Das Übliche: Ich hab die Geschichte nur übersetzt. Das englische Original stammt von kitcat234 . Der Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice !
Viel Spaß euch allen :)
15.
Lee tauchte mitten in der Winkelgasse, direkt vor Weasleys Zauberhafte Zauberscherze auf. Im Laden war schon alles dunkel. Kurz überprüfte er, ob der Laden geschlossen, und sämtliche Schutzzauber aktiv waren. Nicht, dass er Hermine nicht traute – sie war schließlich immer perfekt – aber gerade in der Verfassung, in der sie sich gerade befinden musste, war Vorsicht besser als Nachsicht.
Schnell lief er die Gasse entlang und betrat schließlich den Tropfenden Kessel, der gut gefüllt war. Er sah sich um: Junge Frauen, die offensichtlich einen Frauenabend veranstalteten, was bedeutete sich an jeden Kerl ranzuschmeißen, der es wagte nahe genug an sie heranzutreten. Junge Männer, die sich zusammen volllaufen ließen und eine Reihe offensichtlicher Ministeriumsangestellter, die sich ein oder vielleicht auch zwei Feierabend-Butterbiere gönnten und mitten drin, gleich vorne an der Theke Hermine.
Sie starrte einfach vor sich hin, nahm ab und an einen Schluck von ihrem Butterbier und als der Barkeeper ihr etwas vor die Nase stellte, was verdächtig nach Feuerwhiskey aussah, kippte sie den Inhalt des Glases in einem Zug runter. Die eindeutigen Blicke einiger Jungs ignorierte sie gekonnt. Lee schüttelte den Kopf darüber. Sie würde solche Blicke nie bemerken, dabei war sie offensichtlich schön. Und das musste er zugeben, auch wenn Hermine schlicht und ergreifend nicht dem Typ Frau entsprach, den er mochte. Sie hatte eine gute Größe: Nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Sie hatte eine gute Figur, mit Kurven an den richtigen Stellen. Ihr Haar, früher nicht zu bändigen, fiel heute in sanften Locken ihren Rücken hinab und ihre großen brauen Rehaugen brachten wohl fast jeden Mann zum dahinschmelzen, auch wenn sie gerade vermutlich vom Weinen gerötet waren.
Gerade als Lee auf sie zuging, quatschte einer der Jungen sie an, er konnte allerdings nicht verstehen, was genau er sagte. Ohne ein Wort gab sie dem Barkeeper ein Handzeichen, der ihr sofort einen neuen Feuerwhiskey vor die Nase setzte. Als sie Lee erblickte, prostete sie ihm schon fast spöttisch zu, ehe sie das Zeug hinunterkippte.
Der Kerl startete einen weiteren Versuch und diesmal war Lee nah genug dran um zu verstehen was er von sich gab: „Also, hast du einen Freund oder so?"
Lee schritt ein. „Hey Schatz!", rief er laut und trat an die beiden heran. Die Augen des Jungen waren schreckensgeweitet.
„Bitte entschuldige, dass ich so spät bin, aber du weißt ja selber, wie es im Auroren Büro zugehen kann.", er musste sich zurückhalten nicht lauthals loszulachen.
„Jetzt bist du ja da", antwortete Hermine leicht lächelnd.
Lee umarmte Hermine und gab ihr einen Schmatzer auf die Wange, ehe er den Jungen abschätzig ansah. „Kann ich dir helfen?"
„Ähm.. .Nein.. Ich bin nur…", damit brach er ab, drehte sich rum und verschwand.
Lee ließ sich auf den Platz neben Hermine fallen.
„'Tschuldigung!", grinste Lee. „Das musste sein!"
Hermine kicherte. „Das ist so seltsam passend! Weißt du, letzte Woche hat Harry noch gefragt, ob du auf mich stehst."
Lee verzog gequält das Gesicht. „Der Junge hat die Zauberwelt gerettet, aber er hat keine Ahnung von solchen Dingen. Er kann froh sein, dass Ginny so penetrant war."
Diese Aussage brachte Hermine zum lachen. „Also!", fuhr Lee fort. „Darf ich dich auf einen Drink einladen?"
Hermine schüttelte wortlos den Kopf, was Lee dazu veranlasste den Kopf schiefzulegen. „Willst du darüber reden?"
Wieder schüttelte Hermine den Kopf.
„Ich seh schon, wird brauchen zuerst noch ein bisschen Alkohol." „Was darf ich euch denn bringen?", wurde er da auch schon vom Barkeeper – pardon der Barkeeperin, einer dunkelhaarigen Schönheit, unterbrochen. Lee unterdrückte den Gedanken, dass sie diesem einen Mädchen äußerlich gar nicht so unähnlich war.
„Drei davon, bitte!", rief er und deutete auf Hermines leeres Glas.
„Warum drei?", fragte Hermine, als die Bedienung ihnen wieder den Rücken zugedreht hatte.
„Du hast einen Vorsprung, ich muss aufholen", antwortete Lee. „Wenn wir schon zusammen in Selbstmitleid baden wollen, dann müssen wir uns vorher ordentlich betrinken! Ich kann verstehen, wie du dich grad fühlst, sagen wir einfach, ich habe es auch schon mal erlebt." Der sonst so fröhliche Lee, klang nun betrübt.
Als er Hermines Hand auf seinem Arm fühlte und ihr in die Augen sah, überkam ihn das Gefühl, dass diese Tatsache nicht neu für sie war. Bevor er weiter darüber nachdenken konnte, wurden die Gläser vor ihnen abgestellt. Entgegen Lees Vermutung, war es nicht purer Feuerwhiskey.
„Also, was ist das für ein Zeug? Da ist auf jeden Fall Feuerwhiskey drin, aber was noch?"
„Hier heißt es Sunrise. Whiskey mit Ginger Ale. Vermutlich wegen der Farbe."
„Wenn das die Farbe einen Sonnenaufgangs sein soll, dann ist in deiner Farbwelt wirklich etwas falsch."
Hermine lachte auf. „Das hab ich auch gedacht. Aber es ist ja auch egal, es schmeckt und erfüllt seinen Zweck. Mein Vater sammelt Whiskey, deshalb hab ich, als ich klein war viele Rezepte gelernt, auch wenn ich sie damals natürlich noch nicht trinken durfte."
„Soso, Miss Perfekt weiß also, wie man einen guten Drink mischt. Gut zu wissen.", lachte Lee und nahm einen Schluck. Als sie es ihm nachtat begann er erneut: „Also, wie geht's dir?"
„Mies!", sagte sie bitter lächelnd. „Und dir Lee? Weißt du wie es sich anfühlt jemanden zu mögen, der offensichtlich weder dich noch deine Gefühle bemerkt?"
Zur Antwort kippte Lee den Rest seines Getränks hinunter und griff nach dem zweiten, auch Hermine nahm einen Schluck.
Nach einigen Minuten begann sie erneut: „Weißt du, im Grunde sieht es für jeden so aus, als ob ich das komplette Gegenteil von ihm bin. In Wirklichkeit haben wir viele Gemeinsamkeiten und wir arbeiten so gut zusammen. Ich glaube, ich war schon lange bevor ich das bemerkt habe in ihn verliebt. Und für mich ist es wirklich eine Schande, dass ich so lange gebraucht habe, und das macht es irgendwie noch schlimmer. Mir bleibt jetzt nichts anderes übrig als rumzusitzen, still zu sein, zu hoffen und zu warten."
„Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist, aber ich für meinen Teil war damals alles andere als still."
„Ja ich weiß, ehrlich ich fand deine Kommentare damals während den Spielen toll. Insgeheim hab ich immer gehofft, dass das mal jemand für mich tun würde. Vor allem, wenn du vor McGonagall geflüchtet bist, als sie dir das magische Mikrophon abnehmen wollte."
„Ja, glaub mir, heute wünschte ich, sie hätte es getan. Weißt du wie SIE damals darauf reagiert hat? Sie hat gelacht, ist rot geworden – und das war's." Er gab der Barkeeperin das Zeichen für zwei weitere Drinks.
„Und ich hab mir den einzigen Kerl ausgesucht, der es anscheinend mag wenn ich in seiner Nähe bin, aber absolut nicht versteht, was alle anderen auf den ersten Blick sehen. Sogar Ron hat das bemerkt, verdammt noch mal!"
„Kann ich ehrlich sein, Hermine?"
Die Angesprochene lachte trocken auf. „Seit wann bist du nicht verdammt ehrlich? Ich dachte das war ein wichtiger Bestandteil deiner wundervollen „Lass-uns-Hermines-Grenzen-austesten."-Aktion."
„Hermine, ich glaube er mag dich wirklich. Ich denke, er hat es nur noch nicht verstanden."
Hermines Augen füllten sich mit Tränen, die sie wütend wegwischte. „Jeder sagt mir das und ich hasse es! ICH HASSE ES! Das ist Unsinn Lee! Wie kann er das nicht verstehen? Entweder man weiß sowas, oder man weiß es nicht! So funktioniert das! Ich hasse solche Kommentare, weil mich das in so eine Zwischenschiene drängt. Wenn er wenigstens nicht so toll wäre! Dann könnte ich still hier sitzen und mir einreden, dass es vermutlich das Beste für mich wäre, wenn nicht mehr daraus wird. Und ständig ist er in meiner Nähe und fasst mich an, umarmt mich, manchmal gibt es sogar einen Kuss!"
„Was? Kuss?", fragte Lee erstaunt.
„Naja, auf die Wange. Ich hasse es, er sagt mir, dass ich die Beste bin und dass er so glücklich darüber ist, dass er mich hat. Dann gibt's ne Umarmung und ein Küsschen auf die Wange. All das macht es so viel schwerer in seiner Nähe zu sein. Solche Dinge sind furchtbar, wenn ich weiß, dass er mir anderen ausgeht, die das sind, was ich gerne wäre. Ich weiß ja, dass ich ihn nicht haben kann."
„Ach Hermine, das ist wirklich hart."
Jemand stellte die neuen Drinks vor ihnen ab. „Auf das wir uns nie wieder in die Falschen verlieben!", meinte Hermine sarkastisch und hob ihr Glas.
Lee tat es ihr nach und sie stießen an. „Du hast ja keine Ahnung, wie Recht du hast."
„Ich denke, das weiß ich!"
„Mmh, verliebt.", machte Lee ein wenig abwesend und nippte an seinem Drink.
„Naja, es ist entweder das, oder jemand hat mich unter Drogen gesetzt. Es fühlt sich an, als ob man mich in ein tiefes, dunkles Loch gestoßen hätte und ich weiß einfach nicht, ob ich wohlbehalten unten ankomme oder mir jeden verdammten Knochen brechen werde."
Lee lachte bitter auf. „Man nennt sowas auch unerwiderte Liebe. Und der einzige Mensch, den ich kenne, der dass unbeschadet überstanden hat, ist Ginny."
„Wie kann sie nur!"
In einvernehmlichem Stillschweigen, tranken die beiden in den nächsten Minuten ihre Drinks aus.
„Danke, Lee.", meinte Hermine und sah mit einem Mal unglaublich müde aus. „Es ist nett, dass du mich nicht dafür verurteilst, dass ich hier so sitze."
Lee stieß sie mit der Schulter an. „ich habe noch niemals mit jemandem meine Sorgen in Alkohol ertränkt. Irgendwie ist es ganz nett, wenn die Situation auch ziemlich beschissen ist."
„Auch wenn es sich irgendwie realer anfühlt nachdem man es laut ausgesprochen hat, nicht wahr?"
„Ja, das nervt! Also, haben wir genug für heute?"
Hermine trank die letzten Schlucke ihres Glases. „Ich denke, ich hatte genug Flüssigkeit, um neue Tränen produzieren zu können!", gab sie sarkastisch zurück.
Lee lachte. „Eine nette Art, sowas zu messen!"
„Oh man, ich kann morgen wirklich nicht zur Arbeit gehen. Ich würde das nicht packen!", stöhnte Hermine.
„Wegen dem vielen Alkoh-" Hermine hob nur die Augenbraue. „Wegen ihm. Ich versteh schon. Sag einfach, dass es dir nicht gut geht, dass du total krank bist."
„Wer ist total krank?"
Hermine und George zuckten zusammen, und drehten sich zu der Person um, die sie unterbrochen hatte.
Es war George.
„Verdammte scheiße.", maulte Lee.
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