Wie immer: Das Ganze hier ist nur ne Übersetzung, mir gehört also rein gar nichts. :)

19.

Wieder einmal tigerte George durch den Raum – diesmal die obere Etage des Ladens. Was zur Hölle war in den letzten Tagen mit ihm passiert? Es hatte alles letzten Sonntag bei seinen Eltern begonnen. Sicher, schon vorher hatte es ihm nicht gefallen, wenn irgendwelche Kerle im Zusammenhang mit Hermine genannt wurden und natürlich hätte man sagen können, dass er eifersüchtig war. Aber diesen Gedanken hatte er weit weg geschoben – bis Sonntag. Er war nicht einfach nur eifersüchtig – nein, er hatte das Bedürfnis den jeweiligen Kerl zu vermöblen und das, obwohl er eigentlich ein friedlicher Zeitgenosse war. Ein Gefühl, dass ihm absolut nicht gefiel, auch wenn er nicht wusste, wie er das abstellen konnte.

Und dann, als sie Karten gespielt hatten und sie ihm zugezwinkert hatte, da war es ihm so vorgekommen als hätte jemand eine Kerze angezündet! Es war als hätte ihm jemand eine Brille aufgesetzt, als er gar nicht gedacht hatte, dass er eine benötigte. Genau so musste es sein, wenn man denkt, dass man gut sieht, dann diese Brille aufsetzt und feststellt, wie schlecht man tatsächlich die ganze Zeit gesehen hat. Plötzlich war ihm bewusst geworden, wie groß die Rolle war, die Hermine in seinem Leben spielte. Wie er ihre Meinung zu absolut allem hören wollte, wie er sie alle paar Minuten ansehen musste und wie sehr er dieses warme Gefühl in seiner Magengegend mochte, wenn sie ihn auch ansah und ihn anlächelte. Er hatte bemerkt, dass ihr glockenhelles Lachen ihn dazu einlud mitzulachen egal worüber. Wieso war ihm vorher nicht aufgefallen, wie wunderschön sie war auf ihre eigene ungewöhnliche Art und Weise, vor allem diese störrischen aber unglaublich weichen Locken, die er ihr so gerne durchwuschelte. Ihm gefiel ihre Art, grundsätzlich alles abzulehnen was irgendwie „in" war und ihr Lachen, wenn sie etwas Gemeines gesagt hatte, wie um ihr Gegenüber wissen zu lassen, dass sie dies nicht ernst meinte.

Das alles, wäre an sich gut und schön, wenn da nicht der Umstand wäre, dass sie gemeinsam arbeiteten und so gut wie immer zusammen waren. Es war seltsam, dass er mit einem Mal nicht mehr wusste, wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte, was eines der dümmsten Dinge war, das ihm jemals untergekommen war! Verdammt noch mal, das war Hermine! Einer seiner besten Freunde und jemand, den er schon so lange kannte. Er selbst sollte doch wissen, wie man sich am Besten wie George Weasley verhielt! Und er wusste, dass ihr garantiert auffiel, dass irgendwas mit ihm nicht stimmte. Sie, und jeder Kunde um laden warfen ihm besorgte Blicke zu. Verdammt, ein kleiner Junge hatte ihn sogar gefragt, ob er krank wäre, weil er so viel stiller ist als normalerweise. George hatte ihm geantwortet, dass er einfach müde sei.

„George?"

Er zuckte zusammen und sein Puls begann zu rasen und innerlich schalt er sich für so ein idiotisches Verhalten und auch dafür, dass er anscheinend so begriffsstutzig zu sein schien. Denn eins war sicher: Er hatte sich nicht erst bei ihrem Zwinkern in sie verliebt, das war nur der Moment gewesen, in dem es bei ihm ‚Klick' gemacht hatte. Logischerweise, musste es auch vorher schon so gewesen sein, oder? Warum also traf ihn das jetzt so und bewirkte, dass er sich wie ein bescheuertes Schulmädchen verhielt?

Hermine war die Treppen hinauf gestiegen und kam nun auf ihn zu. Er setzte ein Lächeln auf. ‚Nicht zu breit!', mahnte ihn eine innere Stimme.

„George, ich suche ein Boxendes Teleskop für einen Kunden. Kannst du mir helfen? Ich glaube ich suche an der falschen Stelle."

Er ging an ihr vorbei und in den Lagerraum, sie folgte ihm auf dem Fuße. Im üblichen Regal fand er keins, dafür aber weit oben in einem Stapel falscher Zauberstäbe. „Ich hab einen gefunden!", rief er und reckte sich, damit er nach dem Artikel greifen konnte. Dann drehte er sich herum und stand direkt vor Hermine. Sie war so verdammt nahe, dass ihre Nase fast seine berührte. Er konnte ihr Shampoo riechen. Minze oder vielleicht Eukalyptus? Er fühlte wie seine Ohren rot wurden und entdeckte, dass ihre Wangen einen roten Schimmer angenommen hatten. War das ein gutes Zeichen? Konnte es sein, dass sie vielleicht, eventuell, genauso fühlte?
Er wischte den Gedanken bei Seite. Niemals! Sie sah ihn als Freund, richtig? Aber sie war immer noch so verdammt nah. Wenn er nicht bald von ihr wegkam, dann-! Er keuchte auf.

„Danke.", flüsterte sie erstickt, nahm die Box aus der Hand und verließ schnell den Raum.

Er musste doch denken, dass sie total bescheuert war, so wie sie gerade die Flucht ergriffen hatte!

Das gerade war irgendwie anders gewesen. Wieso war er erstarrt, als er sich zu ihr rumgedreht hatte? Er war anders als sonst. Normalerweise, hätte er einfach weitergemacht, vielleicht irgendeinen verrückten Spruch von sich gegeben. Jetzt war er erstarrt, und hatte ihr in die Augengesehen, manchmal war sein Blick kurz zu ihren Lippen gewandert. Er war rot geworden genauso wie sie, und hatte schwer geatmet. Hermine hatte dem Drang ihn zu Küssen nur wiederstehen können, indem sie fluchtartig den Raum verließ.
In diesem Moment erspähte sie den Kunden, für den das Teleskop bestimmt war.

„Hier ist ihr Teleskop. Soll es als Geschenk verpackt werden? Haben Sie sonst noch einen Wunsch?", fragte sie ihn freundlich.

Sie verpackte alles, kassierte und verabschiedete sich. Als ihr Blick durch den Laden streifte, erblickte sie George auf der oberen Etage. Er beobachtete sie offensichtlich, naja zumindest bis er ihren Blick bemerkte und irgendeinen Artikel betrachtete.

Seit ein paar Tagen verhielt er sich jetzt schon so seltsam, und so langsam machte sie sich Sorgen. Er war still, machte wenige Witze und schien sie immer zu beobachten, nur um den Blick ganz schnell abzuwenden, wenn sie ihn bemerkte. Und er mied sie, war immer bemüht im Laden weit möglichst von ihr weg zu sein. Vielleicht – nein! Das musste alles Mollys Schuld sein, wieso hatte sie ihr nur solche Flausen in den Kopf gesetzt. Aber George war irgendwie anders.

Sie biss sich auf die Lippe und überlegte fieberhaft, wie sie George wieder dazu bringen konnte normal zu sein. Nach einiger Zeit- fiel ihr etwas ein. Sie musste Grinsen vor Vorfreude.
„George?", rief sie ihn.

Sein Kopf tauchte an der Treppe zur oberen Etage auf. „Ja?"

„Ich habe etwas im Hinterzimmer zu erledigen. Kommst du für eine Weile alleine aus?"

„Ja klar, mach nur. Ich krieg das hin."

Sie ging ins Hinterzimmer und verschloss die Türe hinter sich. Dann band sie sich ihre Haare zu einem Zopf ging zum Regal und griff nach einer Rolle.

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Als der Laden schließlich seine Türen für diesen Tag schloss, hatte George das Gefühl zu platzen. Er musste mit jemandem darüber reden. Er konnte an nichts anderes mehr denken! Und er wusste, wenn er mit jemandem sprach, dann nur mit einem.

Ein Teil von ihm wollte gar nicht zu Lee gehen, mit ihm reden und seinen Rat hören. Nicht, dass er ihm nicht traute, im Gegenteil: Lee würde er sein Leben anvertrauen. Er war einfach nur ziemlich nervös. Lee hatte ihn nicht nur einmal dabei ertappt, wie er sie angesehen hatte und immer hatte er gegrinst. Und George wollte nicht, dass Lee ihn für das, was er zu sagen hatte auslachte. Natürlich war Lee sein bester Freund, aber ein großer Teil von dem, was sie verband war andere aufzuziehen.

Konnte er mit jemand anderem darüber reden? Oliver? – Definitiv nein! Laut Lee hatte er Interesse an SEINER Hermine bekundet und – ‚ruhig George!' schalt er sich selbst. Harry und Ron? Das waren Hermines beste Freunde, und vermutlich würde Ron an seinem Gelächter ersticken, was er seiner Mutter nicht antun konnte. Ginny? George musste gar nicht weiter darüber nachdenken- die einzige Person die noch schlimmer wäre war seine Mutter. Er hatte wirklich keine Lust darauf, auf all diese furchtbar peinlichen Fragen über Gefühle und so weiter zu antworten. Sein Vater oder einer seiner älteren Brüder? Nein, er glaubte nicht dort einen Rat bekommen zu können.

Er stöhnte auf. Es musste Lee sein! Verdammt!

Mit einem PLOPP verschwand er und tauchte keine Sekunde später in Dublin auf. Wo er statt einer Begrüßung einen erschreckten Schrei vernahm. Lee, der wohl gerade alle Lichter im Laden gelöscht und ihn für heute verschlossen hatte, machte mit einem Wink seines Stabes wieder Licht und sah ihn überrascht an.

„Man, hast du mich erschreckt! Warn mich beim nächsten Mal!", theatralisch griff er sich an die Brust und atmete hörbar aus.

„Tut mir leid.", nuschelte George und sah ihn entschuldigend an. „Ich muss wirklich mit dir reden über… über etwas.."

„Alles Klar, aber nicht hier, komm!" Schweigend gingen sie zum Karmin, Lee nahm das Pulver, schmiss etwas davon in die Flammen und rief: „McCoughney Lane 32B."

George trat nach Lee in die Flammen und tauchte in dessen Wohnung wieder auf. Er hatte sich gerade den Ruß von dem Klamotten geklopft, als Lee den Raum mit zwei Butterbieren betrat. Er warf sich auf einen Sessel und bedeutete George es ihm nach zu tun. „Also, warum kreuzt du ohne Vorwarnung hier auf und erschreckst mich zu Tode?"

George setzte sich kerzengerade hin und sah ihn ernst an.

„Ich bin in Hermine verliebt."

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