Ganz zu Anfang wie immer: Ich hab die Geschichte nur übersetzt. Das englische Original stammt von kitcat234 . Der Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice !
Hallo ihr Lieben,
heute lernen wir Lee ein bisschen besser kennen. Ich hoffe euch gefällt's.
Sagt mir doch, wies ihr es fandet!
Liebe Grüße
Cati :)
10.
Hermine trat aus den Flammen und warf ihre Sachen achtlos auf das Sofa. Tränen rannen ihr über das Gesicht. Sie tapste durch den Flur in ihr Schlafzimmer, wo sie Turnschuhe und ihr Arbeitsshirt loswurde, und ihn gegen einen alten Pullover ihres Vaters tauschte. Sie versuchte sich die Haare aus ihrem tränennassen Gesicht zu streichen, blieb dabei aber erfolglos. Schließlich ließ sie sich in ihr ungemachtes Bett fallen, schluchzte noch eine Weile herzergreifend, bevor sie in einen unruhigen Schlaf driftete.
Lee starrte in die Flammen, durch die Hermine kurz zuvor verschwunden war. Wie war dieses halbwegs vernünftige Gespräch zustande gekommen? Wieso war er ehrlich zu ihr gewesen. Solche Dinge hatte er nie zuvor gewagt auszusprechen. Er hatte ja noch nicht einmal groß darüber nachgedacht – er hasste es über solche Dinge nachzudenken. Was war also passiert?
Hermine. Hermine Granger war passiert.
Auch er hatte nie zuvor über Freds Tod gesprochen. Vor allem, wenn George in der Nähe war – und er war nun wirklich oft in Lees Nähe – war das Thema nie wirklich zur Sprache gekommen.
Auch für ihn war das letzte Jahr ein hartes und anstrengendes letztes Jahr gewesen: Er hatte dabei zusehen müssen, wie einer seiner besten Freunde sich mehr oder weniger in einen Geist verwandelt hatte, der verloren und ziellos durch die Gegend wandelte und von dem man nicht wusste, ob er im nächsten Moment wütend und traurig zugleich zusammenbrechen würde.
Lee war in vielen dieser Momente bei George gewesen und hatte ihm geholfen, sich wieder zu fangen.
Niemals hatte er darüber gesprochen, wie er sich fühlte, denn auch er hatte einen Bruder und besten Freund verloren.
Auch er hatte diese Momente, in denen er am liebsten in Tränen ausgebrochen wäre, gehabt. Aber er hatte diese Momente vor allen und besonders vor George versteckt.
Er hatte niemals jemandem gesagt, dass er jede Woche den kleinen Friedhof in der Nähe des Fuchsbaus besuchte, und vor Freds Grab Monologe über George führte, und wie das Leben für ihn ohne seinen Bruder, nach mehr als einem halben Jahr ohne ihn, endlich von Tag zu Tag ein bisschen erträglicher wurde.
Sein Umzug nach Irland und die Freude darüber Filialleiter dieser Zweigstelle zu sein, war von Sorgen überschattet worden, George allein zu lassen, denn George war noch nie in seinem Leben alleine gewesen.
Dann trat Hermine in Georges Leben.
Erstmal hatte Lee gut gelacht, als Georges Brief ihn damals erreicht hatte. Er hätte damals gewettet, dass sie es nicht länger als eine Woche, in dem bunten Chaos von Laden aushalten würde.
Als er dann endlich die Möglichkeit hatte, sie bei der Arbeit mit den Kunden und auch mit George zu beobachten, war Lee beeindruckt und auch ein bisschen neidisch gewesen.
Ohne Anstrengung fand sie sich im Laden zurecht und zauberte ein Lächeln in Georges Gesicht. George schien glücklich, wenn sie in der Nähe war, ein Stückchen mehr wie der alte George. Er beneidete sie darum, dass sie George anscheinend mühelos half, wo er es nicht konnte, obwohl er es so sehr versucht hatte.
Dann hatte er bemerkt, wie sie ihn ansah. Es waren nicht diese zurechtweisenden-überheblichen Blicke, mit denen Hermine sie alle in der Schule immer bedacht hatte. Es war auch nicht so, wie sie Ron oder Harry ansah.
Wenn Hermine George ansah, lächelte sie unbewusst. Es war die Art von Blick, mit der Lee sich wünschte irgendwann von seiner Herzensdame angesehen zu werden.
„Du nutzt meine Gefühle - von denen du eigentlich nicht einmal wissen solltest - aus. Für was eigentlich? Zu deinem eigenen Vergnügen? Um dich über mich lustig zu machen? Was willst du machen? Willst du es ihm sagen? Damit ich kündige? Ist es das was du willst? Mich weg ekeln?" , hatte sie gesagt.
Dachte sie wirklich so von ihm? War das die Art von Person, die er für Hermine war? Lee wollte nicht so sein. Nein, er war nicht so. Und er wollte vor allem nicht, dass jemand, egal ob Hermine oder irgendjemand sonst, so von ihm dachte
Er sah in die Flammen und wünschte sich zu wissen, wo sie wohnte. Er wollte nach ihr sehen und sich entschuldigen. Er hatte es viel zu weit getrieben und konnte im Moment nur hoffen, dass sie am Ende seine Beweggründe halbwegs verstanden hatte.
Ihm kam eine Idee: Er schloss seine Augen und konzentrierte sich einen Moment, dann sprach er: „Expecto Patronum." Ein kleiner Seelöwe formte sich aus dem weißen Nebel, der aus seinem Zauberstab kam.
„Es tut mir leid!", flüsterte er und der Seelöwe verschwand.
Er dachte immer noch an ihr Gespräch vorhin.
'Es ist für ihn, als ob ich seine kleine Schwester bin, oder eine gute Freundin. Aber nicht das Mädchen, mit dem man ausgeht.'
Lee hatte in ihren Augen sehen können, wie verletzt sie war. Nein, er glaubte nicht, dass George sie so sah.
Für Lee war Hermine ein Mädchen, dass immer irgendjemandes Arsch rettete, half wo sie nur konnte und mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen.
Ein Mädchen, dass niemals ein „Dankeschön" oder ein „Entschuldigung" erwartete. Ein Mädchen, dass immer dachte, sie sei nicht elegant, lustig oder gut genug um das zu verdienen, was sie sich wirklich wünschte.
'Du Vollidiot', schalt Lee sich selbst innerlich. Manchmal war er wirklich ein Trottel, von allen Menschen, die es so um ihn herum gab, musste er diejenige verletzen, die wohl besser als jeder andere verstand, was es hieß für andere da zu sein, und auch, dass man sich selbst einfach zurückstelle, wenn jemand anderes sie brauchte.
Eine Verbündete. Eine Freundin.
Und gerade die, hatte er wohl ziemlich durcheinandergebracht. 'Das hast du mal wieder gut hinbekommen, Jordan!', dachte er.
Da tauchte sein Seelöwe wieder auf, und sprach mit Hermines Stimme:
„Mir tut es auch leid! … Ich schätze wir sind uns ähnlicher, als es auf den ersten Blick aussieht"
Dann verschwand sein Patronus und Lee lächelte. 'Jordan, ich denke, du hast gerade eine Freundin gewonnen!'
Hermine kam, ziemlich Hermine-untypisch, zwanzig Minuten zu spät im Drei Besen an. Sie trug dunkle Jeans, eine weiße Bluse und hatte ein wenig Make-Up aufgelegt, das die Spuren, ihrer schlaflosen Nacht mit Teddy überdecken sollte.
Sie öffnete die Tür zum Pub, der heute recht gut besucht war. Sie musste sich nach ihren Freunden, die einen Tisch in einer der hintersten Ecken belegt hatten, umsehen.
„HERMINE!", rief da schon Harry, der sie zuerst erblickte.
Schnell ging sie auf den Tisch zu und begrüßte erst Harry, dann auch den Rest der Gruppe
„Hermine, warum bist du so spät dran?"
„Komm schon Ron! Sie ist nicht zu spät dran!"
„Danke, Ginny! Und Glückwunsch zu deinem Sieg!"
„Danke, Hermine! Und jetzt macht mal Platz für Hermine, Jungs!"
„Ich hol mir erst mal ein Butterbier! Bis gleich!"
„Warte, ich komm mit, ich will ein Neues.", hielt Lee sie zurück und bahnte sich seinen Weg zu ihr.
„Sonst noch jemand etwas? Nein? Okay!"
Als sie an der Bar auf ihre Bestellungen warteten, ergriff Lee das Wort: „Also, ist alles okay zwischen uns?"
„Ja,", gab Hermine zur Antwort. „Alles okay."
Sie griff die beiden Flaschen, die der Barkeeper ihr in diesem Moment zuschob und gab eine an Lee weiter. An ihrem Tisch hatten die anderen der Weile ein bisschen Platz gemacht, und Hermine erspähte einen freien Platz neben Harry, den anderen neben George. Lee steuerte zielstrebig den neben Harry an, doch Hermine war schneller. Sie ließ sich neben Harry fallen und erwiderte Lees fragenden Blick mit einem Grinsen.
„Hermine! Was ist mit deinem Gesicht? Das sieht komisch aus!", fragte Ron.
„Danke Ron!", gab Hermine sarkastisch zurück. „Das hört jede Frau gerne!"
Der ganze Tisch lachte.
„Aber Ron hat recht!" schaltete sich da Harry ein. „Du bist ziemlich rot. Hast du einen Sonnenbrand?"
Noch bevor Hermine sich auch nur eine Antwort überlegen konnte, erklärte Lee: „Naja, ich bin Schuld daran. Es ist ein neues Produkt, dass ich entworfen habe. Und ich brauchte unbedingt eine Testperson."
„Und was genau bewirkt es?", fragte Ginny.
„Es lässt einen erröten, wenn-" Hermine warf Lee bei diesen Worten einen ängstlichen und flehenden Blick zu. Dieser schüttelte allerdings nur den Kopf und zwinkerte ihr zu. „-wenn Leute um einen herum sind, die man mag. Es ist ein harmloser Teenager Streich. Ihr wisst doch wie sie sind: 'Hahaha, du bist so rot!' und das wars.", imitierte Lee mit hoher Stimme.
Die Gruppe lachte abermals, und niemand bekam das leise „Danke!" von Hermine an Lee mit.
„Genau! Heute Morgen, war ich wohl wie ein Zombie, dank deinem kleinen Monster!", führte Hermine dann weiter aus, und stieß Harry leicht mit dem Ellbogen.
„Also hat Lee mit einen Kaffee gebracht. Mit der perfekten Menge an Zucker und Milch – apropos, woher wusstest du wie ich meinen Kaffee mag?"
„Ich hab's einfach drauf!", zwinkerte er.
„Ach quatsch hast du nicht! Er hat mich vor ein paar Tagen danach gefragt. Und ich – ähm, hab dich mal dabei gesehen, wie du deinen Kaffee gemacht hast.", lachte George.
„Wie auch immer-" fuhr Hermine fort, und lächelte George an. „war ich zu müde, um zu merken, dass Lee wohl noch etwas, in den Kaffee getan hat."
„Ja, es ist ein kleiner Drop. Er löst sich in Flüssigkeiten auf. Es ist ein bisschen so, wie die Zitronendrops, die Dumbledore einem in seinem Büro immer anbietet." erklärte Lee sein Produkt.
„Aber als Hermine es dann bemerkt hat, war sie so sauer, dass sie mich geschlagen hat.", er rieb sich die Nase.
„WAS?!", rief Ginny aus, während die anderen einfach lachten.
„Ja, ich glaube, sogar fester, als ich Malfoy damals erwischt habe!"
„DU HAST MALFOY GESCHLAGEN?!", rief Ginny fasstungslos.
Lee und George, die davon bis jetzt auch nichts gewusst hatten, grinsten. „Ich bin so stolz auf dich!", lachten sie im Chor.
„Wirst du es denn auch noch an George testen?", wollte Ron von Lee wissen?
„Besser nicht!", brummte George.
„Woher willst du wissen, dass ich es dir noch nicht untergejubelt habe?"
„Naja, selbst wenn, viel Effekt hätte es eh nicht. Jeder hier am Tisch gehört zur Familie."
„Harry, Lee und Hermine nicht!" wiedersprach Ron.
„Natürlich gehören sie zur Familie, Ron!", lachte George.
Lee sah bei Georges Worten gleich zu Hermine. Sie lachte nicht länger, sondern sah wirklich niedergeschlagen aus. Ihre Worte kamen ihm wieder in den Sinn – 'Ich bin die kleine Schwester, nicht das Mädchen mit dem man ausgeht.'
Sie versuchte, das Lächeln wieder in ihr Gesicht zu zwingen, doch es wollte nicht so recht gelingen. Dann stand sie auf und griff nach ihrer Jacke.
„Leute, ich hoffe ihr seid mir nicht böse, aber ich glaub, ich sollte wieder ins Bett. Ich bin wohl doch noch nicht wieder ganz auf der Höhe. Es tut mir leid, aber ich will euch wirklich nicht den Abend verderben. Viel Spaß noch!"
„Warte doch mal Hermine! Soll ich dich nach Hause bringen?" George sah wirklich besorgt aus.
„Nein!", kam Hermines schnelle Antwort. Sie schenkte ihnen allen noch ein letztes Lächeln, bei dem Lee die Tränen in ihren Augen sehen konnte, dann drehte sie sich um und verließ den Pub.
„Verdammt George!", fluchte Lee. „Mal ehrlich: Du bist manchmal so ein Idiot!"
George sah Lee nur verwirrt an, der seinen Mantel nahm und Hermine hinterher eilte.
Er blicke sich um, als die Tür hinter ihm zu fiel. In einiger Entfernung konnte er den Lockenkopf vor einem Schaufenster erkennen.
„Hermine!", schrie er. Und lief auf sie zu.
Als er vor ihr stehen blieb keuchte er etwas außer Atem: „Hermine, er ist ein Idiot. Er versteht es nicht wirklich, aber ich bin sicher er meint es nicht -"
„Ich weiß.", Hermines Stimme brach und als sie sich ihm zuwandte, konnte Lee die Tränen sehen, die ihr Gesicht hinunterrannen. „Es ist nur- egal. Geh zurück."
„Hermine! Er hat nicht gemeint, was er über dich, und dass du zur Familie gehörst, gesagt hat." Lee hasste sich. Es war alles seine Schuld und er hasste, Hermine so weinen zu sehen.
„Es – es tut einfach nur weh, weißt du?" flüsterte sie.
„Ich weiß."
Lee schlang die Arme um die und drückte sie fest.
Am anderen Ende der Straße, stand ein rothaariger Mann am Eingang des Pubs und sah, wie seine beiden besten Freunde sich vertraut umarmten. Der Anblick ließ das Lächeln auf seinen Lippen ersterben.
