17.

Als Lee aus den Flammen trat, konnte er zwei ihm bekannte Stimmen im Verkaufsraum hören. Er trat in den Raum und hob die Hand zum Gruß, als er auch schon begrüßt wurde:
„Jordan! Da bist du ja! Wie geht's dir?"

„Gut danke und dir, mein Freund? Ich sehe du amüsierst dich mit unserer wundervollen neuen Mitarbeiterin!", witzelte Lee und wurde prompt von Hermine auf den Arm geschlagen.

„Lee, du Blödmann!", lachte sie. „Du hättest mir ruhig sagen können, dass du heute her kommst und dich mit Oliver triffst! Ich hab mich total erschreckt, als er plötzlich aus dem Kamin gestolpert ist!"

„Eigentlich wollte ich ja vorher noch zu George, aber Hermine hat mir gesagt, dass er ausgegangen ist.", schaltete Oliver sich ein.

Lee sah Hermine mit hochgezogenen Brauen an, diese nickte nur woraufhin Lee mit den Augen rollte.

„Was war das gerade?", fragte Oliver.

„Nichts, Kumpel! Sagen wir einfach George geht mit den falschen Mädchen aus.", antwortete Lee mit einer abweisenden Geste.

„Alles klar! Bereit zu gehen?", fragte Oliver da.

„Auf jeden Fall! Du glaubst nicht was heute im Laden los war! Ich braue definitiv einen Drink!", stöhnte Lee.

„Komm doch mit, wenn du Lust hast Hermine!", rief Oliver.

„Lieb von dir, aber ich bin heute ziemlich müde! Ein anderes Mal, ja?"

Hermine verabschiedete beide mit einer Umarmung und verschloss die Tür hinter den beiden.

Die beiden hatten gerade ihr erstes Butterbier geleert, als George mit einer Brünetten im Schlepptau die Kneipe betrat.

„Hey, ihr beiden!", rief er fröhlich. „Was führt dich denn hierher, Oliver?"

Die drei begrüßten sich mit Handschlag.

Anstatt darauf zu antworten, visierte das Mädchen hinter ihm an. „Na sieh mal einer an, wer sich doch noch entschlossen hat zu uns zu stoßen! Hermi- ! Autsch! Ääähm… Wer ist das?", fragte er und kassierte zwischenzeitlich einen Stoß zwischen die Rippen von Lee.

George, der Oliver verwirrt musterte, erklärte: „Das ist Jenna!"

„Heeey!", rief sie fröhlich und mit viel zu hoher Stimme. Lee presste seine Lippen aufeinander um nicht laut loszulachen.

„Jenna, das ist Lee. Er-"
„Oh ja, aus dem Laden! George hat mir einfach alles über dich erzählt", quietschte sie.

„Ich hoffe nur die guten Dinge.", grinste Lee.

„Und das ist Oliver, ein-"

„OH. MEIN. GOTT! Du bist Oliver Wood! Du bist Kapitän bei den dogs oder? Ich bin ein großer Fan und schaue einfach jedes Spiel! Du bist brillant!"

„Ähm, ja… Danke!", grinste dieser verlegen.

„Wir wollen dein Date auch nicht weiter unterbrechen, George!", setzte Lee dem Irrsinn ein Ende.

„Danke." Brummte George und während Jenna sich überschwänglich von Oliver verabschiedete und demnach nichts mitbekam, meinte er trocken aber grinsend: „Ich hab eh keine Chance gegen Oliver, den Star!"

„Du musst das verstehen! Guck dir mal dieses markante Profil und diese wundervollen braunen Augen an!", lachte Lee.

„Halt die Klappe, Lee!", grummelte George und zog seine Verabredung von Ihnen weg.

Zurück blieben ein reichlich verwirrter Oliver und ein amüsierter Lee.

„Okay, liegt das an mir oder sah die gerade…" – „Genau aus wie Hermine", beendete Lee.

„Ja genau.", bestätigte Oliver. „Mal mit Ausnahme von ihrer Stimme. Aber warum?"

„Ich verstehe es auch nicht." Lee schüttelte den Kopf.
Nach einer Pause und zwei weiteren Butterbieren für beide fragte Oliver:

„Meinst du Hermine kann sich auch so heraus putzen?"

„Oh ich habe sie nicht oft so gesehen, aber wenn, dann um längen besser als das, was wir gerade gesehen haben."

„Darauf trink' ich!", rief Oliver und gab dem Barkeeper das Zeichen, zwei weitere Butterbiere zu bringen.

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Fröhlich verabschiedete George sich von seinem Kunden. Gerade hatte er ihm einen lilanen Knuddelmuff für seine sieben Jahre alte Nichte verkauft. Er sah sich nach Hermine um und fand sie nahe der Tür im Gespräch mit einem Mann in seinem Alter. Als er auf die beiden zuging, kam ihm der Kerl seltsam bekannt vor, nur fiel ihm nicht ein woher.

„Hey!", lachte er Hermine an.

„George!", rief diese. „Erinnerst du dich noch an Roger? Aus Hogwarts?"

Und da machte es ‚Klick'. Roger Davies. Aus Ravenclaw. Ein Jahr unter George. Quidditch Kapitän.

„Natürlich." Erwiderte George. „Was machst du heutzutage so, Davies?"

„Ich arbeite im Ministerium in der Abteilung für Magischen Sport. Was du so machst, ist ja offensichtlich!", er lachte breit und sah sich um.

Hermine lachte hell und George verzog sein Gesicht.

„10 Punkte für Ravanclaw!", kommentierte er trocken.

Roger musterte ihn mit hochgezogener Augenbraue und wandte sich dann an Hermine. „Ich geh dann mal besser. Danke für deine Hilfe mit den Juxstäben. Ich sehe dich dann gleich um kurz nach sechs?"

„Ich freu mich schon!", lächelte diese.

Roger verabschiedete sich mit einem Nicken von George und verließ den Laden.

„Heute Abend um kurz nach sechs?", fragte George neugierig.

„Ja. Ich muss heute Abend doch nicht den Laden abschließen, oder? Heute habe ich nämlich ein Date!", lächelnd drehte Hermine sich um und begann das Gespräch mit einem neuen Kunden.

„Mit Roger Davies?", fragte George, doch Hermine begrüßte schon den Kunden. „Guten Tag! Kann ich ihnen behilflich sein?"

„MIT ROGER DAVIES?" George war ihr fassungslos gefolgt und unterbrach nun das Kundengespräch.

Hermine entschuldigte sich bei ihrem Kunden. „George, ich spreche gerade mit einem Kunden."

Bevor George antworten konnte hatte sie sich wieder zu der alten Dame gedreht und führte sie in die Abteilung für Muggel-Magie. Zehn Minuten später verlies die Kunden vergnügt und mit einer großen Tüte den Laden und Hermine gesellte sich zu George, der an der Kasse rumlungerte.

„Also, warum gehst du mit Roger Davies aus?", wollte George wissen. „Es ist einer der schlechtesten Kapitäne gewesen, die Ravenclaw jemals hatte.

„Gut, dass es der Punkt „War ein guter Quidditch-Käpitan" ziemlich weit unten auf der Liste mit Kriterien steht, nach denen ich auswähle mit wem ich ausgehe."

„Aber… aber.. warum, Hermine?"

„Er ist sehr attraktiv."

„Als ob das eine Rolle für dich spielt!", empörte sich George.

„Er ist klug. Einer der Besten aus seinem Jahrgang."

„Aber-"

„Was hast du eigentlich für ein Problem, George?", fragte Hermine unschuldig und sah ihn direkt an. „Denkst du ich sollte mit jemand anderem ausgehen?"

George stockte. Er wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Eine leise Stimmt in seinem Kopf flüsterte ‚mich! ', aber er schob diesen Gedanken schnell bei Seite. Nein, er war doch nicht in Hermine verliebt. Ihm gefiel einfach nur nicht, dass mit Leuten ausging… mit Leuten, die so waren wie dieser Davies. Er konnte das alles nicht erklären. Ein beklemmendes Gefühl überkam ihn.

„Ich weiß nicht. Auf jeden Fall nicht diesen Davies!"

Hermine verdrehte die Augen und sah auf die Uhr. „Oh, so spät schon? Ich geh dann mal und mache mich fertig!" Sie lächelte George warm an. „Bis morgen, George!", damit verließ sie den Laden und ließ einen frustrierten George zurück.

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„Ihr beiden wollt uns auf den Arm nehmen, oder?", frage Ron fassungslos und starrte Hermine und Lee an.

Es war wiedermal ein Sonntagnachmittag, sie waren alle versammelt – naja fast alle- und warteten darauf das Molly sie zum Essen rief. Arthur, Charlie und Bill fachsimpelten im Garten über eine Möglichkeit die Gnome endgültig vom Grundstück zu verbannen. George ließ auf sich warten.

„Nicht im geringsten."

„Ihr sagt also, George hat Dates. Dates mit Frauen, die Hermine zum verwechseln ähnlich sehen?", auch Harry konnte das nicht fassen.

„Ja."

„Aber mit Hermine geht er nicht aus?"

„Ich kann versichern, dass er das nicht tut.", seufzte Hermine.

„Aber es sind immer erste Dates, niemals ein zweites, hab ich das Richtig verstanden?", frage Ginny, die mit Harry zusammen auf einer Couch im Fuchsbau saß.

„Richtig. Anscheinend war ihm keine gut genug dafür.", lachte Lee.

„Offensichtlich, die erste war ganz nett, aber hat seinen Humor nicht verstanden.", erklärte Hermine.

„Die zweite war ihm zu still. Und die dritte ist total auf Oliver abgefahren.", fuhr Lee fort.

„Wie findet er all diese Frauen?", wollte Ginny wissen.

„Das ist alles sehr seltsam.", meinte Harry.

Ginny warf einen prüfenden Blick in die Flammen ehe sie fragte: „Wie war eigentlich dein Date, Hermine?"

„Welches Date?", fragten die Jungs im Chor. „Mit wem?"

„Roger Davies." Antwortete Hermine. „Es war nicht so gut.
Ziemlich langweilig eigentlich. Aber George hat ziemlich allergisch darauf reagiert."

„Wirklich?", fragte Lee. „George ist eifersüchtig?"

„Ja, total. Und um ehrlich zu sein, hat mir das ziemlichen Spaß gemacht." Hermine errötete und Ron und Harry lachten.

„Wie kann man nur so blöd sein?", seufzte Ginny.

Bevor jemand noch etwas hätte sagen können flackerten die Flammen im Kamin grün auf und George trat hinaus. Er rief seinen Eltern kurz eine Begrüßung zu, ehe er sich zu ihnen setzte.

„Na ihr, Ich wollte euch nicht unterbrechen. Worum ging es grad?"

„Lee hat uns gerade erzählt, dass er sich vor ein paar Tagen mit Oliver getroffen hat.", erfand Ginny.

„Genau.", führte Lee schnell weiter. „Er spielt demnächst für die Nationalmannschaft gegen Russland und fragt, ob er uns Karten besorgen soll."

„Wie Cool!", rief Ron. „Ich bin dabei!"

„Ich auch!", rief Ginny.

„Oh Hermine. Was ist mit dir? Oliver hat nach dir gefragt.", er zwinkerte ihr verschwörerisch zu.

„Ach wirklich?", lachte sie und sah wie George sie und Lee taxierte.

„Ich hab ihm natürlich nur Gutes berichtet.", sagte Lee und George presste die Lippen zusammen.

„Wie war eigentlich dein Date, Liebes?", fragte Ginny nochmals.

„Es war toll! Roger ist ein super Typ. Ich hatte eine wundervolle Zeit.", schwärmte Hermine.

„Das freut mich zu hören.", sagte Harry fröhlich und Hermine konnte sehen, wie sehr er sich das lachen verkneifen musste. Georges Ohren waren feuerrot und seine Hände zu Fäusten geballt, dass seine Knöchel weiß hervortraten.

„ESSEN!", erlöste Mrs. Weasley ihn da, schnell eilte er aus dem Raum und ins Esszimmer.

Ron, Harry und Lee brachen in Gelächter aus, Ginny konnte sich ein kichern nicht verkneifen und Hermine hielt sich die Hand vor den Mund um nicht so laut zu lachen.

„Wir sind furchtbar!", kommentierte sie dann immer noch halb-lachend.

„Ja, klasse oder?", grinste Lee gemein. „Das wird ein lustiges Essen."
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