Liebe Leute :) Das ist meine erste Fanfic und ich freu mich riesig über Reviews - vor allem, weil ich erst wieder vor Kurzem wieder zum Stift (quasi) gegriffen habe! Danke schon mal!
Selstverständlich gehört mir gar nichts, was mit Castle zu tun hat (leider, sonst würden wir sicherlich gerade die sehen ;-P )!
Er. Wieder undercover. Trotz Familie. Ja, sie hatte ihm eine Wahl gelassen, aber auch nicht wirklich. Vier Monate in Irland als Brendan O'Finton. Scheinbar hatten die Westies einen großen Drogendeal geplant und ein Undercover-Agent sollte ihn reinbringen, um das Ganze in Irland selbst unter Beobachtung zu halten. Vier Monate Lebensgefahr, weg von Sarah Grace. Nach dem Gespräch war er sofort heimgefahren und hatte es Sarah Grace erklärt. Zumindest die Kinder-Version. Vier Monate Urlaub bei Onkel Rick. Das klang für sie wie Disneyland. Er hatte den Abschied kurz gehalten. Allein in seiner Wohnung stopfte er ein paar Shirts und Jeans in die Reisetasche. Am Flug sollte er noch gebrieft werden. Nichts Neues. Genau wie vor 7 Jahren. Fast. Es war auch seine Chance, die echten Hintermänner hinter der Ermordung seiner Frau auszuheben. Die einzige Chance. Die Leute, die eine „Warnung" hatten abgeben wollen. Ja, der Zweig, mit dem er zu tun gehabt hatte, war tot. Aber irgendwo in Irland saß Sean McCormick, der damals zur großen Rache aufgerufen hatte. So viele Tote und darunter seine Frau. Niemand kannte ihn mehr, er war nur einer unter vielen Deserteuren gewesen, ein zu kleines Licht für die ganz Großen drüben.
Es schüttete wie aus Kübeln als er mit einer alten Ledertasche über der Schulter vor die Tür trat. Eines musste er noch erledigen bevor er in diesen Flieger steigen würde. Kein Taxi hielt. Wie auch. Regen in New York. Drei Blöcke ging er und bis er an ihrem Gebäude angekommen war, lief ihm das Wasser aus den Haaren.
Alexis saß auf der Couch und genoss einen ihrer letzten freien Abende bei einem Glas Wein und einem DiCaprio-Film- Gangs of New York. Doch irgendwie fehlte ihr die Konzentration. Ein Date mit Ryan. So richtig konnte sie das nicht fassen. Jennys Ryan. Der Kollege ihres Dads. Der fast zehn Jahre ältere Ryan. Ihr Dad würde sie töten. Beide. Sie hatte den Gedanken kaum zu Ende gedacht, als es klopfte. Essen. Doch als sie durch den Türspion sah, stand da nicht der Mann vom Lieferservice, sondern Kevin Ryan. Nass bis auf die Haut. Langsam öffnete sie die Tür. „Kevin! Was ist passiert?" Sein Blick beunruhigte sie. Unglücklich, irgendwie unschlüssig. Doch viel Zeit um sich Sorgen zu machen, blieb ihr nicht. Den Bruchteil einer Sekunde später spürte sie seine Finger auf ihrer Haut, und seine regennassen Lippen auf ihren. Die Augen geschlossen genoss sie den Augenblick. Sein kühles Gesicht auf ihrem, seine Hände auf ihren Wangen. Es fühlte sich alles so natürlich an. Langsam lösten sich seine Lippen und er sah ihr tief in die Augen. „Pass gut auf sie auf- und auf dich. Tá mo chroí istigh ionat" Alles war so schnell. Bis sie ihre Sprache wiedergefunden hatte, war Kevin weg. Minuten später stand sie noch in ihrer Tür und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Ging er weg? War das ein Abschied? Warum? Sollte sie dem nachgehen?
Als sie wieder auf ihrer Couch saß, wurde ihr langsam klar, was geschehen war. Was hatte Kevin eigentlich gesagt? Aufpassen auf sie. Das musste Sarah Grace sein. Wollte er sich etwas antun? Nein. Das konnte es nicht sein. Sie kannte den Blick. So ähnlich hatte ihr Dad dreingeschaut, als er verschwunden war. Ein Fall.
Bis er im Flieger saß, fühlte sich alles nur mehr wie in Trance an. Alles war irgendwie falsch. Er vertraute ihnen. Allen. Aber was war, wenn er nicht mehr zurückkam. Wenn es diesmal nicht gut ginge. Wenn ihn noch wer kannte? Sollte Sarah Grace ohne Eltern aufwachsen. Er hätt nicht gehen sollen. Aber hatte er wirklich eine Wahl gehabt. Brendan O'Finton würde so nicht denken. Drogenhändler. Mittlere Ebene. Einer, der in einem Deal mit dem Mob, die Möglichkeit zum Aufstieg sah. Das Briefing war eher kurz gewesen. Er sollte den Mittelsmann zwischen einem möglichen Abnehmer in New York und McCormicks Männern sein oder zumindest werden. Seine Reputation hing an einem Westie und einem kleinen Drogenhändler vor Ort. Ein bisschen Glück gehört auf den Fall dazu. Immer wieder musste er an Sarah Grace denken. Und an Alexis. An alle, die er zurück gelassen hatte. Doch immer wieder versuchte er diese Gedanken in den Hintergrund zu drängen. Endlich setzte das Flugzeug zur Landung an. Über der grünen Insel, die er erst vor wenigen Wochen hinter sich gelassen hatte, hing eine graue Regenwolke. Nicht sehr einladend. In wenigen Minuten wartete die nächste Hürde auf ihn. Der Drogenhändler. Ein Mann, ziemlich untersetzt. Mit schrecklichem nordirischem Dialekt, erklärte ihm, dass er am nächsten Tag bei McCormicks Männern vorsprechen musste. Dann würde sich erst zeigen, ob er für den Deal an Bord war. Einstweilen schien er bei diesem schmuddeligen Typen auf dem Sofa zu schlafen. Großartige Aussichten. Während der Mann, der sich mittlerweile als Kieran Kallaghan vorgestellt hatte, noch von seiner Wohnung und dem morgigen Tag sprach, war Kevin gedanklich wieder in New York. Und bei Jenny, bei all den Jahren, die McCormick ihr gestohlen hatte. Ihnen gestohlen hatte. Die Mutter, die Sarah Grace nicht hatte. All das. Es war seine Chance, es wieder gut zu machen. Dem Mann, die Zukunft zu nehmen. Entschlossener als zuvor stieg Brendan O'Finton in den Wagen, den Kieran ihm zeigte.
