Brians Herzschlag normalisierte sich allmählich wieder, als er die OSP-Zentrale betrat. In dem Raum gab es keine Fenster. Ein großer Bildschirm an der langen Wand und viele kleinere erhellten ihn. In der Mitte stand ein Tisch, der bestimmt auch einige technische Tricksereien konnte.

Brian stellte sich an die Ecke des Tisches neben Nate und sah zu Eric. Der lief, ein Tablet in der Hand zum großen Bildschirm, auf dem das Ausweisbild eines Mannes zu sehen war: „Navy-Yeoman James Rush, auf Heimaturlaub von der San Diego Naval Base, ist heute in den frühen Morgenstunden bei einem illegalen Autorennen ums Leben gekommen."

Eric spielte ein Video ab.

Ein Eclipse und ein Civic fuhren ein ganz normales Viertelmeilenrennen. Bis der Eclipse, als der Fahrer wohl sein NOS aktivierte, plötzlich hochging.

„Einige halten wohl schnelle Autos für einen Teil unserer Kultur", sagte Nate abwertend. Brian sah zu ihm und hob eine Braue. Er fing Callens Blick auf, der grinsend erwiderte: „Männer sind nicht zu bremsen."

Nate zuckte zusammen und sah leicht peinlich berührt zu Brian: „Sorry, ich hab vergessen-"

Brian winkte ab: „Ist eben nicht jedermanns Sache. Und ich denke, für einen Großteil der Amerikaner sieht ein Auto aus wie das andere."

Eric lächelte herausfordernd: „Und für dich nicht? Dann kannst du uns bestimmt sagen, was das für Modelle waren."

„Das silberne war ein Honda Civi und das orange ein Mitsubishi Eclipse."

„Das eine kommt mir bekannt vor", murmelte Callen und trat dichter an den Bildschirm Er betrachtete den Eclispe ausgiebig, „ist das nicht das Auto, das ich unten in Miami gefahren bin?"

Brian schüttelte lächelnd den Kopf. Es war seltsam, dass er selbst ein Jeansmodell nicht von einem anderen unterscheiden konnte, aber für ihn diese Autos nicht unterschiedlicher sein konnten.

„Du bist einen Spyder gefahren und ich einen Evo. Als ich vor zwei Jahren undercover war, hatte ich einen Eclipse. Hat leider nicht lange überlebt."

„Also für mich", sagte Nate, „sehen die alle gleich aus."

„Das kommt daher, dass du einfach kein Herz für Autos hast", meinte Kensi anklagend.

„Hört, hört!", Brian tauschte mit ihr einen Faustgruß. Dann ging Kensi zu einem zweiten Bildschirm, auf den Yeoman Rushs Dienstakte zu sehen war.

„Welche Sicherheitsstufe hatte Rush?", fragte Sam.

„Laut seiner Dienstakte", antwortete Kensi, „arbeitete er in der Verwaltung des Quartermaster Office."

„Merkwürdig allerdings", bemerkte Eric, „dass die Akte von Yeoman Rush extrem verschlüsselt ist."

Brian runzelte die Stirn: „Welche Verwaltungsabteilung ist denn verschlüsselt?"

Sam erklärte: „Die, die Geheimoperationen tarnt. Eric, finde heraus, woran er gearbeitet hat."

„Unter Umständen war es nur Zufall", meinte Nate. Sam wirkte nicht überzeugt. Er holte sich das Video heran, vergrößerte es und ließ es nochmals abspielen: „Wär möglich, aber die verschlüsselte Dienstakte lässt nur darauf schließen, dass er an einer Geheimoperation beteiligt war."

Callen trat vor: „Der andere Fahrer fährt einfach weiter. Der bremst nicht mal im Ansatz."

„Muss nicht heißen, dass er Rush nicht gekannt oder ihn gar ermordet hat", gab Brian zu bedenken. Die fünf drehten sich zu ihm. Sie hatten echt durchdringende Blicke, aber Brian ließ sich nichts anmerken. Er steckte nur seine Hände in seine – engen – Hosentaschen. Deswegen sollte er vielleicht doch noch einmal mit Ms Lange reden. Doch die anderen warteten jetzt erst einmal auf eine Erläuterung von ihm.

„So ein Crash bleibt nicht lange unbemerkt. Kaum ein Fahrer hätte angehalten. Wenn NOS hochgeht, ist das Beste, was man tun kann, abhauen. Das hätte keiner überlebt. Und die Polizei wird schnell da gewesen sein, also haben alle Reiß aus genommen, um nicht noch mehr Ärger zu kriegen."

„Und was hättest du gemacht?", fragte Nate interessiert. Brian blickte unschuldig zurück: „Ich habe gerade erst meine weiße Weste wiederbekommen, da werde ich doch wohl kaum sagen, ich wäre ein illegales Rennen gefahren."

„Also glaubst du nicht, dass der andere Fahrer flüchtet?", fragte Eric. Sam holte das Bild des Hondas heran. Kensi zählte auf: „Getönte Scheiben, keine Nummernschilder, nichts zu erkennen."

Doch Sam hatte eine kleine Zeichnung auf dem Heck des Autos entdeckt: „Tokkan One. Tokkan ist japanisch und bedeutet Blitz."

Callen fragte Brian: „Ich weiß, du warst zwei Jahre nicht in der Stadt, aber sagt dir der Name was?"

„Auch die Rennszene ist untereinander vernetzt. Ich hab gehört, dass Tokkan die neue Nummer Eins wurde, nachdem Dom aus L.A. geflüchtet ist. Aber keiner weiß genau, wer das eigentlich ist. Niemand hat ihn je gesehen."

„Also suchen wir den anderen Fahrer", meinte Callen, „ich will den Unfallort sehen."

„Fahr mit Kensi", sagte Sam. Callen und Kensi sahen ihn überrascht an. Brian hob verwundert eine Braue. Callen hatte ihm erzählt, dass Sam sein bester Freund und Partner war. Sollte er da nicht mit Callen zusammenarbeiten?

Sam drehte sich um: „Ja, du hast richtig gehört. Du nimmst den Pacific und ich will nicht im Stau festsitzen. Also beschäftige ich mich gründlich mit Yeoman Rush und ihr könnt die nächsten zwei Stunden Abgase atmen."

Brian hob seine Hand: „Darf ich dann vielleicht mitkommen?"

Sam verschränkte die Arme: „Soll ich die ganze Arbeit allein machen?"

„Okay", sagte Callen, „dann fahren Brian und ich und Kensi hilft dir."

„Nichts da!", meinte Kensi, „Ich hab mich schon drauf gefreut."

Sie sah zu Brian. Ein schelmisches Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit: „Lass uns drum knobeln."

Brian zögerte, dann schlug er ein. Sie warfen eine Münze, Kensi durfte ansagen und gewann. Brian war aber nicht allzu enttäuscht: „Dafür darf ich mir den geschrotteten Wagen ansehen."

Kensi nickte.

„Wenn das Spielchen vorbei ist", meinte Callen grinsend, „dann lass uns gehen, Kensi. Hey, was hältst du davon, wenn wir unterwegs Donuts besorgen?"

Triumphierend lief Kensi an Sam und Brian vorbei: „Ich liebe Donuts."

Sam rief ihnen noch hinterher: „Donuts hattest du aber nicht erwähnt!"

Brian grinste. Dieses Team war echt abgefahren. Ihm könnte es hier durchaus gefallen. Er trat neben Sam: „Und was machen wir jetzt?"

Sam rief die Dienstakte auf: „Du bist doch der Auto-Experte. Analysier zusammen mit Eric das Video."

Verwundert sah Brian Sam an. In letzter Zeit regierte Sam ziemlich genervt auf Brians Anwesenheit. Vielleicht war der Mann auch einfach nur übermüdet.

Es klingelte zwei Mal, bevor sich der Mann am anderen Ende meldete: „Hier Vance."

„Hallo, Leon", begrüßte Hetty ihn, „ich nehme an, Sie haben meine Mail schon erhalten?"

Ein Seufzen erklang: „Sie meinen bezüglich Ihres neuen Schützlings? Ich habe seine Akte vor mir liegen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er wirklich der passende Kandidat ist. Er hat doch schon einiges auf dem Kerbholz."

„Haben Sie den vorläufigen Bericht von Miami noch nicht gelesen? Der Junge ist ein Naturtalent. Und er erfüllt alle nötigen Anforderungen: bester der Polizeiakademie, hervorragender Schütze und Fahrer, spricht mehrere Sprachen. Und in seiner Undercover-Arbeit hat er nur gute Beurteilungen bekommen."

„Ja", spöttelte Vance, „bei seiner letzten Arbeit war er so gut, dass er gleich übergelaufen ist. Hetty, bei den sensiblen Daten, mit denen Sie täglich arbeiten, können wir uns so etwas nicht leisten!"

„Wenn wir besser auf O'Conner aufpassen, wird sich so etwas nicht wiederholen. Das LAPD war nicht ganz unschuldig an den Geschehnissen vor zwei Jahren."

„Sei es drum: Ich halte es trotzdem nicht für eine gute Idee."

Hetty fluchte innerlich. Sie betrachtete das Überwachungsfoto, dass die Kollegen aus L.A. zwei Jahre zuvor gemacht hatten und das nun in Brian O'Conners Akte lag. Er erinnerte sie stark an Daryl. Vermutlich kämpfte sie deswegen so hart darum, ihn behalten zu dürfen.

„Direktor Vance, dieser Mann kann mit mehr Waffen umgehen als die meisten Ihrer Agenten. Er hat einen guten Instinkt und seine Beurteilungen im Verhör zeigen, wie manipulativ er sein kann. Ich denke, der Rest der Akte spricht für sich."

„Hetty, wenn Sie so unbedingt jemanden als Ersatz für Agent Vaile brauchen, dann suchen Sie sich jemanden von den NCIS-Agenten aus. Ich garantiere Ihnen die freie Wahl. Oder Sie sprechen mit dem Undercover-Polizisten vom LAPD. Decker heißt er, oder?"

„Deeks. Aber das tut nichts zur Sache. Ich will O'Conner und ich finde, er hat eine zweite Chance verdient. Denken Sie an Ihre Vergangenheit zurück. Hat Ihnen da nicht auch jemand eine zweite Chance gegeben?"

Vance schwieg. Hetty erlaubtes sich ein kleines Lächeln. Bisher lief es doch ganz gut. Sie holte zum finalen Schlag aus: „Und denken Sie daran, Leon: Möchten Sie jemanden mit O'Conners Fähigkeiten wirklich auf der anderen Seite haben?"

Vance seufzte lang. Er zögerte und Hetty sah sein Gesicht vor sich. Die Stirn gerunzelt, den Mund verzogen. Doch letztendlich gab auch er sich geschlagen: „Also gut, Hetty. Ich werde ihn auf die Liste der Kandidaten fürs FLETC setzen und-"

„Ich glaube nicht, dass das nötig sein wird", widersprach Hetty schnell, „wozu es noch hinauszögern? O'Conner hat dort schon zwei Expertenkurse für Befragungen und Schießen gemacht. Und jetzt soll er noch zu einem Basistraining?"

„Hetty, das Criminal Investigator Training Program ist Pflicht für jeden neuen NCIS-Agenten-"

„Wollen Sie, dass der arme Junge gleich am ersten Tag wieder kündigt, weil er sich zu Tode langweilt?"

Stöhnend gab Vance nach: „Also gut, Hetty. Er braucht das Training nicht zu machen."

Zufrieden grinste Hetty. Hatte sie es wieder geschafft, den alten Fuchs zu überlisten!

„Aber ich will, dass er für ein paar Wochen unter Gibbs lernt. Dann kann ich seine Leistung auch selbst beurteilen. Und wenn Gibbs ihn dann noch nicht vergrault hat, darf er zurück zum OSP."

„Meinetwegen", stimmte Hetty zu. Gibbs war ein guter Lehrmeister und die paar Wochen würde Brian schon überleben. Der Junge hatte bisher weitaus schlimmeres hinter sich.

„Dann erwarte ich O'Conner in D.C., sobald Ihr Fall abgeschlossen ist", murrte Vance, „einen schönen Tag noch Hetty."

Damit legte er auf. Hetty klatschte in die Hände, stand auf und ging zum Wasserkocher. Es war Zeit für eine schöne Tasse Rooibos-Tee.

Während sie darauf wartete, dass das Wasser kochte, entdeckte sie einen Umschlag des LAPD in ihrem Eingangskorb. Neugierig öffnete sie ihn und ein Bild von Callen fiel heraus. Er war wieder bei Rot über eine Ampel gefahren.

Hettys Laune steigerte exponentiell, als ihr eine Idee kam. Grinsend goss sie das Wasser über die Teeblätter und wartete darauf, dass Callen und Kensi zurückkamen. In der Zwischenzeit besuchte sie das Internet auf der Suche nach Fahrschulen.

Grinsend hielt Callen die Donut-Tüte in der Hand. Er hatte ein Stückchen von Himbeer-Vanille in der Hand und Kensi verschlang den letzten Rest grüner Apfel. Der letzte war ein Schoko-Donut mit Erdbeerfüllung. Die Tüte mit diesem drückte er Brian in die Hand, der ihn anlächelte und sofort reingriff.

„Ihr wirkt ein wenig feucht", sagte er und biss ab, „regnet es draußen?"

„Starker Niesel", meinte Kensi, „aber die Rennstrecke war der Hammer. Kein Hindernis weit und breit. Da kannst du deinen Wagen richtig auf Touren bringen."

Brian feixte. Er hatte ein Glitzern in den Augen und ein wenig Erdbeermarmelade am Mundwinkel, die Callen am liebsten abgeleckt hätte. Stattdessen räusperte er sich nur.

„Es gibt einige Strecken in L.A.", Brian wischte sich die Marmelade ab und leckte sich über den Daumen, „die dir gefallen würden. Sind für Viertelmeilenrennen wie gemacht. Aber wenn du mal was richtig Cooles erleben willst, solltest du bei Race Wars mitmachen."

„Davon hab ich noch nie gehört."

„Findet jährlich in der Wüste statt. Den ganzen Tag nur Rennen, ohne Cops und allem. Nur du, die Strecke und dein Auto. Wenn man gut ist, kann man da verdienen."

Begeistert hängte sich Kensi bei Brian unter: „Ich glaube, du bist mein neuer bester Freund. Nimmst du mich mal mit?"

„Ich weiß nicht. Hast du einen Wagen, den du da fahren kannst? Nur zusehen wäre doch langweilig."

Kensi grinste so breit, dass Callen froh war, dass Brian nur an einem Ufer blieb. Er wollte ungern eine seiner besten Freundinnen aus dem Weg räumen.

Brian schien seine Gedanken zu lesen, denn er sah Callen an: „Du solltest vielleicht auch drüber nachdenken. Wenn du Spaß in Miami hattest, gefällt dir das bestimmt auch."

Callen trat näher an Brian und senkte seine Stimme: „Oh, Spaß hatte ich definitiv."

Röte zog sich über Brians Wangen. Er öffnete seinen Mund, doch Sam tauchte auf: „Hallo, G, schon wieder da?"

„Hin und zurück auf dem Pacific in etwas über einer Stunde. Da machst du Augen!", er steckte sich das letzte Donutstückchen in den Mund.

Sam wiegelte ab: „Das war nur Glück", sein Blick wanderte zu Brian, der ihm kauend zunickte, dann wieder zurück zu Callen „Wo ist mein Donut?"

Callen sah an Sam hinunter: „Du wolltest doch auf deine Linie achten."

„Okay", das klang etwas aggressiv.

„Oh, Mr. Callen", Hetty hielt ein Foto in die Höhe. Es sah verdammt nach dem von einer Verkehrskamera aus. Callen rutschte das Herz in die Hose. Er war doch noch nicht mal einen Tag wieder in L.A.! Hatte die Polizei echt so lange gebraucht, um Hetty das Foto zu schicken? Das war unfair!

Bevor er nach Miami geflogen war, hatte er doch versprochen ordentlicher zu fahren. Und gerade eben hatte er die Geschwindigkeitsgrenze auch nur minimal überschritten.

„Sie waren mal wieder zu schnell unterwegs und sind geblitzt worden."

Callen nahm Hetty den Brief mit dem Foto aus der Hand. Brian sah auf das Foto: „Oh, bei Rot über die Ampel. Erwischt!"

Callen handelte rasch: „Da hab ich einen Verdächtigen verfolgt."

Das zog doch immer.

Sam zog das Blatt zu sich: „Nein, das war an unserem freien Tag. Du hast mich zu spät abgeholt für das Kingsspiel."

Genervt und vorwurfsvoll starrte er Sam an. Vielen Dank, Partner!, dachte er sich.

„Kein Donut, keine Liebe", erwiderte der nur.

Brian kicherte: „So schlimm wird das schon nicht sein. Ihr habt doch sicher Kontakte bei den Cops, oder? Sollen die das regeln."

„Ja", sprang Kensi ihm zur Hilfe, „vielleicht kann uns unser Freund Bernhard vom LAPD aus der Klemme helfen."

Hetty war gar nicht begeistert: „Das wird er auf gar keinen Fall tun! Wollen Sie etwa Ihre Tarnung auffliegen lassen?"

„Ist es denn so schlimm?", fragte Brian, „Du musst doch bestimmt nur ein kleines Bußgeld bezahlen. Jeder überfährt mal eine rote Ampel."

„So einfach ist das nicht", widersprach Hetty. War ja klar.

„Mr. Callen, Sie werden das machen, was andere auch machen. Sie gehen zur Verkehrserziehung."

„Das ist aber eine heftige und langweilige Strafe", mitleidig klopfte Brian ihm auf die Schulter. Callen schenkte ihm einen genervten Blick und der Blonde grinste nur frech zurück.

„Ach, halb so wild", sagte Sam, „das geht online. Wird dir gefallen."

„Nur, wenn man in den letzten achtzehn Monaten nicht aufgefallen ist, ist das möglich. Und bedauerlicherweise ist das bereits der dritte Verstoß von Mr. Callen."

„Du hast drei Verstöße", erstaunt blickte Brian ihn an, „weißt du nicht, wie man sich nicht erwischen lässt?"

„Ist ja nicht jeder so ein verrückter Fahrer wie du", murrte er zurück, „vielleicht solltest du mir ein paar Tricks zeigen."

„Ich komm mit!", rief Kensi.

„Mr. Callen!", oh, Hettys Stimme war streng, also bedeutete es totaler Ernst, „Sie absolvieren sechzehn Stunden leibhaftigen Verkehrsunterricht."

„Hetty, Sie scherzen doch!", flehte Callen. Gleich ging er ernsthaft auf die Knie! Sogar ihren Wagen würde er waschen!

„Keine Panik", jetzt lächelte sie und das war noch schlimmer, „das wird vielleicht ein Spaß. Ich habe Sie bei einer Comedy-Verkerhsschule eingetragen, für die nächsten zwei Tage. Die machen am zweiten Tag auch Praxis-Unterricht auf einem eigenen Gelände."

Fast panisch sah er seine Chefin an. Brian neben ihm verbarg sein Grinsen hinter seiner Hand.

„Das haben Sie nicht!", Callen war jetzt im Verhandlungsstadium, „Hetty, wir haben einen Fall!"

„Sam und Kensi sind absolut in der Lage für Sie zu übernehmen, bis Sie fertig sind."

Die beiden nickten eifrig und Sam hielt ihm auch beide aufgereckten Daumen in die Höhe. Verräter!

„Moment mal!", Brians Kopf flog hoch, „Ich habe meinen Namen gar nicht gehört."

Hetty maß ihn mit einem sehr amüsierten Blick. Callen sah, wie Brian erbleichte: „Ich ahne schreckliches."

„Ich dachte mir, es wäre eine gute Idee, Sie dort zusammen mit Mr. Callen anzumelden."

„Dachten Sie", murmelte Brian fast unhörbar. Er sah aus als stehe er unter Schock.

„Es soll Sie nicht in alte Muster zurückfallen lassen", erklärte Hetty, „ein wenig Auffrischung tut Ihnen gut. Und nur für Sie habe ich auch auf den Praxis-Anteil geachtet."

„Danke", sagte Brian schwach und sah hilflos zu Callen. Der zuckte nur mit den Schultern und war heilfroh, dass er bei dieser Farce nicht allein war.

Hetty sah auf ihre Uhr: „Der Unterricht beginnt in einer halben Stunde in Culver City. Also machen Sie sich lieber auf den Weg, sonst erwischt man sie wieder bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung."

Kensi schlug vor: „Nehmt am besten den 90er. Ich mein ja nur."

„Das ist der Marina Freeway", sagte Hetty. Callen fand nur ein Wort dazu: „Ha!"

„Wir nehmen den 405er", schaltete sich Brian ein, „den San Diego Freeway. Geht wesentlich schneller. Gibst du mir deine Schlüssel, G?"

Callen wollte noch etwas erwidern, warf sie aber dem Blonden nur geschlagen zu.

Bevor sie ganz aus der Villa hinaus waren, drehte er sich noch einmal um und sagte zu Kensi: „Wenn ihr schon etwas habt, dann schickt einen vorläufigen Bericht zur Gutachterin. Nicht, dass sie hier noch anruft und uns auf die Nerven geht."

„Gutachterin?", fragte Brian verwirrt, „Was für eine Gutachterin."

„Sie heißt Allison Pritchett und ist Gutachterin für die Raydex Versicherung."

Brian schnaubte: „Das glaub ich gern. Ich denke, Eric sollte diese Frau mal überprüfen. Die hat euch eiskalt angelogen."

Callen sah ihn mit offenem Mund an.

„Wie kommen Sie darauf, Mr. O'Conner?", fragte Hetty.

„Man kann Rennwagen für den Straßenverkehr nicht versichern. Selbst wenn du deinen Wagen versichert hast, sobald du ihn für ein Straßenrennen aufmöbelst, wird das hinfällig. Das weiß jeder gute Fahrer."

„Woher?", fragte Callen.

„Tja, die einen lernen's aus Erfahrung, die anderen kennen die kalifornische Straßenverkehrsordnung."

„Wow, tja dann", meinte Kensi und stemmte ihre Hände in die Hüften, „ich sag Eric Bescheid. Und ihr beide lernt noch ein wenig mehr über das Verkehrsrecht."

„Ha ha", meinte Callen. Mit hängenden Schultern machten er und Brian sich von dannen. Auf in einen Tag voller Hölle.