Das ist eine Übersetzung. Das englische Original stammt von kitcat234 . Hier habt ihr dann auch nochmal den Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice

7.

Hermines Morgen begann mit einem leisen Applaus.

Naja, eigentlich begann er mit einer heißen Dusche, einer großen Tasse Kaffee und einem Toast mit Marmelade, die ihr ihre Mutter geschickt hatte. Selbstgemacht. Aus Beeren aus ihrem Garten!

Sie warf einen Blick in den Klitterer: „Haben Gringotts Fluch Brecher ein Wurmloch aus der Zeit der Ägypter gefunden? Die ganze Geschichte auf Seite 7!" und den Tagespropheten: „12 Fälle von Teufelsschlingen in Muggelgärtnereien!"

Dann zog sie ihr brandneues Weasleys Zauberhafte Zauberscherze Shirt an und bändigte ihre Haare zu einem Zopf ehe sie ihre Tasche nahm und durch den Kamin stieg.

Als sie aus dem Hinterzimmer des Ladens kam, hörte sie es.
Ein Klatschen. Langsam und leise. Sie wandte sich dem Geräusch zu. Hinter den 'Weg-ist-er'-Hüten (Diesen Schrecken werden sie lieben: Wo ist denn bloß der Kopf geblieben?) stand ein kopfloser Körper.

Hermine quietschte erschrocken auf. Sie hatte sich an die lästigen Minimuffs gewöhnt, und an die hüpfenden essbaren Zauberstäbe. Sogar mit den BlubberBoxen hatte sie sich anfreunden können. Aber es jagte ihr jedes Mal aufs Neue einen furchtbaren Schrecken ein, wenn irgendwer einen von diesen Hüten aufsetzte! Dieser Kopflose Körper war der Ursprung des Klatschens. Von irgendwoher hörte sie:

„Hermine Jean Granger! Ich habe wirklich geglaubt, George verarscht mich, als er mir gesagt hat, dass unsere Lieblingsstreberin jetzt bei uns arbeitet!"

Diese Stimme, die sie so oft bei den Quidditschspielen gehört hatte, würde Hermine immer wieder erkennen! Sie war unverkennbar!

„Lee Jordan! Ich hätte wissen sollen, dass du früher oder später vorbei schneist! Aber woher kennst du meinen Zweitnamen?"

Als sie seinen Namen genannt hatte, zog Lee den Hut vom Kopf und verbeugte sich vor ihr. Sie konnte sein schelmisches Grinsen nur erahnen.

„Das ist richtig. Du hättest damit rechnen müssen, dass ich komme.", antwortete er und richtete sich auf. „Und das Woher ist unerheblich. Was viel wichtiger ist, ist dass ich gehört habe, dass meine Lieblings-Perfektionistin, ganz schön viel Chaos verursacht hat! Erst als ich England verlassen hab, hast du dein wahres Gesicht gezeigt! Das tut weh Hermine! Und es trifft mich tief!", sagte er und griff sich gespielt theatralisch ans Herz.

Hermine hingegen musste lachen. Es dauerte eine Weile, ehe sie sich wieder gefangen hatte.

„Um das klar zu stellen: Ich bin Niemandes Lieblings-Perfektionistin! Schon gar nicht deine oder Georges!"

„Wie dem auch sei! Willkommen in der Familie, Liebes!", überging Lee ihren Kommentar völlig.

„Verrätst du mir, wieso du hier bist? Bestimmt nicht um mich willkommen zu heißen, nachdem ich schon über einem Monat hier bin.", wollte Hermine nun wissen.

„Naja, wenn jemand Molly Weasley in eine Katze verwandelt und danach lebend den Fuchsbau verlässt, dann muss ich mich davon überzeugen, dass das auch stimmt. Ich bin wirklich beeindruckt! Und wenn ich ehrlich bin auch ein bisschen neidisch, dass ich nicht darauf gekommen bin."

„ist das dein Ernst?", fragte Hermine. Sie konnte das – wie immer – nicht einfach als Kompliment hinnehmen.

„Der Teil mit dem Neidisch sein? Nein. Warum sollte ich neidisch sein? Ich bin brillant!", grinste Lee. „Der Rest ist komplett wahr. Das war wirklich beeindruckend. Ich wünschte, ich hätte das sehen können. Aber ich bin noch nicht dahinter gekommen, wie du es geschafft hast, dass sie alle verschieden aussahen!"

„Geht mir genauso!", hörte man aus dem Hinterzimmer, dessen Tür nun geöffnet wurde.

Lee und Hermine erblickten George, der jetzt auf sie zukam.
„Also, wie hast du das hinbekommen?"

Hermine zögerte. Ein Teil von ihr wollte dieses Geheimnis bewahren, andererseits hatte sie das Rezept schon in das Buch mit allen Produkten des Ladens geschrieben.

„Hüpfspinnen Saft", sagte sie schließlich.

Lee und George starrten sie stumm an. George war die ganze Sache als erster in seinem Kopf durchgegangen.

„Nein..! Das geht nicht. Das wäre zu instabil… Du müsstest es stabilisieren… Aber mit was..?", überlegte er.

„Mit gemahlenen Blutegeln.", nahm Hermine die Antwort vorweg.

Lee sah sie erstaunt an.

„Das ist unglaublich! So bleibt die Spezies die Selbe, aber die Rasse verändert sich!", schloss Lee und drehte sich zu George, der Hermine mit einem umwerfenden Lächeln bedachte. „Sie ist wirklich gut, George! Lass sie bloß nicht wieder gehen!"

Hermine errötete und lachte nervös, als George sie an sich zog und beteuerte: „Keine Sorge, sie geht nirgendwo hin!"

Hermine fühlte ein angenehmes Kribbeln ehe sie aufblickte und sah, wie Lees Augen zwischen ihr und George hin und her flogen. Dabei hatte er einen seltsam nachdenklichen Blick, der kurz darauf glücklicherweise wieder seinem üblichen Zahnpasta-Lächeln wich.

Irgendwas hatte Lee. Sie hatte ein merkwürdiges Gefühl, dass er etwas plante. Und sie hoffte inständig, dass weder sie noch George Teil dieses Plans sein würden… Nicht, das nachher noch Dinge zum Vorschein kamen, die besser niemals jemand entdeckt würden.

George entließ sie aus seiner Umarmung und verschwand um den Laden zu öffnen.

„Interessant!", sagte Lee, der noch immer vor ihr stand.

„Was ist interessant?", hackte Hermine, vielleicht ein bisschen zu schnell nach.

Lee musterte sie und Hermine dachte, er würde geradewegs ihre Gedanken lesen, speziell Dinge, die sie sich selbst verbot auch nur zu denken. Es machte ihr Angst, dass Lee Jordan solche Dinge entdecken könnte. Ihr schwante nichts Gutes.

„Ich habe eine Idee für ein neues Produkt.", sagte er und grinste schelmisch.

Ihr Herz schlug wild in ihrer Brust. Ihre Gesichtszüge entglitten ihr für einen Moment. Er konnte es nicht wissen. Das ging einfach nicht!

„Ach so?", hörte sie da. „Was ist denn das für eine Idee?"

Sie zwang das Lächeln wieder auf und konzentrierte sich dann auf Lee. Seine Augen tanzen zwischen ihr und George hin und her. Schließlich sah er George mit einem noch breiteren Grinsen an und winkte ab:
„Ich muss erst noch ein bisschen was testen, bevor ich mehr verrate, aber es wird wirklich gut!"

Noch nie hatte sie sich so sehr gewünscht, dass ein Kunde den Laden betrat, damit sie sich um ihn kümmern konnte, nur um Lees stechendem Blick zu entkommen.

„Also, wie lange bist du denn jetzt hier? Nur für heute?", versuchte sie stattdessen vom Thema abzulenken.

„Nein, nein! George und ich haben beschlossen den Iren eine kleine Lee-Pause zu gönnen. Ich bin die ganze Woche hier!", zerstörte er damit Hermines Hoffnungen auf baldiges Verschwinden.

„Es war einfach ein guter Zeitpunkt, gerade im Moment, wo dein neues Produkt anläuft können wir eine helfende Hand gebrauchen! Wir müssen eine Menge produzieren!", erklärte George genauer.

„Ah, wie schön", zwang sich Hermine zu lächeln.

Eine ganze Woche mit Lee Jordan und George. Halleluja!

Lee musterte sie mit hochgezogener Augenbraue.

Er wusste es! Er wusste, dass sie George Weasley mochte.

Verdammt.

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Sie war sich nicht sicher, wann genau sie begonnen hatte, George zu mögen.

Sie war nicht eines Morgens aufgewacht und hatte gedacht: ‚Aha! Er ist das, was mir immer gefehlt hat! – Ich mag ihn.'

Es war noch nicht mal wie in Muggelfilmen oder Büchern, in denen sich die Protagonisten hassen, bis das Schicksal sie zusammenführt und sie bemerken, dass sich etwas verändert hat und dann gibt es ein großes Happy-End.

Es war nichts was Hermine beschreiben konnte – es hatte sich leise und langsam angeschlichen.

Und genau in diesem Moment, als Lee sie mit hochgezogener Braue ansah, gestand Hermine es sich zum ersten Mal ein.

Hermine hatte Fred und George immer für attraktiv gehalten. Aber das allein, bedeutete ja noch nichts. Jedes Mädchen und sicherlich auch einige Jungen in Hogwarts hatten die Zwillinge oder ihren ständigen Begleiter Lee bewundert. Hermine hatte dem nicht weiter Beachtung geschenkt, und nicht zugelassen, dass ihre hellen Augen, ihr teuflisches Grinsen oder das lose Mundwerk sie in ihren Bann zogen.

Als Vertrauensschülerin hatte sie sich mehr mit dem Trio befassen müssen. Es hatte sie so manches Mal tierisch genervt, ihre Produkte zu konfiszieren oder die Ergebnisse der Einnahme zu beseitigen.
Allein in den Ferien bei den Weasleys waren Fred und George anders gewesen, sie hatte manchmal sogar ein nettes Gespräch mit ihnen führen können, was wesentlich angenehmer gewesen war, als ihnen für ihre Missetaten Punkte abzuziehen.

Der Krieg hatte alles verändert.
Ängstlich, dass etwas passiert sein könnte und auch traurig hatte Hermine, während ihrer Flucht, so oft es ging Radio gehört. Und als sie sie alle endlich wieder hatte sehen können, war aus dem fröhlichen Trio ein gebrochenes Duo geworden.

Der Krieg hatte einen Mann aus George gemacht, er war ernster geworden. Ein Mann, dessen schlimmste Ängste bittere Realität geworden waren. Ein Mann, dem eine Hälfte fehlte und dessen Wunden nie ganz abheilen würden. Ein Mann, der trotz all dem noch den Übermut seiner Jugend behalten und es fertig gebracht hatte, wieder zu lachen. Und nicht zu Letzt war er, wie sie alle, ein Kind, das viel zu früh gezwungen worden war, erwachsen zu werden.

Als Hermine diesen Mann traf und konnte ihn zum ersten Mal verstehen. Sie alle hatten Dinge erlebt, die niemals ein Mensch, egal welchen Alters je erleben sollte. Und sie bewunderte ihn dafür, dass er nachdem ihm all diese schrecklichen Dinge widerfahren waren, den Laden wieder aufgemacht hatte und sich bemühte, die Leute um ihn herum zum Lachen zu bringen.

Hermine hatte den Job bei ihm aus so vielen Gründen angenommen: Um anderen etwas zu beweisen, um sich etwas zu beweisen, um einem Freund zu helfen und um sich von ihren langweiligen Job zu befreien. Aber auch, und das hatte sie erst im Nachhinein begriffen, weil George und Lee im letzten Jahr, in dem die Zauberergemeinde die Zerstörung, die Voldemort hinterlassen hatte, zu beseitigen versuchte, mit ihrem Laden Hoffnung und Vergnügen gebracht hatten. Und Hermine wünschte sich mehr Lachen in ihrem Leben und um sie herum.

George und Hermine waren erst Arbeitskollegen geworden, dann Freunde. Und irgendwo zwischen Gelächter, Scherzartikeln und langen Nächten, in denen sie Tränke für den Laden gebraut hatten, begann Hermine, Georges Augenfarbe zu bemerken, und dass er kleine Sommersprossen auf seinen Oberarmen hatte, und dass er immer sein Gesicht verzog, wenn er über etwas grübelte, und dass es sich verdammt gut anfühlte, wenn er über einen ihrer Witze lachte und seinen Arm um ihre Schulter schlang.

Und so realisierte Hermine an diesem Morgen nicht nur, dass sie George mochte und dass Lee es offensichtlich auch wusste, sondern auch, dass diese beiden Dinge in Kombination bedeuteten, dass sie total aufgeschmissen war.
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Was sagt ihr dazu?:)