Entscheidungen
Als sie den Raum betraten breitete sich eine unangenehme Stille aus. Percy neigte seinen Kopf und sagte: „Ich danke euch, hoher Herr Zeus."
Zeus nickte zufrieden. Percy wandte sich zu Poseidon.
„Und auch dir Vater und Herrin Artemis möchte ich danken.
Ihr habt mein Leben gerettet. Ich stehe für immer in eurer Schuld."
Er verneigte sich so gut er konnte ohne mit Annabeth zusammen umzufallen. Die angesprochenen Götter nickten ihm einmal zu. Percy richtete sich wieder auf und atmete so schwer ein und aus, als wäre er eben gegen zehn Gegner gleichzeitig im Schwertkampf angetreten. Und genauso ausgelaugt und erschöpft fühlte er sich gerade auch. Poseidon bedachte ihn mit einem nachdenklichen Blick. Percy war anscheinend doch noch nicht wieder so fit, wie er gedacht hatte.
„Also dann", begann Zeus „Ich glaube es gibt jetzt einige Entscheidungen zu verkünden."
Er drehte sich zu Artemis um. Die die stille Aufforderung zu beginnen sofort verstand.
„Wie ihr wisst, brauche Ich einen neuen Leutnant. Sie muss Vorraussetzungen erfüllen, denen keine meiner Jägerinnen zurzeit gerecht wird."
Percy hätte schwören können, dass Artemis in diesem Augenblick Annabeth angesehen hatte. Ein wenig Besitz ergreifend zog er Annabeth mit dem Arm, der um ihre Schulter lag näher zu sich heran. Allein die Vorstellung, dass sie sich den Jägerinnen der Artemis anschließen könnte verursachte ein flaues Gefühl in seinem Magen und einen Stich im Herzen. Sie sah ihm erstaunt in die Augen. Aber dann verstand sie, lächelte ihn nur an und wendete sich wieder ab.
„Aber unter den hier anwesenden Halbbluten gibt es jemanden, der das schaffen kann." fuhr Artemis fort „Also frage ich dich, Thalia Grace, Tochter des Zeus nun, ob du dich der Jagd anschließen und mein neuer Leutnant werden möchtest."
Thalia sah ziemlich überrascht aus. Sie sah zu Annabeth rüber, die nur lächelnd nickte. Percy fiel ein Stein vom Herzen. Auch, wenn er nicht gedacht hätte, dass Annabeth gehen würde war da doch dieser kleine Teil in seinem Kopf gewesen, der sich deswegen Sorgen gemacht hatte. Thalia biss sich auf die Lippe. Aber dann sagte sie mit fester Stimme: „Ja! Das will ich." und sagte den Schwur auf, der sie fortan für immer an Artemis binden würde. Danach umarmte sie Percy, Annabeth und Grover einmal und stellte sich dann an die Seite ihrer Herrin. Alle drei fühlten sich merkwürdig, als sie Thalias Umarmung entgegennahmen. Sie war doch gerade erst wieder zurückgekommen. Annabeth hatte Tränen in den Augen. Aber Thalia schien mit ihrer Entscheidung glücklich zu sein. Es stand ihr ins Gesicht geschrieben.
„Also gut. Dann bleibt jetzt nur noch eines offen.", sagte Zeus und lenkte somit wieder die Aufmerksamkeit aller auf sich.
„Was sollen wir mit dir machen?", fragte er und sah Percy mit einem etwas wütendem Blick an.
„Hatten wir das nicht schon Bruder?", fragte Poseidon. Er ging zu Zeus und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Der Junge hat noch Zeit. Wer weiß was bis dahin alles passieren wird?"
In seiner Stimme lag ein gefährlich ruhiger Unterton. Die beiden sahen sich in die Augen. Zeus seufzte und nickte dann ergeben.
„Na schön, du sollst deinen Willen bekommen. Aber, wenn der Junge auf dumme Gedanken kommen sollte wirst du dafür geradestehen müssen."
„Dieses Risiko bin ich bereit in Kauf zu nehmen.", sagte Der Herr des Meeres und bedachte Percy mit einem fragenden Blick. Dieser schluckte nur und nickte schließlich. Er hatte verstanden, was sein Vater eben für ihn aufgenommen hatte.
Auch Zeus sah Percy an. Jedoch war sein Blick eher warnend. Percy wusste, mit diesem Gott sollte er sich auf keinen Fall anlegen.
„Also", sagte Zeus, „wenn wir dich schon nicht töten, können wir doch genauso gut eine kleine Party feiern. Zu Ehren der Halbblute, die Artemis und den Orphiotaurus gerettet haben."
