Wie immer - Das ist eine Übersetzung. Das englische Original stammt von kitcat234 , die mir natürlich die Erlaubnis gegeben hat, ihre wundervolle FF zu Übersetzen. Hier habt ihr dann auch nochmal den Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice
6.
Hermine arbeitete nun seit über einem Monat bei Weasleys Zauberhafte Zauberscherze, und immer noch machten die Leute Kommentare darüber, wie lustig es doch war, dass sie jetzt dort arbeitete. Meistens waren er Leute, die sie aus Hogwarts kannte.
Sie erinnerte sich an ein Gespräch mit Seamus Finnegan, der ein Geschenk für Dean Thomas gesucht und sich bei Ihrem Anblick köstlich amüsiert hatte:
„Hermine Granger", hatte er mit seinem unverkennbaren, irischem Akzent gesagt. „Ich traue meinen Augen kaum. Du arbeitest hier? Wie lange schon? Dich juckt es doch bestimmt in den Fingern den Laden eigenhändig niederzubrennen, weil man hier Spaß hat und es immer laut ist!"
Hermine stöhnte. „Ich freu mich auch dich zu sehen, Seamus. Möchtest du sonst noch etwas loswerden oder soll ich dir dabei helfen etwas Passendes für deinen Freund zu finden?", hatte sie ein wenig genervt gekontert.
Seamus hatte daraufhin mit weit aufgerissenen Augen und roten Ohren gerade noch „Nein." herauspressen können. Er hatte sich umgedreht und sich allein etwas herausgesucht.
Als er es dann schließlich wortlos auf die Theke knallte, hatte Hermine mit ihrem breitesten Lächeln gesummt: „Das macht dann 15 Sickel, bitte!"
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Harry und Ron fanden ihren neuen Job immer noch wahnsinnig lustig. Während Harry mittlerweile ruhiger geworden war, und behauptete mittlerweile Georges Gründe sie einzustellen zu verstehen, wurde Ron nicht müde, bei jeder Erwähnung des Jobs, des Ladens oder ähnlichem aufs Neue los zu lachen.
„Das ist als ob Hermine und George plötzlich zusammen wären!", hatte er zuletzt behauptet. „ – Einfach unglaublich unwahrscheinlich. Ich meine, es gibt kaum zwei Personen die unterschiedlicher sind als ihr zwei!"
Hermine wusste nicht warum, aber diese Worte hatten sie irgendwie verletzt. Sie hatte sich vorgenommen, Harry und Ron zu beweisen, dass sie gut in ihrem neuen Job war. Und dass die von ihr entwickelten Artikel genau so brillant sein konnten wie die von Fred, George oder Lee es immer gewesen waren. Vor allen Dingen aber wollte sie sich und auch George beweisen, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatten.
Die schrak aus ihren Gedanken als die etwas an ihrem Bein spürte. Es war Digby, ihre graue Kurzhaarkatze, deren eingedelltes Gesicht sie sehr an ihren langjährigen Gefährten Krummbein erinnerte. Als sie die Katze hinter den Ohren kraulte, begann diese zu Schnurren. In diesem Moment, kam ihr die perfekte Idee für ihr erstes Solo-Projekt…
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George trampelte mal wieder die Treppen zum Laden hinunter. Wie jeden Morgen schloss er die Ladentür auf, machte sämtliche Lichter im Laden an und füllte die Regale auf. Als er etwas aus dem Lager holen wollte, bemerkte er Licht im Hinterzimmer. Er war sich sicher, es am vorherigen Abend gelöscht zu haben. Er presste sein Ohr gegen die Tür, konnte aber nichts hören. Unentschlossen stand er einen Moment vor der Tür, ehe er eintrat.
Im Raum stand Hermine Granger über einen Kessel gebeugt. Ohne sich umzudrehen sagte sie: „Oh George! Gut, dass du wach bist!" Sie nahm einen Löffeln und tauchte ihn in den Kessel, dann drehte sie sich um und streckte George ebendiesen entgegen. „Probier' mal!"
„Was? Nein!"
„Probier das jetzt!", forderte sie und sah ihn entnervt an. Erst jetzt bemerkte er die tiefdunklen Ringe unter ihren Augen. Und ihre Frisur erst – George wagte im Stillen zu behaupten, dass der Ausdruck „Vogelscheuche" im Moment noch als Kompliment durchgehen würde.
„Hermine, sag mal: wie lange bist du eigentlich schon wach?", fragte er vorsichtig.
„Ich habe gar nicht geschlafen.", antwortete sie und hielt ihm den Löffel näher an den Mund. „Und jetzt probier' endlich!"
„Was wird das Zeug mit mir machen?", frage George immer noch misstrauisch.
„Nichts. Das ist nur die Geschmacksbasis für etwas, an dem ich arbeite. Ich will nur wissen, wie es schmeckt."
George zögerte. Er traute dem Braten immer noch nicht. Andererseits hielt er es auch nicht für sinnvoll, eine übermüdete Hermine auch noch zu verärgern. Er nahm den Löffel mit der giftgrünen Flüssigkeit. Es sah aber auch wirklich unappetitlich aus. Das ganze schrie förmlich: ‚Ich bin gefährlich! Probier mich nicht! ' Es kostete ihn eine ganze Menge Überwindung. Es schmeckte …. Gut!
Wie ein Sonntagsbraten – warmes, saftiges Fleisch - mit leckerer Bratensoße; buttriger Yorkshire Pudding. George war überwältigt.
„Verdammt, Hermine! Wie hast du das gemacht?" staunte er.
Sie lächelte stolz. „Magst du es?"
„Mögen? Es ist brillant! Es schmeckt, wie ein ganzes Essen. Wofür ist das?"
„Es ist meine erste Erfindung. Etwas für den Laden. Mit etwas Inspiration von Ronald Dahl."
George hatte zwar keine Ahnung, wer das sein sollte, aber das tat seiner Begeisterung keinen Abbruch. „Wann denkst du, kannst du das Produkt fertigstellen?"
„Vielleicht in einer Woche oder so.", antwortete sie wage und gähnte.
„In Ordnung. Hermine? Geh nach Hause und schlaf dich aus!"
„Aber-"
„Nichts aber. Du gehörst ins Bett! Sofort!"
Als Hermine noch immer keine Regung zeigte, verriegelte er die Ladentür schnell mit einem Spruch. Dann zog er sie zum Kamin, warf Flohpulver hinein und flohte mit ihr in ihre Wohnung. Kaum aus den Flammen getreten, drückte er sie sanft aber bestimmt in Richtung Flur und in Richtung der Tür von der er vermutete, dass sich dahinter ihr Schlafzimmer befand.
Er öffnete die Tür und trat vor ihr ein. Er hatte noch nie darüber nachgedacht, wie es in Hermines Schlafzimmer wohl aussehen würde, aber jetzt wo er es sah, war er sich sicher, dass er es sich genauso vorgestellt hätte. Eine ganze Wand – vom Boden bis zur Decke – war mit Regalen voll gestellt. Es war natürlich voll mit Büchern. Aber das war nicht alles. Ihre Bücher stapelten sich auch sonst überall in dem kleinen Raum. Neben dem Bett, auf dem zahlreiche, weiche Kissen lagen; neben dem alten Ohrensessel, der genau so aussah wie der, um den man sich im Gryffindorgemeinschaftsraum immer beinahe hatte prügeln müssen. Auf und vor ihrem Kleiderschrank…
George zog die Decken zurück, sodass Hermine in ihr Bett kriechen konnte, dann verdunkelte er mit einem Wink seines Zauberstabes die Fenster. Er lächelte. Dann zog er die Decken über Hermine. Er zögerte – sollte er? Was sollte es! Er streckte seine Hand aus und strich ihr einige Male durchs Haar.
„Schlaf gut, Hermine.", wisperte er noch bevor er den Raum verließ.
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Mit einem Plopp erschien Hermine vor dem Fuchsbau. Sie sog all die geliebten Gerüche ein, die sie seit jeher mit dem Fuchsbau verband: Frisch gemähtes Gras, klare Luft und den leckeren Geruch von irgendwas, dass Mrs. Weasley gerade kochte.
Während sie auf die Haustür zuschritt, tastete sie ein letztes Mal prüfend nach dem kleinen Fläschchen in ihrer Hosentasche.
Mrs. Weasley war sichtlich überrascht, sie so früh zu sehen: „Liebes, ich hatte mit dir nicht vor dem Abendessen gerechnet.", meinte sie, während sie Hermine umarmte.
„Ach, ich hatte nicht viel zu tun und dachte ich könnte vielleicht bei den Essensvorbereitungen helfen."
„Oh, du bist ein Engel! Ich kann immer eine helfende Hand gebrauchen. Du kennst ja die Meute: Kaum ist das Essen auf dem Tisch, sind sie zur Stelle, aber wenn man fragt ob sie einem beim Schälen oder Schnibbeln helfen, dann sind sie schneller außer Sichtweite, als ich ‚Küchenhilfe' sagen kann.", jammerte Molly.
Hermine folgte ihr in die Küche, hing ihre Jacke an die Garderobe. Mrs. Weasley reichte ihr eine Schürze und wies sie an, die Kartoffeln für den Kartoffelbrei, den es heute geben würde, zu schälen.
Das Erste, was George wahrnahm, als er aus dem Karmin des Fuchsbaus stieg, war der wundervolle Duft von Essen. Niemand war im Wohnzimmer, also entschied er sich im Garten nach seiner Familie zu sehen. Auf dem Weg dahin warf er einen Blick in die Küche um seine Mutter zu begrüßen und war verwundert Hermine dort anzutreffen.
„Hermine?"
Die Angesprochene blickte von ihrer Arbeit auf. Sie stampfte gerade die gekochten Kartoffeln zu Brei. „Hey, George!"
„Warum bist du in der Küche?"
„Ich verbessere meine Flugkünste! Was denkst du denn, was ich tue?", grinste sie.
George rollte mit den Augen! „Vielen Dank! Du weißt, ich liebe es, wenn du so sarkastisch bist."
„Immer wieder gern!", flötete Hermine.
„Ihr zwei!", unterbrach Mrs. Weasley die beiden, als sie aus dem angrenzenden Esszimmer kam.
„Wenn ich nicht wüsste, wie Fred und Lee immer mit George gesprochen haben, würde ich behaupten, dass ihr mit euren Kabbeleien, niemals zu etwas kommt im Laden. – Und du mein lieber Sohn! Wenn du schon hier bist, kannst du dich auch nützlich machen und den Tisch decken!"
Hermine kicherte, woraufhin George ihr die Zunge rausstreckte, weshalb Hermine ihrerseits dann mit den Augen rollte. seufzte und sah nach dem Kuchen im Ofen.
Nur wenig später saßen sie alle am Esstisch. Es dauerte eine Weile, bis das Essen herumgereicht worden war. George saß zwischen seinem Vater und Ginny und gegenüber von Hermine, die wiederum zwischen Harry und Charlie saß. Sie war die ganze Zeit merkwürdig still gewesen. Er bemerkte, dass sie nur in ihrem Essen herumstocherte und ihr Gemüse von der einen Seite des Tellers zur anderen schob. Er fragte sich, was wohl mit ihr los sei.
Er wollte sie gerade ansprechen als er ein Kribbeln in seiner Kehle spürte. Er nahm einen Schluck Wasser und bemerkte, dass seine Zunge sich merkwürdig schwer anfühlte. Das Kribbeln zog mittlerweile hinauf in seinen Nacken während sein Mund und auch seine Zähne zu jucken begannen. Konnten Zähne überhaupt jucken? Seine Haut fühlte sich an, als ob er einen Sonnenbrand hätte. Er fuhr sich mit seinen Fingern durchs Haar. Er fühlte sich anders an als sonst. Irgendwie weicher.
Er blickte auf und bemerkte, dass der Rest der Familie ebenfalls seltsame Bewegungen machte. Erst nach einem kurzen Moment bemerkte er, dass sie alle halsaufwärts Katzen waren.
George tat, was wohl jeder in seiner Situation getan hätte. Er schrie. Und von seinem Schrei aus den Gedanken gerissen, hoben nun auch alle anderen den Blick und bemerkten, was geschehen war.
„GEORGE FABIAN WEASLEY!", schrie eine graue Perserkatze am Kopf des Tisches mit der schrillen Stimme seiner Mutter.
„WAS ZUR HÖLLE HAST DU DIESMAL GETAN?", fügte eine Maine Coon in der Mitte des Tisches hinzu. War das etwa Bill?
„ICH BRING DICH UM! ICH SCHWÖRS DIR! ICH BRING DICH-", schrie eine Russisch-Blaue Katze mit Rons Stimme.
„ICH WARS NICHT!", unterbrach George sie alle. „Ich hab das nicht getan. Ich schwör's euch: Ich war das nicht!"
„Als ob! Das ganze trägt doch deine Handschrift!", schnarrte die orangefarbene Perserkatze neben ihm.
„Wenn ich es gewesen wäre, warum sollte ich mich selbst auch in eine Katze verwandeln? Ich bin viel aber kein totaler Idiot! Moment mal – Wo ist eigentlich Hermine?"
Alle Augenpaare wanderten zu Hermines Platz, der natürlich leer war.
„Wohin -?"
Gelächter hinter ihnen unterbrach das Gespräch. Sie stand einfach da, lässig an die Küchentür gelehnt und hielt sich den Bauch vor Lachen. Natürlich hatte sie keinen Katzenkopf. Alle starrten sie mit offenem Mund an.
„Du!", sagte eine schwarze britische Kurzhaarkatze mit grünen Augen.
„Ja, ich! Ihr habt alle über mich gelacht, weil ich bei George angefangen hab! Aber jetzt darf ich euch auslachen! Ich kann genau so gut Produkte entwickeln wie Lee und bin genauso raffiniert wie George!"
Als niemand antwortete, zog sie eine Kamera aus ihrer Tasche, hielt sie in Richtung Tisch und grinste „Bitte Lächeln!"
Ein heller Blitz erhellte den Raum.
„Also warst du das, Hermine? Hast du uns irgendwas untergejubelt?" fragte die Leopardette, die auf dem Stuhl neben Hermines leerem saß. Diese nickte nur.
„Nunja,", begann die Norwegische Waldkatze mit Arthurs Stimme. „Ich denke, wir schulden Hermine eine Entschuldigung. Und das Versprechen künftig nicht mehr über sie zu lachen!", dabei warf er einen strengen Blick in Richtung Harry und Ron.
Jeder murmelte Entschuldigungen.
Bis auf George, der sich nach einem Blick seines Vaters rechtfertigte: „Wieso soll ich mich denn entschuldigen? Ich hab Hermine von Anfang an vertraut. Ich hab sie schließlich angefleht mit mir zu arbeiten!", meinte er todernst.
Eine Siamkatze mit rechthaberischer Stimme forderte nun: „Hermine, du hattest deinen Spaß. Ich nehme an du wirst uns jetzt sofort zurückverwandeln."
„Ich fürchte nicht.", grinste Hermine.
„WAS?!", rief die Familie im Chor, und George musste sich beherrschen nicht zu lachen.
„Ich habe das mittel unters Essen gemischt. Ihr solltet besser aufessen, damit davon auch nichts übrig bleibt. Und Molly? – Es tut mir wirklich leid! Beim nächsten Mal helfe ich beim Kochen! Und ich verspreche, dann nichts mehr ins Essen zu mischen."
Die Perserkatze lachte: „Ach Hermine, wir haben dir alle Unrecht getan. Irgendwie haben wir es verdient... Und jetzt: Wir haben es ja gehört: Aufessen!"
Mit guter Laune wurde das Essen fortgesetzt, nur Hermine aß wohlweislich nichts.
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Zum Abschied verriet Hermine noch: „Keine Sorge, das Ganze hält nur eine Stunde. Also ist bald wieder alles in Ordnung.
Harry zog sie in eine Umarmung.
„Ich glaub's einfach nicht! Du hast uns alle reingelegt!" –„Und Mom ist nicht mal sauer auf dich! Du bist besser als Fred und George es je waren!", fügte Ron hinzu. George, der sich gerade seinen Mantel überzog musste grinsen.
Nachdem Hermine auch Ron umarmt hatte, verschwand sie durch die Tür.
Mit einem „Tschüss, ihr alle!" beeilte sich George ihr hinterher zu kommen.
Er holte Hermine schnell ein, legte einen Arm um Ihre Schulter und meinte: „Nicht schlecht, Kleines!"
Sie lächelte schüchtern und schaute zu ihm hoch. „Meinst du wirklich?"
„Natürlich! – Das war Zauberhaft!"
Hermine war glücklich! Sie hatte es allen gezeigt, und hatte es sogar geschafft, George zu beeindrucken. Arm in Arm gingen sie durch die umliegenden Wiesen. Sie hatten den Apperationsschutz lange hinter sich gelassen. Aber Hermine gefiel es da, wo sie gerade war.
„Also, deshalb hat es nach Sonntagsbraten geschmeckt, richtig? Das hat perfekt zu Moms Essen gepasst. Und dann hast du ihr deine Hilfe angeboten und voilá. Das war ein teuflischer Plan, Hermine! Fred wäre stolz darauf gewesen."
„Meinst du wirklich?"
„Auf jeden Fall.", bestätigte er und nach einem kurzen Moment der Stille wechselte er das Thema: „Wie auch immer: Ich hab die meisten Katzenrassen erkannt, aber welche bin ich? Wie kam es, dass alle verschieden aussahen?"
„Ich habe es so designet, dass es personalisiert. Es ist wirklich schwer du erklären, aber es hat ganz gut funktioniert… Du warst auf jeden Fall meine Lieblingsrasse: Eine Schottische Faltohrkatze. Ihre Ohren sind so eingeklappt, dass es fast so aussieht als hätten sie keine!" Sie kicherte und machte sich von ihm los, abwartend, dass er verstand worauf sie hinaus wollte.
„Als ob sie keine Ohren – Oh Hermine! Das ist gemein!", schimpfte George, als er verstanden hatte.
Hermine lachte und rannte los. George stürmte ihr hinterher und versuchte sie einzuholen. Sie würde schon sehen, was sie davon hatte. Er streckte den Arm nach ihr aus und war sich sicher, dass er sie erwischen würde. Doch es fehlte ein Stückchen!
„Du kleine -!"
Doch mit einem Plopp war sie verschwunden.
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