Fr, 9. August 1996

Es ist mitten in der Nacht, vielleicht drei Uhr morgens.

Hermine kann nicht schlafen, sie denkt in letzter Zeit zu viel nach.

Hermine und ihre Eltern waren vor einer Woche auf Urlaub nach Frankreich ans Meer gefahren. Die Reise neigte sich dem Ende zu, an sich war es ein schöner Urlaub gewesen. Sommer, Sonne, Strand aber Hermine hatte das alles kalt gelassen.

Die junge Frau saß auf dem Bett, aufrecht im Schneidersitz, kein Gesichtsausdruck erkenntlich. Sie dachte nach, sie dachte viel zu viel nach, sie hätte es schon als Grübeln bezeichnet – aber nein, es war kein wissenschaftliches Thema über, dass sie sich den Kopf zermarterte, oh nein.

Es war ganz schlicht und einfach Remus Lupin. Ihr Lehrer. Das konnte sie so stehen lassen.

Eine wüste Mischung aus Trauer und Wut hatte sich in Hermine angestaut, einerseits Wut auf sich selbst, dass sie so etwas für einen Lehrer empfand und andererseits auf Lupin. Als Reaktion, aber sofort wieder auf sich da Lupin nichts getan hatte womit er ihre Wut provoziert hätte.

Sie war verwirrt, müde und einsam.

Ihr Hotelbett war gemütlich und sie hätte schon seit Stunden schlafen können.

Aber das einzige woran sie dachte war Remus Lupin.