Nach ihrer knappen Flucht vom Haus der Lovegoods waren die beiden Freunde noch vorsichtiger geworden. Sie hielten sich von Dörfern und Städten soweit es ging fern und zelteten nur an abgelegenen Orten in Wäldern. Wenn sie etwas brauchten, zog nur einer von ihnen mit dem Tarnumhang los. Sie vermieden es soweit möglich, unter Menschen zu gehen. Nachts wechselten sie sich wieder mit den Wachen ab. So vergingen abermals mehrere ereignislose Wochen.
Harry und Hermine führten endlose Debatten über das, was ihnen Xenophilius Lovegood erzählt hatte. Harry war sofort Feuer und Flamme, doch Hermine äußerte Skepsis.
„Hermine, überleg doch mal! Das ergibt endlich alles Sinn!", sagte Harry, während er aufgeregt in ihrem Zelt auf und ab ging. „Dumbledore wollte, dass wir auf diese Spur kommen!"
„Harry, meinst du nicht, dass Xenophilius Lovegood uns die Geschichte nur erzählt hat, um uns hinzuhalten, bis die Todesser kamen? Ich meine, er hat uns ans Ministerium verraten…"
„Die haben Luna, Hermine! Es war nicht in Ordnung, dass er uns verraten hat, aber… Was hätten wir denn getan, wenn die Todesser unsere Kinder in ihrer Gewalt hätten? Ich mache ihm keinen Vorwurf, nur sollten wir jetzt noch mehr aufpassen."
„Du glaubst ihm die Geschichte mit den Heiligtümern des Todes, oder?", fragte Hermine. Es war weniger eine Frage, als vielmehr eine Feststellung.
„Ich weiß, dass du der Idee eher ablehnend gegenüberstehst…"
„Harry, einen Stein der Auferstehung kann es nicht geben!"
„Ja, das mag ja sein, aber… du vergisst, Hermine, den Tarnumhang und den Zauberstab kann es geben. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass ich den besagten Tarnumhang besitze! Du hast Lovegood doch gehört: ein Tarnumhang, der einen wirklich unsichtbar macht, dessen Zauber niemals nachlassen wird. So einen gibt's nur ganz selten. Und rein zufällig besitze ich so einen. Er wurde in meiner Familie vererbt."
Hermine wollte schon etwas sagen, aber Harry unterbrach sie und gebot ihr mit einer Handbewegung zu schweigen. „Und noch dazu ist Ignotus Peverell, also einer der drei Brüdern, genau dort zufällig begraben, wo ich geboren wurde! In Godric´s Hollow. Das kannst du schwer wegdiskutieren."
Hermine konnte darauf nichts sagen, also fuhr Harry fort.
„Und den Zauberstab kann es ebenfalls geben, Hermine. Du kennst dich doch in Geschichte der Zauberei besser aus als ich. Dann weißt du doch, dass es solche Zauberstäbe gab, die durch Mord immer weitergegeben wurden, die eine blutige Spur in der Geschichte hinterlassen haben."
„Natürlich gibt's die, Harry, aber ein Zauberstab kann nur so stark sein, wie sein Zauberer. Ich… sage ja nicht, dass alles falsch ist, Harry, aber… Wir sollen die Horkruxe finden, wenn wir uns jetzt auch noch von diesen Heiligtümern ablenken lassen, dann…"
„Hermine, du willst die Zusammenhänge einfach nicht sehen!", sagte Harry entrüstet. „Es ist doch so eindeutig! Und Dumbledore wollte, dass wir auf die Spur der Heiligtümer kommen."
„Warum Harry? Erklär mir das bitte! Wir sollen die Horkruxe zerstören und damit haben wir nun wahrlich genug zu tun. Wir haben immer noch keine Ahnung, wo wir die restlichen Horkruxe finden werden und wie wir sie zerstören können! Du hast im Moment nicht mal einen Zauberstab! Vielleicht geht es beim nächsten Mal nicht so glimpflich für uns aus! In Lovegoods Haus hatten wir wirklich viel Glück!"
„Ich will dir sagen, warum, Hermine", meinte Harry vielsagend. „Weil Du-weißt-schon-wer auch den Heiligtümern hinterher jagt!"
Sie starrte ihn an. „Wie meinst du das?"
„Überleg mal, Hermine. Endlich hat das alles einen Sinn. Dumbledore und Grindelwald haben den Heiligtümern nachgeforscht, deswegen hat uns Dumbledore mit dem Zeichen auf die Spur gebracht. Du-weißt-schon-wer will einen Zauberstab, mit dem er mich töten kann. Er sucht Gregorovitsch auf, Ollivander wird entführt. Und wir wissen, dass Grindelwald Gregorovitsch einen Zauberstab gestohlen hat! Das können alles keine Zufälle mehr sein. Grindelwald hatte den Elderstab! Ich habe den Tarnumhang und…"
„Was?", fragte Hermine erstaunt, weil Harry so plötzlich abgebrochen hatte.
„Hermine, ich hab den… Stein der Auferstehung schon mal gesehen und…"
„Was?! Das musst du mir jetzt erklären!"
„Als Dumbledore und ich die Erinnerungen über die Horkruxe angesehen haben, da sind wir auf den Ring gestoßen, den Dumbledore ja mit dem Schwert gespalten hat. Da war das Zeichen der Heiligtümer drauf!"
Hermine sah ihn entgeistert an.
„Gaunt hat gesagt, dass er von den Peverells abstammt!", rief Harry plötzlich aus. „Na klar, seine Familie hatte den Stein der Auferstehung! Aber sie wussten nicht, was es in Wirklichkeit war und Du-weißt-schon-wer auch nicht, als er ihn in einen Horkrux verwandelt hat. Und…"
Er überlegte kurz, dann holte er den Schnatz aus seiner Tasche. „Und wenn du mich fragst… Der Stein der Auferstehung ist genau da drin, Hermine! Deswegen hat Dumbledore mit diesen vermeintlich nutzlosen Schnatz hinterlassen."
Hermine wusste nicht, was sie darauf sagen sollte. „Harry", begann sie, um Worte verlegen, „meinst du nicht, dass das alles ein bisschen weit hergeholt ist?"
„Nein, es passt alles zusammen! Es ergibt alles Sinn!"
Hermine blickte Harry skeptisch an. Es gefiel ihr nicht, wie sehr sich Harry von der Geschichte über die Heiligtümer vereinnahmen ließ. Ihre Mission war es, die Horkruxe zu finden und nicht irgendeiner alten Legende hinterherzujagen. Was sie am meisten ärgerte, war die Tatsache, dass Harry mit dem, was er sagte, nicht Unrecht hatte. Es passte wirklich alles zusammen.
Voldemort jagte ohne Zweifel einem Zauberstab hinterher und die Zusammenhänge zwischen Harry, dem Tarnumhang, den Peverells und dem Ring waren zu offensichtlich, als dass man sie hätte leugnen können. Notgedrungen musste sie sich geschlagen geben.
„Mal angenommen alles stimmt, was du sagst", sagte sie vorsichtig. „Was sollen wir mit diesem neuen Wissen anfangen?"
„Ich weiß es nicht", sagte Harry etwas entmutigt. „Vielleicht ist es das, was ich brauche, um Du-weißt-schon-wem am Ende entgegentreten zu können. Heiligtümer gegen Horkruxe. Ich meine… ein unbesiegbarer Zauberstab, mein Tarnumhang und der Stein der Auferstehung wären schon nützlich."
Hermine seufzte. Es hatte keinen Sinn, mit ihm zu diskutieren.
„Und zwei Heiligtümer haben wir ja schon, wenn ich Recht habe", fügte er hinzu. „Nur der Zauberstab fehlt. Und offenbar hatte Grindelwald ihn zuletzt."
„Grindelwald sitzt seit Jahrzehnten im Gefängnis", sagte Hermine. „In Nurmengard, dem Gefängnis, das er für die Feinde seines und Dumbledores Plan errichtet hat."
„Vielleicht wird Du-weißt-schon-wer ihn suchen", meinte Harry schulterzuckend.
„Was wollen wir jetzt tun?", fragte Hermine. „Wir haben das Medaillon zerstört und wir haben jetzt das Schwert von Gryffindor, das macht einiges schon mal viel leichter, aber… Wir wissen immer noch nicht, was die anderen Horkruxe sind und wo wir sie finden können."
„Ich bin immer noch von Dumbledores Theorie überzeugt", sagte Harry ernst. „Das Medaillon von Slytherin, der Kelch von Hufflepuff… Dann das Tagebuch, der Ring seiner Familie… Alles waren Gegenstände, die mit Hogwarts, den Gründern oder seiner Familie zu tun hatten. Wir sollten in diese Richtung weiterdenken."
„Denkst du immer noch, dass ein Horkrux in Hogwarts versteckt ist?"
„Auf jeden Fall, Hermine. Die Frage ist nur, wie wir dort reinkommen sollen. Wir haben ja nicht mal eine Gelegenheit, das Schloss zu durchsuchen."
„Ich frage mich, wie es in Hogwarts jetzt aussieht", meinte Hermine missmutig. „Ich würde gerne wissen, wie es den anderen geht."
„Mit Snape als Schulleiter und zwei Todessern als Lehrer?", fragte Harry sarkastisch. „Ich kann mir schon vorstellen, wie es sein wird."
„Ich hoffe, dass es Luna gut geht. Sie müssen sie wahrscheinlich auf dem Weg nach Hause in die Weihnachtsferien entführt haben."
„Ja, das denke ich auch. Wahrscheinlich haben die sie aus dem Zug geholt."
„Hoffentlich sitzt sie nicht in Askaban", meinte Hermine traurig.
„Luna ist hart im Nehmen. Die erzählt den Gefangenen mit Sicherheit gerade von Schlickschlupfen und Nargeln."
Das erste Lächeln seit Wochen stahl sich auf Hermines Gesicht.
Seit Rabastan von den Horkruxen wusste, hatte er über den Besuch in Gringotts nachgedacht. Er hatte es bisher hinausgeschoben, weil er keine unnötigen Ausflüge mehr unternehmen wollte, solange er unter Hausarrest stand, aber seine Neugier hatte schließlich doch gesiegt. Er brauchte einfach Gewissheit.
Er machte sich sehr früh am Morgen in die Winkelgasse auf und erreichte die Bank, als gerade geöffnet wurde. Der Kobold am Schalter war nicht angetan einen Todesser vor sich zu haben, aber er überspielte seinen Unmut mit einem falschen, freundlichen Lächeln.
„Mr. Lestrange, was für eine Ehre, dass Sie uns besuchen", sagte der Kobold. „Sicher möchten Sie Geld von Ihrem Konto abheben…"
Nachdem Rabastan Hogwarts beendet und im Ministerium zu arbeiten angefangen hatte, hatte er ein eigenes Konto für sich bei Gringotts eröffnet, auf das sein Gehalt eingezahlt wurde. In der Vergangenheit hatte er öfter von dort Geld abgehoben, diesmal jedoch hatte er andere Absichten.
„Nein, heute nicht. Ich möchte nicht auf mein Konto zugreifen. Ich möchte ins Familienverlies."
Der Kobold stutzte einen Moment, dann wechselte er einen Blick mit seinem Mitarbeiter.
„Natürlich, Mr. Lestrange. Bitte folgen Sie uns."
Rabastan war seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr im Verlies der Familie Lestrange gewesen. Er hatte sogar beinahe den Drachen vergessen, der vor der Tür Wache hielt. Er sagte, den Kobolden, sie sollten ihm etwas Zeit allein geben und auf ihn warten.
Er betrat langsam das Verlies und ließ seinen Blick über die unzähligen Reichtümer gleiten. Es war totenstill im Raum, aber Rabastan hatte trotzdem das Gefühl, eine eigenartige Präsenz zu spüren. Er passierte goldene Kelche und große Haufen von Galleonen, sogar eine Ritterrüstung mit einer edelsteinbesetzten Krone, doch nichts davon erregte seine Aufmerksamkeit.
Er folgte seinem Gefühl in den hinteren Teil des Verlieses, wo versteckt neben anderen Schmuckstücken ein kleiner goldener Kelch auf einem Regal stand. Rabastan hätte ihn gar nicht beachtet, so unscheinbar schien er neben den anderen Besitztümern seiner Familie, wenn er nicht auf einmal ein leises Flüstern vernommen hätte.
Es war unheimlich. Er konnte nicht sagen, ob er es nur im Inneren seines Kopfes hörte, oder ob es von dem kleinen Gegenstand ausging.
Vorsichtig nahm er den Kelch und betrachtete ihn.
War es der Puls in seinen Fingerspitzen oder ging das Pulsieren von dem Kelch aus? Es war, als wäre er nicht allein, als wäre Leben in dem kleinen Kelch. Das Symbol des Hauses Hufflepuff, der Dachs, war darauf.
Rabastan erinnerte sich daran, dass Bellatrix vom Dunklen Lord einen Gegenstand anvertraut bekommen hatte. Genau wie die Malfoys das Tagebuch. Bellatrix hatte ihm und seinem Bruder nicht gesagt, was ihr der Lord gegeben hatte, aber Rabastan konnte sich sofort denken, dass es der Kelch von Hufflepuff sein musste.
Und es konnte gar nicht anders sein, als dass der Kelch ein Horkrux war. Er hatte keine Ahnung, wie man einen Horkrux erkannte oder welche Magie dahintersteckte, aber er war sich absolut sicher, gerade einen in der Hand zu halten.
Das Flüstern wurde lauter und der Kelch glühte heiß und pulsierte, so als schlage ein Herz in ihm.
Rabastan kamen plötzlich allerhand düstere Gedanken. Er hatte ein beklemmendes Gefühl in der Brust, so als sitze er wieder in einer kalten, dunklen Zelle in Askaban. Er stellte den Horkrux zurück ins Regal und trat ein paar Schritte zurück.
Sein Herz schlug plötzlich heftig und er hatte das Gefühl, im Verlies keine Luft mehr zu bekommen. Er musste gehen. Er musste hier raus.
Die Sonne wurde allmählich stärker und der Schnee schmolz. Harry und Hermine setzten ihre Reise durch England fort. Auch das bessere Wetter konnte die trostlose Stimmung nicht besser machen. So ungern sie es auch zugab, Hermine hatte Sehnsucht nach Rabastan Lestrange. Meist lenkte sie sich mit Lesen ab, da sie jedoch alles bereits wiederholt gelesen hatte, konnten nicht einmal ihre geliebten Bücher sie auf andere Gedanken bringen.
Es war ein Samstagnachmittag. Sie und Harry hatten wieder einmal in einem Wald ihr Lager aufgeschlagen, als sie wie so oft gedankenverloren ihre Tasche durchsuchte. Sie stieß auf eine Schachtel, die noch mit einem weihnachtlichen Geschenkpapier umwickelt war. Zuerst wusste sie gar nicht, wer ihr das Geschenk gegeben hatte, dann fiel ihr ein, dass es Rabastan gewesen war. In der Schachtel war der Schokoladenkuchen, den sie mochte, und Weihnachtsgebäck. Sein Geschenk, das sie nach Rons Tod aufmuntern hätte sollen…
Sie hatte die Sachen völlig vergessen und nun war der Kuchen vertrocknet und das Gebäck hart. Die Erinnerung an Rabastan trieb ihr Tränen in die Augen.
Harry bemerkte das und er trat neben sie.
„Was ist das?", fragte er.
„Ach", sagte Hermine schnell und wischte sich die Tränen mit dem Ärmel ihres Pullovers vom Gesicht. „Das ist nichts, nur…"
„Hat er dir das geschenkt?", wollte Harry wissen.
„Ja", gab Hermine schließlich zu. „Rabastan wollte mich nach… Rons Tod etwas aufmuntern und…" Ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht, als sie sich zurückerinnerte. „Wir hatten mal darüber gesprochen, dass wir beide denselben Schokoladenkuchen mögen. Das war echt ein… verrückter Zufall." Ihre Stimme war plötzlich belegt.
„Hermine…" Harry legte ihr eine Hand auf ihre Schulter. „Du hängst doch nicht immer noch an diesem… Lestrange, oder?"
Sie wich beschämt seinem Blick aus. „Ich muss oft an ihn denken, Harry. Es tut mir Leid, ich weiß ja selbst nicht, was… Was eigentlich los ist, was mit mir los ist!"
Harry verstand es vielleicht besser als Hermine selbst, was mit ihr los war. Seine Freundin schwärmte für einen Todesser. Dass sich Lestrange um sie gekümmert hatte, hatte bewirkt, dass Hermine sich bis über beide Ohren in ihren „schwarzen Ritter" verliebt hatte. Und sie war nicht gewillt, ihre Schwärmerei aufzugeben. Harry hatte auf ihre Vernunft gehofft, aber augenscheinlich war er zu naiv gewesen.
„Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll, Harry", sagte sie traurig. Er verängstigte Harry, Hermine so zu sehen. Sie war so zerbrechlich und verletzt. „Ich… ich würde ihn so gern wiedersehen."
„Hermine, er ist einer von denen!", widersprach Harry sofort. Er konnte gar nicht glauben, was Hermine da sagte.
„Harry, Rabastan kann… anders sein. Ich habe gesehen, wie er sein kann. Er ist nicht… so böse wie die anderen…"
„Hermine, die Diskussion hatten wir schon!", entgegnete Harry mehr entsetzt als wütend. „Er hat dich nur benutzt, um an mich ranzukommen! Bitte begreif das doch! Er ist einer von denen! Er würde sich nie für dich…"
„Ach, er würde sich nicht für mich interessieren, ja?!", fragte sie plötzlich aggressiv. „Ja, weil ich ja ein Schlammblut bin. Alles wofür Hermine Granger gut ist, ist Harry Potter auszuliefern." Hermine wusste nicht, warum sie das sagte, aber sie hatte das Gefühl, dass alles seit Wochen unter der Oberfläche schwelte und sich angestaut hatte. Nachdem Harry unbedingt wieder anfangen musste, sie zu belehren, brach alles aus ihr heraus.
Er starrte sie an. „Hermine, was…?! Was ist los mit dir? Das habe ich nicht… Das würde ich nie sagen…"
„So, falls es dir nicht aufgefallen sein sollte. Hermine Granger hat auch Gefühle! Ich bin nicht nur da, weil ich ein wandelndes Lexikon bin."
Eine betretene Stille entstand zwischen den beiden Freunden.
„Das weiß ich doch, Hermine. Wie kannst du annehmen, dass…" Harry schüttelte den Kopf. „Ich weiß, dass dich Rons Tod mitgenommen hat. Ich sage nur, dass…"
„Ja, weil Ron tot ist, laufe ich dem nächstbesten, der nett zu mir ist, in die Arme", sagte Hermine ruhig, fast im Flüsterton.
Harry seufzte schwer und bedeckte erschöpft sein Gesicht mit seinen Händen. „Hermine, du weißt doch hoffentlich, dass das nicht geht. Wir müssen die Horkruxe finden, wir müssen Du-weißt-schon-wen aufhalten… Rabastan Lestrange ist einer von denen! Er ist ein Todesser! Ich bitte dich, du darfst nicht mehr an ihn denken."
„Es tut mir Leid, Harry, ich… weiß nicht, was ich noch tun soll."
„Hermine, bitte. Er gehört zu den treuesten Anhängern, überleg doch mal, was er und seine Familie getan haben! Was sie Nevilles Eltern angetan haben! Hast du das vergessen?"
Natürlich hatte sie es nicht vergessen. Sie hatte die Lestranges, vor allem die geistesgestörte Bellatrix, für ihre Taten immer verachtet, hatte nicht einmal angenommen, dass in diesen Monstern ein Hauch von Menschlichkeit stecken könnte. Als sie Rabastan kennengelernt hatte, war ihr Weltbild ins Wanken geraten und sie konnte heute die schmerzlichen Tatsachen und den Eindruck, den sie von ihm gewonnen hatte, nicht mehr in Einklang bringen.
„Das ist nicht verletzend gegen dich gemeint, Hermine, aber es ist nun mal eine Tatsache, dass man dich nur so lange im Malfoy Manor gefangen gehalten und bearbeitet hat, weil man dich dazu bringen wollte, etwas über mich preiszugeben. Und dieser Lestrange hat es geschafft, dich… total zu manipulieren. Du bist nicht mehr du selbst. Erinnerst du dich noch an Dumbledores Worte vor ein paar Jahren oder was der Hut gesagt hat? Das schlimmste, was uns passieren kann ist, dass wir auseinandergetrieben werden. Und genau das passiert gerade. Ron ist nicht mehr hier und wir beide… wir behandeln uns wie Fremde."
Harrys Worte schmerzten Hermine zutiefst. Aber er hatte Recht. Rons Tod war schlimm genug, aber statt dass sie näher zusammenhielten, zerbrach ihre Freundschaft an Hermines Gefühlen für Rabastan. Mochten sie sich die vergangenen Wochen auch noch so sehr bemüht haben, dass offensichtliche zu verdrängen und mochte auch Rons Tod und ihr Erfolg mit dem Medaillon sie für kurze Zeit gestärkt haben, so sah es doch unter der Oberfläche anders aus.
„Wahrscheinlich hast du Recht", sagte sie niedergeschlagen.
Harry warf resignierend die Arme in die Luft und wandte sich von Hermine ab. „Er hat es geschafft. Voldemort hat…"
„Harry! Das Tabu!", schrie Hermine, doch im nächsten Moment hörten sie bereits Schritte und Stimmen draußen. Das Spickoskop, das auf dem Tisch zwischen ihnen gestanden hatte, surrte laut. Die Schutzzauber um ihr Zelt herum waren gebrochen.
Harry schlug sich erschrocken die Hand vor den Mund. „Oh, nein!"
„Harry komm!"
Der Eingang des Zeltes wurde gewaltsam aufgerissen und eine Gruppe Männer kam herein, gerade in dem Moment, als Hermine geistesgegenwärtig ihren Zauberstab schwang und die gegenüberliegende Wand des Zeltes einriss, um ihnen einen Ausgang zu schaffen.
„Hey! Schnappt sie euch!", rief eine tiefe, raue Stimme und Harry erkannte mit Entsetzen Fenrir Greyback, den Werwolf, der auch bei Dumbledores Tod auf dem Astronomieturm gewesen war.
„Lauf!", schrie Hermine und die beiden rannten in Richtung des dichteren Waldes davon. Die Männer ihnen nach.
Hermine, die als einzige der beiden einen Zauberstab hatte, schoss Flüche über ihre Schulter, um ihre Verfolger zurückzuwerfen und abzuschütteln, aber es war ein hoffnungsloses Unterfangen. Sie waren in der Unterzahl und praktisch wehrlos. Alles, was sie tun konnten, war zu rennen.
Sie sprangen über verwitternde Baumstämme und kämpften sich durch dichtes Gestrüpp. In ihrer Panik verloren sie sich für einen kurzen Moment aus den Augen.
Hermine musste sich schützend die Arme vors Gesicht halten, als ihr Äste entgegenschlugen. Plötzlich entfuhr ihr ein Schrei und sie war außer Sicht.
„Hermine!", schrie Harry verzweifelt, doch er wusste, dass er nicht nach ihr sehen konnte, sondern weiterrennen musste. Er wechselte scharf die Richtung. Jemand hinter ihm schlitterte über den Waldboden. Er hörte die Schritte hinter ihm, wie sie auf den Boden trommelten und wusste sofort, dass sie ihn umzingelt hatten.
Er wurde vielleicht fünfhundert Meter weiter von einem Zauber in den Rücken getroffen und stürzte. Genau in diesem Moment tauchte er in Voldemorts Geist ein. Er sah eine hohe Burg, die in einen düsteren Himmel hinaufragte.
Hermine war benommen. Sie hatten den Geschmack von Erde im Mund. Überall in ihren Haaren und in ihrer Kleidung waren Schmutz und Blätter.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht und schweratmend rappelte sie sich hoch. Sie war schwindelig und desorientiert. Und sie konnte Harry nirgends entdecken. Sie war eine Böschung hinabgestürzt.
„Harry…"
„Dein Freund ist nicht hier", sagte ein Mann unweit von ihr. Er hatte eine tiefe, heisere Stimme. Sein Lachen klang wie ein Knurren.
Als sie wieder Herr ihrer Sinne war, erkannte sie mit Schrecken Fenrir Greyback, der langsam auf sie zuschritt, wie ein Wolf, der sich an seine Beute heranpirschte.
Sie war vor Angst wie gelähmt. Sie stolperte rückwärts und stürzte erneut. Mit großen, vor Angst aufgerissenen Augen starrte sie den Werwolf an, der ihn nun bedrohlich nah kam. Das Grinsen auf seinem Gesicht und der Blick, mit dem er sie bedachte, ließen Übelkeit in ihr aufsteigen und einen eiskalten Schauer durch ihren Körper fahren.
„Ich hab schon länger nach dir Ausschau gehalten. Wie ich sehe, bist du nicht mehr das Haustier bei den Malfoys. Das heißt auch, dass dich dieser Lestrange nicht mehr beschützt."
Hermine wich vor ihm zurück. Sie rutschte auf dem laubbedeckten Boden nach hinten, bis sie an etwas Festes stieß, vielleicht ein Felsen oder ein Baum. „Was wollen sie von mir?", wimmerte sie. Sie zitterte am ganzen Leib.
Als sie nach ihrem Zauberstab greifen wollte, lachte Greyback. Es klang wie ein Bellen. „Suchst du das hier?"
Er hielt ihren Zauberstab hoch. „Den brauchst du nicht mehr, Püppchen."
Er kam nah an Hermine heran und ging vor ihr in die Hocke. Ihr Herz schlug so schnell und heftig gegen ihren Brustkorb und in ihrem Hals, dass sie Schmerzen hatte. Sie war sich sicher, dass er ihre Angst spüren konnte.
Greybacks Atem roch faulig, seine Mundwinkel waren eingerissen und entzündet. Er hatte einen grauen Bart und verfilztes, struppiges Haar. Von seiner Kleidung ging ein unangenehmer Geruch nach Blut, Schmutz und Schweiß.
Als seine Hand mit den länglichen, gelben Fingernägeln zärtlich über ihre Wange strich, kniff Hermine die Augen zusammen und wandte angewidert ihren Kopf zur Seite. Sie war den Tränen nahe. Sie hatte eine gewisse Ahnung, was Greyback mit ihr vorhatte und sie hätte sich beinahe übergeben müssen.
„So hübsch", sagte Greyback. „Keiner Wunder, dass dich Lestrange für sich wollte."
„Was wollen Sie von mir?", fragte sie flehend. „Bitte, lassen Sie mich gehen."
Sein Kopf war jetzt dicht an ihrem Hals. „Es wird mir ein Vergnügen sein, dein süßes Fleisch zu kosten, aber noch nicht. Wir haben keine Eile."
Hermines Gedanken rasten und ihr Gehirn suchte fieberhaft nach einem Ausweg aus ihrer prekären Lage.
„Wo ist Harry?", fragte sie.
„Der ist schon auf dem Weg zu den Malfoy und dort kann sich dann der Dunkle Lord um ihn kümmern. Das wird ein hübsches Sümmchen Belohnung geben. Und das Beste ist, dich habe ich auch noch dazu."
Er riss sie hoch und im nächsten Augenblick schon spürte sie das vertraute Gefühl des Apparierens.
„Verdammter Mist!", fluchte Harry zum wiederholten Male und schlug mit den Fäusten gegen die Kerkerwand. „Warum war ich nur so dumm?! Wer weiß, was dieser Kerl mit ihr anstellen wird?!"
„Harry, das hilft uns jetzt nicht weiter", sagte Dean. „Wir müssen hier raus. Du-weißt-schon-wer wird kommen!"
Das wusste Harry. Es war nur eine Frage der Zeit. Der einzige Grund, warum dies nicht schon längst geschehen war und er noch lebte, war das Schwert von Gryffindor. Bellatrix Lestrange war außer sich gewesen, als sie es unter seinen Sachen gefunden hatte. Dauernd sprach sie davon, dass er aus ihrem Verlies bei Gringotts gestohlen hatte. Er ahnte schon, dass sie die Wahrheit aus ihm herausbekommen wollte, bevor er starb. Der Gedanke, ihren geliebten Lord zu verärgern, wog schwerer.
Sie konnten die gedämpften Stimmen aus dem Salon oben hören. Sie berieten sich, was jetzt passieren sollte. Bellatrix sprach von Folter. Sie war panisch, aufgelöst, nicht bei Sinnen, bei dem Gedanken, dass er in ihr Verlies eingedrungen sein könnte.
Harry konnte nichts anderes tun, als auszuharren und zu warten, dass man ihn auslieferte. Die Minuten krochen unerträglich dahin. Auf einmal verstummte das Gespräch und jemand lief durch den Salon.
Schritte ertönten auf der Treppe. Die dickliche Gestalt von Peter Pettigrew, Wurmschwanz, erschien vor der Kerkertür. Mit einem Schwung seines Zauberstabes schwang der eiserne Riegel auf.
„Harry Potter…", sagte er und deutete mit seinem Zauberstab auf Harry. „Komm zu mir."
„Harry!", sagte Luna hinter ihm.
Als sich Harry nicht bewegte, traf ihn ein Zauber, der ihn zwang nach vorne zu gehen. Er wusste, dass es soweit war. Er hatte keine Chance, sich zu wehren.
Ein diebisches Grinsen stahl sich auf Wurmschwanz´ Gesicht, als er Harry in Richtung der Treppe dirigierte, doch auf einmal erstarrte er in der Bewegung. Der Zauber löste sich von Harry und sein Urheber kippte regungslos zur Seite, wo er auf dem Steinboden aufschlug.
„Was ist passiert?", fragte Dean.
Eine zweite Gestalt kam die Treppe hinunter.
„Sie!"
Rabastan Lestrange kam mit erhobenem Zauberstab die Stufen hinunter in den Kerker.
„Was wollen Sie?", fragte Harry.
„Sprechen Sie leiser", gebot ihm Rabastan im Flüsterton.
„Was treibt ihr da unten?!", fluchte Bellatrix von oben. „Bring ihn rauf, oder bist du selbst dazu zu dumm, Wurmschwanz?!"
„Wir haben nur wenig Zeit", sagte Rabastan Lestrange.
„Wieso helfen Sie uns?", fragte Harry, aber Rabastan ging nicht darauf ein.
„Dafür ist keine Zeit. Ich will wissen, was passiert ist. Wieso ist Ms. Granger nicht bei Ihnen?"
„Wir haben uns gestritten und ich habe versehentlich den Namen des Dunklen Lords benutzt", erklärte Harry rasch. „Greifer haben uns erwischt. Wir sind getrennt worden."
„Aber wo ist sie?"
„Fenrir Greyback hat sie."
Lestrange blickte ihn entsetzt an. „Wo war das?"
Harry erklärte ihm ohne darüber nachzudenken, wieso der Todesser die Information haben wollte, wo sie zuletzt gezeltet hatten und von den Greifern aufgegriffen wurden. Ein Stück Hoffnung keimte in ihm auf.
Lestrange wollte schon wieder hinausgehen, doch Harry hielt ihn zurück. „Ich weiß nicht, was das zwischen Ihnen und Hermine ist, ich weiß nur eins: Sie vertraut Ihnen und Sie braucht Ihre Hilfe. Sie müssen Sie da rausholen! Ich will nicht wissen, was Greyback mit ihr machen könnte. Bitte!"
Rabastan erwiderte nichts, sondern verließ den Kerker. Seine Hand griff um die Gitterstäbe und er zog die Tür zu. Bevor sie ins Schloss fiel, hielt er inne. Mit einem letzten Blick auf Harry, sagte er:
„Nur diese eine Mal, den Rest müssen Sie selber schaffen." Dann verschwand er nach oben.
Harry wusste, was zu tun war. Er nahm Wurmschwanz´ Zauberstab. Genau in diesem Moment erschien Dobby in ihrer Mitte.
Greyback brachte sie zu einer verlassenen Hütte mitten im Wald. Hermine hatte keine Orientierung mehr. Sie hätten überall sein können. Greyback hatte sie an den Haaren gepackt und zwang sie so, hinter ihm herzugehen.
„Au! Sie tun mir weh!", protestierte sie und versuchte, sich loszureißen.
„Wenn du dich nicht so wehren würdest, Püppchen, dann müsste ich nicht so grob werden!", knurrte Greyback verärgert und stieß die Tür mit einem Fußtritt auf.
Die Hütte war spärlich mit einem Tisch und einem Bett eingerichtet. Auf allen Möbeln lag eine dicke Staubschicht und es roch modrig. Feuchtigkeit lag in der Luft. Die Fenster waren so schmutzig, dass das Licht von draußen nur gedämpft nach innen drang.
Hermine wurde unsanft nach drinnen gedrängt. Greyback ließ sie los, um die Tür zuzuschlagen. Sie war jetzt gefangen mit ihm in einer einsamen Hütte irgendwo im Nirgendwo, ohne Hoffnung, jemals lebend zu entkommen. Das, was ihr bevorstand, war vielleicht sogar schlimmer als der Tod.
„Jetzt haben wir endlich Zeit für uns", sagte Greyback und lenkte sich begierig genüsslich über die Lippen. Er bebte praktisch vor Vorfreude und Erregung.
„Nein!", schrie Hermine, versuchte an ihm vorbeizukommen, versuchte irgendetwas zu tun, um nur von ihm wegzukommen, doch der Werwolf zögerte nicht lange und schlug ihr hart ins Gesicht, sodass sie benommen zurücktaumelte und auf den Boden fiel. Sie schmeckte Blut in ihrem Mund und ihr Kiefer pochte.
Der Mann war sofort über ihr und drückte ihre Arme links und rechts neben ihrem Kopf auf den Boden. Mit seinem Gewicht machte er sie bewegungsunfähig. Mit seinem Knie zwang er sie, ihre Beine auseinanderzuspreizen. Hermine weinte jetzt und heiße Tränen rannen über ihre Wangen.
Warum? Warum geschah das mit ihr? Warum hatte man sie nicht mit Harry zusammen ausliefern können? Sie säße lieber in einer Zelle in Askaban oder hätte sogar den Tod vorgezogen, als Fenrir Greyback auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein.
„Aber, aber. Du bist aber ein ungezogenes Püppchen."
„Ich bin nicht ihr Püppchen", sagte Hermine kaum hörbar. Alle Kraft verließ sie und ihr Körper erschlaffte unter seinem.
Der Werwolf senkte seinen Kopf und wollte sie gerade auf den Hals küssen, als die Tür aufging und ein kalter Luftzug hereinwehte.
„Geh weg von ihr, Greyback!", befahl plötzlich eine Stimme hinter ihnen. Greyback ließ von Hermine ab und richtete sich auf. Hermine erkannte die Stimme sofort und eine Welle der Erleichterung durchströmte sie. Sie war gerettet.
Ein Mann in einem schwarzen Todesserumhang näherte sich ihnen mit erhobenem Zauberstab. Greyback knurrte.
„Lestrange, was willst du hier?"
„Ich will das Mädchen."
Greyback grinste und lachte höhnisch. „Teilst wohl nicht gerne, was? Will´st wohl dein kleines Spielzeug zurück? Dumm nur, dass sie jetzt mir gehört."
Der Werwolf machte sich bereit, auf Rabastan loszugehen. Dieser reagierte sofort und schleuderte Greyback einen Schockzauber entgegen, sodass er nach hinten geworfen wurde und gegen die Wand krachte.
„Sind sie OK, Ms. Granger?", fragte Rabastan, der neben Hermine in die Hocke ging und ihr Gesicht untersuchte.
„Ja, ja, mir geht's gut", brachte Hermine hervor.
„Ich bringe Sie hier weg", sagte Rabastan.
Er wollte sie gerade hochheben und sie hinausschaffen, da traf ihn ein Schockzauber in die Seite und er schlitterte einige Meter über den Boden. Greyback hatte sich knurrend wieder aufgerichtet und zielte jetzt mit seinem eigenen Zauberstab auf Rabastan.
Dieser ignorierte den Schmerz in seinen Rippen, sprang elegant auf die Füße und erwiderte das Feuer. Die beiden Männer duellierten sich.
Hermine schrie, als Zauber dicht über ihren Kopf hinwegsurrten. Geduckt schleppte sie sich zur Seite, um aus der Schusslinie zu kommen, und verkroch sich nahe des Bettes in einer Ecke des Zimmers. Holzsplitter, Teile der Möbel und Staub lagen in der Luft. Es gab mehrere Explosionen. Sie konnte Rabastan und Greyback wild durcheinander rufen hören. Sie schrien sich Flüche entgegen. Der Werwolf fluchte laut.
Schließlich erhellte weißes Licht den kleinen Raum, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Knall. Die hintere Wand der Hütte wurde komplett zerstört und Fenrir Greyback wurde mitsamt den Trümmern nach hinten in den Wald geschleudert. Das Dach der Hütte brach ein und hätte Rabastan und Hermine beinahe unter sich begraben. Ein paar Bruchstücke des Holzes fielen auf Rabastans Schultern, doch er konnte sie mit einem Zauber rechtzeitig schützen. Er deutete Hermine, zu ihm zu kommen. Das musste er ihr kein zweites Mal sagen. Sie kroch hastig aus ihrem Versteck und ergriff seine ausgestreckte Hand.
Sie verschwanden rechtzeitig, bevor sie ein erneuter Lichtblitz treffen konnte. Greybacks lauter Schrei klang noch entfernt in ihren Ohren, dann umschloss Stille sie.
