Kapitel 4

Der Lehrer für Verteidigung

Ihr wisst doch, es hätte wirklich auch schlimmer kommen können", sagte Hermine.

„Ich weiß nicht, wie", sagte eine von den Patil-Zwillingen (die aus Gryffindor, wie auch immer sie hieß).

„Naja", sagte Lavender, „wenigstens gab es nur wenig Blutvergießen."

„Und die Ärzte von St. Mungo sagen, dass sich Neville vermutlich vollständig erholen wird", fügte Hannah Abbot hinzu.

„Und wir sind nicht von der Schule geflogen", betonte Hermine.

„Und außerdem", fuhr Lavender fort, „hat Snape es geschafft, mit Finite diese Kröte zu entfernen - wer hat die überhaupt heraufbeschworen? Ich glaube, ich habe noch nie einen solchen orangenen Farbton gesehen -, bevor Pansy Parkinson einen dauerhaften Schaden erlitten hat."

„Es ist wirklich ein Wunder, dass er wusste, auf wenn er zielen muss. Ich konnte die beiden nicht auseinanderhalten.", murmelte Ron.

„Ich finde, zehn Punkte Abzug waren eine bemerkenswert zurückhaltende Strafe, wenn man alles zusammen betrachtet", überlegte Hermine laut. „Eine Schande nur, dass es jeweils zehn von jedem einzelnen Erstklässler aus Gryffindor waren."

„Weil, ihr wisst schon, sie sieht ja aus wie eine Kröte", sagte Ron, der enttäuscht über die fehlende Reaktion seiner Mitschüler war.

„Angenommen, wir gehen nicht noch einmal auf die Slytherins los und investieren ein paar Extrastunden harte Arbeit ins Üben und Wiederholen", sagte Hermine fröhlich, „denke ich, dass wir wenigstens die Hufflepuffs - nicht dass irgendetwas an ihnen auszusetzen ist, ein sehr respektables Haus - beim Hauspokal schlagen könnten."

Seamus und einige andere austauschbare Erstklässler seufzten.

„Nichts, was ein goldener Schnatz oder zwei nicht wiedergutmachen könnte", sagte Ron hoffnungsvoll. „Wood meint, dass wir - angenommen, wir finden einen Sucher, der auch nur halb so gut ist, wie Charlie es war - eine ernsthafte Chance haben, den Slytherins dieses Jahr den Quidditch-Pokal abzunehmen."

Schluss", sagte der Blutige Baron. Er erhob nicht die Stimme, seine Worte waren nicht wirklich laut - sie ähnelten eher einem Flüstern. Aber selbst über die Beschwerden der Elfjährigen (und von Hermine, die schon zwölf war) hinweg war der Geist deutlich zu verstehen. „Seid froh, das es nur Hauspunkte und Strafarbeiten sind... als ich hier noch zur Schule ging, wurden keine Neunschwänzigen Katzen verwendet."

Die Gryffindors wurden still. Ein paar kratzten sich an der Stirn und dachten über die Worte des Barons nach. Harry wusste, dass er es lieber nicht tun sollte - er wusste es wirklich - aber er konnte einfach nicht anders. Er musste fragen.

„M-meinen Sie nicht, es wurden noch Neunschwänzige Katzen verwendet?"

„Nein. Die wurden erst später, nachdem Emeric der Böse in Rente gegangen war, von einem schwachen, nachgiebigen Schulleiter eingeführt - einem Hufflepuff, wenn ich mich richtig erinnere", sagte der Baron. Harry schluckte. Wenn eine Peitsche mit neun geknoteten Lederriemen für einen Hufflepuff - nicht dass irgendetwas an ihnen auszusetzen ist - als sanft genug gegolten hatte, damit das zu ersetzen, was auch immer vorher als Strafe vorgesehen gewesen war...

Alle Erstklässler aus Gryffindor mussten Strafarbeit ableisten und wurden dabei von dem silberfarbenen Slytheringeist überwacht. Flüchtig betrachtet war ihre Aufgabe ziemlich einfach: Sie sollten die Ritterrüstungen, die die Gänge von Hogwarts säumten, vom Rost befreien. Der Haken daran war nicht, dass sie keine Magie benutzen durften (was sie natürlich nicht durften) oder dass sie vom Blutigen Baron beaufsichtigt wurden (Milo wunderte sich, woher das namensgebende Blut des Blutigen Barons kam. Es liegt nicht daran, dass er gewaltsam gestorben ist, sonst würde der Fast Kopflose Nick mindestens genauso furchtbar aussehen...), sondern dass die Bilder an der Wand angewiesen waren, die Gryffindors während ihrer Strafarbeit zu ignorieren.

Jetzt denkst du vielleicht: „Ist das alles?" Und falls es so ist, liegt es daran, dass du noch nie im Alter von elf Jahren nach Ladenschluss in einem Einkaufszentrum gewesen bist, ganz allein, nur mit einem Teddybären. Nur dass in diesem Fall das Einkaufszentrum (der neuesten Zählung nach und aufgerundet) eine völlig unbekannte Zahl von Stockwerken hat. Und die Treppen bewegen sich. Dasselbe tun einige Stockwerke. Ein Korridor scheint sich irgendwo auf halbem Weg zu drehen, und an seinem Ende läufst du auf Stein und an der Decke gibt es einen Teppich. Aber nur jeden zweiten Dienstag, außer in Schaltjahren. Und das Einkaufzentrum ist ein Schloss. Und dieses Schloss ist Hogwarts.

Und du hast deinen Teddybären verloren.

Hannah (Neville befand sich immer noch im St. Mungo) benötigte nur eine halbe Stunde, um zu verschwinden.

„Ok, zuallererst müssen wir ruhig bleiben", sagte Hermine besonnen, „und als Gruppe nach ihr suchen. Solange wir alle zusammenbleiben, sollte es -"

„Nein, das ist Blödsinn", unterbrach Ron. „Hier kreuzen sich zwei Gänge und wir sind immer noch zu neunt. Wir können sie schneller finden, wenn wir uns aufteilen und zwei in jede Richtung schicken außer in eine, in die drei gehen. Je schneller wir sie finden, desto schneller können wir diese bescheuerten Statuen saubermachen."

„Nein, es gibt nur drei Richtungen, in die wir gehen sollten, wenn wir nicht wieder zurücklaufen wollen, und überhaupt sollten wir uns nicht aufteilen, sonst müssen wir auch noch dich suchen -"

„Was, nur weil du so viel klüger bist als wir alle?", fragte Ron grob. „Wie du weißt, könnte es auch sein, dass wir dich suchen müssen!"

„Genau das meine ich doch!", rief Hermine.

„Also sind wir uns einig. Wir teilen uns auf."

„Nein!", rief Milo. „Man bleibt immer in der Gruppe! Immer!"

„Das musst gerade du sagen, du hast uns das alles hier doch erst eingebrockt", beschuldigte ihn Lavender.

„Sagt das Mädchen, das Flammen auf Pansy Parkinson losgelassen hat", murmelte das Patil-Mädchen.

„Diese Kuh hatte es verdient", verteidigte sich Lavender. „Sie hat mich als Kuh beschimpft."

„Das ist doch jetzt unwichtig", sagte Hermine. „Wir müssen Hannah finden. Der beste Weg ist, systematisch jeden Raum und jeden Gang, in den sie in zehn Minuten gelangt sein könnte, zu durchsuchen, und das als Gruppe."

„Das könnte bis ans Ende unseres Lebens dauern!", sagte Ron. „Wir teilen uns lieber auf und finden sie dann auch!"

„Nein, ich sage dir -"

„Gut, machen wir einen Kompromiss? Ich teile mich mit Harry, Dean und Seamus auf und du und die anderen, ihr bleibt zusammen. Kommst du, Harry?"

Harry sah Milo und Hermine entschuldigend an und folgte dann Ron und den anderen beiden in den rechten Korridor.

Hermine seufzte. „Ok, der Rest von uns kann ja beim linken Korridor beginnen und sich dann systematisch -"

„Wer sagt eigentlich, dass du bestimmst?", fragte Lavender. „Parvati, Fay und ich nehmen den Mittleren. Wir werden Hannah finden und wieder mit dem Statuenputzen anfangen, wähnend ihr euch noch organisiert." Lavender schritt, von zwei Hexen gefolgt, davon.

„Parvati!", sagte Milo. „Das ist also ihr Name."

Hermine seufzte.

„Weißt du, manchmal wünschte ich, ich wäre nach Ravenclaw gekommen", murmelte sie. „So ein Verhalten würde sich da nicht durchsetzen können. Ich nehme an, du hast keine Tricks auf Lager?"

„Viele", sagte Milo. „Aber Kreatur Aufspüren ist ein viertes-Level-Zauber. Und außer wenn Hannah ein unglückliches Ende gefunden hat, kann ich sie mit Gegenstand Aufspüren nicht finden."

„Oh", sagte Hermine. „Du kannst mit Magie also Gegenstände finden, aber keine Lebewesen?"

„Ja, das meinte ich gerade. Jeden Gegenstand, den ich tatsächlich vorher gesehen habe, oder, wenn es allgemein um eine Sorte von Gegenständen geht und sich davon mehrere in der Nähe befinden, den, der am wenigsten weit weg ist."

„Finde ihren Umhang", entschied Hermine.

Milo hielt inne.

„Ich denke, das ist Betrug", sagte er. „Oder zumindest werden die Regeln so weit verbogen, dass sie fast brechen... Es gefällt mir." Er stellte sich Hannahs Umhang so gut er konnte vor - das war leicht, weil es genau der gleiche war, den auch er und Hermine trugen. „Gegenstand Aufspüren - Hannahs Umhang."

„Und, wo ist sie?"

„Ähm. Irgendwo links vor uns, ein bisschen weiter oben. Jetzt unten. Jetzt wieder oben."

„Was? Weißt du ungefähr, wie weit sie entfernt ist?"

„Nein, nur dass sie in Reichweite des Zaubers sein muss. Höchstens 560 Fuß."

Sie beschlossen, nach rechts zu laufen, da die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es der richtige Weg war, genau so groß war wie beim mittleren Gang, und sie würden sich nicht mit Lavender und ihren Begleiterinnen (wer auch immer die zwei Mädchen waren) herumschlagen müssen.

„Ich wünschte, Neville wäre hier", sagte Milo.

„Warum?", fragte Hermine im Gehen. Sie dachte, dass er - für einen Jungen - ziemlich nett war, aber er war nicht wirklich hilfreich.

„Naja, dann wäre er derjenige, der verlorengegangen wäre. Dann würden wir nach ihm suchen", erklärte er, „nicht nach Hannah Abbot."

„Du hast eine sehr ungewöhnliche Weltanschauung, weißt du das? Also, sag mir", fragte sie beinahe ein wenig boshaft, „warum wäre es dir lieber, Hannah wäre bei uns?"

„Weil wir dann zu dritt wären und eine größere Chance hätten, gute Entdeckwürfe fertigzubringen."

Was fertigzubringen?"

„Entdeckwürfe. Du machst sie, wenn, sagen wir mal, Peeves von hinten an dich heranschleicht. Und ich habe das Gefühl, uns ist ein Wurf missglückt."

„Und warum?"

„Nur ein Gefühl, das ich manchmal bekomme - warte. Hannah bewegt sich." Der Zauber zog ihn jetzt statt nach links vorne eher nach rechts. Und dann nach unten, und zwar schnell. „Sie fällt", sagte er. „Und je nach Entfernung könnte es sehr schnell sein."

„Wir sollten auf der Stelle einen Lehrer finden", sagte Hermine. „Sie könnte verletzt sein."

„Ausnahmsweise mal bin ich der gleichen Meinung - aber wie wollen wir einen finden? Mach dir nichts vor, wir haben uns verlaufen."

„Oh Mann!", sagte Hermine. „Es muss doch etwas geben, was wir tun können. Was für Zaubersprüche kennst du noch?"

Milo begann, sie aufzulisten. Bei einem gewöhnlichen Magier wären es vielleicht ein Dutzend gewesen oder so - aber Milo war kein gewöhnlicher Magier. Er war ein optimierter Magier, und er hatte die Fähigkeit, magische Schriftrollen herzustellen, gegen eine ziemlich seltsame Fähigkeit eingetauscht, die es ihm erlaubte, alle Arten von Magier-Erkenntniszaubern zu verwenden - Zauber zum Auftreiben von Dingen, Informationen und Menschen -, von denen er gehört hatte. Er hatte Gerüchte gehört, dass sie auch für Nichtmagiersprüche verwendet werden konnte, aber Milo wollte nichts riskieren. Er kannte die Schauergeschichten darüber, was denen passieren konnte, die die Regeln zu stark zurechtbogen... Es reicht wohl, wenn man sagt, dass das Universum launisch sein konnte.

„Du kannst Gedanken lesen?" Hermine schnappte nach Luft, als Milo ihr Gedanken Wahrnehmen erklärte. „Du bist ein Leligimentor!"

„Erstens ist das kein Wort und zweitens kann ich nur oberflächliche Gedanken lesen. Außerdem gibt es einen ganzen Haufen Beschränkungen."

„Außer Gegenstand Aufspüren ist nicht wirklich etwas dabei, das uns hilft. Ziemlich viele deiner Zaubersprüche scheinen auf das Kämpfen ausgerichtet zu sein, was nicht sehr nützlich sein kann."

Milo lachte leise.

„Vielleicht nicht heute. Wir haben ein echtes Problem, oder?"

„Leider", sagte Hermine. Sie seufzte und ließ sich an der Wand hinabrutschen, bis sie auf dem kalten Steinboden saß. „Wenn wir doch nur die Portraits um Hilfe bitten könnten."

„K-k-könnte ich vielleicht b-behilflich sein?", fragte eine ängstliche Stimme. Hinter ihnen stand der fahrig wirkende Professor Quirrell.

„Siehst du. Hab dir gesagt, dass uns ein Entdeckwurf misslungen ist", murmelte Milo.

„Professor! Sie müssen uns helfen!", stieß Hermine hervor. „Hannah ist verlorengegangen und alle sind losgerannt, um sie zu finden, und jetzt haben wir uns hoffnungslos verlaufen. Wir können die Portraits nicht um Hilfe bitten, weil wir... Strafarbeiten... machen... müssen." Die letzten vier Worte sprach sie langsam aus, als ob ihr Mund sie seltsam und fremdartig fände. Milo zuckte mit den Schultern. Er hatte auch noch nie Strafarbeiten ableisten müssen, aber andererseits war er ja vorher nie wirklich zur Schule gegangen.

„S-sollte nicht f-furchtbar schwer sein", stammelte Quirrell. „A-als ich einmal in R-R-Rumänien war, wurde meine G-Gruppe von V-V-V-" Er wurde weiß im Gesicht und setzte sich zitternd hin. „V-Vampiren getrennt."

Es gibt Vampire in dieser Welt?, dachte Milo besorgt. Er beschloss im Kopf zu behalten, dass er Vorkehrungen gegen Vampire treffen musste. Knoblauch, Heilige Symbole... Wo ist der Kleriker, wenn man einen braucht? Milo schnüffelte. Quirrells Turban verströmte einen unverwechselbaren Knoblauchgeruch. Klug, dachte Milo, falls sie nachtragend sind und herkommen, um sich zu rächen.

„Warten Sie", sagte Milo. „Die Vampire in dieser Welt: Verhalten sie sich wie, äh, normale Vampire? Sie wissen schon, dass sie Blut saugen, nie alt werden, andere in Vampire verwandeln können? Solche Sachen?"

„J-j-ja", stammelte Quirrell widerwillig. Er wollte eindeutig nicht weiter über Vampire sprechen.

„Sie altern nicht", wiederholte Milo. „Sie können also ewig leben, solange ihnen nicht das Blut ausgeht oder jemand sie pfählt?"

„I-ich sch-sch-sch-schätze schon", sagte Quirrell. Er stotterte jetzt immer häufiger.

„Milo, wir müssen Hannah finden. Über Vampire können wir uns ja später Sorgen machen, ok?", sagte Hermine.

„Nein, das ist wichtig", sagte er. Hermine öffnete ihren Mund, um Hannah ist auch wichtig zu sagen, also fügte Milo „wirklich wichtig" hinzu.

Hermine runzelte die Stirn, aber wurde still. Quirrell schaute fasziniert.

„Also: Wir wissen, dass Sie-wissen-schon-wer um jeden Preis unsterblich werden wollte, richtig?", sagte Milo. „Ich weiß nicht viel, aber für mich klang es so, als ob das einer seiner hauptsächlichen Beweggründe war."

„Ja", sagte Quirrell. „Er hat immer nach Unsterblichkeit gestrebt."

„Und wir wissen, dass Sie-wissen-schon-wer nicht wirklich gestorben ist", sagte Milo. Hermine seufzte. Wir wissen das nicht, dachte sie. Wir vermuten es nicht einmal. Es gibt nicht die Spur eines Beweises.

„Wissen wir das?", fragte Quirrell. „Wissen wir das wirklich? Wer weiß noch davon?"

„Nur wir, aber für jeden, der ein Hirn besitzt, ist es offensichtlich. Ich bin mir sicher, dass Dumbledore alles darüber weiß, und Harry, Hermine, Ron und ich werden ihn natürlich aufhalten. Egal, zurück zum Thema: Zum Vampir werden ist nicht so kompliziert wie, sagen wir mal, irgendeine Art von geheimem dunklen Ritual für ewiges Leben oder was weiß ich was. Alles, was man braucht, sind ein paar Untergebene und ein Vampir: Vampir verwandelt dich, Untergebene töten den alten Vampir, du bist frei."

„Und was ist der Sinn davon?", fragte Quirrell.

„Unsterblichkeit natürlich. Für immer untot sein. Ich denke, wir sollten ernsthaft die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Sie-wissen-schon-wer ein Vampir ist", schloss Milo. Er hatte das nagende Gefühl, ihm sei ein Fertigkeitswurf misslungen, aber das hatte wahrscheinlich nichts zu bedeuten. „Er scheint nicht der Typ zu sein, den es stört, so oft Blut trinken zu müssen, um leben zu können."

Quirrell runzelte die Stirn, aber sagte nichts.

„Wir müssen Hannah finden", betonte Hermine. „Sie könnte in ernsthafter Gefahr sein - und die anderen Erstklässler sind immer noch im ganzen Schloss verstreut."

„Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, ist d-die junge M-Miss Abbot zum U-Ufer des Sees geschwommen", sagte Quirrell und seine Augen sahen kurz in die Ferne. Milo wunderte sich, was es für einen Grund dafür gab, Gestenloses und Lautloses Zaubern für Ausspähen zu verwenden. „Percy der G-G-G-G- ah, euer V-Vertrauensschüler hat sich bemüht, ihr m-mit einem Sch-Schwebezauber zu h-helfen. I-ich glaube, es geht ihr ganz gut."

„Da bin ich jetzt wirklich erleichtert. Ich frage mich, wie sie dorthin gekommen ist", sagte Hermine. „Wir sollten wahrscheinlich versuchen, auch die anderen zu finden."

Die Aufgabe stellte sich als schwieriger heraus, als sie gedacht hatten, und selbst mit der Hilfe der Gemälde (die auf Quirrells Aufforderung hin versuchten, die Schüler zu finden, aber nicht mit ihnen sprechen durften) benötigten sie beinahe den ganzen Nachmittag dafür. Lavender und Co waren von Peeves aufgehalten worden, der es geschafft hatte, sie davon zu überzeugen, dass Hannah sich gleich hinter der nächsten Ecke befand (und dann wieder nach der nächsten Ecke und wieder der nächsten und so weiter, bis sie sich hoffnungslos verlaufen hatten), während Ron sich in ein altes ungenutztes Klassenzimmer verirrt hatte, dessen Tür verschwunden war, als er sich umdrehte. Harry und Seamus waren von Filch in die Ecke getrieben worden, der ihnen einen langen Vortrag übers Umherstreunern hielt. Schließlich fanden sie auch Dean, der gemütlich im Gemeinschaftsraum von Gryffindor saß und sich weigerte zu erzählen, wie er dorthin gekommen war.

„Super", sagte Hermine beunruhigt, „wirklich super. Mit den Strafarbeiten und der Jagd nach unseren Klassenkameraden hatte ich einen ganzen Tag keine Gelegenheit, Dunkle Kräfte. Ein Kurs zur Selbstverteidigung auch nur anzurühren! Ich habe wahrscheinlich alles vergessen und Verteidigung gegen die dunklen Künste ist morgen!"

„Sie ist unerträglich, findest du nicht?", fragte Ron Harry, der sich bei der Frage unwohl zu fühlen schien. „Wie oft hast du dieses Buch schon gelesen, Hermine?"

„Drei Mal", sagte sie, dann wurde sie blass. „Oh mein Gott, nur drei Mal! Ich werde überhaupt nichts wissen, was, wenn es ein Quiz gibt oder er mich etwas fragt, ich werde v-vor allen stehen und nicht den Unterschied zwischen einem Grindeloh und einem Irrwicht wissen!"

„Was, im Namen von Elminsters spitzem Hut, ist ein Irrwicht?", fragte Milo.

„Ein Schädling, der das Aussehen von dem annimmt, was der, der ihn sieht, am meisten fürchtet", sagte sie mit wackeliger Stimme.

„Ihr habt hier gestaltwechselnde Angstmonster als Schädlinge?", fragte Milo beeindruckt. „Cool!" Mordy, der auf seiner Schulter saß, nickte nachdrücklich.

„W-wir nehmen sie erst in der dritten Klasse durch, aber vielleicht will Professor Quirrell uns überrumpeln, wie Snape es bei Harry getan hat, also habe ich gedacht, ich sollte vorbereitet sein und ein bisschen mehr lesen, aber was, wenn es nicht genug ist? Und ich sitze dann da wie Harry, bis dieser kriegswütige Irre wieder auf die Slytherins losgeht", sie nickte Richtung Milo. „Es tut mir Leid! Ich wollte nicht so unausstehlich sein!" Sie sah völlig aufgelöst aus.

„Hermine, es ist alles ok. Ron ist nur aufgebracht, weil du Recht hattest, was das Aufteilen anging, und er dann blöd dastand", sagte Harry besänftigend. Er sah zu Ron. „Tut mir Leid, aber es war so." Er drehte sich wieder zu Hermine. „Es ist ihm peinlich, das ist alles."

„Was? Mir soll das peinlich sein?", fragte Ron abwehrend. „Nein. Es ist nur so, dass dieser Bücherwurm ständig nur auf eine Gelegenheit lauert, zu zeigen, wie viel besser sie ist als wir. Wirklich, sie sollte lieber nach Ravenclaw. Dann müssten ihre eigenen Leute sich mit ihr herumschlagen."

Hermine flüchtete schluchzend aus dem Gemeinschaftsraum. Hannah durchbohrte ihn mit Blicken, die eine Medusa mit PC-Klassen-Leveln hätten versteinern können, und jagte ihr nach.

„Was?", fragte er. Harry zuckte mit den Schultern.

„Ich denke, sie wurde von einem Tiefe Verzweiflung-Zauber getroffen", sagte Milo. „Vielleicht sollte ich nach ihr suchen und schauen, ob ich -"

„Nein", sagte Parvati Patil.

„- den Zauber auflösen kann", beendete er seinen Satz. „Dann würde es ihr wieder gut gehen."

„Denke nicht daran. Hannah kümmert sich darum, du bleibst hier. Magie", sagte Parvati, „ist nicht das Problem. Ron, kann ich mal mit dir reden?", fragte sie und klang dabei trügerisch sanft.

„Ja, gleich, Harry und ich wollten gerade Zauberschach spielen", sagte er.

„Nein Ron, jetzt", beharrte das Mädchen.

o-o-o-o

Ich habe endlich eine Antwort von meinen Kontakten im Ministerium erhalten", sagte Dumbledore zu den versammelten Hauslehrern.

„Albus, das hat fast eine Woche gedauert. Hätten sie nicht früher antworten können?", kritisierte McGonagall, die ihm schräg gegenüber saß. Sie wunderte sich, wie er in seinem Büro überhaupt denken konnte, mit all den surrenden und knackenden silbernen Gerätschaften. Wenn sie einmal, was hoffentlich noch lange dauern würde, Schulleiterin wurde, würde sie sie vorsichtig und respektvoll in einen Toilettenraum transportieren lassen. Einen sauberen natürlich, aber auf der anderen Seite des Schlosses.

„Leider könnte selbst Merlin persönlich sich keinen Zauberspruch ausdenken, der gegen die Verwaltungsbürokratie ankommt", seufzte Dumbledore. „Die kurze Antwort ist, dass in letzter Zeit keine Angriffe auf irgendeinen Wohnsitz eines reichen Zauberers gemeldet wurden und es wurde auch keine Zauberei Minderjähriger in der Umgebung von Hogsmeade registriert."

„Ich wusste es", sagte Snape höhnisch grinsend. „Der Junge hat ein Netz von Lügen für uns gesponnen. Kein Kind könnte Todessern entkommen."

„Ich hatte wirklich besser von ihm gedacht", seufzte McGonagall. „Naja, ich schätze, er ist nur ein Junge. Irgendwelche Neuigkeiten über den Besen, Filius?"

„Nun, wie wir alle wissen, werden bei der AfMS gemeldete Diebstähle vertraulich behandelt", sagte Filius. McGonagall seufzte. Sie hatte gehofft, sie würden durch den Besen neue Anhaltspunkte erhalten. „Aber aus meinen Duelliertagen habe ich einen Freund in der Mysterienabteilung und der teilte sich ein Büro mit jemandem aus der Abteilung für Magische Strafverfolgung, und der sagt, dass, obwohl es keine offiziellen Akten darüber gibt, seine alte Flamme in der Unterabteilung, die sich um Besenregistrierungen kümmert, behauptet, Walden Macnair - der als Scharfrichter für das Ministerium arbeitet, aber ein ehemaliger Todesser ist - habe vor kurzem einen Nimbus 2000 gekauft", sagte Flitwick stolz und hielt dann inne, um Atem zu schöpfen.

„Was uns was genau sagt? Diese... Besen... sind, wie ich veranlasst bin zu glauben, sehr beliebt", sagte Snape.

„Sie sind auch sehr teuer, und Macnair besaß bereits einen", sagte Flitwick gelassen.

„Das muss nichts heißen. Man kann auch zwei Besen besitzen", sagte Snape. Er nickte jedoch Dumbledore kurz und unauffällig zu. Dumbledore seufzte.

„Ich habe andere Informationen, und ich wage nicht zu sagen von wem oder von wo, die nahelegen, dass die Todesser wieder aktiv sind."

Professor Sprout schnappte nach Luft.

„Das doch bestimmt nicht? Nicht nach dem Tod ihres Anführers und mit den wenigen Mitgliedern, die es noch gibt?", fragte sie, ihre Stimme voller Angst.

„Ich fürchte schon, Pomona."

„Wir sollten sofort die Auroren kontaktieren!", rief McGonagall aus.

„Ohne irgendeinen Beweis? Lucius würde dafür sorgen, dass jeder Beteiligte gefeuert wird", höhnte Snape auf seinem Stuhl lümmelnd.

„Ich fürchte, Severus, dass du recht hast", sagte Dumbledore. „Wir werden in Zukunft besonders wachsam sein müssen."

„Und was ist mit dem Jungen?", fragte Flitwick.

„Er soll seine Ausbildung in Hogwarts weiterführen, bis er lernt, seine Magie zu kontrollieren - Unfälle wie der in Severus' Zaubertränkestunde dürfen nicht an Orten geschehen, an denen Muggel zusehen könnten - und bis wir sicher sind, dass Macnair und die anderen vergessen haben, dass Milo den Besen gestohlen hat", sagte Dumbledore. „Er scheint ein außerordentlich verwirrtes und unruhiges Waisenkind zu sein, aber er hat ein gutes Herz. Quirrell hat sich heute Abend sehr lobend über ihn geäußert, und wie er - leider ohne Erfolg - versucht hat, bei der Rettung einiger Gryffindorschüler, die sich verirrt hatten, zu helfen."

Snape lächelte kurz. Auf diese Bestrafung war er besonders stolz.

„Was mich zu einer anderen Angelegenheit bringt", fuhr Dumbledore ernst fort. „Hagrid hat etwas äußerst Besorgniserregendes im verbotenen Wald entdeckt." Die Hauslehrer hörten aufmerksam zu. „Er hat Anzeichen - Blut, etwas Haar - dafür gefunden, dass jemand die Einhörner, die dort leben, angegriffen hat."

Sprout schnappte nach Luft. McGonagall sah wie betäubt aus. Flitwick schüttelte traurig den Kopf und sogar Snape schaute entrüstet. Ein Angriff auf ein Einhorn war niederträchtig, sogar nach seinen Maßstäben.

„Hagrid konnte nicht herausfinden, wer oder was diese Angriffe verursacht, aber Quirrell hat sich, in seiner Eigenschaft als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, freiwillig dafür gemeldet, die Nachforschungen zu übernehmen. Er sagte, es sei wahrscheinlich irgendeine blutrünstige Kreatur dafür verantwortlich - oder vielleicht sogar ein mächtiger dunkler Magier."

Wenn die Menge an Erstaunen, die die versammelten Lehrer empfanden, durch, sagen wir, Wasser ausgedrückt würde, wobei ein ziemlich großer, mit Meerwasser gefüllter Strandeimer aus Plastik die Überraschung darstellt, die man empfindet, wenn ein Politiker im Parlament etwas Vernünftiges vorschlägt, und eine Badewanne voller Wasser die theoretische Überraschung darstellt, die man empfinden würde, wenn die Idee nicht von der Opposition bespöttelt wird, dann könnte ihr vorangegangenes Erstaunen (als sie von den Angriffen auf die Einhörner hörten) in einer Zwei-Liter-Flasche Diätcola (die erwähnte Diätcola wurde zusammen mit anderen giftigen Chemikalien sicher entsorgt) gesammelt werden, während ihr derzeitiges Erstaunen, verursacht durch die Aussage, Quirrell habe sich freiwillig für etwas Gefährliches gemeldet, beinahe, aber nicht ganz, die Größe des Mittelmeeres besaß.

„Nun", stellte McGonagall nachdenklich fest, „anscheinend haben wir den Verteidigungslehrer unterschätzt."

„Er scheint sich im Notfall tatsächlich zusammenreißen zu können", sagte Filius. „Ich bin ziemlich stolz auf ihn, muss ich sagen."

„Er hat außerdem darauf hingewiesen, dass es eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Strafarbeit ist", sagte Dumbledore. „Mit ihm und Hagrid wären die Schüler durchaus sicher, aber dennoch eingeschüchtert."

„Du schlägst doch nicht vor, dass wir mit Absicht Kinder in den verbotenen Wald schicken - er trägt seinen Namen nicht ohne Grund, Albus -, damit sie nach etwas jagen, das niederträchtig genug ist, Einhörner anzugreifen?"

„Ich für meinen Teil finde die Idee ziemlich gut", sagte Snape. „Sollte diesen Jungen dazu bringen, es sich zweimal zu überlegen, bevor er meine Schüler angreift."

o-o-o-o

Ich habe gehört, dass es Werwölfe im verbotenen Wald gibt!", sagte Ron, als sie die Neuigkeiten erfuhren. McGonagall hatte sie darüber informiert, dass Quirrell alternative Strafarbeiten für Harry, Ron, Hermine und Milo anbot; und dass diese zwar besonders fürchterlich seien, dafür dann aber alle Gryffindors weniger Statuen putzen müssten.

„Wir haben kein Vollmond", seufzte Hermine.

„Was, Werwölfe gibt es wirklich?", fragte Harry.

Natürlich, jeder weiß das", sagte Ron. „Es gibt sie genauso wie Drachen und Kobolde."

Drachen gibt es wirk - egal. Wenn wir das tun, müssen wir weniger Statuen putzen - und nach dem, was letztes Mal passiert ist, wollen wir diese Arbeit denke ich vermeiden", sagte Harry. „Ich bin dabei."

„Ich auch. Allein die Erfahrung wird es wert sein", sagte Milo. „Und ich komme wahrscheinlich mit allem zurecht, was sie auf mich loslassen."

„Du bist verrückt", sagte Ron. „Ich würde eher tausend Statuen zusätzlich putzen, als einen Fuß in diesen Wald zu setzen."

„Mir geht es wie Ron", sagte Hermine. „Putzen ist nicht so schlimm, und das andere klingt wirklich gefährlich."

„Wir werden gut zurechtkommen", sagte Milo. „Quirrell kommt mit und ich mag seine Art."

„Und Hagrid ist auch dabei", sagte Harry. „Was soll denn schon passieren?"

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