Ganz zu Anfang wie immer: Ich hab die Geschichte nur übersetzt. Das englische Original stammt von kitcat234 . Der Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice !

Hey ihr alle,

Ich wünsch' euch viel Spaß mit dem neuen Kapitel!
Cati

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9.

„Guten Morgen", flötete es aus dem Arbeitszimmer.

Hermine stöhnte und drückte sich noch ein bisschen tiefer in den alten Ohrensessel in einer dunklen Ecke des Ladens.

Zwei Tage waren vergangen – zwei wunderbar friedliche Tage – in denen Lee ihr nicht einen einzigen Streich gespielt hatte. Alles war perfekt gewesen. Bis gestern Nachmittag, als sie vergessen hatte, dass sie Harry versprochen hatte, auf den kleinen Teddy aufzupassen, weil Ginny mit den Holyhead Harpies zu einem Spiel gegen die Woollongong Warriors nach Rumänien musste und Harry sie begleiten wollte.
Erst als Harry an ihrer Tür geklingelt und ihr das Baby mit den Worten „Hermine, du bist die Beste!" in den Arm gedrückt hatte und daraufhin fast sofort wieder verschwunden war, hatte es bei Hermine gedämmert.
Den Großteil der Nacht, hatte sie wach mit dem kleinen Teddy auf dem Arm verbracht, der einfach nicht hatte einschlafen wollen und stattdessen lieber quietschend sein Aussehen geändert hatte. Als Hermine versucht hatte ihn ins Bett zu legen, war das Quietschen in Geschrei und Weinkrämpfe umgeschlagen. Erst eine halbe Stunde, bevor er schließlich wieder abgeholt worden war, hatte er sich seinen kleinen Daumen in den Mund gesteckt und war eingeschlafen.

Hermine hatte sich müde und mit Kopfschmerzen in den Laden aufgemacht, nur um dann festzustellen, dass sie ohnehin noch fast zwei Stunden Zeit hatte, bis sie öffneten.

„Hermine! Aufwachen! Heute wird ein toller Tag!", flötete die Stimme jetzt direkt neben dem Sessel.

„Nein, Lee! Geh weg. Ich bin nicht ausgeschlafen genug um mich mit dir rumzuschlagen!", brummte Hermine.

„Sieht nach einer durchzechten Nacht aus! Warst du letzte Nacht feiern?", grinste Lee anzüglich.

„Ich habe die Nacht mit einem schreienden Minimetamorphmagus verbracht."

„Das tut mir aber leid für dich. Muss hart gewesen sein." entgegnete er. Hermine zog es vor, nicht darauf zu antworten.

„Ich mein, man, du siehst wirklich schrecklich aus!", setzte Lee jedoch hinterher.

„Vielen Dank, Lee! Du magst recht haben, aber eins steht fest: Ich nehme das Baby sofort zurück, wenn ich dich dafür loswerde. Und jetzt verschwinde endlich!"

Überraschender Weise drehte Lee sich tatsächlich um und ging.

Hermine musste wohl eingenickt sein, das Nächste was sie mitbekam war, das jemand sie mehrmals an ihr Knie stieß. Sie hob langsam ihren Kopf und öffnete sie Augen.

„Kaffee?", fragte Lee, der zwei Tassen in der hielt und wovon er ihr eine entgegenstreckte.

„Ja, bitte!" Hermine nahm ihm die Tasse ab und roch an dem herrlich duftenden Gebräu.

„Ähm, wir öffnen bald und vielleicht möchtest du vorher noch was mit deinen Haaren machen. Du erinnerst ein wenig an Trelawney."

„Charmant, wie immer! Ich überlege gerade dir den Kaffee ins Gesicht zu schütten!", fauchte Hermine, nahm aber einen weiteren Schluck und noch einen.

Als die Tasse fast leer war, fragte Lee grinsend: „Wolltest du mir nicht etwas davon ins Gesicht schütten?" Nebenbei schwang er kurz seinen Zauberstab und entriegelte so die Tür, hob alle Sicherheitssprüche auf und knipste all die bunten, grellen Lichter und Leuchtschilder im Laden an.

Hermine kniff die Augen zusammen. „Ich brauche Coffein! Und ich werde garantiert nicht davon verschwenden, um dich zu verschönern. Aber mal was anderes, wo ist eigentlich George, normalerweise öffnet er doch den Laden."

„Er hat ein Treffen mit Zonko in Hogsmeade. Er ist schon ziemlich alt und denkt darüber nach an uns zu verkaufen."

„Und warum bist du nicht bei ihm?"

„Erstmal konnte ich dich doch nicht alleine hier lassen. Dann brauchte es auch nur einen von uns – und George, naja, er hat verloren."

„Verloren?"

„Wir haben Zauberschnippschnapp gespielt um zu entscheiden, wer hingeht. George hat verloren, also ist er da."

„Wie erwachsen!", war das einzige was Hermine dazu einfiel, während sie sich die Haare zu einem Zopf band.

Es war schon Nachmittag als George endlich im Laden ankam. Der Morgen hatte sich gezogen wie Kaugummi. Als er den Laden betrat, war niemand außer Lee, der im oberen Teil des Ladens an eine Wand gelehnt saß und eine Quidditch Zeitschrift las, und Hermine, in die er fast hineingelaufen wäre, da.
Hermine saß an der Kasse, den Kopf auf einen Arm gestützt und schnarchte leise.

Er tippe ihr leicht auf die Schulter. Sie schreckte panisch hoch und bemerkte George. Bevor er auch nur einen Ton sagen konnte stotterte sie schon:
„Ähm, hey George. Es... Es tut mir leid. Ich hab einfach nicht viel Schlaf bekommen letzte Nacht! Teddy, er wollte einfach nicht aufhören-"
„Hermine! Beruhige dich!" George klopfte ihr leicht auf die Schulter „Ich war beim letzten mal der Babysitter! Und mir ging's danach genauso!"

Dann rief er lauter: „Ey, Lee! Komm runter! Es gibt Neuigkeiten!"

„Dir auch 'Hallo'!", kam die Antwort, ehe er sie Stufen runterhüpfte.

George wandte sich wieder zu Hermine – und sah sie entgeistert an.
„Was ist?"
„Ähm Hermine, geht's dir gut?", fragte er vorsichtig.
„Ich bin ziemlich müde, wenn es das ist was du meinst. Warum?"

„Du-, naja.. mmh, dein Gesicht... es ist..."

„Was?"

„Es ist ganz rot und-"

„Verflucht, Hermine! Du siehst aus wie eine Tomate.", rief Lee überrascht und brach in Gelächter aus.

„Ich sehe was?!" Hermine rannte ins Hinterzimmer zu einem Spiegel. Als sie sich selbst sah, entkam ihr ein spitzer Schrei. Ihr ganzes Gesicht – und ganz besonders ihre Wangen, waren rötlich-pink gefärbt. Es sah fast aus, als hätte sie einen wirklich schlimmen Sonnenbrand.
„Was ist mit meinem Gesicht passiert?", rief sie verzweifelt.

George und Lee waren ihr hinterher gekommen, und während Lee ein wenig Abstand hielt, kam George geradewegs auf sie zu, drehte sie zu sich herum und sah sie besorgt an. Er legte eine Hand an ihre Stirn.

„Also Fieber hast du keines, aber es ist schlimmer geworden, die Farbe ist dunkler."

„Hermine fühlst du dich nicht gut?",schaltete sich nun auch Lee ein. „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so rot war. Es ist, als ob du deine ganz eigene Stufe hast. Ein Hermine Granger Level..."

Da war sie. Die Erklärung. Ein gemeiner Streich. Lee. Ihr Kaffee!

Bevor Hermine auf ihn zustürmen und ihm seinen Hals umdrehen konnte, unterbrach George, der anscheinend nichts davon mitbekommen hatte:
„Hermine, ich glaube es ist besser, wenn du für heute nach Hause gehst, du siehst wirklich nicht gesund aus."

„Mhh!", brummte Hermine zustimmend und wollte schon verschwinden, um erst ein wenig zu schlafen und dann zu überlegen, wie viele Arten der Folter es für Lee gab und wie sie seine Leiche loswerden konnte, wenn sie mit ihm fertig war, als George sie ein weiteres Mal unterbrach:

„Aber bevor du gehst, will ich gerade noch kurz loswerden wie es mit Zonko gelaufen ist."
George setzte nun ein fröhliches Lachen auf. „Er ist auf das Angebot was wir ihm unterbreitet haben eingegangen, allerdings hat er gefordert, dass wir einige Produkte aus seinem Sortiment übernehmen und weiter produzieren. Außerdem hat er uns angeboten, dass wir, nach und nach zu gleichen Konditionen alle seine Läden in Europa übernehmen können!"

In den nächsten Momenten wusste Hermine nicht recht wie ihr geschah: Lee und George brachen in lautes Geschrei aus, zogen sie in eine Umarmung und hüpften mit ihr durch den Raum, während Lee immer wieder kreischte: „Europa! Verdammt! Läden in ganz Europa! Das ist der Wahnsinn!"

„Außerdem,", fuhr George nach einer ganzen Weile fort. „hat Ginnys Team, die Rumänen gestern Nacht förmlich auseinandergenommen! Wir haben deshalb beschlossen, das heute Abend ein bisschen zu feiern. Im Drei Besen um 7? Meinst du, du kannst auch kommen, Hermine?"

„Um deinen und Ginnys Erfolg zu feiern? Natürlich! Ich brauch bestimmt nur ein bisschen Ruhe."

„Super! Dann mach das mal! Bis später!"
George zog sie in eine Umarmung und wuschelte durch ihr Haar, ehe er das Zimmer in Richtung Hauptraum verließ.

Sobald Hermine sicher war, dass George sie nicht mehr hören konnte, fauchte sie Lee an:
„Ich hasse dich! Ich hasse sich so sehr! Was zur Hölle hast du Idiot mit meinem Gesicht gemacht?"

„Wie kommst du auf die Idee, ich hätte etwas damit zu tun? Vielleicht brütest du was aus!", er lächelte unschuldig und machte Hermine damit fuchsteufelswild.

„Ich weiß, dass du mir was in den Kaffee getan hast! Du warst so nett zu mir – zu nett! Dabei hast du nur ausgenutzt, dass ich so müde war und hast mich hinterhältig attackiert!"

„Bei dir klingt das so, als wäre ich ein Monster! Dabei bin ich doch nur ein harmloser Streiche-Macher."

„Warum Lee?", Hermine wurde ruhig, dabei war sie innerlich kurz davor zu explodieren.

„Naja, du wolltest mir nicht sagen, wie schnell du rot wirst, also hab ich beschlossen, es selbst herauszufinden!"

„Und warum, sehe ich dann nicht schon seit heute morgen aus wie eine Tomate?"

„Weil George nicht da war! Und ich weiß definitiv, dass du in ihn verliebt bist. Nein – eigentlich noch viel mehr – du bist verrückt nach ihm. Deshalb bist du erst rot geworden, als er kam. Und gerade, bist du auch nur noch ein bisschen rot, und das vermutlich nur, weil du so wütend bist.", erklärte Lee, musste sich dabei aber immer wieder unterbrechen, weil er so lachte.

Das genügte. Mit einem lauten „Aaaah!", schlug Hermine Lee so fest sie konnte, vielleicht sogar ein bisschen fester, als sie Malfoy damals in der dritten Klasse erwischt hatte.
Lee betastete seine Nase. Sie war vermutlich gebrochen. Blut rann sein Gesicht hinab und tropfte von seinem Kinn auf seinen Pullover und den Boden.

„Autsch! Verdammt nochmal! Was sollte-!"

„Du hast es verdient! Du nutzt meine Gefühle - von denen du eigentlich nicht einmal wissen solltest - aus. Für was eigentlich? Zu deinem eigenen Vergnügen? Um dich über mich lustig zu machen? Was willst du machen? Willst du es ihm sagen? Damit ich kündige? Ist es das was du willst? Mich weg ekeln?"

„Hermine! Mach mal nen Punkt! Ich will nichts dergleichen! Es ist -" er unterbrach sich und stoppte mit einem Wink seines Stabes die Blutung in seinem Gesicht. „Es ist wirklich nicht sowas. Es ist ein neues Produkt! Ich wollte einfach nur testen ob es wirkt, und ob ich mit meiner Vermutung über dich und George richtig lag."

„Es gibt kein 'George und ich'", sagte Hermine schnell.

„Aber du willst, dass es das gibt oder?", hackte Lee nach.
„Es ist nicht wichtig, was ich will. Ich arbeite mit ihm. Es ist einfach nur eine Phase, die vorüber gehen wird."

„Und was wenn nicht?"

„Warum willst du das eigentlich so genau wissen? Warum interessiert es dich so sehr, dass ich George mag? Ich versteh's nicht!", Hermine raufte sich die Haare.

Lee lachte leise. „Ich weiß nicht. Es ist einfach mein Job, mich ein bisschen um George zu kümmern. Ich mein eigentlich sollte Fred an meiner Stelle sein, und dich mit solchen Fragen löchern um dich in Verlegenheit zu bringen."

Hermine sog scharf die Luft ein. Mit so einer augenscheinlich ehrlichen Antwort hatte sie nicht gerechnet.

„Fred kann einfach nicht mehr für ihn da sein, weißt du? Und irgendwie haben sie immer aufeinander aufgepasst, auch wenn ich immer mit von der Partie war. Und jetzt hat George niemanden mehr.. - Naja, das stimmt nicht, er hat immer noch mich. Und dich, so wie es aussieht." Lee atmete tief ein. „Ich dachte es sei ein Witz, als er mir erzählte, dass er dich eingestellt hat. Aber du hast wirklich gute Ideen und gehst so gut auf die Kunden ein. Er ist glücklich, wenn du da bist, weißt du das? Und ich dachte immer es ist lustig, dass du in ihn verliebt bist. Die Miss-Perfekt steht auf den Witzbold."

„Und jetzt?", fragte Hermine weiter. Sie wusste was jetzt kommen würde, 'Du bist nicht gut genug für ihn. Du bist nicht sein Typ. Du hast keine Chance.'

„Naja, es macht irgendwie Sinn. Ich glaube, du tust ihm gut. Er hat sich in den letzten Wochen verändert, und du hast einen Großteil dazu beigetragen, einfach indem du da warst. Ich denke, ihr würdet gut zusammen passen."

„Ich denke nicht, dass das passieren wird.", warf Hermine trocken ein.

„Warum?"

„Du hast doch gesehen, wie er mit mir umgeht. Es ist für ihn als ob ich seine kleine Schwester bin, oder eine gute Freundin. Aber nicht das Mädchen, mit dem man ausgeht." 'Ich bin nie dieses Mädchen'

„Ich glaube nicht, dass das wahr ist. Ic-"
Er sah wie sie sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel wischte.

„Wie auch immer. Ich geh jetzt besser. Ich bin müde und sollte wirklich schlafen."
Er beobachtete, wie sie ihre Sachen zusammensuchte und ihre Jacke anzog, ehe sie sich noch einmal zu ihm drehte. „Ach, und entschuldige, dass ich dich geschlagen habe."

Ich grinste sie an. „Ach vergiss es, ich habe es verdient. Also, seh ich dich heute Abend?"

„Natürlich, das wird bestimmt lustig. Ich muss ja jedem zeigen, wie rot ich werden kann! Bis heute Abend."

Damit verschwand sie in den Flammen.

Es passiert nicht allzu viel, ich weiß.. Aber Lee und Hermine kommen sich ein bisschen näher - Meint ihr die beiden werden noch sowas wie Freunde? :)