Hey, hier der zweite Teil! :-)

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Toms Arm berührte fast den ihren und es wurde ihr klar, dass der Duft von ihm kam.

Oh, das riecht gut, dachte sie und kämpfte darum, trotz des Nebels von Düften, die ihren Verstand beeinträchtigten, fokussiert zu bleiben. So ähnlich wie brennende Kohle, etwas erdig und holzig...

Plötzlich fuhr sie in ihrem Sitz kerzengerade in die Höhe und war sich der plötzlichen Klarheit in ihrem Geist unangenehm bewusst.

Oh mein Gott.

OH. MEIN. GOTT.

WAS zur HÖLLE stimmt nicht mit mir?

4.2 Regen und Kohle

Ich kann diesen Duft doch nicht ernsthaft SO sehr mögen. Das ist nicht möglich.

Während Hermine einen innerlichen Kampf austrug, hatte Tom einen Kessel voll Amortentia beinahe vollendet. Er fügte gerade den letzten Schliff hinzu; die Blätter, Blütenblätter und Dornen einer perfekten Rose. Er ließ sie hineinfallen und rührte, als sie sich auflösten. Es ist nicht so, als würde das etwas bedeuten, dachte Hermine wieder und warf heimlich einen Blick zu Tom. Er stand mit dem Rücken zu ihr und rollte ein Rosenblatt zwischen seinen Fingern, bevor er es hineinwarf.

Genau. Das heißt einfach nur, dass ich seinen Körpergeruch mag.

WAS zur HÖLLE heißt denn DAS?

Ihr Gewissen war dabei, den Kampf gegen ihre Sinne zu verlieren, als Hermine sich verzweifelt bemühte, eine Logik in der Situation zu finden. Der Duft von Amortentia war für jeden, der daran roch, anders. Und für Hermine roch er eben zufällig wie Tom Riddle.

Vage wie Tom, versuchte sie sich selbst zu überzeugen, Es könnte etwas anderes sein. Und ich kann immer noch Gras und Pergament riechen. Toms Duft kommt zuletzt. Das Beste zum Schluss, hm?, meldete sich ein kleiner Teil ihres Hirns zu Wort und Hermine vergrub ihren Kopf in den Händen. Sie wünschte sich inständig, dass es ihr das ganze Leben lang erspart geblieben wäre, an diesem Trank zu riechen.

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In der Zwischenzeit entfernte Tom den Löffel, zufrieden mit seinem fertiggestellten Trank. Grinsend blickte er sich im Klassenzimmer um: sein Trank war mit Abstand der beste. So wie immer, dachte er. zufrieden Sich daran erinnernd, was er über den komplizierten Tank gelesen hatte, lehnte Tom sich in die dichten Schwaden, die vom Kessel aufstiegen und atmete tief ein, als er überlegte, wie der Trank wohl für ihn riechen würde. Der Kessel vorne im Klassenzimmer war zu weit weg gewesen, um bei ihm mehr als ein angenehmes Gefühl auszulösen. Mmhh, murmelte Tom und atmete noch einmal tief ein. Ich rieche einen Wasserfall, oder Regen in einem Urwald. Sehr leicht und frisch, bemerkte er überrascht. Da ist auch ein Hauch von Zitrusfrucht, dachte er und versuchte, die verschiedenen Aromen auseinander zu halten. Ein bisschen wie Zitronen -

Einen Moment...

Er warf Hermine einen schnellen Blick zu, die ihr Gesicht schon wieder in ihren Händen vergraben hatte. Seine Augen weiteten sich vor Erkenntnis, während er versuchte, irgendeine andere Art von Erklärung für die Herkunft des Duftes zu finden, als die vor ihm. Bei Salazars Unterhosen, SIE riecht wie Regen und Zitronen, dachte er vorwurfsvoll und versuchte zu verhindern, noch mehr von den Dämpfen des Trankes einzuatmen. Er hatte keinen Erfolg, es schien beinahe Instinkt zu sein.

Seine Nase verfluchend, wünschte er sich beinahe, er hätte keine, damit er nie an diesem scheußlichen Gebräu gerochen hätte.

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DumeineGütedumeineGütedumeineGütedumeineGüte...

Hermine hatte es immer noch nicht geschafft, ihren Schock darüber zu überwinden, dass Tom Riddle offenbar nach dem roch, was sie als am meisten anziehend empfand. Sie konnte die anderen Gerüche verstehen, der Geruch sauberen Pergaments hatte sie immer getröstet, und frisch gemähtes Gras erinnerte sie an ihre Familie und den Sommer und die endlosen Nachmittage, an denen sie tun und lassen konnte, was immer sie wollte. Aber Riddle? Das macht keinen Sinn, dachte sie niedergeschlagen. Sie wusste nicht, dass Tom neben ihr exakt dieselbe Konversation mit sich selbst führte.

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Wie zur Hölle kann ich das Schlammblut attraktiv finden?, dachte er und zwang seine Gesichtszüge, seine Frustration nicht zu zeigen. Moment, niemand hat etwas von attraktiv gesagt, versuchte er sich selbst zu mahnen, auf der Suche nach irgendeiner anderen Erklärung als der offensichtlichen Wahrheit, die fröhlich in seinem Kessel vor sich hin blubberte. Das heißt nur, dass ich sie aus irgendeinem Grund anziehend finde. Das ist so ziemlich das Gleiche, sagte eine sarkastische Stimme in seinem Hirn. Nun, seufzte er, bevor er eine kleine Menge des Tranks in ein Fläschchen füllte und fest verkorkte, um es gemeinsam mit den anderen Studenten nach vorne zu Slughorn zu bringen.

Wenigstens wird sie es nie erfahren.

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Immerhin weiß er es nicht, dachte Hermine niedergeschlagen. Sie bemerkte, dass er den Tisch aufräumte und stand schnell auf; rannte beinahe aus dem Klassenzimmer. Sie wollte im Moment wirklich nicht mit Tom reden, denn alles, woran sie denken konnte, war dieser dumme Zaubertrank. Was sie jetzt brauchte, waren ein Spaziergang um den Kopf frei zu kriegen und dann, vielleicht, würde sie ihm wieder entgegentreten. Immerhin hatte er immer noch das Buch.

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Tom war erleichtert, als er im Augenwinkel bemerkte, dass Hermine das Klassenzimmer verließ. Er hatte erwartet, dass sie ihm folgen würde, oder wieder über das Buch reden wollte, aber er war froh, dass sie es nicht tat. Er war sich nicht sicher, ob er es momentan ertragen würde mit ihr zu reden, denn alles, woran er denken konnte, war der Zaubertrank. Er hatte den Satz: Er riecht nach IHR!, wohl schon über zwanzig Mal gedacht, nur für den Fall, dass er ihn sich nicht gemerkt hätte.

Slughorn lächelte anerkennend, als Tom seine Bücher schnappte und zur Zimmertür eilte, bevor er ihm nachrief: „Vergiss die Slug Club Party nächstes Wochenende nicht - mein bester Schüler muss einfach dabei sein, es wird ohne Zweifel das Event des Jahres werden!"

Tom versprach zu kommen, dann ging er und machte sich auf direktem Weg in Richtung Küche auf. Er brauchte irgendeine Art von Essen, um seinen Kopf frei zu bekommen, und er fühlte sich überraschend hungrig, nachdem er die Klasse verlassen hatte. Er entschied sich für ein frühes Abendessen zum Mitnehmen und verspeiste es im Raum der Wünsche, während er das Buch zu lesen begann.

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Hermine hatte einen schön langen Spaziergang unternommen und war dabei praktisch durch ganz Hogwarts gewandert, während sie versuchte, an irgendetwas anderes zu denken als an das, was gerade im Zaubertrankunterricht passiert war. In einer Situation wie dieser wünschte sie sich verzweifelt, sie hätte irgendjemanden, dem sie sich anvertrauen und um Rat fragen konnte...allerdings wusste sie, was ihre Freunde zum Effekt des Trankes zu sagen gehabt hätten.

Aber jetzt, als sie wieder eine Ahnung davon hatte, wie es sich anfühlte, einen Körper zuhaben, wünschte sie es sich dennoch umso inniger. In dem Wissen, dass sie nun wieder schlafen und riechen konnte, schätzte sie all die Kleinigkeiten, die sie früher immer für selbstverständlich gehalten hatte, viel mehr. Sie wusste nun, wie schnell sie einem genommen werden konnten oder in welch eigenartiger Wiese sie wieder zurückkehrten.

Hermine bemerkte, dass die Sonne sich dem Horizont immer schneller näherte und entschied sich schweren Herzens, dass sie Tom wohl besser früher als später entgegentreten sollte. So ähnlich, als würde man ein Pflaster abreißen – sie musste es einfach hinter sich bringen. Wenn sie noch länger wartete, würde er womöglich ahnen, dass etwas nicht stimmte. Tja, so ist es eigentlich auch, grübelte sie und biss auf ihre Lippe. Ich muss mich unbedingt normal verhalten. Wenn er von der Wirkung des Trankes auf mich wüsste, würde er mich das niemals vergessen lassen. Er würde es mir immer und immer wieder vorhalten und egal, wie oft ich ihn morgens aus dem Bett werfen würde, könnte es das nicht wettmachen.

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Im Raum der Wünsche stricht Tom über den Einband des Buches, während er nachdenklich einen Bissen Truthahnsandwich kaute. Er schluckte, dann schlug er das Cover auf. Er grinste, als er sich daran erinnerte, dass er von Hermine alle nötigen Informationen erhalten hatte. Seite 182,183...da haben wir's, 184, dachte er, während er umblätterte. Er strich mit dem Finger über den gedruckten Text, bevor er bei einem neuen Absatz mit dem Titel „Blîbeliche Behügede*" fasziniert zu lesen begann – er wunderte sich, warum ihr gerade das so wichtig erschienen war. Der Absatz davor handelte von körperlichen Erscheinungen und er wusste, dass sie einige der Effekte, die dort aufgeführt wurden, bereits am eigenen Leib erfahren hatte. Er wusste auch, dass sie diese Seite noch nicht erreicht hatte, also nahm sie offenbar an, dass hier der Schlüssel zu ihrer Freiheit lag. Bleibende Erinnerungen, allerdings!, dachte er sarkastisch.

- Es existieren verschiedene Phasen für die Bewahrung von Erinnerungen. Beginnen wir mit dem einfachen Austausch von Erinnerungen mithilfe eines Denkariums, die nur solange bestehen bleiben, wie der Beobachter sie betrachtet - sie sind daher sehr kurzlebig. Die Erinnerung bleibt in diesem Falle dem Besitzer erhalten und eine identische Kopie davon kann der Beobachter nun im Denkarium betrachten.

Erinnerungsbewahrung der zweiten Phase ist auf viel längere Zeit ausgelegt. Die gängigste Form, Erinnerungen auf diese Weise zu bewahren, beinhaltet die direkte Speicherung in Denkarien oder anderen Behältnissen. Um dies zu erreichen, ist weit mehr Macht nötig, doch die Erinnerungen in solchen Gefäßen sind viel haltbarer und können im Bestfall Jahrzehnte - oder gar Jahrhunderte - überdauern, ohne sich zu zersetzen. Während die ursprüngliche Erinnerung sich immer noch beim Besitzer befindet, benutzen sie ihre Magie, um eine exakt identische Kopie herzustellen, die dann im Denkarium gespeichert und nach Belieben betrachtet werden kann. Diese Arten von Erinnerungen sind meist von großer Wichtigkeit für den Besitzer oder Beobachter.

Die letzte und höchste Stufe der Erinnerungsbewahrung ist die Permanenz. Diese „permanenten Erinnerungen" benötigen große Macht um extrahiert zu werden und – im Gegensatz zu den anderen Phasen – werden mit der Extraktion völlig und endgültig aus dem Geist des Besitzers gelöscht. Diese Erinnerungen überdauern beinahe endlos lange in ihrem Gefäß; ihrer enormen Lebensspanne kommen kein Mensch und keine Kreatur gleich. Diese Erinnerungen sind so dauerhaft wie die Magie selbst, man könnte sie beinahe als komplett eigenständige Entitäten ansehen.

Von dieser letzten Art der Erinnerung sind, aufgrund der schwierigen Extraktion und der offensichtlichen Nachteile für den Besitzer, nicht viele vorhanden. Für den Besitzer ähnelt der Effekt einem Obliviate-Zauber, bei dem ebenfalls die entsprechende Erinnerung endgültig gelöscht wird, doch wird sie mit dieser Methode im Gegensatz zum Zauber gleichzeitig permanent aufbewahrt. Während die entfernte Erinnerung vom Besitzer zwar in der Theorie erneut betrachtet werden könnte, so passiert dies nicht oft, da der Besitzer nach der Extraktion keinerlei Erinnerung mehr an den Prozess besitzt. Also ist der Person die mögliche Signifikanz der Erinnerung auch nicht mehr bekannt.

Da das Vorhandensein nur von sehr wenigen solcher Erinnerungen bekannt ist, ist auch unser Wissen über sie begrenzt. An zusätzlichen Erkenntnissen wird geforscht und spätere Auflagen dieses Textes werden weitere Informationen beinhalten. -

Ha, spätere Auflagen?, dachte Tom und blätterte um – nur um auf einen Abschnitt namens „Philosophische Betrachtungen von Erinnerungen" zu stoßen, welchen er demonstrativ ignorierte. Dieses Buch ist aus dem 18. Jahrhundert. Würde es eine neuere Auflage geben, würde das wohl bedeuten, dass der Autor die Unsterblichkeit erlangt hatte. Warum dachte Hermine wohl, dass diese Seite so wichtige Informationen beinhalten würde? Er schloss das Buch und balancierte es auf seinem Schoß, als er sein halb gegessenes Sandwich zum Mund hob und genüsslich hinein biss, während er an den Vormittag dachte. Vermutlich plante das Mädchen etwas, da sie ihm bis jetzt aus dem Weg zu gehen schien, und er wollte wissen, warum.

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Mittlerweile war Hermine im siebten Stock angekommen und erkannte am verzierten Torbogen der sonst leeren Wand, dass jemand den Raum gerade benutzte. Sie hatte den starken Verdacht, dass es sich um Tom handelte und ging geradewegs durch die steinerne Wand.

„Wo zur Hölle ist sie", murmelte Tom gerade und verspürte das unbändige Verlangen, sein restliches Sandwich in der Hand zu zerquetschen.

„Ich bin doch nicht in der Hölle Tom, ich bin genau hier.", antwortete Hermine vom anderen Ende des Raumes. Tom blickte überrascht auf, als sie zu ihm hinüber schwebte und sich auf einem bequemen Stuhl ihm gegenüber niederließ. Wirklich? Ich hätte es aber beinahe geglaubt,dachte Tom und biss erneut in sein Brötchen. Du hast meine Welt eindeutig auf den Kopf gestellt. Er bemerkte, wie falsch sein letzter Gedanke geklungen hatte und wurde panisch. Doch nicht SO du Idiot!

Hermine beobachtete Tom beim Essen und ihr fiel auf einmal auf, wie lange es her war, dass sie zuletzt etwas gegessen hatte. Mindestens fünfzig Stunden, wenn nicht mehr, dachte sie und starrte das Sandwich gierig an. Oh ja, ich möchte es haben...

Tom bekam das spezielle Gefühl, das man manchmal hat, wenn man bemerkt, dass man angestarrt wird und warf einen argwöhnischen Blick zu Hermine. Offenbar starrte sie ohne zu Blinzeln auf seinen Mund. Er schluckte entnervt. Was TUT sie da? „Warum siehst du mich so an?", fragte Tom und versuchte, mehr selbstbewusst als panisch zu klingen. Sicher, ich bin daran gewöhnt, dass Mädchen mich anstarren, aber warum fühlt es sich trotzdem so komisch an?

„Ich vermisse das Essen...", antwortete sie nüchtern, so als würde DAS alles erklären. „Ich lebe also indirekt durch dich. Iss weiter!"

Jetzt war ihm die Lust vergangen. Hätte sein Magen nicht so geknurrt, hätte Tom das Sandwich weggelegt und wäre gegangen. Langsam hob der die zweite Hälfte des Brötchens, biss ab und versuchte, den Geschmack zu genießen. Stattdessen schmeckte der Truthahn nun irgendwie nach Sägemehl und der Salat blieb ihm am Gaumen kleben. Er leckte sich mit der Zunge über die Lippen, um sie zu säubern und bemerkte, dass Hermines Starren an Intensität sogar noch zugenommen hatte.

Bei Merlin, sie sieht aus, als wollte sie MICH stattdessen verspeisen, dachte er schwach. Sicherlich kann Essen nicht so gut schmecken, ich meine, ich bin mir sicher, dass ich es nicht so sehr vermissen würde. Komplett genervt legte er das Sandwich weg und bemerkte sofort ihr beleidigtes Schmollen. Ihre Augen folgten nicht ihm, sondern der Bewegung seiner Hand mit dem Sandwich darin, und Tom wusste nicht, ob er beleidigt oder erleichtert sein sollte. Er entschied sich für eine Kombination der beiden Emotionen und versuchte einen Weg zu finden, vom Thema abzulenken. Ich würde es sogar vorziehen, über das Buch zu sprechen.

„Also, ich habe Seite 184 gelesen", meinte Tom beiläufigund grinste zufrieden, als Hermines Augen sich verengten. Alle Gedanken an Brötchen und Essen verschwanden, als Hermines Appetit von ihrem Hunger nach Wissen ersetzt wurde. „Was steht da?", fragte sie im Befehlston und rutschte gespannt auf der Kante ihrer Sitzgelegenheit hin und her. Tom bemerkte ihre Aufregung. Sie glaubt also wirklich, dass ich es ihr einfach so erzählen werde? Das könnte Spaß machen. „Tut mir leid, Schätzchen", meinte er und lehnte sich entspannt in seinem Stuhl zurück, „ich fand es nicht allzu nützlich. Ich glaube, es hatte wohl etwas mit Erinnerungen und deren Bewahrung zu tun, oder so ähnlich." Sein Tonfall war betont gelangweilt und er beobachtete amüsiert, wie sie ihre Hände zu Fäusten ballte.

„Es war wichtig.", behauptete sie mit Endgültigkeit in ihrer Stimme, dann stand sie auf und ging vor dem riesigen Kamin hin und her. „Es hatte etwas mit dem hier zu tun!", meinte sie und deutete mit beiden Händen auf sich selbst. Leicht verwundert neigte Tom seinen Kopf zur Seite. „Was ist damit?", fragte er und ahmte dabei ihre Stimme nach. „Ich...verändere mich.", informierte sie ihn, als wäre es offensichtlich gewesen. „Ich kann jetzt schlafen, ich kann...", sie sprach immer leiser und verstummte dann. Hermine wollte sich nicht ins eigene Fleisch schneiden, indem sie ihm erzählte, wie genau sie ihren Geruchssinn zurückbekommen hatte.

„Meine Sinne kommen zurück.", meinte sie schließlich einfach. Tom beugte sich grübelnd etwas vor. „Mir ist auch aufgefallen, dass du etwas weniger...gespenstisch aussiehst." Er verzog bei dem Ausdruck das Gesicht, doch es stimmte. Ihre Arme waren immer noch leicht transparent, doch er konnte sie klarer sehen als jemals zuvor in den letzten Tagen.

„Hör auf, ständig hin und her zu laufen, davon krieg ich Kopfweh!". Tom stand auf, als Hermine herumfuhr, die Hände in die Hüften gestemmt und ihn böse anfunkelte. „Sag mir, was auf dieser Seite gestanden ist, und ich höre auf.", gab sie zurück, als Tom sich ihr näherte; sein Blick eben so finster wie ihrer. „Ich denke nicht, dass ich das werde", meinte Tom mit leiser Stimme und einem Grinsen auf den Lippen, als er das Buch zur Seite legte. „Dann glaube ich nicht, dass ich aufhören werde, hin und her zu laufen!", antwortete sie zuckersüß und mit der fröhlichsten Stimme, die sie zustande brachte. Jetzt grinste sie zurück drehte sich auf dem Absatz um, um erneut zu beginnen; bemüht, ihre Bewegungen so übertrieben wie möglich aussehen zu lassen. Als sie am Kamin angekommen war, drehte sie sich um und spazierte wieder zurück in seine Richtung.

„Hörst du wohl endlich damit auf!", fuhr Tom sie an, machte einen Schritt nach vorne und packte sie grob am Arm. Hermines Kinnlade fiel herunter, als sie bemerkte, was er tat. Aber nicht aufgrund des Schmerzes, den sein Griff verursachte, sondern weil seine Hand sich warm auf ihrer Haut anfühlte. Ich kann ihn spüren, dachte sie unsicher, ob sie sich freuen oder fürchten sollte.

Tom brauchte etwas länger, um zu begreifen, was er getan hatte, doch dann blickte er zwischen ihrem Arm und ihren Augen hin und her; blanker Schock nun auch auf seinem Gesicht. Er hielt immer noch ihren Arm fest und Hermine wollte ihn gerade fragen, wann er denn gedachte, diesen loszulassen, als Tom etwas tat, was sie niemals von ihm erwartet hätte.

Er zerrte sie noch ein Stück näher heran, beugte sich vor, und küsste sie.

Hermine war einen Moment lang wie eingefroren, als Tom seine Lippen auf ihre legte; ihr Arm immer noch fest in seinem Griff. Das Erste, was er tut, als er mich berühren kann, ist mich zu küssen? Was...wie...warum...?

Dann fiel ihr ein, dass auch sie ihn berühren konnte und tat instinktiv das Erste, was ihr einfiel. Sie schlug ihn mit ihrer freien Hand so fest sie konnte ins Gesicht, riss sich los und rannte aus dem Raum der Wünsche. Sie versuchte, die Tränen zurückzuhalten, als sie durch die steinerne Wand glitt.

Hermine blieb nicht stehen und kümmerte sich nicht darum, wohin sie lief, solange sie sich nur so weit von ihm wegbewegte, wie nur irgend möglich.

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at least out loud I wont say I'm in love.

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* "Bleibende Erinnerungen". Im Originaltext wird ein altenglischer Titel benutzt und ich hab mir gedacht, dann benutz ich eben Althochdeutsch :D Allerdings garantiere ich nicht für die Richtigkeit, denn ich hab es zwar an der Uni gelernt, aber so perfekt bin ich da noch nicht ;)

Bis zum nächsten Mal ;-)