Disclaimer: Ich habe keinerlei Rechte an der Geschichte, was den Inhalt von Hasbro´s My Little Pony: Friendship is Magic anbelangt. Abgesehen von meinem OC ist alles deren Eigentum.
Kapitel 11: Invictus
„Rogue! Aufgewacht! S´ gibt Frühstück!" Das laute Klopfen an der Holztür drang wie ein Eispickel in seinen Kopf. Der junge Hengst stöhnte unterdrückt und versuchte sich unter dem dünnen Bettlaken zu verstecken.
„Rogue? Bis´ du da drin?" Wieder dieses ohrenbetäubende Klopfen. Er murmelte ein paar unzusammenhängende Worte, in der Hoffnung, sie würden als Antwort genügen. Aber Applejack ließ nicht locker.
„Ich komm´ jetzt rein!"
Rogue riss die Augen auf und hüpfte aus dem Bett. Leider bekam er seine vier Hufe nicht rechtzeitig sortiert und legte sich der Länge nach hin. „Uff!"
Applejack blieb überrascht im Türrahmen stehen, als sie ihn auf dem Boden liegen sah. „Alles in Ordnung mit dir?", fragte sie ihn etwas besorgt.
Er kämpfte sich hoch und hielt einen Huf an seine Stirn, um das Zimmer anzuhalten, das sich wild um ihn drehte. „Uh, ja, es geht. Zustand nach Pinkie Pie. Ich habe wohl gestern ein bisschen viel erwischt."
AJ kicherte belustigt. „Lass mich rat´n: Se´ hat dich mit ihrer Palette ausgesuchter Liköre bewirtet? Kein Wunder, dasde´ gestern Nacht so laut warst, alsde´ zurück gekomm´ bis´."
Rogue Kopf zuckte schuldbewusst nach oben, was einen Stachel der Pein durch seinen Kopf jagte. Er schloss die Augen und wartete, bis die Kopfschmerzen wieder etwas nachließen. „Ich habe euch doch nicht geweckt, oder?", fragte er besorgt.
Seine Cousine winkte ab. „Du warst ziemlich leise, bisde´ ne´ Begegnung mit der Garderobe im Flur gehabt has´. Aber keine Angst, ich glaub´ nich´, dass jemand sonst s´ gehört hat. Na, komm, Ich mach´ dir´n stark´n Kaffee un´ s´ gibt´n deftiges Frühstück."
Rogue nickte vorsichtig, um seinen Kopf nicht noch mehr zu beanspruchen. „Kaffee hört sich toll an." Er folgte Applejack nach unten.
Die Familie saß bereits am Tisch und wartete auf sie. Rogue begrüßte alle und setzte sich neben Big Macintosh, der ihm mit einem Lächeln zunickte. Granny stellte ihm einen Teller mit frischen Bratkartoffeln hin, während AJ die Kaffeekanne auf den Herd stellte. Apple Bloom machte sich bereits über ein dick mit Gänseblümchen belegtes Sandwich her.
„S´ gibt gute Nachricht´n, Rogue!", sagte Applejack, während sie darauf wartete, dass das Wasser zu kochen begann.
Der junge Hengst hob den Kopf, während er sich ein Glas Apfelsaft einschenkte. Seine Kehle war wie ausgedörrt. „Was denn, Applejack?"
„Wir hab´n gestern nen´ Brief vom Wetterministerium bekomm´. Ponyville bekommt heute ne´ Zuteilung Reg´n! Sie ham geschrieben, dass, nachdem die letzte ausgeblieb´n is´, wir inner Liste nach ob´n gerutscht sin´!"
„Das freut mich sehr zu hören. Wird wohl auch Zeit, nicht wahr?"
„Das kannste´ laut sag´n."
Er blickte seine Cousine dankbar an, als sie ihm den Kaffee einschenkte. „Was steht heute auf dem Programm? Wo kann ich helfen?"
Applejack stellte die Kanne auf den Tisch und überlegte kurz. „Ich geh´ nachem´ Frühstück aufm´ Markt, um Äpfel zu verkauf´m. Du kannst Big Mac dabei helf´n die Südfelder zu pflüg´n. Wir woll´n versuch´n noch n´ paar Sonnenblum´n auszusä´n. Die brauch´n nich´ so viel Wasser... woll´n wir einfach hoff´n, dasses´ reicht. Ihr müsst also noch s´ Saatgut vom Speicher bring´."
Rogue nickte und nahm einen kleinen Schluck von seinem Kaffee. Das warme Getränk weckte seine Lebensgeister. Dann sah er zu Big Mac und lächelt. „Das kriegen wir doch hin, Großer. Oder?"
„Eeyup."
„Alles klar. Ich muss mich nur heute Nachmittag kurz davon schleichen, um zur Feuerwehrübung zu gehen, wenn das okay ist."
„S´ kein Problem, Rogue. Grüß ´Chief´ Pinkie Pie von mir." AJ kicherte.
Das Rettungspony nickte und machte sich über die Bratkartoffeln her.
Zusammen mit Big Mac holte Rogue zwei Pflugscharen aus dem Geräteschuppen und zog sie über die ausgedörrten Felder zwischen der Farm und Ponyville. Der große, rote Hengst zeigte ihm mit wenigen Worten, wie er mit dem ungewohnten Gefährt umzugehen hatte und half ihm dann dabei das schwere Joch richtig auf die Schulter zu bekommen.
Die Arbeit war die bisher schwerste, die Rogue auf der Farm zu bewältigen hatte. Der harte, ausgetrocknete Boden widersetzte sich hartnäckig der metallenen Pflugschar und große Staubschwaden wallten auf, wenn die Scholle endlich aufbrach. Dazu brannte die Sonne unnachgiebig auf seinen Rücken hinunter.
Durchgeschwitzt, staubbedeckt und außer Atem legte der junge Hengst eine Pause ein. In der Entfernung, zwischen den wabernden Hitzeschwaden, sah er die undeutliche Gestalt von Big Mac, der scheinbar unermüdlich weiterarbeitete. Rogue schüttelte seine feuchte Mähne aus und versuchte in der Hitze wieder etwas zu Atem zu kommen. Er sah die Reihen aufgebrochener Erde entlang, die er bereits hinter sich gebracht hatte. Am Anfang waren seine Ackerfurchen noch etwas unsauber und schlängelten sich von einer Seite auf die Andere. Doch die das letzte Dutzend hatte er fast so sauber gezogen, wie Big Macintosh es ihm vorgemacht hatte.
Er sah wieder hinüber zu seinem Cousin, der mit starkem Rücken und gleichmäßigem Schritt den schweren Pflug durch die festgebackene Scholle zog. Sie hatten jeweils auf einer Seite des großen Feldes angefangen, so dass sie sich in der Mitte treffen würden. Oder zumindest irgendwo auf dem Feld, denn Rogue bezweifelte, dass er seine Hälfte in der selben Zeit wie Big Mac schaffen würde.
Er schüttelte das Joch etwas, um es auf seinen Schultern wieder richtig in Position zu bringen. Es passte ihm wie angegossen und verteilte den Druck hervorragend auf seinem Rumpf.
Sie hatten mehrere der Joche im Schuppen ausprobieren müssen, bis sie eines gefunden hatte, das die richtige Größe für ihn hatte. Big Macintosh hatte belustigt geschmunzelt, als er es ihm über den Hals gestreift hatte. Und als er sah, wie gut es ihm passte, lachte er sogar kurz auf. Rogue hatte ihm einen fragenden Blick zugeworfen. Big Mac nickte nur lächelnd zu dem Schild, das an dem nun leeren Haken hing. Es war das Joch seiner Cousine. Rogue war vor Verlegenheit rot geworden, aber der große Hengst hatte ihm nur fest auf die Schulter geklopft.
Das Rettungspony stemmte seine Hufe in den staubigen Boden und brachte den Pflug wieder in Bewegung. Er hatte alle seine Familienmitglieder hier schon einigermaßen kennengelernt, aber Big Mac war in seiner ruhigen, stillen Art immer noch fast ein Unbekannter für ihn. Vielleicht konnte er ihn für heute Abend auf ein paar Cider in die Schenke einladen. Gab es in Ponyville eine Taverne? Big Mac würde es wissen. Sie konnten zusammensitzen, sich den Staub des Feldes von der Kehle spülen und ein paar hübschen Flanken hinterher gucken. Rogue kicherte bei der Vorstellung.
Sie unterbrachen die Arbeit erst, als Granny Smith sie zum Mittagessen rief. Sie halfen sich gegenseitig mit der Pumpe und setzten sich dann erfrischt zu Apple Bloom und Granny an den Esstisch. Applejack hatte ihre Vesper mit nach Ponyville genommen und würde erst am Nachmittag wieder kommen. Sie räumten noch zusammen das Geschirr in die Spüle, dann führte Big Mac Rogue in die Scheune. Die Säcke mit dem Saatgut lagerten unter dem Dach und mussten über eine Seilwinde herunter gelassen werden. Es war dasselbe Prinzip, das Rogue schon beim Heu kennen gelernt hatte, aber da sie nun zu zweit arbeiteten, ging die Arbeit wesentlich leichter von statten. Das Rettungspony befestigte oben die schweren Säcken, die von Big Mac dann langsam nach unten gelassen wurden, direkt auf den Wagen, der dort schon bereitstand.
Schließlich hatten sie den letzten Sack aufgeladen. Rogue wandte sich seinem großen Cousin zu. „Kommst du ohne mich zurecht, Big Mac? Ich muss langsam los."
Der rote Hengst schob seinen Strohhalm in den anderen Mundwinkel und nickte. „Eeyup!"
Als Rogue mitsamt seiner Sanitätstaschen das Spritzenhaus erreichte, hatte sich dort bereits eine ganze Gruppe von Ponys versammelt. Sie hatten sich trotz der Hitze ihre schweren Einsatzjacken übergezogen und trugen Gummistiefel an ihren Hufen. Nur die Helme mit dem langen Nackenschutz hingen an den breiten Ausrüstungsgürteln, die sie um ihre Mitte trugen. Rogue sah alle Farben und Formen von Ponys, auch wenn Stuten und Erdponys klar in der Überzahl waren. Pinkie Pie war gerade dabei Getränkeflaschen in eine mit Eis gefüllte Wanne im Schatten des großen Turmes zu sortieren, als sie ihn sah. Sie sprang auf und begrüßte ihn freudig.
„Hallo, Rogue! Da bist du ja endlich! Wir wollten schon ohne dich anfangen!" Sie kicherte und stellte sich dann neben ihn. „Alle mal hergehört! Wir haben eine kleine Planänderung! Das ist Rogue Runner, ein waschechtes Rettungspony aus Manehattan, das hier zu Besuch ist. Ich hab´ ihn überreden können, uns ein bisschen was über erste Hilfe beizubringen." Sie stieß ihn mit der Flanke an, so dass er unwillkürlich einen Schritt nach vorne machte.
Die freiwilligen Feuerwehrponys hatten einen Halbkreis um die beiden gebildet und sahen ihn jetzt neugierig an. Rogue spürte, wie er vor Verlegenheit etwas rot wurde.
„H-hallo. Schön euch alle kennen zu lernen. Wie Chief Pinkie Pie...", ein leises Kichern erklang von der pinken Stute hinter ihm, „...schon gesagt hat, arbeite ich als Rettungspony in Manehattan. Wir haben auf unserer Wache, neben einem Lösch- und Gerätefahrzeug auch noch eine rund um die Uhr besetzte Ponyambulanz, auf der ich arbeite. Es tut mir leid, aber ehrlich gesagt bin ich mit dem Konzept der Freiwilligen Feuerwehr nicht so vertraut. Deshalb möchte ich mir erst einmal ansehen, auf welchem Stand ihr seid. Ich brauche ein paar Freiwillige." Er blickte sich aufmerksam im Kreis der Ponys um. Einige Hufe gingen nach oben. Er suchte sich zuerst eine hellblaue Einhornstute mit zweifarbiger Mähne aus. Eine Seite war blaugrau, die andere dunkelblau, ihr Cutie Mark zeigte ein Stundenglas.
„Wie heißt du?"
Die Stute sah ihn freundlich an und antwortete dann: „Ich bin Colgate, Herr Rettungspony."
Rogue musste sich ein leises Kichern verkneifen. „Rogue reicht völlig, Colgate." Er sah sich weiter um. Seine Wahl fiel auf ein orangenes Erdpony mit hellroter Mähne und einem Pegasus mit dunkelgrauem Fell und brauner, gefleckter Mähne, beides Stuten. Sie stellten sich als Tropical Spring und Dust Devil vor.
„Vielen Dank für eure Hilfe. Tropical? Dust? Ihr seid die Sanitäter, Colgate wird den Patienten spielen. Pinkie? Hast du irgendwo Ketschup?"
Rogue ging durch die Reihe der kleinen Dreier-Gruppen, in die sich die Feuerwehrponys aufgeteilt hatten, um zu üben. Die zwei Stuten hatten sich bei der Behandlung der gemimten Vorderlaufverletzung gut geschlagen und sogar an die Schlinge mit dem Dreieckstuch gedacht. Das Rettungspony hatte dann als erste Lektion den Body-Check erklärt, das systematische Abtasten des Körpers auf Verletzungen. Jetzt ging er mit ihnen die verschiedenen Lagerungstechniken für verletzte Ponys durch.
Er hielt neben einer türkisfarbenen Stute mit eisblauer Mähne, durch die sich weiße Strähnen zogen. Ihr Cutie Mark war eine goldene Leier. Sie hatte ihren ´Patienten´ auf eine der Tragen in Seitenlage gebettet und half ihrer Teampartnerin gerade dabei ihn auf der Trage zu sichern.
„Mmh, gute Arbeit so weit. Aber hast du nicht etwas vergessen... ähm..." Er deute mit seinem Huf auf die Stute.
„Lyra! Ich bin Lyra Heartstrings!" Sie wendete sich wieder dem Pony auf der Krankentrage zu und strich sich nachdenklich mit dem Huf über das Kinn. Nach einigen Augenblicken zuckte sie die Schultern. „Tut mir leid, Ich komme nicht drauf."
Rogue ging zu der Trage und beugte sie über das darauf liegende Pony. „Wir hatten gesagt, das ihr ein bewusstloses Pony behandelt. Du hast alles richtig gemacht, indem du sie auf die Seite gelegt und ihren Hals gestreckt hast, so das sie alles herauslaufen kann, wenn sie sich übergeben sollte. Aber eine wichtige Kleinigkeit hast du vergessen."
Er setzte sich und schob sanft den Kopf des Mimen mit beiden Hufen in den Nacken. „Du musst daran denken den Kopf zu überstrecken. Sonst kann es passieren, dass ihre Zunge vor ihre Luftröhre fällt und sie erstickt." Er erhob sich wieder und klopfte ihr auf die Schulter. „Nicht vergessen: Atmung, Puls, Bewusstsein. In dieser Reihenfolge."
Pinkie Pie kam zu ihm und leckte sich dabei das Ketschup aus dem Gesicht, das sie für eine gespielte Kopfverletzung aufgetragen hatte. „Also, was sagt´s du Rogue? Wie schlagen wir uns?"
Das Rettungspony sah sich noch einmal die beschäftigt arbeitenden Ponys an, dann lächelte er besonnen. „Du hast wirklich gute Arbeit geleistet, Pinkie. Sie sind Laien, aber sie sind fit." Anschließend runzelte er die Stirn. „Dennoch hinkt ihr in vielen Sachen ziemlich hinterher. Ihr seid sehr gute Ersthelfer, aber auch nicht mehr. Euch fehlt die Ausrüstung für Rückenmarksverletzte, also Vakuummatratze und Spineboard, die Einhörner können keine Diagnosezauber wirken und ihr könnt euch nur sehr eingeschränkt um internistische Patienten kümmern." Er wandte sich der pinken Stute zu. „Bitte verstehe das nicht falsch, Pinkie. Ich bin mit sicher, dass ihr das meiste, was hier anfällt, sicher ins Krankenhaus bekommt. Es geht einfach um die seltenen, schlimmen Fälle." Er strich verlegen mit dem Huf über den Boden. „Ich finde das Konzept einer Freiwilligen Feuerwehr toll, keine Frage. Aber Feuer löschen und Patienten behandeln sind zwei paar Hufeisen. Ich weiß nicht, ob man in beidem wirklich gut werden kann, wenn man es auf freiwilliger Basis macht." Er sah bedrückt zu Boden. „Tut mir leid, Pinkie, es nicht deine Schuld, oder von den anderen Feuerwehrponys. Der Fehler liegt eher im System. Ich wünschte einfach, ich hätte etwas mehr Zeit..."
Pinkie hatte sich auf ihre Hinterläufe gesetzt und betrachtete ihn aufmerksam. Schließlich sprang sie auf und klopfte mit dem Huf entschlossen auf den Boden. „Wenn das System falsch ist... dann ändern wir es eben einfach!"
Rogue tänzelte überrascht zurück." Aber Pinkie... du weißt nicht, was das bedeutet... Die zusätzliche Ausrüstung ist das kleinste Problem. Wir müssen die Ponys ausbilden, vor allem die Einhörner. So ein Diagnosezauber ist, soweit ich weiß, nicht einfach zu handhaben. Dann muss sichergestellt werden, dass immer ein ausgebildetes Team abrufbereit ist. Das geht praktisch nicht ohne eine ständig besetzte Wache." Er dachte einen Moment lang nach. „Man könnte natürlich eine abgespeckte Version der Ausbildung zum Rettungspony ausarbeiten und dafür einen Schichtdienst in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus verabreden, dass sie eine ausgebildete Schwester oder sogar einen Arzt bereithalten, der die eher diffizileren Eingriffe unternimmt, wie das Legen einer Infusion, oder die Verabreichung von Medikamenten. Aber trotzdem müsste erst ein eigener Wagen angeschafft werden, Wachräume bereitgestellt und mehr Ponys für den freiwilligen Dienst rekrutiert werden. Hier sind jetzt wie viele... fünfunzwanzig Ponys? Das reicht nicht! Das ganze ist praktisch unmöglich!" Er verstummte, während sein Blick in weite Ferne schweifte. „...fast unmöglich."
Pinkie Pie kicherte und setzte ihren weißen Feuerwehrhelm auf. „Ich erwarte ihren Bericht über die Ausführbarkeit in spätestens drei Tagen, Mister Runner. Weggetreten!" Sie salutierte salopp und sprang davon.
Als Rogue zur Farm zurückkehrte, fand er die ganze Familie in der Küche vor, wo sie gerade bei Kaffee und Kuchen zusammen saßen.
Applejack sah auf, als ihr Cousin durch die Tür trat. „Da bis´ du ja, Rogue! Setzt dich doch zu uns. Möchteste´ ein Stück?" Sie nickte zu dem Apfelkuchen, der herrlich duftend auf dem Tisch stand. Der junge Hengst sog genießerisch das herrlich Aroma ein, dann nickte er eifrig. „Ich bringe noch eben die Sanitätstaschen nach oben, dann bin ich gleich bei euch. Und ach, ja, ich muss noch Bandit füttern. Dauert nur einen Moment!" Er ging die Treppe hoch ins Gästezimmer, legte seine Satteltaschen ab und holte das gekauft Futter aus der Kommode. Das kleine Säckchen im Mund, trottete er auf den Hof und sah sich suchend nach dem kleinen Eichhörnchen um. Er legte das Futter auf den Boden und rief nach seinem kleinen Freund. „Bandit! Fressen! Lecker Sonnenblumenkerne!"
Irgendwo über ihm keckerte etwas als Antwort. Rogue sah hoch, zum Giebel der Scheune, wo er vor dem Blau des Himmel die kleine, braune Gestalt von Bandit ausmachen konnte. Der kleine Kerl konnte klettern! Das Dach war gut und gerne 15 Meter hoch. Das Eichhörnchen saß aufmerksam auf der Kante und blickte neugierig zu dem graublauen Pony hinunter. Rogue winkte ihm freundlich zu. „Na los, Bandit! Komm runter. Heute habe ich dich nicht vergessen!"
Das kleine, braune Fellbündel nickte aufgeregt.
Dann sprang es.
Reines, pures Entsetzen griff nach Rogue. Es packte sein Herz, umfasste es und drückte mit eisiger Gewalt zu.
Die Sonne verschwand aus der Welt, löschte jede Farbe aus.
Kristallklar sah er jede Einzelheit. Die kleine Gestalt, alle Viere von sich gestreckt, der buschige Schweif flatterte im Wind...
Er stemmte seine Hufe so fest in den Grund, das in dem polierten Holz/staubigen Boden Abdrücke zurückblieben. Ein gewaltiger Satz trug ihn durch das halbe Zimmer/bis zur Scheunentür. Seine Hufe suchten auf dem losen Teppich/dem trockenen Boden vergebens um Halt, während er verzweifelt versuchte vorauszuahnen, wo Pears/Bandit aufschlagen würde.
Mit vor Anstrengung knirschenden Zähnen zwang Rogue sein Bewegungsmoment brutal herum und machte einen letzten, verzweifelten Satz. Er würde ihn nicht mehr erreichen.
„Pear!" Er schrie aus Leibeskräften, voll Schmerz und Pein. Ein gewaltiges Donnern verschluckte sein Stimme.
Er schlug so hart auf dem Boden auf, dass jede Luft aus seinen Lungen gepresst wurde. Schmerz jagte durch seine Rippen, seine Glieder, seinen Kopf, aber er nahm ihn nur dumpf war, weit entfernt. In seinem Geist sah er die untergehende Sonne Manehattans, die Balustrade des Balkons und das kleine Füllen, das fiel und fiel...
Kaum einen Meter von ihm entfernt landete das Flughörnchen, das sein weites Fell benutzt hatte, um von der Scheune nach unten zu gleiten, sanft auf dem Boden. Es sah sich nach dem graublauen Pony um und sah es auf dem Boden liegen. Der junge Hengst zitterte wie Espenlaub und rollte sich langsam zusammen. Bandit blieb einen Moment lang unschlüssig stehen, dann näherte er sich langsam und vorsichtig. Das Pony verbarg sein Gesicht unter seinen Vorderläufen und schluchzte leise. Bandit legte besorgt seine kleinen Krallen auf das weiche Fell des Hufes.
Rogue sah mit tränennassen Augen auf und blickte in die kleinen, braunen Augen des Eichhörnchens. Er legte seinen Huf um das kleine Tier und drückte es sanft an seine Wange. Bandit ließ es geschehen und schlang seinen buschigen Schwanz um Rogues Hals.
„I-ich habe dich wieder nicht fangen können, Pear. Es tut mir so Leid. So Leid. Oh, Celestia, b-bitte vergib mir, Pear." Heiße Tränen rannen Rogue über die Wangen und vielen auf den ausgedörrten Boden, der sie gierig aufsog. „Vergib mir. Vergib mir. Vergib mir...", flüsterte das Rettungspony immer und immer wieder.
Es donnerte noch einmal. Und dann, Tropfen für Tropfen, begann der Regen zu fallen. Die großen, schwarzen Wolke hatten sich vor die Sonne geschoben und öffneten ihre Schleusen. Erst langsam, dann immer schneller, trommelte das so lang ersehnte Nass auf das Wellblech der Schuppen, das weiß gestrichenen Holzdach der Farm und die verlassenen Pflüge auf dem Feld. Es wusch den Staub aus der trocknen Erde, die das willkommene Wasser trank und trank und trank. Es rann über die reifen Äpfel in den Hainen und floss über die Blätter hinab in das noch immer grüne Gras, wo die Wurzeln durstig warteten. Es fiel auf Applejack, Granny Smith, Big Macintosh und Apple Bloom, die aus der Küche getreten waren, um den wunderbaren Regen zu genießen, dessen zunehmend dichter Schleier Rogue vor ihren Augen verbarg. Und es fiel auf das junge Rettungspony, das sich langsam vom Boden erhob, während sich der Regen mit seinen Tränen verschmischte. Er hörte die fröhlichen Stimmen der Applefamilie durch das Rauschen des Wolkenbruchs. Ich gehöre nicht hier her. Der Gedanke klang dumpf in ihm, so als müsste er sich erst mühsam in sein Bewusstsein drängen. Plötzlich wollte er nichts mehr, als weit, weit fort von hier zu sein. Langsam setzte Rogue einen Huf vor den anderen. Dann trottete er schneller. Und schließlich galoppierte er aus dem Tor der Farm hinaus, Bandit auf seinem Rücken und seine persönlichen Dämonen dicht auf seinen Fersen.
Er hörte nicht mehr, wie die Apples nach ihm riefen.
So plötzlich wie der Regen begonnen hatte, hörte wieder auf, als sich die große, dunkle Wolke erschöpft hatte und in der Sonne dahinschmolz. Schnell drangen wieder die hellen Strahlen auf das erfrischte Land. Auf jedem Blatt, jedem Grashalm leuchteten feucht die Tropfen. Es sah aus, als hätte es kein Wasser, sondern kleine Diamanten geregnet.
Rogue nahm nichts davon wahr, als er im Apfelhain von Sweet Apple Acres langsamer wurde. Seine kurze Mähne hing ihm feucht über das Gesicht und seine Hufe waren schlammbespritzt. Mit gesenktem Kopf und hängenden Ohren trottete er zwischen den kräftigen Stämmen hindurch, ziellos und gedankenverloren.
Er hatte für ein, zwei wundervolle Tage geglaubt, er wäre über den Berg. Er hatte geglaubt, dass dieses schreckliche Erlebnis endlich anfing zu verblassen, in den Hintergrund zu treten. Dass diese Wunde letztlich anfing zu heilen. Doch nun wusste er, dass er sie lediglich abgedeckt hatte und das sie darunter schwärte und eiterte. Als Bandit von der Scheune sprang, war es, als wäre er wieder dort oben, über den Dächern von Manehattan. Für einen kurzen Augenblick war er wieder dort gewesen, hatte den Tee gerochen, den Misses Blossom für sie aufgesetzt hatte, hörte er Trotters überraschten Ausruf und das Pochen der kleinen Hufe auf dem Holz.
Seine Gedanken krochen stumpf durch seinen Verstand, das einzig Klare war der helle Schrei des Fohlens. ´Halt mich fest!´
Was tat er hier? Was hatte er hier zu suchen?
Pear war tot und es war seine Schuld. Er hatte ein junges Füllen sterben lassen. Und Niemand, Niemand, hatte ihn dafür zu Rechenschaft gezogen. Er wollte, dass sie ihn anschrien, dass sie ihn anbrüllten, es sei sein Fehler gewesen. Dass sie ihn mit ihren Hufen schlugen und ihren gerechtfertigten Zorn an ihm ausließen. Er verdiente es nicht sich hier an diesem wundervollem Ort zu entspannen. Er verdient Applejack nicht, genauso wenig wie Darling oder die Applefamilie. Er verdiente es nicht, glücklich zu sein.
Doch stattdessen trösteten sie ihn, begegneten ihm mit Verständnis und Liebe. Nichts davon konnte er guten Gewissens akzeptieren.
´Halt mich fest!´
Er hielt neben einem der Apfelbäume, durch deren Reihen er trottete und schmetterte seinen Kopf so fest gegen den unnachgiebigen Stamm, wie er konnte. Der Aufprall ließ helle Farben vor seinen geschlossenen Lidern explodieren und schickte einen scharfen Schmerz durch seinen Kopf. Er taumelt zurück und setzte sich benommen auf seine Hinterläufe. Bandit gab ein ängstliches Quieken von sich.
So sollte er sich fühlen. Die ganze Zeit über. Das wäre nur Rechtens.
Er erhob sich schwankend und setzte schleppend seine ziellose Wanderung fort.
Die Nacht war schon lange hereingebrochen, als Rogue zurück zum Farmhaus kam. Es ging ein kurzer Stich der Schuld durch sein Herz, als er daran dachte, dass sich die Apples sicherlich Sorgen um ihn gemacht hatten. Er überlegte einen Moment, ob er den Rest der Nacht draußen verbringen sollte. Doch wenn sie ihn Morgen früh nicht fanden, würde er es nur umso schlimmer machen. Außerdem sehnte er sich nach der weichen Umarmung seines Bettes und dem süßen Vergessen, dass der Schlaf bringen würde. Er war körperlich und emotional ausgelaugt, erschöpft von seiner langen Wanderung und der alles überschattenden Depression, die von ihm Besitz ergriffen hatte.
Die Küchentür war nicht abgeschlossen und so ging er leise in den ersten Stock zu seinem Zimmer.
Er wusste nicht wie sie ihn gehört hatte. Vielleicht hatte sie auch die ganze Zeit wach gelegen und nur auf das geringste Geräusch gewartet, das seine Rückkehr verriet. Applejack öffnete ihre Türe, als er daran vorbei schlich. Sie trug ihren Hut nicht und ihr lange blonde Mähne fiel ihr offen über den Körper. Sie sah ihn aus ihren großen, grünen Augen an. Sorge und Mitgefühl lag in ihrem Blick.
„Rogue." Es lag keine Frage darin, kein Vorwurf, nur eine leise Bitte. Die Bitte, ihr endlich zu sagen, was mit ihm los war. Die Bitte, sich ihr endlich zu öffnen. Das, was ihn langsam von innen vergiftete, auszuspucken.
Einen Moment lang war er versucht. Es drängte aus ihm heraus, wie der natürliche Instinkt des Körpers herauszuwürgen, was er nicht verdauen konnte.
Aber er wusste was folgen würde. Und er verdiente diese Vergebung nicht.
Zuerst wollte er ihr sagen, dass ihm etwas eingefallen war und er deshalb am Nachmittag so plötzlich verschwand. Aber er brachte es nicht über sein Herz, sie anzulügen.
„Ich... ich kann nicht, AJ. Es tut mir leid." Mit gesengtem Kopf trottete er in das Gästezimmer und schloss die Türe hinter sich.
Applejack setzte dazu an ihm etwas nachzurufen. Doch schließlich sah sie nur traurig die geschlossene Türe an.
Er ließ sich in das weiche Bett fallen, trotz des getrockneten Schlammes, der noch immer an ihm haftete. Bandit sprang von seinem Rücken und rollte sich neben seinem Kopfkissen zusammen. Die kleinen, dunklen Augen lugten über seinen buschigen Schwanz und beobachteten das Pony an seiner Seite aufmerksam.
Rogue seufzte und drehte sich auf die Seite. Er fühlte sich, als könne er tausend Jahre lang schlafen. Er schloss die Augen.
„Soll ich dir ein Geheimnis verraten?", fragte ihn Grace, die junge Stute mit dem schönen, dunkelgrauen Fell.
Er riss die Augen wieder auf. Das konnte nicht sein. Das war nicht fair. Reichte es nicht, dass ihn sein Verstand mit Pear folterte? Musste er auch noch Grace hervorholen? War ein Alpdruck alleine zu wenig?
„Wir haben uns auseinander gelebt, Rogue." Der verletzte Ausdruck auf ihrem Gesicht war wie ein Messer in seinem Herzen.
Rogue vergrub das Gesicht in seinen Hufen. Er wollte das alles nicht mehr. Er wollte keinen Pear und keine Grace, keine fallenden Fohlen und keine herzbrecherischen Stuten. Er wollte schlafen, einfach nur schlafen und vergessen.
„Ich wusste, dass es früher oder später passieren würde. Aber das macht es für mich nicht leichter. Trotzdem freue ich mich natürlich für dich und... Starlight?." Rogue versuchte sie aufmunternd anzulächeln, auch wenn sich sein Innerstes anfühlte, als hätte er einen saftigen Tritt in die Eingeweide bekommen.
„Buck!" mit dem gedämpften Ausruf drehte sich Rogue wieder herum und suchte in dem kleinen Nachtschrank neben seinem Bett nach Streichhölzern. Er schüttelte eines auf die Kante des kleinen Heftchens, nahm es in den Mund und entzündete es an der Reibefläche. Nun konnte er die Kerze auf dem Nachttischchen anmachen und im warmen Licht der kleinen Flamme aus dem Bett aufstehen. Er trat an das Fenster, das auf die mondbeschienenen Apfelbäume und die dunklen Felder von Sweet Apple Acres hinausging. Vor dem dunklen Hintergrund sah er sein eigenes Spiegelbild im Glas. Sein Kummer und seine Sorge waren ihm ins Gesicht geschrieben.
„Was ist aus mir geworden?", flüsterte er zu sich selbst. Er hob seinen Huf und berührte die kühle, glatte Oberfläche der Fensterscheibe. Er fühlte sich wie aus der Bahn geworfen, ziellos und verloren. Vor Pear hatte er sich immer zumindest auf sich selbst verlassen können. Wenn etwas schief ging, wenn ihn jemand im Stich ließ, wenn die Aussichten schlecht waren... Seine Zuversicht war nie geschwunden. Doch jetzt, hier und heute, vermochte er kein Licht am Ende des Tunnels auszumachen. Er war auf dem Boden des Loches, so tief, dass er die Sonne nicht mehr sehen konnte. Er schüttelte seinen Kopf, traurig und verzweifelt.
Schließlich wandte er sich wieder um. Bandit hatte seinen Kopf auf seinen Schwanz gebettet und schlief ruhig, seine kleine Brust hob und senkte sich mit jedem leisen Atmenzug. Das Haus war still.
Sein Blick fiel auf die kleine Satteltasche, die an einem der Bettpfosten hing. Er zögerte einen Augenblick, dann ging er zurück zum Bett und holte das Buch heraus, dass er aus der Bibliothek mitgenommen hatte.
Ausgesuchte Gedichte aus allen Epochen
Er seufzte leise. Nun, vielleicht würde ihn das Lesen zumindest müde genug machen, um endlich einzuschlafen. Rogue legte sich vorsichtig auf das Bett, um seinen kleinen Freund nicht zu wecken, breitete das dünne Laken über sich aus und blätterte abwesend durch den schmalen Band. Seine Augen erfassten nur die ersten Zeilen der vielen Gedichte, die einzeln für sich auf die Seiten gedruckt waren.
...Ich schließe meine Augen,
und schon kann ich Dich spüren...
...Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst...
...A little while, a little while,
The weary task is put away...
...Deine Augen sind wunderschön,
schöner als der schönste Traum...
...I am not yours, not lost in you,
Not lost, although I long to be...
...Wenn ich dich küsse
ist es nicht nur dein Mund …
...Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole...
Rogue verharrte für einen Moment. Er blätterte zurück, zu den letzten Zeilen, die er gelesen hatte. Er sah auf den Titel:
`Invictus´
-William Equestrian Hengstlay
Der Name des Autors sagte ihm nichts, aber wenn er sich recht entsann, konnte man die Überschrift mit ´Unbezwungen´ übersetzen. Er runzelte die Stirn und begann zu lesen.
Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.
In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.
Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.
It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.(1)
Als er es beendet hatte, las er es noch einmal von vorne. Und dann noch einmal. Rogue blätterte durch den Rest des Buches, dann kehrte er wieder zu dem Gedicht zurück. Die andere Lyrik war nur etwas schnulzenhaftes Liebesgeflüster und ein wenig Herzschmerz. Aber diese vier Absätze waren einfach unglaublich. Und das Ende...
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.
Ihm lief ein unwillkürlicher Schauder über den Rücken, als er diese beiden Zeilen las. In diesen vierzehn Wörtern steckte eine unheimliche Kraft. Dieses Gedicht war so angefüllt mit Stärke, Entschlossenheit und Zuversicht, wie nichts, was er bisher je gelesen hatte.
Black as the pit from pole to pole,
Ob der Autor das Loch gekannt hat? Hatte er an seinem Grund gelegen, als er diese Zeilen schrieb? Hatte er die steilen, schroffen Wände emporgeblickt, während sich in seinem Geist die Wörter formten? War es das ferne Blitzen der Sonne gewesen, das ihn zu den letzten zwei Zeilen inspiriert hatten?
My head is bloody, but unbowed.
Hatte er sich empor gekämpft, über die verwitterte Steile der Verzweiflung? Sich gestoßen, geschnitten an ihren scharfen Kanten aus Gram und Trübsinn? Den Blick niemals abgewandt von der hellen, warmen Welt, die dort oben auf ihn wartete?
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.
War er letztlich an der Klippe angekommen, hatte die Sonne auf seinem Fell gespürt und die tiefe Kälte des Loches hinter sich zurückgelassen? Wohl wissend, dass er sich eines Tages wieder an seinem Grund finden könnte? Und war er dennoch unerschrocken weitergegangen?
Rogue legte das Buch auf seinen Bauch und bettete seinen Kopf auf das Kissen. Das war also Lyrik. Mit wenigen Worten so viel auszudrücken.
Das junge Rettungspony spürte noch immer die dunkle Wolke auf seinem Gemüt lasten. Auch die berührenden Wort von Hengstlay hatten daran nichts geändert. Aber sie hatten etwas anderes vermocht: Sie gaben Rogue seine Zuversicht zurück, die er so schmerzlich vermisst hatte. Der Schmerz blieb, aber das Gefühl der Einsamkeit, der Hoffnungslosigkeit war von ihm gewichen. Und als er in den so sehnsüchtig erwarteten Schlaf hinüber glitt, reifte ein Plan in ihm heran.
(1)`Invictus´ - William Ernest Henley
