Ginny sie und stupste sie mit ihrem Ellenbogen an. Tatsächlich hatte Hermione vor sich hingestarrt … oder eher Daphne angestarrt. Sie spürte wie ihre Wangen zu kochen begannen und ihr Herz schneller, lauter schlug. Sie fühlte sich wie eine Idiotin. Sie bekam aber dieses Bild einfach nicht aus dem Kopf. Und wenn sie Daphne so sah und ihren Enthusiasmus … und dann sah sie dieses Bild von den zwei schlafenden Körpern in diesem riesigen Himmelbett … ihre Gedanken waren keineswegs so unschuldig wie sie noch vor einigen Wochen gewesen wären. Verdammte Slytherins.
„Ich … ja … ich überlege wie ich es schaffe mir diese Liste durchzulesen und zu erraten wessen Liste es ist, mir ein Kostüm für den Wettbewerb überlege und gleichzeitig alles nachhole was ich die letzten Tage über versäumt habe. Ich schätze ich brauche mehr als 24 Stunden pro Tag.", sagte sie dann überzeugend. Sie wusste, dass die Mehrheit ihr das auch glauben würde. Bis auf zwei Personen. Sie spürte Ginnys Blick und sie konnte auch Dracos Augen spüren. Er hatte sich vom Frühstück fern gehalten, doch jetzt zur Mittagszeit saß er bei ihnen, beteiligte sich nur nicht an dem Gespräch. Nicht wirklich. Er sah sie durchdringend an und sie wusste, dass er sie durchschaut hatte.
„Wenn es jemand schafft, dann ja wohl du Mione.", grinste Daphne und zwinkerte der Brünetten zu, ehe sie sich ihrem Auflauf widmete und weiterhin freudig vor sich hin lächelte.
Hermione fühlte sich elend, weil sie so über Daphne dachte, während sie so lieb und nett zu ihr war. Es war falsch. Auf allen Ebenen und doch ging ihr diese Vorstellung einfach nicht aus dem Kopf. Neugier war so etwas schreckliches.
„Ich hab beschlossen, dass wir zusammen arbeiten.", sagte Ginny schlicht und setzte sich neben Blaise. Harry hatte Zaubertränke nicht belegt und Hermione arbeitete mit Neville, während Draco versuchte Pansy zu helfen. Blaise war somit frei und Ginny wusste nicht genau wieso sie ihn als ihren neuen Zaubertränkepartner auserkoren hatte, aber es war nun einmal so.
„Und ich habe kein Mitspracherecht? Ich bin ja für die weibliche Emanzipation, solange ich als Mann dennoch mitreden darf.", grinste der Slytherin und sorgte damit dafür, dass Ginny ein Lächeln aufsetzte. Sie musste tatsächlich Schmunzeln.
„Gewöhn dich besser dran. Das ist so mit Frauen. Sie haben in den meisten Fällen die Zügel in der Hand und wenn du mal das Gefühl hast, dass du die Hosen anhast, dann lässt sie es dich nur glauben während sie dich in Wirklichkeit so beeinflusst, dass du genau das tust, was sie von dir will und erwartet.", philosophierte die Rothaarige und kramte ihr Buch hervor.
„Ich steh auf herrische Frauen. Das ist ganz schön heiß.", raunte er ihr ins Ohr. Sie wollte ihn gerade fragen, warum er so plötzlich hinter ihr stand, da schob er sich schon an ihr vorbei und ging nach vorne zu Montgomery um eine Aufgabe zu ziehen. Sie alle bekamen unterschiedliche Aufgaben und Tränke. Und wer als erstes die Aufgaben gelöst und die Tränke gebraut hatte, erhielt einen Preis in Form von Hausaufgaben Erlass. Klang fair.
Ginny spürte wie ihr Herz heftig gegen ihre Brust schlug, während Blaise durch die Klasse spazierte. Er war so dicht hinter ihr gewesen, sie hatte seinen Atem gespürt und seine Worte … sie wusste nicht so recht wie ihr geschah. Sie ermahnte sich mehrfach, dass er sie nur als Herausforderung sah, weil er ein absoluter Frauenheld war. Hermione hatte da vollkommen recht und sie würde nicht drauf reinfallen. Vor allem nicht, wenn sie doch so glücklich mit Harry war.
„Weißt du was lustig ist?", fragte er dann schon, als er mit dem Aufgabenzettel zurück kam und ihn zwischen ihnen auf den Tisch legte.
„Was denn?"
„Das unsere Aufgaben … Verhütungszauber beinhalten. Schicksal?"
Ginny rollte ihre Augen und griff dann nach ihrer noch zusammengerollten Pergamentolle, mit der sie spielerisch auf seine Stirn schlug.
„Konzentrier dich auf die Aufgabe Zabini. Und spar dir deine Anmachsprüche. Ich sagte dir bereits, ich bin glücklich vergeben."
„Was nicht bedeutet, dass ein wenig Flirten deinem Ego nicht gut tun würde. Gib es zu, es schmeichelt dir."
Ginny rollte ihre Augen abermals, entgegnete aber nichts. Sie konzentrierte sich auf ihre Aufgabe. Zumindest versuchte sie das, denn Blaises Nähe irritierte sie mehr, als sie geahnt hätte.
„Merlin ich bin ja so froh, dass der Tag zu Ende gegangen ist.", sprach Hannah die Gedanken aller Anwesenden aus. Sie hatten sich im Gemeinschaftsraum getroffen und wollten nun gemeinsam zum Abendessen gehen.
„Bevor wir gehen, ich würde gerne die Zettel verteilen. Die Listen meine ich. Und dann können wir gemeinsam essen. Wir verschwinden ja alle zu unterschiedlichen Zeiten und … ich dachte jetzt wäre die beste Gelegenheit."
Daphne hatte einen Zylinder vorbereitet und gab diesen weiter, nachdem sie einen Zettel gezogen hatte.
Er wurde weiter gereicht bis sie alle einen Zettel in den Händen hielten.
„Dann noch einmal zu den Regeln. Es stehen 14 Punkte auf jeder Liste. Jeden Tag erscheint ein neuer. Ihr habt bis zum 9 Oktober Zeit herauszufinden wem die Liste gehört. Also in zwei Wochen. An diesem Abend setzen wir uns zusammen und dann verraten wir, was wir glauben wem die Liste gehört. Das Ziel ist es vielleicht auch neue Seiten an den Personen zu entdecken, mit denen wir in einem Jahrgang sind. Vielleicht sogar neue Freundschaften zu knüpfen."
„Was passiert wenn wir falsch liegen?"
„Nichts … ich meine was soll schon passieren?"
„Aber dann hat man ja gar keinen Anreiz, wenn sowieso nichts passiert."
„Fein … dann … muss die Person, der die Liste wirklich gehört … einem eine Aufgabe geben, die man erfüllen muss. Und es kann so ziemlich alles sein. Also lasst euch schöne Dinge einfallen.", schlug Daphne sofort vor und erntete einstimmige Zustimmung. Eine Seltenheit.
Ich habe früher immer geglaubt, dass Schmetterlinge fliegende Blumen wären. Immer wenn sie auf einer Blume saßen, habe ich also versucht sie zu gießen. Ja ich weiß, ich schrecklicher Schmetterlingsmörder.
Hermione musste beinahe schmunzeln, als sie die Zeilen überflog. Natürlich war es einerseits makaber, aber andererseits waren Kinder eben so. Sie sahen manche Zusammenhänge nicht und es war schwer ihnen gewisse Dinge zu erklären. Sie fragte sich nur, zu wem diese Geschichte passte. Im Moment fiel ihr niemand ein und sie hasste es, wenn sie im Dunkeln tappte. Sie wusste, dass noch 13 Informationen folgen würden, und dennoch ärgerte sie es ungemein, dass sie noch nicht einmal eine klitzekleine Ahnung hatte.
„Und? Was interessantes?", fragte Draco, der sich hinter sie aufs Bett setzte und seine Arme um sie schlang. Hermione zuckte mit den Schultern, ehe sie sich nach hinten fallen ließ, so das ihr Rücken gegen seine Brust gelehnt war.
„Meins irgendwie auch nicht. Aber naja … gibt wichtigeres als diese Liste.", murmelte er in ihr Ohr und das Mädchen begann zu keuchen. Sie spürte seinen heißen Atem auf ihrer Haut es machte Dinge mit ihr, die sie kaum beschreiben konnte.
„Und du bist dir sicher, dass ich heute Nacht nicht bleiben soll?", fragte er unschuldig, was im Kontrast zu seiner Handlung stand, denn seine Hand wanderte über ihre Knie hoch zu ihren Innenschenkeln bis sie unter ihrem Rock verschwand. Seine andere Hand hatte sich um ihren Kiefer gelegt, so dass er ihr Gesicht zu sich herum drehen konnte. Er wollte ihren erregten Blick sehen und er wusste ganz genau, dass sie es war.
„Du wolltest, dass wir unauffällig sind Draco. Nicht ich.", murmelte sie leise, dabei schob sie ihr Becken seiner Hand entgegen.
„Nur weil ich keine weiteren Einmischungen will. Nicht weil ich nicht will, dass es jeder weiß."
„Widerspricht sich das nicht?", murmelte das Mädchen, und wunderte sich darüber, dass sie noch in der Lage war zu sprechen. Immerhin streichelten seine Finger sie auf eine Art und Weise, die sie erzittern ließ.
„Nein."
Hermione seufzte. Sie wusste immer noch nicht was sie waren. Und wie er es wirklich sah. Sie wusste nur, dass er sie um den Verstand brachte, denn seine Küsse beraubten sie dessen. Sie hatte letzte Nacht unter ihm auf dem Boden gelegen und ihre Nägel in seine Schulter gekrallt, als er ihr das letzte bisschen Verstand austrieb. Und dann hatte er ihr gesagt, dass er sie genauso wollte. Er wollte nur sie. Aber er wollte nicht am Morgen am Frühstückstisch sitzen und allen sagen, dass sie zusammen wären. Es hatte sie einerseits gekränkt, aber sie hatte immer noch diesen Höhenflug verspürt … zum einen weil er sie zum Orgasmus gebracht hatte. Wieder einmal. Und zum zweiten, weil er ihr gesagt hatte, dass er sie wollte. Sie hatte also keine Widerworte gegeben und sich lediglich in seine Arme gekuschelt, ehe sie spät Abends aus seinem Zimmer geschlichen war.
„Lass mich bleiben.", flüsterte er wieder gegen ihren Hals und Hermione wollte etwas erwidern, doch da spürte sie wie er seine Finger in sie schob. Ohne Vorwarnung. Ein kehliger Laut entfuhr ihrem Mund und sie schloss ihre Augen, während ihr Becken sich gegen seine Hand bewegte.
„Ich überzeuge dich notfalls die ganze Nacht lang, bis es schon zu spät sein wird für mich zu gehen.", seine Lippen leckten über ihren Hals und die Brünette stöhnte auf. Sie krallte ihre Finger in die Decke unter ihnen und versuchte zu widerstehen. Sie versuchte es, doch es gelang ihr nicht, vor allem nicht, wenn seine zweite Hand zu ihrer Bluse wanderte und diese aufknöpfte. Er ließ seine Hände über ihre Brust gleiten und schob dabei die Körbchen ihres Bhs nach unten, so dass seine Finger freien Zugang zu ihrer Haut hatten.
Hermione fasste neue Kräfte, neuen Mut. Sie wusste nicht woher es kam, aber sie wollte ihn ärgern, genauso wie er sie hier ärgerte.
„Als ob du das die ganze Nacht könntest.", neckte sie ihn. Ein lautes Knurren entfuhr seinen Lippen und er ließ für einige Sekunden von ihr ab. Sie hatte schon beinahe die Befürchtung zu weit gegangen zu sein, als sie seine Hände wieder auf ihrem Körper spürte und wie er sie in die Matratze drückte. Sie lag bäuchlings auf ihrer Decke, ihr Gesicht in die Kissen gedrückt, als seine Hand wieder zwischen ihre Beine fuhr und dort weiter machte wo er stehen geblieben war. Das Mädchen krallte sich verzweifelt in den seidenen Stoff unter ihr, sah dabei über ihre Schulter zu ihm. Sein Blick war von Lust verzerrt und seine Augen waren ganz dunkel geworden. Sie liebte diesen Blick. Diese Augen. Er presste seine Lippen hart auf ihre … es tat schon beinahe weh wie hart er sie küsste, doch Hermione genoss es und als er seine Finger nur kurze Zeit darauf durch etwas anderes ersetzte, könnte sie schwören, dass sie tatsächlich Sterne sah.
Ron starrte auf seinen Zettel und zog die Augenbrauen zusammen. Er hatte die letzten Tage jegliche menschliche und soziale Interaktion gemieden und dieses Spielchen war deutlich zu sozial für ihn und seinen Momentanen Geschmack, aber er wollte auch kein Spielverderber sein. So saß er also alleine im Gemeinschaftsraum und starrte auf den Zettel mit der verschnörkelten, doch sehr weiblichen Schrift darauf.
Ich bin allergisch gegen Erdbeeren. Und ich liebe Erdbeeren. Vor allem mit Schokolade und Sahne. Es ist tragisch. Wirklich.
Die Optionen waren nicht allzu groß. Es konnten Lisa, Daphne, Tracey, Pansy, Hannah, Megan oder Susan sein. Ginny und Hermione fielen raus, weil sie aus seinem Haus waren. Er fragte sich, ob das Mädchen wusste wie der Teil mit der Schokolade und der Sahne klang. Oder war es sein typisch männliches Gehirn, welches sich da meldete? Ron seufzte und faltete den Zettel wieder zusammen. Er würde abwarten. Vielleicht würde er mit mehr Informationen ja tatsächlich erraten, wessen Liste es war. Er wusste aber eine Sache sehr sicher, seine Liste würde erkannt werden. Egal wer sie gezogen hatte. Spätestens wenn der Satz Ich habe gegen ein Frettchen verloren. auftauchen würde, dann wüsste jeder, dass er es war. Und das es um Hermione und Draco ging.
Ron lehnte sich zurück und starrte in das Feuer. Vielleicht war es eine dumme Entscheidung gewesen zurück zu kommen, dachte er missmutig, als er bemerkte wie sich jemand neben ihm fallen ließ.
„Trübsal blasen ist nicht." Parkinson versuchte doch tatsächlich ihn aufzumuntern. Oder? Ron zog eine Augenbraue hoch. Misstrauisch.
„Was willst du?"
„Ach … ich hab dich hier alleine sitzen sehen und hatte Mitleid."
„Gnädig von dir.", murrte der Rothaarige, worauf das Mädchen nur grinste.
„Und du hast nichts vor? Ich meine … du kannst Hermione nicht ewig hinterher weinen. Du bist ein Kerl. Stürz dich in ein Abenteuer."
Ron sah sie verwundert an.
„Ist das ein Angebot Parkinson? Wenn ja … nein danke."
Parkinson weitete ihre Augen ehe sie ihren Kopf heftig schüttelte.
„Merlin nein. Du bist wirklich nicht mein Typ Weaselbee. Echt nicht. Aber ich dachte ja … dass du dein Herz mit … anderen Mädchen kurierst."
Ron war immer verwirrter. „Was willst du eigentlich von mir?"
Parkinson zuckte mit den Schultern und erhob sich. „Nichts nichts, ich dachte halt nur … aber wenn du noch nicht so weit bist, dann eben nicht."
Damit ließ sie einen verduzten Ron zurück.
„Es ist nicht Weasley."
„Was?"
„Er ist noch nicht über Hermione hinweg. Sie hatte also kein Date mit Weasley. Wer kann es sonst sein?", murmelte Pansy vor sich hin. Blaise rollte seine Augen.
„Du kommst zu mir um mir das zu sagen? Was ist los mit dir? So untervögelt, dass dich das tatsächlich interessiert?"
Pansy funkelte Blaise wütend an.
„Sorry, ich meinte das nicht so."
„Jaja schon gut.", winkte sie schnell wieder ab und warf sich auf sein Bett. „Bist du gar nicht neugierig?"
„Nicht wirklich. Ich hab sowieso andere Sachen … die meine volle Aufmerksamkeit erfordern."
„Ach? Was wäre das?"
„Die Eroberung eines Rotschopfes."
„Ich hoffe für dich, dass du Bones meinst, denn solltest du Wieselette meinen … Potter killt dich."
„Der ist ja meist gut abgelenkt. Durch dich.", spöttelte Blaise und Pansy zog ihre Augenbrauen zusammen.
„Was?"
„Du hast mich schon verstanden Pansy. Wieselette ist eifersüchtig … weil Potter sich bemüht dein Ego aufzubauen. Und weil er mit dir spricht. Ich weiß seltsam, aber das treibt sie direkt in meine Arme."
„Ist das für dich ein Spiel? Wie spanne ich Potter seine Freundin aus?"
„Nein. Ich habe tatsächliches Interesse an ihr. Sie ist feurig, sie ist hübsch und schlau … leider ist sie vergeben. Und du meine liebe Pansy bist sowieso schon Teil meines Plans."
Pansy seufzte theatralisch, setzte sich aber wieder auf und sah Blaise direkt an.
„Was soll ich tun?"
„Lenk ihn nur ab und an ab. Ich will einfach nur rausfinden, ob sie Interesse hat. Mehr nicht. Ich will sie nicht verführen solange sie mit Potter zusammen ist. Und ich will sie ihm auch nicht ausspannen. Ich will nur wissen … ob es die Chance gäbe."
„Das klingt ja halbwegs anständig Blaise.", grinste das Mädchen und sprang von ihrem Platz auf seinem Bett auf. „Aber ich helfe dir. Aber nur weil ich es als Herausforderung sehe. Und du hilfst mir rauszufinden wen Daphne an ihr Höschen lässt."
„Pansy, Schatz, du solltest langsam mal wieder jemanden an deines lassen, denn es ist wirklich traurig wie sehr dich das Sexleben anderer interessiert."
„Da du dich ja nicht mehr anbietest … ist mein Leben … traurig und einsam ...", murmelte sie.
„Sei nicht so theatralisch. Ich wette, du würdest wen rumkriegen, wenn du es versuchen würdest. Versuch es doch. Zieh dir was hübsches an und dann …"
Pansy verzog ihr Gesicht, nickte dann aber doch.
„Ich sag dir morgen wie es gelaufen ist. Und Blaise ...", Pansy drehte sich noch einmal zu ihm herum.
„Denk nicht an Wieselette wenn du es dir machst. Wäre ziemlich eklig.", grinste sie nur und noch ehe sie das Kissen treffen konnte, welches er nach ihr warf, hatte sie die Tür hinter sich zugeschlagen.
