Bad Hermione: Ich mag das Pairing Rabastan/Hermine total gerne. Leider gibt es dazu im Deutschen nur sehr wenig. Dagegen tue ich ja jetzt was. :) Wie sich die Beziehung zwischen Rabastan und Hermine entwickelt, wird sich noch zeigen. :)


Die Vorhänge waren zugezogen und der Raum war nur spärlich beleuchtet.

Nachdenklich sah Rabastan auf das Mädchen hinab, das seelenruhig schlief. Ihr Kopf war auf ein Kissen gebettet und sie war mit einer Decke zugedeckt. Ihr Gesicht war völlig entspannt und sie wirkte zufrieden. Sie atmete einmal tief durch und schmiegte sich noch enger in das Kissen.

Rabastan hatte sie vom Kellerverlies in ein Gästezimmer getragen, damit sie nicht weiter auf dem harten Steinboden schlafen musste. Er nahm sich vor, mit ihr zu sprechen, wenn sie aufwachte, aber noch wusste er nicht, was werden sollte.

Er betrachtete sie, während sie schlief und dachte an den Auftrag, den der Lord ihm gegeben hatte. Er hatte sich die letzten Wochen pausenlos Gedanken darüber gemacht, wie er seine Aufgabe bewerkstelligen sollte und hatte alle möglichen Informationen über Hermine Granger zusammengetragen. Womit er natürlich nicht gerechnet hatte, war, sie sobald wirklich zu treffen.

Rabastan musste zugeben, dass sie ein ansehnliches, junges Mädchen war und er war überzeugt davon, dass sie mit Sicherheit viele Werber und Verehrer gehabt hätte, wenn sie eine Reinblüterin gewesen wäre.

Sie war zierlich und hatte eine glatte, reine Haut. Ihre Haare waren dunkelbraun und kräftig und fielen in losen Strähnen über ihre nackten Schultern. Sie wirkte jung und unschuldig, fast noch wie ein Kind. Er konnte nur darauf vertrauen, dass das, was der Lord über sie gesagt hatte, wirklich stimmen würde.


Vor der Tür erwarteten ihn Bellatrix und ihre Schwester. Seine Schwägerin war verärgert und funkelte ihn böse an. Narcissa hatte ihr beruhigend eine Hand auf den Unterarm gelegt.

„Rabastan, was soll das?!", fragte Bellatrix erzürnt.

Er gebot ihr, leiser zu sprechen, damit Hermine nicht geweckt wurde.

„Sei leise, Bellatrix!", knurrte er im Flüsterton. „Sie schläft."

„Was … was soll das?! Gib sie mir sofort! Sie wird den Cruciatus von mir zu spüren bekommen! Sie soll endlich reden!"

„Reden wird sie aber nicht, wenn sie tot ist", sagte Rabastan, so ruhig es ging. Er musste sich beherrschen, um Bellatrix nicht anzuschreien.

„Rabastan, ich warne dich …" Sie zog ihren Zauberstab und zielte auf seine Brust. „Geh zur Seite!", zischte sie böse. „Ich werde sie solange foltern, bis sie darum betteln wird, Potters Versteck offenbaren zu dürfen!"

„Bellatrix, sag mir eines. Hat uns deine Herangehensweise jemals ans Ziel gebracht?", fragte Rabastan vielsagend.

Sie sah ihn mit einem bösen Blick trotzig an.

„Der Dunkle Lord hat uns angewiesen, dass den Kindern nichts geschehen darf", sagte Rabastan eindringlich. „Und du willst dich doch nicht gegen den Befehl des Lords stellen, Bella?"

Sie sah aus, als wolle sie etwas erwidern, aber die Aussicht, ein Gebot ihres geliebten Meisters zu missachten, brachte sie offenbar zur Vernunft. Sie warf Rabastan abschließend noch einen giftigen Blick zu, aber stürmte ohne ein weiteres Wort zu sagen, von dannen.

„Ich rede mit dem Mädchen, Rabastan", bot Narcissa an.

„Nein, lass gut sein. Ich werde mit ihr reden", sagte Rabastan.

„Rabastan …" Sie sah ihn mitleidig an.

„Ich mache das schon. Überlasst das mir."

Sie stimmte widerwillig zu und ging ihrer Schwester nach.

„Sag Bellatrix, dass sie endlich zu einem Heiler gehen muss", mahnte Rabastan.

„Ich werde es versuchen, aber du kennst sie ja …", sagte Narcissa und wandte sich im Gehen noch einmal um. „Ich werde es ihr sagen." Dann schritt sie den Gang entlang und verschwand in der Dunkelheit.


Es dauerte einen weiteren Tag, bis Rabastan endlich die Gelegenheit bekam, mit Hermine zu sprechen. Er hatte immer wieder nach ihr gesehen, doch die meiste Zeit hatte sie noch geschlafen. Erst langsam erholte sie sich von den Strapazen der Folter, die sie hatte durchleiden müssen.

Als er zu ihr ins Zimmer kam, um nach ihr zu sehen, hatte sie sich gerade aufgesetzt und erstaunt die Umgebung gemustert. Sie war verwirrt, weil sie plötzlich an einem anderen Ort war.

Als sie ihn sah, weiteten sich ihre Augen. Sie verkrampfte und rutschte auf dem Bett nach hinten.

„Sie!", sagte sie erschrocken.

„Ich grüße Sie, Ms. Granger", sagte Rabastan ruhig. „Wie ich sehe, muss ich mich nicht weiter vorstellen."

„Ich weiß, wer Sie sind! Sie sind Rabastan Lestrange! Sie waren auf der Hochzeit!"

„In der Tat. Äußerst vergnüglich."

Er machte ein paar Schritte auf sie zu, doch Hermine hob abwehrend die Hand.

„Ich warne Sie, kommen Sie mir nicht zu nah!", warnte sie, doch ihre Drohung war wenig eindrucksvoll.

Rabastan ging langsam um das Bett herum und Hermine folgte ihm misstrauisch mit den Augen. Sie sah aus, als wolle sie jeden Moment aufspringen. Sie zog die Bettdecke dicht an sich, als wolle sie so einen Schutz zwischen sich und ihn bringen.

„Mache ich Sie nervös?", fragte er und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Was wollen Sie von mir?!", fragte Hermine und Rabastan bemerkte, dass ihre Stimme vor Angst zitterte. „Ich habe Ihnen schon gesagt, dass ich nicht weiß, wo Harry ist!"

Rabastan verstand sofort, warum sie so ängstlich war. Sie glaubte, dass er sie erneut foltern wollte, wie Bellatrix es zuvor getan hat. Er verfluchte seine Schwägerin gedanklich. Es würde jetzt ein hartes Stück Arbeit werden, Hermine Grangers Vertrauen zu gewinnen. Nach dem „gebührenden" Empfang, den man ihr bereit hatte, war ihr Misstrauen nachvollziehbar. Rabastan musste es langsam angehen lassen. Er hoffte, dass er einen Weg finden würde, irgendwie Zugang zu ihr zu bekommen.

„Ich kann Sie beruhigen, Ms. Granger. Ich bin nicht hier, um mit Ihnen über Harry Potter zu sprechen", sagte er freundlich.

Sie musterte ihn skeptisch. „Was wollen Sie dann von mir?"

Das war eine gute Frage, musste Rabastan zugeben. Er hatte sich zuvor keine Gedanken darüber gemacht, was er mit ihr reden sollte, wenn nicht über ihren gesuchten Freund.

„Eigentlich … nichts", sagte er. „Ich erwarte nichts von Ihnen. Zumindest nicht jetzt. Ich möchte mich gerne ein bisschen mit ihnen unterhalten, Ms. Granger. Vielleicht das Gespräch von der Hochzeit fortsetzen."

Sie schnaubte. „Die Hochzeit, ja. Ist das irgend so ein krankes Spiel, was Sie und ihre Todesserkumpels sich ausgedacht haben? Sie dachten wohl, das wäre lustig, einfach so auf eine Feier zu spazieren und ausgerechnet Hermine Granger zum Tanzen aufzufordern."

Rabastan musste lachen. „Oh, Ms. Granger, sie amüsieren mich wirklich. Sie werden schnell feststellen, dass ich für Spielchen nicht zu haben bin und außerdem … würde ich die allermeisten Todesser in keinster Weise als meine „Kumpels" bezeichnen. Sie alle würden keine Sekunde zögern, mir zu schaden und mich so beim Dunklen Lord in Misskredit zu bringen. Die Lestranges haben viele Neider. Im Übrigen fand ich unser Zusammentreffen auf der Hochzeit überaus anregend. Sie tanzen gut."

Sie ging nicht weiter darauf ein, sondern betrachtete ihn nur argwöhnisch, als zweifle sie an seinem Geisteszustand.

„Wollen Sie nicht von mir wissen, wo Harry ist?", fragte sie. „Wollen Sie mich … nicht foltern, um es aus mir rauszubringen?"

„Nein, das hatte ich nicht vor", sagte Rabastan. „Da ich weiß, dass Sie den Aufenthaltsort Ihres Freundes ohnehin nicht preisgeben werden, spare ich mir die Mühe." Er nahm am Fuß des Bettes Platz. „Ich möchte mich wirklich nur etwas mit Ihnen unterhalten."

Sie rückte so weit es ging, von ihm weg.

„Ich tue Ihnen nichts, Sie brauchen keine Angst zu haben."

„Sicher!", sagte sie ungläubig. „Mit Sicherheit sind Sie ganz harmlos!"

„Ein schlechter Ruf eilt mir dummerweise voraus. Nun, ich kann ein … sehr umgänglicher Kerl sein", sagte Rabastan. „Wenn Sie es zulassen."

Sie sah zur Seite und schlang ihre Arme um ihren Körper. Rabastan betrachtete einige Zeit ihr Profil. Sie sah immer noch blass und mitgenommen aus und es würde noch ein paar Tage Schlaf und anständige Mahlzeiten brauchen, bis sie sich wieder erholen würde. Ihre Verletzungen hatte er geheilt, während sie bewusstlos gewesen war. Glücklicherweise hatte Bellatrix keinen großen Schaden angerichtet.

„Wie geht es Ihnen, Ms. Granger?", fragte er schließlich. „Wie mir zu Ohren kam, haben Sie gleich nach ihrer Ankunft hier, Bekanntschaft mit meiner Schwägerin gemacht? Ich hoffe, sie … hat Ihnen nicht zu sehr zugesetzt."

Sie schluckte und biss auf ihrer Unterlippe herum. Aus dem Augenwinkel warf sie ihm immer wieder nervöse Blicke zu.

„Ich muss mich entschuldigen", fuhr Rabastan fort. „Als Sie hierher kamen, war ich in London und damit nicht zugegen, sonst wäre ich schon viel eher eingeschritten."

„Was soll das heißen?", fragte sie.

„Nun, als Bellatrix Sie das zweite Mal foltern wollte, bin ich gerade noch rechtzeitig dazwischen gegangen. Sie hat es ein wenig übertrieben, sodass die Gefahr bestanden hätte, dass sie Ihnen ernsthaft schadet. Ich habe Ihre Verletzungen danach versorgt."

Sie sah ihn mit einer Mischung aus Argwohn und Verwirrung an. „Wieso?"

„Wissen Sie, Bellatrix hat ein sehr aufbrausendes Temperament, das bisweilen mit ihr durchgeht, und sie hätte beinahe eine Anweisung des Dunklen Lords missachtet. Ich habe Sie … vor sich selbst bewahrt, wenn man so will. Außerdem besitzen Sie Informationen, die wir benötigen, deshalb wäre es äußerst unklug, wenn Sie sterben oder geistig zerrüttet zurückbleiben. Also, ich frage Sie nochmal, ist alles mit Ihnen in Ordnung?"

Sie nickte schwach.

„Gut", sagte Rabastan mit einem Nicken.

„Haben Sie mir die Decke gegeben und das Essen hingestellt?", wollte Hermine wissen.

„Ja. Das war ich. Wo wir beim Essen sind, ich sage den Hauselfen später, dass sie Ihnen etwas auf Ihr Zimmer bringen sollen. Ich denke, Sie sind hungrig."

„Sie haben mir meine Frage von vorhin nicht beantwortet. Was wollen Sie denn von mir? Harry, Ron und ich sind getrennt worden, ich weiß nicht, wo ich die beiden hingeschickt habe. Ich weiß wirklich nichts." Sie flehte beinahe verzweifelt und er sah ein verräterisches Glitzern in ihren Augen.

„Das glaube ich Ihnen sogar, Ms. Granger", sagte Rabastan. „Ich habe mit Yaxley gesprochen und laut seinen Schilderungen wollten Sie zuerst zum Grimmauld-Platz apparieren, haben aber dann einen anderen Ort fokussiert, nachdem Sie gemerkt haben, dass Yaxley Sie festgehalten hat. Ihre beiden Freunde konnten entkommen, nur Sie und Yaxley sind in dem Haus gelandet, als Sie ihn auch mit Zauberkraft nicht abschütteln konnten. So weit richtig, oder?"

Sie nickte widerwillig.

„Im Grimmauld-Platz ist nichts, wir haben dort nur übernachtet und …"

„Auch das glaube ich Ihnen gerne, besser gesagt, das wissen wir, weil wir das Haus unter die Lupe genommen haben", meinte Rabastan. „Allerdings … interessiert mich doch etwas anderes."

Er legte den Kopf ein wenig schief und betrachtete sie eingehend. „Mit Verlaub, ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie und Ihre beiden Freunde, einer davon der momentan meistgesuchte Mensch in der Zaubererwelt, aus purer Abenteuerlust einfach so ins Ministerium hineinspaziert sind."

Plötzlich wirkte sie erschrocken.

„Ihrem Gesichtsausdruck entnehme ich, dass Sie mit einer gewissen Absicht diesen äußerst gefährlichen und wie ich finde ziemlich dummen Schritt unternommen haben. Ich habe mit Yaxley darüber gesprochen und er sagte mir, dass Sie Dolores Umbridge etwas gestohlen haben. Ein Schmuckstück. Dafür haben Sie doch nicht einfach so Ihr Leben riskiert, oder? Zu schade, dass der Gegenstand nicht in Ihrer Tasche war. Ich schließe daraus, dass Ihre Freunde ihn mitgenommen haben. Sie verstehen sicher, dass ich wissen möchte, was es damit auf sich hat."

„Sie haben meine Tasche?!", fragte sie beschämt.

„Ja. Sie liegt da drüben", sagte Rabastan und deutete auf den Schreibtisch, auf dem die kleine, perlenverzierte Handtasche lag. „Ein sehr beeindruckender Zauber, wenn ich das bemerken darf. Sie müssen den Eingriff in Ihre Privatsphäre entschuldigen, aber natürlich haben wir sie gründlich durchsucht." Er lachte leise auf. „Verzeihen Sie mir die Bemerkung, aber ich fand die Mischung… äußerst interessant. Ein Zelt und Gepäck für eine Reise, aber daneben … Eine Geschichte von Hogwarts. Sie haben wohl an alles gedacht. Ich bin neugierig, ich weiß, aber natürlich möchte ich wissen, was Sie vorhatten. Wie ich hörte, sind Sie eine sehr gute und zuverlässige Schülerin, dennoch sind Sie nicht nach Hogwarts zurückgekehrt, um Ihre Ausbildung zu beenden. Dazu Ihr Ausflug ins Ministerium. Das bedarf einiger Erklärungen, meinen Sie nicht?"

Sie wollte gerade ansetzen, etwas zu sagen, aber er unterbrach sie: „Ich weiß, was Sie sagen möchte. Dass Sie mir das nicht sagen könnten. Der Punkt ist nur, dann haben wir ein Problem. Sie sind eine intelligente, junge Frau, Sie können Ihre Lage selbst einschätzen und ich muss Ihnen nichts erklären."

Rabastan erhob sich.

„Warten Sie!", sagte Hermine.

„Ja, Ms. Granger?"

„Wie … wie lange bin ich schon hier?"

„Seit knapp zwei Wochen. Sie werden sich nicht daran erinnern können, weil sie die meiste Zeit bewusstlos waren."

„Was wird jetzt aus mir?"

„Das bestimmen ganz allein Sie selbst, Ms. Granger."

Sie sah ihn mit traurigen Augen an. „Bin ich jetzt eine Gefangene hier?"

„Faktisch gesehen, ja. Aber es hängt ganz von Ihnen ab, wie sich Ihr Aufenthalt hier gestaltet", sagte Rabastan ernst, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. „Sie werden bis auf weiteres in diesem Zimmer bleiben. Ich habe dafür gesorgt, dass Sie nicht zurück in die Kerker müssen. Ich will Ihnen nicht drohen, aber es liegt in Ihrer Hand, ob unser nächstes Zusammentreffen genauso friedlich verlaufen wird oder ob Sie … es wieder mit Bellatrix zu tun bekommen werden. Fürs Erste ruhen Sie sich erst einmal aus. Ich würde mich freuen, bald wieder mit Ihnen zu sprechen."

Er verließ das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Er blieb im Flur stehen und lauschte auf Geräusche von innen. Er hörte, wie sie anfing zu schluchzen und bitterlich weinte.