Kapitel 10 – 1994 Part III
„Wieso ist dieser Geistesgestörte hier?", zischte Igor Karkaroff, kaum, dass er Snapes Wohnraum betreten hatte.
„Frag Albus Dumbledore. Er ist für Moodys Einstellung verantwortlich."
Karkaroff umklammerte seinen Unterarm. „Spürst du es auch?", erkundigte er sich, als er Snapes Blick registrierte. „Das Mal lügt nicht. Er lebt und er gewinnt an Stärke. Was wird mit uns geschehen, wenn er zurückkehrt?"
Snape schwieg.
„Wir haben ihn im Stich gelassen, Severus. Er wird uns aufs Härteste bestrafen. Ich kann an nichts anderes mehr denken."
„Was willst du tun? Fliehen?", fragte Snape sachlich.
Karkaroff widersprach schockiert, doch sein Gesichtsausdruck verriet ihn.
Für Snape stand in diesem Moment fest, dass Harry Potter nicht von Karkaroff ins Trimagische Spiel gebracht worden war. Igor schien sich, wie auch früher schon, ausschließlich um seine eigene Haut zu sorgen. Snape kannte die Anzeichen von Panik und der Schulleiter von Durmstrang atmete sie aus jeder Pore. Vermutlich lag sein auffälliges Interesse an Harry Potter auch darin begründet, dass der dunkle Zauberer, den er so fürchtete, an diesem Kind gescheitert war.
Snape beschloss, nachzuhaken, um in dem Punkt ganz sicher zu sein: „Wie nimmt Krum die Tatsache auf, dass es zwei Hogwarts-Kandidaten gibt?"
„Er ist genauso sauer wie ich. Dieser Potter hat garantiert magische Möglichkeiten, Dumbledores Zauber zu umgehen und sich die Teilnahme zu erschleichen", biss Karkaroff an. „Du hast ihn jetzt drei Jahre unterrichtet. Wie ist dein Eindruck?"
„Seine Leistungen sind durchweg mittelmäßig", antwortete Snape und blendete den Patronus aus, der aus Potters Zauberstab gekommen war und der seinem eigenen so sehr ähnelte. „Er glaubt, Regeln sind für alle anderen, aber nicht für ihn, den Helden."
„Er zeigte bisher nie irgendwelche besonderen magischen Fähigkeiten?", fragte Karkaroff ungläubig.
„Seine besondere Begabung scheint darin zu liegen, unangreifbar für den Dunklen Lord zu sein", entgegnete Snape glatt und rief sich Potters Begegnungen mit diesem ins Gedächtnis, die vermutlich für jeden anderen tödlich geendet hätten.
Karkaroff hustete. Man sah ihm an, dass er viel für diese Fähigkeit geben würde. „Gibt es mittlerweile eine Erklärung dafür?"
Snape schüttelte den Kopf. „Nur verschiedene Theorien."
„Er muss größenwahnsinnig sein, sich als Vierzehnjähriger ins Trimagische Turnier zu begeben."
Severus Snape stimmte Igor innerlich vorbehaltlos zu, dass Größenwahn in Verbindung mit Potter ein treffender Ausdruck war. Aber Potter hätte keine Chance gehabt, selbst seinen Namen in den Pokal zu werfen. Die Frage war jedoch, wer dann, wenn Igor Karkaroff ausschied.
Karkaroff schien plötzlich alle Sinne anzuspannen. „Hörst du das?"
Snape warf ihm einen eigenartigen Blick zu, doch dann vernahm er es auch: Klack. Klack. Klack klack. Vor der Tür verstummte das Geräusch.
„Es ist der Wahnsinnige", flüsterte Karkaroff. „Er folgt mir auf Schritt und Tritt, seit ich hier bin."
„Muffilato", murmelte Snape und steckte den Zauberstab weg. „Du bist nicht der Einzige, den er belästigt. Er missachtet jegliche Privatsphäre und spioniert regelmäßig in meinem Büro. Vielleicht wollte er gerade eine weitere Suchaktion starten."
In diesem Moment entfernten sich Moodys Schritte. Von Karkaroffs drohender Ausstrahlung war nichts mehr übrig. Er glich einem nervösen Wrack.
„Mir bleibt nicht mehr viel Zeit, Severus, ich spüre es."
November 1994
Der stämmige Zauberer, der zusammen mit Hagrid den Ungarischen Hornschwanz zum Felsen führte, duckte sich rasch, als der Drache mit seinem Schwanz um sich schlug.
„Pass auf, Charlie", brüllte jemand von der Tribüne links neben ihm. Ronald Weasley sprang auf und erntete empörte Ausrufe der Leute hinter ihm, denen er die Sicht versperrte.
Allen bisherigen Kandidaten war es mit diversen Ablenkungsmanövern und Taktiken gelungen, ihrem Drachen das Ei zu stehlen. Nur Potter fehlte noch. Die Menge schrie und tobte, als er auf die Wiese trat und Professor McGonagall neben ihm versteifte sich, als getraue sie sich nicht mehr zu atmen.
„Wie kann man so etwas zulassen?", murmelte sie. „Dieses … dieses Monster braucht nur eine falsche Bewegung zu machen…"
Snape gab ihr insgeheim Recht. Der Drache wirkte aggressiver als seine Vorgänger. Ihm war ohnehin nicht klar, wieso nicht für jeden Kandidaten ein Drachen der gleichen Art genommen wurde, um für alle die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.
„Charles Weasley bleibt mit seinen Helfern in der Nähe", beschwichtigte Dumbledore, doch das Zucken seines rechten Augenlids verriet auch seine Nervosität.
Potter stand wie festgewachsen und starrte mit erhobenem Zauberstab zum Schloss. Der Abstand war zu groß, als dass man sein Gesicht genauer hätte lesen können. Professor McGonagall sah mittlerweile so aus, als wolle sie losstürzen und ihren Schützling aus der Gefahrenzone reißen. Dumbledores Hand legte sich auf ihre Schulter und sie sank resigniert auf ihren Sitz zurück.
In der Ferne wurde ein schwarzer Punkt sichtbar, der sich schnell näherte. Potter streckte den Arm aus. Eine Sekunde später war seine Strategie offensichtlich. Applaus brauste auf.
„Clever, sehr clever", sagte Dumbledore beifällig. „Er hat eine gute Chance, wenn er seine Stärken in der Luft einsetzt."
Potters weitere Demonstration ähnelte der beim Quidditch, mit dem Unterschied, dass ein aufgebrachter Drache seinen stacheligen Schwanz wild hin und her schlug. Snape verfolgte jede Bewegung von Potter aufmerksam. Für einen Jungen seines Alters machte er angesichts dieser feuerspeienden Kreatur einen erstaunlich abgeklärten Eindruck, als wäre er sich verborgener Stärken bewusst, die ihn unangreifbar machten.
Als es Potter schließlich gelang, das Ei zu schnappen, geriet seine Kollegin völlig aus dem Häuschen. „EXZELLENT HARRY!", brüllte sie. „Sehen Sie, Severus, das nenne ich einen Gryffindor!"
Minerva McGonagall sprang auf und Snape verfolgte mit einem leichten Kopfschütteln, wie sie sich in Sekundenschnelle einen Weg durch die Massen bahnte. Er wartete, bis sich der schlimmste Aufruhr legte, bevor er Richtung Schloss aufbrach.
Ein greller Blitz flammte auf und blendete ihn. Snape senkte die aktuelle Ausgabe des Tagespropheten und fixierte die Reporterin schweigend, bevor er mit einer schnellen Handbewegung auf die Tür des Lehrerzimmers deutete.
„Raus."
„Wer wird denn so unfreundlich sein?", zwitscherte Rita Skeeter in nervtötender Munterkeit. „Ein Lächeln bitte, für unsere Leser!"
„Ich sagte RAUS!" Es schien die Reporterin jedoch nicht im Mindesten zu beeindrucken, dass er aufgestanden war und sie um mehr als einen Kopf überragte.
Sie stemmte die Hände in die Seite und grinste ihn frech an. „Man sagt, Sie hätten keine großen Sympathien für den jüngsten Kandidaten. Lassen Sie uns ein bisschen über Harry plaudern."
„Anscheinend sind Sie taub", kommentierte er in seiner leisesten, gefährlichsten Tonlage, die jeden Schüler in sofortige Alarmbereitschaft versetzt hätte. „Verschwinden Sie."
„Nun seien Sie doch mal locker, Professor Snape. Ein paar Geschichten aus dem Nähkästchen haben noch niemandem geschadet!"
„Wie Sie wollen", bemerkte er lässig und zog seinen Zauberstab. „Plaudern wir."
Sie zuckte unmerklich zusammen, aber hob sofort wieder provokativ den Kopf.
„Was stört Sie am meisten an…"
Weiter kam sie nicht. Ihre Lippen gingen auf und zu wie bei einem Fisch und kein Laut drang mehr aus ihrem Mund.
„Warum plötzlich so zurückhaltend? Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?", begehrte er in süffisantem Ton zu wissen und spielte mit dem Zauberstab in seiner Hand.
Rita Skeeter starrte ihn empört an.
„Wenn Sie es innerhalb der nächsten fünf Minuten vor die Tore Hogwarts schaffen, erlischt der Zauber. Schaffen Sie es hingegen nicht…" Er ließ die Worte in der Luft schweben und schaute demonstrativ auf die Uhr. „Vier Minuten."
Sie warf ihm einen letzten giftigen Blick zu und rauschte aus dem Zimmer.
Der kleine Sieg hatte Snape in eine solche Hochstimmung versetzt, dass er sich angesichts der Schülergruppen auf dem Weg zum Schulleiterbüro zu einer strengen Miene zwingen musste.
„So vergnügt, Severus?" Dumbledore kam ihm bereits im Gang entgegen. „Gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie dem Begriff ‚rasende Reporterin' gerade eine neue Bedeutung verliehen haben?"
Snape hob eine Augenbraue, entgegnete aber nichts.
„Dachte ich es mir doch", murmelte Dumbledore heiter. „Mrs. Skeeter fegte vor wenigen Minuten an mir vorbei und dazu auch noch verdächtig schweigsam." Er öffnete die Tür zu seinem Büro und ließ Snape eintreten. „Ich möchte mit Ihnen über den bevorstehenden Ball sprechen."
Snapes gute Laune verflog im Bruchteil einer Sekunde. Der Ball strapazierte schon seit Tagen seine Geduld, denn überall traf man neuerdings auf Heerscharen pubertierender Gänse, die hinter Schulkameraden herliefen. Als in seinem Unterricht die ersten Briefchen hin und her flogen, albern getuschelt und gekichert wurde, kündigte er für die Woche vor dem Ball in allen höheren Klassenstufen Tests an. Dieser wohlüberlegte Schachzug sicherte ihm recht schnell wieder die Aufmerksamkeit eines Teils der Schüler im Unterricht.
Blieb die Frage, wieso Dumbledore ausgerechnet mit ihm über den Ball sprechen wollte. Ihm schwante nichts Gutes. „Was habe ich damit zu tun?"
Um Dumbledores Augen zeigten sich wieder Lachfältchen und Snape wappnete sich.
„Ein beschwingtes Zusammensein tut uns allen mal gut, Severus, auch Ihnen."
„Tatsächlich?"
„Es gibt keinen Grund mich anzufunkeln, als hätte ich gerade Ihre Hinrichtung verkündet", sagte Dumbledore. „Da ich Ihre Begeisterung für derartige Anlässe kenne, möchte ich Sie bitten, an dem Abend die Aufsicht in der Schule zu übernehmen."
Snape empfand eine geradezu lächerliche Erleichterung, doch Dumbledore war noch nicht fertig. „Unter einer Bedingung: Hin und wieder lassen auch Sie sich im Saal blicken, das sind wir unseren Gästen schuldig."
Snape verdrehte die Augen gen Himmel, bevor er zustimmend nickte. Insgesamt hätte es schlimmer kommen können, sogar viel schlimmer, wenn man den Schulleiter und seinen Hang zu absurden Ideen kannte.
Dezember 1994
Am Ballabend funkelten unzählige Lichter in der Großen Halle. Sie war kaum wiederzuerkennen, ebenso wenig wie manche Schüler, die sich so herausgeputzt hatten, dass sie um Jahre älter erschienen. Er beobachtete, wie Minerva McGonagall mit den Augen rollte, als ihr Blick auf zwei Siebentklässlerinnen ihres Hauses fiel, denen beim Kauf des Stoffes für ihre Röcke vermutlich das Geld ausgegangen war.
Auch einige seiner Kolleginnen und Kollegen sahen unverhältnismäßig feierlich aus. Snape hatte bis auf das Weglassen seines schwarzen Umhangs keine Zugeständnisse an den Anlass gemacht, doch da war er der Einzige. Selbst Karkaroff zeigte sich in festlicher Kleidung, wenngleich sie auffällig um seinen hageren Körper schlotterte.
Dumbledore, der in einem seiner extravaganteren Gewänder erschien, hob die Hände, um den Tanz zu eröffnen. Die trimagischen Teilnehmer traten paarweise an, während Flitwick aufgeregt mit Fliege und Taktstock an ihnen vorbeihüpfte und die Klänge eines Walzers den Raum erfüllten. Snape verzog gequält das Gesicht. Und der Abend hatte gerade erst begonnen! Er verschränkte die Arme und betrachtete gelangweilt die Paare, die sich nun in Bewegung setzten. Der Anblick von Potter und seiner Tanzpartnerin entlockte ihm unwillkürlich ein Grinsen. Das indische Mädchen hatte die Führung übernommen und schleifte Potter energisch übers Parkett.
Severus Snape registrierte, dass die Augenpaare vieler Zuschauerinnen missgünstig und gehässig an Krum und Granger hängenblieben, als sie ihre Runden auf dem Parkett drehten. Krums Anwesenheit in Hogwarts sorgte nun schon seit Wochen für Wirbel. Snape besaß kein Verständnis für pubertäre, gackernde Mädchen. Offenbar dachte der 18jährige Durmstrang genauso und bevorzugte eine Tanzpartnerin, die zwar eine unerträglich besserwisserische Nervensäge sein konnte, aber mehr geistige Reife besaß als manche Siebentklässlerin.
Snape scannte den Raum und als er sah, dass Dumbledore ins Gespräch mit der Riesin vertieft war, strebte er zur Ausgangstür. Fürs erste hatte er seine Anwesenheitspflicht erfüllt.
Nach etwa einer Stunde kehrte er in ein lärmendes Tohuwabohu zurück. Jaulende Gitarrenklänge, übertönt vom Gekreische der Massen, erweckten den Eindruck, die Apokalypse sei eingetreten. Er verzog das Gesicht und hatte schon die Türklinke wieder in der Hand, als Professor McGonagall mit ähnlich gequälter Miene und zwei Weingläsern neben ihn trat.
„Die Zeiten haben sich geändert, nicht wahr?", meinte sie, drückte ihm ein Glas in die Hand und sprach einen Dämpfungszauber. Es war eine Wohltat, als sich der Lärm in eine ferne Geräuschkulisse verwandelte.
Seine Kollegin beobachtete eine Weile das Treiben rundum, bevor sie sich zu ihm vorbeugte. „Wurden Sie schon in die Vorbereitungen für die zweite Aufgabe involviert?"
Snape schüttelte den Kopf und hoffte inständig, dass er auch künftig davon verschont blieb.
Eine große schlanke Frau trat auf sie zu.
„Ihre Schneeflockenzauber sind großartig, Charity", lobte Minerva McGonagall.
„Vermischt mit Koboldtquarz?", fragte Snape und musterte einen Baum, der neben ihnen stand.
„Man kann Ihnen nichts vormachen, nicht wahr, Professor Snape?", lächelte die Lehrerin für Muggelkunde. Sie unterrichtete bereits seit dem vergangenen Schuljahr in Hogwarts, aber bisher hatte er immer den Eindruck gehabt, dass sie ihm auswich, wenn sie sich außerhalb des Lehrerzimmers über den Weg liefen. Natürlich wusste sie von seiner Todesser-Vergangenheit. Sie war etwa fünf Jahre älter als er und schon während seiner Schulzeit eine energische Kämpferin für Muggelrechte gewesen.
„Zumindest versucht er, diesen Anschein zu erwecken", bemerkte Minerva trocken, schaute in den Raum und stutzte. „Entschuldigen Sie mich bitte für einen Moment."
Snape verfolgte, wie sich Minerva McGonagall einen Weg durch die Menge bahnte und vor zwei Mädchen stehenblieb, die sich anschrien und gegenseitig an den Haaren zogen.
Charity Burbage warf einen Blick auf die Uhr.
„Trinken Sie noch ein Glas Wein mit mir", hörte er sich nicht nur zu seiner eigenen Überraschung sagen. Charity schaute ihn verblüfft an, doch dann lachte sie zustimmend.
Sie beobachtete die rote Flüssigkeit in ihrem Glas, während sie es hin und her drehte. Dann hob sie den Blick und er war erstaunt von dem Interesse, mit dem sie ihn ansah. „Wie lange unterrichten Sie inzwischen in Hogwarts, Professor Snape?"
„14 Jahre."
„Slytherin", sagte sie unvermittelt und ließ das Wort eine Weile in der Luft schweben. „Ich frage mich oft, wie es sein muss, in einer reinen Zaubererfamilie aufzuwachsen."
„Das kommt auf die Familie an", entgegnete er in sarkastischem Tonfall.
„Das ist klar, aber meiner Erfahrung nach wird Reinblütern in unserer Gesellschaft oft der Vorzug gegeben. Halbblüter und Muggel haben es schwerer. Während die Muggel zumindest noch über ihre eigenen Traditionen und Werte verfügen, sind Halbblüter häufig zwischen den verschiedenen Welten ihrer Eltern zerrissen. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede."
Und das erzählt sie ausgerechnet mir, dachte Snape und merkte, wie sich jeder Muskel in seinem Gesicht verspannte.
„Ich möchte mit meinem Unterricht Zeichen setzen", fuhr sie fort. „Es sollte in der Zaubererwelt wieder mehr darauf ankommen, wie jemand ist und nicht, aus welcher Familie er stammt."
„Löblich…", erwiderte er und fragte sich, in welchem Universum seine Kollegin lebte. „… wenngleich es solche Zeiten noch nie gegeben hat. Das ist reiner Idealismus."
Sie ignorierte seinen Einwand. „Leider ist kaum ein Schüler aus Ihrem Haus an meinem Unterricht interessiert. Warum wirken in Slytherin nach wie vor so starke Vorurteile gegen Muggel und Mischehen weiter? Ihre Einschätzung als Hauslehrer von Slytherin interessiert mich. Sie müssen doch aus eigener Erfahrung wissen, wie das Leben eines Kindes in einer reinblütigen Zaubererfamilie aussieht, Severus."
Snape war so verblüfft, dass er nicht einmal Zorn empfand. Offenbar war seine Kollegin weniger informiert, als er gedacht hatte und dabei genauso randvoll mit Vorurteilen, wie sie es seinem Haus unterschieben wollte. Doch ihr Ton war keineswegs wertend und provozierend gewesen, sondern aufrichtig interessiert.
„Bedaure. Ich bin der falsche Ansprechpartner für Ihre Sozialromantik."
„Aber…", begann sie erneut.
„Mein Vater war Muggel", sagte Snape knapp, stellte sein Glas ab und ließ Charity Burbage mit offenem Mund stehen. Ein Muggel der übelsten Sorte, dachte er bitter, als er den Saal verließ.
Hallo liebe verbliebene Mitleser(innen), ich habe jeden bisherigen Band noch einmal gründlich studiert, damit sich die neuen Episoden einigermaßen authentisch in den vorgegebenen Rahmen einfügen. Da das Interesse an dieser Geschichte jedoch (leider) recht mäßig ist, bin ich nun am Überlegen, ob ich Band 5 zur Hand nehme oder die Geschichte abschließe.
Natürlich möchte ich niemanden, der noch gern mitliest, enttäuschen. Aber es ist inzwischen eine ganz verflixte Motivationsfrage geworden (was die Autorinnen unter euch sicher nachvollziehen können) und mir gefällt selbst nicht, dass ich mich inzwischen nur noch aller zwei Wochen zu einem Update aufraffen kann.
Ich würde mich daher sehr freuen, wenn ihr mir die Entscheidung erleichtert und mir eure Meinung mitteilt - gern auch per Personal Message, weil Reviews ja nicht jedermanns Sache sind.
Herzliche Grüße, Tiziana
