Ganz zu Anfang wie immer: Ich hab die Geschichte nur übersetzt. Das englische Original stammt von kitcat234 , die mir natürlich die Erlaubnis gegeben hat, ihre wundervolle FF zu Übersetzen. Der Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice

8.

Der nächste Tag mit Lee im Laden verlief erstaunlicherweise ruhig. Hermine erwartete trotzdem, dass er jeden Moment loslegte und die Hölle ausbrach. Hermine war nervös – zwar schob sie es darauf, dass ihr erstes Produkt gerade in Massen produziert wurde und bald im Laden erhältlich wäre, aber im Geheimen konnte sie nicht leugnen, dass die Tatsache, dass Hermine ziemlich sicher war, dass Lee wusste, wie sie zu George stand auch einen nicht geringen Beitrag zu ihrer Nervosität leistete.

„Hermine?"

Sie schrak aus ihren Gedanken. Sie drehte sich um und verlor fast das Gleichgewicht, da sie auf einer Leiter stand und Regale auffüllte. Am unteren Ende der Leiter stand George mit einer Horde ziemlich ungeduldig aussehender Jungs.

„Ja?", beeilte sie sich zu fragen, während sie hinunterkletterte.

„Kannst du dich für einen Moment um die Kasse kümmern, während ich dem Haufen hier weiterhelfe?"

„Na klar!"

Er lächelte und wuschelte ihr durchs Haar. „Du bist ein Schatz, Hermine!"
Damit zog er ab und führte seine Kunden die Treppe hinauf in den oberen Teil des Ladens.

Hermine kassierte schnell drei Kunden ab. Allein heute hatten sie schon acht Boxen mit Nasch-und-Schwänz-Leckereien verkauft. Nicht zum ersten Mal seit sie hier arbeitete, war Hermine froh, kein Hogwartslehrer zu sein.

„Ich dachte, du magst es nicht, wenn man dir durchs Haar wuschelt.", wurde sie von einer leisen Stimme gleich hinter ihrem linken Ohr erschreckt.

Sie musste sich nicht umdrehen um zu wissen, dass es Lee war, der da hinter ihr stand. Hermine wollte gerade etwas - zugegeben - nicht sehr Freundliches antworten, als ein neuer Kunde auf sie zukam. Ein vielleicht zwölf Jahre altes Mädchen, dass vier Schlaue-Antwort-Federn und drei Rechtschreib-Federn kaufte. Hatte man ihr nicht gesagt, dass die ihr für die Prüfungen in Hogwarts rein gar nichts bringen würden?
Sie konnte förmlich spüren wie Lee sie anstarrte und als das Mädchen verschwand, drehte sie sich genervt zu ihm rum.

„Es ist so viel zu tun hier, Lee. Warum gehst du nicht und guckst, wo du dich nützlich machen kannst? George könnte deine Hilfe sicherlich gebrauchen."

„Ich glaube du wärst ihm eine viel bessere Hilfe.", zwinkerte Lee.

„Wie bitte?"

„Ich bin keineswegs tatenlos.", wechselte er da auch schon das Thema.

„Ach wirklich? Für mich sieht es nämlich so aus, als ob du nur auf deinem Hintern rumsitzt und mich beobachtest und nervst."

„Ich betreibe Recherche.", antwortete er schlicht.

„Und was genau recherchierst du?", hackte Hermine nach und bemühte sich dabei möglichst desinteressiert zu klingen.

„Wusstest du eigentlich, dass der Puls sich erhöht, wenn man erregt ist?", fragte er anstatt zu antworten.

Hermine stockte. Was wollte Lee von ihr? Warum konnte er sie nicht in Frieden lassen?

Sie antwortete trocken: „Natürlich wusste ich das. Aber ich denke, es ist besser nicht hier über solche Dinge zu sprechen, wer weiß, was die Kunden sonst denken?"

Gott sei dank, erspähte sie einen älteren Herren, der den Laden gerade betreten hatte, und ergriff die Gelegenheit beim Schopfe um von Lee wegzukommen:
„Du übernimmst hier bestimmt für mich, oder?", damit verschwand sie in Richtung
Kundschaft.

Der Rest des Tages verlief glücklicherweise weitgehend ereignislos.
Bis auf ein paar vielsagende Blicke, die er ihr zuwarf, wenn George in der Nähe war, ließ Lee sie in Ruhe.

„Wie schnell würdest du sagen, dass du errötest, auf einer Skala von Lord Voldemort bis Ron Weasley?"

Hermine seufzte. Aber im Grunde war ihr bewusst gewesen, dass Lee sie nicht in Ruhe lassen würde. Und das obwohl der gestrige Abend und der heutige Morgen so friedlich verlaufen waren.

Nur langsam legte sie den Tagespropheten zur Seite und hob den Blick. „Wie bitte?"
„Meine Recherche! Also?", grinste Lee sie an.

Sie tat so als würde sie überlegen und grinste dann: „Naja... Auf dieser Skala... Ich denke, da sollte ich mich bei einem Level von "Hermine Granger" einordnen."

Hermine wandte sich wieder ihrer Zeitung zu.

„Wie witzig", murmele Lee.
Einen Moment lang sah er sie noch an, bevor er in Richtung Hinterzimmer rief: „Unsere Hermine ist schon ziemlich schlau, findest du nicht George? Was würden wir nur ohne sie tun?"

„Unsere Hermine?", rief George zurück und keine zwei Sekunden später wurde die Tür geöffnet und George trat in den Verkaufsraum.

„Entschuldige bitte, aber wenn dann ist sie meine Hermine. Ich hab sie schließlich mit ins Boot geholt!"
Hermine fühlte, wie sie bei Georges Worten errötete, und bemühte sich deshalb nicht aufzusehen, damit Lee möglichst nichts davon mitbekam.

George war noch nicht fertig: „Aber ja, sie ist brillant! Und ich weiß wirklich nicht, was ich ohne sie tun würde.", rief er aus.

Er wuschelte ihr noch einmal durchs Haar und verschwand die Hogwartshymne summend wieder.

Hermine wagte es nicht aufzusehen, aber die hörte wie Lee vergnügt flötete: „So sieht das Hermine Granger Level der Errötung also aus. Ich musste das wissen, bevor ich mit dem testen beginne."

Dann hörte sie wie seine Schritte sich entfernten und erst als sie sicher war, dass er weit genug weg war entließ sie ein verzweifeltes „Argh!" und schlug ihren Kopf auf den Tisch.

Vier Tage bis Lee wieder nach Irland verschwinden würde. Nur vier. Sie würde das schaffen.

Sie würde es nicht schaffen. Zumindest nicht ohne ihn umzubringen.
Sie bediente gerade einen Kunden als sie ein merkwürdiges Gefühl durchströmte.

Hermine drehte sich herum, und sah gerade noch, wie Lee seinen Zauberstab in seiner Jackentasche verschwinden ließ.

Er würde sie doch wohl nicht verflucht haben...

Der Kunde räusperte sich, also wandte sie sich ihm wieder zu.

„Mein Herr, Ich freu' mich, dass ich Ihnen helfen konnte.", sagte sie und reichte ihm ein großes Paket. „Ich hoffe, die Produkte erweitern ihre Horizonte."

Hermine, die so etwas gar nicht hatte sagen wollen, schlug sich die Hand auf den Mund. Der Mann warf ihr noch einen seltsamen Blick zu, ehe er den Laden verließ.

"Das kann doch nicht wahr sein!
Ich brech' ihm ein Bein!", murmelte sie, während sie sich auf den Weg machte um Lee zu finden und ihm im Zweifelsfall nicht nur ein Bein zu brechen.

Sie wurde jäh in ihrem Vorhaben gestoppt, als ein kleines Mädchen sie antippte und sie mit großen Augen ansah.

„Kann ich dir behilflich sein? Du schaust ein wenig traurig drein!", fragte Hermine, als sie sich zu der Kleinen hinunterbeugte.

„Meine großen Brüder sind gemein zu mir!"

Das Übliche also! Hermine hatte mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt, wie sie mit verschiedenen Kunden am Besten umging.

„Hermine ist mein Name,
und ich weiß, dass klingt sehr lustig für eine Dame!
Sag mir wie heißt du?
Und wo drückt bei dir der Schuh?"

„Ich heiße Regan. Warum spricht du so komisch?"

„Ein Freund von mir hat mich verflucht,
nun werde ich von Reimen heimgesucht.
Soll ich dir helfen, dich an deinen Brüdern zu rächen?
Wir zeigen ihnen ihre Schwächen!"

„Ja bitte, Hermine!"

„Ein Letztes muss ich dich noch fragen:
Willst du laufen oder soll ich dich tragen,
damit du alles besser siehst,
und deinen Brüdern gehörig den Tag vermiest."

Zur Antwort streckte Regan die Arme nach ihr aus. Hermine hob sie hoch und steuerte die Abteilung mit Streichen, die eher für jüngere Kinder gedacht waren, an.
Gemeinsam schauten die sich alles an, und entschieden sich schlussendlich für das allseits beliebte Juckpulver.

Lee verabschiedete sich gerade von einem ihrer Stammkunden, als George auf ihn zukam.

„Hey Lee, hast du Hermine gesehen?"

Der Angesprochene grinste. „Nein, aber ich meide sie ein bisschen, seitdem ich sie mit dem Reim-Fluch verzaubert habe."

„Du hast was?"

„Ja man! Das musst du dir anhören! Sie gibt die lustigsten Dinge von si-"

„Du mutest ihr diese Woche ganz schön viel zu.", unterbrach ihn George.

Lee blieb die Antwort im Halse stecken. Wurde er gerade wirklich von George Weasley, dem König aller Tunichtgute ermahnt, weil er Streiche gespielt hatte? Was zur Hölle passierte hier?

„Ja, genauso, wie ich es mit allen anderen Menschen auch tue!"

„Sie ist aber nicht wie alle anderen, okay Lee? Fahr einfach einen Gang zurück!"

Lee lachte nervös auf: „Das ist ein guter Witz, Kumpel! Ach, was ich dir noch sagen wolle! Ich fange bald an etwas Neues zu testen. Es ist wie, wenn man in jemanden ver-"

George, der Ausschau nach Hermine gehalten hatte, drehte sich schnell wieder zu Lee und unterbrach ihn abermals:„Ich habe keinen Spaß gemacht! Gönn ihr eine Pause!"

Damit drehte er sich wieder weg, um Hermine zu suchen.

„Warum sollte ich?"
George lächelte. „Weil ich das sage."

Er sah verzückt in die rechte Ecke des Ladens. Lee folgte seinem Blick. Hermine stand in der Abteilung für "Junge Scherzkekse".

Auf ihrem Arm hielt sie ein kleines, blondes Mädchen mit blauer Jacke. Das Mädchen plapperte auf Hermine ein, und diese sah dabei wirklich interessiert aus.
Sie antwortete dem Mädchen etwas, bevor beide anfingen zu lachen. George seufzte und betrachtete die Szenerie mit einem seligen Lächeln.

Lee hatte genug gesehen:
„Ist das dein Ernst? Versuchst du mich davon abzubringen Hermine Streiche zu spielen, weil du in sie verschossen bist?"

George wandte sich mit geschockten Blick u ihm. „Ich? Verschossen? In Hermine?"
Er brach in Lachen aus.
„Ich denke nur, du solltest es ein bisschen langsamer angehen lassen. Nicht, dass du sie noch vergraulst. Guck dir doch mal an, wie sie mit den Kunden umgeht!"

Lee nickte nur. Er wusste zwar noch nicht, was genau er diesen neuen Informationen anfangen konnte, aber er war sich sicher, sie würden ihm noch nützlich sein:
Hermine war in George verliebt. Und auch George machte den Anschein, in Hermine verliebt zu sein, obwohl er es wohl selbst nicht glaubte.

„Ja, du hast recht. Mir sind heute schon ein paar Kerle in unserem Alter aufgefallen, die am Anfang der Woche schon hier waren.", ärgerte Lee nun George, nicht zuletzt um seine Theorie zu überprüfen.

Georges Lippen waren im Nu zu einem Strich zusammengepresst.

„Wirklich! Und sie haben das Selbe gekauft, wie schon vor ein paar Tagen! Und wie sie an Hermines Lippen gehangen haben!"

„Ja, naja", knurrte George. „Wenigstens verdienen wir Geld an ihnen, während sie Hermines Zeit verschwenden. - Ich schau mal, ob der Kunde da hinten Hilfe braucht, bis später!"

Lee sah seinem Kumpel nach. Natürlich würde er nicht aufhören, ihr Streiche zu spielen!
Im Gegenteil:
Er freute sich schon auf eine Menge Spaß!

Und wie hat euch meine Reim-Katastrophe gefallen? Ich hab wirklich lange überlegt, wie ich das am Besten hinkriege!
Habt ihr andere Vorschläge? Ich gebe zu - reimen ist nicht meins!