Autor:
Amunet
Titel:
Und du liebst mich doch...
Story:
Im 6. Schuljahr von Harry beginnt zwischen ihm und Draco ein Machtkampf der mehr ist, als nur eine Schülerrivalität. Ein Machtspiel aus Lust, Leidenschaft und Liebe entbrennt. Doch als wäre das nicht genug taucht der Dunkle Lord wieder auf. Welche Pläne hat er und stimmen die Gerüchte, dass Malfoy jun. ein Todesesser geworden ist?
Paaring:
Harry X Draco; Ron X Blaise; Hermine X Viktor; Seamus X Dean
Warnung:
Yaoi (Liebe zwischen Jungs), Lemons (detaillierte Sexdarstellungen); ein bisschen Depri und vor allem ziemlich OOC
Disclaimer:
Nix gehört mir. Alle Rechte an HP gehören Joanne K. Rowling.
Betaleser:
Betaversion 2014 von der fabelhaften, wundervollen und extrem fleißige SmokeySky
oooOOOooo
Und du liebst mich doch...
Kapitel 21
Harry rannte. Das Atmen schmerzte bereits, während seine Lungen unermüdlich weiter nach Luft ächzten. Nur noch eine Kurve, eine kleine Kurve und er und Draco, welcher überraschend trainiert mit ihm Schritt hielt, waren gerettet. Ihr Ziel lag in greifbarer Nähe. Wild wirbelnd vor Anstrengung pochte Harrys Herz gegen seine Rippen und endlich schlitterte er um die Ecke, die ihm Freiheit versprach. Er stand vor einem hässlichen Wandbehang, auf dem sich eine ältere pockennarbige Hexe beim Sticken befand. Doch Harry verspürte keinerlei Veranlassung, sie näher zu betrachten, denn Peeves Geschrei ertönte noch immer in der Nähe. Sie waren etliche Gänge vor dem Poltergeist geflohen, aber nicht weit genug, um der dröhnenden Stimme zu entgehen, die beharrlich sämtliche Lehrer von Hogwarts anlocken würde. Laut Harrys erfahrungsreicher Schätzung konnte es sich nur um wenige Augenblicke handeln, bevor der erste angerauscht kam und Harry hatte kein Interesse daran, sich mitten in der Nacht in einem fast verlassenen Stockwerk mit niemand Geringerem als Draco Malfoy erwischen zu lassen. Sein höchst eigenes Nachsitzregister war dieses Jahr dank Snape schon mehr als genug ausgereizt.
Ohne zu zögern schob er den Wandbehang beiseite und offenbarte zu Dracos Verblüffung den Geheimgang, der sich dahinter verbarg. Auch wenn Harry dem Slytherin die Frage auf seinem Gesicht ansah, war er dennoch froh, dass er sich schweigend damit zufrieden gab, gleich in Sicherheit zu sein. Gemeinsam zwängten sie ihre großen Körper in die schmale Öffnung und kaum, dass der Wandbehang wieder an seinen rechtmäßigen Platz zurück geschwankt war, konnten sie Schritte vernehmen. Unablässig kamen die Schritte näher und Harry hielt unwillkürlich den Atem an, brachte seine gequälten Lungen schier zum Platzen und lauschte dem genervten Gemurmel von Professor McGonagall, die an ihrem Versteck vorbei eilte.
Kaum, dass Schritte und Schimpfe von seiner Hauslehrerin verklungen waren, seufzte Harry auf. Er konnte spüren, wie die enorme Anspannung der letzten Minuten von seinem Körper fiel und mit einem Mal waren sie da – die Gedanken an das eben Gehörte. Sein Blick suchte Draco und er sah ihn nur einen Meter weiter mit dem Rücken an die Wand auf dem Boden sitzen. Auch Draco schien es sich nun zu erlauben, ausreichend Luft zu schöpfen, so dass es für Harry nicht verwunderlich war, dass sich Dracos Brustkorb ebenso hektisch hob und senkte wie es sein eigener tat. Etwas störte Harry jedoch an diesem Anblick. Ihm fehlte die Qual, die Spur der Reue. Auf Dracos Gesicht spiegelte sich nichts dergleichen wider.
„Das war knapp", sagte Draco und öffnete seine Augen, die Harry nun unverwandt anblickten.
„Ja, war es." Eine Mischung unterschiedlichster Gefühle machte sich in Harry breit. Ihm war, als sähe er Draco wie er ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Wie oft würde es dem Eisprinzen von Slytherin noch gelingen, ihn so zu verwirren und ihm neue Seiten an ihm zeigen? Harrys Blick glitt über Dracos feines, hellblondes Haar, welches selbst hier, in dem nur von seinem Zauberstab beleuchteten Gang, zu leuchten schien. Er fragte sich, was Draco wohl gerade dachte, wo sie nichts anderes taten, als einander anzusehen und Harry, gefangen in dem Blick eisgrauer Augen, an die vergangen Monate zurückblickte.
Die Erinnerungsfetzen trugen Harry zurück zu dem Anbeginn ihrer merkwürdigen Beziehung, der Art, wie sie sich entwickelt hatte und was Harry nun für Draco fühlte. Seine Gefühle duellierten sich mit jenen, die ihm die Erfahrungen der letzten fünf Jahre aufgezwungen hatten und er wusste einfach nicht mehr, woran er letztendlich bei Draco war. Es spielte keine Rolle, ob er dem Slytherin vertrauen wollte oder nicht, er konnte es einfach nicht und es war alleine Dracos Schuld.
„Hör zu, Harry", sagte Draco, der die Stille zwischen ihnen nicht länger zu ertragen schien. „Die Dinge, die Pansy gesagt hat – Sie stimmen nicht. Pansy ist eifersüchtig. Du hast sie doch selbst gehört. Es geht ihr nicht wirklich um mich. Sie will einfach nur das Ansehen meiner Familie erlangen."
„Stimmt es, dass du mit Zabini schläfst?" Diese Frage, er musste sie einfach stellen. Sie war in ihm. Hart, fordernd, drängend. Schnürte ihm die Kehle zu und taxierte sein Herz ähnlich einem Cruciatus.
„Das mit Blaise", setzte Draco an, „ist kompliziert."
Kompliziert, echote es in Harrys Kopf, kompliziert. Wie konnte es kompliziert sein? Es gab nur ein Für oder Wider. Heftiger Zorn loderte in Harry auf und ehe er ihn unterdrücken konnte, ehe es ihm gelang, auch nur im Ansatz Herr über diese zischende Schlange in seinem Inneren zu werden, brach sie aus ihm hervor.
„SCHLÄFST DU MIT IHM?", donnerte Harry. Er wollte keine Ausflüchte hören, er wollte die Wahrheit, auch wenn er Angst vor der Antwort hatte.
„Ja."
Dracos Entgegnung, so leise sie gesprochen war, dröhnte in Harry wie ein Donnerschlag. Es überkam ihn ein Gefühl ähnlich dem Angriff eines Dementoren, doch hätte Harry sich hier und jetzt entscheiden können, so wäre ihm ein Dementor lieber gewesen. Gegen einen Dementoren hätte er sich jederzeit mit seinem Patronus wehren können, aber was sagt man, wenn der Mann, den man selbst liebt, mit einem anderen schlief?
„Dann war das hier", und Harry deutete auf Draco und sich, „nur gespielt?"
„Nein! Das darfst du nicht glauben! Ich… Ich hab mich falsch ausgedrückt, ich habe mit Blaise geschlafen, aber das war vor dir! Er mag doch das Wiesel und ich… ich mag dich! Glaubst du, sonst hätte ich mich auf so was mit dir eingelassen, Harry? Wäre es sonst möglich, dass du für mich schon lange nicht mehr „Potter", sondern „Harry" bist?"
Dracos Stimme, deren Klang beim Sprechen ebenso verzweifelt wie weicher geworden war, ließ die Sehnsucht in Harry erwachen. Er wünschte sich so sehr, dass er Draco glauben konnte und auf ein Neues betrachtete er Draco. Es war merkwürdig, wie wichtig ihm dieses zuvor so verhasste Gesicht geworden war und er wünschte sich, er könnte Draco jetzt küssen. Seine Lippen berühren und vergessen, was er alles erfahren hatte und welche Probleme jetzt und auch in der Zukunft zwischen ihnen stehen würden.
„Liebst du mich?" Die Worte waren Harry entschlüpft, bevor er es verhindern konnte.
„Harry, ich…" Dieses Mal gab Harry nach. Er drängte Draco nicht und ermöglichte ihm so die Flucht. Für Schwüre dieser Größe war es einfach noch zu früh. Harry hatte es gerade begriffen. Sein Herz, verräterisch in seinem Körper pochend, hatte sich bereits entschieden. Hatte akzeptiert und anerkannt, dass er Draco, obwohl es so unmöglich und abwegig schien, liebte. Aus einer Obsession war Verliebtheit geworden, doch nun hatte sich die Verliebtheit weiterentwickelt. War tiefer vorgedrungen, als Harry es jemals für möglich gehalten hätte und war nun zu der Macht geworden, die Dumbledore stets die größte aller Mächte nannte. Es war Liebe. Aber so, wie Harry wusste, dass die Zeit für Dracos Antwort nicht gekommen war, so wusste er auch, dass es andere Fragen zu beantworten galt.
„Was meinte Blaise mit dem Schlüssel zu deinem Herzen?" Stumm wollte Harry Dracos Geheimnisse nicht hinnehmen.
„Das kann ich dir nicht sagen. Selbst wenn ich wollte, Harry, ich kann nicht. Blaise und ich, wir haben einen Unbrechbaren Schwur geleistet."
„Einen was?"
„Einen Unbrechbaren Schwur."
Ratlos schaute Harry zu Draco und dieser begann zu erklären. „Ein Unbrechbarer Schwur ist ein Schwur, der mit Magie besiegelt wird. Wer auch immer diesen Schwur bricht, stirbt."
„Er stirbt?", japste Harry, „Aber warum sollte man dann so einen Schwur sprechen?"
„Es gibt Gründe, Harry. Nicht jeder Grund ist wichtig und doch machen wir Zauberer das immer und immer wieder."
„Wie lange seid ihr schon unter diesem Bann?"
„Blaise und ich waren fast noch Kinder. Es war, bevor wir nach Hogwarts kamen. Mehr kann und darf ich dir auch nicht sagen, Harry. Aber egal wie, es hat nichts mit meinen Gefühlen für dich zu tun. Ich mag dich wirklich sehr und wäre da nicht diese nervtötende Verbindung zwischen meinem Vater und dir, dann schwöre ich, würde ich dir zeigen, wie viel du mir bedeutest."
Sanfte Röte legte sich auf Harrys Wangen. Ob Draco ahnte, wie sehr er sich nach einem Kuss sehnte? Auch er hätte Draco gerne wieder berührt. Ihr letztes verführerisches Treffen schien unendlich lange her zu sein. Wie war es gewesen, als Draco ihn diese Lust empfinden lassen hatte, die ihn so schwindlig machte und die ihm eine Erlösung versprach, die ihn betteln ließ? Harrys Körper erinnerte sich für ihn. Seine Wangen färbten sich dunkler, sein Atem beschleunigte sich. Konnte er Draco küssen, ohne dass Lucius etwas davon erfuhr? Wann kam der Punkt, an dem seine Lust die Verbindung zu Lucius Malfoy aufbaute? Dann jedoch fuhr ein Gedanke in ihn, der auf ihn die gleiche Wirkung hatte, wie eine kalte Dusche und jeden Hauch von Erregung aus ihm bannte.
„Wirst du mit Zabini schlafen, wenn die Verbindung nicht getrennt werden kann? Wie lange wirst du auf mich warten? Oder holst du dir deine Befriedigung schon die ganze Zeit bei ihm?"
„Was? Nein! Blaise und ich, das ist Vergangenheit."
„Seit wann, Draco? Wie lange ist es her, dass ihr zum letzten Mal miteinander geschlafen habt?" Harry konnte nichts dagegen machen. Der Schmerz in seiner Brust zog an ihm. Brachte ihn dazu, Dinge zu sagen, die er nicht sagen wollte.
„Wir…", doch Draco brach inmitten des Satzes ab. „Spielt das wirklich eine Rolle? Ich will doch nur noch dich."
Dracos Worte rührten Harry. Wollten ihn dazu verleiten alles zu vergeben und vergessen, doch die Eifersucht, welche in seinem Inneren brannte, loderte weiter. Sie schlich in seinen Gedanken umher und verhöhnte ihn. Plötzlich sah sich Harry mit jeder Andeutung Zabinis konfrontiert, die er jemals zuhören bekommen hatte. Eine Erinnerung leuchtete in Harry auf. Das Bild von Blaise Zabini und Draco, die gemeinsam mit Pansy auf ihn, Ron und Hermine getroffen waren, kristallisierte sich in seinem Inneren. Es war der Tag der Lichttöne gewesen, jener Tag, an dem Draco ihn gebeten hatte, ihm die Möglichkeit zu schenken, dass er ihn entdecken durfte. Aber war das Wirklichkeit gewesen? Was waren mit Draco und Zabinis Lippen gewesen, die leicht geschwollen und gerötet gewirkt hatten, als hätten sie sich geküsst? War nicht dort an diesem Tag zum allerersten Mal die Eifersucht in ihm erwacht? Hatte er nicht da die erste Vermutung gegenüber Draco und Zabini gehegt?
„Am Tag der Lichttöne", fragte Harry, dessen Stimme belegt und unsicher klang, „hast du da mit Zabini rumgemacht?"
„Warum willst du das wissen, Harry? Lass es doch einfach gut sein. Reicht es nicht, dass ich jetzt nur noch dich möchte?"
Draco wirkte ungeduldig und so, als wäre er langsam der Unterredung leid, doch Harry ignorierte ihn. „Hast du da noch mit Zabini rumgemacht, obwohl wir bereits was am Laufen hatten? War alles, was du mir während des Ballett der Lichttöne gesagt hast, eine Lüge? Dass du mich wirklich entdecken wolltest? Hast du mich und meine lächerliche Verliebtheit nur benutzt, um irgendeinen Auftrag für Voldemort auszuführen?"
Tränen der Wut drängten sich aus Harry empor, ließen seinen Blick trübe werden, so dass Draco zu einem hellen verschwommenen Fleck wurde. „War es das? Dein Auftrag? Mich verführen? Mich dazu bringen, dir zu vertrauen? Habt ihr geglaubt, mich so leichter in die Falle locken zu können? War es DAS, Draco? SAG SCHON!" Der Zorn in Harry hatte gewonnen. Hatte die Oberhand erlangt und bewirkt, dass Harry immer lauter geworden war. So viele kleine Begebenheiten und Andeutungen hatten sich in Harrys Kopf zu einem fast vollständigen Puzzle zusammengefügt. Er war hereingelegt worden. Hinterrücks, schmerzender und tückischer als jemals zuvor. Schlagartig war Harry übel. Er wollte sich übergeben, doch er konnte nicht. Diese Übelkeit saß viel zu tief in ihm und so stand Harry stattdessen auf, wankte durch den Wandvorhang hinaus.
„Harry", hörte er Draco hinter sich sagen, doch Harry beachtete den Slytherin nicht länger. Stolpernd stützte er sich halb an der Wand ab, ging den Korridor in Richtung Gryffindorturm davon. Er wollte keine Erklärungen, keine weitere Lügen, doch vor allem wollte er die Wahrheit, vor der er sich plötzlich so sehr ängstigte, nicht aus Dracos Mund hören. Dracos leise Rufe verklangen weit hinter ihm.
Fortsetzung folgt…
Lang, lang ist das letzte Kapitel her gewesen. *schäm* Aber jetzt bin ich wieder zurück und werde mich bemühen immer aktiv und fleißig an dieser Geschichte weiterzuschreiben, da ich sie auf jeden Fall beenden möchte.
Falls noch Leser da sind, würde ich mich sehr über Kommentare freuen. ^_~ Das nächste Kapitel gibt es in Kürze, da ich es nur noch überarbeiten muss. Liebe Grüße eure Amunet
