Ich lief gerade in der Cafeteria am Tresen entlang und stellte ein Glas Wasser, einen Joghurt und ein Teller Spaghetti auf mein Tablet, als ich plötzlich eine Stimme hinter mir vernahm.

„Na Fetti!"

Mein Lippen kräuselten sich, ich schnaufte langsam und tief ein und aus und drehte mich mit einem zuckersüßen Grinsen um.

Und wer stand vor mir? Meine Liebste Lydia.

„Na Bitch?" antwortete ich ihr.

„Das sie dich hier noch rumlaufen lassen Isabella. Du bist eine Gefahr für die Allgemeinheit!"

Ich schaute an ihr herab. Ihre Lippen waren dick, was ich auf die Botoxbehandlung zurückführen würde, welche sie an ihrem 17. Geburtstag bekommen hatte. Und um sie abzurunden hatte sie noch richtig viel Lipgloss draufgeklatscht. Zwar war sie halbwegs schlank, dafür war ihr Gesicht die reinste Katastrophe.

„Gsiiiicht!"
„Was?" sie schaute mich verwirrt und herablassend an.

„Dein Gesicht." antwortete ich ihr ruhig.

„Was ist damit?"

Sie holte ihren Taschenspiegel heraus und betrachtete sich darin. Schnell checkte sie ihr Make Up und ihr Haar ab, bevor sie sich wieder an mich wandte.

Ihr Gesicht war orange geschminkt. Wahrscheinlich brauchte sie so viel Make Up, da ihre Haut so unrein war, und der Eyeliner (sah übrigens bisschen Emo Like aus), Kayal, die Tonnen von Lidschatten, das Rouge etc machten sie auch nicht gerade hübscher.

Ich sah sie mit schrägem Kopf an und betrachtete sie.

„Was willst du Fetti?" drängte sie und machte mich dumm an.

„Hey hey! Was geht hier vor sich?"

Edward stand plötzlich neben mir und legte seine Hand um meine Taille.

Wütend sah er Lydia an und verlangte von uns eine Erklärung.

„Also?" abwartend sah er uns an, doch keine von uns beiden antwortete ihn.

Mit Argusaugen sahen diese Schlampe und ich uns in die Augen.

Schließlich schüttelte ich kurz meinen Kopf, lächelte Edward kurz zu und sagte ruhig, aber in drohenden Ton:
„Weißt du Lydia, ich mag zwar im Moment nicht die Schlankeste sein, wobei das nebenbei an meinem ungeborenen Kind liegt, ich hingegen kann abnehmen. Doch du kannst nichts gegen deine Hässlichkeit tun."

Mitleidig (wohlgemerkt geheuchelt) sah ich sie an und wandte mich ab.

Ich hörte sie schnaufen.

„Na warte!"

Ich drehte mich gerade um, als sie mir ein Glas Wasser über den Kopf schüttete.

Ich hörte wie die Menge, die Luft ganze Cafeteria wurde still. Jeder beobachtete das Schauspiel.

Ich lachte leicht hysterisch und zog die Augenbrauen hoch. Was. Fällt. Dieser. Schlampe. Ein?

Edward wollte mich schon aufhalten aber ich wies ihn daraufhin, er solle es lassen.

Ich stellte mein Tablett auf den Tisch, der sich neben mir befand, nahm das Teller Spaghetti und drückte es ihr schön fest in ihre Visage. Ein paarmal drehte ich das Teller, damit sie auch schön was abbekommen hat und dann lies ich es langsam wieder sinken.

Hach, ihr Anblick war göttlich und hinter mir fingen schon die ersten Lacher an.

Da stand sie, mit offenem Mund und vollbeschmiert mit Spaghetti und Soße.

Die Nudeln flutschten gerade zu an ihr herunter, verfingen sich in ihrem geglätteten blonden Haar und hinterließen Spuren an ihrem Tshirt.

Ihr Schnaufen wurde immer lauter und wütender.

Edward sah mich mahnend an, aber das war mir egal. Das war meine Rache und sie hatte es verdient.

Sie war es übrigens auch, die mich damals mit dem Fußball traf und mein Kind verlieren hätte können (okay okay ich war teilweise selbst Schuld ABER ich wette sie hat das mit Absicht getan!)

„Das war dafür, dass du so eine Scheiße zu Edward gesagt hast. Leon? Seriously? Gosh.

Ach, und PS die Soße geht leider nicht aus den Kleidern raus, dabei haben die doch über 500$ gekostet. I'm so sorry..." Mit einem letzten Lächeln drehte ich mich um und stolzierte aus der Cafeteria raus.

Sobald ich draußen war legte sich mein gekünsteltes Grinsen jedoch wieder schnell.

„Bella! Bella! Jetzt warte doch!"

Ich drehte mich um und sah Edward, wie er zu mir rannte.

„Geht's dir gut?"

„Ja, geht schon.." murmelte ich und lief weiter.

Plötzlich spürte ich seine Finger an meinem Handgelenk und er zog mich zu sich. Sanft umschlossen seine Hände meine Hüften.

Ich blickte traurig zu ihm herauf.

Seine Hand fuhr leicht über meine Wange und streichelte sie.

Eine kleine Träne entfloss meinem Auge, wurde jedoch von ihm weggeküsst.

Leise schluchzte ich auf.

Er nahm mein Gesicht in seine Hände und zog mich zu sich. Seine Lippen landeten auf meinen und bewegten sie sich.

„Es tut mir Leid, dass du das Ganze durchmachen musst." flüsterte er traurig und umschloss mein Hüfte, während ich mich an sein Hemd klammerte.

Da standen wir nun, umarmend und mutterseelenallein im Flur unserer Schule und wussten nicht wie es weiter gehen sollte.

Das mit Lydia war zwar eine Ausnahme, aber dennoch blieben mir die Blicke meiner Mitschüler nicht erspart. Manche waren mitleidig, die anderen verachtend.

Mittlerweile könnte ich sagen, ich hätte mich daran gewöhnt, aber das stimmte nicht. Wie könnte es auch? Wie können Menschen sich an Spott, Hohn, Neid und Verachtung von allen Seiten gewöhnen?

Klar, es gab auch welche die mir Glückwünsche entgegenbrachten, aber sie waren die Minderheit.

„What doesn't kill you, makes you stronger..." flüsterte er zärtlich in mein Ohr. Wie recht er hatte.

Vielleicht ging mir das Ganze an die Nieren, dennoch machte es mich stärker und ich wehrte mich gehörig.

Und wenn auch nur einer, irgendetwas gegen Edward und mein Kind sagte, so würde er unsere Wut zu spüren bekommen.

JULI SIEBTER MONAT

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Coldplay – Fix you

When you try your best, but you don't succeed
When you get what you want, but not what you need
When you feel so tired, but you can't sleep
Stuck in reverse

Ich seufzte. Während ich mein Spiegelbild betrachtete strich ich mit meiner rechten Hand über meinen kugelrunden Bauch.

Ich war nun im siebten Monat schwanger.

„Was ist los Schatz?"

Ich spürte zwei Hände auf meiner Hüfte und seine Lippen auf meiner Wange.

„Es ist bald soweit..." murmelte ich und betrachtete mich kritisch.

Er kicherte leise.

„Noch haben wir zwei Monate Bella."

„Trotzdem! Wir haben noch gar keine Babysachen und ich seh es schon kommen dass wir am Ende unvorbereitet sind."

„Weißt du was? Ich rufe nachher gleich mal Alice an. Sie wird das für uns übernehmen."
„Das ist doch nicht nötig!"
„Doch, ihr wird das ganze Spaß machen und du solltest dich eh schonen, meine Liebe!"

Bei „Ich ruf mal eben Alice an und sag sie soll Babysachen kaufen" ist es jedoch nicht geblieben. Der Idiot hat uns ein Haus gekauft! Ist das zu fassen?!

Noch nichteinmal 18 waren wir und schon hatten wir ein Haus zusammen. Okay, hatten wir ja dank mir sowieso. Aber es ist nicht das Selbe wie mit dem Freund in dem Elternhaus zu wohnen. Und ich wollte gar nicht erst wissen, wie viel seine Familie dafür hingeblecht hatte.

Aber das Haus war fantastisch, das musste ich zugeben... Naja sie hatten einfach zu viel Geld.

Unser Haus lag in der Elite Straße von Forks, wenn man es so nennen konnte.

Niemand wohnte dort, ohne eine Villa zu besitzen! Unser Haus hatte etliche Badezimmer, Schlafzimmer etc... Alleine fühlte man sich darin nicht wohl.

Jedenfalls hatte es auch ein (es waren mehrere -.- soll ich etwa noch 10 mal schwanger werden Alice!?) Kinderzimmer, doch dieses durfte ich nicht betreten. Warum? Weil Alice und Edward es einrichteten und es eine Überraschung für mich werden sollte. Ich hasste Überraschungen, aber konnte sie nicht davon überzeugen mir einen Einblick in das Zimmer zu gewähren.

Doch an diesem Tag war es soweit!

„Och Edward, bitte mach deine Hände da weg." Ich schnaubte genervt.

„Nichts da!"

Nun würde ich endlich das Kinderzimmer sehen. Edward führte mich durch den endlos erscheinenden Flur mit den Händen auf meinen Augen, sodass ich nichts sehen konnte.

„Hättest du mir gesagt, welches Geschlecht es wird, hätte ich besser einrichten können!" quasselte Alice dazwischen.

„Wir wissen es doch selbst noch nicht Alice!" antwortete ich ihr.

„Was? Warum denn das?"
„Bells will sich überraschen lassen." ich hörte schon ein Schmunzeln in seinem Satz.

„Naja, ich lass euch mal lieber alleine. Bella ruf mich an und sag mir wie du es findest!"
Bevor ich ihr antworten konnte, hörte ich sie schon die Treppe hinunterrennen.

„Endlich!" flüsterte Edward erleichtert.

Ich lachte leise.

Ein Knarren und die Tür war offen. Er führte mich vorsichtig hinein und flüsterte mir ins Ohr:"Und, willst du es sehen?"
„Zur Hölle, ja Edward!"

Er lachte und nahm seine Hände von meinen Augen. Langsam öffnete ich meine Augen und blinzelte ein paar Mal.

Staunend sah ich mich um. Das ganze Zimmer war gelb gestrichen, ohne, dass es in den Augen weh tat. Direkt neben der Tür befand sich das Kinderbett und daneben ein großer Wickeltisch. Zart streichte ich darüber und lief weiter. Vor meinen Augen befand sich ein breiter, aber niedriger Schrank mit vielen kleinen Schubläden. Ich öffnete jede einzelne. Alice hatte an jedes Detail gedacht! Viele kleine süße Strampler mit nicht geschlechtsspezifischen Farben, Schnuller, Windeln und selbst an Puder hatte sie gedacht.

„Hey, nicht weinen."

Erschrocken blickte ich nach oben. Edward küsste meine Träne weg und schaute mir tief in die Augen.

Ich hatte nichteinmal bemerkt, dass mir Tränen kamen.

„Alles wird gut." Er nahm mich in den Arm und drückte mich fest an sich, soweit mein Bauch das zuließ.

„Wie kannst du dir da so sicher sein?"
„Ich weiß es einfach."
„Ich wünschte ich könnte das Selbe sagen."
„Was ist denn los? Du bist in letzter Zeit so traurig!"

„Ich weiß nicht... ich habe irgendwie ein ungutes Gefühl. Ich habe Angst, dass etwas mit dem Baby nicht stimmt."
„Du machst dir nur unnötig Sorgen Bells."
„Hm." flüsterte ich.

Ich spürte ein komisches Ziehen im Unterleib und stöhnte leise auf.

„Bella? Ist dir wieder schlecht?"

„Ja, es scheint so." meinte ich benommen.

Plötzlich durchzuckte mich ein stechender Schmerz im Unterleib.

Ich schrie auf .

Er hielt mich in seinen Armen und sank mit mir nach unten. Ich schrie weiter.

„Hey!"

„Ahhhh" verzweifelt krallte ich mich an sein T-Shirt

Seine Arme umschlungen mich und versuchten mich so gut es ging zu stützen.

„Bella! Was hast du denn?" hörte ich ihn verzweifelt.

And the tears come streaming down your face
When you lose something you can't replace
When you love someone, but it goes to waste
Could it be worse?

In mir stiegen Tränen auf und ich schluchzte. Meine Hände legte ich an meinen Bauch und schrie.

Mein Gesicht verzog sich abermals vor Schmerz.

Ich spürte nichtmehr wie Edward mir seine Hand auf meine Stirn legte und mich zu beruhigen versuchte.

Ich wusste nur noch dass er mich fest umklammert und ich abermals nach seinem T-Shirt griff.

Edward's Sicht

Gerade hielt ich sieh noch in meinen Armen, als ich hörte wie sie leise stöhnte.

„Bella?Ist dir wieder schlecht?" fragte ich erschrocken.

„Ja, es scheint so..." flüsterte sie.

Plötzlich schrie sie auf und ich klammerte meine Arme um sie.

Ich sah wie ihre Hände zu ihrem Bauch schnellten.

Wir sanken weiter nach unten.

„Hey!" schrie ich verzweifelt.

Sie schrie weiter und ich verfiel in Panik.

„Bella! Was hast du denn?"

Ich tastete sie überall ab, sah nur wie sie vor Schmerz ihr Gesicht verzog und am Spieß schrie. Schnell nahm ich mein Handy aus der Hosentasche und rufte den Notarzt.

„Bella, es wird wieder alles gut. Hörst du mich? Der Notarzt ist bald da Schatz!"

Ich versuchte sie zu beruhigen, aber sie sah mich nicht an.

Man konnte in ihre Augen sehen und sah nichts als Schmerz.

Verzweifelt zog ich sie noch näher an mich und wiegte sie leise.

Lights will guide you home
And ignite your bones
And I will try to fix you

5 Stunden später

„VERDAMMT!" schrie ich und schlug mit der Faust gegen die Wand. Ich ignorierte den aufkommenden Schmerz.

Tears stream down on your face
I promise you I will learn from my mistakes
Tears stream down on your face
And I will try to fix you

„Edward!" zischte Alice tadelnd.

„WAS? Warum kann keiner mir verdammt nochmal sagen was mit meiner Freundin los ist!? Sie liegt da schon seit Stunden drinnen und keiner klärt mich auf!"

Eine Hand legte sich auf meine Schulter. Es war mein Vater.

„Edward, beruhige dich! Ich verstehe deine Ängste, aber wir müssen abwarten!"

Ich blickte hilfesuchend um.

Meine Geschwister und meine Mutter saßen alle nebeneinander auf den Wartstühlen des Krankenhauses.

„Verdammt Vater, tu doch etwas. Wofür bist du Arzt?" flüsterte ich verzweifelt.

„Carlisle, kannst du nicht einen Kollegen fragen, was da drin vor sich geht?" meldete sich Esme.

Mein Vater schaute mich kurz an und meinte:
„Es wird wahrscheinlich nur eine Untersuchung sein."
„Ach und seit wann dauern die solange?!"

„Ist schon gut, ich frage nach."
„Danke Dad!"

Ich lief zum gefühlten 1000. Mal den Krankenhaus Flur entlang. Auf und Ab.

Ich zählte die Schritte, die ich pro Weg brauchte.

Es waren 20.

Insgesamt bin ich 726 Schritte gelaufen.
„Edward es reicht!" Jasper sah mich wütend an. „ Wir wissen, dass es nicht leicht für dihc ist, aber bitte mach uns nicht noch nervöser."

Wütend blickte ich ihn an.

„Dad!" rief Emmet.

Wir drehten uns alle zu ihm um.

„Und? Konntest du etwas herausfinden? Geht es ihr gut? Geht es dem Baby gut?" rief ich verzweifelt.

Traurig blickte er mir in die Augen.
„Es tut mir Leid. Ich habe keine guten Neuigkeiten."

Tears stream down on your face
When you lose something you cannot replace
Tears stream down on your face
And I will try to fix you...