Ganz zu Anfang wie immer: Ich hab die Geschichte nur übersetzt. Das englische Original stammt von kitcat234 . Der Link: s/8950401/1/The-Prankster-s-Apprentice !
20.
George setzte sich kerzengerade hin und sah ihn ernst an. „Ich bin in Hermine verliebt."
Lee blinzelte. „Oh?", gab er von sich, sagte dann aber weiter nichts. Mit jeder Sekunde, in der Stille herrschte wurde George zappeliger, bis er schließlich selbst die Stille brach.
„Lee. Ich verstehe das nicht. Das war auf einmal so offensichtlich. Ich weiß das klingt dumm. Letztes Wochenende, da ist mir das einfach bewusst geworden und ich glaube, dass ich das schon eine ganze Weile bin, aber ich habe es einfach nicht gemerkt! Aber wie bemerkt man sowas schon? Das ist so verrückt. Seit mir das aufgefallen ist… Da kann ich an nichts anderes mehr denken und… und ... weißt du wie irritierend das ist? Ich meine: Wir arbeiten zusammen und das ist so schwer im Moment. In Gesprächen, achte ich nicht darauf was sie sagt, sondern denke an ihr atemberaubendes Lächeln und ihr schönes Aussehen und daran, wie gut ich mich in ihrer Gegenwart fühle, weil einfach alles einfach und schön ist. Es macht mich verrückt! Ich weiß nicht was ich machen soll.", damit beendete er seinen Monolog und blickte Lee erwartungsvoll an. Dieser gab immer noch keinen Mucks von sich.
„Hilf mir, Lee!", flehte er.
Lee nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche. Danach konnte er es nicht länger aushalten. Er begann zu lachen, nein zu kichern, wie ein Schulmädchen – und erntete einen verstörten Blick von George.
„Was zur Hölle?", fragte dieser mit knallrotem Kopf.
„Es… tut … mir leid! Ich weiß, ich sollte nicht lachen, aber HAHAHAHAHAHAHA – Es ist nur – Merlin, das ist so gut!"
„Das ist nicht lustig, Lee! Neben dir ist sie meine beste Freundin! Und ich sollte nicht in meine beste Freundin verliebt sein!"
Zur Antwort lachte Lee.
„LEE! Verdammt! Das ist ernst!"
„'Tschuldigung, Tschuldigung, natürlich! Du hast recht", sagte sein bester Freund schnell.
„Was soll ich denn jetzt tun?", George war verzweifelt.
„Frag sie, ob sie mit dir ausgeht!"
„Willst du mich verarschen? Wenn ich so einen Rat gewollt hätte, hätte ich auch Fleur fragen können. Das ist keine Option!"
„Warum? Warum ist das keine Option?"
„Weil sie mein bester Freund ist! Und wir arbeiten zusammen! Ich kann doch nicht mit einer Kollegin ausgehen!"
„Das ist doch lächerlich! Und die Kollegenausrede, die gilt nicht. Mal abgesehen davon: Warum kannst du nicht mit Hermine ausgehen? Weil sie eine Freundin ist? Das ist so ein dummer Gedanke! Dass ihr schon Freunde seid, heißt doch nur, dass ihr euch kennt und euch vertraut. Das ist doch eine gute Voraussetzung für eine Beziehung, oder seh ich das falsch?
„Aber was, wenn das nur eine kurze Phase ist? Dann mache ich damit die ganze Freundschaft kaputt."
Fassungslos schüttelte Lee den Kopf. Er würde es George schonend beibringen müssen. Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte fuhr er ruhiger fort: „George, beruhig dich! – Beruhig dich jetzt!", setzte er noch einmal nach als George protestieren wollte. „Das ist keine kurze Phase. Sag jetzt nichts, George. Lass mich reden!"
Trotzig sah George ihn an, blieb aber still.
„Du bist so ein Trottel!", seufzte Lee. „Denk an die Mädchen, mit denen zu in letzter Zeit ausgegangen bist. Seraphina, Jenna und die andere.. wie hieß sie noch gleich? Annie, genau! Denk darüber nach, was du an ihnen mochtest."
George tat wie ihm geheißen. Er dachte an Seraphina, mit ihnen lockigen, dunklen Haaren und ihren braunen Augen. Dann an Jenna mit wilden, kastanienbraunen Haaren und dunklen Rehaugen. Und schließlich Annie mit den hellbraunen Haaren und haselnussbraunen Augen und der Angewohnheit einfach und unendlich draufloszuplappern, wenn ihr ein Thema gefiel. „Oh.", entfuhr es ihm.
„Ja genau!"
„Sie…"
„Du bist mit ihnen ausgegangen, weil sie wie Hermine aussahen und sich vielleicht auch ein bisschen so wie sie verhalten haben. Du hast keine von ihnen wieder gesehen, weil dir schnell bewusst geworden ist, dass es eben nicht reicht, so auszusehen. Sie sind halt einfach nicht Hermine. Und gerade deshalb weiß ich, dass das nicht nur eine kurze Phase ist. Deshalb und weil ich sehe wie du dich verhältst, wenn sie in der Nähe ist."
„Wie verhalte ich mich?"
„Du bist glücklich; unbeschwert."
„Aber sie mag mich nicht mal!", maulte George, was Lee dazu veranlasste ich einen Moment mit offenem Mund anzustarren.
„So ein großer Vollidiot kannst du gar nicht sein! Denk doch mal nach, Mann! Überleg mal, wie sie ist, wenn du dabei bist! Als ich ihr was in den Kaffee getan habe: Warum denkst du war sie so rot und danach so verflucht wütend auf mich? Oder am Abend, warum denkst du hat sie fluchtartig und den Tränen nahe die Kneipe verlassen als du gesagt hast, dass sie und ich ‚nur' Familie für dich sind? Merlin nochmal, sie lässt dich sogar an ihre Haare! Als Ron das mal versucht hat, hat sie ihm so eine verpasst, dass ihr Handabdruck eine Viertel Stunde später noch gut sichtbar auf seiner Wange prangte!", hatte Lee sich in Rage geredet.
Plötzlich machte das alles Sinn und George fühlte sich, als würden alle Gnome aus dem Garten seiner Mutter eine wilde Tanzparty in seinem Bauch veranstalten. „Oh. Mein. Gott. Ich wusste nicht- Ich meine: Die ganze Zeit?" Lee nickte nur als George ihn fragend ansah.
„Schäm dich, dass du solange gebraucht hast, bis sie dir aufgefallen ist. Roger, war von Anfang an an ihr interessiert. Und Oliver fand sie im Laden auch ziemlich nett. Er hat nach ihr gefragt, als wir was getrunken haben."
„Wie bitte?"
„Ja, er hat Jenna gesehen und dachte zuerst, er wäre Hermine. Und hat gefragt, ob Hermine sich herausgeputzt hat."
„Und?"
„Ich hab geantwortet, dass Hermine vermutlich besser ausgesehen hätte. Ich hab ihm außerdem klar gemacht, dass er sich nicht die Mühe machen sollte über Hermine nachzudenken."
George atmete hörbar aus. Er hatte nicht mal gemerkt, dass er den Atem überhaupt angehalten hatte. „Du wusstest es?"
Lee rollte mit den Augen. „Es ist offensichtlich. Ich hab nur darauf gewartet, dass du es auch verstehst. Jetzt ist nur die Frage, was du machst."
„Ich folge deinem Rat, mein Freund. Danke, Lee!", damit erhoben sich die beiden George schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Und danke für den Drink!"
Lee grinste zu dem unangetastetemButterbier auf seinem Wohnzimmertisch.
„Immer wieder gern! Und jetzt geh und hol sie dir endlich!"
George winkte zum Abschied, warf Flohpulver in den Kamin und rief Hermines Adresse. Dann verschwand er und ließ einen glücklich lächelnden Lee zurück.
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Er trat in Hermines Wohnung aus den Flammen. Soweit er sehen konnte war alles dunkel und still. „Hermine?", rief er obwohl er eigentlich keine Antwort erwartete. Sie war nicht da. Er drehte sich herum und erkannte eine flauschige Katze, die ihn musterte.
‚Meow?'
George trat zögerlich näher. Er hatte diese Katze noch nie gesehen. Gut, so oft war er bis jetzt auch nicht hier gewesen. Und das hier war definitiv nicht Krummbein.
‚Meow, Mow. Meeeeeowww! Mow mow mow!', zeterte das Viech jetzt.
Verwundert streckte George die Hand aus und beobachtete, wie sich die Katze mit dem Kopf an seine Hand schmiegte. „Um.. okay.. Hey du.", jetzt redete er schon mit einer Katze! An ihrem Halsband hing ein Namensanhänger, er musste sich nahe zu ihr herunterbeugen um in der Dunkelheit den Namen lesen zu können.
„Digby? Was für ein Name ist denn bitte Digby?"
Die Katze fauchte ihn an. „Jaja, ist ja schon okay." Er kraulte das seltsame Wesen, das anscheinend genau verstand, was er sagte.
Nach einer Weile war ihm all das zu blöd, er sah nicht so aus als ob Hermine in nächster Zeit zurückkommen würden und die Katze würde ihm wohl kaum verraten können, wo sie war. Er verschob sein vorhaben auf Morgen und trat den Heimweg an.
Gerade als er aus dem Karmin im Hinterzimmer des Ladens trat hörte er ein Geräusch.
„Oh George, gut, dass du da bist.", rief ihm Hermine völlig außer Atem entgegen. George sah sich im Raum um: Bücher, Papier, einige Bögen zerknüllt lagen überall verstreut im Raum. Ihm fiel wieder ein, dass sie am Nachmittag im Hinterzimmer verschwunden war, danach hatte er sie nicht wieder gesehen und bei Ladenschluss angenommen, dass sie bereits gegangen war.
„Hermine ich muss mit dir reden!", sagte er schnell, bevor er es sich anders überlegen konnte.
„Gehst du mit mir aus?", fragte er. Und sie rief im selben Augenblick: „Ich hab die Anstecknadel fertig gestellt!"
Nach einem Moment der Stille riefen beide gleichzeitig: „Was?"
Sie starrten sich an, Hermine kam schließlich als erste zu sich. „George, schau mal! Ich hab Freds Anstecknadel fertig gestellt!"
Sie pinnte das kleine Teil an ihren Cardigan und drückte dann auf das Weasleylogo auf der Nadel. Ihre Jeans, und der schwarze Cardigan verwandelten sich in ein schwarzes Kleid mit blauen Streifen. Nach einem weiteren Druck stand sie wieder in ihrer ursprünglichen Kleidung vor ihm.
„Ich habe herausgefunden, dass wir einfach nur die falschen Sprüche miteinander kombiniert hatten. Ich hab viel darüber nachgedacht in letzter Zeit und irgendwann haben sich die Puzzleteile in meinem Kopf einfach zusammengefügt. Im Moment verändern sich nur der Schnitt und das Material so wie man möchte. Vielleicht nicht ganz so variabel, wie Fred es damals geplant hatte, aber vielleicht kann ich ihn noch so weiterentwickeln, dass auch die Farbe änderbar ist. Es ist-"
Weiter kam sie nicht. Es war für ihn einfach nicht weiter auszuhalten gewesen, und diese wundervollen Neuigkeiten waren einfach der Auslöser für etwas gewesen, was schon längst überfällig gewesen war: George hatte nicht weiter darüber nachgedacht sondern war einfach an sie herangetreten, hatte jeden Abstand zwischen Ihnen überbrückt und sie geküsst. Als Hermine sich zunächst versteifte rutschte ihm sein Herz in die Hose. Er wollte sich betreten entschuldigen und in für immer in einem Loch verschwinden. Umso glücklicher machte es ihn, als sie die Arme um seinen Nacken schlang, ihn näher zu sich zog und den Kuss erwiderte. Seine Hände, die auf ihren Hüften lagen, wanderten ihren Körper hinauf zu ihrem Gesicht, hielten sie so sanft und streichelten ihre Wangen.
Als sie sich schließlich nach Atem ringend voneinander trennten hielten sie sich dennoch eng umschlungen. „Geh mit mir aus.", forderte George.
Hermine ließ sich Zeit mit ihrer Antwort.
„Ich weiß nicht, George. Ich meine ich habe Roger und Vik-" George stöhnte auf, griff in ihren Nacken und zog sie in einen weiteren Kuss. „Natürlich", lachte Hermine in den Kuss. „Natürlich geh ich mit dir aus, George!"
„Auch wenn ich kein Quidditch mehr spiele?", grinste er.
Sie schlug ihm spielerisch auf die Schulter. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass mich das interessiert, oder?"
„Aber Viktor und Oliver und Roger-", meinte George ernster und sah sie ein wenig schüchterner an.
Hermine lachte nur, und George fragte sich, wieso sie das so lustig fand. „Goerge. Roger war ein Zufall. Er kann in den Laden, ich hab ihn bedient, dann wollte er essen gehen. Und du hast ein Mädchen nach dem anderen getroffen, also dachte ich ‚Warum nicht?'. Er war übrigens ein furchtbar langweiliger Abend. Mit Oliver, da war nie was. Ich glaube er geht jetzt sogar mit diesem einen Mädchen aus, mit dem er dich gesehen hat. Lee hat sowas gesagt. Und was Viktor angeht: Mit dem hab ich seit Jahren nicht mehr gesprochen – und ich meine das wörtlich."
George brauchte einen Moment um das zu verstehen. Roger und Viktor standen nicht zur Debatte, hatten es anscheinend auch nie. Und Oliver ging mit Jenna aus. Was?
„WAS? Aber, aber alle haben doch immer davon gesprochen. Das war-" und da begriff er.. „Die wussten Bescheid! Sie alle! Diese.. Diese …! Gemeinheit! Ich bring sie um! Ich werde-"
Hermine legte die Arme um seinen Rumpf und sah zu ihm hoch. „Du kannst sie auch noch morgen umbringen. Ich glaube jetzt schuldest du mir ein spätes Abendessen.", flüsterte sie bevor sie ihn sanft küsste.
„Essen? Essen! Natürlich! Sollen wir?", er bot ihr den Arm und sie harkte sich ein.
„Aber nicht das Restaurant, in das du immer gehst. Ich kenne deine Masche!", lachte Hermine.
George lächelte. Nein bestimmt nicht. „Keine Sorge. Wir finden schon etwas." Damit küsste er sie noch einmal kurz. „Dann mal los!"
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