Ich hab die Geschichte nur übersetzt. Das englische Original stammt von kitcat234 . Der Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice !
12.

Hermine hatte es sich mit einem Buch auf der Couch gemütlich gemacht und versuchte das eben Geschehene zu verdrängen.

'Miss Evesham, Sie sehen heute Abend bezaubernd aus. Ich kann einfach-'

Hermine schrak auf. Hatte sie etwas gehört? Sie sah sich um. Nichts. Sie hätte schwören können eine tiefe Stimme gehört zu haben, was natürlich nicht möglich war, da die einzige Person, die außer Hermine in diesem Haus lebte , , eine hohe fast schon schrille Stimme besaß.

Hermine wandte sich wieder zu ihrem Buch.

'Miss Evesham. Sie sehen heute-'

„HILFE! ZUR HILFE! EIN DIEB! HILFE! SIE SCHURKE! VERSCHWINDEN SIE!"

Hermine sprang von der Couch auf. Digby, der bis dahin auf ihrem Schoß gelegen hatte, landete auf der Couch und fauchte. Lautes Geschrei war aus der Wohnung unter ihr zu hören und Mrs. Egdewoods vier Terrier kläfften fürchterlich. Hermine schnappte sich ihren Zauberstab und beeilte sich die Treppe hinunterzueilen. Sie wollte sich gerade Zugang zur Wohnung verschaffen, als die Tür geöffnet wurde.

„Nein! Ma'am! Das war ein Fehler meinerseits! Ich wollte Sie nicht ausrauben! Au! Aua! So hören sie doch auf damit!"
„SIE DIEB! HILFE! EIN VERBRECHER! NIMM DAS! UND DAS! UND DAS AUCH!"

„Mrs. Edgeworth, sind Sie in Or-"

„Hermine, zum Glück bist du hier! Hilf mir! Sie soll damit aufhören!"

„GEORGE?!"

„NIMM DAS, DU DIEB!"

„AUA! Nun hören Sie endlich auf! Ich wollte Sie nicht ausrauben!"

„Mrs. Egdeworth! MRS. EDGEWORTH!", rief Hermine, und stellte sich zwischen die beiden. Sie griff nach dem Regenschirm, mit dem sich die 107-Jährige offensichtlich verteidigt hatte, indem sie George damit schlug.

Mrs. Edgewoth sah sie überrascht an: „Hermine? Seit wann sind Sie hier?"

„Ich-"

„Dieser Mann hier wollte mich ausrauben."
„Ich wollte Sie nicht-"

„Er ist fluchend aus meinem Kamin gestiegen, und sofort durch den Raum auf die Tür zugestürzt. Er wollte auf dem Weg sicherlich das kristallene Teeservice meiner Urgroßmutter stehen! Es ist unbezahlbar!"

„Ich bin einfach nur aus dem falschen Kamin ge-"

„Aber ich habe ihn auf frischer Tat ertappt!"

„Mrs. Edgeworth!", versuchte Hermine die alte Frau zu unterbrechen. „Er ist kein Dieb." Die Dame sah Hermine verwirrt an. „Er ist mein Chef!"

„Und wieso kommt er dann aus meinem Kamin?", fragte sie und hob sicherheitshalber den Regenschirm.

George, der sich gegen die Wand im Flur gelehnt hatte und heftig atmete meldete sich nun zu Wort. „Wie ich Ihnen schon versucht habe zu Erklären, bin ich einfach nur einen Kamin zu weit gereist, was mir auch sehr leid tut. Ich wollte zu Hermine. Es war einfach ein Versehen.", versuchte er es noch einmal und klang dabei als würde es ihm wirklich leid tun. Die alte Frau hatte ihm auch wirklich zugesetzt.
Seine Wange blutete und sein linkes Auge, war ziemlich zugeschwollen.

„Oh.", Mrs. Edgeworth stellte den Regenschirm wieder an ihre Garderobe, was George erleichtert aufseufzten ließ. „Nun dann, Ich rate Ihnen beim nächsten Mal an der Tür zu klopfen, wie ein Gentleman. So haben Sie viel bessere Karten!" Damit drehte sie sich um, und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen.

Hermine und George sahen einander an. Dann wandte sich Hermine ohne ein weiteres Wort um, und stieg die Treppen hinauf. George folgte ihr.

„Hermine."

„Ich rede nicht mit dir!"

„Hermine!"

Bumm. George konnte gerade noch seine Finger wegziehen, die sonst garantiert im Weg gewesen wären.

„Hermine, mach die Tür auf." Stille. „Hermine, bitte!" Stille.
Er lehnte sein schmerzendes Gesicht gegen das kühle Holz der Tür.
„So hatte ich mir das nicht vorgestellt.", begann er leise und konnte ein verächtliches Schnauben hinter der Tür hören. „Hermine ich bin ein Trottel, ein großer Trottel." Noch ein Schnauben. „Scheiße verdammte! Ich bin hier, um mich zu entschuldigen. Ich habe dich heute wirklich schlecht behandelt." Diesmal konnte er nichts hören. Sollte er warten oder weitersprechen? „Es tut mir leid-"

„Ich höre!", kam es knapp von Hermine. George konnte sich genau vorstellen, wie sie da stand. Die Arme verschränkt, die Lippen zusammengekniffen und mit abwartendem Blick.

„Ich war ein Vollidiot. Und ich bin's noch! Ich hab was gesehen und mir etwas Falsches zusammengereimt und dafür habe ich dann auch noch dich und Lee gestraft."

Er wartete, aber bekam keine Antwort.

„Hermine. Ich bin dir und Lee am Samstag gefolgt, als du gegangen bist. Dann habe ich gesehen wie er dich umarmt hat. Und ich konnte es nicht genau erkennen, aber ich dachte, dass ihr.. ihr.."

„uns küssen?", beendete Hermine.

„Ja, und das hat mich ziemlich wütend gemacht, weil.. naja weil – dafür gibt es viele Gründe."

„Und die wären?"

George seufzte. „Wirst du mich all das jetzt der Tür erzählen lassen?"

Jetzt war es an ihr zu Seufzen. Er konnte hören, wie sie sich hinter der Tür bewegte. Die Tür wurde einen Spalt geöffnet. Er trat ein. Sie Tür schloss sich hinter ihm von selbst.
Hermine stand an der anderen Seite des Raumes, mit dem Rücken zu Wand und verschränkten Armen. Den Zauberstab in der Hand.
George wollte auf sie zugehen, aber er konnte nicht. Er versuchte es nochmals, aber seine Füße waren fest am Boden. Er sah an sich hinunter und dann zu Hermine, die ihn feindselig anstarrte.

„Ich hab wohl ziemlichen Mist gebaut, oder?, flüsterte er. „Merlin, Hermine es tut mir so leid."

„Warum?"

„Was?"

„Warum?", wiederholte sie. „Warum warst du so wütend?"

Er atmete laut aus, bevor er begann:„Das ist eine längere Geschichte, aber ich denke du solltest sie hören: Fred und Lee und ich hatten seid unserem ersten Jahr in der Schule diese Abmachung. Wenn jemand sagt, dass irgendein Mädchen 'aus dem Spiel' ist, dann ist sie für die Anderen tabu. Das hat damals angefangen, weil Lee für Angelina geschwärmt hat. Wir haben zugestimmt, aber naja, wir waren elf und das war keine große Sache. Lee hat jahrelang für sie geschwärmt, hat ihr bei den Quidditchspielen über das Mikrophon immer Komplimente gemacht. McGonagall hat ihm immer gedroht, dass sie sich jemand anderen suchen würde, wenn er nicht damit aufhört. Aber naja, es gab keinen besseren Kommentatoren als ihn, also hat sie ihm nur gedroht.
Sechs Jahre lang, war Lee hinter Angelina her, und ich glaube er hat irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft er sie um ein Date gebeten hat. Und dann kam der Weihnachtsball, und er war wirklich nervös und schmiedete Pläne, wie es sie sehr romantisch fragen wollte, ob sie mit ihm dahin geht. Und dann, an dem Abend, an dem Lee das durchziehen wollte, saß Fred mit mir, Ron und Harry vor dem Kamin. Und als Angelina den Gemeinschaftsraum betrat, hat er sie einfach quer durch den Raum geschrien: 'Ey! Angelina! Gehst du mit mir zum Weihnachtsball?' und sie hat zugestimmt gesagt. Lee hat geschäumt vor Wut. Eine Woche lang, hat er Fred nicht angesehen und als Fred und Angelina nach dem Ball dann zusammengekommen sind, hat Lee drei Monate nicht mit ihm gesprochen. Kein Wort.
Lee war so enttäuscht von Fred und dass er das Versprechen gebrochen hat. Fred andererseits behauptete, er habe nicht gewusst, dass Lee immer noch hinter ihr her war, nach all der Zeit. Für ihn war das eine blöde Regel, die wir als Kind festgelegt hatten.

Ich war in der Mitte, konnte beide irgendwie verstehen. Es hat mich eine Menge Überzeugungsarbeit gekostet bis Lee Fred wieder 'hallo' gesagt hat.

Als Fred und Angelina sich irgendwann getrennt haben, ist sie zwei-drei Mal mit Lee weggegangen. Dann kam der Krieg und Lee hat gesehen, wie sie an Freds Grab zusammengebrochen ist. Er hat danach nicht mehr versucht, sie zu treffen. Ich glaube sie hat Fred geliebt, die ganze Zeit über. Und Lee, er liebt sie so sehr, dass er sie hat gehen lassen. Aber er hat sich seitdem mit keiner anderen Frau mehr getroffen."

George hatte sich während seiner Geschichte auf den Boden sinken lassen. Die ganze Zeit über hatte Hermine ihn beobachtet.

„Naja, und damals als Fred und Angelina zusammengekommen sind, hat Lee mich das Versprechen wiederholen lassen. Ich habs gemacht, auch wenn ich wirklich verstanden habe wieso. Und als du angefangen hast, bei mir zu arbeiten, hab ich ihm deutlich gemacht, dass er dich in Ruhe lassen soll."

„Wa-Warum?"

„Weil du meine beste Freundin bist. Und du warst zuerst meine! Freundin, ich kannte dich zuerst! Ich wollte nicht, dass er etwas mit dir anfängt. Ich hab ihm gesagt, er soll aufhören dir Streiche zu spielen – was er ignoriert hat – und ich hab ihm gesagt, er soll dich in Ruhe lassen, was ziemlich unsinnig ist, weil er immer noch nicht über Angelina hinweg ist, aber ich habs getan. Und dann hab ich euch vor dem Pub gesehen und hab gedacht dass- Ich war so wütend und hab einfach nicht nachgedacht. Ich hab gedacht er hätte das Versprechen gebrochen, so wie Fred es damals getan hat.

Dann bin ich nach Irland gegangen und habe Lee angeschrien – und er- er hat mich ausgelacht! Ich war kurz davor ihm den Kopf abzureißen! Dann hat er mir alles erklärt."

„Was meinst du mit er hat dir ALLES erklärt?", fragte Hermine sofort.

„Naja, er hat alles erklärt. Er hat gesagt dass du geweint hat, und er nach dir gesehen hat. Als ich gefragt habe, warum du geweint hast, hat er gesagt, dass ihr euch gestritten habt, weil er dir den Streich mit dem Rot-werden gespielt hat, und du ihn geschlagen hast. Er hat gesagt, dass es dir nicht gut ging, wegen etwas, dass er mir nicht sagen darf, und dass ich im Pub irgendwas gesagt habe, dass dich verletzt hat. Hermine, ich – es tut mir so unglaublich leid. Ich hätte dich nicht so behandeln dürfen. Mir tut alles so leid. Ich hoffe du hasst mich nicht.", endete George niedergeschlagen.

Hermine verließ ihre Stellung am anderen Ende des Raumes, kam zu ihm und kniete sich neben ihn. „Ich könnte dich niemals hassen, George." Sie besah sich seine aufgeplatzte Wange und sein zugeschwollenes Auge. „Kannst du dadurch eigentlich noch etwas sehen?"

„Nicht wirklich, ist es noch offen?"

„Ein kleines bisschen.", sie zauberte sich einen nassen Lappen aus der Küche und begann vorsichtig seine Wunden zu säubern. Ihr Gesicht war nur wenige Zentimeter von seinem entfernt.
„Ich kann nicht glauben, dass meine Nachbarin, sie ist übrigens 107! Jahre alt, dich so fertig gemacht hat.", lachte sie.

„Ja, ich hätte nie gedacht, dass sie so fest zuschlagen kann."

„Das könnte daran liegen, dass sie mal Treiber bei den Kenmare Kestrels war."

„Das würde einiges erklären."

„Es stimmt. Ich musste mir all ihre Fotos ansehen und sie hat mir ihr Trickot gezeigt."

„Das klingt nach Zwang! Hermine sowas ist eine Ehre! Das du das nicht siehst, tut mehr weh als mein Auge!", versuchte George zu scherzen.

„So, jetzt steh auf, und komm zum Fenster. Damit ich das Heilen kann, brauch ich Licht!"

George stand auf und zog sie in eine feste Umarmung. Ihre Haare kitzelten seine Nase. Irgendwie fühlte es sich gut an sie zu halten.

„Hermine?"

„Mmh?"

„Es tut mir leid!"
„Ich weiß", murmelte sie an seiner Schulter.

„Ich hoffe, du kannst mir verzeihen."

„Dir kann man leicht verzeihen, George."

Hab ich erwähnt, dass ich Mrs. Edgeworth toll finde? :D